Jakob Lorber - Pfingsten - Der Prophet Jakob Lorber und seine Verkündungen ... Jakob Lorber

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Jakob Lorber - Pfingsten

Feste im Jahr

Frohe Botschaften

empfangen durch Jakob Lorber

Meine lieben Kinder!
Es ist erschienen der große Tag des Heils oder das helle geistige Licht, welches nie mehr erlöschen wird bei Denen, die es durch Meinen Geist erhalten. Dass dieser Tag erschienen ist, könnet ihr daran erkennen, dass alle, welche sich zu Mir halten, in sich selbst das wahre Licht haben; denn ihre Gedankenwelt ist von Mir aus beschäftigt, sie erfassen Mein Wesen durch Meine Gnade und lassen sich nicht durch blinde Führer leiten, sondern als Meine Schafe erkennen sie Meine Stimme, auch wenn sie auf die Predigten und Lehren ihrer Vorgesetzten hören. Es wird ihnen auch durch diese Predigten Segen zufließen, so sie dieselbe in Meinem Namen anhören, denn Ich segne die Worte einem jeden nach dem Bedürfnis seines Herzens!
Darum, liebe Kinder, möget ihr den gemeinschaftlichen Gottesdienst besuchen, mit der Zuversicht im Herzen: „Der große Tag ist da! – die helle Flamme des Geistes durchdringt jetzt nach und nach alle Finsternis, und wird mir und anderen den Gnadenstrahl zufließen lassen.“
Daher, wenn ihr in den gemeinschaftlichen Gottesdienst gehet – betet recht um Segen! Nicht allein für euch, sondern auch für andere. Es ist ja Mein Wort, das euch dort verkündet wird, obgleich es den Anschein hat, als ob es keine Wirkung mehr habe. Seine Kraft ist von Mir ausgehend ewig und veraltet nicht. Die Zeit ist da, wo es sich wieder mächtig beweisen soll. Darum tuet eure Pflicht durch die (Für-)Bitte und Gebet. Vereinigt euch im Geiste mit Meiner Heerschar, welche gegen die finstere Macht in Anzug ist. Auch ihr Menschenkinder sollet auf Meine Seite treten, denn es gibt eine geistige Schlacht – dem materiellen Auge verborgen. Nur wenige erkennen sie durch Meine Gnadenmitteilung, darum auch ihr wenige desto eifriger sein sollet, Mir noch viele Mitarbeiter zuzuführen. Diese Schlacht geht geistig vor sich, durch wahre Liebe, durch Gebet, durch anhaltenden Verkehr mit Mir, damit Ich jeden einzelnen im Herzen belehren kann, was er zu tun hat, denn das große Pfingsten ist vor der Türe! Des freuet euch!
Wenn die Weltkinder mit ängstlicher Furcht und Bangen den Weltereignissen entgegensehen und fragen, was soll denn werden? So sollet ihr dagegen mit froher Zuversicht wissen, dass jetzt die Finsternis weichen muss dem hellen Tag, dem großen Licht der Erkenntnis, wo Ich erkannt werde als Der, Der Ich bin: Die Liebe, als Vater, Sohn und Geist.
Wie Ich damals in Bethlehem geboren nur von wenigen erkannt wurde, und doch die Wiedervereinigung mit Meinen Kindern dadurch bezweckt wurde, also unscheinbar ist auch jetzt Mein zweites Kommen. Nur wenige begreifen es und doch ist ein Aufhalten desselben unmöglich. Das kleine Licht wird zur verzehrenden Flamme werden. –
Meine lieben Kinder, denket dabei nicht, wie ihr eine äußere Umwandlung im Allgemeinen ertragen wollt. Bei solchen (materiellen) Gedanken öffnet ihr dem bösen Feind eine Spalte, daher, eurer Schwachheit bewusst, verschließet die Tür eures Herzens gut gegen alle Leidenschaften, welche Boten des Satans sind, und er wird euch meiden lernen und nicht zu äußeren Kämpfen verlocken.
Ein starker Held, der schon viele Schlachten gewonnen hat, wird von seinen Gegnern nicht mehr so stark begehrt, weil sie eine Niederlage fürchten, ebenso ein gut Gewappneter, dessen Ausrüstung von der vollen Macht Dessen zeugt, der ihn schickt, hat mit seinem Auftreten schon halb gesiegt und den Mut seiner Feinde geschmälert. Sie werden deshalb mehr listige Anläufe gegen ihn ersinnen und unbewachte Augenblicke zu benützen suchen. Darum verschließet die Türe eures Herzens, wachet und betet! Der euch den Tag hell gemacht hat, der wird einst auch einen größeren Siege von euch erwarten. Amen. Amen. Amen.

