Jakob Lorber - Gehet gerne auf die Berge - Der Prophet Jakob Lorber und seine Verkündungen ... Jakob Lorber

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Jakob Lorber - Gehet gerne auf die Berge

Themen > Themen von A bis Z

Inhaltsverzeichnis

Segen in den Bergen, richtige Zeit und Art der Besteigung
Verweildauer auf den Bergen
Grund der beseligenden Kraft der Berge
Wirkung der Berge auf das Gemüt korrespondiert mit eigenen Empfindungen
Bergbewohner gesünder als Talbewohner
Berge machen heiter, lassen Speisen besser genießbar
Von Zauberbergen
Berge mit berüchtigten Namen
Bergwanderung - wie wir durch das Leben wandern sollen -
Zum Verreisen im Allgemeinen


Segen in den Bergen, richtige Zeit und Art der Besteigung
„Liebe Kinder, so ihr Mir nachfolgt, da folgt Mir vollkommen in allem nach!
Habt nicht Lust, zu wandeln in „tiefen Tälern, Gräben und Schluchten“, die da oft sind voll Ungeziefers, unreiner Luft und nicht selten voll Haders, voll Zankes, Hasses und aller Dieberei und gegenseitigen Fluches unter den Nachbarn, sondern geht mit Mir gerne auf „Berge und Höhen“! Da sollet ihr allzeit entweder eine Bergpredigt oder eine Verklärung oder eine Sättigung mit wenig Brot oder eine Reinigung vom Aussatz oder einen Sieg über die stärksten Versuchungen, eine Erweckung vom geistigen Tod und derart vieles und für euch jetzt noch Unaussprechliches erfahren! Ja, nehmt sogar Kinder mit, und ihr sollt den Segen der Berge auch an ihnen gar deutlich erkennen. Und wer da ist schwachen Leibes, der soll nicht fürchten die gesegneten Berge, denn ihre Scheitel sind umflossen vom stärkenden Hauch der Geister des Lebens. Fürwahr, auf den Bergen und Höhen, da drehen sich selige Reihen und schmücken die duftenden Scheitel mit goldenen Blumen der ewigen Liebe. O prüft noch heute Bewohner der Berge, ob sie nicht zumeist groß beschämen die Haderer der Täler, der Dörfer, der Märkte und Städte. Die christliche Gastfreundlichkeit wohnt ungeschändet nur noch auf Bergen! Verträgliche Eintracht wohnt nicht in den Städten der Tiefe, in Tälern und Gräben; auf Bergen nur müsst ihr sie suchen; da ist sie zu Hause, wie unter den Pflanzen, so unter den Tieren und eben nicht selten auch unter den Menschen. O lasst zwei Feinde betreten die duftenden Scheitel der Alpen! Ihr werdet nicht selten erfahren und sehen, dass die Feinde als Freunde sich kosen. Und schaut zurück auf die ersten der Väter auf Erden! Sie wohnten auf Höhen der Berge! Vom himmelan ragenden Sinai gab Ich dem Mose die heiligen Tafeln, auf welchen mit goldenen Zeichen des ewigen Lebens gar freie Gesetze den Menschen der schmutzigen Tiefe gezeichnet und eingegraben einst waren. Ich brauche euch nicht mehr von allen den heiligen Bergen zu sagen, auch nicht von der Schule der Seher und Künder des ewigen Wortes aus Mir.
So geht nur öfter auf Berge und weilt recht gerne auf selben! Da werdet ihr allzeit in Fülle den Segen der ewigen Liebe des heiligen Vaters erfahren.
Der Kulm [Anm. Höhe 497 m], schon einmal von Mir euch geraten, wird geben dem, welcher aus Liebe zu Mir wird besteigen den grünenden Scheitel, was einstens der Tabor dem Petrus, Jakobus und Meinem Johannes. – Doch hört, Ich sage nicht „Muss“ und nicht „Soll“ – nur wer kann und wer will, folge Mir, Seinem Meister und Vater, so wird er gar bald auch erfahren, warum Ich die Predigt des Himmels vom Berg zum Volk gesprochen! – Die Zeit steht euch frei, doch je eher, je besser, das merkt euch! Amen.
Das sage Ich, Vater, ganz heilig, voll Liebe zu euch! Hört es! Amen, Amen, Amen.“ [HiG.01_41.05.15,02-08]

„Geht gerne auf Berge! Denn auch Ich, als Ich im Leib wandelte auf der Erde, ging häufig auf Berge. Auf einem Berg ward Ich verklärt; auf einem Berge trieb Ich den größten Versucher von dannen; auf einem Berg predigte Ich das Himmelreich; auf einem Berg betete Ich, und auf einem Berg ward Ich gekreuzigt!“ [Er.01_029,09]

„Dass diese Worte vollkommen richtig sind, davon kann sich ein jeder leicht überzeugen, wenn er je solche hohen Triften der Gebirge betritt. Wie da seine Augen einen weit gedehnten Sehkreis bekommen, also bekommt auch sein Gemüt einen weit gedehnten Gefühlskreis, und dadurch werden seine Gedanken mit dem Gefühle vereinigt. Und er, der vielleicht noch nie im Herzen gedacht hat, empfindet nun zum ersten Male, wie süß, lieblich und frei die Gedanken des Herzens schmecken und um wie vieles weiter sie sich über den Horizont des gewöhnlichen Verstandes erstrecken. Ja, hier lernt der unbefangene Wanderer – wenn er nicht mit verstopften Ohren und verbundenen Augen solche Höhen betritt – was das heißt: frei sein in der Höhe seiner Gedanken und in der Tiefe seines Gefühls, und wie selig es ist, wenn diese zwei sich unbefangen die Hände reichen können, und wie selig da der Gedanke an Gott ist, wenn Ihn der Wanderer aus der Tiefe seines Herzens frei bekennen und Ihn lieben und anbeten kann in dem freien, großen Tempel der Unendlichkeit!
Sagt Mir, welcher nur einigermaßen innerlich geweckte Mensch wird nicht von diesem heiligen Gefühl beseelt sein, so er sich an einem heitern Morgen auf einer solchen geheiligten Höhe befinden möchte?! Der Mensch kann zwar auch in der Tiefe Heiliges und Großes denken; aber es geht ihm dabei, wie wenn er mit ziemlich hungrigem Magen in einem Buch die Beschreibung einer guten Mahlzeit liest, bei welcher Gelegenheit ihm die wirkliche Mahlzeit ums hundertfache lieber wäre denn hundert noch vortrefflichere Mahlzeitbeschreibungen, von denen er aber dessen ungeachtet dennoch nichts herab beißen kann. Also ist auch auf solchen Höhen ein inneres Gefühl und die innere Wahrnehmung gerade um so viel kräftiger und mächtiger gegen das, was er in seiner Kammer empfindet, als um wie viel da kräftiger und mächtiger ist eine wirkliche Mahlzeit gegenüber einer beschriebenen. Oder welcher Mensch hat ein lebendigeres Gefühl: einer, der seine lebendige zukünftige Braut am Arm führt, oder derjenige, der sich dieselbe mit den allerschönsten Farben kunstgerecht entweder gemalt oder beschrieben hat? Sicher wird ein jeder die lebendige ergreifen und wird dem andern sein Gemälde und seine Beschreibung unangetastet lassen! Also ist es auch hier der Fall! – Auf solchen Höhen findet der Wanderer gastfreundlichst dasjenige, was ihm in der Tiefe alle Mühe und Anstrengung nicht zu geben vermag. Daher ist es wohl gar gut und nützlich in jeder Hinsicht, sich zu öfteren Malen die Mühe nicht gereuen zu lassen, eine oder die andere Gebirgshöhe zu besteigen.
Der Gewinn ist ja ein doppelter und reichlicher: Fürs erste werden dadurch alle naturmäßigen Lebensgeister gestärkt. Jedoch ist dieser Gewinn der geringere, obschon eine Gebirgsbesteigung besser ist denn zehn Apotheken und eben so viele der renommiertesten Ärzte. Bei weitem größer aber ist der Nutzen für den Geist, weil er da eine so große Stärkung von seiner ursprünglichen Heimat aus bekommt.
Wer von euch, so er Gebirge bestiegen hat, wird sich dessen nicht erinnern, dass ihm zwischen den hohen Alpen traulicher und heimlicher zu Gemüte war, als wenn er sich in einer noch so volkreichen Stadt befinden möchte?! – Woher rührt denn solches Gefühl? Frage nur die Berge, und sie werden dir alsbald durch eben dieses Gefühl sagen: „Siehe, was dir dein inneres Gefühl – freilich wohl noch etwas dunkel – sagt, ist volle Wahrheit. Denn hier bist du wahrhaft zu Hause, und zwar im Kreise deiner vielen Voreltern, welche sich in entsprechender Weise schon lange hier überselig befinden!“ Sehet, solches alles lehren auch die Berge!“ [HiG.02_42.05.25,03-15]

