Jakob Lorber - Zeugung und Entwicklung des Kindes - Der Prophet Jakob Lorber und seine Verkündungen ... Jakob Lorber

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Jakob Lorber - Zeugung und Entwicklung des Kindes

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„Seht zu, so Ich euch ein rechtes Licht hierin gebe,
dass ihr getreue Hirten werdet eurer kleinen Herde,
die euch gegeben wurde aus der Tiefe,
damit ihr sie bringt zur Höhe aller Demut und
dadurch auf den Weg alles Lebens
durch das leuchtende Feuer Meiner Liebe.“

[HiG.01_40.06.08,01]

1.Zeugung und Entwicklung des Kindes
1.1. Allgemeines
1.2. Das Wesen des Menschen
1.2.1. Der Leib
1.2.2. Die Seele
1.2.3. Der Geist
1.3. Der Akt der Zeugung
1.4. Die Schwangerschaft
1.4.1. Entwicklung des Kindes im Mutterleib
1.4.2. Verhaltenswinke für die werdende Mutter
1.5. Die Geburt des Kindes
1.5.1. Ausgeburt des Kindes
1.5.2. Weitere Entwicklung des Kleinkindes
1.5.3. Geistige Entwicklung des Kindes

1. Zeugung und Entwicklung des Kindes

1.1. Allgemeines
„Und Gott schuf den Menschen ihm zum Bild, zum Bild Gottes schuf er ihn; und schuf sie einen Mann und ein Weib. Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan.“ [1. Mo 1, 27-28]

„Zeugt aus euch wahre, lebendige Früchte der reinen Liebe! Fern sei eurem Leib die stumme Befriedigung dessen, daran das Fleisch und somit auch die Sünde hängt, – so werdet ihr stets wandeln wahrhaft und getreu vor Mir; wer aber da wohltut seinem Fleisch, es nährt über das gerechte Maß und es dann durch alle Wollust sucht zu ergötzen, der nährt seine eigene Sünde und räumt durch die Wollust des Fleisches dem ewigen Tod alle Gewalt über sich ein. Daher bezähmt allzeit eure Begierden, so es nicht Zeit ist, dass ihr Mir zeugt eine lebendige Frucht*; wenn es aber Zeit ist, dann ruft zu Mir, damit Ich euch halte, wenn ihr der Sünde ein Opfer bringt, und ihr darum nicht fallt, sondern bleibt in Meiner Gnade.“ [HGt.02_089,03-04]

* "Also bleibe es bei einem Weib, und dieses tut genug, wenn es alle drei Jahre nur eine Frucht ausreift". [HGt.03_063,15]

„Was da die naturmäßige Zeugung betrifft, die der Mensch zumeist mit den Tieren gemein hat, so kann diese nicht umgeändert werden im Allgemeinen, wohl aber in ganz besonderen, geistig ausgezeichneten Fällen. Denn durch die fleischliche Zeugung, wie sie besteht, wird der der Geist, noch die Seele gezeugt, sondern allein ein fleischlicher Leib, welcher im Mutterleib vorerst vollends ausgebildet werden muss, bevor er zur Aufnahme der Seele und diese dann zur Aufnahme des Geistes befähigt wird; und so hat alles seinen guten Grund und besteht aus seiner guten Ordnung. – Das Fleisch zeugt das Fleisch, die Seele die Seele und der Geist den Geist! […] Siehe, darum ist somit die Fleischliebe und die ihr entsprechende Zeugung ja ebenso gerecht wie die des Geistes und die der Seele, wenn sie geschieht in Meiner gesetzten ewig bestehenden Ordnung. Ist sie aber der entgegen, dann ist sie eine Zeugung des Todes statt des Lebens und ist daher eine grobe Sünde, weil durch sie das Leben der Seele und des Geistes sogar untergraben und verstört wird. Solches also versteht auch alle wohl, und tut danach, so werden alle eure Zeugungen gerecht sein und Mir wohlgefällig! Amen.“ [HGt.02_133,08-09+21-23]


1.2. Das Wesen des Menschen
Der Mensch besteht aus einer Dreiheit von einem Leib, der seine äußere Form ausmacht, einer Seele, die diese Form und deren Organismus belebt, und einem Geist aus Gott, welcher der Seele den Verstand, den Willen und jegliche Kraft gibt (RB.02_270,08-09; GEJ.08_024,12-14).

1.2.1. Der Leib
„Der Leib, wie er ist, könnte für sich als eine tote Materie weder etwas sehen noch hören, fühlen, riechen und schmecken ohne eine lebendige Seele in sich. Er ist also nur ein notdürftiges Werkzeug der Seele, so gebaut und wohl eingerichtet, dass sich die Seele seiner für die Außenwelt bedienen kann. Sie kann also mittels des Leibes nach außen hinaus schauen, hören und empfinden Widriges und Angenehmes. Sie kann sich von einem Ort zum anderen bewegen und kann mit den Händen mannigfache Arbeiten verrichten.“ [GEJ.07_058,03]

1.2.2. Die Seele

Das Wesen der Seele
„Die Seele ist das Aufnahmeorgan für alle endlos vielen Ideen des Urgrundes, aus dem sie wie ein Hauch hervorgegangen ist. Sie ist der Träger der Formen, der Verhältnisse und der Handlungsweisen. Alle diese Ideen, Formen, Verhältnisse und Handlungsweisen sind in ihr in kleinsten Umhüllungen niedergelegt. Ein gerechtes Maß von allem dem in ein Wesen zusammengefasst bildet eine vollkommene Menschenseele. Weil die Seele aber eben ein Kompendium von einer zahllosen Menge verschiedenartiger substanzieller Intelligenzpartikeln ist, so kann sie als ein Zusammengesetztes auch wieder getrennt werden in ihren Teilen, gleichsam wie die Luft, die zwar auch ein Kontinuum bildet und darstellt, aber dennoch einer unendlichen Trennung fähig ist.“ [Er.01_052,04-05]

Die Herkunft der Seele
„Siehe, das Hineinlegen des gesunden, schönen Samens bedeutet entsprechend das erste Werden des Menschen! Es ist gleich dem Eingefleischtwerden der an und für sich schon ganz ausgebildeten Seele, deren vorleiblicher Aufenthalt die Luft, besonders in der Mittelregion der Berge, ist, wo gewöhnlich die Baumregion aufhört, bis zur Schnee- und Eisregion hinauf. Wenn eine einmal ganz beisammenseiende Seele die gehörige planmäßige Konsistenz in der Luft erreicht hat, so steigt sie tiefer und tiefer bis zu den Wohnungen der Menschen herab, bekommt dann aus dem Außenlebensätherkreis, den ein jeder Mensch um sich hat, eine gewisse Nahrung und bleibt, wo sie angezogen wird durch die Homogenität (Gleichartigkeit) ihres Wesens. Wenn dann irgend Gatten sich durch den Naturtrieb genötigt fühlen, eine Begattung zu begehen, so erhält eine solche vollreife und dem Gattenpaar zunächststehende freie Naturseele aus dem Außenlebensäther eine momentane Kunde, oder sie wird durch die vermehrte Kraft des Außenlebenskreises der Gatten als homogen angezogen, tritt mit einem gewissen Zwang während der Begattungshandlung in den Strom des Mannes und wird durch diesen in ein kleines Ei gelegt, was man die Befruchtung nennt. Und siehe, von da an gleicht die Lebensseele dann schon dem Samenkorn, das irgend ins Erdreich gelegt ward, und macht im Mutterleib alle die Stadien entsprechend durch bis zur Ausgeburt in die Welt, die das Samenkorn in der Erde durchgemacht hat, bis es den Keim treibt über den Erdboden! Von da an beginnen dann die verschiedenen Stadien der zuerst äußeren und hernach der inneren Bildung.“ [GEJ.02_216,02-05]

„Die Erde ist die Trägerin von zweierlei Arten von Menschen. Die eine und bessere Art stammt von oben, ursprünglich schon, darunter zu begreifen sind die Kinder Gottes. Die andere und eigentlich schlimme Art aber stammt pur von dieser Erde ab; ihre Seele ist gewisserart eine Zusammensetzung von einzelnen Lebensteilchen, die, vom Satan genommen, in der Masse des Erdkörpers als Materie gefangen gehalten werden, von dieser dann durch die Pflanzenwelt in die Tierwelt übergehen, sich durch die vielen Stufen der Tierwelt endlich dann als eine Potenz, bestehend aus zahllosen Urseelenteilchen, zu einer Weltmenschenseele ausbilden und bei den besonders ungesegneten Zeugungen in den Leibern der Weiber Fleisch annehmen und weiter, gleich wie die Kinder des Lichts aus der geistigen Sphäre der Himmel, in diese Welt geboren werden.“ [GEJ.02_169,03]

Es „kann aber auch nur eine solche Seele auf dieser Erde eingefleischt werden, die entweder aus einer Sonne, in der noch alle Urelemente beisammen sind, herstammt, alldort aber schon einen Fleischweg durchgemacht hat und somit alle jene Seelenintelligenzspezifika in sich fasst, die für die Vollendung eines höchsten Geisteslebens nötig sind, – oder eine Seele stammt unmittelbar von dieser Erde und hat zuvor alle die drei sogenannten Naturreiche durchgemacht von der plumpsten Steinmaterie durch alle Mineralschichten, von da durch die gesamte Pflanzenwelt und zuletzt durch die ganze Tierwelt im Wasser, auf der Erde und in der Luft.“ [GEJ.04_106,05]

„Die puren Erdkinder aber, wie ihr es aus Meinen Erklärungen schon oft vernehmen und wohl einsichtlich verstehen konntet, sind seelisch und auch leiblich aus der gesamten organischen Schöpfung dieser Erde zusammengesetzt. Dafür liefert schon die höchst verschiedene Nahrung für den Leib, die ein Mensch zu sich nimmt, den Beweis, während ein Tier in der Wahl der Nährkost sehr beschränkt ist. Damit aber der Mensch allen Intelligenzpartikeln, aus denen seine Seele besteht, aus den zu sich genommenen natürlichen Nährstoffen eine entsprechende Seelennahrung zuführen kann, kann er eben auch so verschiedenartige Nahrungsteile aus dem Tier-, Pflanzen- und auch Mineralreich zu sich nehmen; denn der substantielle Formleib der Seele wird gleich wie der Fleischleib aus der zu sich genommenen Naturkost genährt und ausgereift.“ [GEJ.04_151,07]