Quelle: Festgarten: Die Wiederkunft Christi S.94



Vom Geist der Wahrheit

empfangen durch Jakob Lorber am 15.08.182

Wenn du denn schon durchaus heute etwas schreiben willst, so schreibe aus dem Johannes, 16. Kapitel, 8. bis 15. Vers; schlage es dir aber auf und siehe, wie es allda lautet:
„Und wenn derselbige kommt, wird er die Welt strafen um die Sünde und um die Gerechtigkeit und um das Gericht. Um die Sünde, dass sie nicht glauben an Mich; um die Gerechtigkeit aber, dass Ich zum Vater gehe und ihr Mich hinfort nicht sehet; um das Gericht, dass der Fürst dieser Welt gerichtet ist. – Ich habe euch noch viel zu sagen; aber ihr könnet es jetzt nicht tragen. Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten. Denn er wird nicht von sich selbst reden, sondern was er hören wird von Mir, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. – Derselbe wird Mich verklären; denn von dem Meinen wird er es nehmen und euch verkündigen. Alles, was der Vater hat, ist Mein. Darum habe Ich zu euch gesagt: Von dem Meinen wird er es nehmen und euch verkündigen.“
Solches gebe Ich durch dich dem Ans. H.-W. vorderhand unenthüllt, wie auch den anderen, so sie es annehmen wollen. Wer aber annimmt, der soll in sich die wahre, innere Bedeutung dieser freilich wohl etwas schweren Texte suchen und wohl beachten die unterstrichenen Worte.
Wer es aber annehmen wird, dem will Ich auch ein kleines Lichtlein in sein Herz geben, darum er dann viel Wunderbares entdecken wird in dieser kleinen Aufgabe.
Nachträglich aber will Ich sie dann auch dir völlig gelöst geben. – Solches also möge wohl geschehen! – Das sage Ich, Jesus. Amen.

