Der Sender und der Gesandte - Einer und Derselbe wie Flamme und Licht - Der Prophet Jakob Lorber

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Der Sender und der Gesandte
– Einer und Derselbe wie Flamme und Licht –


Der Hauptmann „fragte Mich eiligst, sagend: „Herr und Meister, wie sprachst Du nun, dass nur der das ewige Leben der Seele ernten wird, der den Willen dessen tut, der Dich gesandt hat? Wer ist der, der Dich gesandt hat, und wie lautet sein Wille? Erkläre Dich da klarer, ansonsten ich über diesen Deinen Ausspruch in einen offenbaren Zweifel geraten müsste! Denn einmal heißt es, wie ich das aus der Erklärung der Psalmen im Haus unseres Wirtes ersehen habe, dass Du Selbst und allein der Herr bist, und dass der das ewige Leben der Seele überkommen werde, der Deine Lehre annimmt und nach ihr lebt und handelt, und nun sagtest Du Selbst, dass nur der das ewige Leben der Seele ernten wird, der den Willen dessen tut, der Dich gesandt hat! Sieh, das ist nun sehr zweideutig, und ein Mensch wie ich, dem es sicher um das ewige Leben seiner Seele ganz vollkommen ernstlich zu tun ist, wird da offenbar irre und weiß nicht, an wen er sich wenden soll, der ihm den Willen dessen, der Dich gesandt hat, treu und wahr kundtun könnte! Ich bitte Dich darum, dass Du Dich über Deinen Ausspruch nun deutlicher und bestimmter eröffnen möchtest!“
Sagte Ich: „Es ist wohl noch viel Finsternis in euch! Der Mich gesandt hat, ist Mein ewiger Vater und ist in Mir; und so habe denn auch Ich Selbst aus Meiner Liebe zu euch Menschen Mich gesandt in diese Welt, um euch zu bringen und zu geben das ewige Leben. Mein Wort und Meine Lehre, die euch den Weg zum ewigen Leben zeigt, ist aber eben der Wille Dessen, der in Mir ist, und der Mich gesandt hat. Denn der Vater, als die ewige Liebe, ist in Mir, und Ich, als ihr Licht, bin in ihr.
Sieh aber die Flamme der hier auf dem Tisch leuchtenden Lampe an! Kannst du das Licht von der Flamme trennen oder die Flamme vom Licht? Die Flamme aber ist das, was Ich ,Vater‘ und ,Liebe‘ nenne, und das Licht ist ihr Sohn, der von der Flamme ausgesendet wird, um zu erleuchten die Finsternis der Nacht. Sind da nicht die Flamme und ihr Licht ein Wesen? Und ist da nicht die Flamme ebenso im Licht, als das Licht in der Flamme? Wenn aber so und unmöglich anders, so offenbart sich ja des Vaters Wille in dem von Ihm ausgehenden Licht.
Wer sonach in diesem Licht wandelt, der wandelt auch nach dem Willen Dessen, der Mich als Sein Licht in diese Welt gesandt hat; und wer in diesem Licht wandelt, der kann nicht fehlgehen und muss das ewige Leben ernten, weil das Licht, nach und in welchem er wandelt, das ewige Leben selbst ist. Nur wer dieses Licht verlässt und in der eigenen Weltnacht von neuem zu wandeln beginnt, der kann so lange nicht das ewige freie Leben der Seele ernten, als er nicht in das Licht des Lebens übergeht.”

Jakob Lorber, Großes Evangelium Johannes Bd. 8, Kap. 138, V. 8 ff.

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