Wie der himmlische Vater gratuliert - Der Prophet Jakob Lorber

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Gratulation
- Wie der himmlische Vater gratuliert -


Schreibe nur, denn was du möchtest, das habe Ich schon seit gar lange her bestimmt.
Höre Mich an, mein geliebter K.! – Auf der Welt ist es unter euch üblich, dass ihr euch zu euren Geburts- und Namenstagen mit allerlei Glückwünschung gegenseitig entgegenkommt, gegenwärtig leider bei weitem mehr mittelst der sogenannten Besuchskarten als mittelst wahrer, liebeerfüllter Herzen!
Auch die Kinder sagen ihren Eltern Verse auf, und das nicht selten in einer fremden Sprache, die gewöhnlich die Kinder noch gar nicht recht verstehen, mitunter wohl auch so manche Älteren nicht. Was dabei die englisch oder französisch gratulierenden Kinder während ihres marterlichen Versaufsagens empfinden, dürfte wohl demjenigen Urstoff gleichkommen, von dem man sagt, dass Ich aus ihm die Welt erschaffen habe. So sind die Gratulanten selten der gerührte Teil beim Akt des Gratulierens, da sie diesen Akt allzeit mehr aus einer gewissen Pflicht als aus irgendeinem liebelebendigen Grund begehen. Nur die Gratulierten sind gewöhnlich auch die Gerührten. Und die Eltern rühren nach dem Anhören einer nicht selten echt türkischen Ode oder gar Dithyrambe in französischer oder englischer Zunge ihren Daumen und Zeigefinger, wodurch dann erst die Herzen der Kinder gerührt werden.
So auch gratulieren nicht selten die Armen ihren wohlhabenden Wohltätern aus lauter Rührung, aber nicht etwa des Herzens, und beten gar oft um die Erhaltung und Gesundheit solcher Wohltäter, aber nicht aus freier, sondern aus Notliebe.
So wird denn so in der Welt gewöhnlich gratuliert an den vorbestimmten Geburts- und Namenstagen! Daneben stelle denn aber nun auch Ich für Mich die Frage: Wie soll denn Ich, als euer aller Vater, euch, Meinen Kindern, gratulieren? Etwa mittelst nicht ganz leerer Visitenkarten? – Das tue Ich wohl täglich, aber man achtet wenig darauf. Sieh, die Blüten, das Laub der Bäume, all das Gepflanze der Erde, die Sterne der Nacht, der Mond, die aufgehende Sonne, wie nun auch die große geistige, das sind alles Gratulationsbillete von sehr viel bedeutenderer Art, als da sind die eurigen aus gepressten Papierschnitzeln. Allein die Kinder halten wenig darauf. Rühr' Ich dabei nicht auch den „Daumen“, so haben diese Meine Billete keinen Wert.
Ich tu wohl, was da die Eltern tun, so sie von ihren Kindern beglückwünscht werden oder so sie selbst ihren Kindern Glück wünschen. Aber dennoch entdecke Ich nie oder nur sehr selten eine wahre, freie Liebe in Meinen Kindern, sondern zumeist nur eine Notliebe, bei der die Kinder allzeit mehr auf Meinen Daumen als auf Mein Herz ihre Augen heften!
Ich sehe wohl, dass die Kinder dadurch in der wahren, freien Liebe verlieren, und dennoch tu Ich nach dem Wunsch der Kinder, auf dass sie durch Meine freigebige Liebe zur wahren, freien Liebe zu Mir sollen erweckt werden.
Und so denn komme Ich nun auch zu dir, du Mein lieber Sohn, als Vater mit starker Herzens- und zugleich Daumen- und Zeigefingerrührung, da ohne diese letztere Meine sonstigen großen Visitenkarten von keinem großen Wert sind.
Ich, dein heiliger Vater, rühre somit den „Daumen und Zeigefinger“ und segne dich mit dem Daumen Meiner Kraft und Stärke, auf dass du stark werden möchtest in der Liebe wie im Glauben, und mit dem Zeigefinger, um dir den rechten Weg zu zeigen, der dich führen soll in Meine Wohnung, in dein ewiges, endlos großes, heiliges Vaterhaus.
Nehme sonach diese Meine Gratulation als eine ewig lebendigwahre an! Denn Ich, dein heiliger Vater Jesus, gebe sie dir.
So ihr euch aber untereinander gratuliert, da wascht euch untereinander die Füße, wie Ich, euer Vater, euch täglich die Füße wasche, d.h. tut euch gegen-seitig Gutes, geistig und körperlich, so werde Ich allzeit bei euch sein mit Rührung des Herzens, des Daumens und des Zeigefingers. Und Meine Sonne wird euch erleuchten und erwärmen als eine große und lebendige Visitenkarte. Amen. – Das sage Ich, euer Vater Jesus! Amen.


Jakob Lorber am 3. November 1843,  Himmelsgaben, Bd.2, S.242.


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