Vom Geist der Wahrheit  - 29. August 1842 -:
Gemäß der Voraussage vom 15. August 1842 empfing der Knecht Jakob Lorber zu Joh. Kap. 16,8-15 nachstehende Erklärung über den „Geist der Wahrheit“:
Wenn der geeinte Geist der Liebe und aller Weisheit und Wahrheit aus ihr kommen wird aus der Höhe in der Menschen Herzen, so wird dadurch zugrunde gehen die Sünde – da die Welt wird überführt werden, dass der Sohn und der Vater vollkommen eins sind, also nur ein wesenhafter Gott aller unendlichen Macht und Kraft und aller Heiligkeit, Liebe und Gewalt vorhanden ist und somit auch ein einziger Herr einer unwandelbaren Ordnung, in der da alle Welt bestehet und auch schon gerichtet ist in aller ihrer Herrschaft. Denn nur das wahrhaft Freie ist auch in und bei Mir frei, alles andere aber ist gerichtet und könnte nicht bestehen ohne das Gericht.
Denn unter dem „Fürsten der Welt“ wird ja verstanden alle wie frei wirkende Macht der Welt. Dessen ungeachtet aber befindet sie sich dennoch in Meiner alleinigen Macht, und es kann ohne Meine Zulassung kein Sonnenstäubchen von der Stelle bewegt werden.
Da aber „strafen“ so viel heißt, als jemanden werktätig überzeugen, was da ist der Ordnung und was wider dieselbe, so werden ja die Ungläubigen dadurch werktätig ihrer Nacht überführt werden, wenn sie aus den Werken derjenigen, die in Meiner Gerechtigkeit und Ordnung sind, ersehen werden, dass der Sohn und der Vater eins sind und der Sohn aus dem Vater hervorgegangen ist, wie da hervorgeht ein Licht aus hell lodernder Flamme.
Wie aber da Flamme, Licht und Wärme eines sind, also ist auch Vater, Sohn und Geist eines!
Die Wärme aber, welche hervorgeht aus dem Lichte, wie dieses aus der Flamme, ist der Geist, der da an und für sich nichts ist, sondern nur die Einung des Vaters mit dem Sohne und somit alles belebt. Daher heißt es auch: „Ich hätte euch noch viel zu sagen, allein ihr würdet es jetzt noch nicht ertragen können. Wenn aber der heilige Geist kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten.“ – Wer da solches noch nicht versteht, der lasse nur z.B. die Sonne im Winter reden, und er wird in naturmäßiger Hinsicht ganz dasselbe sinnbildlich wahrnehmen. Denn spricht die Sonne im Winter nicht also zu einem Teile der Erde: „Siehe, mein Licht hat aus deinem Boden noch gar viel zu entwickeln, allein in diesem deinem damaligen Zustande bist du einer solchen Entwicklung gar nicht fähig. Wenn aber mit dem Lichte auch die Wärme kommen wird – das ist die tatkräftige Liebe – so wird diese all die zahllosen Formen aus deinem Boden ziehen (oder dich in alle Wahrheit leiten).“
Wird aber die Wärme des Lichtes etwa neue Formen dem Boden entlocken? O nein, sondern die alten Formen der ewigen Ordnung wird sie entfalten! Also wird auch der Geist nicht von sich selbst reden, sondern Dessen Worte nur, da er ausgeht.
Wie aber durch die Wärme in den entfalteten Formen das Licht der Sonne verklärt und verherrlicht wird, da es in seinen Urformen sich wieder wie verjüngt erschaut, also wird auch der Geist den Sohn, der da eins ist mit dem Vater, in euch verklären. Denn er wird aus sich nicht sich selbst in euch hervorrufen, sondern Den nur, aus Dem er hervorgeht von Ewigkeit. – Darum ist auch gesagt: „Vom Meinen wird er's nehmen und euch verkündigen!“ – d.h.: Meinen Samen wird er in euch zum Wachstume bringen, und ihr werdet dann in euch Meine Herrlichkeit schauen!
Solches also besagen diese Texte. Beachtet sie sehr wohl! Denn in ihnen liegt das Wesen der vollen Wiedergeburt. Verstehet sie daher wohl im Geiste werktätig! – Amen.

Quelle: Festgarten: Pfingstsegen als Licht und Trost für’s Leben S.49.