Ein Beispiel, wie aus verschiedenen Tierseelen eine Menschenseele wird, s. hier

„Da aber hier allein die wahre und einzige Kindschaft Gottes zu erreichen ist, was alle reinen Urgeister in der ganzen Unendlichkeit gar wohl wissen und tiefst erkennen, so könnt ihr es euch wohl vorstellen, dass gar viele Geister mit Seelen aus anderen Weltkörpern auch zu dem Behuf auf diese Erde kommen, um eine fremdweltliche Seele auch in der Materie dieser Erde durchgären zu lassen. Nun, vielen gelingt es beim ersten Versuch, und gar vielen nicht! So die fremde Seele in dem Leib aus dieser Erde denn durchaus schon gleich zu Anfang ihres Eintritts in dieser sie sehr drückenden Materie nicht bestehen kann, nun, so wird sie von ihrem Geist gleich wieder dahin gebracht, von wo sie gekommen ist.“ [GEJ.05_188,14]

Woher die Ähnlichkeit des Kindes mit seinen Eltern kommt
„Eine solche Seelenteilung geschah auch bei der Erschaffung des ersten Menschenpaares, da aus einer Seele zwei wurden. Denn es heißt nicht, dass der Schöpfer auch der Eva einen lebendigen Odem in ihre Nüstern blies, sondern die Eva ging samt Leib und Seele aus dem Adam hervor; und in diese zweite Seele wurde auch ein unsterblicher Geist gelegt, und so wurden aus einem Menschen und aus einer Seele zwei und waren dennoch ein Fleisch und eine Seele. Eine solche Seelenteilung kann man auch an den Kindern der Eltern gar leicht erkennen; denn dass die Seele der Kinder auch zum Teil aus der Seele der Eltern genommen ist, beweist die physiognomische Ähnlichkeit der Kinder mit den Eltern. Was darin fremdartig ist, das bleibt fremdartig und physiognomisch unähnlich den Zeugern; was aber aus den Zeugern ist, das spricht sich ebenbildlich durch das Ebenbildliche mit den Zeugern sympathetisch aus, und die Eltern erkennen daran ihre Kinder.“ [Er.01_053,04]

„Wisst ihr, woher eure Kinder sind? Wisst ihr, wo sich ihr geistiges und ihr seelisches Prinzip ehedem aufgehalten hat, bevor sie euch aus den Weibern sind geboren worden? Ihr sagt: Solches wissen wir durchaus nicht. Ich frage euch aber wieder und gebe euch dadurch ein neues Stößchen: Wie erkennt ihr demnach die geborenen Kinder als die eurigen und wie die Kinder euch als ihre Eltern? Diese Frage sollte euch schon so einen recht starken Wink geben. Ist es nicht die Liebe, die euch die Kinder gibt? Werden sie nicht in der Liebe empfangen? Seht, wenn das Kind zur Welt geboren wird, da umfassen es die Mutter und der Vater sogleich mit großer Liebe, und das ist schon die erste Taufe. Hat das Kind auch noch keinen Namen, so hat es aber doch ein Zeichen glühend in die Herzen der Eltern eingegraben, welches unauslöschlich ist. Dieses Zeichen ist nichts anderes als die Liebe. Durch diese Liebe wächst die beiderseitige Erkenntnis und Bekanntschaft immer größer, sie entfaltet sich immer mehr und mehr, wird am Ende so intim, stark und mächtig, dass ihr euer Kind unter jeder Zone sobald erkennen werdet, und das Kind wird dasselbe ganz sicher imstande sein, besonders wenn es nota bene in irgendeiner kleinen Not steckt.“ [GS.02_014,13]

1.2.3. Der Geist

Das Wesen des Geistes
„[…] denn damit eben das Geistessein nicht fortwährend ein an und in den Urgeist der ewigen und unendlichen Gottheit schroffst gebundenes bleibe, hat eben die Gottheit Selbst zwischen Sich und den Mensch werden sollenden Geist die Materie gestellt, dass der ursprünglich göttliche Menschgeist, so er zu einer gottähnlichen Selbständigkeit gelangen will, sich aus den mehr ätherisch-seelischen Teilen ein ihm ähnliches Wesen schaffe, es mit einer substantiellen, aber dennoch auch geistig-intelligenten Seele belebe und diese dann ganz unvermerkt fortbilde in der möglichsten Freiheit ihres Willens.“ [GEJ.05_184,03]

Das Wirken des Geistes
„Der Geist ist in sich zwar keine Form, aber er ist eben dasjenige Wesen, das die Formen schafft; und erst, wenn die Formen geschaffen sind, kann er in eben diesen geschaffenen Formen selbst als Form wirkend auftreten, – was ebenso viel sagen will als: Jede Kraft, wenn sie sich als solche beurkunden soll, muss sich eine Gegenkraft stellen; erst zufolge dieses geschaffenen Stützpunktes kann die Kraft ihre Wirkungen äußern und zur Erscheinlichkeit bringen. Der Geist ist demnach gleich dem Licht, welches in sich selbst zwar ewig Licht bleibt, aber als Licht so lange nicht bemerkbar auftreten kann, solange es keine Gegenstände gibt, die es erleuchtete. Das Licht geht, wie ihr z.B. auch schon bei der Sonne seht, fortwährend gleichmäßig von ihr aus; aber ohne Gegenstand kann kein Auge sein Dasein merken. Eine mondlose Nacht hat ebenso viel von der Sonne ausgehendes Licht als eine mondhelle; aber im ersten Fall hat das Licht keinen Gegenstand droben im hohen Äther, und darum merkt es niemand, dass es vorhanden ist. Steht aber der Mond als ein tüchtiger Körper zur Nachtzeit im hohen Äther, da wird das ausgehende Sonnenlicht gleich sehr gewaltig wahrgenommen, und jedermann, der nur einigermaßen mit der Sternkunde vertraut ist, wird es leicht merken, wie und woher der Mond von der Sonne beschienen wird. […] Nun wisst ihr auch, was so ganz eigentlich der Geist ist: Er ist das Licht, welches aus seiner eigenen Wärme sich von Ewigkeiten zu Ewigkeiten erzeugt, und ist gleich der Wärme die Liebe und gleich dem Licht die Weisheit. So ein Mensch auch eine noch so vollkommene Seele hat, hat aber wenig oder gar kein Licht, so wird er in seiner Seele und auch in seinem Leib wenig oder gar keine Tätigkeit besitzen. Kommt aber in diese Seele Licht, so wird sie tätig nach dem Maß des Lichts in ihr. Die Seele z.B. eines Kretins ist in sich ebenso vollkommen als die eines Doktors der Philosophie; aber der Leib dieser Seele ist zu plump und schwer und lässt nur äußerst wenig oder gar kein Licht in die Seele, – oder der Lichtfunke, der in die Seele gelegt ist, kann nicht auflodern, weil er zu sehr gedrückt wird von der plumpen Fleischmasse. Die Seele eines Philosophen aber lässt viel Licht durch; die Fleischmasse ist durch das viele Lernen lockerer geworden und drückt nicht so sehr die geistige Flamme auf einen Punkt zusammen. Aus diesem Grund wird man im ersten Fall entweder gar keine oder nur sehr wenig Tätigkeit finden; im zweiten Fall aber wird das erleuchtete Individuum vor lauter Tätigkeit fast keine Rast und Ruhe haben. Es ist hier freilich noch nicht von der Weisheit die Rede, wo in der Seele alles licht wird, sondern es ist hier nur die Rede von wenig oder gar keinem Licht und von mehr und viel Licht, daraus sich auch schon ganz klar ersehen lässt, dass ohne Geist oder Licht alles tot und keiner weiteren Entwicklung und Vervollkommnung fähig ist, während im Licht alles lebendig tätig sich ausbildend und vervollkommnend wird. Licht hat für sich sicher ebenfalls keine Form; aber es schafft die Formen und wirkt dann selbst als Form in den Formen. Die Formen können getrennt oder zusammengebunden und neue Formen zahllosartig gestaltet werden; das Licht aber kann nicht getrennt werden, sondern es durchdringt alles ohne Unterbrechung, was fürs Licht aufnahmefähig ist; was aber fürs Licht nicht aufnahmefähig ist, das bleibt in sich finster und tot, – denn ein lichtloser Zustand der Seele ist ihr Tod. Es versteht sich nämlich von selbst, dass hier von dem ewigen, gleichen Licht die Rede ist, welches allein das Leben bedingt, und nicht von einem Schuss-, Blitz-, also Zornlicht, welches nur auf Augenblicke eine zweifelhafte Erleuchtung gibt; wann es aber aufhört, dann wird es zehnfach finsterer denn vorher. Ein solches Licht ist gleich dem höllischen Licht. Da gibt es auch solche Aufloderungen; aber nach jeder gibt es allzeit eine zehnfach größere Finsternis.“ [Er.01_052,09-12+14-20]

1.3. Der Akt der Zeugung
„Und nun sieh her! Da vor der Tür steht schon eine Menschengestalt, wie die eines Kindes, und wartet, bei einer nächsten Zeugung in den Leib einer Mutter aufgenommen zu werden. Und hinter dieser Seelenerscheinung siehst du eine Lichtgestalt; das ist schon dieser Seele jenseitiger Geist, der dafür Sorge tragen wird, dass diese – gegenwärtig noch – Naturseele bei der allernächsten Gelegenheit in einem Mutterleib versorgt wird.“ [GEJ.10_185,04]