„Wenn ihr euch zufolge dieser Wissenschaft bei guter Gelegenheit auf irgendeinen Berg von einer bedeutenderen Höhe begebt und euch daselbst solche Gefühle anwandeln, so könnt ihr daraus sicher schließen und sagen: „Ja das sind wahrhaft heimatliche Gefühle! Wie süß und angenehm sind sie, und wie herrlich muss es sein für diejenigen, welche sich schon für ewig in diesem stillen Heimatland befinden!“ Denn ihr könnt es glauben, dass solche Gefühle nicht etwa allein Wirkungen der für sich dastehenden Höhen sind, sondern sie entstammen den euch umgebenden seligen Geistern, die gleich Mir euch vorangegangen sind, um für euch eine bleibende Stätte zu bereiten. Doch müsst ihr dabei etwa nicht einseitig sein und denken: Dieser oder jener Berg ist es, wo solche Wohnungen im Geiste aufgerichtet sind! – sondern was hier gesagt ist, das gilt zumeist von jedem Berg, auf welchem die Grenzsteine des zeitlichen Eigentumsrechtes weit voneinander abstehen. Ähnliche Gefühle mögt ihr wohl auch schon auf unbedeutend hohen Hügeln gewahren; aber lebendig werden sie erst da, wo die Axt des Holzhauers nichts mehr zu tun hat. Solches also erzählen, lehren und predigen euch die Berge!“ [HiG.02_42.05.25,40-44]

„Auf Berge gehen ist wohl gut und recht, aber nicht zu jeder Zeit! Und wer von der Besteigung eines Berges einen Nutzen haben will für Leib, Seele und Geist, der muss es in Meinem Namen tun und am Berge recht von ganzem Herzen zu Mir beten und Mir allein die Ehre geben. So werde Ich ihn segnen und machen, dass er auf der Höhe nur von den reinsten Geistern umhütet wird, wodurch dann sein Leib, seine Seele und Geist über die Maßen erheitert und dreifach gestärkt wird.
Es muss aber auch eine rechte Zeit sein, wie solches schon oben bemerkt wurde. Die rechte Zeit aber ist der halbe Monat September und von da weiter bis zum halben Oktober; und im Frühling vom halben Mai bis zum halben Juni. – Um diese Zeit beziehen die reinsten Geister die Höhen und segnen alles, was sich da befindet in Meinem Namen.
Aber vor und nach dieser Zeit, als etwa im Winter oder im hohen Sommer, ist es nicht gut und rätlich die Berge zu besteigen. – Fürs erste, weil da auf den Höhen gewöhnlich nur die unreinen Geister ihr Wesen und allerlei heimlichen, argen Mutwillen treiben und eine große Freude haben, jemandem irgendeinen Leck anzuhängen. – Und fürs zweite, weil zu der Zeit die Höhen nicht in Meinem Segen stehen und demnach dem Wanderer und Besucher sind wie eine Stiefmutter ihren Stiefkindern!
So aber jemand eines sehr frommen Gemütes ist und hat nötige Geschäfte auf irgendeinem Berge zu verrichten, der gehe in der Nacht hinauf und gehe wieder zurück, wann die Sonne untergegangen ist – und eile weder hinauf noch zurück und bete mehrmals zu Mir, so wird es ihm nichts machen, so er auch im Sommer oder im Winter auf die Berghöhen ginge. Am besten aber kommen da natürlich jene Menschen davon, die ohnehin zu allen Zeiten auf den Bergen wohnen.
Aber Menschen, die tiefgelegene Städte und Dörfer bewohnen, die sollen außer an den obbenannten zwei günstigen Zeitpunkten nicht die Höhen der Berge besuchen, außer in einem dringend notwendigen Fall, und dann nur unter Gebet und gerechtem Fasten, d.h. mäßig gefüllten Magens – sonst holen sie sich wenigstens für den Leib eine Krankheit, die sich allezeit darauf in einem Vierteljahr hervortut und dem Fleisch viel zu schaffen macht.
Starke Rheumatismen, Gicht, Zahn- und Halsschmerzen und auch nicht selten Nervenfieber sind die gewöhnlichen Folgen einer unzeitigen Bergbesteigung. Bei Frauenzimmern auch Lungenentzündung, Lungensucht und Blutgang. – Dass dabei Seele und Geist wenig oder nichts gewinnen, versteht sich von selbst.
Jedermann aber kann in der für höhere Gebirge ungünstigen Besteigungszeit kleinere und niedere Berge mit viel Nutzen bereisen. Jedoch viel höher als dreihundert Klafter [ca. 560 Meter] dürfen sie nicht sein, denn was darüber ist, gehört schon der Alpenwelt an, die in obgenannten Zeiten Meines besonderen Segens völlig entblödet ist und je höher hinauf desto mehr.
Hier habt ihr die Regeln, wie und wann die Berge mit Nutzen zu besteigen und zu bereisen sind! – Will aber jemand aus was immer für einem Nebengrund auch zu den als ungünstig bezeichneten Zeiten auf diesen oder jenen schon bedeutend hohen Berge gehen, so muss er es sich selbst zuschreiben, so er sich dabei wenigstens für seinen Leib einige nachträgliche Leiden abholt.“ [HiG.02_47.07.15,01-08]