Ich will euch nicht als Waisen lassen, ich will zu euch kommen"
Johannes  14,18


empfangen durch Jakob Lorber am 19.01.1844

Dieser Text besagt wieder ganz dasselbe, was fürs erste vor euch liegt, was Ich zu euch immer rede, und was Ich soeben jetzt auch wieder mit dieser neuen Gabe treulich und lebendig bestätige.
„Ich will euch nicht als Waisen hinterlassen!“, sondern, wie es auch heißt: „Ich verbleibe bei euch bis ans Ende der Zeiten!“, aber freilich nicht in eurer Weltklugheit und großen Gelehrtheit, vor der Mich ekelt, sondern in der Liebe und Demut eures Herzens.
„Ich will euch nicht als Waisen hinterlassen!“, will nicht etwa gesagt haben: „Ich will euch mit Büchern aller Art versehen und daneben mit Bethäusern voller Schnitzwerke und mit Meinen Portraiten, in allen möglichen Situationen gemalt und geschnitzt, welche in das Reich des Heidentums gehören!“; denn jede äußere Anschauung gehört der Welt an und hindert die Eröffnung der inneren Sehe, gleichwie derjenige Mensch, der sein Auge nicht schließt, nicht zum Schlafen kommt und im Schlafe noch weniger zu einem Traume, welcher ist eine innere Anschauung dessen, was der Geisterwelt angehört.
Also nicht dadurch will Ich euch nicht als Waisen hinterlassen, so Ich durch Meine Zulassung es gestatte, dass ihr eine Menge äußerer Spektakel, die allenfalls auf Mich Bezug haben, ins Werk setzen könnet und zugleich aus eurem Verstande heraus eine ebenso große, wo nicht noch größere Menge Bücher schreiben könnt, in denen nach Wahrheit geforscht wird, auf die gleiche Weise, wie ihr in die Lotterie setzt, da niemand weiß, ob die Ziffer gezogen wird, die er gesetzt hat, sondern jeder auf gut Glück setzt. Und ist da zufällig die Ziffer gezogen worden, so weiß er eben so wenig den Grund dieses Gelingens, als er im entgegengesetzten Fall den Grund des Nichtgelingens gewusst hätte. Denn ein jeder Setzer ist der Meinung, seine Ziffer werde die beste sein; sonst hätte er sie sicher nicht gesetzt. Die Folge erst zeigt ihm ein anderes Licht, dass nämlich eine andere Ziffer besser war. Er spricht da freilich: „Aber ich habe diese Ziffer schon auf dem Papier gehabt, – warum musste ich eine andere wählen?“
Und sehet, dieses Beispiel passt genau auf alle die große Zahl von Schriftstellern. Ein jeder meint so oder so den Nagel auf den Kopf getroffen zu haben. Aber es dauert nicht lange, da taucht schon ein anderer auf, welcher dem ersten auf ein Haar beweist, dass er einen ungeheuren Fehlhieb gemacht hat. Und so geht das fort und fort, und am Ende weiß der Letzte es so wenig wie der Erste, ob er den Nagel auf den Kopf getroffen hat oder nicht.
Gelingt es auch hier und da einem oder dem andern, in einem oder dem andern Fach an die Wahrheit zu stoßen, so weiß er aber dennoch nicht, ob er im Ernste an sie gestoßen ist oder nicht. Das einzige Kriterium liegt für ihn darin, dass er mit seinem Werke der Welt einen allgemeinen Beifall abgelockt hat, er bedenkt aber nicht, dass, um diesen Beifall zu erreichen, eben nicht zu außerordentlich viel dazu gehört.
Man darf es ja nur mit der Schriftstellerei also machen, wie es die Lotteristen vor der Ziehung mit ihren Losziffern machen, nämlich alles recht durcheinandermengen, so dass daraus niemand klug wird, was der Schriftsteller so ganz eigentlich damit gewollt hat, so bleibt dann jede Kritik vor einem solch kolossalen Werke bescheiden zurück, und der Schriftsteller hat dann mit seinem Werke einen offenbaren Weltbeifallstreffer gemacht.
Frage aber: „Sitzt etwa der von Mir versprochene Heilige Geist in solchen Werken?“ O nein! Fürwahr, die sind Waisen; bei denen bin Ich nicht! Für die gilt der Text nicht, um den es sich hier handelt.
Aber vielleicht gilt er für die Maler, Kupferstecher, Bildhauer und Vergolder, die sich ganz besonders mit der bildlichen Darstellung der sogenannten heiligen Gegenstände abgeben – wenn sie aber bezahlt werden, da liefern sie auch Schlachtstücke und noch allerlei andere obszöne Darstellungen –, Ich sage: auch diese sind Waisen, und der Text hat mit ihnen nichts zu tun.
Aber es werden vielleicht die Predigt- und Gebetbuchdichter es sein, wie auch musikalische Komponisten für die sogenannte Kirchenmusik? O nein! Auch für diese gilt der Text nicht; denn auch diese drehen den Mantel nach dem Wind und sind für alles erbötig ums Geld. Der Erste schreibt heute einen erhabenen Gesang, ein Gebet, einen Psalm, der dem David, in äußerer Hinsicht betrachtet, keine Schande gemacht hätte, wenn er ihn geschrieben hätte; morgen aber schreibt er, wenn er bezahlt wird, mit dem gleichen Enthusiasmus ein erhabenes Gedicht über die Hure eines Großen und macht auch im Notfall ein erhabenes Epitaphium für ein verstorbenes Schoßhündchen einer Prinzessin. Der Zweite aber komponiert heute ein Oratorium, gleich allernächst darauf, wenn er bezahlt wird, schreibt er aber auch ein Ballet oder eine noch niedrigere Tanzmusik.
