Jakob Lorber - Geburtstag - Der Prophet Jakob Lorber und seine Verkündungen ... Jakob Lorber

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Jakob Lorber - Geburtstag

Feste im Jahr

Jahreswechsel unseres Lebensweges


Zum Geburtstag I.         

empfangen durch Jakob Lorber am 13.10.1842

Schreibe für heute an N.N., dass da ihm dienen solle zur Erkenntnis, dass der Vater im Himmel es gar wohl weiß, wann und an welchem Tage ein Mensch dem Fleischleibe nach ist zur Welt geboren worden.
Höre, Mein lieber N.N.! Es ist wahrlich nichts Geringes, wenn ein Mensch aus dem Mutterleibe ist zur Welt geboren worden; denn was dazu gehört, bis eine Menschenseele aus allen Stufen reif wird zur Ausgeburt in die Welt, glaube es Mir, ist mehr fürwahr, als du in Ewigkeiten zu fassen im Stande sein wirst! Dass die Werdung eines Menschen für Mich Selbst keine solche Kleinigkeit ist, so wie sich eben einige philosophische Toren träumen lassen, beweisen ja alle die Taten und alle die Vorschöpfungen, welches alles allein nur für den Menschen bewerkstelligt und gemacht wurde! Demnach aber ist es denn ja auch billig und gerecht, dass selbst der leibliche Geburtstag für jeden Menschen ein wichtiger Tag sein muss, da er kein zufälliger, sondern ein schon von Ewigkeit her wohlberechneter Tag ist. Warum und wie aber ein solcher Tag ein von Ewigkeiten her wohlberechneter ist, soll sogleich gezeigt sein, und also höre denn:
In dem endlos tiefen Zeiten- und Ewigkeiten-Raume wurden nach der Zahl 3 und 7 in der endlosesten Zahlenfülle Geister, Mir ähnlich, von Mir aus ins freie Dasein hervorgerufen. Eine Unzahl hat sich durch den Missbrauch ihrer Freiheit von Mir getrennt, aber auch eine Unzahl hat sich mit Mir auf ewig vereinigt. Was sollte denn mit der getrennten Unzahl werden? Sollte sie für ewig zu Grunde gehen, oder sollte sie, nur Mir allein möglich, zurückgeführt werden? Siehe, das war selbst für Mich, den Allmächtigen und allerhöchst endlos weisen Schöpfer, keine so geringe Frage! Denn lasse Ich sie zu Grunde gehen, so ist auch in Mir der Tod zu Hause; führe Ich sie aber zurück, da ist die unantastbare Heiligkeit Meiner urewigsten Ordnung gefährdet. Was war und ist sonach hier zu tun? Siehe, die Löse dieser großen Fragen liegt jetzt noch vor deinen Augen, und gar viele Ewigkeiten werden damit nicht fertig werden! Worin aber bestand diese, besteht jetzt noch, und wird ewig bestehen? Die Liebe, als das alleinige Leben in Gott, musste sich gewisserart trennen, die getrennte Unzahl der Geister ergreifen, sie binden mit ihrer Macht, und aus ihnen gestalten zahllose Weltenmassen aller endlosen Arten, nach der Beschaffenheit der Geister, die darin eingefangen wurden.
Als nun die Welten von der Urzentralsonne abwärts ausgebildet waren, da auch erst wurde jedes Weltenatom genau auf den tausendsten Teil einer Sekunde berechnet, wann es solle gelöst werden; und war die große Rechnung einmal bestimmt, da erst begannen die organischen Schöpfungen auf den Weltkörpern durch alle Stufen in der allerhöchsten, weisesten, wohlberechneten Ordnung, und hernach endlich erst der Mensch, als ein vollkommenstes Aufnahmeorgan aller ihm vorangegangenen endlosen Stufen, und als ein vollkommener Wiedervereinigungspunkt des einst aus Mir gegangenen Lebens! Damit es aber bei dieser Neugestaltung der alten Wesen an der Seite Gottes gegen Ihn Selbst keine Widerordnung gebe, musste Gott Sich gewisserart durch Meine Menschwerdung Selbst neu gestalten, hernach bauen einen neuen Himmel, und endlich machen, dass da alles neu werde gleich Ihm!
Nun siehe, solches alles steckt hinter einem einzigen Geburtstage! Beachte daher wohl, was er in sich birgt, damit dir dadurch bald ein neuer großer Geburtstag werde im Geiste! Nimm somit diese Enthüllung als einen Glückwunsch zu diesem deinem Geburtstage im Herzen von Mir, deinem liebevollsten Vater, auf, so wirst du an jedem deiner Geburtstage hier wie jenseits eine große Freude haben; denn auch jenseits erscheinen in entsprechenden Formen dergleichen Tage glanzvoller denn die anderen, für den, den sie betreffen! Nehme damit aber auch Meinen vollen Vatersegen hin, und verharre in meiner Liebe ewig. Amen!

Quelle: Festgarten, „Betrachtungen an Weihnachten nebst Worten zum Jahreswechsel, Erschei-nungsfest, Geburtstag, Carneval, Tanz und Frühling“ S. 52.



Zum Geburtstag II.

empfangen durch Jakob Lorber am 04.11.1842

Also schreibe nur, was du schreiben möchtest. Schreibe, dass Ich dem N.N. sagen lasse, dass da des Leibes Geburtstag so manches besagt, was der Mensch in seinem Weltleben nicht erfassen kann, solange er nicht vollends ins geistige Leben übergegangen ist. Sollte Ich es hier etwa völlig kund geben? Das würde wenig nützen; denn alle äußere Wissenschaft belebt den Geist des Menschen so wenig, als wie wenig da belebt die äußere Luft die Organe der Lunge, so sie nicht eingeatmet wird, oder wie wenig da sättigt das alleinige Anschauen von allerlei Speisen einen hungrigen Magen.
Wer demnach wahrhaft geistig gesättigt werden will, der muss die Speisen werktätig in sich aufnehmen, damit durch die stets rege innere Tätigkeit der Geist sich übe, dadurch kräftige, stärke, dann durch diese beständige Tätigkeit sich erwärme, erhitze und endlich erbrenne. Wenn solches da ist geschehen, dann hat auch der Mensch die wahre, lebendige Wissenschaft überkommen, durch welche er in alle Weisheit geleitet werden kann.
Dass unter dem Erhitzen und Erbrennen die Liebe zu Mir, und unter dem Erwärmen aber die Liebe zum Nächsten verstanden wird, braucht kaum erwähnt zu werden. Es steht aber ja schon im Worte: So du den Nächsten, den Bruder, nicht lieben kannst, den du siehst, wie willst du dann Gott lieben, den du nicht siehst? Heißt das nicht eben so viel, als so Ich sagen möchte: Wenn da ein Ding, zum Brennen tauglich, nicht erwärmt ist, wird es ohne die nötigst vorhergehende Erwärmung erhitzt werden? und wie ohne Erwärmung und Erhitzung dann erst erbrennen zum Lichte des inneren Lebens? daraus zur inneren lebendigen Wissenschaft und daraus hervorgehenden Weisheit? Man wird sagen: Das Pulver entzündet sich doch sicher ohne vorhergehende Erwärmung und Erhitzung, und der Blitz zuckt aus kalter Luft und eisiger Wolke hervor. O ja, sage Ich, aber es ist mit dem Lichte des entzündeten Pulvers wie mit dem Blitze eben nicht viel geholfen, da keines für die Dauer taugt, und zudem noch beide solche Schnellentzündungen allezeit verheerend und zerstörend sind. Was immer plötzlich geschieht oder entsteht, vergeht gewöhnlich wieder so, wie es entstand, und lässt sicher nichts als nur die arge Wirkung zurück, wo nicht für bleibend den Tod! Daher gehört zum wahren wohltätigen Erbrennen die gerechte Erwärmung und Erhitzung zum Voraus, ohne die es nie zu einer inneren Erbrennung und dadurch zum wahren bleibenden Lichte kommen kann.
Werde daher auch du, Mein lieber N.N., vollends warm und erhitzt, so wirst du die heilige Wirkung des inneren Erbrennens bald gewahren; aber das Welt-Eis, was da sind die weltlichen Sorgen, musst du aus dir schaffen, sonst wird es mit dem Erwärmen und Erhitzen nicht gut vorwärts gehen; denn, glaube es Mir: Weltsorgen, welcher Art sie auch sein mögen, und Weltschätze sind pur Eis für den Geist, und des Verstandes Wissen allein ist des Geistes Knechtschaft und Sklaverei! Werde aber gleich dem Kaufmanne, der alle seine Schätze für eine echte und schwere Perle hintan gab, so wirst du am Glanze dieser Perle das heilige Morgenrot des ewigen Lebens in dir erschauen. Glaube es Mir, dass es also ist; denn Ich, dein Heiliger Vater, gebe dir ja solches kund, für deine Geburtsstund‘ aus Meinem Mund. Amen.

Quelle: Festgarten, „Betrachtungen an Weihnachten nebst Worten zum Jahreswechsel, Erschei-nungsfest, Geburtstag, Carneval, Tanz und Frühling“ S. 53.



Zum Geburtstag III.

empfangen durch Jakob Lorber am 19.11.1840

An die N.N. Meinen Friedensgruß zum Geburtstag.
Solange noch zum geziemenden Empfange der weltlichen Gratulanten eher alle Fußböden im Hause der Welt gereinigt werden, als der einfache Boden des Herzens zu Meinem Empfange, da kann Ich nicht erscheinen vor jenen, für die der Boden zuerst gereinigt worden ist; denn Ich bin immer von ganzem Herzen demütig, und sanfter denn eine Taube, und harre oft ängstlich genug als ein schwaches Kind vor der Türe, sehe da die stolze Welt aus- und eingehen, und getraue Mich nicht ins Zimmer zu treten in Meiner Ärmlichkeit, vor solchen oft gar so prachtliebenden und weltlich majestätisch aussehenden Menschen; da warte Ich dann so geduldig trauernd so lange, bis ein solcher Rummel vorüber ist, und auch die weltlichen Fußböden ein wenig abgeschmiert worden, da Ich Mich dann ängstlich getrauen kann, schüchtern einzutreten, um da Meinen gnadenvollsten Wunsch am Tage der Eingeburt einer Mich im Stillen ein wenig liebenden Seele zu bringen.
Liebes Kind, höre! Willst du Mich aber haben als ersten Gratulanten, dann wasche zuerst den Boden und fege das Gemach rein, da Ich eintreten möchte, und dann erst sehe auf den Fußboden deines Hauses, zum geziemlichen Empfange der Welt; denn füglich sollte der Vater wohl der Erste sein, auf Den die Kinder Rücksicht nehmen sollen, und sollen Ihn zuerst, aber nicht zuletzt erwarten, d.h. in der Liebe heiligem Ernste, und daraus im lebendigen Glauben und vollsten Vertrauen!
Denn siehe, wenn eine schöne Jungfrau unter vier Augen sagt zu ihrem sie über alles liebenden Freier: „Ich liebe dich unaussprechlich!“, so sie aber in der Welt hohen Putzgesellschaft auf ihn mit ihren Augen stoßt, eine ärgerliche Miene macht, und es ihr nicht recht ist, dass er ihr aus großer Liebe auch dahin gefolgt ist; und so der Liebhaber nun merken wird, dass ihn seine Geliebte in solcher Gesellschaft kaum eines gleichgültigen Blickes gewürdigt hat, was meinst du, wie bei einer solchen Gelegenheit dem redlichen, treuen Liebhaber um sein so heiß liebendes Herz werden wird? Ich sage dir, er wird über die Maßen traurig werden und ärgerlich am Ende, und es dürfte der Jungfrau wieder recht viel kosten, bis sie ihn wieder gewinnen wird, und sollte sie mehrere Male so tun, dann dürfte er wohl kaum mehr zu gewinnen sein.
Siehe, wenn aber schon ein weltlicher Liebhaber solches täte, der doch mehr tot als lebendig ist, so kannst du dir wohl auch denken, dass Ich, als der allerredlichste und getreueste Liebhaber, Der Ich doch das unendliche ewige Leben Selbst bin, bei fast ähnlichen Erscheinungen bei dir nicht ganz ungekränkt zusehen kann und darf, wenn du dann und wann Meiner unbekümmert mit der Welt konversierst, und auch den Deinen nicht wohl zeigst den schmalen Weg zu Meinem Herzen. Du möchtest nur, dass Ich beständig zu dir kommen solle, Ich sage dir aber, es ist ein und derselbe Weg von Mir zu dir, wie von dir zu Mir; daher könntest du nach tausend Meiner Besuche bei dir, Mir, deinem Vater, schon auch einmal einen oder auch zwei Besuche ganz ernst in deinem Herzen machen! Siehe, es hat Mich gekränkt, dass du diesmal so spät nach Mir verlangtest; aber der weltliche Freier kann nicht sehen ins Herz seiner Geliebten, Ich sehe aber das deinige, und da es redlich noch geblieben ist, so komme Ich nun wieder zu dir. Nehme Mich auf! Auf dass Ich dann auch dich aufnehmen kann in Meine große Gnade.
Das ist der große Wunsch des ewig heiligen Vaters, Der Ich es bin, dein lieber Jesus, und im selben die Wiedergeburt und das ewige Leben in Mir, deinem lieben Jesus. Amen! – Das sage Ich, dein lieber Jesus! Amen! Amen! Amen!

Quelle: Festgarten, „Betrachtungen an Weihnachten nebst Worten zum Jahreswechsel, Erschei-nungsfest, Geburtstag, Carneval, Tanz und Frühling“ S. 54, und Himmelsgaben Band 1, S. 210.



Zum Geburtstag: Wahre, lebendige Wissenschaft

empfangen durch Jakob Lorber am 04.11.1842

Also schreibe nur, was du schreiben möchtest! – Schreibe, dass Ich dem A. H.-W. sagen lasse, dass da des Leibes Geburtstag so manches besagt, was der Mensch in seinem Weltleben nicht erfassen kann, solange er nicht völlig ins geistige Leben übergegangen ist.
Sollte Ich es hier etwa völlig kundgeben? – Das würde wenig nützen. Denn alle äußere Wissenschaft belebt den Geist des Menschen so wenig, wie da die äußere Luft die Organe der Lunge belebt, so sie nicht eingeatmet wird, oder wie wenig das alleinige Anschauen von allerlei Speisen einen hungrigen Magen sättigt.
Wer demnach wahrhaft geistig gesättigt werden will, der muss die Speisen werktätig in sich aufnehmen, damit durch die stets rege innere Tätigkeit der Geist sich übe, dadurch kräftige, stärke, dann durch diese beständige Tätigkeit sich erwärme, erhitze und endlich erbrenne. Wenn solches geschehen ist, dann hat auch der Mensch die wahre, lebendige Wissenschaft überkommen, durch welche er in alle Weisheit geleitet werden kann.
Dass unter dem „Erhitzen“ und „Erbrennen“ die Liebe zu Mir, und unter dem „Erwärmen“ aber die Liebe zum Nächsten verstanden wird, braucht kaum erwähnt zu werden. – Es steht aber ja schon im Worte: „So du den Nächsten, den Bruder, nicht lieben kannst, den du siehst, wie willst du dann Gott lieben, den du nicht siehst?“ – Heißt das nicht ebensoviel, als so Ich sagen möchte: Wenn da ein Ding, zum Brennen tauglich, nicht erwärmt ist, wird es ohne die nötigst vorhergehende Erwärmung erhitzt werden? – und wie ohne Erwärmung und Erhitzung dann erst erbrennen zum Lichte des inneren Lebens und daraus zur inneren, lebendigen Wissenschaft und daraus hervorgehenden Weisheit?
Man wird sagen: Das Pulver entzündet sich doch sicher ohne vorhergehende Erwärmung und Erhitzung, und der Blitz zuckt aus kalter Luft und eisiger Wolke hervor! – O ja, sage Ich, aber es ist mit dem Lichte des entzündeten Pulvers wie mit dem Blitze eben nicht viel geholfen, da keins für die Dauer taugt, und zudem noch diese beiden Schnelligkeitsentzündungen allezeit verheerend und zerstörend sind. Was immer plötzlich geschieht oder entsteht, vergeht gewöhnlich wieder so, wie es entstand, und lässt sicher nichts als nur die arge Wirkung zurück, wo nicht für bleibend den Tod. Daher gehört zum wahren, wohltätigen Erbrennen die gerechte Erwärmung und Erhitzung zum Voraus, ohne die es nie zu einer inneren Erbrennung und dadurch zum wahren, bleibenden Lichte kommen kann.
Werde daher auch du, Mein lieber A. H.-W., vollends warm und erhitzt, so wirst du die heilige Wirkung des inneren Erbrennens bald gewahren. – Aber das „Welt-Eis“, was da sind die weltlichen Sorgen, musst du aus dir schaffen, sonst wird es mit dem Erwärmen und Erhitzen nicht gut vorwärts gehen. Denn glaube es Mir: Weltsorgen, welcher Art sie auch sein mögen, und Weltschätze sind pur Eis für den Geist. Und des Verstandes Wissen allein ist des Geistes Knechtschaft und Sklaverei!
Werde aber gleich dem Kaufmanne, der alle seine Schätze für eine echte und schwere Perle hintan gab, so wirst du am Glanze dieser Perle das heilige Morgenrot des ewigen Lebens in dir erschauen. Glaube es Mir, dass es also ist! Denn Ich, dein heiliger Vater, gebe dir ja solches kund für deine Geburtsstunde aus Meinem Munde. Amen.

Quelle: Jakob Lorber, Himmelsgaben Band 2, S. 140.



Rechte Geburtstagsfeier

empfangen durch Jakob Lorber am 14.10.1850

Mein lieber Freund A.H.-W.! Der Geburtstag des Fleisches, wie du gestern den deinen feiertest, hat nur als derjenige irgendeinen Wert, der für einen Menschen der wirkliche Geburtstag ist. Jeder darauf folgende dreihundertfünfundsechzigste Tag ist nur eine Erinnerung und hat als solcher nur dann irgendeine Bedeutung, so der Mensch an solch einem Tage sich seiner Geburt in seinem Herzen gegen Mich dankbar erinnert und sich in Meinem Namen gute und feste Vorsätze macht, sein künftiges Leben stets mehr und mehr nach Meinem Willen und nach Meiner Ordnung einzurichten und Mich dabei um die Kraft und Hilfe bittet, die Ich sicher niemandem vorenthalte, der Mich nur einigermaßen darum lebensernstlich anfleht.
Wer den Erinnerungstag seiner irdischen Geburt also begeht, der hat wohlgetan und hat solch einem Tage vor Meinem Angesichte auch einen reellen Wert verliehen. Alles andere, als: Glückwünsche, Präsente und dergleichen sind vor Mir gänzlich ohne Wert, ja manchmal sogar Meinem Wohlgefallen zuwider, besonders bei solchen Menschen, die darauf große Stücke halten und sich an einem solchen Tage mehr und besser zu sein dünken als an einem anderen.
Nun bei dir, Mein Freund, ist das letztere wohl nicht der Fall. Und es ist Mir lieb, dass du von deinem Geburtstag nichts weiter hältst, als dass du nun um ein Jahr älter geworden bist.
Freilich wäre es Mir sehr lieb, so du auch schon einen vollen geistigen Geburtstag hättest! – Aber da hapert es bei dir nun noch ein wenig. – Wenn es auf der Welt keine schönen Mägde gäbe, da hättest du lange schon einen vollen geistigen Geburtstag; aber zufolge der schönen Töchter Evas bleibst du noch immer beim halben.
Weil du sonach keinen ganzen, sondern nur einen halben geistigen Geburtstag hast, so gratuliere Ich dir [immerhin] auch zu diesem halben. Denn auch der halbe geistige ist besser als tausend irdische.
Trachte aber nun danach, dass du bald zu einem ganzen geistigen Geburtstag gelangst! Der wird dir alles geben, danach der bessere Teil deiner Seele dürstet.
Siehe, es werden nun Zeiten kommen, in denen große Not und Drangsal herrschen werden, und Krieg, Hunger und Pest wird kommen. Aber die sich an Mich halten und die Ich Mein nenne, haben von allem dem nichts zu befürchten. Denn wo Mein Segen waltet, kann der Hölle Wut den Samen der Pest aller Art nicht ausstreuen und ihr Gifthauch die Bäumchen, die Ich gepflanzt habe, nimmer verderben.
Aber die Bäume der Welt und alle Einrichtungen, die bisher die Welt zu ihrer vermeintlichen Ruhe und Sorglosigkeit gesetzt hat, werden in Kürze den weidlichsten Schiffbruch erleiden. Die Herren der Erde sollen es erkennen, dass Ich noch immer der Herr bin und durch alle ihre Rechnungen einen Strich ziehen werde!
Verstehe solches! Aber fürchte dich darum nicht! Denn du gehörst ja auch Meiner Pflanzschule zu. Und Mein Feuer kann dich nur beleben, dich seliger machen mehr und mehr und nicht töten wie diejenigen, die Mich schnöd auf die Seite setzen, selbst herrschen wollen und Gesetze geben Meinen Kindern, die sie nicht erschaffen und denen sie kein Leben gegeben haben. – Wehe solchen, so sie Mein Feuer ergreifen wird! Das wird ihnen eine böse Zeit geben!
Nun sei gesegnet! – Lebe mäßig! Trinke nicht Wein und Bier untereinander, sondern einen guten Wein nur, so wirst du dein Fleisch vor Krankheiten und deine Seele vor fleischlicher Sinnengier bewahren. Das sage Ich dir als dein größter Freund. Amen.

Quelle: Jakob Lorber, Himmelsgaben Band 2, S. 434.

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Liebe, Demut Sanftmut

Die Liebe lehrt dich, allen diesen Wesen wohlzutun und sie so glücklich als möglich zu machen.
Die Demut lehrt dich, klein zu sein und sich über niemanden – möchte er noch so unbedeutend scheinen – hochmütig zu erheben, sondern sich selbst stets als den Geringsten zu betrachten.
Und die Sanftmut lehrt dich, jedermann stets gleich wohlwollend zu ertragen und aus dem innersten Herzensgrunde bemüht zu sein, jedem zu helfen, wo es ihm nottut. Und das allzeit durch jene sanftesten Mittel, durch die ja niemand im geringsten in seiner Freiheit beirrt werden kann. Werden hie und da ernstere Mittel vonnöten, so muss hinter ihnen nie etwa eine Strafsucht oder gar richterlicher Zorn stecken, sondern allzeit die allerhöchste und reinste, sich selbst nie berücksichtigende Liebe!
Siehe, das sind die Dinge aller himmlischen Meisterschaft!                                    
                                                                                                 Bischof Martin 50,13-14
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Geburtstagsgratulation

empfangen durch Jakob Lorber am 30.11.1840

Das Folgende lasse Ich durch den Knecht dir, Meinem sehr willigen Freunde, Andr. H., „willig“ sagen, da Ich deinen Willen als bewährt gefunden habe!
Die Menschen wünschen sich zwar gegenseitig vielfach allerlei Glück, aber es bleibt auch gewöhnlich bei dem Wunsche nach der Weltmode, weil ihm kein wahres Wollen der Liebe, sondern nur eine blinde, weltliche Gewohnheit zugrunde liegt.
Da wünscht oft einer dem anderen (wenn es noch gut geht) alles ordentliche „Beste“ – in der sicheren Überzeugung, dass von all dem Gewünschenen nichts in Erfüllung gehen wird. Und es ist bei all seinen Wünschereien oft auch nicht ein Sonnenstäubchen ernster, der wahren Liebe entstiegener Wille – derjenigen hofsittlichen Gratulationen nicht zu gedenken, die vermittelst der gedruckten Papierchen, die ihr „Visitenkarten“ nennt, geschehen.
Fragst du, warum bei solchen Wünschen nie etwas Erfolgliches herauskommt, so sage Ich: Darum, weil der willenlose Wunsch nichts als eine heuchelnde, schmeichelnde Höflichkeit des kalten Weltverstandes und somit eine bare Lüge und absurde Narrheit ist.
Wie ist doch der Mensch ein großer Tor, der da zu einem Stein spricht: „Werde Gold“! – Und siehe, doch wäre ein solcher Tor nur klein zu nennen gegen einen Gratulanten, der seinem Wünschling „tausend Lebensjahre“ wünscht, während er ihm das Leben auch nicht für eine Terzie verlängern kann und, fürs zweite, ihn oft schon am nächsten Tage unter der Erde wissen möchte, um dadurch etwas zu gewinnen. Und so ist mancher, der da wünscht „Glück und Segen“, und in seinem Herzen ist er voll Ärgers – oder der da wünscht „Gesundheit und heitere Lebenstage“ und kennt oft den alleinigen Geber solcher Dinge kaum dem Namen nach. Oder ist da endlich noch einer, der spricht: „Ich wünsche Ihnen, was Sie sich selbst wünschen!“ – Weiß dieser Gratulant denn auch, ob das alles gut ist, was sich die Menschen in ihrer Eigenliebe wünschen? – Und so gratuliert die Welt sich dann beständig Unsinniges in ihrer finsteren Leerheit!
Aber höre, nicht also soll es bei euch sein! – Statt solcher Tollheit sollen Meine Freunde sich gegenseitig in Meinem Namen voll Liebe im Herzen fragen: „Bruder, bedarfst du in irgendetwas meines Beistandes, so sage es mir offen, und ich will dich nach Möglichkeit meiner Kraft und meines Vermögens wohl unterstützen!“ Sage nicht: „– wenn du solches wünschst!“ – sondern sage, dass du [selber] dessen benötigst zur Ehre Gottes und zur Wohlfahrt deines Geistes!
Und hat dir der Bruder solches gestanden, so sei liebewillig und tue es unverzüglich, so wirst du das Herz deines Bruders erquicken. Und Ich, dein Vater, werde Freude haben ob solcher werktätigen Gratulation.
Und so du gratulierst, da gratuliere armen Hilfsbedürftigen – so werde Ich auch deine anderen Gratulationen, die du verrichten musst, um der Welt kein Ärgernis zu geben, mit gnädigen, nachsichtigen Augen ansehen.
Und so trete also anstatt des leeren Wunsches der volle, kräftige Wille auf im Herzen und anstatt der Gratulation die reine, uneigennützige Liebe – so wirst du erst ganz sein ein Mann nach Meinem Willen, welcher ist Meine unendliche Liebe zu euch!
Siehe, du hast schon so manches getan, was Mir wohlgefiel, und daher habe Ich dir auch schon einen neuen Namen gegeben, der da aufgezeichnet ist im großen Buche des Lebens. Und dieser Name sei dir am [heutigen] Tag deiner Eingeburt [in das irdische Fleisch] ein Geschenk als Name deiner Neugeburt [im Geiste!] – Aber tue das Gesagte alles, so wirst du bald die große Freude der Wiedergeburt erleben!
Siehe, so ist Meine Gratulation geartet! – Ich „wünsche“ nichts, sondern was Ich will oder liebe, das gebe Ich oder lasse es zu, dass es geschieht. – Was würde wohl daraus werden, so Ich euch das Leben wünschen möchte und ließe es beim Wünschen!? – Allein Ich wünsche nicht [bloß], sondern Ich will – und so lebt ihr!
Es heißt ja aber, dass ihr sollt vollkommen sein, wie euer Vater im Himmel vollkommen ist. Nun denn, so tut auch ihr, wie Ich, euer Vater, es will und selbst tue! Könnt ihr auch nicht tun, was Ich tue im Unendlichen, so tuet es doch im Kleinen! Dann werdet ihr sein gleich einem kleinen Kreise, der ja in all seiner Geringfügigkeit doch vollkommen gleich ist dem großen Kreise Meines unendlichen Wesens. Amen.

Quelle: Jakob Lorber, Himmelsgaben Band 1, S. 229.


"Ist nun bei euch Ermahnung in Christo,
ist Trost der Liebe, ist Gemeinschaft des Geistes,
ist herzliche Liebe und Barmherzigkeit,
so erfüllet meine Freude, dass ihr eines Sinnes seid,
gleiche Liebe habt, einmütig und einhellig seid.
Nichts tut durch Zank oder eitle Ehre;
sondern durch Demut achte einer den andern höher denn sich selbst,
und ein jeglicher sehe nicht auf das Seine,
sondern auch auf das, was des andern ist.
Ein jeglicher sei gesinnt, wie Jesus Christus auch war."

Philipper 2,1-5



Vatergabe zum Geburtstag

empfangen durch Jakob Lorber am 21.04.1842

Und so schreibe denn: Da das sogenannte Gratulieren bei euch schon an der Tagesordnung ist, so will denn auch Ich von dieser Tagesordnung keine Ausnahme machen, und zwar aus dem sehr einfachen Grunde, weil Ich fürs erste der größte Freund der Ordnung bin, und fürs zweite, weil Ich die ewige Ordnung Selbst bin.
Aber nur erwarte da niemand irgendeinen sogenannten Glückwunsch von Mir, der an und für sich nichts als eine allerbarste, nur weltlich etwas artigere Lüge ist und einer Frucht gleicht, welche in der vollen Unreife von Baume gefallen ist und dann auf der Erde ganz unbeachtet zertreten wird. Denn es ist um vieles besser, so du jemandem einen kupfernen Pfennig gibst, als so du ihm tausend Pfunde des allerreinsten und schwersten Goldes gewünscht hättest.
Daher wünsche Ich dir, Mein lieber Ans. H.-W., gar nichts, sondern gebe dir Meinen Vatersegen für dich wie für deine Familie – und ein Kreuzlein hinzu als Bestätigung dieser Meiner dir jetzt dargereichten heiligen Vatersegensgabe. Und sei versichert, solches wird dir mehr frommen, als wenn Ich dir wünschte eine ganze Erde voll des allerbarsten Goldes!
Darin aber besteht diese Meine Vatersegensgabe, dass Ich dein Herz bereichern will und werde mit Meiner Vaterliebe und du dann dadurch zu der inneren Anerkennung gelangen wirst, dass es dem Kinde, das sich noch im Mutterleibe befindet, nicht wohl möglich ist, den Vater mit den Augen zu schauen. Wenn aber das Kind aus dem Leibe geboren wird und erschauet das Licht der Sonne, d.h. die erleuchtenden Strahlen aus ihr, so wird es auch bald den Vater in diesen Strahlen erschauen und nach kurzem Zeitenfluge ihn als solchen auch völlig erkennen.
Siehe, du bist nun auch noch im Mutterleibe Meiner Liebe in dir; daher kannst du Mich auch noch nicht sehen! So du aber aus diesem Leibe Meiner Barmliebe in dir bald vollends ausgeboren wirst im Geiste der Liebe und aller Wahrheit aus ihr, da wirst du auch den Vater sehen und Ihn als solchen erkennen. Des sei vollkommen versichert!
Es ist aber dennoch ein Unterschied zwischen der Geburt eines Kindes aus dem Fleischleibe der Mutter und der Geburt des Geistes aus und durch Meine Liebe. Denn die erste Geburt ist bedingt durch die Notwendigkeit der Natur; die zweite aber durch den freien Willen des Menschen und demzufolge dann durch Meine unmittelbare, nie unterm Wege bleibende Gnade.
Wenn demnach jemand ganz vollkommen ernstlich will und verleugnet sich in aller Demut seines Herzens, genötigt durch Meine Liebe in ihm, der wird dann auch sicher um vieles eher zum heiligen Endziel alles Segens gelangen, welches da ist die dir schon wohlbekannte Wiedergeburt des Geistes.
Wenn da aber jemand ist voll Lauheit gleich einem (dir in gegenwärtiger Zeit wohlbekannten) Musikschüler, der da bald kocht, bald Holz spaltet, bald die Gasse fegt, blad näht, bald drischt, bald luftwandelt, bald den Schweinen das Futter bereitet, bald unnützes Zeug plauscht, blad wieder faulenzt, ja bald dies und jenes tut und unternimmt, aber nur selten ein halbes Stündlein kaum beim Klavier oder bei einem anderen Instrument zubringt – wann und wie wird ein so „emsiger“ Musikschüler ein freier Künstler werden?! – Und wann wird alsonach derjenige, der Mich nur so gewohnheits- und manchmal besserer Zerstreuung halber neben aller seiner Welt so recht nachlässig mitstreifen lässt, zur Wiedergeburt des Geistes gelangen?
Ich sage dir: Auf dieser Erde schwerlich je – sondern vielleicht, wenn er sich nicht ganz tot gemacht hat, nach dem Tode des Leibes höchst mühsam und beschwerlich, da er gleichen wird einem mühsamen und übermüden Wanderer, der da zu kämpfen wird anfangen müssen, wo er die endliche, allersüßeste und allerseligste Ruhe erwartet hatte.
Wenn du, Mein lieber Ans. H. W., dieses alles wohl beachtest, so wird es dir wohl einleuchtend werden, was Großes du mit dieser Meiner Vatersegensgabe von Mir erhalten hast!
Die Wiedergeburt des Geistes ist die einzige Bedingung dieses Erdlebens, wie das Endziel alles Seins. Diese aber kann ohne den hinreichenden Wärmegrad Meiner Liebe in euch nicht erfolgen. Darum aber gebe Ich dir hiermit eine große Liebeberührung, damit du blad zum gerechtesten Liebewärmegrad, nötigst zur vollen Widergeburt, gelangen sollst.
Und so denn nehme hin Meine heilige Vatergabe, auf dass du dadurch leben mögest ewig im Schoße deines heiligen Vaters. Amen. Solches gebe Ich dir heute wie allezeit – ja, Ich, dein heiliger, liebevollster Vater Jesus! Amen, Amen, Amen.

Quelle: Jakob Lorber, Himmelsgaben Band 2, S. 63.

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"Jene Menschen aber, welche besonders auf dieser Erde in die reine Liebe zu Mir übergegangen sind und aus dieser Liebe heraus alles Weltliche und Materielle abgelegt haben und nichts anderes wollten als nur allein Mich, diese haben sich dadurch den weiten Weg überaus stark abgekürzt: denn diese sind wahrhaft Meine Kinder und wahrhaft Meine Brüder und Schwestern und kommen daher nach der ihnen freudigen Ablegung dieses materiellen Leibes alsogleich vollends zu Mir – und zwar die in aller Liebe zu Mir sogleich in den obersten, allerhöchsten Himmel, allda Ich Selbst wohne wesenhaft".
Natürliche Sonne 3,16
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Nimm mich zu deinem wahrsten Vater in dein Herz

empfangen durch Jakob Lorber am 28.12.1845

An Elise H.
Ich weiß um deinen Tag und um den deiner Geburt, aber du weißt auch, dass Ich ein Feind des Gratulierens bin. Darum auch sende Ich dir so spät als möglich nach deinem Tage dieses Wörtlein und sage dir darin auch weiter nichts, als dass Ich dich recht lieb habe! – mit welchem Wörtlein du, Meine liebe Tochter, aber auch vollends zufrieden sein kannst.
Du wirst zwar für eine kurze Zeit ein kleines Kreuzlein überkommen, das wohl nicht mit irdischen Diamanten besetzt sein wird, aber desto reichhaltiger an denen Meiner Vaterliebe und Gnade wird es sein! Nimm Mich vollends zu Deinem wahrsten Vater in dein Herz, so wirst du des Kreuzleins Bürde kaum wahrnehmen.
Enthalte dich der Welt, die nichts als Tod und Verderben feil hat, und halte fest an Meinem Herzen – und zweifle ja nicht, dass Ich es bin, der dir das sagt, so wirst du zeitlich und ewig selig sein in Mir, deinem Herrn und Vater! –
Alle deine Sorgen und unnötigen, dich so manchmal beklemmenden Gedanken lege nur fein auf Meine Schultern, dann wird alles gutgehen, und wir werden allezeit zum rechten Ziele gelangen!
Aber was dich nur immer in der Welt anlächelt, das fliehe im Herzen; denn wo du nun auf der Welt hintrittst, Ich sage dir, da ist alles Maske, hinter welcher allerlei arges Geschmeiß steckt! – Ich sage dir: Ärger war die Welt auch zu Noahs Zeiten nicht, als sie jetzt in gar sehr vielen Stücken ist!
Das nehme dir in aller Liebe zu Mir so recht lebendig zu Herzen und ertrage alles geduldig und gelassen sanft, so wirst du wachsen wie eine Zeder in Meiner Gnade!
Klage aber auch nicht über die Welt, sondern opfere alles Mir auf! Ich werde zur rechten Zeit alles so machen und gestalten, wie es am allerrechtesten sein wird. Siehe, es hat die Welt ihren Lauf, der Himmel den seinen, und kein Tag gleicht dem andern. Das alles ist so in der Ordnung; denn auch an aller Welt muss die Weissagung erfüllt werden, so wie sie an Mir erfüllet ward!

Quelle: Jakob Lorber, Himmelsgaben Band 3, S. 216.


"Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden;
uns aber, die wir selig werden ist's eine Gotteskraft".

1. Korinther 1,18



Von der Freundschaft des Herrn

empfangen durch Jakob Lorber am 26.06.1842

Dieses gar große Geschenk gib der, die da heute ihren Geburtstag feiert und heißet J. H. = Martha:
„Ich sage hinfort nicht, dass ihr Knechte seid. Denn ein Knecht weiß nicht, was sein Herr tut.
Euch aber habe Ich gesagt, dass ihr Meine Freunde seid. Denn alles, was Ich gehört habe
von Meinem Vater, habe Ich euch kundgetan.
Ihr habt Mich nicht erwählt, sondern Ich habe euch erwählt und gesetzt, dass ihr hingeht
und Frucht bringt und eure Frucht bleibe, auf dass, so ihr den Vater bittet in Meinem Namen,
Er es euch gebe“ . Joh. 15, 5 u. 16

Verstehst du, Mein Töchterchen, was Ich dir durch diese zwei Verse sagen will? – Siehe, das Größte, was der menschliche Geist je erfassen wird – nämlich die Wiedergewinnung der vollkommenen Freiheit, welcher da zu Grunde liegt Meine wahre, intimste Freundschaft mit denen, die Ich erwählt habe!
Siehe, keiner von euch allen hat Mich erwählt, sondern nur Ich kam zu euch und habe euch erwählt! – Dass Ich euch aber erwählt habe, kannst du daran je zweifeln? – Gebe Ich euch allen nicht alle Schätze der Himmel, die da sind des Vaters, welcher die ewige Liebe in Mir ist!?
Da Ich dich und euch aber erwählt habe, so habe Ich euch und somit dich, Mein Töchterchen, ja auch gesetzt in das Paradies des ewigen Lebens, damit ihr da die edelsten Früchte zu bringen vermöchtet und Mich da auch allzeit bitten könnt, um was ihr wollt, damit Ich es euch allzeit gebe.
Da es aber nun klar vor deinen Augen ist, dass ich euch alle erwählt habe aus und von der Welt, die da gefangen ist in den härtesten Ketten aller Knechtschaft und ärgsten Sklaverei, was meinst du wohl – habe Ich euch und somit auch dich wohl erwählt zur abermaligen Knechtschaft und Sklaverei oder zur Freiheit des inneren Lebens der Liebe zu Mir und somit zu Meiner vollen Freundschaft!?
Wer aber ist der, zu dem Ich sage: „Geliebter Freund, geliebte Freundin!“ –
O Töchterchen, bedenke, bedenke, was das ist, so Ich auch zu dir sage: „Meine geliebte Freundin!“
Wahrlich, Ich sage es dir: So Ich dir schenken möchte alle Reiche der ganzen Unendlichkeit, alle Engel und alle Himmel – da wärest du nur ärmlich beteilet gegen dem, dass du bist eine „Erwählte“, und dass Ich auch zu dir sage: „Meine Freundin, Meine Schwester!“
Beachte daher überaus wohl und allerhöchst, was du hiermit überkommst! – Siehe, an diesem deinem Leibesgeburtstag überkommst du Meine Freundschaft und wirst empfangen von Meiner Erbarmung, damit du schnell reifen möchtest in ihr zur vollen Wiedergeburt deines Geistes zum ewigen Leben!
Wahrlich, die da sind Meine erwählten Freunde, die haben auch Meinen Heiligen Geist schon in und über sich – darum sie nimmerdar sollen Knechte der Sünde werden. – Also sollst auch du Mir nimmerdar eine Dienerin der Sünde werden, sondern ewig bleiben in Meiner Freundschaft! – Amen.

Quelle: Jakob Lorber, Himmelsgaben Band 2, S. 104.



Wende dich zu mir

empfangen durch Jakob Lorber am 21.02.1843

Um was immer du oder jemand anders in Meinem Namen bittet, das will Ich dir und jedem ja auch allezeit gerne geben. Aber um Dinge der Welt komme mir ja nicht, denn diese sind der Tod. Ich aber, als das ewige Leben, bin am allerwenigsten geeignet und als Vater aufgelegt, Meinen Kindern den Tod zu geben!
Höre! Es kann niemand zu Mir kommen, es sei denn, dass ihn ziehe der Vater, von dem Ich ausgehe. Wer aber vom Vater gezogen wird, den werde Ich auferwecken am „jüngsten Tage“, d.h. in der jüngsten Zeit oder bald ehestens.
Diese „Auferweckung“ wird für ihn sein die Wiedergeburt des Geistes. Und dieser „jüngste Tag“ wird für ihn bleiben ein ewiger, lebendiger Geburtstag.
Solches alles steht schon in den Propheten Jesaja (54,13) und Jeremia (31,3), also lautend: „Und sie werden alle von Gott gelehrt sein!“
Wer es nun höret und lernet vom Vater, der kommt zu Mir – d.h.: Wer sich selbst verleugnet, nicht seine Augen der Welt zuwendet und sein Herz an eitle Dinge hänget, sondern die wahre Liebe zum Vater in sich lebendigst erwecket, den ziehet der Vater und lehret im Verborgenen seinen Geist. Wer aber dann in solcher Liebe und Lehre getreu verbleibet, zu dem werde Ich als das lebendige Wort Selbst gar ehestens kommen und werde ihn völlig erwecken.
Siehe, der Vater ist schon gar lange mit dir beschäftigt und ziehet und lehret dich fortwährend; aber du magst noch nicht eine völlige Treue zu Ihm fassen in deinem Herzen und spielest noch zwischen Ihm und der Welt. Ich sage dir aber, als eben dieser Vater: „Lasse die Welt und wende dich allein völlig zu Mir! Und liebe Mich, da Ich dich doch gar so zärtlichst liebe. Und dein jüngster Geburtstag deines Geistes wird bald leichtlich zu deinem ewig lebendig-neuen Geburtstage werden!“
Solches gebe Ich, dein lieber Vater, dir als ein lebendiges Erinnerungszeichen Meiner großen Liebe zu dir an deinem Leibesgeburtstage.
Beachte es und werde Mir Mein lieber Sohn, wie Ich dir allzeit und ewig bin ein liebevollster Vater! – Das ist Mein Liebewille an dich ewig. Amen.

Quelle: Jakob Lorber, Himmelsgaben Band 2, S. 170.

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Gott wird die Einung der Seele mit dem Geiste aus Ihm freilich wohl nicht mit Seiner Allmacht erzwingen, aber Er wird des Menschen Herz stets mehr erleuchten und es erfüllen mit wahrer Weisheit aus den Himmeln, und der Mensch wird dadurch geistig wachsen und kräftiger werden und wird alle Hindernisse, die sich ihm zu seiner größeren Probung noch irgendwo in den Weg stellen könnten, stets leichter und zuversichtlicher überwinden.
                                                                 Großes Evangelium Johannes Bd 7, Kap.223, 9
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Heiligende Liebe

empfangen durch Jakob Lorber am 26.06.1849

Schreibe nur ein recht nettes Wörtlein an unsere kleine, geliebte Julie-Martha H.! Denn die uns beide liebt und lieb hat, die müssen auch wir lieben und sehr lieb haben.
Meine geliebteste Julie-Martha! - Da der heutige Tag ein für dich besonders bedeutender ist, weil er dir den Jahrestag deiner Eingeburt in die Welt wie in einem Echo wieder in deine Erinnerung zurückgibt und du darob eine gar wohl begründete Freude haben kannst, indem du an solch einem Tage durch die Macht Meines Liebewillens in die Reihe Meiner Kinder, also in die Reihe der Gotteskinder, aus der stumpfen Reihe der gerichteten Geschöpfe aufgenommen worden bist - so will aber auch Ich, als ein wahrer Lebensvater, der solche deine gerechte Freude nicht etwa schmälern, sondern für dein Mir allerliebstes Herzchen nur gar sehr erhöhen dadurch, dass Ich dir hiermit die wiederholte, für dich sicher teuerste Versicherung zukommen lasse, dass du Mir ein allezeit allerliebstes Töchterchen bist, das Mir so pick- und nagelfest ans Herz gewachsen ist.
Ich meine, Mein liebstes Töchterchen wird mit dieser Meiner Zusicherung auch sicher über alles zufrieden sein können! Denn überglücklich sind jene für ewig, die von Meinem Vaterherzen aus einer solchen Zusicherung für wert befunden werden. - Aber leider nur wenigen wird eine solche zuteil!
Desto mehr aber kannst du dich darob freuen, da du als Mein allerliebstes Töchterchen solch einer höchsten Gnade für wert befunden wirst in Meinem Herzen.
Du darfst dir aber darum ja etwa nicht einbilden, als käme dir solch eine Gnade aus irgendeinem Verdienste zu! Sondern Ich ganz allein für Mich, ohne dein Verdienst, habe dich so lieb, weil du Mich auch gar so sehr lieb hast und bist manchmal sogar in Mich ein wenig verliebt, und das eben ist eine ganz besondere Heiligung deines Herzchens. - Denn wie könnte ein unheiliges Herz Mich, den Heiligsten, lieben?! - So Mich aber ein Herz liebt, der Ich heilig bin, wie möglich könnte in solch heiliger Liebe das liebende Herz selbst unheilig verbleiben?
Also ist aber auch dein Herzchen durch und durch geheiligt, weil es Mich liebt. Und da Ich es darum wieder gar überaus sehr liebe und Meine heilige Liebe in dasselbe stets mehr und mehr einfließen lasse und es dadurch zu einem Gefäße der Fülle Meiner heiligsten Liebe mache, welche Liebe da heilig ist überheilig, so ist das Gefäß dadurch nicht nur »geheiligt«, sondern selbst «heilig«. Denn Ich, als der Alleinheilige, kann nicht im Unheiligen, sondern nur im Heiligen wohnen!
Fahre du, Mein allerliebstes Töchterchen, in solcher deiner Liebe zu Mir nur treulich fort, so wirst du bald einen zweiten, viel höheren Geburtstag erleben, als dieser heutige deines Leibes es ist.
Aber so manche eitle Dinge musst du von dir schaffen, als z.B. deine manchmal etwas übertriebene Zimmerreinlichkeitsliebe, den manchmal zu starken Appetit nach einer Prise Schnupftabak, dann den Reif im Unterrocke und manchmal zu sehr gesteifte Unterröcke, die dich viel zu dick aussehen machen, was weder schön noch sittig ist.
Kleide dich immer recht reinlich, nett und schön! Aber ein zu übertriebenes Stärken ist nicht schön, nicht sittig und für den Leib sogar nicht gut, weil gestärkte Kleider zu wenig die Haut berühren und durch die Berührung keine wohltätige Frottierung zuwegebringen können, anderseits aber auch zu viel kühlende Luft an die mit Schweiß gefüllte Haut treten lassen, die dann den Schweiß oft zurücktreibt und hie und da in den Gefäßen verhärten macht und die Ausdünstung der Haut nicht durchlässt, woraus dann gar leicht allerlei rheumatische Leiden entstehen.
Tue also das weg, was unnötig und zwecklos ist, so wird deine Seele dann gleich mehr Zeit bekommen, an der Freimachung des Geistes zu arbeiten. - Überhaupt musst du dich des manchmal zu überflüssigen Marthatums entschlagen, das dich nicht selten in allerlei bekümmerliche Pensereien und manchmalige Ärgerlichkeiten versetzt - so wirst du dann viel freier den wahren Weg zum ewigen Leben verfolgen können, was denn doch die einzige Bestimmung eines jeden Menschen sein soll.
Also musst du dich auch über nichts ärgern und keine übertriebenen Sorgen in dir aufsteigen lassen und alle deine Wünsche in Mein Herz legen! - Da werde Ich dir auch alles gar ehestens geben können, was dein Herz verlangt. Aber nur musst du das recht gern und getreu befolgen, was Ich dir nun geraten habe!
Und nun, Mein liebes Töchterchen, nimm mit dieser Meiner Lebensgabe auch Meinen Vatersegen in dein Herzchen auf! Dieser wird dir von selbst getreuest sagen, dass du Mir ein allerliebstes Töchterchen bist zeitlich nun, wie dereinst ewig! Amen. - Das sagt zu dir dein wahrer und einziger Vater. Amen.

Quelle : Jakob Lorber, Himmelsgaben Band 2, S.430.
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"Sehet, nichts haben wir, was wir dem Herrn geben könnten, das wir nicht zuvor von Ihm erhalten hätten; und welche Freude könnten wir Ihm auch wohl machen, so wir Ihm auch die ganze Erde, ja die ganze Welt zu geben vermöchten?! Er würde uns sagen: ,Kinder, Ich bedarf dessen ewig nicht; […] Mich freuen nicht eure Opfer, die Mir bereitet werden aus der Materie, die da ist ein Haus des Todes, sondern Mich freuet nur ein reumütiges, Mich liebend voll zerknirschtes Herz. Das ist es, das ganz euer ist als eine freie Gabe von Mir; dessen seid ihr im Vollbesitze. So ihr wollt, könnet ihr es Mir wiedergeben, und Ich werde da einziehen mit Meiner Gnade, und ihr werdet leben ewig dann mit der Gnade in Meiner ewigen Liebe".

                                                                                                     Haushaltung Gottes Bd 1, Kap. 41, 24
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Das Angebinde

empfangen durch Jakob Lorber am 15.02.1842

Siehe mein Kind! Ich, dein Vater groß, dein Vater gut, dein Vater voll Liebe, Gnade, Macht, Kraft und Gewalt, dein Vater ewig, sage dir:
Liebe Mich, bleib Mir treu, hab große Freude an Meinen alten und neuen Worten, suche Mich in der Liebe deines Herzens zu Mir, halte Meine leichten Gebote, fliehe die arge, arge Welt, komm zu Mir in dir, in deinem Herzen komme zu Mir, da Ich deiner harre für und für – so will Ich dich umfangen und will dich zum ewigen Leben an Meine Vaterbrust drücken also, als hätte Ich in der weiten Unendlichkeit niemanden als nur dich!
Komme, o komme doch recht bald zu Mir – zu deinem so überaus guten, heiligsten, liebevollsten Vater!
Denke dir ja nicht, dass es etwa doch recht schwer sein sollte, Mich zu finden und zu Mir zu kommen! – Siehe, so du irgend gehest, da führe Ich dich an Meiner Hand! So du schläfst, da halte Ich getreue Wache an deinem Bette! So du issest, da segne Ich dir jeden Löffel voll Speise, die du zu deinem Munde führest!

Nur so du irgendwann möchtest dich abwenden von Mir, dann freilich wäre Ich wehmütig hinter dir. Und wenn du möchtest der weltlichen Dinge gedenken, da freilich auch wäre Ich hinter dir wie trauernd. Und wann du möchtest zeigen ein eigensinniges Herz und möchtest dich erheben über jemand andern – siehe, da freilich wäre Ich auch hinter dir wie weinend.
Sonst aber bin Ich ja immer bei dir!
Siehe nun, wie leicht ist es, zu Dem zu kommen und Den zu finden, der dir mit aller Seiner Liebe stets überaus gegenwärtig ist! – So du an Mich denkest, siehe, da rede Ich, dein lieber Vater, mit dir! – Wann du betest in der Andacht deines Herzens zu Mir, siehe, da sage Ich allzeit ganz sanft und leise zu dir: „Mein liebes Kind! Ich, dein guter, lieber Vater, bin auch ein gar sehr heiliger Vater! Jesus Jehova ist Mein Name! – Baue, baue, Mein liebes Kind, auf diesen Namen! Denn Er ist über alles mächtig und heilig, überheilig! In diesem Namen wirst du das ewige Leben finden!“
Siehe, solches rufe Ich dir allezeit zu! – Und wann du aufgehört hast zu beten, da segne Ich, dein heiliger, guter Vater, dich allzeit mit Meiner mächtigen Vaterhand!
Solches, o Mein Kind, ist wohl gewiss und wahr! – Daher darfst du nicht mehr fragen: „Aber wann wird denn der gute, heilige Vater zu mir kommen und Sich anmelden bei mir?“ – Denn Ich bin schon lange fest bei dir und lasse dich nicht aus Meinen Augen und Händen!
So dir aber diese Worte schwer zu glauben vorkommen sollten, da sammle dich nur einmal oder, noch besser, mehrere Male in der Liebe zu Mir! Habe aber dabei wohl acht auf alle Gedanken in dieser Andachtszeit! – Siehe, alle diese Gedanken werden Meine an dein Herzlein sanft, leise und stille gerichteten Worte sein!
Ein leiser Hauch um deine Stirne und Augen und ein ganz leichtes fiebriges Wehen durch die Brust wird dir ein sicheres Zeichen sein, dass Ich, dein guter, lieber, heiliger Vater, dich segnend stärke und also doch ganz sicher bei dir bin.
Und somit segne Ich dich auch jetzt durch dieses wertvollste Angebinde. Bleibe Mir treu, bleibe Mir im Herzen treu, bleibe Mir, deinem lieben, guten, heiligen Vater in aller Deiner Liebe treu! Solches ist der heilige Wunsch deines lieben, guten, heiligen Vaters. Amen.

Quelle: Jakob Lorber, Himmelsgaben Band 2, S. 25.
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"Wenn demnach jemand ganz vollkommen ernstlich will
und verleugnet sich in aller Demut seines Herzens,
genötigt durch Meine Liebe in ihm,
der wird dann auch sicher um vieles eher
zum heiligen Endziel alles Segens gelangen,
welches da ist die dir schon wohlbekannte
Wiedergeburt des Geistes.
Die Wiedergeburt des Geistes
ist die einzige Bedingung dieses Erdlebens,
wie das Endziel alles freien Seins."

Himmelsgaben Bd 2, S.64 (7) + 65 (11)
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Das Beste für jedermann

empfangen durch Jakob Lorber am 02.02.1848

Ich bin das Beste dir und jedermann, so du Mich erwählest für dein Herz auf ewig und nicht dabei denkst: „Mit diesem oder mit jenem könnte ich vielleicht auch glücklich sein.“
Ich sage dir: Alle „diese und jene“ sind gleich wie ein falscher Schmuck. Sie prunken wohl und scheinen etwas zu sein. Aber im Grunde sind sie alle dennoch nichts – gleichwie da nichts ist ein falscher Schmuck, für den dir kein Wechsler etwas gibt, so du, durch Not gedrängt, ihn verkaufen müsstest.
Wer aber Mich erwählt hat und denkt nicht: „Dieser und jener könnte auch mein Glück sein“ – der hat einen echten, wertvollsten Schmuck sich angeschafft. Und so er dann alles verlöre, als: Reichtümer und alle seine kostbaren Freunde – so ist er aber dennoch überglücklich bei all' solchem Verluste. Denn er hat ja noch den kostbarsten Schmuck im Kasten seines Herzens, dessen endlosen Wert alle Ewigkeiten nimmer aufzehren werden.
Da heute dein Geburtstag ist, so kann Ich, als dein wie aller Menschen und Engel Vater, dir nichts anderes wünschen, als dass du vor allem dich um solch einen Schmuck vollernstlich umsehen solltest. Alsdann erst wirst du auch alles andere erlangen können. Und was du dann erlangen wirst, das wird echt sein. – Was du aber ohne solchen Hauptschmuck erlangen wirst, wird ein falscher Schmuck sein, für den dir zur Zeit der Not die Wechsler des Himmels nichts geben werden.
Also das Beste dir und jedermann! – Erwähle Mich vollkommen für dein Herz, so hast du dir für ewig und auch zeitlich schon das Beste erwählt!
Diesen Wunsch heute wie ewig dir und jedermann! Amen. Das sagt dein Vater dir! Amen. Amen. Amen.

Quelle: Jakob Lorber, Himmelsgaben Band 2, S. 396.



Herr! - Hier bin ich.

empfangen durch Jakob Lorber am 18.08.1840

Ich ließ Dich, o liebevollster heiliger Vater, lange warten, da Du mir schon seit meiner Kindheit unablässig zugerufen hast: Komm zu Mir, Ich will dich erquicken!
Nun, o Vater, ist die Zeit gekommen, dass sich mein Ohr geöffnet und mein sonst starrer Wille ganz in den Deinigen ergeben hat voll Demut und Gehorsam vor Dir, wie auch nach Deinem Willen zu allen meinen besseren Brüdern. Daher komme Du, mein allerliebster Jesus, zu mir und erquicke meine kranke Seele mit dem Balsam Deiner unendlichen Liebe; lass mich finden meine große Unbild in Deinem bitteren Leiden und Sterben; lasse mich sehen die heiligen fünf Wundmale und erkennen darinnen meine große Missetat! O Jesus, Du Überwinder des Todes und der Hölle, komme zu mir und lehre mich Deinen Willen erst recht verstehen; lehre mich erkennen mein völliges Nichts und Dein Alles!
O Du mein süßester, liebevollster Jesus, Du Herr aller Heerscharen, komme zu mir Armem, – komme zu mir Schwachem, – komme zu mir Blindem, – komme zu mir Taubem, – komme zu mir Aussätzigem, – komme zu mir Gichtbrüchigem, – komme zu mir Lahmem, – komme zu mir Krummem, – komme zu mir Besessenem, – ja o mein, mein, mein allerliebster Jesus! komme, komme, komme zu mir Totem und lass mich nur anrühren Dein heilig Kleid, so werde ich leben.
Herr, lasse Dir ja nicht Zeit, denn ich habe Deiner unendlich nötig; ich kann ja nicht mehr ohne Dich sein, da Du mir Alles und alles andere aus Liebe zu Dir zunichte geworden ist! Ohne Dich kann ich nicht mehr leben; daher, o mein liebster Jesus, komme alsobald zu mir!
Doch wie allezeit, so geschehe auch diesmal Dein heiliger Wille Amen. –

Quelle: Jakob Lorber, Himmelsgaben Band 3, S. 62.


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