Verweildauer auf den Bergen
„Wenn ihr ein nächstes Mal eine Gebirgshöhe in Meinem Namen betretet, da richtet es also ein, dass ihr fürs erste euch im Voraus um den nächsten Weg bekümmert, und fürs zweite, dass ihr auf einer solchen Höhe wenigstens drei Stunden lang verweilt.
Denn wenn es sich um eine äußere Anschauung eines Wunders handelt, da muss das Sinnenwesen zuerst durch den weitgedehnten Anblick der äußeren Dinge gewisserart voll gesättigt werden. Durch diese Vollsättigung gerät dann das Gemüt in eine Art Betäubung, welche nicht unähnlich ist dem euch bekannten magnetischen Zustand.
Wenn ihr euch da dann an Mich wendet im Geist der Liebe und aller Wahrheit, sodann erst kann Ich das innere Auge der Seele mit dem Auge des Geistes verbinden und diese doppelte innere Sehe dann richten vor das Auge des Leibes. Dadurch könnt ihr dann in den Stand gesetzt werden, Dinge der Natur in einem ganz anderen Licht zu schauen und mitten unter den naturmäßigen Dingen Geistiges also zu entdecken, dass dasselbe im strengen Verhältnis mit den naturmäßigen Dingen gewisserart durchsichtig bildlich zur Erscheinung kommt und also seinen Standpunkt einnimmt, wie die Ursache zur Wirkung.
Wenn ihr aber schon eine Speise zu euch nehmt, die nur für den Magen berechnet ist, da verweilet ihr nach der Mahlzeit eine kurze Zeit in der Ruhe und sagt, solches sei der Verdauung wegen nötig. Meint ihr denn, eine solche Ruhe sei nur dem Magen zuträglich, so er seine Speise zu sich genommen hat?
Ich sage euch aber, ihr bedürft solcher Ruhe um so mehr, wenn der noch sehr schwache Magen eures Geistes ein wenig geschwelgt hat. Denn wenn solche Ruhe nach der Sättigung des Geistes wegbleibt, so geht auch die geistige Verdauung schlecht vor sich. Es muss aber ja allezeit jede Speise eher verdaut sein, bevor sich der das Leben fördernde Stoff entbindet und aufsteigt als Nahrung für das höhere Leben.
Denn jeder Nahrungsstoff nährt zuerst die unterste Potenz des Lebens. Ist diese genährt, so wird der Stoff verfeinert zum Dienst eines auf einer höheren Kräftestufe stehenden Lebens, und das so lange fort, bis er zu der hohen Sphäre des Selbstbewusstseins und endlich der vollen Sich-selbst-An-und-Durchschauung gelangt.
Nun denkt euch, wenn ihr auf eine solche hohe geistige Speisekammer gelangt und rafft da vieles in einem Augenblick heißhungrig zusammen, sobald ihr euch aber durch einen solchen Schnellfraß einigermaßen gesättigt fühlt, da lauft ihr fort, als wenn ihr Diebe wärt! – Fragt euch selbst, wo da die Verdauung und die aufsteigende Verfeinerung des Nahrungsstoffes bleibt?
Daher, wie schon gesagt, richtet es euch ein nächstes Mal besser ein, und das zwar eures schwachen Glaubens wegen, vermöge dessen ihr mehr oder weniger lauter „Thomasse“ seid. Denn solange es nichts zu gaffen und zu greifen gibt, wahrlich, da seid ihr noch immer im halben Glauben und ebenso auch in halber Liebe und im halben Vertrauen. So aber jemand sich die Augen verbindet oder von der Stelle weicht, da Ich ihm ein Schaustück bereitet habe, so bin nicht Ich, sondern ist er selber schuld daran, wenn er nichts gesehen und eben auch gar nicht zu viel empfunden hat.“ [HiG.01_41.05.22,01-08]

„Wer immer da auf einen Berg steigt, hat eine große Mühe, bis er den Gipfel erreicht. Und was ist nun der Lohn seiner Mühe? – Der, den er für die alleinige Hauptsache hält, ist eine weitgehende Fernsicht auf andere Berge, Gegenden und Ortschaften – den eigentlichen Genuss aber, der in der Einatmung der reineren Lebensluft besteht (worin eigentlich der Hauptlohn für seine Mühe zu betrachten wäre), nimmt er nur ganz gleichgültig mit.“ [HiG.01_41.07.17,34]

Grund der beseligenden Kraft der Berge
„Diese reinen Geister kommen auch nicht selten in die zweite, manchmal auch in die erste Region herab; hauptsächlich aber sind jene Stellen auf der Erde ihre sichtbaren Niederkunftsplätze, die ihrer bedeutenden Höhe wegen fortwährend mit Schnee und Eis bedeckt sind. Und darin liegt auch der Grund, warum solche Gegenden für fast jeden Menschen eine – wie ihr zu sagen pflegt – magische, beseligende und zugleich das ganze menschliche Gemüt erheiternde, stärkende und beruhigende Anziehungskraft haben. Wer da traurigen Herzens ist und voll Unruhe in seinem Gemüt, der begebe sich in Meinem Namen auf eine solche Höhe oder gehe wenigstens in ihre Nähe, und sein Gemüt wird wie mit einem stärkenden Balsam übergossen werden.
Während das Gemüt in den tieferen Regionen stets dumpfer, schwieriger und leidender wird, ähnlich dem Gefühl eines Bergschluchten- und Höhlenbesteigers, wird eben das Gefühl bei einem, der eine solche reinere Höhe erstiegen hat, heiterer und heiterer, und wer da hinaufkommt, mag füglicherweise ausrufen: „Herr, hier ist gut sein!“ – Aber da sage Ich dann dazu: „Es ist noch nicht an der Zeit für dich, hier zu bleiben!“ Aber dessen ungeachtet sage Ich dennoch: Gehet gerne auf Berge! Denn auch Ich, als Ich im Leib wandelte auf der Erde, ging häufig auf Berge.“ [Er.01_029,07-09]

Wirkung der Berge auf das Gemüt korrespondiert mit eigenen Empfindungen
„Hier hätten wir also drei Gebirgsbesteiger. Warum findet der erste für sein Gemüt so viel Erhebendes, der zweite nichts als abstrakte plumpe Formen, und der dritte ärgert sich sogar, für solchen Spottpreis sich eine solche Mühe gemacht zu haben? Der Grund liegt einem jeden sehr nahe, weil er in ihm selbst liegt. Wie denn also? Der erste ist mehr lebendigen und geweckten Geistes; nicht die Formen und der Berge hohe Zinnen sind es, die ihn selig stimmen, sondern diese Stimmung ist ein Rapport des höheren Lebens in entsprechender Form über solchen hohen Bergen. Denn wir haben schon bei anderen Gelegenheiten zur Genüge vernommen, welch ein Leben sich auf den Bergen kündet. Und eben von diesem Leben hängt ja das Wonnegefühl desjenigen Besuchers der Höhen ab, welcher selbst mit geweckterem und lebendigerem Geist dieselben betritt. Der Geist des anderen ist noch in tiefem Schlaf, darum gewahrt er auch nichts anderes, als was seine fleischlichen Augen sehen und sonach sein irdisch trockener Verstand bemisst. Wenn ihr ihn zahlt und gebt ihm dann seinen Kenntnissen als Geometer angemessen mathematische Messwerkzeuge in die Hand, so wird er euch auf alle Gebirgsspitzen hinaufklettern und ihre Höhen recht wohlgemut bemessen. Ohne diesen Hebel aber dürfte es euch kaum gelingen, ihn wieder auf eine Gebirgsspitze hinaufzubringen. Was den Geist des dritten betrifft, so lässt sich davon nahe gar nichts reden, denn bei ihm lebt nur der Tiermensch, der alle seine Seligkeit im Bauch findet. Wollt ihr ihn wieder einmal auf eine Gebirgshöhe bringen, müsst ihr fürs erste dafür sorgen, dass er ohne alle Beschwerde hinaufkommt, und fürs zweite, dass er in der Höhe etwas Gutes zu essen und zu trinken bekommt. So wird er auch noch einmal eine Gebirgshöhe besteigen, wenn schon nicht mit eigenen, so doch mit den Füßen eines wohlabgerichteten Saumtieres. Da wird er sagen: Bei solchen Gelegenheiten bin ich schon dabei, denn die Gebirgsluft ist vermöge ihrer Reinheit der Verdauung ja viel günstiger als die dumpfe Luft der Täler. […] Der eine Gebirgsbesteiger geht mit Liebe auf die Berge, und die Liebe ist auf den Höhen die Schöpferin seiner Seligkeit. Wer aber mit seinem Verstand nur auf die Berge geht, der wird sicher keine beseligende Zahlung finden, sondern er wird durch seine Mühe noch in seinem Verstand gewaltig beeinträchtigt werden, indem ihm dieser da oben spottwenig oder gar nichts abwerfen wird. Und der dritte, der gar nichts hat, der wird in der Höhe von allem ledig werden, denn der Tote kann am Leben doch kein Vergnügen finden, indem er stumm für dasselbe ist.“ [GS.01_005,02-06)]

Bergbewohner gesünder als Talbewohner
„Nur das kann Ich euch noch sagen, dass in und um die Erde in einem fort unsichtbare Kräfte strömen, die zur Belebung der Mineral-, Pflanzen- und Tierwelt, zu der auch der Mensch dem Leibe nach gehört, höchst notwendig sind, und diese unsichtbaren Kräfte werden auch von den Bergen und ihrer Vegetation, Natur und Beschaffenheit geregelt und geleitet, darum die Bewohner der Berge auch stets gesünder und rüstiger sind als die Bewohner von großen Ebenen und tiefen Tälern.“ [GEJ.08_107,15]

Berge machen heiter, lassen Speisen besser genießbar
„Eine gewöhnliche Erscheinung auf solchen Höhen ist das, dass Menschen, die sich die Mühe nehmen, eine solche Höhe zu ersteigen, gewöhnlich auf eben so einer erstiegenen Höhe sehr heiter und fröhlich werden und leicht aller der Beschwerden vergessen, mit denen sie in der Tiefe zu kämpfen hatten. Zugleich bekommen die meisten auch eine bedeutende, starke Lust zum Essen und zum Trinken und können oft auf einer solchen Höhe Speisen genießen, ohne irgend eine Magenbeschwerde sich zuzuziehen, welche Speisen sie in der Tiefe nicht einmal anschauen durften. Die Ursache davon liegt lediglich in der größeren Reinheit der Luft und hat eine große Ähnlichkeit mit dem Zustande der Seligen, die auch alles genießen dürfen, ohne dass es ihnen etwas schadet, weil in dem Reinen alles mehr und mehr gereinigt wird und das Schädliche dort nicht mehr schädlich werden kann, wo es in Ermangelung der dazu erforderlichen Spezifika keine weiter ausbildende Nahrung mehr findet.“ [Er.01_023,11-12]

Von Zauberbergen
„Dass in der früheren Zeit ganz zuverlässig sicher auf den Bergen hellsehende Menschen gewohnt haben, die mit den Geistern Umgang pflogen, davon zeugen noch heutigestages, wenn sonst auch nicht viel mehr, so doch noch die eigentümlichen Benennungen der Berge.
In eurem Land [Österreich] gibt es eine Menge solcher Berge, die in ihrem Namen noch das bergen, was sich in der früheren Zeit zutrug. In Kärnten, in Tirol und in der Schweiz, in Savoyen, auf den Bergen Deutschlands und allenthalben, wo Berge sind, gibt es eine Menge Berge, aus deren Namen leicht zu entnehmen ist, was sich einst auf ihnen zutrug. So ist euer Schöckel schon ein solcher Berg, der seinen Namen von daher hat; denn nach einer alten Landessprache bedeutete das Wort „Schögeln“ soviel als Wettermachen. Es hieß aber auch bei einem Menschen, der so einige Naturkünste zuwege brachte etwa in der Art wie die heutigen Taschenspieler, dass er ein Schögler ist. Auch Menschen, die auf dem Seile tanzten und sonst gewaltige Sprünge machten, wurden Schögler genannt. Dieses Wort „Schögeln“ ist ein gar uraltes, asiatisches Wort, nach welchem die dortigen Zauberer auch Jongleurs, Jogles heißen.
In der deutschen Sprache ist noch heutigestags ein gangbares Wort, aber freilich etwas veraltet, das von diesem abstammt, nämlich das Wort „Schock“, z.B. ein Schock Menschen oder ein Schock Garben. Man benannte ein gewisses Häuflein Menschen darum einen Schock, weil man darunter gewöhnlich einen Menschen vorhanden glaubte, der etwas mehr weiß als die anderen, der sonach sicher ein Schögler war und die Menge daher von ihm den Namen Schock hatte. Auch sah man die Menschen auf den Bergen gewöhnlich schockweise beisammen, was auf den Bergen ganz natürlich ist, da es nicht ratsam wäre, wenn so hie und da vereinzelte Menschen Arbeiten vornehmen, zu denen fürs erste eine einzelne Menschenkraft nicht hinreichen würde, und fürs zweite, wenn sie auch noch hinreichte, so könnte dem Arbeiter doch etwas zustoßen, wo er dann niemand zur Hilfeleistung um sich hätte. In dieser früheren Zeit aber dachten da die Talbewohner sogleich, wenn sie so ein Schöckchen Menschen auf einem Berge erblickten und etwa zufälligerweise irgend ein Wölkchen über dem Berge, dass sich nun diese Menschen schon mit der Zauberei abgeben und auf jeden Fall ein Wetter zu machen anfangen. Auf diesem eurem Schöckel war dieses in früherer Zeit, wie noch jetzt, bis aufs Wettermachen, der Fall.
Dieser Berg war bei weitem eher bewohnt als die Talgegenden, und sein urerster Name war „Freitauer“; als aber in späterer Zeit die Täler von verweichlichteren Menschen bewohnt wurden, da fingen bald die Talbewohner diese Bergler als Zauberer zu verdächtigen an, und der Name „Freitauer“ hat sich bald in den Namen „Schöckel“ oder „Zauberberg“ umgewandelt, und es hat Zeiten gegeben, von denen kaum noch hundert Jahre her sind, wo dieser Berg noch so berüchtigt war, dass sich kein ehrlicher Christ wagte, seinen obersten Scheitel zu besteigen, weil jedermann, der einigen katholisch-christlichen Sinn hatte, vor der Schöckelhexe auf das eindringlichste gewarnt wurde. Man hat darum auch seine höchste Kuppe entwaldet, um dadurch der Schöckelhexe die Schlupfwinkel wegzunehmen, damit sie sich nicht verbergen könnte, wenn von allen Seiten mittelst geweihten Pulvers auf sie geschossen wurde. Das Wetterloch ist noch zu sehen; dass daraus aber nie ein Wetter kam und noch weniger je eine Hexe den Schöckel bewohnt hat, das braucht euch kaum näher gezeigt zu werden; daß aber in der früheren Zeit dieser Berg, wie auch noch jetzt, von sehr vielen sogenannten Berggeistern bewohnt war, mit denen die alten Bewohner dieses Berges nicht selten ganz natürlichen Umgang pflegten und darum auch um vieles weiser waren als die Talbewohner, das könnt ihr ganz unbezweifelt annehmen, sowie auch, dass dieser Berg einst ein Feuerspeier war und seine Wetterlöcher nichts als noch offengebliebene Krater sind.
So aber wie der Schöckel haben noch eine Menge Berge von Steiermark ihre geheimnisvollen Namen, welche alle erörternd herzusetzen der Raum dieser Mitteilung nicht gestatten würde. So ist die „Raxalpe“ eben ähnlichen Ursprungs; denn das Wort „Rax“ ist gewisserart apostrophiert von „Racker“, der so gewisserart ein halber Teufel ist. – Das „Tote Weib“ hat schon in dem Namen das tüchtigste Kennzeichen, was dieser Berg einst war, nämlich ein Boden voll Hexen, durch die einst ein Weib, welches von ihnen abgefangen wurde, sich aber ihrem Willen nicht fügen wollte, in einen Stein verwandelt ward. Mit dieser Verwandlung war sie natürlich auch tot.
In der späteren Zeit hat man tiefer unten eine Eremitage eingerichtet, in welcher auch einmal ein Weib tot gefunden wurde, und wie sich noch mehrere dergleichen Sagen an diesen Berg knüpfen, welche aber natürlich eben so viel Wahres an sich haben als die Lüge selbst; sondern der Grund der Verdächtigung und der üblen Benennung solcher Berge ist der gleiche, wie er schon im ganzen Verlaufe dieser beigefügten denkwürdigen Histörchen angegeben ist.
So ist der „Hohe Schwab“ ebenfalls gar überaus berühmt als ein Zauberberg. Sein Name rührt von einem Abkömmlinge oder Auswanderer Schwabenlands her, welcher als einer der berühmtesten Zauberer in dieser Gegend existierte und dort sein Unwesen trieb, bis ihm dann der nahe errichtete Wallfahrtsort, den ihr wohl kennet, ein Ende machte. So existiert auch ein „Teufelsstein“; diesen weiter zu erklären ist unnötig. Der „Predigerstuhl“ ist gleichen Ursprungs; denn da soll einst der leibhaftige Satan den Hexenmeistern die Verhaltungsregeln
So ist der „Grimming“ auch in einem gleichen verdächtigen Ansehen.
Besonders verdächtig aber war das ziemlich weit und breit gedehnte „Tragelgebirge“, welches die Grenze zwischen Salzburg, Oberösterreich und Steiermark bildet. Dieses Tragelgebirge war gewisserart die Hochschule für alle Zauberer und Hexenmeister von ganz Steiermark, Österreich und Salzburg; denn der Name ist noch heutigestags überaus verdächtig, und noch ist kein Bewohner etwa von Altaussee oder von der Ramsau leicht dazu zu bewegen – besonders wenn er mehr der sogenannten unteren Volksklasse angehört –, auf dieses kahle Gebirge zu gehen, außer Raubschützen, die freilich wohlweislichermaßen auf die Hexen nichts mehr halten, aber um desto mehr auf die fetten Gemsen, die auf diesem weitgedehnten Bergstock so ganz eigentlich zu Hause sind.
Wir brächten noch wenigstens ein paar hundert solcher Berge in Steiermark zusammen, wollen uns aber mit den bis jetzt angeführten begnügen und fürs nächste noch über ein paar Berge Kärntens, Tirols und auch einen aus der Schweiz in obiger histörchenartiger Hinsicht uns besprechend hermachen, welche Berge noch vor ungefähr hundertzwanzig Jahren eine ganz außerordentlich mystische Rolle gespielt haben.“ [Er,01_036]