Frage: Schaut da wohl eine Wirkung des Heiligen Geistes heraus? – Ich finde sie nicht; und wenn Ich sie nicht finde, da werdet ihr sie sicher noch weniger finden, und möchtet ihr sie mit Laternen suchen, in denen statt einer schlechten Kerze eine Zentralsonne brennete.
Aber der Heilige Geist wird etwa in den weisen Staatsgesetzen, in Kriegsgesetzen, allerlei Verordnungen und gar in den scharfen, mannigfachen kirchlichen Disziplinargesetzen stecken? – Fürwahr, Ich finde keinen!
Warum denn nicht? Weil in allem dem nicht Ich, sondern nur weltliche Herrschvorteile der Grund sind. Alles will herrschen, der Kaiser und der König, der Fürst, der Graf, der Baron, der Ritter, der Herr ‚von‘, der Kaufmann, der Bürger, auch der Bauer, und vom Kaiser abwärts natürlicherweise alle seine Beamten also, als wären sie nahezu überall die Persönlichkeit des Kaisers selbst.
Es muss ja wohl ein Kaiser sein und ein König und ein Fürst: aber des Herrschens wegen sollen sie nicht sein, sondern der Leitung wegen, dass die Völker durch ihre Leitung zu Mir geleitet würden. Aber so werden sie nur vielfach von Mir abgeleitet und zur Welt gewendet, werden nicht stark, sondern nur schwach gemacht, auf dass sie dann in ihrer Schwäche desto leichter zu beherrschen sind.
Frage: Ist das eine Wirkung des Heiligen Geistes, wenn der Herrscher in seinen Untertanen nichts als Leibeigene erblickt, die sein Wort zu jeder Zeit vernichten kann, wenn er es nur ausspricht? – Der Herrscher soll ein Leiter und ein Tröster seines Volkes sein und soll ihnen Gesetze geben, die nicht von den heidnischen, sondern die von den Meinen erklärlich abgeleitet sind; dann wäre er ein rechter Regent und der Heilige Geist wirkete mit ihm, wie er mit David und noch anderen würdigen Regenten gewirkt hat.
Aber in den Erfindungen von allerlei der armen Menschen Hände überflüssig machenden Maschinen, in der Förderung der Industrie, in der Errichtung der Eisenbahnen und in der Aufstellung großer Kriegsmächte wirkt der Heilige Geist ewig nie! Denn all dergleichen war auch vor der Sündflut zu Noahs Zeiten gang und gäbe durch die Wirkung des Weltgeistes, welcher ist der Teufel in seiner Gesamtheit. Also ging es auch zu in Sodom und Gomorrha und in Babel.
Wer aber wird da behaupten wollen, als hätte solches der Heilige Geist gewirkt? Also folgte denn auch auf solche dem Heiligen Geiste schnurgerade zuwiderlaufende Handlungsweise allzeit ein mächtiges Gericht; ein gleiches Ich auch jetzt schon in der Bereitschaft halte, um daraus zu zeigen, dass Mein Heiliger Geist in der jetzigen Handlungsweise der Welt durchaus nirgends zugegen ist, daher alle diese Welt vollkommen als Waise dasteht. Ich lasse sie aber noch einige Zeit steigen, bis sie die rechte Fallhöhe wird erreicht haben, und dann – ein Blitz vom Aufgang bis zum Niedergang, und es wird sich in dessen Licht zeigen, wie viel der Wirkungen des Heiligen Geistes jetzt in der Welt vorhanden sind!
Ja, wenn aber also, wo sind denn dann diejenigen, die Ich nicht als Waisen hinterlassen will?
Ich sage: Es gibt deren schon auch hier und da; aber sie sind jetzt beinahe seltener und köstlicher geworden als große Krondiamanten. Diese leben schlicht, von der Welt so viel als möglich abgezogen, und ihre Freude bin Ich, und der Gegenstand ihrer Gespräche bin auch Ich. Warum denn? Weil der Mund davon übergeht, wes das Herz voll ist! Also bin Ich auch der Gegenstand, mit dem sich ihr Herz beschäftigt, und alles andere in der Welt ist ihnen um eine hohle Nuss feil.
Diese sind fürwahr keine Waisen; denn Ich bin ja mitten unter ihnen, rede tagtäglich mit ihnen und lehre sie Selbst und ziehe sie Selbst. Diese hören allzeit Meine Stimme und erkennen auch diese Stimme als die des rechten Hirten und nicht als die eines Mietlings, der sie nicht folgen, weil sie die Stimme eines feilen Mietlings ist. Diese also sind es denn auch, für die der vorliegende Text gestellt ist.
Ich brauche sonach keine Gelehrten, keine Dichter, keine Bildner und keine Tonsetzer, keine Maschinenerfinder und keine Weltgesetzgeber, sondern nur demütige, Mich liebende Herzen brauche Ich. Wo Ich das finde, da werde Ich auch schon alles andere hinzufügen, und das sicher in besserer Art, als es die Welt erfindet; und dann wird alles eine Wirkung des Heiligen Geistes sein, und es wird keine Waisen in der Welt geben. Aber also sind es nur sehr wenige, deren Ohr für Meine Stimme empfänglich ist.
Ich meine, ihr werdet aus diesem Gesagten wohl sehr leicht begreifen, welche die sind, für die der Text gestellt ist. Dass ihr auch derzeit dazu gehört, beweist, was vor euch liegt. Aber wenn ihr erst vollkommen danach handeln werdet, dann erst wird euch die große Überzeugung von dieser Wahrheit werden. Solches bedenket! Amen.