„Was die materielle Zeugung betrifft, so unterscheidet sie sich von der gemeintierischen wenig oder gar nicht; der Unterschied liegt mehr im Inneren. Die Seele muss natürlicherweise schon vor der Zeugung komplett da sein, d.h. sie muss alle substanziellen Spezifika in sich vereinen, welche sonst im ganzen Universum verteilt sind und ihr von allen Seiten zugeführt werden. Ein solches vollkommenes substanzielles Spezifikalkompendium ist dann schon die Seele; nur sind die Spezifika in ihr gewisserart chaotisch so untereinander gemengt, dass man allenfalls sagen könnte: Die Seele ist vor der Zeugung ein Knäuel, ein sogenannter gordischer Knoten, der erst entwirrt werden muss, um zu einer Form zu gelangen. Die Entwirrung dieses Knotens beginnt eben mit dem Akt der Zeugung; denn da wird dieser gordische Seelenknoten in den Mutterleib getrieben und umhülst.“ [Er.01_050,02-04]

„Wenn dann irgend Gatten sich durch den Naturtrieb genötigt fühlen, eine Begattung zu begehen, so erhält eine solche vollreife und dem Gattenpaar zunächst stehende freie Naturseele aus dem Außenlebensäther eine momentane Kunde, oder sie wird durch die vermehrte Kraft des Außenlebenskreises der Gatten als homogen angezogen, tritt mit einem gewissen Zwang während der Begattungshandlung in den Strom des Mannes und wird durch diesen in ein kleines Ei gelegt, was man die Befruchtung nennt. Und siehe, von da an gleicht die Lebensseele dann schon dem Samenkorn, das irgend ins Erdreich gelegt ward, und macht im Mutterleib alle die Stadien entsprechend durch bis zur Ausgeburt in die Welt, die das Samenkorn in der Erde durchgemacht hat, bis es den Keim treibt über den Erdboden!“ [GEJ.02_216,04]

„[…] im Entstehen durch die Zeugung wird nur das alleinige Wesen des Leibes konstruiert. […] [Es gibt] in der Gegend der Magengrube ein für eure Augen nicht wahrnehmbares, vom Zeuger herrührendes Bläschen, darin die Substanz der Seele enthalten ist […]“ [HiG.03_40.06.17,03]

Vom geheiligten Ernst des Zeugungsakts
„Wenn das Leben eines Menschen kein tändelnder Scherz, sondern ein sehr geheiligter Ernst ist, so kann auch der Entstehungsakt desselben durchaus keine Tändelei, sondern auch nur ein sehr geheiligter Ernst sein. Fasse den Grund recht, und es wird dir darauf bald von selbst alles klar werden! Die wohltuenden Empfindungen des Aktes selbst sollen nicht der Beweggrund zum Akt sein, sondern allein, dass ein Mensch gezeugt werde! Fasst du das, so wirst du bald finden, dass die wohltuenden Empfindungen nur begleitende Erscheinungen sind, durch die das Werk der Menschwerdung in der Natur des Fleisches ermöglicht wird. Drängt dich der Hauptgrund, so gehe und handle, und du hast keine Sünde! Aber es ist dabei dennoch so manches in eine ordnungsmäßige Berücksichtigung zu ziehen.“ [GEJ.03_215,01-03]

„Achte die zeugende Kraft in dir wie die aufnehmende im Weib; denn siehe, Gott, dein Herr, hat dieses allmächtige Fünklein aus Seiner höchsten und tiefsten Liebe in dich gelegt. Missbrauche daher nie diese heilige Kraft Gottes in dir und zerstreue sie nicht vergeblich; so wirst du ein allzeitiger Mehrer deines eigenen Lebens und des Lebens deiner gezeugten Kinder sein.“ [GS.02_048,14]

„Ist denn nicht der Mensch der Kulminationspunkt aller Schöpfung?! – So er aber das doch unleugbar ist, kann da seine Zeugung ein gleichgültiger Akt sein?! Die Zeugung der Tiere ist eine gerichtete und kann darum nicht anders als in der strengsten Ordnung verrichtet werden. Die Zeugung des Menschen aber ist eine freie; durch sie soll schon der erste freie Same in den Embryo gelegt werden, aus dem wieder ein freier Mensch hervorgehen soll. Wie soll aber dieser heilige Zweck erreicht werden, so mit diesem allerersten und allerwichtigsten Akt, bei dem es sich um das Allerhöchste handelt, die barste Schindluderei zu treiben gestattet wäre?! Durch Pissen und Kotlassen wird nichts erzeugt; aber bei dem Akt der Zeugung handelt es sich um die Werdung des Kulminationspunktes der ganzen Schöpfung! Es handelt sich um das Wunder aller Wunder; um einen freien Menschen handelt es sich, der berufen ist, für ewig als ein Gott mit Gott zu leben und zu verrichten Gottes Taten! Solch ein Akt, solch ein großer Akt sollte unter gar keiner Regel, in gar keiner Ordnung ausgeübt werden?! – O du kurzsichtiger Menschenverstand, der du dich gesund nennst und bist dennoch über und über voll Beulen und Geschwüren. Die Ehe ist ja eben die erste Ordnung, in der die Menschheit gezeugt werden muss, so sie je in eine höhere Ordnung eingangsfähig werden soll! Die Ehe ist eine freie Einung zweier Herzen, zweier Seelen, zweier Geister, aus welcher einst die große Einung in Mir und mit Mir Selbst hervorgehen soll als ein Endzweck alles Seins. Wie und wann aber sollte das erreicht werden, wenn dazu nicht der erste Same durch eine wohlgeordnete, rechte Ehe und durch die durch sie bedingte geordnete Zeugung gelegt werden soll?! Also fasse es, wer es fassen kann! – Durch Unzucht, Geilerei und Hurerei des Fleisches, also durch Ehebruch aller Art, kann für Gott keine Frucht gezeugt werden! – Darum ist derlei Sünde über Sünde! Denn Ich, Gott der Herr, bin die allerhöchste und vollkommenste Ordnung und kann daher nicht zugeben, dass der Mensch, als der Schluss all Meiner Schöpfung, gleich den Fröschen in stinkenden Pfützen gezeugt werden soll! Das fasse, wer es fassen kann! Amen.“ [HiG.02_47.06.10,12-19]

„Sorgt darum vor allem, dass dieses Laster [der Unzucht] nirgends einreiße, und die Eheleute sollen nur so viel tun, als da zur Zeugung eines Menschen unumgänglich notwendig ist! Wer sein Weib stört während ihrer Schwangerschaft, der verdirbt die Frucht schon im Mutterleib und pflanzt derselben den Geist der Unzucht ein; denn welch ein Geist die Gatten nötigt und reizt, sich über die natürliche Gebühr zu beschlafen, derselbe Geist geht dann potenziert in die Frucht über. Daher soll auch bei der Zeugung dieses wohl und sehr gewissenhaft beachtet werden, dass erstens die Zeugung nicht aus gemeiner Geilheit verübt werde, sondern aus wahrhafter Liebe und seelischer Neigung, – und zweitens, dass das einmal empfangen habende Weib noch gut sieben Wochen nach der Ausgeburt ihrer Frucht in der Ruhe ungestört belassen werde! Kinder, auf diese ordentliche Art gezeugt und im Mutterleib ungestört ausgereift, werden erstens schon seelenvollkommener in die Welt kommen, weil die Seele in einem vollkommen ausgebildeten Organismus doch sicher eher und leichter für ihren geistigen Herd sorgen kann als bei einem ganz verdorbenen, an dem sie gleichfort zu bessern und zu flicken hat; und zweitens ist sie selbst reiner und heller, weil sie nicht von den geilen Unzuchtsgeistern, die durch die oft täglichen geilen Nachzeugungen in des Embryo Fleisch und auch Seele hineingezeugt werden, verunreinigt ist. Wie leicht kann solch eine Seele ihr Gemüt schon in der zartesten Kindheit gleich einem Samuel zu Gott erheben aus wahrer kindlicher, allerunschuldigster Liebe! Und welch eine herrliche Urlebensgrundzeichnung wird auf diese Weise aus der wahren Gemütstiefe dem jungen, zarten Gehirn vor jeder materiellen Zeichnung ganz licht und hell eingeprägt, aus welchem Licht sich dann ein Kind die später kommenden Bilder aus der materiellen Welt in der rechten Bedeutung und Beziehung erklären wird, weil diese Bilder auf einen lichtvollen und lebenswahren Grund gewisserart eingepflanzt werden und erweitert und wie in ihre Einzelteile zerlegt und, als durch und durch besterleuchtet, von der Seele auch leicht durch und durch beschaut und begriffen werden. Bei solchen Kindern fängt sich schon frühzeitig eine Außenlebenssphäre zu bilden an, und sie werden bald und leicht hellsehend, und ihrem Willen wird sich alles in Meiner Ordnung Seiende zu fügen anfangen. – Was sind dagegen die schon im Mutterleib verdorbenen Kinder? Ich sage es euch: Kaum mehr als scheinbelebte Schattenbilder des Lebens! Und was ist hauptsächlich daran schuld? Das, was Ich euch bisher sattsam als Folge der Geilheit gezeigt habe!“ [GEJ.04_231,03-08]

Folgen unordentlicher Zeugung:
„Siehe, zu gleicher Zeit aber werden auch von der Hölle schon bei der Zeugung, besonders wenn diese als sündhaft auf rein tierische Befriedigung abgesehen war, eine Menge höllischer Liebe-Bläschen in der Gegend des Wanstes und der Geschlechtsteile gelegt, welche dann auch mit Meiner Liebe fast zu gleicher Zeit ausgeboren werden – wie die Raupen im Frühjahr, wenn die Wärme der Sonne kommt, so auch diese Brut durch die aufgehende Wärme Meiner göttlichen Liebe im Geist des Menschen.“ [HiG.03_40.06.17,13]

„Diese Naehme wurde nun das Weib ihres Bruders, der mit ihr sieben Söhne zeugte, welche sehr plump und unförmlich aussahen und hatten viele Ähnlichkeit mit euren sogenannten Trotteln. Die Ursache davon aber war, dass Naehme sich nach dem Willen des Vaters zu oft musste gebrauchen lassen zu rein unzüchtigen Zwecken der Herrschsucht wegen, denn dadurch wurde wieder alles Männervolk dem Lamech untertänig.“ [HGt.01_038,07]

