Sodom und Gomorra - Der Prophet Jakob Lorber und seine Verkündungen ... Jakob Lorber

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Sodom und Gomorra

Bibel und NO

Das Schicksal von Sodom und Gomorra
aus der Sicht der Bibel und der Neuoffenbarung Jesu durch Jakob Lorber



Aussage der Bibel

Abrahams Fürbitte für Sodom
„Der Herr sprach: Es ist ein Geschrei zu Sodom und Gomorra, das ist groß, und ihre Sünden sind sehr schwer. Darum will ich hinabfahren und sehen, ob sie alles getan haben nach dem Geschrei, das vor mich gekommen ist, oder ob's nicht also sei, dass ich's wisse.
Und die Männer wandten ihr Angesicht und gingen gen Sodom; aber Abraham blieb stehen vor dem Herrn und trat zu ihm und sprach: Willst du denn den Gerechten mit dem Gottlosen umbringen? Es mögen vielleicht fünfzig Gerechte in der Stadt sein; wolltest du die umbringen und dem Ort nicht vergeben um fünfzig Gerechter willen, die darin wären? Das sei ferne von dir, dass du das tust und tötest den Gerechten mit dem Gottlosen, dass der Gerechte sei gleich wie der Gottlose! Das sei ferne von dir, der du aller Welt Richter bist! Du wirst so nicht richten.
Der Herr sprach: Finde ich fünfzig Gerechte zu Sodom in der Stadt, so will ich um ihrer willen dem ganzen Ort vergeben. Abraham antwortete und sprach: Ach siehe, ich habe mich unterwunden zu reden mit dem Herrn, wie wohl ich Erde und Asche bin. Es möchten vielleicht fünf weniger den fünfzig Gerechte darin sein; wolltest du denn die ganze Stadt verderben um der fünf willen? Er sprach: Finde ich darin fünfundvierzig, so will ich sie nicht verderben. Und er fuhr fort mit ihm zu reden und sprach: Man möchte vielleicht vierzig darin finden. Er aber sprach: Ich will ihnen nichts tun um der vierzig willen. Abraham sprach: Zürne nicht, Herr, dass ich noch mehr rede. Man möchte vielleicht dreißig darin finden. Er aber sprach: Finde ich dreißig darin, so will ich ihnen nichts tun. Und er sprach: Ach siehe, ich habe mich unterwunden mit dem Herrn zu reden. Man möchte vielleicht zwanzig darin finden. Er antwortete: Ich will sie nicht verderben um der zwanzig willen. Und er sprach: Ach zürne nicht, Herr, dass ich nur noch einmal rede. Man möchte vielleicht zehn darin finden. Er aber sprach: Ich will sie nicht verderben um der zehn willen.
Und der Herr ging hin, da er mit Abraham ausgeredet hatte; und Abraham kehrte wieder um an seinen Ort.

Der Untergang von Sodom und Gomorra. Lots Errettung
Die zwei Engel kamen gen Sodom des Abends; Lot aber saß zu Sodom unter dem Tor. Und da er sie sah, stand er auf, ihnen entgegen, und bückte sich mit seinem Angesicht zur Erde  und sprach: Siehe, liebe Herren, kehrt doch ein zum Hause eures Knechtes und bleibt über Nacht; lasst eure Füße waschen, so steht ihr morgens früh auf und zieht eure Straße. Aber sie sprachen: Nein, sondern wir wollen über Nacht auf der Gasse bleiben. Da nötigte er sie sehr; und sie kehrten zu ihm ein und kamen in sein Haus. Und er machte ihnen ein Mahl und buk ungesäuerte Kuchen; und sie aßen.
Aber ehe sie sich legten, kamen die Leute der Stadt Sodom und umgaben das ganze Haus, jung und alt, das ganze Volk aus allen Enden, und forderten Lot und sprachen zu ihm: Wo sind die Männer, die zu dir gekommen sind diese Nacht? Führe sie heraus zu uns, dass wir sie erkennen. Lot ging heraus zu ihnen vor die Tür und schloss die Tür hinter sich zu und sprach: Ach, liebe Brüder, tut nicht so übel! Siehe, ich habe zwei Töchter, die haben noch keinen Mann erkannt, die will ich herausgeben unter euch, und tut mit ihnen, was euch gefällt; allein diesen Männern tut nichts, denn darum sind sie unter den Schatten meines Daches eingegangen.
Sie aber sprachen: Geh hinweg! und sprachen auch: Du bist der einzige Fremdling hier und willst regieren? Wohlan, wir wollen dich übler plagen denn jene. Und sie drangen hart auf den Mann Lot. Und da sie hinzuliefen und wollten die Tür aufbrechen, griffen die Männer hinaus und zogen Lot hinein zu sich ins Haus und schlossen die Tür zu. Und die Männer vor der Tür wurden mit Blindheit geschlagen, klein und groß, bis sie müde wurden und die Tür nicht finden konnten.
Und die Männer sprachen zu Lot: Hast du noch irgend hier einen Eidam und Söhne und Töchter, und wer dir angehört in der Stadt, den führe aus dieser Stätte. Denn wir werden diese Stätte verderben, darum dass ihr Geschrei groß ist vor dem Herrn; der hat uns gesandt, sie zu verderben. Da ging Lot hinaus und redete mit seinen Eidamen, die seine Töchter nehmen sollten: Macht euch auf und geht aus diesem Ort; denn der Herr wird diese Stadt verderben. Aber es war ihnen lächerlich.
Da nun die Morgenröte aufging, hießen die Engel den Lot eilen und sprachen: Mache dich auf, nimm dein Weib und deine zwei Töchter, die vorhanden sind, dass du nicht auch umkommst in der Missetat dieser Stadt. Da er aber verzog, ergriffen die Männer ihn und sein Weib und seine zwei Töchter bei der Hand, darum dass der Herr ihn verschonte, und führten ihn hinaus und ließen ihn draußen vor der Stadt.
Und als sie ihn hatten hinausgebracht, sprach er: Errette dein Seele und sieh nicht hinter dich; auch stehe nicht in dieser ganzen Gegend. Auf den Berg rette dich, dass du nicht umkommst. Aber Lot sprach zu ihnen: Ach nein, Herr! Siehe, dieweil dein Knecht Gnade gefunden hat vor deinen Augen, so wollest du deine Barmherzigkeit groß machen, die du an mir getan hast, dass du meine Seele am Leben erhieltest. Ich kann mich nicht auf den Berg retten; es möchte mich ein Unfall ankommen, dass ich stürbe. Siehe, da ist eine Stadt nahe, darein ich fliehen kann, und sie ist klein; dahin will ich mich retten (ist sie doch klein), dass meine Seele lebendig bleibe.
Da sprach er zu ihm: Siehe, ich habe auch in diesem Stück dich angesehen, dass ich die Stadt nicht umkehre, von der du geredet hast. Eile und rette dich dahin; denn ich kann nichts tun, bis dass du hineinkommst. Daher ist diese Stadt genannt Zoar. Und die Sonne war aufgegangen auf Erden, da Lot nach Zoar kam.
Da ließ der Herr Schwefel und Feuer regnen von Himmel herab auf Sodom und Gomorra und kehrte die Städte um und die ganze Gegend und alle Einwohner der Städte und was auf dem Lande gewachsen war. Und sein Weib sah hinter sich und ward zur Salzsäule.
Abraham aber machte sich des Morgens früh auf an den Ort, da er gestanden vor dem Herrn, und wandte sein Angesicht gegen Sodom und Gomorra und alles Land der Gegend und schaute; und siehe, da ging Rauch auf vom Lande wie ein Rauch vom Ofen. Und es geschah, da Gott die Städte in der Gegend verderbte, gedachte er an den Abraham und geleitete Lot aus den Städten, die er umkehrte, darin Lot wohnte.“