Quelle: Jakob Lorber, Schrifttexterklärungen Kap. 19


„Was betrübt euch?
Ich werde bei den Meinen verbleiben
bis ans Ende der Zeiten dieser Erde
und für jeden, der an Mich glaubt,
offen halten die Tore zum ewigen Leben in Meinen Himmeln.
Es werden sich zwar Meine Schafe zerstreuen,
so Ich als ihr Hirte geschlagen werde.
Aber Ich Selbst werde sie wieder sammeln,
und es wird zuletzt eine Herde und ein Hirte sein für immerdar.“

Großes Evangelium Johannes Bd. 9, Kap.149



„Diese und alle Welten in ihren Herrlichkeiten werden einst vergehen und zunichte werden – aber aus den Taten der Liebe werden an ihrer Stelle unvergängliche Sonnen und Welten hervorgehen und werden wachsen und herrlicher werden in alle Ewigkeit der Ewigkeiten. Und ihr werdet darinnen schauen die große Herrlichkeit des „neuen Himmels“ und der „neuen Erde“, welche da sein werden und jetzt schon sind: reine, unvergängliche Werke der ewigen Liebe – wie die jetzigen Welten sind Werke des Zornes und seiner tödlichen Macht. Tuet daher Liebe jedermann ohne Unterschied und helfet nach Vermögen jedem, der eurer Hilfe bedarf, so werden eure Werke vollkommen sein und ihr in euren Werken – wie Ich, euer liebevollster Vater im Himmel, vollkommen bin.“
   
                                                                                                 Himmelsgaben Bd. 1, S.368



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