Berge mit berüchtigten Namen
„In einer Gegend des oberen Kärntens, und zwar unfern des Draustromes, befindet sich ein Berg unter dem Namen der „Hohestaff“. Dieser Berg beherrscht mit seiner Spitze das Drautal beinahe von der Grenze Tirols bis gegen Klagenfurt, d. h. bis in die Nähe dieser Stadt; zugleich ist südwestlicherseits an dessen Fuß der sogenannte „Weiße See“ angelehnt. Er hat eine Höhe von 8000 Fuß, und von seiner Spitze genießt sicher jeder, der ihn bestiegen hat, die bezauberndste Aussicht. Dieser Berg war einst überaus berüchtigt und war sozusagen ein Hauptsammelplatz für die Hexen und deren Meister, – natürlich nach der Sage der noch jetzt lebenden Landleute, welche diesen Berg nach allen Seiten herum bewohnen.
Seine Ausläufer hatten die noch jetzt führenden Namen von seiner einstigen zauberischen Berühmtheit erhalten; so nennt man einen Ausläufer nach Norden den „Goldeck“, einen nach Nordwest die „Siflitz“, einen nach Westen „Bärenbuck“, einen nach Süden das „Silberne Grab“; den senkrechten Felsen der höchsten Spitze nennt man die „Hohe Freiung“ und eine etwas unter dieser liegende Wand die „Unterfreiung“, so wie der Sattel zwischen dem Hohen und Niederen Staff manches Mal „Hexen-“ und manches Mal „Teufelsritt“ heißt. So ist auch vor eben diesem Sattel ein nackter Steingraben, welcher das „Rutschbrett des Teufels“ genannt wird; auch ein anderer Graben, der sich gegen Westen neigt, heißt das „Wilde G'jad“. Diese Benennungen und noch mehrere dergleichen, die sich an diesen Berg anreihen, als: ein „Hexensprung“, „Teufelsritt“, „Wehrwolfsnest“ und dergleichen noch eine Menge, bezeichnen hinreichend, in welchem Ansehen einst dieser Berg gestanden ist. Abgesehen aber von allen diesen Seitenbenennungen genügt schon der Name „Staff“, um zu sehen, dass das ein Hauptzauberberg war.
Das Wort „Staff“ war bei diesen früheren Gebirgsbewohnern ein Ausdruck, durch den sie die Eigenschaft eines außerordentlichen Dinges bezeichneten. Außerordentlich aber war bei ihnen dasjenige, was sowohl für die Elemente, als da sind Luft mit ihren Erscheinungen und das Wasser mit den seinigen, sowie auch für Menschen und Tiere als ein Richtpunkt diente, aus welchem Grunde man in späterer Zeit diesem Berge einen neuen Namen gab, welcher den ersten nur gewisserart in ein mehr neues Deutsch übersetzte.
Der neue Name war und ist noch jetzt „Landschnur“, von welchem Namen später die sich dort aufhaltenden Franzosen einen „Landjour“ gemacht haben. Sonach bezeichnet das Wort „Staff“ in dieser alten Bergsprache gewisserart ein Gericht und „Hochstaff“ ein hohes Gericht, und das darum, weil jeder Unbefugte, in die Zaubermysterien dieses Berges nicht Eingeweihte, sogleich auf das schrecklichste gerichtet wurde, natürlich von den Hexenmeistern, wenn er sich erdreistete, diesen Berg nur so hoch zu besteigen, wo die Waldregion aufhört; denn ein solcher Gast wurde plötzlich von unsichtbaren Händen ergriffen und in Blitzesschnelle, wie die Sage lautet, auf die höchste Spitze entrückt. Dort wurde er von ebenfalls unsichtbaren Kräften mehrere Stunden lang auf das schmerzvollste und grausamste gequält und mit Donnerstimme genötigt, dem Hexenbunde beizutreten; wollte er das nicht, so ward er von dem höchsten Punkte, der darum die „Hohe Freiung“ hieß, auf die „Untere Freiung“ geworfen, jedoch so zauberhaft, dass er nicht getötet wurde. Auf der Unteren Freiung kamen dann die zauberhaft reizendsten Sylphiden über ihn und berauschten ihn durch den Reiz ihrer Gestalt; hat er sich ihnen da ergeben, so ward er plötzlich wieder auf die Hohe Freiung gehoben und daselbst in ihre Mysterien eingeweiht. Wollte er aber sich durch den Sylphidenreiz nicht berücken lassen, so kam er auf das Rutschbrett des Teufels und mußte dort eine schreckliche Reise in das Tal herab machen, bei welcher Reise freilich alle Glieder, wie ihr zu sagen pfleget, komplett aus dem Leim gingen. Hatte er aber bei dem Sylphidenreize so einen halben Willen gezeigt, so wurde er auf den Goldeck gestellt, wo er von dem enormen Reichtum, der in Massen blanken Goldes bestand, geblendet ward. Und war das auch noch nicht genug, so wurde er südwärts in die Gegend des Silbernen Grabes geführt. Dieses war eigentlich kein Grab, sondern eine feenhaft wunderschönste Gegend dieses Berges, welche diesen Neugeworbenen so bezauberte, dass er nun nicht mehr umhin konnte, dem Hexenbunde vollkommen beizutreten. Natürlich ist alles dieses bloße Volkssage, und zwar zumeist des Volkes, welches die unterste Talgegend bewohnte.
Die weiseren Bergbewohner, die wegen der Dummheit der unteren Talbewohner nicht selten ein schändliches Strafgericht aushalten mussten, wussten von all dem Hexenwesen nichts, wohl aber von den Geistern, die diesen Berg nach allen Richtungen, wie sonst selten einen andern Berg, überschwenglich reichlichst bewohnten. – Warum denn gerade diesen Berg? – Der Grund, warum solche Wesen oft einen Berg mehr als einen anderen in Besitz nehmen, ist verschieden; teils hängt es von der Lage und von einer gewissen Höhe des Berges ab, teils von dem Inhalte eines solchen Berges, meistens aber von einer ziemlich freien Stellung, nach der ein Berg von anderen Bergen von allen Seiten herum gewisserart abgeschnitten ist, damit die Geister anderer Berge, die oft böser Natur sind, nicht leichtlich zu diesen Geistern gelangen können und Unordnung unter ihnen stiften.
Hauptsächlich aber wird ein solcher Berg aus dem Grunde von oben beschriebenen Geistern in Besitz genommen, wenn er infolge seiner freien Stellung eine reizende Aussicht nach allen Gegenden herum unbeschränkt gewährt. Denn auch diese Geister haben sämtlich das Vermögen, so sie wollen, die naturmäßige Welt anzuschauen; und indem sie auch zum sogenannten Wettermachen verwendet werden und fortwährend ein wachsames Auge auf die benachbarten Gebirgsgeister haben müssen, so sind ihnen auch solche Berge am liebsten, wo sie in ihrer Wachhabung durch nichts beschränkt werden können. Solchen Geistern sind freilich auch schon vollkommenere Geister beigegeben, die sie beherrschen und leiten; aber dessen ungeachtet wird keinem Geist für seine eigene Individualität seine Freitätigkeit und die mit ihr verbundene Wonne benommen.
Das wäre sonach ein hauptberühmter Berg dieses Landes. Ein zweiter seines Gelichters ist der „Unholde“, der noch ärger als der Hochstaff berüchtigt war; denn schon die Benennungen, die diesem Bergstock noch heutigestages ankleben, wie auch seine beinahe ins Mystische gehende wildromantisch-groteske Gestaltung sind mehr als sprechende Beweise von seiner einstigen zauberischen Berühmtheit. Wir wollen nur einige Namen seiner Ausläufer und seiner Räumlichkeiten anführen, die uns hinreichend belehren werden, wie es einst mit diesem Berge ausgesehen haben soll, aber natürlicherweise nie also ausgesehen hat.
Die höchste Spitze dieses Berges heißt der „Hohe Stadl“, d. i. soviel als ein hoher Platz und eine hohe Wohnung, in der die Hexen Winter und Sommer zugebracht haben. Eine Seitenspitze dieses Berges heißt auch die „Niedere Freiung“ und eine sich über diese erhebende Spitze die „Hohe Freiung“. Eine Freiung ist ein Platz, auf welchem auf früher beschriebene Weise ganz unschuldige Menschen zu Zauberern geworben wurden. Gleich unter diesen beiden Freiungen ist ein ziemlich gedehnter Platz, wo die neuen Ankömmlinge zaubern lernen mussten; dieser Platz heißt noch heutzutage „Zaubrad“ oder der „Zauberplatz“.
Über diesem Zauberplatz erhebt sich mehr südlich eine andere Felsenkuppe unter dem Namen „Ruhdnik“; das war der Platz der Erholung für die neuen Schüler der Zauberei. Unter dem Ruhdnik noch mehr südlich befand sich ein großer, freier Platz unter dem Namen „Gerlize“. Das Wort „Gerlize“ hat in der damaligen dummen Zaubersprache so viel geheißen als: ein Platz der ausgelassensten Freude und sogleich auch ein Platz des Zauberspieles; daher noch heutigestags sich gegen die Felswände des Hohen Stadels hinzu mehrere Quellen befinden, die nur genau um ½12 Uhr einen Wasserstrahl hinaus stoßen, von welchen Quellen sich bis jetzt nur eine noch erhalten hat und „Halbzwölfuhrbrünndl“ heißt.
Noch mehr südlich von diesem Platze erhebt sich die noch heutigestags so genannte „Hohe Truth“, deren Name bezüglich der einstigen Bedeutung kaum näher beschrieben werden darf. Über dieser Hohen Truth kommt die sogenannte „Rote Wand“ auch „Blutwand“ genannt, und an diese sollen Abtrünnige oder Verräter des Zaubertums von den Teufeln geschleudert worden sein.
Wieder über dieser hohen Roten Wand befindet sich die sogenannte „Dreihexenspitze“, nach der jetzigen Sprache auch „Dreihexenköffel“, welche fortwährend von den drei ärgsten Hexen bewohnt war, die da Wache halten mussten.
Ober dieser Dreihexenspitze erhebt sich der ziemlich steile Rücken bis zum Hohen Stadl unter dem Namen „Hexenstieg“, welcher sich – wie schon bemerkt – bis zur höchsten Spitze hinanzieht, auf welche der Stadl oder die Burg des Hexenkönigs war.
Nördlich, parallel mit der höchsten Spitze, läuft ein zehn Klafter langer und bei drei Klafter breiter Felsenkamm; dieser hat jetzt den Namen „Hohebrüstung“, früher aber hieß er „Hexentrui“. „Trui“ heißt soviel als „Trieb“; da wurden sie hinausgetrieben in die freie Luft und mussten die Nebel ergreifen, die aus der Spitze, namens „Deuwand“ (in neuere Sprache übersetzt: „Teufelswand“) aufstiegen.
Mehr nördlich von der Deuwand ist die Deudreispitz'; noch mehr nördlich der Böse Sieg, und noch etwas mehr nördlich die hohe Siebenwand, auch „Hohle Spitze“ genannt, welche von den allerärgsten Geistern sollte bewohnt worden sein.
Mehr südlich vom Hohen Stadl befindet sich eine sehr steile Spitze unter dem Namen: die „Verdammte Bucht“, in der neueren Zeit auch „Sandriß“. Noch mehr südlich, aber etwas tiefer unten, ist der Teufelsgalgen, und von da etwas mehr südwestlich das Böse Weib.
Aus diesen Namen geht ganz klar hervor, in welcher Berühmtheit einst dieser Gebirgsstock gestanden ist. Schon der alleinige Name „Unholden“ zeigt hinreichend den einstig gekannten Charakter dieses Gebirges, welches zum Teil Kärnten, zum Teil Tirol und auch einen tüchtigen Teil von Welschland beherrschte.
Dass hinter diesen Sagen wieder nichts anderes steckt als was Ich nun schon bis zum sonnenklarsten Anschauen erklärte, versteht sich von selbst.
Eben dieser Hochstadl ist auch ein so frei gestellter Berg und daher ein Lieblingsaufenthalt solcher euch schon bekanntgemachter, mehr frei gewordener Naturgeister, welche mit den am Fuße dieses Berges wohnenden Landleuten in euch schon bekanntem Konflikte standen. Dass sich aber an den Namen dieses Berges und seiner Ausläufer so manche traurige Hexeninquisitionsgeschichte knüpft, das braucht kaum einer näheren Erörterung; denn an der Drau ist noch heutigestags die Hexengerichtsstätte der alten Herrschaft Flaschberg ersichtlich, deren Name schon eine hinreichende Beschreibung von dem in sich schließt, was einst hier verübt wurde.
Ähnliche Berge gibt es in Tirol noch eine Menge; so ist die Gantspitze, der Hohe böse Ring, der Böse Stein, der Hohe Helm, der Brenner, der Ötzer, die Vintschgauer Hochkuppe, das Wurmserjoch und dergleichen noch mehrere, überaus berüchtigt, in der Schweiz das bekannte Wetterhorn, das Finstere Achhorn, der Hohe Mönch, das Wöllerhorn, die Pilatusspitze, auch der Bernhardsberg, die Teufelsbrücke und dergleichen noch eine Menge, – lauter Berge von gleichem Kaliber.
Doch im höchsten Grade berüchtigt sind die Berge Savoyens. Denn da waren nach den Volkssagen die höchsten Häupter der bösen Geister zu Hause, und jeder Savoyarde war noch vor eben nicht gar zu langer Zeit mit einer derartigen Verachtung angesehen, dass man ihn kaum für etwas höher hielt als die Tiere, so wie auch noch vor nicht gar langer Zeit die Bewohner der Pyrenäen unter dem Namen „Chacots“ von den Spaniern mehr als der gemeinste Hund verachtet wurden.
Nachdem wir nun zur Beleuchtung des Daseins der Geister in unserer zweiten Region durch diese Histörchen hinreichend viel erörternd dargetan haben und nun sehen, wie es in dieser zweiten Region zugeht, so werden wir uns fürs nächste sogleich in die erste Region herab begeben und sehen, wie es da geistig zugeht.“ [Er.01_037]

Bergwanderung - wie wir durch das Leben wandern sollen -
„Viele Täler durchwanderte ein Freund der Schöpfung und fand da nicht selten recht sonderlich schöne Gegenden und gar manche reizende Partien. Die schönsten jedoch waren für ihn jene, die mit Seen geschmückt waren oder mit ziemlich ansehnlichen Bächen oder Flüssen, und die daneben auch mit hohen Bergen umfaßt waren. Ganz große Flachländer gefielen dem Wanderer nicht, wie auch jene Gegenden nicht, deren Boden mit großen Städten bedeckt war.
So sehr es aber unsern Wanderer gar oft gelüstete, auf einen oder den andern hohen Berg zu steigen und von seinen Zinnen einmal eine großartigste Aussicht zu genießen, so konnte er aber dennoch nie den Mut dazu gewinnen, sich auf irgendeine bedeutende Höhe hinaufzuschwingen. Denn bald glaubte er, es würden ihm seine Füße den Dienst dazu versagen, bald wieder fand er keine nach seiner Idee verlässlichen Führer, bald wieder war ihm die Unbeständigkeit des Wetters auf solchen Höhen ein sehr bedenkliches Hindernis, bald steile, ungebahnte Wege, bald die breiten und dichten Wälder, die gewöhnlich schon am Fuß solcher Alpen beginnen und nicht selten über 5-6000 Fuß hinaufgehen – und dergleichen Hindernisse mehr.
Einmal jedoch, als er in eine kleine, aber sehr niedliche Ortschaft kam, die gerade am Fuß einer gar schönen und sehr hohen Alpe lag, und eine gar schöne Witterung ihm sehr günstig zu sein schien, bekam er eine gar mächtige Lustanwandlung, mit gewählten und gar wohlerfahrenen Führern diese Alpe zu besteigen, um doch endlich auf seinen vielen Reisen einmal zu jenem vielgepriesenen, wahrhaftigen Hochgenuss zu gelangen, der sich den Bergbesteigern auf eine unbeschreibliche Weise in stets überschwenglicher Fülle darbietet – was aber natürlich unser Wanderer nur vom sogenannten Hörensagen und aus manchen gelesenen Gebirgsreiseskizzen kannte.
Fest ward also der Entschluss gefasst, koste es nun, was es wolle, nimmer solle nun diese Vornahme durch was immer für eine möglich vorkommende Kalamität als aufgegeben und unausführbar betrachtet sein! – „Also, frisch auf!“, sprach der Wanderer. „Bald, bald, du stolze Spitze, sollst du von meinem schwachen Fuße gedemütigt werden! Ein Sterblicher wird dich, einer Ewigkeit trotzen Wollende, überragen und von dir in weite Fernen hinausschauen und einen Anblick genießen, der dir viele Jahrtausende deines stolzen Daseins hindurch versagt war und fürder versagt bleiben wird!“
Die Bergführer standen bereit, mit allem Nötigen versehen. Der Wanderer überließ sich ganz ihrer Leitung, und so war die Bergreise mutig angetreten. Die erste Stunde ging es gut; denn da war noch recht viel Abwechslung, bald eine Bergkeusche, bald eine Herde mit ihrem Hirten und bald eine Wiese, die ein Bächlein gar behende durchrieselte. Aber nun begann der Wald, anfangs nur spärlich aussehend; je höher hinauf aber ein stets steiler und rauher werdender Weg unsere Gesellschaft führte, desto dichter auch wurde der Wald und desto mehr wurde er von nicht selten nahezu undurchdringlichem Gestrüpp durchzogen.
Drei Stunden hatten die Wanderer mit der Besteigung des Berges bloß durch den Wald zugebracht, und noch wollte er kein Ende nehmen. Da fragte der Wanderer die Führer, wie lange wohl der Wald noch dauern werde. – Und diese sprachen: „Noch ein paar Stunden Weges!“ – Da ward der Wanderer unwillig und sprach: „Das ist ja entsetzlich!
Wahrlich, so der überaus beschwerliche Wald noch ein paar Stunden dauern sollte, da kehre ich lieber um und will unten im Tale einen förmlichen Eid ablegen, mit diesem höchst ermüdenden Versuche für alle meine Lebzeiten jede künftige Bergbesteigungslust auf das vollkommenste abgekühlt zu haben!“
Aber die Führer sagten: „Freund, das tun Sie ja nicht! Wir sind nun dem Ziel, das wir hier verfolgen, näher, als Sie glauben! Daher wäre es sehr unmännlich, nun umzukehren ob dieser kleinen Strecke Waldes. Machen wir uns daher nur recht mutig wieder auf den Weg, und bald werden wir auf die freien Alpentriften gelangen, wo jeder Schritt von neuen Wundern gewürzt sein wird!“
Diese Rede gefiel dem Wanderer, und er setzte mit seinen Führern den Weg durch den noch übrigen Wald mutig fort. – Nun war der Wald dünner, die Bäume wurden klein und verkrümmt, und schon wurden hie und da die weitgedehnten blassgrünen Alpenmatten, glitzerndes Steingerölle und vermoderte übereinanderliegende Urbaumstämme ersichtlich. – Endlich ward auch der letzte Rest des Waldes hinter den Rücken gelegt, und die Gesellschaft gelangte auf die ganz freien Alpentriften und nahm da Rast und einige Stärkung für die noch allerbeschwerlichste weitere Besteigung der höchsten Spitze.
Man rastete bei einer halben Stunde, erhob sich dann und wollte weiter aufwärtsziehen; aber siehe, da kam – was auf derlei Höhen nichts Ungewöhnliches ist – plötzlich ein heftiger Wind, und die höchste Kuppe wurde von dichtem Gewölk umlagert. Da machten die Führer bedenkliche Mienen, und der Wanderer verwünschte jeden Gedanken, der ihn dazu bewogen hatte, diesen Berg ersteigen zu wollen; denn die schon sehr schöne Aussicht von den hohen, freien Alpentriften war ihm durchaus zu wenig Lohn für seine große Mühe. – Da der Wind aber stets heftiger war und die Nebel tiefer und tiefer herabfielen, da beschloss die Gesellschaft, den Weg von der Alpe auch so schleunig als möglich wieder zurückzumachen, um einem sicheren Hochgewitter zu entgehen.
Schnellen Schrittes ging es nun abwärts, und das Tal war in der halben Zeit erreicht, welche die Gesellschaft zur Ersteigung dieser Alpe brauchte. Als sie alle, die Führer und der Wanderer, wieder in der Ortschaft ankamen, siehe, da kam ein anderer Wind, und alle Bergspitzen standen wieder kristallrein vor den Augen der müden Wanderer.
Da bereute es auch unser Wanderer, daß er sich von einem kleinen Wetter hatte einschüchtern und entmutigen lassen und beschloß, bei einer künftigen ähnlichen Gelegenheit klüger und ausdauernder zu sein.
Ein alter Mann aber, der gehört hatte, wie der Wanderer vor dem Abmarsche gar stolz den Berg angeredet hatte, sagte zu ihm: „Wenn du wieder einen Berg besteigen willst, so musst du dich vorher recht klein, aber nicht recht groß machen; denn siehe, jede Höhe ist rein und geheiligt! Daher will sie auch in der Demut und nie im Hochmut erstiegen sein. – Wehe aber dem, der sie im Hochmut ersteigt; der wird einen mächtigen Fall tun und wird sich zerschellen, und sein Fleisch wird hängenbleiben an den schroffen Spitzen emporragender Felsen!
Wenn du aber ein rechter Wanderer sein willst, dann lass dich fürder nicht abschrecken von den Höhen und besteige sie sattsam, so wirst du erst recht innewerden, wie herrlich, groß und mächtig Der sein muß, dem es ein leichtes war, eine so große und herrliche Erde bloß durch Sein ,Werde‘ hervorzurufen! Es sind wohl die Täler, die du schon überhäufig bereist hast, auch demselben allmächtigen ,Werde‘ entsprossen, aber es ist dennoch ein großer Unterschied zwischen ihnen und den Bergen. Die Aussicht im Tal ist beschränkt und eingeengt, auf den Bergen aber frei und oft unübersehbar. Es gleicht das Tal einem ganz gewöhnlichen Menschen, der außer den natürlichen Bedürfnissen keine höheren kennt; die Berge aber sind daneben gleich einem Weisen, der über alle die weltlichen Bedürfnisse erhaben sein Herz und Haupt hoch emporhebt und seine Augen nur dorthin richtet, wo er die großen heiligen Denkmäler Dessen erschaut, den sein Herz so ehrfurchtsvoll und dabei aber doch auch ebenso heilig kindlich froh „Lieber, heiliger Vater!“ nennt.
Siehe, du mein lieber Freund, also reise du, und also besteige du gerne die Berge, dann werden dir deine Reisen einen großen Gewinn für dein Leben bringen zeitlich und – verstehe – dadurch auch ewig! Denn wir alle sind Wanderer und wandern von der Wiege bis zum Grab manchen beschwerlichen Weg. Da geht es manchmal steil, holpericht, manchmal wie auf dem Glatteis. Die meisten Lebenswanderer gleichen dir und bleiben lieber in den Tälern ihres Tierwesens, als daß sie sich einmal die Mühe nähmen, einen Berg zu besteigen, um da wenigstens die Aussicht zu einem wahren Menschen zu bekommen. – Also aber soll es nicht sein!
Wir sollen wohl in den Tälern der Demut wohnen; aber darin sollen wir nicht vergessen, dass die Berge der freien Gott- und Menschenerkenntnis zu besteigen sind – was von Gott Selbst vorgeschrieben ist!“
Dessen gar wohl eingedenk ging unser Wanderer seinen Weg weiter, fand die Worte des alten Dorfweisen richtig und nachahmungswert und – fand das Leben! Wollt ihr es auch finden, so folgt seinem Beispiele! Amen.“ [HiG.02_47.06.18]


Zum Verreisen im Allgemeinen
„Aber es gibt immer Menschen und Geister, die stets der Meinung sind, dass man in der Fremde mehr sehen, erfahren und lernen kann als daheim; und doch scheint überall ein und dieselbe Sonne. Ja, man kann in der Fremde wohl andere Gegenden, andere Menschen und andere Sitten und Sprachen kennenlernen; ob aber dabei das Herz etwas gewonnen hat, das ist eine andere Sache!
Wer nur aus purer Neugierde in die Fremde zieht, um sich dort besser zu vergnügen und zu zerstreuen, der wird für seines Herzens Bildung wenig gewinnen; wer aber in die Fremde zieht, um den dortigen Menschen zu nützen und ihnen zu bringen ein neues Licht, der wandere und wirke, und die Reise wird ihm viel Gewinnes abwerfen!“ [GEJ.02_036,18-19]


Ausgearbeitet April 2017






Copyright by jakob-lorber.info 2016
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü