Jakob Lorber - Gesellschaftliche Vergnügungsstunden - Der Prophet Jakob Lorber und seine Verkündungen ... Jakob Lorber

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Jakob Lorber - Gesellschaftliche Vergnügungsstunden

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Inhaltsverzeichnis

Aus der Haushaltung Gottes
Vergnügungsstunden
Bälle und Vergnügungsstätte
Tanz und Tanzmusik
Verschiedene Wege
Streben der Menschen in dieser Zeit
Satans Jäger und Gejagte
Elterlicher Rat
Weltliche Konversationen und liebeernstliche Stunden im Herrn
Das Gefährliche im harmlos Erscheinenden
So spricht der Herr
Zeichen der Zeit
Gebet – Bitte um Hilfe gegen das Gift der Weltsinnsschlange


Aus der Haushaltung Gottes
Der Herr: „Ohlad! Ich habe dich und deine Brüder angesehen und habe Mich darüber erfreut, dass sie umgekehrt sind und haben ihr Herz und ihre Seele gekehrt nach Mir; aber Ich habe noch etwas wider sie, und das ist von sehr bedeutender Art für ihren Geist! In der Welt zwar erscheint es billig, auch gerecht und ganz unschuldig; aber nicht also erscheint es Mir! Was aber ist es, das Ich wider sie habe? – Höre!
Sie haben eine Leidenschaft, bei gewissen ihnen zu Gesicht stehenden Familien Besuche unter allerlei freundschaftlichen Vorwänden, die sie sich selbst machen, abzustatten und im Gegenteil wieder Besuche zu empfangen! Von dieser argen Leidenschaft ist selbst Danel als der Weiseste nicht ausgenommen!
Die Männer haben eine große Freude, so sie von schönen Weibern Besuche bekommen und freuen sich sehr, so sie wieder solch schönen Weibern können Gegenbesuche machen.
Die Weiber aber dagegen lechzen ordentlich nach männlichen Besuchen; je mehr deren und je öfter dergleichen es gibt, desto lustiger und ganz närrisch freundlicher werden sie.
Die Weiber besuchen zwar dagegen die Männer weniger als ihresgleichen, aber da möchte oft der ganze Himmel aus Ärger feuerglühend werden, was für entsetzlich dümmstes Zeug sie da zusammenklatschen! Je unsinniger und je wertloser und dümmer es ist, desto mehr macht es ihnen Vergnügen; und je läppischer, je närrischer, je dümmer und je spaßhafter und lächerlicher es bei einer solchen Gesellschaft zugeht, desto angenehmer und schätzbarer ist sie
auch und wird darum auch vorzugsweise gerne besucht.
Ganz besonders aber sehen die Weiber – jung wie alt – darauf, dass sich in einer solchen Klatschgesellschaft, die Ich von Grund aus hasse, stets mehrere junge Wesen männlichen Geschlechtes einfinden, die sich so recht aufs Hofmachen verstehen und dabei aber auch allerlei lustige Spiele zu arrangieren wissen, um durch sie den Weibern eine angenehme Erheiterung zu verschaffen; und je unsinniger und dümmer, und je leerer und nichtssagender derlei Spiele sind, desto beliebter sind sie auch, und ganz besonders dann, wenn sie von wohlgestalteten Jünglingen ausgeführt werden!
Siehe, solche Weiber haben deine neunundneunzig Brüder und solche Kinder; das Weib des Danel aber ist die größte Klatschliebhaberin darunter! Wahrlich, das ist Mir ein Ekel der Ekel!
Ich möchte lieber ein Aas in Meinem Mund halten tausend Jahre, als eine solche galante Gesellschaftsliebhaberin auch nur eine Sekunde lang von ferne her ansehen!
Der Grund davon liegt darin, weil das eine allerbeste Art ist, den Geist aus Mir zu verderben und zu töten; denn bei derlei Zusammenkünften lernt das Weib, wie der Mann, am besten, Meiner zu vergessen und sich ganz der lustigen und schmeichelnden Welt in die giftigen Schlangenarme zu werfen!
Wer denkt in einer solchen Klatsch-, Spiel-, Plausch- und Lachgesellschaft an Mich, während Ich ihm doch in jedem Augenblicke das Leben erhalten muss?!
Darum verfluche Ich auch alle solche Gesellschaften, wo sich die Menschen der Belustigung wegen besuchen – und nicht, dass sie sich besprechen und belehren möchten von Mir; und seien diese Besuche von noch so geringer Art, so seien sie dennoch verflucht, – besonders, so Kinder dazu mitgezogen werden, in denen dadurch jeder bessere Same alsbald erstickt wird.
Gehe daher hinaus und verkündige solchen Meinen Willen deinen neunundneunzig Brüdern, und diese sollen desgleichen tun ihren stumpfen Weibern und Kindern; und sage, dass Ich niemanden eher mit Meiner Gnade segnen werde, als bis er sein Haus also geordnet wird haben!
Wird dieses Übel nicht aus der Wurzel vertilgt, so werde Ich Mein Gericht statt der Gnade solcher Welt geben! Amen.“

„Der Ohlad aber sprach in der tiefsten Demut darauf zum Herrn: „O Herr, Dein überheiliger Name werde geheiligt, und Dein Wille geschehe allzeit wie ewig! Ich, ein armseligster, elender Wurm vor Dir im Staub meiner völligen Nichtigkeit aber wage dennoch aus dem Grund meiner großen Not Dir entgegen eine Frage zu tun, und Du, o Vater, voll der unendlichsten Liebe, Erbarmung und Geduld, wirst mir darob ja nicht gram werden!“
Und der Herr sprach aus der Wolke: „Also stehe denn auf, und rede! Ich werde Mein Ohr an deinen Mund legen!“
Und der Ohlad erhob sich und sprach: „O Herr, sage mir nach Deiner Gnade: Sollen wir Menschen nimmer unsere Nachbarn besuchen und uns nimmer – selbst auf eine ganz ehrbare Weise – mit unseren Brüdern und Schwestern vergnügen?
Siehe, wir armseligen Menschen haben ja ohnehin wenig Erheiterndes auf dieser mageren Erde! Müssen wir auch noch unsere gegenseitigen geselligen Besuche und Besprechungen gänzlich meiden, so bleibt uns dann ja rein nichts übrig, als sich irgendwo in ein Loch einzupferchen und daselbst zu nagen an der eigenen trübseligsten Langeweile!
Daher möchte ich Dich, o Herr, doch wohl bitten im Namen aller meiner Brüder und Schwestern, dass Du in dieser Hinsicht Deinen Willen ein wenig nur mildern möchtest! Wäre es denn Dir nicht wohlgefällig, mir eine Regel zu geben, ja ein Gesetz sogar,
nach dem irgend Gesellschaften dennoch stattfinden dürften?!“
Und der Herr sprach darauf zum Ohlad: „Ich wusste es ja, dass auch du noch ein kranker Esel bist; darum verlangst du solches von Mir wider alle Meine Ordnung!
Siehe, du Ochs, auf der Erde Boden wachsen gesegnete und verfluchte Pflanzen, Gesträuche, Bäume und Früchte; die gesegneten entstammen dem Himmel, und die verfluchten der Hölle. Die Früchte der letzten Art sind nicht selten anlockender als die der ersten. Möchtest du da nicht auch sagen: ,Herr, nimm ihnen das tödliche Gift, auf dass wir sie genießen können, gleich wie die gesegneten?‘
Ich aber sage dir: Das tue Ich nimmer; denn Ich habe ohnehin auf eine verfluchte dreißig gesegnete gesetzt, und das wird doch genug sein! Dazu steht es dir noch frei, die verfluchten Pflanzen auszurotten und dafür lauter gesegnete anzubauen. Ist das nicht genug?
Also habe Ich auch dem Menschen eine Gesellschafterin und eine Gehilfin gegeben, und siehe, der erste Mensch Adam war damit zufrieden! Wollt ihr denn mehr sein, als da war das erste Menschenpaar auf der Erde?!
Hat nicht ein jeder Vater seine Kinder und desgleichen eine jede Mutter?! Und hat nicht ein jeder Hausbesitzer sein Gesinde, seine Knechte und Mägde, die auch Menschen sind?! Was will er da noch mehr?
Adam hatte nur ein Weib und später seine Kinder und hatte keine Knechte und keine Mägde, – und siehe, er war damit zufrieden! Warum wollt ihr denn mehr, als da aus Meiner Ordnung dem Adam gegeben ward?!
O ihr Nimmersatte, darum wollt ihr mehr, weil ihr an Mir kein Genüge habt! Ich bin euch zu wenig; – darum wollt ihr Unterhaltungen der Welt! Darum wollt ihr lachen und klatschen und spielen in munteren Zirkeln, weil Ich euch langweile!
Adam hatte an Meiner Gesellschaft genug, und der Eva genügte der Adam und ihre Kinder; darum lebte er neunhundertdreißig Jahre zufrieden ohne Gesellschaftsspiele! Warum wollt ihr denn mehr?
Ich aber sage dir, da Ich dich schon gesalbt habe: So ihr euch besucht in Meinem Namen, wie es Adam tat bei seinen Kindern sogar, dann soll auch jede Gesellschaft gesegnet sein; denn wo zwei oder drei in Meinem Namen versammelt sind, da bin Ich mitten unter ihnen!
Wo sich aber irgend Besuchsgesellschaften bilden wegen was immer für weltlichen Vergnügen, da soll der Satan unter ihnen sein und soll nach seiner Lust erwürgen seine Kinder!
Frage Mich daher nicht wieder – willst du Mich nicht zum letzten Mal gefragt haben –, sondern gehe eilends, und erfülle Meinen Willen! Amen.“

„Auf diese Rede schlug sich der Ohlad auf die Brust, verneigte sich dann tiefst vor dem Altar und ging dann sogleich hinaus zu den neunundneunzig harrenden Brüdern, berief da sogleich den Danel zu sich und sagte zu ihm alles, wie er es vom Herrn vernommen hatte.
Danel aber sprach dagegen: „Fürwahr, so du mir diese Sachlage nicht mit einem so erhabenen Ernst nun dargetan hättest, ich könnte es kaum glauben, dass der große, erhabene, heilige Gott Sich mit solchen Kleinigkeiten abgäbe! Es muss aber dennoch etwas daran gelegen sein, da uns der Herr bei Nichtablegung dieses also offenbaren Lasters Seine Gnade vorenthalten will und will uns dafür geben nur ein bitteres Gericht! Ich werde sogleich des Herrn Willen bekanntmachen! Für mich und mein Haus stehe ich gut; da wird sicher keine Gesellschaft mehr gegeben und keine mehr besucht außer in der Art, wie es der Herr haben will, in Seinem allerheiligsten Namen nämlich nur! Aber was da die übrigen betrifft, so kann ich natürlich nicht gutstehen, was sie darauf machen werden!“
Und der Ohlad sprach: „Das kümmere vorderhand weder dich, noch mich; da wird schon der Herr das Seinige tun!“
Darauf kehrte sich der Danel sogleich zu den achtundneunzig, wie zu den Kindern und Weibern, und machte ihnen den Willen des Herrn bekannt gerade also, wie er ihn vom Ohlad vernommen hatte. Die Männer kehrten sich bald danach; aber die Weiber und die erwachseneren Kinder fingen an zu schluchzen und mitunter heimlich gar zu weinen und zu schmähen und sprachen: „Das kann Gott nicht geredet haben! Das ist eine Erfindung Ohlads, der zehn Zauberer von der Höhe und nun auch des berühmten Danels, der seinen Mantel allzeit gehörig nach dem Wine zu drehen versteht! Warum sollen uns denn nicht auch in einer Gesellschaft mehrere Männer lieben? Warum sollen wir denn nur für einen Mann allein dasein und uns allein für einen putzen und schönmachen? Warum sollen unsere Töchter nicht die Gelegenheit haben, allerlei Bekanntschaften mit der jungen Männerwelt zu machen, auf dass sie sich daselbst den ihnen am meisten zu Gesicht stehenden Mann erwählen möchten? Und warum sollen unsere Söhne nicht die Mädchen kennenlernen? Sollen sie denn am Ende weiberlos verbleiben? Wo aber, außer in gesellschaftlichen Zirkeln, bietet sich wohl eine Gelegenheit dazu?! Zudem besuchen wir ja ohnehin nur lauter honette, altadelige Häuser und werden von ihnen wieder besucht! Gott kann gar nicht weise sein, wenn Er so etwas von uns verlangt! Täten wir dabei etwas Schlechtes, so wäre das etwas anderes; aber wir vergnügen uns dabei ja nur allzeit auf die unschuldigste Weise von der Welt! Wie soll, wie kann das einem weisen Gott zuwider sein?!“
Der Danel aber sprach zu ihnen: „O ihr Weiber, ihr murrt über die Anordnungen Gottes! Wisst ihr nicht, wie Er noch allezeit die Widerspenstigen gezüchtigt hat?! Zu kleinlich kommt euch hier die Sache vor, um die Sich hier Gott annimmt; deshalb sagt ihr, Gott müsse nicht weise sein! O ihr blinden Törinnen! Wer erschuf denn das kleine Mücklein, wer die Blattmilbe, wer die zahllosen Würmchen in einem Sumpfe, wer die Haare eures Hauptes? Sind das nicht lauter höchst unbedeutend scheinende Dinge?! Und dennoch gibt Sich der große Gott mit ihnen ab! Wer außer dem Werkmeister aber weiß es besser, was seinem Werke
frommt?! Wenn uns aber hier der große Werkmeister Selbst die Lebensregeln gibt, sollen wir
sie da nicht sogleich allerdankbarst annehmen und befolgen?!
Scheint euch das Übel auch klein und nichtig zu sein, weil ihr euch daran schon gewöhnt habt, soll es darum auch bei Gott also sein? Oh, der Herr wird Sich ewig nie nach unserer großen Torheit richten; wohl aber liegt es an uns, Seinen Geschöpfen, dass wir uns richten nach Seinem Willen, – denn Er allein weiß es ja nur, was uns frommt!
Vergiftet aber nicht ein Tropfen Giftes schon zehn Maß Wassers also, dass wir es nimmer heilsam und unschädlich genießen mögen?! So man aber einen gesunden Wassertropfen in zehn Maß Giftes täte, wird dieser das Gift auch also entgegen unschädlich machen?
Also ist der Tod mächtiger denn das Leben, und wir können es gar leicht verlieren! Daher heißt es, die Regeln wohl betrachten und danach leben, wie es der Herr des Lebens will! Versteht mich, und murrt nimmer! Amen.“
„Nach dieser Rede Danels traten mehrere Jünglinge und Weiber zusammen und richteten folgende Rede an den Danel, sagend nämlich: „Geehrter und hochansehnlicher Gefährte unserer Männer und Väter! Wir haben deiner Rede mit der gespanntesten Aufmerksamkeit zugehört und haben so manches deiner Rede wahr und gut gefunden, manches aber wohl auch unverständlich! Wir fragen dich daher, was du mit dem Tropfen Giftes in den zehn Maß Wassers und dann wieder umgekehrt mit dem Tropfen Wassers in den zehn Maß Giftes so ganz eigentlich hast sagen wollen, und was mit dem, wie wir im Namen Gottes wohl in Gesellschaften zusammenkommen dürften! Gib uns über diese zwei Hauptpunkte näheren Aufschluss, auf dass es uns darüber helle werde!“
Und der Danel nahm da sogleich alle seine Sinne zusammen und sprach darauf: „Also hört mich denn an; ich will mit der Gnade des Herrn, die dort aus Seinem Heiligtum mich hell anstrahlt, euch die Sache so klar vor eure Augen stellen, als wie klar da scheint die Sonne am hellsten Mittag, die jetzt freilich wohl nicht scheint, weil sie von den dichtesten Rauchmassen, welche den brennenden Bergen entqualmen, überdeckt ist!
Ihr seid Gefäße vom noch gesunden, lebendigen Wasser, welches da ist euer Leben aus Gott; die Gesellschaften aber sind das Gift für euren lebendigen Geist, und das aus dem Grund, weil ihr in denselben durch allerlei dummes Geklatsch und Geplauder, durch das euch so dummsüße Sich-ehren-Lassen – gewöhnlich auf Kosten schmählicher Erniedrigung und Ehrabschneidung anderer, meistens harmloser Menschen – und durch noch allerart dumme und eure Lachlust kitzelnde Spiele Gott stets mehr und mehr vergesst und am Ende in eurem zu oft angeregten Hochmutskitzel zu denken und förmlich einzusehen anfangt, als sei alle Welt bloß nur euretwegen da, und als hänge von eurem Geklatsche und von eurer Gunst das Heil der ganzen Welt ab! Seht, das ist wider alle Liebe des Nächsten, daher wider die göttliche Ordnung und daher ein Gift für das Leben eures Geistes, der euch als ein gesundes, lebendiges Wasser von Gott ursprünglich ist eingehaucht worden!
Ein Tropfen von diesem Gift – das ist so viel wie eine noch so kleine und unschädlich scheinende Visite im Namen der Welt in euch – vergiftet leicht den ganzen gesunden Geist, auf dass er dann ohnmächtig wird, in eurer Seele dahinsinkt und eben dadurch aber eure Seele anregt, dass sie dann sehr hochmutskitzelhaft empfindlich wird und stets mehr und mehr zu suchen anfängt, wie und wo sie die rechte Anerkennung ihrer Hoheit finden möchte!
Und das alles tut sie darum, weil sie zufolge der Erlahmung des vergifteten Geistes keinen Leiter nach oben mehr hat und sich am Ende selbst als das herrschende Lebensprinzip ansieht, was aber im höchsten Grad gefehlt ist aus dem zwar geheimen, aber dennoch allerhöchst wichtigen Grund, weil unsere Seelen als lebende Substanzen unserer Leiber von unten her sind, und nur allein der Geist ist von oben her, um die abgefallene Seele von ihrer alten Schlacke zu erlösen in der Zeit dieses irdischen Lebens! Solches aber kann nur durch die Gnade Gottes dann geschehen, so wir nicht alles Mögliche aufbieten, um unsern Geist zu verderben, sondern unser Leben nach dem heiligen Willen dessen einrichten, der es uns als ein allerhöchstes Gut für ewig gegeben hat. Ich meine nun, dass es hinreichend klar genug dargestellt ist, was da besagt ein Gifttropfen in zehn Maß gesunden Wassers!
Was aber da den Gegensatz betrifft, so ist er wohl zu klar, als dass man darüber viele Worte verlieren sollte! Wenn ein Mensch einmal ganz verdorben ist, wird ihn ein Wort der Wahrheit wohl bessern?!
So wenig man einen mächtigen Brand mit einem Tropfen Wassers zu löschen imstande sein wird, ebenso wenig wird auch eine gute Ermahnung bei einem weltlich Verdorbenen auszurichten vermögen! Geht hin zu einem Bergbrand, und löscht denselben mit einem Tropfen Wassers, wenn ihr es könnt!
Also habe ich jetzt in euch schon gar viele gesunde Tropfen des lebendigen Wassers fallen lassen; aber eure alte Leidenschaft lodert noch, und ich halte sie noch nicht für gelöscht, und es wird noch sicher über euch ein ganz mächtiger Wolkenbruch sich ergießen müssen, bis ihr vollends erlöschen werdet in eurer großen Torheit! – Ich meine, das wird doch auch klar genug geredet sein?!
Was aber die im Namen Gottes allein gerechten Visiten betrifft, so ist das wohl an und für sich zu klar, als dass ich mich darüber weitläufiger ausdrücken sollte!
Beachtet daher dies Gesagte zuvor genau in euch, und es wird sich dann schon von selbst hervortun, wie wir uns im Namen Gottes besuchen sollen! Versteht solches wohl im Namen Dessen, durch dessen Gnade ich also zu euch habe zu reden vermocht!“ [HGt.03_181.02- 184,15]