1.4. Die Schwangerschaft

1.4.1. Entwicklung des Kindes im Mutterleib

Die Seele erbaut sich ihren Leib
„Es hat zwar das Menschenweib auch schon einen Naturstoff in sich; wenn aber die Zeugung geschieht auf die jedermann bekannte Weise, so wird zwar auch ein Klümpchen befruchtet und erregt, aber es wird, wie eine Beere von einer Traube abgerissen, an die rechte Stelle gebracht, und eine schon fertige Seele tritt da hinzu, pflegt eine Zeitlang diese Lebensbeere, bis der Stoff in derselben so weit gediehen ist, dass die sich stets mehr zusammenziehende Seele in den noch sehr flüssig lockeren Embryo eindringen kann, zu welcher Verrichtung die Seele auch bei zwei Monden lang zu tun hat. Hat sie sich des Embryos im Mutterleib ganz bemächtigt, dann wird das Kind gleich fühlbar lebendig und wächst dann auch schnell zur ordnungsmäßigen Größe. Solange die Nerven des Fleischkindes nicht völlig ausgebildet und tätig sind, arbeitet die Seele mit Selbstbewusstsein mit allem Eifer fort und richtet sich den Leib nach ihren Bedürfnissen ein; sind aber einmal die Nerven alle ausgebildet, und wird deren sich stets mehr entwickelnder Geist ganz ordnungsmäßig tätig, dann begibt sich die Seele mehr und mehr zur Ruhe und schläft am Ende in der Gegend der Nieren ganz ein. Sie weiß nun nichts von sich selbst und vegetiert bloß, ohne alle Erinnerung an einen früheren nackten Naturzustand. Erst etliche Monde nach der Geburt fängt sie stets mehr und mehr an zu erwachen, was aus der Abnahme der Schlafsucht recht gut wahrgenommen werden kann.“ [GEJ.04_120,15-16]

„Die Seele ist vor der Zeugung ein Knäuel, ein sogenannter gordischer Knoten, der erst entwirrt werden muss, um zu einer Form zu gelangen. Die Entwirrung dieses Knotens beginnt eben mit dem Akt der Zeugung; denn da wird dieser gordische Seelenknoten in den Mutterleib getrieben und umhülst. Innerhalb dieser Umhülsung fangen dann die korrespondierenden Intelligenzen an sich zu erkennen, sich einander zu nähern und einander zu ergreifen. Damit sie aber das können, verschaffen ihnen die Geister in ihre Umhülsung Licht, in welchem Licht sich diese substanziellen Spezifikalintelligenzen erkennen, aussondern, sich dann einander annähern, ergreifen und verbinden, und das alles durch die Nötigung aus dem Willen jener Geister, denen dieses Geschäft anvertraut ist. Diese Geister aber sind das, was ihr „Schutzgeister“ nennt, und es sind Engel und große Engel, die alle da Einfluss nehmen: Und da gibt es keinen Menschen, der nicht wenigstens drei Schutzgeister, zwei Engel und einen großen Engel hätte, über die noch ein Siebenter wacht […]. Diese Schutzgeister und Engel sind vom Augenblick der Zeugung fortan um die neugezeugte Seele und sorgen unablässig für die ordnungsmäßige Ausbildung derselben. Hat die Seele einmal in ihrer Umhülsung die menschliche Form wieder bekommen, so werden ihr dann aus dem Mutterleib entsprechende Spezifika zugeführt. Diese Spezifika verwendet endlich die Seele zu ihrer eigenen festeren Aneinanderbindung ihrer Intelligenzen. Ist das geschehen, so strömen aus dem Mutterleib schon wieder andere und neue Spezifika in den Ort der neuen Menschwerdung im Mutterleib; diese werden schon zur Bildung der Nerven* verwendet. Die Nerven sind gewisserart Stricke und Schnüre, die von der Seele überall ergriffen und angezogen werden können, um dadurch dem nachfolgenden Leib eben durch diese Schnüre und Stricke jede mögliche Bewegung geben zu können. Sind die Nerven in ihren Grundlagen und Verbindungen fertig, dann strömen schon wieder neue Spezifika nach. Diese werden zur Bildung der Eingeweide angeordnet; und sind die Haupteingeweide in den ersten organischen Grundlagen dargestellt, so werden sie dann sogleich mit den Hauptnerven* verbunden. Nach dieser Arbeit geht es dann mit schon wieder etwas anderen Spezifiken an die völlige Ausbildung der Eingeweide. Da aber natürlich in dem Kopf die meisten Nerven zusammenlaufen, und zwar hauptsächlich im Hinterhaupt, in dem auch die Seele ihren Kopf hat, so beginnt zugleich mit der Bildung der Eingeweide auch die Bildung des Kopfes, welcher das entsprechendste Bild der Seele ist, weil alle Intelligenz der Seele sich durch gewisse Hauptausstrahlungen im Kopf konzentriert. Und weil die Augen das allervollkommenste Symbol der Intelligenz sind, so wird auch der Kopf und besonders die Augen am ersten ersichtlich sein; denn in den Augen strömen alle Ausstrahlungen der einzelnen Intelligenzen der Seele durcheinander und bilden durch eben dieses Durcheinanderströmen die naturmäßige Sehkraft der Seele, mittelst welcher sie die Außenwelt in sich selbst hineinschauen kann. Ist die Seele mit dieser Arbeit durch die Willenshilfe der Geister fertig, so werden ihr wieder neue Spezifika zugeführt; aus denen werden dann schon allerlei Dinge des menschlichen Leibes geordnet. Es braucht hier nicht des Machens oder Schaffens; die Sache macht sich von selbst, wenn ihr nur der Weg in die Ordnung angezeigt ist. Und so wird hier Fleisch, Knorpel, Muskeln, Sehnadern und Knochen gestaltet, und es ergreift sich von selbst, was zu einem und demselben gehört, nur würde die Richtung verfehlt sein, und dadurch auch die Form, wenn die Geister den Intelligenzspezifiken durch ihre weise Willenskraft nicht den rechten Weg vorzeichneten, was sogar manchmal geschehen kann, wenn sich die Mutter, die so ein Kind in sich trägt, manchmal in ihrem Gemüt in die Hölle begibt, wo dann freilich Meine guten Geister und Engel nicht volle werktätige Gesellschaft leisten können. Die Folge solchen Übels ist gewöhnlich eine Missgeburt oder manchmal gar ein Einschiebling aus der Hölle, welchen das sogenannte gemeine Volk einen „Wechselbalg“  nennt, – daher es jeder Mutter zu empfehlen wäre, sich während der Schwangerschaft so christlich tugendhaft als möglich zu betragen.“ [Er.01_050,04-11]
*„Eines jeden Menschen Organismus hat nahe in der Mitte des Herzens seinen Lebensnerv, ein kleinstes Klümpchen, von dem aus der ganze andere Leibesorganismus belebt wird. Dieses einen Herzensnervklümpchens Teile haben eine solche Einrichtung, den Lebensäther aus dem Blut und aus der eingeatmeten Luft derart an sich zu ziehen, dass sie dadurch fürs erste selbst überaus lebenstätig verbleiben und dann fürs zweite diese Lebenstätigkeit dem ganzen Organismus mitteilen und dadurch den ganzen Leib beleben auf dem geeigneten Weg.“ [GEJ.05_114,02] „Der überaus kleine Lebensnerv, der sich gerade nicht im Zentrum des Herzens, sondern mehr an der linken Seite desselben befindet. Im Zentrum des Herzens befindet sich zwar auch ein sehr großer Nervenkomplex, aber es ist darin nicht der Hauptlebenssitz. Es ist das nur eine Werkstätte zur Aufnahme und Bewahrung des Lebensnährstoffes aus dem Blut und aus der Luft. Von da aus nimmt ihn erst der Hauptlebensnerv auf und befruchtet oder segnet ihn erst als eine zum Leben taugliche Substanz, das heißt für das einstweilige Mitnaturleben der Seele, die ohne diesen Nerv mit dem Organismus des Leibes in gar keine Verbindung treten könnte. Es ist sonach der in Rede stehende Lebensnerv irgend an der linken Herzseite ein gar höchst unansehnliches, überaus kleines Wärzchen, ähnlich einem kleinsten Gefühlswärzchen am untersten Ballen des kleinen Zehs am linken und eines korrespondierenden am rechten Fuß. Diese Gefühlswärzchen, nur durch die Epidermis gedeckt, sind die Hauptgefühlsleiter der Füße.“ [GEJ.05_114,04-06]

„Wenn die Seele oben beschriebene Knorpeln, Muskeln, Knochen und Sehnadern ausgebildet hat, so wird von ihr weitere Sorge dahin getragen, die äußersten Extremitäten durch richtige und ordnungsmäßige Verwendung der dazu gehörigen Spezifika zur völligen Vollendung zu bringen. Wenn auch das getan ist, dann zieht sich die Seele in die Eingeweide zurück und beginnt die Muskeln des Herzens in Bewegung zu setzen, durch welche Bewegung zuerst durch eigene, wasserklare Säfte die Organe geöffnet und gewisserart durchstoßen werden. Ist dieser Durchstoß geschehen, dann setzt die Seele alsbald die Milz in Tätigkeit; dadurch wird sogleich das Blut erzeugt und in die Herzkammern geführt, von denen aus es dann auch alsbald in die durchstoßenen Organe getrieben wird. Hat das Blut einmal den ersten Kreislauf gemacht, so wird der Magen in Tätigkeit gesetzt und beginnt sogleich die in ihm liegenden Nährsäfte in eine größere Gärung zu bringen, wodurch dann schon die edleren, mehr substanziellen Spezifika ausgesondert, die gröberen, unverdaulichen, schleimigeren Flüssigkeiten aber hinaus gestoßen werden durch den natürlichen Entleerungskanal, wodurch dann auch die Flüssigkeit in der Mutterblase herkommt, welche gewisserart nichts anderes ist als der Unrat des nun schon im Mutterleib leiblich lebenden Kindes.“ [Er.01_051,01-04]

