Vom Geist der Wahrheit - Der Prophet Jakob Lorber

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Vom Geist der Wahrheit
Johannes 16,8-15


„Und wenn derselbige kommt, wird er die Welt strafen um die Sünde und um die Gerechtigkeit und um das Gericht.
Um die Sünde, dass sie nicht glauben an Mich; um die Gerechtigkeit aber, dass Ich zum Vater gehe und ihr Mich hinfort nicht seht; um das Gericht, dass der Fürst dieser Welt gerichtet ist. –
Ich habe euch noch viel zu sagen; aber ihr könnt es jetzt nicht tragen.
Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten.
Denn er wird nicht von sich selbst reden, sondern was er hören wird von Mir, das wird er reden, und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. –
Derselbe wird Mich verklären; denn von dem Meinen wird er es nehmen und euch verkündigen.
Alles, was der Vater hat, ist Mein. Darum habe Ich zu euch gesagt: Von dem Meinen wird er es nehmen und euch verkündigen.“


Solches gebe Ich durch dich dem Ans. H.-W. vorderhand unenthüllt, wie auch den anderen, so sie es annehmen wollen. Wer aber annimmt, der soll in sich die wahre, innere Bedeutung dieser freilich wohl etwas schweren Texte suchen und wohl beachten die unterstrichenen Worte.
Wer es aber annehmen wird, dem will Ich auch ein kleines Lichtlein in sein Herz geben, darum er dann viel Wunderbares entdecken wird in dieser kleinen Aufgabe.
Nachträglich aber will Ich sie dann auch dir völlig gelöst geben. – Solches also möge wohl geschehen! – Das sage Ich, Jesus. Amen.


Gemäß der Voraussage vom 15. August 1842 empfing der Knecht Jakob Lorber zu Joh. Kap. 16,8-15 nachstehende Erklärung über den „Geist der Wahrheit“:

Wenn der geeinte Geist der Liebe und aller Weisheit und Wahrheit aus ihr kommen wird aus der Höhe in der Menschen Herzen, so wird dadurch zugrunde gehen die Sünde, da die Welt wird überführt werden, dass der Sohn und der Vater vollkommen eins sind, also nur ein wesenhafter Gott aller unend-lichen Macht und Kraft und aller Heiligkeit, Liebe und Gewalt vorhanden ist und somit auch ein einziger Herr einer unwandelbaren Ordnung, in der da alle Welt besteht und auch schon gerichtet ist in aller ihrer Herrschaft. Denn nur das wahrhaft Freie ist auch in und bei Mir frei, alles andere aber ist gerichtet und könnte nicht bestehen ohne das Gericht.
Denn unter dem „Fürsten der Welt“ wird ja verstanden alle wie frei wirkende Macht der Welt. Dessen ungeachtet aber befindet sie sich dennoch in Meiner alleinigen Macht, und es kann ohne Meine Zulassung kein Sonnenstäubchen von der Stelle bewegt werden.
Da aber „strafen“ so viel heißt, als jemanden werktätig überzeugen, was da ist der Ordnung und was wider dieselbe, so werden ja die Ungläubigen dadurch werktätig ihrer Nacht überführt werden, wenn sie aus den Werken derjenigen, die in Meiner Gerechtigkeit und Ordnung sind, ersehen werden, dass der Sohn und der Vater eins sind und der Sohn aus dem Vater hervorgegangen ist, wie da hervorgeht ein Licht aus hell lodernder Flamme.
Wie aber da Flamme, Licht und Wärme eins sind, so ist auch Vater, Sohn und Geist eins!
Die Wärme aber, welche hervorgeht aus dem Licht, wie dieses aus der Flamme, ist der Geist, der da an und für sich nichts ist, sondern nur die Einung des Vaters mit dem Sohn und somit alles belebt.
Daher heißt es auch: „Ich hätte euch noch viel zu sagen, allein ihr würdet es jetzt noch nicht ertragen können. Wenn aber der heilige Geist kommen wird, der wird euch in alle Wahrheit leiten.“ – Wer da solches noch nicht versteht, der lasse nur z.B. die Sonne im Winter reden, und er wird in naturmäßiger Hin-sicht ganz dasselbe sinnbildlich wahrnehmen. Denn spricht die Sonne im Winter nicht so zu einem Teil der Erde: „Sieh, mein Licht hat aus deinem Boden noch gar viel zu entwickeln, allein in diesem deinem damaligen Zustand bist du einer solchen Entwicklung gar nicht fähig. Wenn aber mit dem Licht auch die Wärme kommen wird – das ist die tatkräftige Liebe – so wird diese all die zahllosen Formen aus deinem Boden ziehen.“
Wird aber die Wärme des Lichts etwa neue Formen dem Boden entlocken? O nein, sondern die alten Formen der ewigen Ordnung wird sie entfalten! So wird auch der Geist nicht von sich selbst reden, sondern Dessen Worte nur, da er ausgeht.
Wie aber durch die Wärme in den entfalteten Formen das Licht der Sonne verklärt und verherrlicht wird, da es in seinen Urformen sich wieder wie ver-jüngt erschaut, so wird auch der Geist den Sohn, der da eins ist mit dem Vater, in euch verklären. Denn er wird aus sich nicht sich selbst in euch hervorrufen, sondern Den nur, aus Dem er hervorgeht von Ewigkeit. Darum ist auch gesagt: „Vom Meinem wird er's nehmen und euch verkündigen!“,  d.h.: Meinen Samen wird er in euch zum Wachstum bringen, und ihr werdet dann in euch Meine Herrlichkeit schauen!
Solches also besagen diese Texte. Beachtet sie sehr wohl! Denn in ihnen liegt das Wesen der vollen Wiedergeburt. Versteht sie daher wohl im Geist werktätig! – Amen.

Festgarten, „Pfingstsegen als Licht und Trost fürs Leben“ Seite 49




„Ich werde im Geist, im Wort und in der Wahrheit bei den Meinen verbleiben,
und die in großer Liebe zu Mir sich befinden werden, die werden Mich auch persönlich auf Momente zu sehen bekommen.
Die aber nach Meinem Wort leben und nach der inneren Wahrheit desselben sorglich forschen werden,
mit denen werde Ich reden durch das Verständnis ihres Herzens und werde so legen Meine Worte in ihr Gemüt,
und in Meinem Namen wohlerzogene Jünglinge und Mägde sollen Gesichte haben,
in denen ihnen erklärt wird Meine Wesenheit, die Himmel und das ewige Leben, wie auch das Los der Abtrünnigen und Bösen,
und auch so werde Ich verbleiben bei den Meinen bis ans Ende der Zeit dieser Erde.“

Großes Evangelium Johannes Band 8, Kapitel 55, V.15


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