„Liebe Freunde, Brüder und Kinder! Ich, der Herr, euer Gott, Vater, Meister und Bruder, Ich, euer Lehrer und Führer, mache euch kund und zu wissen, dass Ich es allezeit wie jetzt gern sehe, so ihr irgend zusammenkommt in Meinem Namen und führt da gute Gespräche von Mir und von der Liebe des Nächsten. Denn derlei gute Reden erheitern den Geist und erfreuen das Gemüt, und das ist gut. Denn ihr sollt wohl allezeit fröhlich sein in Meinem Namen und auch euren Leib erquicken mit guter Speise und gutem Trank im gerechten Maß und Ziel.“ [HiG.02_47.03.14,01]


Vergnügungsstunden
„Was aber die „heiteren und lebensfrohen Stunden“ betrifft, da sage Ich dir nichts als das: Werden außer Mir lebensfrohe und heitere Stunden gesucht, siehe, da muss Ich als Allwissender dir offen gestehen, dass Ich da wahrlich nicht weiß, ob solche außer bei Mir noch irgendwo zu finden sein werden. In Meiner heiligen, unendlichen Allheit gibt es keine solche! Und somit dürften solche lebensfrohen und heiteren Stunden wohl nur künstliche Griffe des Satans sein, die da gleichen den reizenden Genüssen in eitlen Träumen, durch welche die ganze Natur verderblich betrogen wird. – Wem Ich als größte Erholung nicht genüge, der ist wahrhaft ein Sohn Meines größten Feindes.“ [HiG.01_41.02.02,07]

„Die Unterhaltung ist ein Vergnügen des sterblichen Menschen, durch welches er sich zeitlich den ewigen Tod versüßt. Ja, ein solches Vergnügen ist darum eine wahre Unterhaltung, weil der Geist dabei zu unterst gehalten wird – und die tote Lust des Todes zu oberst!
Konversation, wie sie in der Welt üblich ist, ist ein barster „Zapfenstreich“ für den Geist! – Beim Soldaten folgt zwar auf den Zapfenstreich ein früher Tagesweckruf, weil die Naturwelt dem steten Tag- und Nachtwechsel unterworfen ist. Aber für den Geist gibt es nur einen Tag oder eine Nacht. Wenn für die Nacht des Geistes aber einmal der Zapfenstreich getrommelt wurde, da wird schwerlich mehr ein Tagesweckruf folgen einer unendlichen Nacht. – Verstehst du nun die „Konversation der Welt“?
Die Reunionen, wie sie jetzt gehandhabt werden unter Ballmusik, Fraß und Hurerei aller Art, wenn auch bei dreifacher Wachsbeleuchtung und freiem Eintritt, sind im Ernste wahrhafte Reunionen der Menschen zum ewigen Tod. Denn die Menschen ergreifen hier mit vereinten Kräften das Ruder am Lebensschiff, um desto schneller und sicherer auf die angenehmste Weise von der Welt in den ewigen Tod hinüber zu segeln! – Dass sie dieses Ziel nicht leichtlich verfehlen, sorgt schon der Fürst der Nacht und des Todes! – Das also ist die „Reunion der Welt“.
Visiten sind gegenseitige Erkundigungen, ob jemand im Geist noch tot ist – und sind aber dann auch wieder gegenseitige Komplimente über das ruhige Wohlbefinden im Tode. Denn findet ein Visitant jemanden lebendigen Geistes, da wird er ihm nicht mehr viele Visiten machen. Denn er ist in der Furcht, dass der Lebendige möchte zu ihm sagen, dass er, der Visitant, ein Toter ist! – Beim Toten aber hat er das nicht zu befürchten. –
Verstehst du das?“ [HiG.02_43.09.27,02-05]
„Siehe, in deiner vermeinten Freiheit bist du nur ein Sklave deines Fleisches, deiner Begierden und deiner freien Weltlust unter den Menschen, mit denen du gerne tolles Zeug plauderst und hintendrein lachst über deine eigenen Torheiten.“ [HiG.01_40.11.04,33]


Bälle und Vergnügungsstätte
„Es ist eine Tanzunterhaltung, eine „Réunion“ und ein „Ball“ ein offenes Grab voller Unrat. Das „Casino“ ist ein Aas(-haufen) von großen toten Amphibien. Und eine solche „Ressource“ ist ein Abgrund, da in der untersten Tiefe der Satan ein blumengeziertes Fass aufgestellt hat, damit man den hie und da doch mancher geistig empfindlichen Nase sich bemerklich machenden groben, verführenden Gestank seines Unrates nicht merken solle.
Wenn der Weisheit schon weniges genügt, so habe Ich dir mit diesen kurzen Worten alles gesagt. Aber es sollen auch deine Freunde sich davon ein Notabene nehmen. Und so ist es noch nötig, ihrer beschränkteren Einsicht wegen, noch ein paar Worte hinzuzufügen.
Der Satan nämlich hat mit Leidwesen und vielem Ärger gesehen, dass in dieser Stadt mehrere bessere Familien sich seinen belustigenden Verführungen, des Gestankes wegen, nicht haben fügen wollen. Darum hat er nun ein Mittel erfunden, nämlich in einem unendlich tiefen Abgrund, da hat er zuunterst ein großes, wohlverschlossenes Fass aufgestellt; den Abgrund der Hölle aber hat er wohlverdeckt mit schönen, sehr glatten Brettern und den Abtritt geziert mit sehr wohlriechenden Blumen der Welt – damit ja niemand etwas Arges auch nur ahnen solle!
„Denn“, sagte er sich selbst, „hier will ich mir eine gute Mahlzeit bereiten und will vom zarten Fleisch der Kinder zu leben anfangen und nicht immer das zähe Fleisch der ausgemergelten Huren fressen; die sollen in der Zukunft meine (Höllen-)Engel verkauen und verdauen. Ich werde mich hinter den wohlriechenden, anlockend schönen Blümchen verborgen halten, da mich niemand bemerken soll. Und so dann die blumensüchtigen Kindlein hinströmen, werde ich sie ergreifen, verschlingen, verdauen und sie als feinen Unrat hinunterlassen ins Fass im Abgrund. Da sollen dann die Eltern sehen, wie sie dieselben von da wieder herausbekommen, so wahr ich, Satan, der Mächtigste bin! Einen Fixstern vom hohen Himmel zu reißen, soll ihnen leichter sein, als da heraus auch nur ein Haar eines Kindes, sei's eines Fräuleins oder auch Jünglings, zu retten!“
Da habt ihr geoffenbart des Satans eigenes Wort und eigenen Plan! – Was meinet ihr, wie Mir eine solche Anstalt gefalle?!
Ich habe euch jetzt väterlich und göttlich fürsorgend die große Gefahr in aller Meiner unbestechbaren Wahrheit gezeigt. In der ganzen Tiefe seiner Bosheit steht der Satan entblößt vor euch, Meinen wenigen Kindern. Daher beherziget wohl Meine Liebe und diese aus ihr fließende große Gnade eures heiligen Vaters und seid auf der Hut! Denn wer den Feind sieht, der kann ihn fliehen. Wehe aber den Blinden und Tauben und denen, die sich nicht kehren werden nach Meinem Rat! Ich will eher in allen Höllen Meine Engel senden, zu bekehren die Verirrten und erleuchten die Finsternisse alldort, als dass Ich ein solches Fass auch nur mit einem erbarmenden Blick ansehen würde! – Amen. – Wohlgemerkt, das sage Ich, Gott von Ewigkeit. Amen.“ [HiG.01_40.07.17.a]

Tanz und Tanzmusik
„Was jedoch den befragten Tanz betrifft, so habe Ich schon hinreichend gezeigt, welches Wohlgefallen Ich daran habe und was er für Folgen hat. Nur so viel setze Ich hinzu, dass ja keiner unter was immer für Namen und Art beschönigend sich entschuldigen möchte, sonst wird er nimmer von seinem „Dreher“ los werden. Denn wie es im Gehirn einen solchen Wurm gibt, als eine böse Krankheit, den ihr den Dreher nennt, so gibt es auch einen „geistigen Dreher“, der viel schwerer als der natürliche zu heilen ist und der nun eine allgemeine Pest geworden ist.
Eltern aber, die da ihre Kinder im Tanze unterrichten lassen, legen sich selbst eine große verantwortliche Last auf den Hals, wenn dadurch ihre Kinder von was immer für bösen Geistern verdorben werden. Entweder die Mädchen in der Fruchtbarkeit, in ihrer Reinigung, in ihrer heimlichen Zucht, in ihrer Sittlichkeit des Herzens, im wahren Glauben und in der reinen Liebe zu Mir und daraus dereinst zu einem allfälligen Gatten, im häuslichen Fleiß und in wahrer christlicher Tugend, Geduld, Sanftmut, Beharrlichkeit in allen Prüfungen und Nöten, ja sogar in dem jedem Weib so nötigen frommen Frohsinn, allzeitigen Nüchternheit, Frische, Heiterkeit und Munterkeit ihres keuschen Gemütes und stillen Ruhe des Geistes. Oder die Knaben durch Unlust zu allen ernsten Betrachtungen in der Gottesfurcht, in der geheimen Zucht, in der zu frühen Entwicklung des Geschlechtstriebes und dadurch hernach aber auch in allem, was Mich, den Urheber alles Guten und Wahren der Liebe, betrifft. Sehet, so solches geschieht und auch notwendig geschehen muss, so denkt selbst, wer daran schuld ist und wer es dereinst zu verantworten haben wird! Und ihr werdet dann gleichen jenem Feigenbaum, der fruchtlos dastand, während es Mich unter seinen Zweigen hungerte. Denn ihr Eltern seid solche Feigenbäume, eure Kinder aber sind die Frucht. Sind diese aber verdorben worden durch den bekannten „Dreher“, so oder so, da wird frühzeitig die Blüte und Frucht abfallen von den Zweigen. Und wird der Herr vorüberziehen und den Baum leer finden, so wird Er tun, was Er getan hat mit dem Feigenbaum! – Das merkt euch wohl, ihr Eltern, und bedenkt, wer Der ist, der euch solches sagt!“ [HiG.01_40.12.14,10ff]

„Siehe weiter den verfluchten Tanz! Dieser ist den Dampfgelegenheiten gleich, mittels welcher man sowohl in leiblicher, aber noch viel mehr geistiger Hinsicht mit wahrhaft riesenhafter Schnelle das doppelte Grab erreichen kann! Der Tänzer und die Tänzerin führt den Tod unter den Armen. Was soll dann Ich mit ihnen machen? Ich lasse sie gehen, denn sie haben ja schon ihren Lohn, um den sie sich so zerschwitzt haben!“ [HiG.02_41.12.17.a,1; s.a. Er.01_059,06]

Verschiedene Wege
„Warum hat denn der Herr den Aposteln nicht nur geboten, die Welt und ihre Wege zu fliehen, sondern Er sagte ihnen: „So ihr in eine Stadt einkehrt und nicht aufgenommen werdet, allda bleibt nicht, sondern da ihr hineingegangen seid, da kehrt alsbald zurück, nehmt euren Frieden mit und schüttelt den Staub vor dem Tor von euren Füßen“ (Matth.10,14). So aber der Herr den Aposteln gebot, den ganz unschuldig scheinenden Staub abzuschütteln, der an ihren Füßen kleben blieb, da sie doch als Seine Boten voll heiligen Geistes in Seinem Namen eine solche Stadt betraten, was glauben Sie wohl, liebe W., was der Herr sagen wird zum Staub, der am Fuß eines Tänzers oder einer Tänzerin kleben bleibt, der da erzeugt wird in der Reitschule des Satans!? – Oder lehrt uns nicht schon die Natur selbst, eine wie geringe Portion Giftes schon hinreicht, dem Menschen das Leben zu nehmen, während in der ganzen Natur uns auch nicht ein Mittel bekannt ist, das da eine ebenso große Heilkraft besäße, um den Kranken ebenso schleunig gesund zu machen, wie schnell ein Gran Giftes den Gesunden tötet? Und von einem Mittel aber, den Toten wieder lebendig zu machen, schweigt die ganze Natur, während sie doch zahllose tödliche in unabsehbarer Menge besitzt.
Und sehen Sie, wie uns schon der Herr durch die Natur lehrt, so lehrte Er einst die Apostel und lehrt Seine Liebhaber noch zur Stunde im Geist laut sprechend, indem Er uns noch dieselben heiligen Worte beständig zuruft: „Hört, ihr finsteren Menschen dieser Welt, Ich allein bin der Weg und das Leben, wandelt auf Meinem Weg! Niemand kann zum Vater gelangen anderswo denn durch Mich; denn Ich allein bin der rechte Weg und die Tür zum Herzen des Vaters – und bin das Herz oder die ewige Liebe des Vaters Selbst.
Sehen Sie, daraus aber geht ja doch übersonnenklar hervor, dass es somit fürs ewige Leben nur einen Weg und nur ein Mittel gibt, weil der Herr, der ganz allein nur der Weg und das Lebens-Mittel ist, nur ein einziger Herr, nur ein Vater, ein Christus und ein und derselbe heilige Geist aller Macht und Kraft und Liebe und allen Lebens ist, – während es unzählige und unendliche Scharen der Satane und Teufel als Herren der Verdammnis oder des ewigen Todes gibt, von denen jeglicher seine eigenen listigen Wege zum Tode führend besitzt.
Wenn man aber nun diese ewig unumstößliche Wahrheit so recht betrachtet, so wird es hernach gewiss nicht schwer werden, zu begreifen, warum der liebevollste Herr des Lebens die Apostel vor dem Staub gewarnt hatte, und warum sich jeder christlich sein sollende Mensch noch unendlichmal mehr vor jenem Staub hüten soll, der gar so unglaublich tödlich in des Satans Reitschule aus dem vertrockneten Schlamm aller Unzucht und Hurerei und in so unglaublicher endloser Menge aufgestampft wird mit den verächtlichsten Füßen aller Heuchelei, alles Truges und aller erdenklichen Verführung! […]
Siehe, damit ist getreu dir wiedergegeben dein Traum als eine freie Zugabe zur Bereicherung Meiner Gnade in dir und allen jenen, die ihn in ihren Herzen fruchtbringend gleich dem besagten Steine hoch aufrichten werden, – dass sie dadurch dann sich und die Welt in sich gar leicht werden erkennen, was gerade jetzt um so mehr not tut, da Meine siebente und letzte Ankunft knapp vor der Türe steht. Seht nur an den Feigenbaum, und ihr werdet es finden, dass es so ist! (Matth.24,32. Luk.21,29) Wer die Welt nun noch liebt und Mich neben ihr, wahrlich, wahrlich, der wird nicht aufgenommen werden von den zweien auf dem Feld, in der Mühle und im Bett! (Matth.24,40 f.) Darum bewahrt eure Füße vor dem Staub der Welt, damit nicht sobald die Pforten Meines Reiches vor euch abgeschlossen werden auf ewig. Denn so ihr schon heiklig seid mit den frisch gewaschenen Böden eurer Gemächer, da ihr doch voll Schmutzes seid außen und innen, um wie viel mehr werde Ich mit Meiner heiligen Stadt es sein! Das bedenkt wohl, ihr Weltbestaubten, und Wer der ist, der solches redet amen; denn Ich, der Anfang und das ewige Omega selbst bin Es, amen, amen, amen. (Joh.4,10, Offb.Joh.1,8).“ [HiG.03_41.01.02,26-42]

Mögliche Folgen von Tanz und anderem mehr
„Nun sehe, da Ich dir hier gezeigt habe des Leibes Besessensein, so habe Ich dir auch gezeigt das geistige Besessensein der Menschen. Denn es verhält sich mit dem geistigen gerade also, wie mit dem leiblichen. Und es ist solches Besessensein darob nun so normal geworden, dass es die Menschen gar nicht mehr merken, welch scheußlichen Mutwillen die bösen Gäste mit ihnen treiben. Ja, so sehr sind die Menschen jetzt „besessen“, dass in ihnen das Bösgeistige und ihr Eigenes völlig eins geworden ist. Da spricht der böse Geist nur für sein Haus und das Haus für seine schnöde Wohnpartei.
Denn da sind Tanz, Hurerei, Groll, Schelten, Fluchen, Rauben, Stehlen, Lügen, Stolz, Hochmut, Prahlerei, Ehrabschneidung, Neid, Geiz, Hoffahrt, Fraß, Völlerei, Spott und Hohn gegen alles Mich betreffende, Pracht, Mode, Luxus und dergleichen Eigentümlichkeiten nichts als vollkommene, untrügliche Zeichen des allerintensivsten Besessenseins.
Wer es nicht glauben will, der versuche nur schnell die empfohlene Diät des Geistigen in der Selbstverleugnung und nehme mehrere kleine Dosen Meines Wortes ein, und wahrlich sage Ich, er wird sich bald überzeugen, welch ein „Herr“ da in ihm wohnet. Und wird dieser durch Mich hinausgeschafft, dann werden diese Bestien gleich die ganze Welt gegen einen solchen Befreiten reizen. Wer daher nicht glauben möchte diesem Wort, der versuche nur die „Homöopathie des Geistes“, und er wird sich alsbald überzeugen, dass Ich, die ewige Wahrheit, treu bin in jeglichem Meiner Worte. Aber es ist die allgemeine Auszeitigung nicht mehr fern! – Dann dreimal wehe dem Inhaber solcher Güter! – Amen. Das sage Ich, die urewige Wahrheit Selbst!“ [HiG.01_41.01.30,11-16; s.a. Er.01_059,06ff]

Streben der Menschen in dieser Zeit
„Diese an sich ganz wertlose und Mir höchst zuwidere Sache [Pferdewettrennen] ist aber dennoch ein treffliches Bild der Menschheit und ihres Strebens in dieser Zeit.
Der Wirkungskreis der jetzigen Menschen ist gleich einer solchen Wettrennbahn, in der jeder nach Kräften sich zu Tode rennt, aber dennoch nicht um ein Haarbreit weiterkommt. Denn von dem Standpunkt (des Todes nämlich), von wo er ausläuft, auf demselben Standpunkt bleibt er auch stehen – gewöhnlich für die ganze Ewigkeit.
Das dreimalige Herumrennen aber entspricht dem dreifachen Weltrennen der Menschheit. – Es ist gleich dem, wie da ein Mensch in seiner frühen Jugendzeit einmal einen fleischlichen Sündenzyklus in aller Eilfertigkeit und mit überaus großem Leichtsinn durchtobt mit Fressen und Saufen, Mode und Hurerei, Tanzen und Spielen und dergleichen mehr. – Nach diesem ersten Rennen kommt der sogenannte männliche, zweite Zyklus, bestehend aus Lug und Trug, Neid und Geiz, Scheelsucht und Ehrabschneidung, Stolz, Hochmut und Herrschsucht, Gewinn-, Gold- und Geldlust, Lieblosigkeit, Unbarmherzigkeit, Unglaube und endlich volle Gottlosigkeit und dergleichen mehr.
Darauf kommt dann das dritte Rennen, wenn so ein „Weltwettrenner“ sich nicht schon beim ersten oder zweiten Durchrennen seiner Weltwirkungs-Kreisbahn zu Tode gerannt hat. Dies dritte Rennen heißt die Altersschwäche des Leibes und noch mehr der Seele und gar am allermeisten des Geistes und ist nur im tempo moderato von den ersten zweien unterschieden. Es entspricht auch dem alten Sprichwort „Jung gewohnt – alt getan“.
Und so gleicht ein „Rennen“ dem andern auf ein Haar. Und der Mensch, der solche Bahn durchlaufen hat, bleibt sich gleich und ist dann im Alter auch selten um ein Haar besser, als er es in seiner Jugend war.
Der Lohn, eine wertlose (Ehren-)Preisfahne bei der heutigen Wettrennerei, ist eben auch völlig dieser gleich – nur mit dem Unterschied: der Wettrenner bekommt sie in die Hand und gibt sie daheim wieder ab für einen ferneren gleichen Zweck; der Weltwettrenner aber wird damit zugedeckt, aber auch nur zum Schein; denn am Grab wird diese Ehrenfahne (das verschiedengradig eitelverzierte Bahrtuch) ihm ebenfalls wieder abgenommen für einen ferneren gleichen Zweck bei einem anderen Weltrenner! Diese Fahne ist dann bei gar vielen auch ein Siegeszeichen und Aushängeschild, dass der Tod über sie gesiegt hat, und nicht sie über den Tod! – Ein trauriger Preis für so viel eitle Mühe und Arbeit in dieser Welt – für diese Welt!
Ganz am Ende kommt noch das: „sonst nichts als die gewöhnliche Gage!“ Diese ganz gewöhnliche Gage für all die eitel törichten Weltrenner ist das jedermann wohlbekannte Grab, die Verwesung, und anstatt der Auferstehung der ganz gewöhnliche ewige Tod oder die Hölle!“ [HiG.02_47.07.18,02-08]