Die Seele nimmt Besitz von ihrem Leib
„Seht, der Mensch ist zusammengesetzt aus einem naturmäßigen Leib, der da ist ein Gefäß, darin sich durch die verschiedenen Organe eine lebendige Seele ausbilde; denn im Entstehen durch die Zeugung wird nur das alleinige Wesen des Leibes konstruiert. Und erst im siebten Monat, wenn schon das leibliche Wesen organisch, wenn auch noch nicht ganz der Form, doch aber all den Teilen nach ausgebildet wird durch das vegetative Leben der Mutter, – so erst wird in der Gegend der Magengrube ein für eure Augen nicht wahrnehmbares, vom Zeuger herrührendes Bläschen, darin die Substanz der Seele enthalten ist, geöffnet und teilt sich dann dem ganzen Organismus durch die Verbindung der Nerven mit, umwandelt dann ein in allen Nerven vorfindliches magnetisches Fluidum in die seinige und dringt dann in aller elektrischen Schnelle bald auch in alle übrigen Organe, namentlich aber zuletzt erst in die Herzmuskeln*, was gewöhnlich erst am siebten Tag, bei einigen manchmal etwas später erst geschieht. Dann fängt ganz langsam das Herz an sich auszudehnen durch die allmähliche Füllung der Seelensubstanz, und wenn es so nach und nach voll geworden ist gleich einer elektrischen Flasche, so entladet es sich dann in die Adern durch eine obere Kammer. Dieses entladene Fluidum teilt sich dann allen dort befindlichen Säften mit und zwingt sie in alle Gefäße und so auch dann die in den Gefäßen selbst vorhandenen Säfte zur Bewegung wieder in die Venen und durch dieselben wieder zum Herzen zurück, während welcher Zeit das Herz schon wieder geladen wird und die dahin kehrenden Säfte sogleich wieder weiterbefördert. Und so beginnt dann der Pulsschlag und die Zirkulation der Säfte und etwas später des daraus hervorgehenden Blutes**. Dadurch nun bildet sich durch den derart bewirkten beständigen Verkehr und Austausch der Säfte und zwar den des Blutes die Masse des Leibes – und durch die in den feinen Säften enthaltene Substanz die Solidität der Seele elektro-magnetisch aus. Und wenn dann auch der Magen vollends ausgebildet wurde zur Aufnahme von gröberen Säften aus dem Leib der Mutter zuerst, zur Unterstützung der an die Bestimmung verwendeten Säfte und des Blutes, dann wird der Mensch abgelöst von den Nährbanden im Mutterleib und wird geboren in die Außenwelt.“ [HiG.03_40.06.17,03-05]
*„Es befinden sich im Herzen zwei überaus kleine Kämmerlein, die den beiden großen Blutkammern entsprechen. Für eure Augen würden diese beiden Kämmerlein wohl kaum als kleinste Pünktlein sichtbar sein. So klein aber auch diese Pünktlein sind, so  bedingen sie durch ihre Einrichtung doch ganz allein zuerst das Leben des Herzens und durch dasselbe das Leben des ganzen Leibes und aller seiner zahllos vielen Teile und Organe. Das eine erste und somit allerwichtigste Kämmerlein entspricht dem, was des Geistes und somit des eigentlichen Lebens ist, und wir wollen es das bejahende und somit wahre nennen. Das zweite, gewisserart minder wichtige, obschon zum natürlichen Leben des Leibes auch unumgänglich notwendige, aber wollen wir das der Materie entsprechende, also auch das verneinende nennen. Dieses hat für sich kein Leben, sondern ist nur ein Aufnahmegefäß fürs Leben, welches es mit jedem erneuten Herzschlag aus dem bejahenden Kämmerlein wie von neuem aufnimmt und es dann dem ganzen Leib durch das Blut mitteilt. Aus diesem leicht fasslichen Bild könnt ihr nun schon entnehmen, wie das Herz in seinem Lebensgrund beschaffen ist und sein muss, auf dass es dem ganzen Leib das Leben verschaffe. Dass das Herz dann noch eine sehr weitwendige und überaus kunstvolle und höchst weise organisch-mechanische Einrichtung zur Fortförderung des in ihm entwickelten Lebens hat und haben muss, das versteht sich auch ohne weitere Erklärung von selbst; denn wo etwas weitergebracht werden soll, da müssen zu dem Zweck auch wohlgebahnte Wege und Überbringungsmittel bestehen und da sein.“ [GEJ.08_056,05-07]
** Es ist die „Seele, die das Fleisch und das Blut gebildet und nachher selbst ihre formelle Ausbildungsnahrung aus denselben genommen hat.“ [GEJ.03_170,09; s.a. GEJ.03_121,03]

„[…] Siehe, jedes Wesen ist bis aufs Auge schon im Mutterleib seiner Sinne mächtig! Es fühlt, es schmeckt, es riecht, auch das Ohr ist nicht geschlossen; aber das Auge wird erst geöffnet nach der Geburt. […]“ [BM.01_127,03]

Die Einlegung des Geistes des Menschen
„Wenn diese Frucht im Mutterleib dem Leib nach lebend bei drei Monate zugebracht hat, so wird der ruhig gewordenen Seele, deren seelisches Herz eine gewisse Solidität erreicht hat, durch einen Engelsgeist ein ewiger Geist in eben das Herz der Seele unter siebenfacher Umhülsung eingelegt; natürlich muss sich hier niemand eine materielle Umhülsung denken, sondern eine geistige, welche viel kräftiger und haltbarer ist als eine materielle, – was sich auch schon aus vielen Dingen auf der Welt ersehen lässt, wo es ein leichteres ist, einen materiellen Kerker zu durchbrechen, als einen geistigen. Nach der Einlegung des Geistes in das Herz der Seele, welche Handlung bei einigen Kindern früher, bei anderen später geschieht, bei vielen drei Tage vor der Geburt, wird der Leib schneller ausgereift, und die Geburt wird vor sich gehen.“ [Er.01_051,05+07]

„Gleich ungefähr drei Tage vor der Geburt aber wird aus der allerfeinsten und zugleich solidesten Substanz der Seele in der Gegend des Herzens ein anderes unendlich feines Bläschen gebildet, und in dieses Bläschen wird ein einst böse gewordener Geist, der da ist dem Wesen nach ein Funke der göttlichen Liebe*, hineingelegt; gleichviel ob der Körper männlich oder weiblich ist, so ist doch der Geist ohne geschlechtlichen Unterschied und nimmt erst mit der Zeit etwas Geschlechtliches an, welches sich durch die Begierlichkeit kundgibt. Nun ist aber dieser Geist noch tot, wie er schon in der Materie seit langen und langen Zeiten war. Da nun die Seele ein imponderables, substantielles Wesen ist, einfach und somit unzerstörbar, und ihre Nahrung erhält durch die Sinne des Leibes durch ihre nun nach und nach vollends ausgebildeten Sinne – als da sind: gleich den Ohren die Vernunft, gleich den Augen der Verstand, gleich dem des Geschmackes das Behagen der empfangenen Eindrücke des Schalls und des Lichtes, dann gleich dem Geruch die Wahrnehmung von Gut und Böse und endlich gleich dem allgemeinen Gefühl das Bewusstsein des naturmäßigen Lebens in ihr, welches bewirkt wird durch die beständigen Evolutionen der Säfte und von diesen absorbierten Substanzen –, so wird dann die Seele fähig zu denken, welches Denken eigentlich durch die Zirkulation der feinsten Substanzen in ihren den des Leibes entsprechenden Organen bewirkt wird. Wie aber zuvor die Säfte des Leibes zirkulierend die Wesenheit der Seele ausbildeten durch die ihr von der Außenwelt zugeführten Substanzen, ebenso soll und wird durch die Zirkulation der feinsten Substanzen in deren Organen der in dem Bläschen eingeschlossene Geist genährt so lange, bis er selbst reif wird, das Bläschen zu zersprengen und somit auch nach und nach alle Organe der Seele zu durchdringen – und wie die Seele im Leib, so auch er in der Seele ein vollkommener dritter Mensch zu werden durch die Nahrung aus dem Denken der Seele, was auf folgende Weise geschieht: Der Geist nämlich hat eben auch wie der Leib und wie die Seele entsprechende geistige Organe – als gleich dem Gehör und der Vernunft die Empfindung oder die Wahrnehmung, gleich dem Licht und dem Verstand den Willen, gleich dem Geschmack und dem Behagen der empfangenen Eindrücke des Schalls und des Lichtes die Aufnahmefähigkeit alles Welttümlichen in entsprechenden Formen, gleich dem des Geruchs und der Wahrnehmung von Gut und Böse die Einsicht von Wahrem und Falschem und endlich gleich dem allgemeinen Gefühl und dem Bewusstsein des naturmäßigen Lebens die aus diesem allen hervorgehende Liebe. Und wie nun die Kost des Leibes ist durch all die Sinne, so ist auch die der Seele und endlich auch die des Geistes. Ist die allgemeine Kost schlecht, so wird am Ende alles schlecht und somit auch verwerflich; ist aber die allgemeine Kost gut, so wird am Ende auch alles gut und annehmbar […]. Nun fragt sich, was da eine schlechte und was da eine gute Kost ist? – Seht, alles Weltliche ist schlecht, weil es den Geist wieder zur Welt wendet, aus deren Todeskerkernacht Ich ihn der Materie entriss und gelegt habe in das Herz der Seele, damit er da wieder lebend und geläutert werde von allem sinnlich naturmäßig materiell Weltlichen, und damit er da endlich fähig würde zur Aufnahme des Lebens aus Mir. So nun ihm aber gereicht wird schlechte Kost, so wird er wieder weltlich, sinnlich und endlich materiell und dadurch tot wie vor der Geburt, – so auch die Seele mit dem Leib, da sie dadurch selbst ganz leiblich geworden ist.“ [HiG.03_40.06.17,06-11]
* Der Geist des Menschen, dem Wesen nach ein Funke der göttlichen Liebe, entstammt den einst mit Luzifer gefallenen Geistern, wo er durch den Missbrauch seiner Willensfreiheit ins Gericht gefallen ist. Er wird also als ein einst böse gewordener, ursprünglich göttlicher Menschgeist in den Menschen hineingelegt mit der Möglichkeit, dass er durch ihn zu einem reinen und freien Geist mit gottähnlicher Selbständigkeit ausgebildet wird. [HGt.01_005,14; GEJ.01_165,08-09; HiG.03_40.06.17,06; GEJ.05_184,03].

„Bei der Ausgeburt des Leibes aus dem Mutterleib wird der ewige Lebenskeim als ein Fünklein des reinsten Gottesgeistes in das Herz der Seele gelegt, gleichwie bei der Frucht einer Pflanze, wenn sie die Blüte abgeworfen hat und sich für sich zu wappnen und zu konsolidieren (festigen, sichern) anfängt. Ist der Leib einmal ausgebildet, so beginnt die Ausbildung des Geistes im Herzen der Seele. Hier muss dann die Seele alles Mögliche aufbieten, dass der Geist in ihr zu keimen beginne, und muss ihm förderlich an die Hand gehen.“ [GEJ.02_217,05]



1.4.2. Verhaltenswinke für die werdende Mutter

Kein Geschlechtsverkehr während der Schwangerschaft und bis sieben Wochen danach
„Du hast empfangen und bedarfst nun für die Zeit, die von Gott dazu bestimmt ist, Ruhe, auf dass du in deinem gesegneten Stand keinen Schaden und kein unnötiges Leiden dir zuziehst durch die nutzlose Befriedigung deines Fleisches.“ [GEJ.03_071,02]

„Das einmal gesegnete Weib bedarf der Ruhe für die Zeit, die Gott in der Natur des Weibes verordnet hat.“ [GEJ.03_071,12]

„Wer sein Weib stört während ihrer Schwangerschaft, der verdirbt die Frucht schon im Mutterleib und pflanzt derselben den Geist der Unzucht ein; denn welch ein Geist die Gatten nötigt und reizt, sich über die natürliche Gebühr zu beschlafen, derselbe Geist geht dann potenziert in die Frucht über. Daher soll auch bei der Zeugung dieses wohl und sehr gewissenhaft beachtet werden, dass erstens die Zeugung nicht aus gemeiner Geilheit verübt werde, sondern aus wahrhafter Liebe und seelischer Neigung, – und zweitens, dass das einmal empfangen habende Weib noch gut sieben Wochen nach der Ausgeburt ihrer Frucht in der Ruhe ungestört belassen werde! Kinder, auf diese ordentliche Art gezeugt und im Mutterleib ungestört ausgereift, werden erstens schon seelenvollkommener in die Welt kommen, weil die Seele in einem vollkommen ausgebildeten Organismus doch sicher eher und leichter für ihren geistigen Herd sorgen kann als bei einem ganz verdorbenen, an dem sie gleichfort zu bessern und zu flicken hat; und zweitens ist sie selbst reiner und heller, weil sie nicht von den geilen Unzuchtsgeistern, die durch die oft täglichen geilen Nachzeugungen in des Embryo Fleisch und auch Seele hinein gezeugt werden, verunreinigt ist.“ [GEJ.04_231,04-06]

• Kein Ebenliegen
„Am meisten nachteilig aber ist das Ebenliegen den schwangeren Weibern; denn fürs erste werden dadurch die Kinder schon im Mutterleib verkrüppelt und geschwächt, und fürs zweite rühren ihre schweren und oft sehr verkehrten Geburten zumeist von den Ebenlagern her. – Das sei euch in leiblich-gesundheitlicher Hinsicht gesagt! Wer sich danach kehren wird, der wird die leiblich-guten Folgen davon verspüren.“ [GEJ.05_196,08]

Sich richtig ernähren
„Siehe, darum hat auch Moses den aus der harten Knechtschaft Ägyptens erlösten Israeliten den Speisezettel vorgeschrieben! Die streng nach demselben lebten, blieben gesund bis in ihr hohes Alter; aber gar viele sehnten sich nur zu bald nach ihren ägyptischen Fleischtöpfen, und die Folge war, dass sie darauf bald krank, schwach und mühselig wurden und unter allerlei Leibeskrankheiten ihr diesirdisches Leben beschließen mussten. Und eine noch größere Betrübnis in dieser Hinsicht stellt sich bei den Kindern heraus. Erstens haben schon die Eltern früher nach links und rechts hin gesündigt und ihren Leib dadurch mit einer großen Anzahl von bösen und schädlichen Seelensubstanzen angefüllt, und das Kind war somit von einem sündigen Vater in den Leib einer noch sündigeren Mutter hinein gezeugt. Frage: Wie soll aus einem solchen Leib ein gesundes Kind hervorgehen? Und zweitens ist die Mutter in ihrer Schwangerschaft am meisten lüstern nach allerlei Leckereien, und ihre Angehörigen wissen ihr keinen besseren Dienst zu erweisen, als nach Möglichkeit dem Verlangen des schwangeren Weibes nachzukommen. Bei dieser Gelegenheit bekommt das Kind den zweiten Stoß in seiner Gesundheit. Es ist nicht genug, dass es schon völlig krank aus dem Mutterleib kam, sondern es muss darauf gleich mit einer noch schlechteren Muttermilch genährt werden. In dem besteht dann der zweite, noch gewaltigere Stoß in die Grundfeste der Gesundheit eines Kindes.“ [GEJ.10_182,07-11]

„Also sind die sogenannten Kartoffeln jeglicher Art besonders für Kinder und Säugeweiber wie auch für schwangere Weiber mehr wie schlecht, und noch schlechter der Kaffee!“ [GEJ.01_242,13; Weiterführendes zum Speisezettel Moses und einer gesunden Ernährung im Allgemeinen gibt es in unserer Zusammenstellung Ernährungsleitlinien zur Gesunderhaltung von Leib, Seele und Geist"]

Tugendhaft bleiben
Zu negativen Auswirkungen auf das Kind kann es kommen, „[…] wenn sich die Mutter, die so ein Kind in sich trägt, manchmal in ihrem Gemüt in die Hölle begibt, wo dann freilich Meine guten Geister und Engel nicht volle werktätige Gesellschaft leisten können. Die Folge solchen Übels ist gewöhnlich eine Missgeburt oder manchmal gar ein Einschiebling aus der Hölle, welchen das sogenannte gemeine Volk einen „Wechselbalg“  nennt, – daher es jeder Mutter zu empfehlen wäre, sich während der Schwangerschaft so christlich tugendhaft als möglich zu betragen.“ [Er.01_050,11]

„Bei manchen Menschen sind ähnliche Abnormitäten der Seele schon im noch irdischen Leib ersichtlich, was freilich nicht immer der Fall ist, weil der Leib nicht so leicht fremde Spezifika so empfindlich aufnimmt wie die Seele; nur wenn die Seele schon zu frühzeitig oder manchmal auch zufolge der elterlichen Sünden untaugliche Spezifika aufgenommen hat, so werden sie auch, wenn der Leib noch aufnahmefähiger ist, auf denselben wohlmerklich übertragen.“ [Er.01_053,07]

„Nach der Einlegung des Geistes in das Herz der Seele, welche Handlung bei einigen Kindern früher, bei anderen später geschieht, bei vielen drei Tage vor der Geburt, wird der Leib schneller ausgereift, und die Geburt wird vor sich gehen. In dieser Zeit soll eine Mutter sich überaus von allen Reizungen und Begierden enthalten; denn diese Begierden und Reizungen stammen meistens von der Hölle ab, und wo immer sich die Mutter in einem solchen Reizzustand berührt, da erregt sich als entgegengesetzter Pol der in die Seele gelegte Geist und zeichnet die Seele durch Entsprechung an der erregten Stelle. Diese Zeichnung der Seele aber reproduziert sich dann auch auf dem Leib; daher haben auch die sogenannten Muttermale der Kinder ihren Ursprung. Dass ein solches Zeichen nur eine örtliche, kleine Stelle einnimmt und nicht anfänglich die ganze Seele und nachträglich den ganzen Leib, das bewirken die Geister; denn würde das nicht der Fall sein, so könnte durch eine solche unvorsichtige Berührung und darauf erfolgte gänzliche Brandmarkung der Hölle eine ganze Verderbung der Seele und mit derselben der Tod des Leibes erfolgen, und das wäre eben, was die Hölle bezwecken möchte. Jedoch müsst ihr diese Muttermalzeichnung nicht so genau nehmen; denn wenn diese Male nur wenige und sehr klein sind, so haben sie entweder nur sehr wenig und zumeist auch gar keinen Bezug auf obige Beleuchtung. Wie es schon oben gezeigt wurde, so verhindern die schützenden und werkführenden Geister die Hölle an solch argem Tun und Treiben; und wenn auch ein Kind da während des Kampfes der guten Geister mit den bösen einige Zeichen bekommt, so sind aber das dennoch nur Zeichen, die keine Folgen in sich tragen, weil die höllischen Spezifika von ihnen weggeschafft sind. Es könnte hier freilich ein Psychologe fragen und sagen: „Wie kann aber der Herr, so Er einer ist, samt Seinem zahllosen Engelgeisterheer, das mit aller Macht und Weisheit ausgerüstet ist, zulassen, dass die scheußliche Hölle solches verübe an der unschuldigsten Frucht im Mutterleib? Das ist ja höchst unweise und klingt sehr stark nach einer Ohnmacht!“ Da aber sage Ich: Jedem das Seinige! Lasst das Unkraut mit dem Weizen wuchern bis zur Zeit der Ernte; dann wird man alles Höllische von dem Himmlischen höchst genau sondern, das Himmlische zuführen dem Himmel und das Höllische wieder der Hölle. Und darob wird keine Seele verloren gehen, und ob sie schon tausend höllische Marken in sich trüge; denn diese werden ihr genommen und der Hölle zugewiesen werden. Alles aber wird davon abhängen, dass die Seele sich durch die Demut über die Befreiung ihres Geistes hergemacht hat. Hat sie diesen frei gemacht, dann wird auch sie frei von allem durch ihn; hat sie aber das nicht, so wird sie selbst gefangen bleiben so lange, bis der Geist seine siebenfache Umhüllung verloren hat und danach eins geworden ist mit der Seele.“ [Er.01_051,07-09+13-16]