1.Mose Kap. 18,20-33+19,1-29


Aussagen der Neuoffenbarung Jesu durch Jakob Lorber

Zu Abrahams Fürbitte für Sodom:
Abraham: „Als ich Dich dereinst bat, dass Du die zehn Städte mit Sodom und Gomorra noch verschonen möchtest um der etlichen Gerechten willen, da lautete Deine Antwort bitter: Du möchtest ihrer wohl schonen, so darin nur in allem zehn und am Ende gar nur zwei bis drei völlig Gerechte sich befänden. Da aber auch diese nicht da waren bis auf den einzigen, Lot, so schontest Du der zehn Städte nicht, rettetest allein den Lot, alles andere ward mit Feuer vertilgt.“ (GEJ.07_162,06)

Des Herrn für die damalige und alle Zeiten gültige Warnung: „Und wie es nun ist, so soll es bleiben fürder! So lange ein Ort der Erde drei Menschen haben wird, die da gerecht sind vor Mir, da will Ich den Ort nicht richten. So lange eine Stadt in der Tiefe haben wird zwei Gerechte, da will Ich sie verschonen um der Gerechtigkeit der zwei willen. So lange ein Land wird haben sieben Gerechte, da will Ich dasselbe nicht heimsuchen in Meinem Zorn. Und so lange ein Volk wird haben zehn Gerechte, da will Ich es verschonen vor dem Ausbruch Meines Feuers.
Und so lange noch zwei Väter unter all Meinen Kindern leben werden, die Mich erkennen und lieben, und lehren Mich auch also erkennen und lieben ihre Kinder und Nachbarn, da will Ich kein Gras zornig ansehen auf dem ganzen Erdboden.
Wenn aber auf dem ganzen festen Land hier in der Tiefe, wie in der Höhe nicht mehr als nur ein Gerechter wird anzutreffen sein, so will Ich noch hundert und etliche Jahre warten, ob sich niemand zu Mir wende, und will darum auch zu dem Behuf allenthalben durch von Mir aus gelehrte Boten aller Kreatur predigen lassen.
Werden sich die abgefallenen Menschen danach kehren, so will Ich sie wieder aufnehmen zu Meinen Kindern; werden sie sich aber nicht zu Mir kehren, sondern nur umso fester verharren in aller Bosheit und werden sogar erschlagen die Boten, wahrlich, da soll der eine Gerechte nicht imstande sein, Meinen Grimm von der Erde abzuhalten, und Ich will dann vertilgen alle Übeltäter der Erde und Mir errichten ein neues Geschlecht auf derselben!
Diese Worte habe Ich nun vor dir, Terhad, geredet wie zu der ganzen Erde; du sollst sie darum aufzeichnen, und die sie mit dir in diesem Saale hier gehört haben, die sollen dir Zeugnis geben, dass Ich es war, der nun solches zu dir geredet hat, auf dass, so je eine solche Zeit kommen sollte, sich niemand wird entschuldigen können, als habe er solches nicht vernommen. Dieses Zeugnis sollst du allzeit und allem Volk verkünden und sollst ein wahrer Wächter dieses Meines Heiligtums sein – wie in dir, also auch in allen deinen Nachkommen!“ (HGt.02_266,04-08)

Die Zerstörung von Sodom und Gomorra:
„Zur Zeit Abrahams geschah wieder eine große Offenbarung, und zwar wegen der gar entsetzlich entarteten Bewohner von Sodom, Gomorra und der diese beiden Großstädte umgebenden zehn kleineren Städte. Sie war abermals ein Gericht für diese Menschen; das Tote Meer ist heutigentags noch ein sprechender Zeuge davon.“ (GEJ.06_150,08)