Satans Jäger und Gejagte
„Wisse, dass der Fürst der Finsternis unablässig Jagd macht auf alle Menschen und sie sämtlich als das Wild seines großen Revieres betrachtet. Und war er früher nur ein Raubjäger, so hat er sich aber jetzt auf eine kurze Zeit zum Jagdinhaber aufgeworfen und weiß daher sein Wild zu schonen bis zur bestimmten Zeit, da er dann wieder eine große Treibjagd gibt, um mit reicher Beute beladen heimzukehren.
Solche „Jagdzeiten“ aber sind vorzugsweise jene öffentlichen Belustigungen, Krieg, Zwietracht, Hurerei und dergleichen mehreres. Und da sind Tänzer, Krieger, Neider, Hurer und so fort nichts als gehetztes „Wild“. – Wohl denen, die sich noch frühzeitig vor der Hetzzeit in Mein Revier geflüchtet haben, so ihnen die Ahnung oder Meine fernrufende Stimme verkündete, was da kommen wird gar bald über den Forst des Satans! – Wehe aber den Gehetzten, wahrlich sage Ich, des Beute sie geworden sind, des sollen sie auch bleiben!
Wehe den Musikern, die da stoßen gar eifrig Tag und Nacht in die Jagdhörner des Satans, um das Wild zu betäuben und zu hetzen zu dem tödlichen Feuerrachen des Fürsten aller Teufel! Hört, ihr getreuen Söldlinge des Satans, die ihr die Sprache des Himmels stoßet in die Posaune des Todes, euer Lohn wird groß werden im Reiche dessen, dem ihr so getreu dienet!
Höre, du Mein Schreiber, solche können nicht besessen werden, da sie ohnehin selbst zum Jagdgefolge des Satans gehören. O zweifle nicht, dass es also ist, denn die Tanzmusik ist eine trügerisch feine Stimme des Satans und gleichet dem Gesang der Sirenen, von dem die Alten gar weise fabelten. Wer aber solche Stimme führt, ist kein Besessener mehr, sondern einer, der da selbst fangt und Besitz ergreift.
Wehe euch Tanzmeistern und Vortänzern, Ballgebern und Ballmeistern, auch ihr gehöret gleich den Musikern zum Jagdgefolge des Satans und seid wohl brauchbare Schuss- und Treib-Teufel selbst! Euch brauche Ich nicht euren Lohn für dereinst auszusprechen, denn in dessen Amt ihr stehet, der wird euch euren Sold schon ohnehin wohl ausgemessen haben! Ihr seid fleißige und gar treue Diener eures Herrn; jeder Arbeiter aber ist ja seines Lohnes wert! Und so könnt ihr wahrlich ganz vollkommen versichert sein, dass ihr dereinst, und zwar bald schon in der letzten Zeit der großen Lohn- und Preisverteilung durchaus nicht zu kurz kommen werdet! Denn wahrlich, es wird da gehen nach Meinem Ausspruch, und der möchte euch wohl ein sicherer Bürge dieser Verheißung sein!
Siehe, du Mein Schreiber, auch diese sind und werden nicht besessen, sondern überdenke diese Art Menschen wohl, und du wirst gar bald finden, dass sie nichts als Mammons wohlgeschmeidige Diener sind, denen es mit wohlleserlicher Schrift auf die Stirn geschrieben steht: „Erlaubt es uns und gebt uns Geld, und wir wollen euch die ganze Welt vergiften und Tanzsäle errichten, in denen Sonnen ihren Auf- und Niedergang feiern mögen und Erden gleich Erbsen herumkugeln!“ O siehe, für so große und herrliche Pläne wird dereinst ja auch ein gar großer Preis und Lohn folgen müssen! Denn wahrlich, an solchen großdenkenden Geistern leidet der Himmel die größte Armut!
Wehe euch Schülern solcher Meister! – Wahrlich, Ich sage euch, der Fürst der ewigen Nacht hat eure Namen getreu eingetragen in sein großes Buch des Todes. Und der Engel Meiner Gnade hat dafür gleichzeitig dieselben ausgelöscht aus Meinem Buch des Lebens. Und darob werdet ihr einst zu denjenigen gezogen werden, die da sagen werden: „Herr, Herr, wir haben ja Deinen Namen angerufen, wir haben geglaubt, dass Du der lebendige Sohn Gottes bist, haben wir auch keine Wunderfrüchte des Glaubens getragen, so haben wir aber doch geglaubt und waren Zeugen Deiner Gnade und wirkten in der Macht Deines Namens all unser Tun, da wir wohl wussten, dass ohne Deinen Willen ja nicht einmal ein Sperling vom Dache zu fallen vermag!“
Ich aber werde dann so frei sein und werde ihnen keck und trockenweg entgegnen: „Weicht von Mir, ihr Verfluchten und Gehetzten, Ich habe euch noch nie als Mein Eigentum erkannt: Meint ihr, dass Ich ein Räuber und Dieb bin und Mir fremdes Wild zueignen möchte!? Das sei ferne! Dem ihr zu eigen geworden seid, dahin kehrt, damit euch euer Preis werde! Denn Ich kenne euren Inhaber, und Meine Gerechtigkeit geht weiter als ihr es denkt. Und darob soll des Satans sein, was er sich erworben hat, und Mein das nur, was von Meiner Stimme gelockt, früh genug Mein Revier betreten hat.
Es soll dereinst der große Fürst des Todes, dem ihr euch zu eigen gemacht habt, keine Sache wider Mich haben, als wäre Ich je ungerecht gegen ihn gewesen. Sondern da soll dann das Seinige ewig sein und das Meinige ewig Mein verbleiben – und zwar das Seine in des Gerichtes und aller Verdammnis Feuerqual mit und bei und in ihm, wie das Meinige in des Lebens höchster Seligkeit und Wonne mit, bei und in Mir!“
Siehe, du Mein Schreiber, diese „Schüler“ gehören schon zu den Besessenen. Denn wer da besitzt das Gebiet, dessen ist auch das, was darauf Wohnung macht. – So aber jemand zur rechten Zeit der Freilassung, welche die kurze irdische Lebenszeit ist, das böse Gebiet freiwillig und gänzlich verlässt und kommt zu Mir, um auf Meinem Revier Wohnung zu machen, den werde Ich aufnehmen und ihn zu Meinem Eigentum machen. Und Ich werde Mein Gebiet wohl zu verschanzen wissen vor den Feinden und (unbußfertigen,) gehetzten Überläufern, auf dass Mein Gebiet ein geheiligtes bleibe und Meine Einwohner völlig gesichert seien.
Hört aber alle, ihr Gehetzten, das ist Meine Stimme: Wahrlich, sage Ich euch, ihr werdet nicht hineingelassen werden auf eurer Flucht in Mein Gebiet! Denn dessen Name einmal eingetragen wurde ins Buch des Todes, für den werde Ich nimmerdar streiten und widerrechten! Denn es soll ewig das Recht des Grundbuches von Mir gar sehr berücksichtigt werden.
Zu dieser Klasse sollen auch gerechnet sein alle Mode- und Luxushändler, alle die Fabrikanten solcher Scheusalsdinge des Satans und auch alle jene, die dergleichen anrühmen, verteidigen, gutheißen und sogar oft wohlmeinend fördern, wie auch alle jene, die daran teilnehmen und Geschmack daran finden. Und so auch wehe dereinst jenen, die dergleichen wohl verhindern mochten und es nicht taten aus zeitlichen Interessen! Alle diese sollen nie zu Meinem Eigentum werden, wie auch jene nicht, die diesem Wort nicht glauben werden, dass sie gerettet werden möchten.
O zweifle nicht, du Mein Schreiber! Es ist also! Und es werden einst gar viele kommen hin zu Meinem Gebiet und werden da ohne innere Buße Meinen Namen anrufen. Aber wahrlich sage Ich dir, sie werden nicht hineingelassen werden. Und siehe, da wird dann viel Lästerns und Verwünschens vorkommen und werden sich da viele anklammern an das Holz Meines Forstes, um es aus Rache zu verderben. Allein das Mark Meines festen Holzes werden sie nimmer erreichen. Und so Ich alsbald die Bäume Meines Forstes werde reinigen lassen, siehe, da bin Ich ein guter Förster und werde die Äste schon wieder zurechtbringen.
Und dass Ich solches dulde und Selbst aber keine Eingriffe in des anderen Eigentum mache, geschieht, dass dereinst, wie schon gesagt, Mein Feind Mich nicht der leisesten Ungerechtigkeit beschuldigen kann. Daher suche Ich auch niemanden mit Zwang und Gewalt und will nicht jemanden bereden zu Mir, sondern wer da kommt, Mich sucht und pocht an der Tür Meines Gebietes zur rechten Zeit, und zwar laut schreiend und mit aller Gewalt pochend und reißend an der Türe Meines Gebietes, dem will Ich die Türe öffnen und ihn wohl aufnehmen. Aber wer da zur rechten Zeit nicht kommen und nicht schreien und gewaltsam pochen und reißen wird an der Türe, wahrlich sage Ich dir, um dessen Besitz werde Ich mit Meinem Feind nicht rechten, sondern was da kommen wird über Meinen Feind, wird auch kommen über sein erworbenes Eigentum!
Wie aber da gekommen ist der Tod durch den Einen und wieder das Leben durch den Einen – so wird am Ende auch das Gericht gehalten werden gegen jenen Einen und alles wird gerichtet werden durch diesen Einen! – So aber der Fürst der Welt gerichtet wird von dem ewigen Sohn des Vaters, da wird dann auch all sein Eigentum gerichtet werden mit und in ihm. Denn so ihr einen Verbrecher richtet, richtet ihr da nicht zugleich dessen Eingeweide? Und wird sich ein Glied lebend erhalten, wenn der Verbrecher getötet wird?! – Siehe, desgleichen wird auch dereinst, und zwar nicht gar zu lange mehr, geschehen!
Überdenket wohl, was Ich hier gesagt habe! Ich habe noch vieles verschwiegen, doch lasst das Überflüssige!“ [HiG.01_41.02.01,05-21]

Elterlicher Rat
„Schreibe nur zu, denn Ich kenne gar wohl die Frage und die ängstliche Bitte! Aber es ist zu spät, dass Ich darob euch eine Antwort des Friedens geben möchte, bevor da gar bald kommen wird über die drei tanzsüchtigen Töchter des weltfürchtenden Ans. H. eine Antwort Meines Gerichtes! – Denn Ich habe viele Worte des Friedens verschwendet; diese Töchter aber haben nichts davon verstanden und sind schalkhaften Herzens geblieben und sehen ihre Mutter hinterm Rücken mit ärgerlichen Augen an, so ihnen diese, Mir zuliebe, nicht gönnen will, danach ihr Herz gelüstet, und schmähen heimlich jetzt schon jeden, der ein Widerrechtler ihrer Sinnenlust ist oder „verräterisch“ an ihnen handelt.
Siehe, der Tanzboden hat ihre Ohren schon hinreichend abgeschliffen und glatt gemacht, so dass die Stimme Meiner Milde, heimlich verachtet, abprallt und nicht mehr zum Herzen gelangen kann. Daher werde Ich gar bald mit einer anderen Stimme sie heimsuchen, dass sie Mich als Richter solcher weltsüchtigen und welthorchenden Kinder werden erkennen müssen – da Ich ihnen als liebevollster, warnender Vater zu gering war.
Denn sie wissen es so gut wie ihr, dass Mir der ewig verfluchte Tanz unter was immer für einer Form, unter was immer für einer Bedingung und an was immer für einem Ort eines der allerwiderlichsten Laster ist, weil es fürs erste nichts als eine Art sodomitischer Unzucht ist, durch welche sich heidnische Völker zu allen möglichen Ausschweifungen aufreizen ließen; und fürs zweite, weil eben dieses Laster heutzutage sogar unter einem weltlich-moralischen Anstrich gar pflicht-frei, ohne eine Missbilligung, gang und gäbe geworden ist. – Darum soll es nun aber auch tausendmal tausend Mal verflucht sein!
Und fürs dritte ist der Tanz ein allerwiderlichstes Laster, weil er sogar schon die Kinder von Mir gänzlich abwendet und ihre Herzen geistig versteinert, die Mädchen verdirbt und sie häufig unfruchtbar oder doch sehr oft schlecht fruchtbar macht, und die Frucht im Leib schon mit einem oft unwiderstehlichen Trieb nach diesem Laster versieht, der sich dann schon nach wenigen Jahren kundgibt – und weil es noch dazu, wie kein anderes Laster, den Menschen, der sich ihm ergeben hat, nicht nur auf eine Zeit, sondern mit sehr seltener Ausnahme für immer von Mir abzieht, so dass ein solcher sich dann nimmer zu Mir kehren mag, außer durch ein Gericht, welches ihn aber wenig mehr nützen wird. Denn zu dem Ich im Gericht komme, über den ist Mein Zorn gekommen mit dem ewigen Tod!!
Das beste Mittel gegen diese widerliche Sucht aber ist dieses (so ihr es beachten wollt), dass ihr Eltern euch der Welt zwar äußerlich gerade nicht wiedersetzet, aber durch ernste und wohlmeinende Darstellung Meines Willens bei euren Kindern zu bewirken trachtet, dass sie sich selbst verleugnen und selber widersprechen sollen den tollen Anforderungen der Welt. Denn so die Kinder unter was immer für einem verständigen Grund nicht zum Tanz gehen wollen, so wird die Welt die Eltern gewiss in aller Ruhe lassen. Im Gegenteil aber wird ihr alleiniges Bemühen, außer einem gänzlichen Weltbruch, wenig fruchten und nützen. Möget ihr der Welt vernünftigste Gegenreden stellen, so viel ihr nur immer wollt, so wird euch diese allezeit etwas zu erwidern wissen, das euch betrüben wird; und eure Kinder werden von ihr verschlungen werden so oder so und werden am Ende euch in ihren Herzen zu hassen anfangen und eure größten Peiniger werden. – Gestattet ihr ihnen aber, den Anforderungen der Welt zu folgen, da wisst ihr ja ohnehin, welchen Dienst ihr dadurch Mir leisten möget!
O hätte der Ans. H. sich früher an Mich gewendet, statt dass er seine blinde Verwandtschaft fürchtete, so hätte er nun alles gewonnen. Allein er hat Mich damals ärgerlich auf eine Minute zurückgesetzt. So möge er nun auch in allem Ernst schauen, wie er in allem wieder zu Meiner Ordnung zurückkehren wird! Denn Ich werde dereinst mit denjenigen Eltern nicht gut zu sprechen sein, die Mir ihre Kinder anders zurückbringen, als Ich sie ihnen gegeben habe. Denn da soll jeder, der zu Mir kommen will, sein gleich den Kindern. Wenn aber die Kinder, gleich der Welt, voll Ärgernisse sein werden, da will Ich alles zur Hölle schicken und soll die reine Lebenswohnung Meiner Heiligen nimmer befleckt werden mit dem Drachenblut solcher weltverdorbenen Kinder!
Denn hört, es liegt Mir nichts an tausend Welten voll solcher Kinder! Denn Mein Reich und Meine Schöpfung ist unendlich. Und es liegt Mir an Millionen Welten gerade so viel, wie an einem wurmstichigen Apfel, der unreif vom Baume gefallen ist und zertreten wird. Aber jedem von euch muss alles an Mir gelegen sein, so er will, dass Ich ihn ansehe in Meiner Erbarmung.
Der aber Meiner vergessen kann der Welt wegen, nachdem Ich ihm so vieles schon getan habe von Ewigkeit her – wahrlich, den werde Ich seiner Untreue wegen nicht mehr suchen und werde ihn gehen und fallen lassen, dahin er will. Und Ich werde Mich in Ewigkeit nicht mehr um ihn kümmern, da Ich auf ihn nicht anstehe, wohl aber er auf Mich.
Siehe, Ich bin ein überreicher Bräutigam und freie und lasse Mich freien. Wo Ich aber freie, da bin Ich voll Eifersucht; und wehe denen, die Meine Hand ausschlagen! – Wo Ich aber gefreit werde, da bin Ich spröde und schaue Mir die Freier wohl an, ob sie mit Hochzeitskleidern angetan sind? Wehe denen, die mit weltbeschmutzten Händen nach Mir greifen! Diese sollen Meine Gerichte hart treffen!
Denn wer die Welt mehr fürchtet als Mich, der ist Meiner nicht wert! Wer den Menschen mehr traut als Mir, ist Meiner nicht wert! Wer die Armut der Welt fürchtet, ist Meiner Schätze nicht wert! Ja, wer Mich neben der Welt herziehen will, ist Meiner nicht wert! Und ein großer Tor ist, wer Mich nicht zu seinem allerhöchsten Gut macht; auch er ist Meiner durchaus nicht wert und wird einst an der ewigen Armut dafür nagen müssen.
Dir aber, Meinem Knecht, sage Ich, dass du mit diesen dreien tanzsüchtigen Töchtern so lange nichts zu tun haben sollst, bis Ich es dir anzeigen werde. Auch sollst du derzeit keine Silbe mit ihnen wechseln. Denn sie haben dein Wort im Herzen verspottet, darum du nicht ihrer Sache warst.
Sonst, wenn diese drei nicht anwesend sind, kannst du wohl ins Haus des Ans. H. treten und dann der Häuslichen deinen Unterricht geben in der Tonsprache. Aber wohlgemerkt, zu einer anderen Zeit nicht – auch nicht einmal über den Tisch – als bis Ich es dir anzeigen werde! Denn dass Ich das von dir fordere, geschieht aus Liebe für dem Ans. H. und dessen Weib. Das ist alles, was da wohl zu beachten und zu berücksichtigen ist; und ohne dieses ist kein Heil! – Amen! Das sage Ich, die Ewige Liebe noch. Amen. Amen. Amen.“ [HiG.01_41.01.17]

Weltliche Konversationen und liebeernstliche Stunden im Herrn
„Weltliche Konversation aber mit den Kindern von Seite der Eltern ist ein Gift für ihre Herzen; ja Ich sage dir, ein wahres Klapperschlangengift! Und siehe, doch hättest du dazu eher Kraft, Sucht und Begierde, mit deinen Töchtern zu reden wie mit den verteufelten Masken auf einer höllischen Tanzredoute!
Da du dich in solchem nicht zu erkennen scheinst, muss Ich dir es schon deutlich unter die Augen reiben, dass du durch manche solche läppisch-törichten Gespräche und unüberdacht hingeworfenen Wortschlammbröckchen deinen Töchtern bis jetzt mehr geschadet als im eigentlichen, rein geistigen Sinne genützt hast! – Ich könnte dir noch viel mehr des stärksten „Zimmts“ unter deine Augen reiben! Allein Ich habe dir alle die Fehler schon lange nachgesehen, habe dich schon lange gesegnet. Nur das einzig Geringe, das „tägliche Stündchen“, verlange Ich von dir für so viele deiner Gebrechen und Sünden vor Mir, deinem Vater. Und du hast Mich einer Unbilligkeit beschuldigen können, als wenn Meine Liebe und Weisheit unvollkommen wäre, da sie unausführbare Forderungen stelle an die Kräfte der Menschen! Oder meinst du denn, so du Meinen Weg wandeln möchtest, dass Ich dir nicht voll behilflich sein möchte? Habe Ich dir bis jetzt nicht alles liebeernstlich angezeigt, was nur immer dein Haus nachteilig hätte belangen mögen, damit du Mich ergreifen könntest und Ich dir dann hülfe, wie Ich dir noch allezeit geholfen habe!? Und doch konntest du Mich einer Unbilligkeit wegen des leichten Kreuzes beschuldigen! […]
Worin besteht denn so ganz eigentlich die „unerträgliche Last“ deines Kreuzleins? – Siehe, Ich will sie dir noch einmal ganz darstellen! – Diese unerträglich schwere Last besteht in nichts anderem, als dass du dich ein Stündchen im Tage liebeernstlich als Vater und wahrer Lehrer über Meine dir wohlbekannten Wege mit deinen erwachsenen vier Mägden abgibst; aber nicht mit ihnen gleich einem weltlichen Liebhaber schäkerst, was sie verdirbt und dir unheimelig und untraulich macht; sondern, wie gesagt, als wahrer Vater, liebeernst!
So dich aber deine Mägde also als Vater ersehen werden, werden sie sich auch nicht verbergen vor dir und werden dich wahrhaft achten und durch ihr Benehmen auch deine Achtung zu erstreben suchen, indem du sähest auf ihren Geist, aber nicht auf ihren
etwas schöner geformten Leib.
Siehe, der Vater ist der erste Mann, den die Tochter als wahren Mann in ihrem Herzen wohlgefälligst und ehrbarst erkennen soll. Wenn aber dieser erste Mann vor seiner Tochter in aller Schwäche schmachtet und sie an ihm allerlei Schwächen gewahrt – sage Mir dann, welche Richtung wird dann wohl das Herz der Tochter in Anbetracht der anderen Männer nehmen? – Sie wird die anderen Männer dann alle in gleicher Schwäche erschauen. Und wer aus der Zahl der jungen Männer ihr dann nur ein wenig zusagen wird, den wird sie ohne weiteres Bedenken auch sobald wählen, und zwar in der und aus der inneren, losen Siegesfreude, eine schwache männliche Frühjahrspuppe zu ihren Füßen schmachten und seufzen zu sehen! – Siehe, solches ist auch schon zumeist der Fehler bei deinen Mägden! – Sage oder urteile, wie soll Meine Allmacht ihnen da zu Hilfe kommen!
Sollte Ich ihnen etwa durch eine Art unsichtbaren „himmlischen Magnetismus“ ihren schon ziemlich in eine verderbliche Gärung übergehenden Weltgeist, der (verstehe Mich wohl, und unter vier Augen sozusagen) von dir in sie gelegt wurde, wieder also herausziehen, dass in ihnen darüber eine völlige, blinde Vergessenheit entstehen solle? – Sollte Ich sie, auf deutsch gesagt, töten?!
O siehe, dessen bedarf es nicht! Sondern, was da für dich wie für deine Mägde hinreichend ist, habe Ich dir treulichst gezeigt. Beachte es nur sorgfältigst, und die Folge wird dich hinreichend überzeugen, dass derlei Übel auch ohne Allmachtswunder von Meiner göttlichen Seite gar leicht durch deine nur etwas regere Mitwirkung mit Meiner Gnade und Liebe gehoben werden können!
Eifere sie an zum Guten! – Da einige darunter auch Musik lernen, eifere sie dazu an und betrachte diese Sache nicht als nutzlos und geringfügig bei ihnen. Und dein Wohlgefallen darin wird nicht wenig ihre Herzen veredeln und wird sie von vielen anderen, unreinen Gedanken abziehen.
Und wie gesagt, beschäftige dich mit ihnen wenigstens täglich ein Stündchen wahrhaft in Meinem Namen geistig! – Du kannst auch manchmal, da sie wohnen, nachsehen, was sie tun! – Siehst du unter ihnen Augendeutereien oder Flüsterworte tauschen, da lasse dir's nur einige Male gleich laut kundgeben, warum sie also taten; und verweise es ihnen ernstlich und schäkere ja nicht mit ihnen, so wirst du bald sehen, dass, fürs erste, Mein Kreuzlein dir durchaus nicht so schwer ist wie ein Mühlstein einer Mücke; und du wirst dazu auch völlig einsehen, dass Ich nichts Unbilliges in der Tragung dieses Kreuzleins von dir verlange, sondern dass Ich, der heilige Vater, nur allezeit voll Liebe und Erbarmung bin. Verstehe dieses wohl! Amen.“ [HiG.02_42.01.06,07ff]

Das Gefährliche im harmlos Erscheinenden
„So du aber in dir sagen möchtest, dich wundernd, warum der Tanz denn gar so eine gefährliche Hauptsache des Satans sein kann, und solle der Mensch denn auf der Welt niemals sich lebensfroher und heiterer Stunden erfreuen? – Darauf gebe Ich dir zur Antwort: Höre, hast du denn niemals vernommen, auf welche Art der schlaue Fuchs die Hühner von den Bäumen lockt und die Schlange die zarten Vöglein in ihren Rachen? Siehe, der Fuchs wirbelt unter dem Baum, und die Hühner schauen unbesorgt dem lustigen Patron zu, werden endlich schwindlich und fallen dann vom Baum in seine Klauen.
Und so auch ringelt die Schlange im Gras, da sie die Vögelein wohl sehen mögen; und so sie diese vergnügt schauen, verlassen sie alsbald ihre Zweige und fliegen ihr schnurgerade in den Rachen! – Siehe, geradeso auch lockt diese unterhöllische Vexierkunst des Satans die Menschen vom heiligen Baum des Lebens! Mehr brauche Ich dir nicht zu sagen!“ [HiG.01_41.02.02,05-06]

„Ich will, um diese wichtige Sache heller zu machen, sogar ein Beispiel anführen: Nehmen wir einen Menschen, der sich schon in allem Möglichen besiegt hat; aber eine schwache Seite hat er dennoch, und diese achtet er ihrer Geringfügigkeit halber gar nicht, – denn sie besteht ja nur darin, dass er manchmal gerne Besuche abstattet und auch eine rechte Freude hat, so ihn jemand besucht. Die Sache scheint so unschuldig als nur immer möglich zu sein. Wenn wir aber diese schwache Seite näher beleuchten wollen, so ist sie nichts anderes als noch ein tüchtiger Strick des Satans. Dieser lauert, wenn er einmal mit jemandem in Verbindung ist, genau ab, wann sich dem Geist des Menschen etwas besonders radikal Heilbringendes naht. Ist solches der Fall, so zieht er an dem Stricke, die schwache Seite wird zur starken, und unser Tugendheld geht mit aller seiner sonstigen Tugendfülle, dahin ihn die schwache Seite zieht, und entgeht auf diese Weise allzeit der guten Gelegenheit, in der er von Mir einen näheren Besuch zu seiner Heiligung hätte empfangen können. Und so eine schwache Seite bleibt dem Menschen oft bis zum Grabe, – was freilich wohl recht traurig ist!“ [HGt.02_199,08-11]

So spricht der Herr
„Um sich Meines Wohlgefallens zu versichern, ist es nicht genug, wenn man Meine Worte nur gerne und beifällig liest und hört, sondern man muss sich auch lebendig im Herzen danach kehren! Der aber kehrt sich nicht danach, dem weltliche Verlustigungen und Erheiterungen dann und wann recht sehr am Herzen liegen!
Genug! Mehr sage Ich nicht. – Wer dies Kleine ehrt, sei des Größeren wert! – Das sagt der Herr! – Amen.“ [HiG.02_44.05.10,03-05]

„Siehe, wer Mich liebt, der muss Mich ganz lieben! – Wenn sich die Meinen irgendeiner Weltbelustigung manchmal mehr freuen denn Meiner Liebe, siehe, das kränkt Mich schon! Denn Ich bin ein Todfeind von aller Weltkoketterie!“ [HiG.02_43.11.19,06]

Zeichen der Zeit
„Jetzt ist eine tanzende und springende Zeit, die allerfinsterste! Das ist ein Zeichen, dass die Welt sehr nahe ist einen ungeahnten Sprung, und zwar einem Sprung von Meiner nun höchsten Liebe über eine unendliche Kluft ins Meer Meines höchsten Zornfeuers! … des Frevels Ende und sein letztes Gericht ist vor dir und euch allen! Amen. Amen. Amen.“ [HiG.02_42.01.25,01+12]

Gebet – Bitte um Hilfe gegen das Gift der Weltsinnsschlange
„Hiermit gebe Ich ein gut Gebetlein für die, welche sich des Zuges der Welt nicht erwehren können, da er sich ihnen als ganz unschuldig und unschädlich darstellt, während er ein von Meiner Liebe erwärmtes Herz als eine kühlende und somit der weltlichen Sinnlichkeit wohltuende, aber dabei überaus giftige Schlange bekriecht und es durch solche arge, wahrhaft höllisch-schlangenhafte, magnetische Manipulation sanft einschläfert für Mich und für Meine Liebe und Gnade, auf dass das Herz ja mit der Zeit von Mir abfallen und in den ewigen Tod übergehen solle!
Darum also gebe Ich dir hier dies mächtige Gebetlein! – Wer es lebendig, treu und wahr in sich aussprechen wird, der wird damit diese arge Schlange aus seinem Herzen verbannen! – Und so schreibe denn das Gebetlein!
„Heiliger, liebevollster Vater! Sieh mich armen, schwachen, ganz ermatteten Sünder gnädigst an! – Du, o lieber Vater, hast mich mit der höchsten, ewig wahren Liebehitze ergriffen und ziehst mich gewaltig zu Dir! – Aber ich, ein laues, ja vom Grund aus kaltes Wesen, bewege mich nur im alten Element meiner angeerbten Todeskälte munter, freudig und lebhaft weiter. In Deinem heiligen Element des Feuers Deiner Liebe aber werde ich sobald träge und hinfällig faul, dass es mir leichter ist und viel behaglicher, mich eher im alten Element Tage und Wochen lang umherzutreiben als nur eine Stunde lang in der großen Wärme Deiner Liebe.
Das lehrt mich die tägliche Erfahrung! – Ich sehe aber auch, dass mir dadurch nur der vollkommene Tod des Geistes werden kann, da solcher Sinn aus der Hölle mir eingehaucht wird! – So bitte ich Dich, ohne Verzug, o heiliger, liebevollster Vater, treibe aus mir die arge, mich für das Leben des Geistes gänzlich einschläfernde Schlange und hauche mich mit Deinem göttlich väterlichen Trost an, auf dass ich ja nicht nach und nach stets mehr verderbe in meinem Element des alten Todes und zugrunde gehe im sanft kühlenden Gift meiner eigenen Weltsinnsschlange, so sie mein von Deiner Liebe erwärmtes Herz, wenn schon wohltuend und weltlich erheiternd, beschleicht und bekriecht!
O siehe, wie ich mich freue, so ich mit meiner weltfreudevollen Gesellschaft irgend zusammenstoße und mich mit ihr belustige über schale, eitle und völlig nichtige Dinge! Aber von Dir, o Vater, zu reden und mein Herz und Angesicht zu Dir zu kehren, da werde ich bald schläfrig und voll langer Weile. Und es ist mir nicht selten die unbedeutendste Weltarbeit auf den ganzen Tag erheiternder, als mich eine halbe Stunde nur Dir allein zu widmen!
O Herr und Vater, erhöre mich und sei mir armem und überschwachem Sünder gnädig und barmherzig! Deine Liebe belebe mich, Deine Gnade erleuchte und Deine Erbarmung und Milde stärke und ziehe mich stets mächtiger zu Dir! – O Vater! Ergreife mich mit Deiner Hand und führe mich in Dein Reich und in Dein Vaterhaus für ewig! Amen.“ [HiG.02_43.07.18]



Dezember 2018


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