1.5. Die Geburt des Kindes

1.5.1. Ausgeburt des Kindes
„Und wenn dann auch der Magen vollends ausgebildet wurde zur Aufnahme von gröberen Säften aus dem Leib der Mutter zuerst, zur Unterstützung der an die Bestimmung verwendeten Säfte und des Blutes, dann wird der Mensch abgelöst von den Nährbanden im Mutterleib und wird geboren in die Außenwelt, begabt mit fünf naturmäßigen äußeren Sinnen, um aufzunehmen die Sinnenwelt oder eigentlich die verschiedenen Substanzen, als des Lichts, des Schalls, des Geschmacks, des Geruchs und endlich des allgemeinen Gefühls, welches alles nun bestimmt ist, auszubilden die Seele und nach deren Bedürfnis wachsen zu lassen den Leib, was dann mehrere Jahre nacheinander geschieht. Und so sind nun zwei Menschen in einem, nämlich zuerst ein materieller und in dem ein substantieller.“ [HiG.03_40.06.17,05]

„Jedes Wesen ist bis aufs Auge schon im Mutterleib seiner Sinne mächtig! Es fühlt, es schmeckt, es riecht, auch das Ohr ist nicht geschlossen; aber das Auge wird erst geöffnet nach der Geburt. Daher ist auch bei der geistigen Wiedergeburt das Öffnen der Tür zum Licht oder das Öffnen des geistigen Auges das Letzte. Denn bevor jemand schauen will, muss er dafür wohl vorbereitet sein.“ [BM.01_127,03]

„Wenn das Kind vom Mutterleib ausgeboren wird, so wird die Lunge in die Tätigkeit gesetzt, und das Kind fängt dann an, aus der Luft durch jeden Atemzug eine zahllose Menge Spezifika in sich aufzunehmen, welche sofort zur Bildung des Nervengeistes* und zur Kräftigung der Seele verwendet werden, d.h. was ihr substanziell-formelles Wesen betrifft. Was aber ihre innere Spezifikal- und Intelligenzialnahrung betrifft, das bekommt sie durch die Sinne des Leibes, und das alles geordnet von den guten Geistern in dieser Sphäre.“ [Er.01_051,17]
* „Der Leib besitzt nun noch einen ganz eigentümlichen Nervengeist, welcher fürs erste höchst verwandt ist mit dem magnetischen Fluidum, fürs zweite aber ebenso innigst mit der Seele, welche eben durch diesen Nervengeist mit dem Leib zusammenhängt und mit demselben korrespondiert.“ [Mo.01_005,13]

1.5.2. Weitere Entwicklung des Kleinkindes
„Erst etliche Monde nach der Geburt fängt sie [die Seele] stets mehr und mehr an zu erwachen, was aus der Abnahme der Schlafsucht recht gut wahrgenommen werden kann; aber bis sie zu einigem Bewusstsein gelangt, braucht es schon eine längere Zeit. Wenn ein Kind der Sprache mächtig wird, dann erst tritt auch ein rechtes Bewusstsein in die Seele, jedoch ohne Rückerinnerung; denn diese könnte man bei der höheren Weiterbildung der Seele auch durchaus nicht brauchen. Die Seele aber sieht und erkennt nun, ganz im Fleisch steckend, sonst vorderhand nichts, als was ihr durch des Leibes Sinne vorgestellt wird, und kann etwas anderes in sich selbst gar nicht erkennen, weil sie durch die Fleischmasse in sich derart verfinstert ist und sein muss, dass sie zumeist gar nicht weiß, dass sie für sich auch ohne das Fleisch da sei. Sie fühlt sich lange Zeit hindurch als mit dem Fleisch ganz identisch, und es gehört viel dazu, eine Seele im Fleisch so weit zu bringen, dass sie sich als etwas Selbstisches zu fühlen und zu betrachten anfängt, – was auch wieder höchst notwendig ist; denn ohne dieses könnte sie keinen Geist in sich bergen und denselben natürlich auch nie erwecken. Erst wenn der Geist in der Seele zu erwachen beginnt, wird es nach und nach lichter in der Seele; sie fängt an, sich genauer zu erkennen und in sich selbst ganz verborgene Dinge zu entdecken, mit denen sie freilich noch nicht viel zu machen weiß. Erst wenn der Geist und sein mächtiges Licht in der Seele ganz zur vollen Tat werden, dann auch kehrt alle Erinnerung in die Seele zurück, aber natürlich alles in einem verklärten Licht. Da gibt es dann keinen Trug und keine Täuschung mehr, sondern nur eine allerhellste, himmlische Wahrheit, und die Seele ist dann selbst eins mit ihrem göttlichen Geist, und alles in ihr und außer ihr wird zur höchsten Wonne und Seligkeit!“ [GEJ.04_120,16-19]

„So ein Kind zur Welt geboren wird, da ist es in dessen Seele vollkommen finster und somit Nacht. Das Kind aber wächst auf, bekommt dann allerlei Unterricht und wird dadurch stets mehr und mehr einsichtig in allerlei Dingen, und seht, das ist der Abend, das heißt, es fängt dann in der Seele an, so dämmerig zu werden, wie im Vergleich es am Abend ist. Ihr sagt wohl, dass es auch am Morgen dämmere, und Moses hätte da ja sagen können: ,Und also wurde aus der Morgendämmerung und aus dem eigentlich schon hellen Morgen der erste Tag!‘ Ich sage dazu: Allerdings, so er den Menschen in geistiger Entsprechung einen barsten Unsinn hätte vorsagen wollen! Aber Moses wusste, dass nur der Abend dem irdischen Zustand des Menschen entspricht; er wusste es, dass es bei den Menschen mit der rein irdischen Verstandesbildung gerade so zugeht, wie mit dem stets schwächer werdenden Schein des natürlichen Abends. Je mehr die Menschen mit ihrem Verstand nach irdischen Dingen zu ringen anfangen, desto schwächer wird in ihrem Herzen das rein göttliche Licht der Liebe und des geistigen Lebens. Daher nannte denn Moses ein solches irdisches Licht des Menschen auch den Abend. Nur wenn Gott durch Seine Barmherzigkeit dem Menschen ein Lebenslichtlein im Herzen anzündet, dann fängt der Mensch erst an, einzusehen die Nichtigkeit alles dessen, was er zuvor mit seinem Verstand, dem geistigen Abend, sich angeeignet hatte, und er sieht es dann auch nach und nach stets mehr ein, dass alle die Schätze des Abendlichtes ebenso vergänglich sind wie dies Licht. Das rechte Licht von Gott aber, im Herzen des Menschen angezündet, ist eben der Morgen, der mit und aus dem vorhergegangenen Abend den ersten wahren Tag im Menschen bedingt. Aus dieser Meiner nunmaligen Erklärung aber müsst ihr nun auch einsehen, dass es einen sehr gewaltigen Unterschied zwischen den beiden Lichtern, oder besser Erkenntnissen, geben muss; denn alles Erkennen im Abendlicht der Welt ist trügerisch und daher auch vergänglich. Nur die Wahrheit dauert ewig; aber der Trug muss endlich zunichtewerden“ [GEJ.01_157,11-17]

„In euch Menschen liegt Unendliches, nur entwickelt ist es nicht; darum kann das Kind, wenn es in die Welt kommt, gar nichts und steht tief unter jeder Gattung eines neugeborenen Tieres. Aber eben, weil es gar so nackt, so schwach und total unbehilflich und nahe über einen Meerespolypen bewusstlos dasteht als ein gänzlich leeres Gefäß, kann es bis zum höchsten göttlichen Bewusstsein empor klimmen und jeder Vollendung gewärtig werden!“ [GEJ.03_178,12]

„Mit dem Drang zur Selbstsucht und zum Geiz kommt ein jeder Mensch als Kind zur Welt, und dessen Seele hat durchgängig noch das gröbst-materiell-tierische Element in sich, und namentlich gilt das für jene Seelen, die nicht von oben, sondern nur von dieser Erde her sind. Aber ganz frei von diesem Element sind auch jene Seelen nicht, die aus den Sternen auf diese Erde herüberkommen. Wird der Mensch nun in diesem tierischen Element erzogen, so verkehrt er dann solches selbst stets mehr und mehr in seinen Lebensgrund, das heißt in seine Liebe; weil diese aber tierisch ist, so bleibt der Mensch denn auch gleichfort ein reißendes Tier und hat nichts Menschliches als die lumpige Gestalt, die gelöste Zunge und infolge des geordneten Gehirnbaues ein geregeltes Erkenntnisvermögen, das aber stets mehr und mehr vom tierischen Element zur schnöden Tätigkeit angetrieben wird. Es kann infolgedessen nur das als gut und beseligend erkennen, was das rein tierische Element will.“ [GEJ.03_193,03]

1.5.3. Geistige Entwicklung des Kindes
Zur Erinnerung: Der Geist des Menschen, dem Wesen nach ein Funke der göttlichen Liebe, entstammt den einst mit Luzifer gefallenen Geistern, wo er durch den Missbrauch seiner Willensfreiheit ins Gericht gefallen ist. Er wird also als ein einst böse gewordener, ursprünglich göttlicher Menschgeist in den Menschen hineingelegt mit der Möglichkeit, dass er durch ihn zu einem reinen und freien Geist mit gottähnlicher Selbständigkeit ausgebildet wird.“ [HGt.01_005,14; GEJ.01_165,08-09; HiG.03_40.06.17,06; GEJ.05_184,03].

Der reine Geist aus Gott ist jedoch ein Funke Seiner Vaterliebe, er ist die Liebe zu Gott und daraus zum Nächsten im Menschen. Wie diese zunimmt und wächst, so auch der reine Geist Gottes in ihr [GEJ.04_220,08+10-11; GEJ.07_223,10; GEJ.05_123,02]

Die Ausbildung des Menschengeistes
„Bei der Ausgeburt des Leibes aus dem Mutterleib wird der ewige Lebenskeim als ein Fünklein des reinsten Gottesgeistes in das Herz der Seele gelegt , gleichwie bei der Frucht einer Pflanze, wenn sie die Blüte abgeworfen hat und sich für sich zu wappnen und zu konsolidieren (festigen, sichern) anfängt. Ist der Leib einmal ausgebildet, so beginnt die Ausbildung des Geistes im Herzen der Seele. Hier muss dann die Seele alles Mögliche aufbieten, dass der Geist in ihr zu keimen beginne, und muss ihm förderlich an die Hand gehen.“ [GEJ.02_217,05]

Die Einlegung des reinen Liebegeistes aus Gott
„Ich [habe] nun den neuen Weg so angebahnt, dass Mein Geist, den Ich nun als einen Funken Meiner Vaterliebe in das Herz einer jeden Seele lege und gelegt habe, durch eure Liebe zu Mir, und daraus wahrhaft und tätig zum Nächsten, genährt werde, in eurer Seele wachse und nach Erreichung der rechten Größe und Kraft sich völlig mit der gebesserten Seele vereine und eins werde mit ihr, – welcher Akt dann die Wiedergeburt des Geistes heißen soll und auch heißen wird. Dieser Funke Meiner Liebe aber wird in das Herz einer Menschenseele erst dann gelegt in der Fülle, wenn ein Mensch Mein Wort vernommen und es in seinem Gemüt gläubig und mit aller Liebe zur Wahrheit angenommen hat; solange dies nicht der Fall ist, kann kein noch so seelenvollkommener Mensch zur Wiedergeburt des Geistes gelangen. Denn ohne Mein Wort, das Ich nun zu euch rede, kommt der Funke Meiner Liebe nicht in das Herz eurer Seele, und wo er nicht ist, kann er auch nicht wachsen und gedeihen in einer Seele und somit in derselben auch nicht wiedergeboren werden. In der Folge aber werden auch die Kindlein, so sie auf Mein Wort und auf Meinen Namen gezeichnet und getauft werden, den Geistesfunken Meiner Liebe ins Herz ihrer Seele gelegt bekommen; aber dieser wird dennoch nicht wachsen bei einer verkehrten Erziehung, wohl aber bei einer Erziehung nach Meiner euch allen nun überklar gezeigten Ordnung, nach der vor allem das Gemüt, und von dem aus erst entsprechend der Verstand, gebildet werden soll.“ [GEJ.04_220,08+10-11]

„Wird nun aber gegeben dem Geist [des Menschen] eine gute Kost, welche ist Mein geoffenbarter Wille und die Vermittlung durch die Werke der Erlösung – oder Meine Liebe im Vollbestand durch den lebendigen Glauben, so wird in dem Herzen des Geistes ein neues geistiges Bläschen gestaltet, in welchem ein reiner Funke Meiner Liebe eingeschlossen wird. Und wie es früher ging bei der Zeugung der Seele und aus derselben der des Geistes, ebenso geht es auch mit dieser neuen Zeugung des Heiligtums. Wird es nun vollends reif, dann zerreißt diese heilige Liebe die lockeren Bande des Gefäßes und strömt dann wie das Blut des Leibes oder wie die feinsten Substanzen der Seele oder wie die Liebe des Geistes in alle Organe des Geistes über, welcher Zustand dann die Neugeburt genannt wird, so wie der der Einlegung dieses Lebensbläschens genannt wird die Eingeburt.“ [HiG.03_40.06.17,12]

Wiedergeburt und Erlösung des Menschen
„Der Mensch beginnt aus dem Samenkeim im Mutterleib zu werden und zu wachsen. Sind nach Verlauf der ordnungsmäßigen Zeit alle Bedingungen erfüllt, so wird der gewordene Mensch von den Banden seiner engen Werdenswelt gelöst und ausgeboren in die große Außenwelt. Im Augenblick verändern sich auch alle früheren Lebensverhältnisse. Der Mensch fängt an, Nahrung zu sich zu nehmen von der Außenwelt, und das doppelt: für das Wachsen und Gedeihen des Leibes und dessen zum Gebrauch notwendigen Naturleben durch den Magen – und für das Wachstum und das Gedeihen der Seele durch alle die am Leib befindlichen Sinnesorgane, die ihre ihnen zusagende Kost aus dem od-psycho-ätherischen Außenlebenskreis nehmen. Anfangs wird freilich das meiste zum Gedeihen des Leibes und dessen Naturleben verwendet, das hauptsächlich im fleischlichen Herzen seinen odelektromagnetischen Sitz hat und so lange fortdauert, als die kleine od-elektromagnetische Lebensbatterie die gerechte und hinreichende Nahrung hat. Ist der Leib einmal ausgebildet, dann erst wird die Seele freitätiger und verwendet den Außenlebensätherkreis zu ihrer eigenen freien Ausbildung. Geht nun die Seele nicht in eine gewisse träge Genusssucht über, sondern arbeitet tätigst an ihrer inneren Ausbildung, so belebt sie den Keim des Atma [Geistes] in sich, und dieser wächst dann schnell, wird endlich in der Seele selbst ausgeboren und nimmt sodann die ganze Seele in sich auf und wird eins mit ihr. Die also veredelte und vergöttlichte Seele wirkt dann auf den Leib zurück, veredelt dessen ätherische Lebensteile und macht sie zu den ihrigen, was dann eine wahre Auferstehung des Fleisches ist. Ein solcher Leib, der schon bis auf seine allergröbsten Materieteile mit der Seele vollends unsterblich ist, veredelt und vergöttlicht dann aber auch den jeden Menschen von außen her umgebenden Lebensätherkreis, wodurch dieser dann zum intelligenten Leben wird und sich, wie die Fäden einer Spinne, nach allen Richtungen als intellektuell-lebendig fühlend ausdehnt.“ [HiG.03_54.02.24,12-15]

„Es ist wahrlich nichts Geringes, wenn ein Mensch aus dem Mutterleib zur Welt geboren worden ist. Denn was dazu gehört, bis eine Menschenseele aus allen Stufen reif wird zur Ausgeburt in die Welt, glaube es Mir, ist fürwahr mehr als du in Ewigkeiten zu fassen imstande sein wirst! Dass die Werdung eines Menschen für Mich Selbst keine solche Kleinigkeit ist, wie sich einige philosophische Toren träumen lassen, beweisen ja alle die Taten und alle die Vorschöpfungen, welches alles allein nur für den Menschen bewerkstelligt und gemacht wurde! Demnach aber ist es denn ja auch billig und gerecht, dass selbst der leibliche Geburtstag für jeden Menschen ein wichtiger Tag sein muss, da er kein zufälliger, sondern ein schon von Ewigkeit her wohlberechneter Tag ist. – Warum und wie aber ein solcher Tag ein von Ewigkeiten her wohlberechneter ist – soll sogleich gezeigt sein! Und also höre denn: In dem endlos tiefen Zeiten- und Ewigkeiten-Raum wurden nach der Zahl 3 und 7 in der endlosesten Zahlenfülle Geister, Mir ähnlich, von Mir aus ins freie Dasein hervorgerufen. – Eine Unzahl hat sich durch den Missbrauch ihrer Freiheit von Mir getrennt; aber auch eine Unzahl hat sich mit Mir auf ewig vereinigt. – Was sollte denn mit der getrennten Unzahl werden? Sollte sie für ewig zugrunde gehen oder sollte sie, nur Mir allein möglicher Weise, zurückgeführt werden? Siehe, das war selbst für Mich, den Allmächtigen und allerhöchst endlos weisen Schöpfer, keine so geringe Frage! Denn lasse Ich sie zugrunde gehen, so ist auch in Mir der Tod zu Hause. Führe Ich sie aber zurück, dann ist die unantastbare Heiligkeit Meiner urewigsten Ordnung gefährdet. – Was war und ist sonach hier zu tun? Siehe, die Löse dieser großen Fragen liegt jetzt noch vor deinen Augen, und gar viele Ewigkeiten werden damit nicht fertig werden! Worin aber bestand diese, besteht sie jetzt noch und wird sie ewig bestehen? – Die Liebe, als das alleinige Leben in Gott, musste sich gewisserart trennen, die getrennte Unzahl der Geister ergreifen, sie binden mit ihrer Macht und aus ihnen gestalten zahllose Weltenmassen aller endlosen Arten nach der Beschaffenheit der Geister, die darin eingefangen wurden. Als nun die Welten von den Urzentralsonnen abwärts ausgebildet waren, da auch erst wurde jedes Welten-Atom genau auf den tausendsten Teil einer Sekunde berechnet, wann es solle gelöst werden. Und war die große Rechnung einmal bestimmt, da erst begannen die organischen Schöpfungen auf den Weltkörpern durch alle Stufen in der allerhöchsten, weisesten, wohlberechneten Ordnung. Und hernach kam endlich erst der Mensch, als ein vollkommenstes Aufnahme-Organ aller ihm vorangegangenen endlosen Stufen und als ein vollkommener Wiedervereinigungspunkt des einst aus Mir gegangenen Lebens! Damit es aber bei dieser Neugestaltung der alten Wesen an der Seite Gottes gegen Ihn Selbst keine Widerordnung gebe, musste Gott Sich gewisserart durch Meine Menschwerdung Selbst neu gestalten, hernach bauen einen neuen Himmel und endlich machen, dass da alles neu werde, gleich Ihm! Nun siehe, solches alles steckt hinter einem einzigen Geburtstag! Beachte daher wohl, was er in sich birgt, damit dir dadurch bald ein neuer großer Geburtstag werde im Geist!“ [HiG.02_42.10.13,02-11]


Fortsetzung



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