„So ist ein Volksstamm noch von dem König zu Salem mehrere Male gewarnt worden, die Landschaft von Sodom und Gomorra zu bewohnen, weil sie unter sich viele Schwefellager und teilweise Erdpech enthielt. Es wurde dem Volk auch klar und verständlich gezeigt, wie sich solchen Lagern in einem fort unreine Naturgeister entwinden und die Fleischmenschen zur Unzucht reizen; denn wie im Wein die Geister der Unzucht daheim sind und das Fleisch dazu antreiben, so ein Mensch im Übermaß davon genossen hat, ebenso sind sie auch im Schwefel und im Erdpech. Es war dem Volk auch gesagt, dass sich in einer solchen Landschaft häufig Erdbeben, Bergbrände und viele böse Gewitter einstellen und oft vielen und großen Schaden anrichten, worauf leicht Hungersnot und Pest entstehen; aber es half all solcher guter Rat sogar aus dem Mund Jehovas nichts. Weil die Landschaft sonst sehr üppig und fruchtbar war, so siedelten sich dennoch die Menschen an, und bevor zweihundert Jahre vergingen, waren allda schon nächst Sodom und Gomorra noch zehn Städte erbaut. Die Menschen wurden ganz sinnlich und trieben allerlei unbeschreibbare Unzucht und die allergräßlichste Hurerei sogar mit den Tieren.
Sie wurden abermals zu Nahors und wieder zu Tharahs Zeiten gewarnt, und es war ihnen geraten, die böse Landschaft zu verlassen; doch niemand kehrte sich daran. Tharahs Söhne waren Abraham, Nahor – der also hieß wie sein Großvater – und Haran, der den Lot gezeugt hat. Haran zog selbst hin und predigte auf Gottes Geheiß, richtete aber auch nichts aus. Lot, sein Sohn, tat dasselbe mehrere Jahre hindurch, hielt sich wechselweise bald in der einen und bald in der andern Stadt auf und wurde dabei nahe selbst ein Opfer des Geistes der Unzucht.
Da kamen sichtbare Engel, die zuvor Abraham besuchten, und Jehova war mitten unter ihnen und gab dem Abraham treulich kund, wie es Sodom und den anderen Städten ergehen werde. Und es wurden die beiden Engel in Gestalt von zwei kräftigen Jünglingen dahin abgesandt, um noch den Lot zu retten. Das Volk hörte die Jünglinge gar nicht an, sondern wollte noch mit ihnen die unnatürlichste Unzucht treiben. Da entkam Lot auf die Warnung der beiden Jünglinge. Nur sein Weib ward ein Opfer ihrer säumigen Neugier; es ward zur Salzsäule dem Leib nach, nach der Voraussage der Jünglinge. Denn diese sagten: ,Wir müssen nun schnell fliehen und uns nicht einmal die Zeit zum Umsehen nehmen; denn das unterirdische Feuer greift schnell um sich, und seine überall ausbrechenden Dämpfe ersticken schnell alles Naturleben und verwandeln alles schnell in ein steiniges Salz!‘ Lots Weib aber blieb dennoch einige Augenblicke stehen und war von den Dämpfen ereilt und dadurch ein Opfer.
Siehe, da hatte abermals nicht Gottes allmächtiger Wille so ganz eigentlich den vollen Untergang der bösen Landschaft verursacht; denn es wäre diesem unreifen Fleck das auch durch seine Natur widerfahren, was ihm nachher unter Abraham widerfahren ist. Aber dass dabei so viele Menschen zugrunde gegangen sind, daran war niemand schuld als der Ungehorsam ihres freien Willens.“ (GEJ.06_225,11-14)

„Zu den Zeiten Abrahams schon wieder war Sodom und Gomorra mit den übrigen zehn Städten wegen der zu allergröbsten Laster durch Feuer und Schwefel aus dem Firmament herab samt Menschen und Vieh derart vertilgt, dass von ihnen keine Spur mehr übrigblieb. An der Stelle dieser Städte hast du nun das Tote Meer, darin bis zur Stunde kein Tier leben kann, und auch die Vögel vermeiden es, darüber hinweg zu fliegen.“ (GEJ.05_204,04)

