Der vergangene, zukünftige, gegenwärtige Christus - Der Prophet Jakob Lorber

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Der vergangene, zukünftige und gegenwärtige Christus


Schreibe nur, was du hast! Aber auf die gewisse Art zu gratulieren ist Meine Sache nicht, sondern zu lehren, zu ziehen, zu führen und den Wanderer auf jene Wege zu lenken, die da führen in Mein Reich. Und in der Art will Ich dir auch jetzt für deinen Mann etwas geben.
Höre du, Mein lieber A., recht wohl, was Ich dir nun durch Meinen Knecht kundtun werde! – Ich sage dir, es tut dir und deinem Haus not!
Sieh, du hast wohl einen recht festen Glauben, aber deine Liebe in deinem Herzen ist noch bei weitem nicht so fest wie dein Glaube – und das darum, weil du noch stets deine Liebe an Meine sichtbare Persönlichkeit hängst und suchst Mich irgend zu vernehmen und zu erschauen. Und so du Mich irgend erschautest oder wenigstens vernähmst, da würde dann auch dein Herz für Mich vollkräftig entflammen.
Und sieh, gerade so steht es auch mit deiner Familie. Ihr liebt alle den Christus, der einst lehrte auf der Welt oder der da wiederkommen möchte, zu richten die Welt – also den vergangenen oder den zukünftigen Christus liebt ihr nur! Aber das ist gefehlt! Denn bei solcher Verfassung kann Ich Mich euch nicht nahen als euer Vater in der Gegenwart, sondern nur als der der Vergangenheit oder der der Zukunft, und kann euch nicht kräftigen, weil ihr Mich nur in eurer Erinnerung ehrt, aber nicht in eurem Herzen lebendig liebt. Wie aber die Erinnerung ihre Gegenstände bald recht lebhaft erfasst und bald wieder ganz fallen lässt, so ist es auch bei euch mit Mir der Fall. – Lest ihr gerade etwas Erbauliches von Mir, dann seid ihr wie voll Liebe zu Mir – aber das ist nicht Liebe, sondern nur eine zeitweilige Aufregung eures Erinnerungsvermögens. Sobald ihr euch umkehrt und etwas anderes erschaut, da schließt sich eure Erinnerungskammer im Kopf, und Ich bin draußen, als wäre Ich kaum je darin gewesen.
Ihr könnt dann Visiten machen, mit der Welt verkehren, euch belustigen mit weltlichen Dingen, allerlei Zeug plaudern, euren Leib zierlich bekleiden. Und so irgendein Freund oder eine Freundin euch besucht, da könnt ihr mehr Freude haben, als je irgend in der kurz dauernden Erinnerung an Mich. Denn an alledem hindert euch der vergangene wie der zukünftige Christus nicht, der wohl in eurer Erinnerung, aber nicht in euren Herzen wohnt. – Ich aber sage dir und deiner Familie und euch allen: Der vergangene und der zukünftige Christus wird euch wenig nützen, so ihr nicht den gegenwärtigen lebendig in euren Herzen tragt!
So Ich Meinen Knecht heute von euch nähme, durch den Ich euch bereits vier Jahre lang tagtäglich Erfrischungen zusende und euch so nur ein bisschen von der Weltfreundlichkeit heimsuchen lasse, da werdet ihr Mich nach und nach so schön unvermerkt aus eurer Erinnerung spielen, dass dieser Erinnerung kleine Fünklein euer Herz kaum mehr auf Augenblicke für Mich entzünden werden.
Ihr freut euch nun wohl allzeit, wenn ihr von Mir etwas vernehmt. Aber eure Freude ist nicht bleibend, weil sie mit eurer Erinnerung gleichen Schritt geht. Und ihr freut euch dann bald danach auf irgendein vorhabendes weltliches Vergnügen mehr als auf Mich und macht Pläne, was ihr tun werdet, ohne zu bedenken, dass ihr ohne Mich nie etwas tun könnt und noch viel weniger tun sollt.
Und so Ich euch daran hindern möchte, dann könnt ihr darob sogar traurig werden und sagen: Aber dürfen wir denn gar keine Freude haben?! – Ich aber sage: Ihr sollt ja Freude haben, und nimmer soll die Freude von euch genommen werden – aber Ich sollte stets eure größte Freude sein!
Fragt euch selbst: Was bietet euch wohl eure eigengemachte Freude? Wie lange dauert sie? – Wenige Stunden habt ihr wieder unnütz mit der dummen Welt vergeudet, dumm verplaudert und verlacht. Dann steht ihr wieder am alten Fleck. Und nur Meiner endlosen Liebe und Geduld habt ihr es zu verdanken, dass ihr nach einer jeden weltlichen Freude nicht zurück, also dem Tod näher gekommen seid.
Bei solchen Verhältnissen ist von einem merklichen Fortschritt zu Mir noch lange keine Rede, und Ich bleibe stets noch euer vergangener oder zukünftiger Christus.
Ich aber sage dir dies alles gerade an diesem deinem Tag, auf dass du mit deinem ganzen Haus für die Zukunft Mir näher kommen mögst, als das bis jetzt der Fall war.
Du kennst die Wege zu Mir. Willst du aus dem vergangenen oder zukünftigen Christus dir einen gegenwärtigen, lebendigen Christus bereiten, so musst du vollernstlich auf diesen Wegen wandeln und dein Haus mit dir. So wirst du Mich von deiner Erinnerung in dein Herz bringen und wirst dann erst jene Freude überkommen, die dir keine Welt und keine Ewigkeit mehr wird nehmen können auch nur auf einen allerkürzesten Augenblick. Diese endlose Freude aber wirst du nicht eher überkommen, als bis du mit Paulus wirst sagen können: Nun lebe nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir!
Sieh, alle Welt ist Mein Feind; wie aber kann jemand sagen, dass er Mich liebe, so er andererseits dennoch der Welt die Hand zum Gruß bietet?!
Beachte daher diese Meine neue Belehrung und Vermahnung, so wirst du bald zu jener Freude gelangen, die niemand mehr von dir nehmen wird! – Das sei dir Mein Wunsch und Meine väterliche Gratulation zu diesem deinem Tag! Und Meine Gnade, Liebe und Erbarmung sei mit dir ewig! Amen.


Jakob Lorber am 21. April 1844, Himmelsgaben, Bd.2, S.265.


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