Wahre, lebendige Wissenschaft - Der Prophet Jakob Lorber

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Wahre, lebendige Wissenschaft


So schreibe nur, was du schreiben möchtest. Schreibe, dass Ich dem A. sagen lasse, dass da des Leibes Geburtstag so manches besagt, was der Mensch in seinem Weltleben nicht erfassen kann, solange er nicht vollends ins geistige Leben übergegangen ist. Sollte Ich es hier etwa völlig kund geben? Das würde wenig nützen, denn alle äußere Wissenschaft belebt den Geist des Menschen so wenig, wie da die äußere Luft die Organe der Lunge belebt, so sie nicht eingeatmet wird, oder wie wenig da das alleinige Anschauen von allerlei Speisen einen hungrigen Magen sättigt.
Wer demnach wahrhaft geistig gesättigt werden will, der muss die Speisen werktätig in sich aufnehmen, damit durch die stets rege innere Tätigkeit der Geist sich übe, dadurch kräftige, stärke, dann durch diese beständige Tätigkeit sich erwärme, erhitze und endlich erbrenne. Wenn solches da ist geschehen, dann hat auch der Mensch die wahre, lebendige Wissenschaft überkommen, durch welche er in alle Weisheit geleitet werden kann.
Dass unter dem Erhitzen und Erbrennen die Liebe zu Mir, und unter dem Er-wärmen aber die Liebe zum Nächsten verstanden wird, braucht kaum erwähnt zu werden. Es steht aber ja schon im Wort: So du den Nächsten, den Bruder, nicht lieben kannst, den du siehst, wie willst du dann Gott lieben, den du nicht siehst? Heißt das nicht ebenso viel, als so Ich sagen möchte: Wenn da ein Ding, zum Brennen tauglich, nicht erwärmt ist, wird es ohne die nötigst vorhergehende Erwärmung erhitzt werden? Und wie ohne Erwärmung und Erhitzung dann erst erbrennen zum Licht des inneren Lebens? Und daraus zur inneren lebendigen Wissenschaft und daraus hervorgehenden Weisheit? Man wird sagen, das Pulver entzündet sich doch sicher ohne vorhergehende Erwärmung und Erhitzung, und der Blitz zuckt aus kalter Luft und eisiger Wolke hervor. O ja, sage Ich, aber es ist mit dem Licht des entzündeten Pulvers wie mit dem Blitz eben nicht viel geholfen, da keines für die Dauer taugt, und zudem noch diese beiden Schnellentzündungen allzeit verheerend und zerstörend sind. Was immer plötzlich geschieht oder entsteht, vergeht gewöhnlich wieder so, wie es entstand, und lässt sicher nichts als nur die arge Wirkung zurück, wo nicht für bleibend den Tod! Daher gehört zum wahren wohltätigen Erbrennen die gerechte Erwärmung und Erhitzung zum Voraus, ohne die es nie zu einer inneren Erbrennung und dadurch zum wahren bleibenden Licht kommen kann.
Werde daher auch du, Mein lieber A., vollends warm und erhitzt, so wirst du die heilige Wirkung des inneren Erbrennens bald gewahren; aber das Welteis, was da sind die weltlichen Sorgen, musst du aus dir schaffen, sonst wird es mit dem Erwärmen und Erhitzen nicht gut vorwärts gehen; denn, glaube es Mir: Weltsorgen, welcher Art sie auch sein mögen, und Weltschätze sind pur Eis für den Geist, und des Verstandes Wissen allein ist des Geistes Knechtschaft und Sklaverei. Werde aber gleich dem Kaufmann, der alle seine Schätze für eine echte und schwere Perle hintan gab, so wirst du am Glanz dieser Perle das heilige Morgenrot des ewigen Lebens in dir erschauen. Glaub es Mir, dass es so ist, denn Ich, dein Heiliger Vater, gebe dir ja solches kund, für deine Geburtsstund‘ aus Meinem Mund. Amen.


Jakob Lorber am 4. November 1842, Himmelsgaben Bd.2, S.140.


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