„Ich hätte allerdings die Macht, sie [dies Natterngezücht und die Schlangenbrut der Templer] alle auf dem ganzen Erdkreis in einem Augenblick zu vertilgen, wie solches, von Meinem Vatergeist, der in Mir wohnt, verordnet, schon einmal zu den Zeiten Noahs und zu den Zeiten Abrahams mit Sodom und Gomorra und ihren zehn Nachbarstädten geschehen ist; aber was hat es genützt?!
Heutzutage zeugt das umfangreiche Tote Meer noch von jenem Gericht, und die Schrift weist mit den Fingern dahin; wer aber beachtet das noch und lässt es sich zu einer gerechten Warnung dienen?“ (GEJ.05_220,07-08)

Agrikola: „Herr, Herr, seitdem Sodom und Gomorra mit den anderen zehn Städten unterging, werden wohl schon über anderthalbtausend Jahre vorübergegangen sein, und jene damals gelebt habenden Seelen sollen im Reich der Geister noch zu keiner lichteren Erkenntnis gekommen sein?“
Sagte Ich: „Ja, du Mein Freund, da hast du nun einen ganz kleinen Beweis tatsächlich selbst geschaut, wie schwer es ist, jenseits eine gänzlich verdorbene Seele nur insoweit zu bessern, dass sie dahin zu einer geringen Einsicht und Erkenntnis kommt, dass sie so böse ist und als solche nie in einen freien und seligen Zustand kommen kann.“ (GEJ.07_119,11-12)

„Seht, auf der Erde gibt es gewisse Punkte und oft gedehntere Flächen, die für Menschen und auch für Tiere nicht wohl zu bewohnen sind, weil daselbst aus der Erde Innerem, um für euch Griechen verständlich zu reden, zu gewissen Zeiten sich gewisse böse Dünste auf die Oberfläche emporarbeiten, die den unterirdischen Schwefel-, Erdkohlen- und giftigen Metallagern entstammen; und diese von hier bei einer halben Stunde entfernte alte Stätte ist eben auch ein solcher Punkt und jetzt ärger, als er zu den Zeiten Abrahams und Lots war, allwann beinahe zugleich mit Sodom und Gomorra auch Jericho nebst noch anderen Städten erbaut worden ist, – freilich wohl schon durch die Voreltern Lots, die damals über diese Gegend bis zum Meere hin herrschten!
Schon die Voreltern Lots waren gewarnt worden, sich in dieser Gegend anzusiedeln und gar Städte zu erbauen. Da sie trotz der Warnung das doch taten, so ward ihnen aber anbefohlen, ein möglich keusches und reines Leben zu führen; denn nur ein keuscher und dadurch auch lebenskräftiger Mensch mit einer starken, von Gottes Geist erfüllten Seele kann allen argen und rohen Naturgeistern widerstehen, und sie können seinem Leib nicht schaden. Aber jene vorbenannten Menschen befolgten auch diesen Rat nicht und gingen nur zu bald in allerlei Geilerei über, wurden Götzendiener und führten ein höchst ausschweifendes und unnatürliches Prasserleben.
Es wurden aber dennoch oft und oft reine und von Gottes Geist erfüllte Boten zu ihnen gesandt, die sie belehrten und ihnen die sicheren Folgen zeigten, die aus ihrer Unbußfertigkeit hervorgehen würden; aber man hörte die Boten nicht an, sondern bedrohte sie, verfolgte sie und stieß sie von sich.
Zur Zeit Lots aber war der Punkt unter den Stätten, wo die Städte standen, zum Ausbruch reif geworden, teils, weil das schon in der inneren Natur der Erde also geordnet und begründet war, und teils und zwar hauptsächlich aber auch darum, weil die besagten Menschen aller inneren geistigen Kraft bar geworden waren und daher die argen Geister der rohen und gerichteten Natur der Erde einen unbeschränkten Spielraum gewannen und ihr Wesen stets ärger und ärger treiben konnten, was ihnen nicht so leicht möglich gewesen wäre, so in einer der Städte nur noch zehn bis zwanzig geistesstarke und reine Menschen bestanden wären. Denn wahrlich sage Ich es euch: Ein reiner und geistesstarker Mensch ist ein Herr der Naturgeister, also ein Herr auch über die Elemente und auch über alle Tiere und über die Pflanzen und Mineralien, welcher Art und Gattung sie auch sein mögen. Denn so seine Seele mit dem Geist Gottes erfüllt ist, in dem alle Macht und Kraft aus Gott wohnt, so kann er auch aller Natur gebieten, und sogar die Berge müssen sich beugen vor der Macht seines Willens und seines ungezweifelten Glaubens und Vertrauens auf den einen, wahren, allmächtigen Gott.“ (GEJ.08_189,16-20)

„[Es] fragte Mich dennoch wieder der Wirt, ob Ich ihm nichts Näheres über die sonderbare Natur des Toten Meeres sagen könnte, und ob es wohl wahr sei, dass an seiner Stelle in der alten Zeit mehrere Städte bestanden hätten, die dann durch eine sonderbare Fügung in die Tiefe der Erde eingesunken seien und an deren Stelle sich dann dieses Tote Meer gebildet habe.
Sagte Ich: „Du hast ein richtiges Thema gewählt, und es hat dieser bedeutend große See seit jener Zeit den Namen ,Totes Meer‘ erhalten, weil in seinem Grund zwei große Städte, Sodom und Gomorra, und noch sieben andere, kleinere Städte samt allen ihren Bewohnern und Tieren begraben liegen.
Zu jener Zeit hatte der Jordan eine ganz andere Richtung und ergoss sich in das wirkliche Meer, und zwar in den Arabischen Meerbusen, der auch das ,Rote Meer‘ genannt wird. Aber in der Zeit Abrahams und Lots geschah diese Katastrophe durch den Willen des einen, allein wahren und allmächtigen Gottes, und das Stromgebiet des Jordans selbst hat eine tiefere Einsenkung bekommen, als sie zuvor war; und so ergießt sich der Strom Jordan nicht mehr in den Arabischen Meerbusen, sondern in das Tote Meer.
Wenn du oder jemand anders mit einem gehörigen (geeigneten) Schiff die Ufer dieses Meeres befahren würdest zu einer Zeit, in welcher der See keine Dämpfe von sich gibt, so würdest du noch etwelche Überreste der kleineren Städte unter dem Spiegel des Wassers erblicken; aber wie gesagt, die Ufer dieses Sees dürfen nur dann befahren werden, wenn sich auf der Oberfläche des Wassers kein Dunst zeigt.“
Sagte der Wirt: „Also ist doch wahr, was der Prophet Moses über die Entstehung dieses Meeres in seinen Büchern spricht! Es haben mir wohl schon mehrere Reisende, die dieses Meer auf verschiedenen Punkten bereist haben, erzählt, dass sie von den hohen und steilen Ufern, welche diesen See umgeben, ein gewisses Mauerwerk wollen gesehen haben; ich selbst aber habe bis jetzt noch nie mit den Umgebungen des Toten Meeres irgendetwas zu tun gehabt. Was sollte man da auch zu tun bekommen? Denn so weit das Auge reicht, erblickt man nichts als hohe Felsenklippen, die gegen den See hin sehr steil abfallen und so tot – das heißt, ohne irgendeine Bewachsung – sind wie der See selbst, in welchem man nicht einmal beim Einfall des Jordans einen Fisch mehr zu entdecken imstande ist.
Es sollen nur sehr wenige Stellen sein, wo man mit vieler Mühe hinab bis zum Wasserspiegel gelangen kann, der gleichfort einen starken Schwefelgeruch von sich lassen soll, und somit habe ich denn auch nie eine besondere Lust gehabt, die Natur dieses toten Meeres näher zu besichtigen. Jäger bin ich keiner, und sonst wüsste ich nicht, warum ich als ein alter Mann mich der Gefahr aussetzen sollte, die steilen Klippenufer dieses Sees zu besteigen, die mitunter eine ziemliche Höhe haben; die Flachufer aber, an denen man sich dem See leichter nähern kann, liegen ein paar Tagereisen weit von hier und gehören schon zum steinigen Arabien. Und somit glaube ich lieber deiner Aussage in der Ruhe, denn ich bin kein Freund des Todes, und somit auch nicht des Toten Meeres. Ich hatte Gelegenheit, das wirkliche, große Meer zu befahren und zu genießen, das mir Anstände genug gemacht hat, und somit wird dieses Tote Meer von mir schon verschont bleiben!
Was war aber eigentlich die Ursache, aus der der allein wahre, große Gott diese Städte hat in die Tiefe der Erde versinken lassen?“
Sagte Ich: „Nichts anderes als der Ungehorsam gegen den allein wahren, großen Gott, der dieses Volk zu öfteren Malen sehr ernstlich gemahnt hatte, von seiner großen Sündhaftigkeit abzulassen und seine sündige Wohnstätte zu verlassen, weil das Ganze auf einem tief in der Erde lagernden Schwefellager gelegen war und die Gottheit wohl wusste, wann es sich entzünden wird.
Allein das Volk blieb in seiner großen Sündhaftigkeit, bei Hurerei und Schwelgerei aller Gattung, und achtete der göttlichen Mahnung nicht, bis auf den Lot und seine kleine Familie. Und siehe, es kam in dem ganzen, weiten Umkreis des Toten Meeres zu den gewaltigsten Feuerausbrüchen, so wie du sie schon in der Gegend Italiens und Siziliens gesehen hast, und das ganze Firmament war voll Feuers, so dass dasselbe über alle die Städte in einem dichtesten Regen herabzustürzen anfing, bestehend in brennenden Schwefel- und Erdpechklumpen.
Diese Feuerszene dauerte über vierzehn Tage lang. Dadurch wurde unter der leichten Erddecke dieses Landstückes ein hohler Raum gebildet, und das Land stürzte mit allem, was es trug, in die feurige Tiefe hinab, die erst nach und nach mit dem Wasser des Jordans und einiger kleiner Bäche ausgefüllt wurde. Wäre das nicht geschehen, so wäre auch das ganze Jordantal in den inneren Brand geraten und eingesunken; denn auch dieses ganze Tal ruht auf Schwefel und Erdpech. Und somit habe Ich dir jetzt in der Kürze alles natürlich enthüllt, was du im Moses in weiterer Umfassung gelesen hast!“ (GEJ.10_235,01)

„Es bestand aber zur Zeit Lots außer ihm auch nicht ein solcher Mensch mehr, und so bekam er die Mahnung, zu fliehen, so er nicht mit allen anderen zugrunde gehen wolle. Und Lot floh und ward gerettet; denn am selben Tage geschah der alles verheerende Ausbruch, und das große Sodom und Gomorra ging an der Stelle unter, wo nun das Tote Meer sein oft noch arges Wesen treibt und noch gar lange treiben wird.
Und seht nun, um nicht vieles besser stand es zu Josuas Zeiten mit dem alten Jericho, allwo – sage – eine Hure noch die reinste Seele hatte, darum sie auch erhalten ward, weil sie die Boten, die von Josua in die Stadt gesandt worden waren, angehört, ihre Worte beherzigt und sie in den Schutz genommen hatte!
Josua, als ein reiner, vom Geist Gottes erfüllter Mensch, so wie das auch seine Priester waren, hatte den inneren, zerstörenden Ausbruch jener Stätte wohl verhüten können und hatte die argen Naturgeister mehr und mehr von dieser Stätte für immer gebannt und ihnen den Tätigkeitsraum unter dem Wassergrunde des Toten Meeres angewiesen; aber dessen ungeachtet musste er den Menschen eindringlichst verbieten, auf jener gefährlichen Stätte je mehr wieder eine Stadt zu erbauen, was bis auf diesen Tag denn auch beachtet wurde und noch fernerhin beachtet werden wird.“ (GEJ.08_189,21-23)




Copyright by jakob-lorber.info 2016
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü