Jakob Lorber - Musik - Der Prophet Jakob Lorber und seine Verkündungen ... Jakob Lorber

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Jakob Lorber - Musik

Themen II > A - M

Der Ursprung von Ton und Musik
„So ihr wollt wissen, was die Musik ist, so merkt, was Ich euch sage, so wird euch klar werden manches, so nicht Musik, sondern Handlung der reinen Liebe ist in sich selbst – ohne der Hinzutat der Weisheit, sondern wie es ist in der Liebe in ihrer Blindheit. –
Siehe, ihr habt kein reineres Bild als die Musik (welche besser blinde Liebe heißen sollte) von der reinen Liebe in Mir, welche ist ein Zusammenfluss der sieben Geister der Gottheit, welche sich da vereinen in der gegenseitigen Begegnung ihres steten ruhigen Wallens.
Und diese Begegnung gebiert den Ton siebenfach nach der Beschaffenheit des sich selbst begegnenden Geistes, und der Ton wächst dann von dem Grundton fort und fort durch alle sieben Geister, und so hat dann jeder Geist seinen eigenen Ton nach der Ordnung der euch bekannten Leiter.
Und da aber ein jeder der sieben Geister durchdringt alle sieben, so sind auch alle sieben in jedem einzeln vorhanden und ergießen sich dann alle wieder einträchtig und wohlklingend ineinander, welches dann ist die große Wonne der Gottheit in ihrer Liebe.
Und so ist der Ton dann eine Schwingung, und diese Schwingung durchzittert die Geister, und die Geister erkennen sich, und das Erkennen gibt sich kund nach dem Verhältnisse der Schwingungen, und die Schwingungen werden wahrgenommen in der Liebe gemeinschaftlich, und diese Gemeinschaft ist dann die rechte Harmonie. Und wenn sodann in dieser großen reinsten Harmonie die Liebe wonnig erbebt, so strömt dann dieses Erbeben zurück in die Gottheit, und da gibt es dann ein Gedränge, und in diesem Gedränge erwärmen sich dann die Geister und entzünden sich dann in der Liebe, und dieses Entzünden ist das Licht, und in diesem Licht werden erkannt die zahllosen Formen, welche entstehen aus den Schwingungen.
Nun wisst ihr, was der Ton und die Musik ist, wie sie entsteht und wozu sie und was sie ist. Und also ist sie euch auch gegeben als ein geheimes Zeichen schweren und großen Inhalts, das erst ganz gelöst werden kann in der reinsten Liebe zu Mir; und also sollt ihr sie auch lernen betrachten und gebrauchen und genießen in der Darbringung eures allerhöchsten Ruhmes und eures allertiefsten Dankes zu Mir, daran ja nichts Unreines mehr kleben soll.
Aber wie wird diese Gabe aus den allerhöchsten aller Himmel von euch gebraucht?! – O der großen Schande; Ich habe euch gezeigt durch Männer das Reine in Oratorien und Sinfonien, – ihr aber übergoldet damit Schmeißhaufen und tretet sie dann gar mit Füßen. Daher bedenkt, was die Musik und wozu sie ist! – und entheiliget nicht die Wonne in Mir. – Ich die reinste Liebe in Gott Jehova Amen, Amen, Amen.“ [HiG.03_40.05.02,01+06-07]

Die reinste Musik steckt in einem einzigen Ton
„Das ist also unser zweiter, freilich wohl etwas unvollkommener Sänger, indem er nur einen Ton singen kann. Aber dieser Ton ist dennoch so schön und wohlklingend, dass er auf eure Ohren noch immer eindrucksvoller wirken dürfte als ein vollkommenes irdisches Konzert.
Denn ihr könnt es sicher glauben, dass selbst die Musik der Himmel, wenn sie am reizendsten ist, nicht in einem Konflikt von vielen Tönen besteht, sondern in einem ganz einfachen Ton. Diese Musik ist die ergreifendste und die wirksamste. Denn prüfet es nur bei euch, was euch im Grunde lieber ist: ein allerschönster Ton eines Sängers oder einer Sängerin
– oder ein greller Instrumentalakkord? Wenn aber jemand eine überaus reine und höchst wohlklingende Stimme hat, ist's da nicht schade um jeden Ton, der verdeckt wird durch die anderen überlagernden Töne? Es liegt also nicht in der Vielheit der Töne, sondern in der Qualität des einzelnen Tones die ergreifende Wirkung der Musik. Denn ein vollkommener Ton ist ja in sich selbst schon die allerreinste Harmonie, da er nicht einzeln für sich zur vernehmbaren Erscheinung gelangt; sondern, wenn er als Grundton auftritt, sind in ihm schon die ihm entsprechenden und von ihm abgeleiteten Töne in gerechtem Klangverhältnis da, wie ungefähr bei einer reinen Glocke.“ [Sa.01_021,16-17]

Sagt Joseph: „Ja, das will ich aber auch ein Tonwerk heißen! Es klingt in der Gesamtheit wie eine größte Gesangs- und Instrumentalsymphonie. Schon ein jeder einzelne große Ton klingt wie eine ganze, leise durchgeführte Sonate. – Wenn ich auf der Erde je etwas entfernt Annäherndes vernommen habe, wäre es das harmonische Tönen der sogenannten Mundtrommeln mit den feinsten Silberzungen. Im Grunde besitzen auch diese nur einen bestimmten Hauptton, aber innerhalb dieses entfalten sich gleich Liebesgeistern in den zartesten Schwingungen alle möglichen Melodien und Modulationen. So kommt es mir auch hier vor. Die Haupttöne bieten harmonisch die Hauptkantate, aber ein jeder einzelne Hauptton ist belebt von den wunderherrlichsten Sonaten.“ [RB.02_291,17]

Die Wirkung eines einzigen himmlischen Tons
Raphael: „Du hast wohl noch keinen Begriff, wie unsereins singt; das aber sage ich dir zum voraus, dass du meine Stimme nicht lange ertragen wirst, weil sie zu ergreifend klingt und auch klingen muss, da sie durch zu reine Elemente gebildet wird. Dein Fleisch hält den Klang meiner Stimme gar nicht aus; wenn ich dir eine Viertelstunde vorsinge, so stirbst du vor lauter Anmut des Klanges meiner mit nichts auf der Erde vergleichbaren Stimme! Verlange nun, wenn du, Holdeste, mich singen hören willst, und ich werde singen; aber welche Wirkung mein Gesang auf dein Fleisch machen wird, weiß ich dir kaum vorauszubestimmen!“
Sagt die Jarah: „So singe doch zum wenigsten einen einzigen Ton; der wird mich doch sicher nicht umbringen oder gar töten!“
Spricht Raphael: „Gut, so will ich dir denn nur einen Ton singen, und es sollen ihn alle hören, die hier sind, und die auch in ziemlicher Ferne von hier wohnen, auf dass sie forschen sollen, welch einen Klang sie vernommen haben! Aber ich selbst muss mich dazu einige Augenblicke lang vorbereiten! Mache dich nur gefasst darauf; denn auch der eine Ton wird für dich von einer ungeheuren Wirkung sein!“ [GEJ.04_021,19-21]

Der Ton - ein geistiges Fluidum
„Das Geistige ist sonach das Inwendigste, das Durchdringende und somit auch das Allumfassende. Denn was da ist das Durchdringende, das ist auch das Umfassende. Dass solches richtig ist, könnt ihr an so manchen Erscheinungen in der Natur beobachten. Nehmt fürs erste eine Glocke. Wo ist wohl der Sitz des Tones in ihr? Werdet ihr sagen: mehr am äußeren Rande oder mehr in der Mitte des Metalls oder mehr am inneren Rand? Es ist alles falsch. Der Ton ist das inwendigste in den materiellen Hülschen verschlossene geistige Fluidum.
Wenn nun die Glocke angeschlagen wird, so wird der Schlag von dem inwendigsten Fluidum, welches als ein geistiges Substrat höchst elastisch und dehnbar ist, als ein seine Ruhe störendes Etwas wahrgenommen. Dadurch wird das ganze geistige Fluidum in ein frei werden wollendes Bestreben versetzt, was sich dann in anhaltenden Schwingungen zu erkennen gibt. Wird die äußere Materie mit einer andern Materie bedeckt, welche von nicht so leicht erregbaren geistigen Potenzen durchdrungen ist, so wird diese Vibration der erregbaren geistigen Potenzen, vielmehr ihr frei werden wollendes Bestreben, bald gedämpft. Eine solche Glocke wird bald ausgetönt haben. Ist aber die Glocke frei, so dauert die tönende Schwingung noch lange fort. Umgibt sie noch dazu von außen ein sehr erregbarer Körper, etwa eine reine, mit Elektrizität gefüllte Luft, so wird dadurch das Tönen noch potenzierter und breitet sich weit in einem solchen mit erregbaren Körper aus.“ [GS.01_001,06-08]

Die Töne und ihre Auswirkungen
„Nach einer Weile ertönen die mächtigen Akkorde einer Orgel. Und wie die Akkorde melodisch sich ineinander verschlingen, werden im freien Raum die wunderherrlichsten Formen ersichtlich, ungefähr in der Art, wie man auf der Erde auf dem Weg der Kamera obskura Bilder schafft. Ein Unterschied bestünde darin, dass diese nur Abbilder von schon da seienden Gegenständen wiedergeben kann, während hier stets neue Formen geschaffen werden, weil in den Tönen stets neue Kombinationen zutage treten. Natürlich bringen schon dagewesene Tonkombinationen auch stets dieselben Formen wieder zum Vorschein. Diese Tonbilder aber sind hier überaus hell und wechseln stets in den lebhaftesten Farben und ergreifend schönsten Formen miteinander ab. Dadurch wird nicht nur das Ohr und das Gemüt auf erbaulichste Weise entzückt, sondern auch das Auge und der mit ihm zusammenhängende Verstand der Seele, der gleichsam das Auge der Seele ist.
Nun fragt Mich Robert: „Aber wie ist das? Bei der ersten Kantate haben wir keine solchen Formen und Bilder gesehen; erst jetzt beim großen, harmonischen Tönen der Orgel kommen sie zum Vorschein.“ – Sage Ich: „Weil das in Meiner ewigen Ordnung so eingerichtet ist, dass da nichts ohne eine Vorwirkung, Nachwirkung und Gegenwirkung entstehen kann. Die Danksagungshymne von Seiten der Gäste war eine Vorwirkung. Die große Kantate von den Galerien war die Nachwirkung. Und das große Präludium auf der Orgel ist die Gegenwirkung – weil die Töne anderer Art sind und zugleich dieses Präludieren die Gegenthemen der früheren Hymne wie der nachfolgenden Kantate vorführt. Diese Gegensätze stoßen sich, und wo sie sich berühren, werden sie auch sichtbar und machen ersichtlich, was sie sind und sagen. Auch auf der Erde hat die freilich unvollkommene Musik eine ähnliche Wirkung. Die Zuhörer werden in ihrem Gemüt oft unwillkürlich in ganz fremde Regionen versetzt. Es kommt ihnen dann vor, als ob sie da oder dort wären. Das bewirken die Formen, die durch verschiedene Tonkombinationen in der Seele erzeugt werden und die Seele dann geistig in solche Regionen versetzen. Würde sich nun der Orgelspieler in ganz neuen Tonkombinationen bewegen, denen keine entsprechende Vor- und Nachwirkung voranging, so würden diese Bilder alsbald aufhören, und ihr würdet dann nur herrliche Töne vernehmen, ohne die daraus hervorgehenden Formen.
Zwar entwickelt ein jeder Ton eine bestimmte Form, aber diese wird erst dann sichtbar, so sie sich an eine vorangehende Form gewisserart anlehnen kann. Es ist mit den Lichtbildern ungefähr derselbe Fall. Wenn sich ihnen kein Gegenstand in den Weg stellt, durch den sie aufgehalten werden, fliehen sie unsichtbar und unaufhaltsam ins Unendliche hinaus. Mein Auge kann wohl alles schauen, aber nicht so das Auge eines geschaffenen Geistes, das selbst nicht sein könnte, so es an Mir nicht einen Stützpunkt hätte. Nur ein Erstes kann ein Erstes sehen, ein Zweites nur ein Zweites – und das Zweite ein Erstes nur dann, wenn das Erste die Gestalt eines Zweiten angenommen hat. So könntet ihr Mich als ein rein göttliches Wesen nie sehen. Da Ich aber ein Zweites, Geschöpfliches, angenommen habe, so könnet ihr Mich sehen insoweit Ich ein vollkommenes, bleibendes Zweites aus Mir Selbst geworden bin. So wird es auch sein, so ihr in einen der zwei unteren Himmel kommen werdet. Solange ihr nicht das Element dieser Himmel annehmt, werdet ihr stets unsichtbar verbleiben. Hingegen werdet ihr dennoch alles sehen, was sich dort vorfindet, da ihr als Bewohner des obersten Himmels gegenüber einem zweiten und dritten Himmel ein Erstes seid. Sagt Mir nun, ob ihr das alles wohl verstanden habt?“
Sagt Robert: „Herr und Vater, dass es so ist, sehen wir nun klar ein, freilich urgründlich noch lange nicht. Denn mit den nötigen Gegensätzen oder Objekten, die zur Sichtbarmachung von etwas Erstem erforderlich sind, will es sich mir noch nicht so ganz zusammenreimen. Ein Erstes muss doch notwendig etwas ganz Gediegenes sein, sonst könnte aus ihm nie ein Zweites hervorgehen. Nun fragt es sich, warum dies Erste aus dem von ihm ausgehenden Zweiten zu seiner eignen Offenbarung ein Objekt bilden muss, um einem gegenüberstehenden Zweiten sichtbar zu werden?“
Sage Ich: „Das liegt als ewige Ordnung in einer jeden ersten, einfachsten Grundkraft. Jede Kraft ist unauflösbar in der Art ihres Grundseins. So ist es klar, dass sie in sich und aus sich heraus fortbestehen muss. Die Kraft ist sonach stets da, ob sie sich äußert oder nicht. Solange sich aber eine Kraft nicht äußern kann, besteht sie in sich selbst nur als eine stumme Kraft und ist in ihrem Bestand nach außen hin, als ob sie gar nicht da wäre. Soll die Kraft aber nach außen wirkend auftreten, muss ihr ein Gegensatz gestellt werden. Und dieser Gegensatz kann kein anderer sein als eine Gegenkraft, durch welche die erste in ihrem ruhigen Fortfluss gestört wird. Wo ein solcher störender Konflikt geschieht, wird sowohl die eine wie die andere Kraft ersichtlich. Die erste geht aber dabei unfehlbar in eine zweite über und umgekehrt die zweite in die erste. Erst auf diese Weise werden die beiden Kräfte einander wahrnehmbar und somit auch in der Art ihrer Tätigkeit ersichtlich.
Einige Bilder sollen euch diese wichtige Sache näher beleuchten. Betrachtet das einer Sonne entströmende Licht. Denkt euch die Sonne, wie sie ist in ihrem Sein und Bestehen. Gäbe es aber in der ganzen Unendlichkeit kein der Sonne verwandtes Auge, das sich als sekundäre Kraft der Sonne gegenüberstellte und das Licht auffinge, durch das die Sonne im Auge ihresgleichen bildet und dadurch in eine sekundäre Kraft übergeht: Wäre da die Sonne nicht so gut wie gar nicht vorhanden? Hat sich aber ein Auge gebildet, in dem die Sonne sich gewisserart selbst wiederfindet, so tritt die Sonne als Primitivkraft dem Auge gegenüber in ein erscheinliches Dasein. Schließt sich das Auge, so ist das Auge für die Sonne wie gar nicht da, und auch die Sonne selbst hat fürs Auge das erscheinliche Dasein verloren.
Ich will dir doch noch ein anderes Bild geben. Stelle dir einen starken Riesen vor! Versetze ihn in einen leeren Raum, in dem sich kein Gegenstand vorfindet, an dem der Riese seine Kraft erproben könnte. Stelle ihm eine Fliege als Gegenkraft so vor, dass er sie mit seinen Händen nicht erreichen kann. In diesem Fall wird die Fliege in einer gleichen Kraft wie der Riese dastehen und wird den Riesen zu einem Zweikampf herausfordern können, so sie einen Stützpunkt hat. Hat aber auch der Riese einen solchen Stützpunkt, werden ihm Millionen Fliegen nichts anhaben können. Und so muss jede Kraft erst eine Gegenkraft finden, sonst kann sie sich nicht äußern und in die Erscheinlichkeit treten. Eine Kraft muss sich an der anderen versuchen, sonst ist sie wie gar nicht da.
Wenn auf der Erde in einem fort nur ein Wind ginge, käme es nie zu einem Regen. Kommt aber diesem einen Wind ein anderer entgegen, werden dadurch sogleich Verdichtungen in der Luft entstehen, die als Nebelchen und am Ende als regenschwere Wolken ersichtlich werden. Die Wolken aber zeigen den Wind nicht, solange der Wind pur Wind bleibt. Hat aber einmal der Wind aus sich die Wolken geschaffen und hat sich mit ihnen bekleidet, da machen dann freilich die Wolken den Wind sichtbar und zeigen durch ihre Bewegung seinen Zug an. Ich meine nun, Freunde und Brüder, diese Sache sollte euch klar geworden sein.“ [RB.02_292,02-12]

Die Wirkung der Musik im Menschen
„Aber warum sind denn im Hinterhaupt auf den dem Vorderhaupt ganz ähnlichen Täfelchen keine Bildchen zu entdecken? Ich entdecke darauf nichts als pure Linien, Punkte und anderes hakenförmiges Zeichenwerk, aus dem ich nicht klug werden kann. Was soll denn das zu bedeuten haben?“
Sage Ich: „Das sind Zeichen der Töne und Zeichen des Wortes; sie stehen aber dennoch nicht allein für sich da, sondern stehen stets mit einer Fläche eines Vorderhauptsgehirntäfelchens in einer polarischen Verbindung, und der Ton oder der Begriff, der auf des Hinterhauptes Täfelchen mittels Linien, Punkten und anderer hakenförmiger Zeichen aufgetragen wird, wird im selben Moment auch gewöhnlich auf die zuunterst liegende Pyramidenfläche des Vorderhauptes als ein entsprechendes Bildlein aufgezeichnet und so der Seele zur leichtere Erkennung dargestellt.
Um das zu bewerkstelligen, müssen eine Menge von Nervenfäden von jedem Gehirnpyramidchen des Hinterhauptes zum entsprechenden Pyramidchen des Vorderhauptes gezogen sein, ansonsten sich niemand von einem vernommenen Begriff, von einer mit Worten beschriebenen Gegend oder Handlung eine klare Vorstellung machen könnte.
Unartikulierte Töne, auch Musik, werden nicht übertragen, daher sich denn auch kein Mensch unter einem Ton oder unter einer Harmonie oder einer Melodie irgendein Bild oder irgendeine Sache vorstellen kann; denn, wie gesagt, es werden solche Töne nicht auf des Vorderhauptes Gehirntäfelchen wiedergezeichnet, sondern bleiben allein auf einer entsprechenden Pyramidenfläche des Hinterhauptes haften als Linien, Punkte und Häkchen.
Von den mit puren Tönen angezeichneten Hinterhauptspyramidflächen gehen aber dafür Nerven durch das Rückgratmark zu den Magengrubennerven (Ganglien) und von da zum Herzen, aus welchem Grund denn die Musik, wenn sie ganz rein ist, auch hauptsächlich nur auf das Gemüt wirkt, es ergreift und nicht selten zart und weichfühlend macht.
Aber vom Gemüt ausgehend und aufsteigend, können die Töne dennoch durch das Licht der Liebe als die Sternlein durch zwei Obelisklein auf die Gehirntäfelchen in Formen gezeichnet werden und sind dann der Seele nicht selten wahre Wegweiser in die großen Lebenshallen des Geistes, und aus diesem Grund kann eine rechte und ganz reine Musik der Seele sehr behilflich sein zur vollen Einigung mit ihrem Geist. Daher lernt und lehrt auch die reine Musik, wie sie dereinst David betrieb [Singen von Psalmen, begleitet von Harfenspiel GEJ.09_008,05-10; GEJ.09_011,03]
Dass eine reinste Musik das vermag, könnt ihr auch daraus ersehen, dass ihr auf einem Platz Feinde und Freunde aufstellen und dann in ihrer Mitte erschallen lassen könnt die reine Musik, und ihr werdet statt der Feinde bald lauter gemütliche Freunde erblicken. Aber es bringt diese Wirkung nur eine reinste Musik zustande; eine unreine und zotige Musik bewirkt gerade das Gegenteil.
Du hast denn nun gesehen, wie auch die Töne auf einem Umweg dennoch auch als etwas Beschauliches der Seele vorgestellt werden, wenn schon nicht als Sachbilder, so doch als höhere geistige Formen in Gestalt von allerlei Zeichen, wie man ähnliche auch auf den alten Denkmälern Ägyptens antrifft. Ich meine, dass dir das bisher Gezeigte so ziemlich klar sein wird, und so setze Ich da nichts Weiteres mehr hinzu, als dass das alles nur bei einem wohlgeordneten und unverdorbenen Gehirn vorkommt in der ordentlichen Vorbildung aus dem Gemüt, wo die Gehirntäfelchen zuerst mit dem Lichte mit allerlei seelischen und geistigen Formen beschrieben werden.“ [GEJ.04_233,09-16, s. hierzu auch GEJ.09_008 GEJ.09_011,03]

Die Heilkraft der Musik
„Ich sage es euch: Dieses Sängers Amt ist wahrlich eines der geringsten nicht auf dieser Erde; denn er erweicht durch die große Wärme seines Gesangs und seines Saitenspiels die harten Herzen, und in sie dringt dann leicht das Wort und die ewige Wahrheit.“ [GEJ.09_010,02;s.a. GEJ.09_011,03]

„Wenn Saul die Harfe Davids vernahm, da ward sein steinern Herz mürbe, und der böse Geist wich von ihm, und es steht auch in der Schrift darum: ,Lobet Gott den Herrn mit Psalmen, reiner Stimme und wohlgestimmten Harfen!‘“ [GEJ.09_010,03]

Durch reine ‚Davids-Musik‘ Gott erkennen und anbeten
David hat den einen, wahren Gott nur darum besungen, weil er an Ihn nicht nur geglaubt, sondern Ihn auch gesehen und allzeit mit Ihm geredet hat. Und unser Sänger hat, als selbst ein reiner Jude, wohl sehr recht, dass er durch sein Harfenspiel und durch seinen Gesang nur Dem die Ehre gibt, dem von Ewigkeit her allein die Ehre gebührt. Er soll darum auch den Heiden, die schon David zur alten Wahrheit zurückgerufen hat, nur die Psalmen Davids vorsingen, auf dass ihre Herzen weicher und offener werden zum Erkennen und Anbeten des nur einen, ewig wahren Gottes, der nicht ein den wahren Menschen so verborgener und unzugänglicher Gott ist.“ [GEJ.09_011,03]

„Ich aber sagte zu ihnen: „Wie staunt ihr denn nun gar so über unseres Sängers [Harfner’s] Verstand? Habt ihr denn das noch nie gehört, dass Gott dem auch allzeit den Verstand gibt, dem wahrhaft Er zu Seiner Ehre ein Amt gegeben hat?! Ich sage es euch: Dieses Sängers Amt ist wahrlich eines der geringsten nicht auf dieser Erde; denn er erweicht durch die große Wärme seines Gesangs und seines Saitenspiels die harten Herzen, und in sie dringt dann leicht das Wort und die ewige Wahrheit. Wenn Saul die Harfe Davids vernahm, da ward sein steinern Herz mürbe, und der böse Geist wich von ihm, und es steht auch in der Schrift darum: ,Lobet Gott den Herrn mit Psalmen, reiner Stimme und wohlgestimmten Harfen!‘ Was ein Johannes war, das soll der Harfner und Sänger euch werden!“ [GEJ.09_010,02-03]

Vom Menschen ausgehender Ton bewirkt Anziehung
„Sollte sich die Herde nicht daran kehren, da schlage das Buch auf und lies die Namen, die darin stehen, so wird die Herde sich entweder plötzlich zerstreuen oder – so sie in dir einen Ton gewahren wird, der aus des Herrn Kraft in dir entstammt – so wird sie dir folgen. Du aber wirst sie dann führen auf jenen Berg dort gegen Mittag, wo ich dir schon wieder entgegenkommen werde!“ [BM.007,12]

Reine Musik aus sieben einfachen Tönen
„Aus diesen nun angezeigten Verhältnissen, die zwischen mehr oder minder ins Unendliche gehen, entstehen auch die endlos vielen und mannigfaltigen Formen in der materiellen Schöpfung, gleichwie aus sieben einfachen Grundfarben eine endlose Mannigfaltigkeit von allen möglichen Farben und aus den sieben einfachen Tönen in der reinen Musik eine nie endende Mannigfaltigkeit von Melodien und entzückenden Harmonien geschaffen werden kann.“ [GEJ.08_102,24]

Himmlische Musikinstrumente, reinste Himmelsmusik
„Musik ist die innerste Sprache der Himmel, der seligsten Reinen.“ [PSG.01_021,06]

„Aber horch, horch – ich höre ja wie ferne Harmonien. Ich höre Gesang, wunderherrlichsten Gesang! Das tönt wie Orgeltöne und wie Stimmen reinster Sängerkehlen!
Ach, das ist wunderherrlich, das ist rein himmlisch! O du reine Musik, du göttliche Musik, du
erfreust und erbaust nicht nur auf Erden das Gemüt der Seele – auch im Himmel bist du eine große Labung der seligen Geister! Stets kräftigere Akkorde wechseln in erhaben gehaltenen Tönen! Ach, das ist übermajestätisch! Dieser kräftige Bass, dieser wohlklingende Diskant und diese reinste Stimmung! O Herr, diese Musik ist herrlicher noch als alle sonstigen Herrlichkeiten dieser Welt! Ja, diese Musik belebt mich durch und durch. Ich fühle nun, dass ich doch etwas zuwege bringen werde, so ich werde müssen anfangen zu predigen! Wahrlich, das ist wohl das herrlichste Predigtlied, das je irgendeines Geistes Ohr, wie ich einer bin, vernommen hat! O herrlich, herrlich, herrlich! Herr, ich danke Dir für diesen endlos herrlichsten Genuss! Er gilt wohl nur Dir ganz allein, aber ich bin dennoch überselig und habe
nun auch mehr Mut als ehedem. Ja, Du hast wohl zahllose Mittel, ein schüchternes Gemüt aufzurichten und dem Zaghaften Mut einzuflößen, und kennst eines jeden Sinn. So will ich nun auch wie ein rechter Herold Dich verkünden und ihnen zeigen Deine verborgene Größe, Liebe, Macht, Kraft und Heiligkeit! Ewig gelobt und gepriesen werde Dein heiligster Name!“
[BM.170,14-16]

„Nachdem das liebliche Lied, von zarten Liebesworten überströmt, zu Ende ist, beginnt erst ein allerwahrstes Himmelskonzert von den Galerien herab zu ertönen. Den Anfang macht eine herrliche Kantate mit Begleitung vieler reinst gestimmter Harfen, deren Ton aber hellsanft klingt, dass auf der Erde wohl kein Toninstrument einen Ton in solcher Reinheit hervorzubringen vermöchte. Das Ähnlichste wäre noch der Ton einer Äolsharfe, so ein reiner und gleichmäßiger Wind der reinen Saiten harmonische Punkte zu ertönen nötigt.“ [RB.02_291,13]

Musikinstrumente auf der natürlichen Sonne
„Das ist das musikalische Orchester eines solchen Tempels. Auf einem jeden Gang befinden sich siebenundsiebzig Harfen; auf der Galerie herum aber sind Plätze für die Hauptsänger angebracht. Auf dieser Galerie und auf diesen zwei Gängen wird vor und nach jeder Beschäftigung dem großen Gott ein Lobgesang mit Begleitung der Harfen dargebracht, von welchem Lobgesang dann der ganze, weite Tempel majestätisch widerhallt.
Ihr müsst euch den Ton einer Harfe nicht etwa also vorstellen, wie eben ein solch ähnliches Instrument auf eurer Erde klingt; sondern der Ton einer solchen Harfe ist so überaus rein und aller Steigerung von der größten Schwäche bis zur größten Stärke in einem solchen Grad fähig, dass ihr euch auf eurem Erdkörper durchaus keine Vorstellung machen könnt. Was die Stärke desselben betrifft, so ist die hellste Glocke bei euch nur ein Pianissimo dagegen. Was aber eines solchen Tones größtmöglichste Schwäche betrifft, so könnt ihr wieder auf keinem eurer Instrumente solche wahrhaft geisterhaft leise Töne hervorbringen, welche da aus einer solchen Harfe hervorgebracht werden können. Dazu ist auch der Ton bei einer Harfe von euch nur ein kurz andauernder, während der einmal angeschlagene Ton einer solchen Sonnenharfe so lange fortklingt, bis ihm der Musiker Einhalt tut. Und so ist eine solche Harfe auch aller Tonverschiedenheit fähig, so zwar, dass eine solche Harfe auf der Erde gar wohl imstande wäre, ein zehnfaches, wohlbesetztes Orchester zu ersetzen.“ [NS 19,09-10]

„Was die musikalischen Instrumente betrifft, so haben sie durchaus keine Ähnlichkeit mit den euren; daher auch die Musik dort ganz anders klingt als bei euch. – Blasinstrumente wie auch Saiteninstrumente sind hier nirgends anzutreffen. Aber statt der Saiten- eine Art Glockeninstrumente, dann Scheibeninstrumente und auch Kugelinstrumente sind hier zu Hause.“ [NS.063,09]

Die rechte Art Musik zu lehren und zu lernen
„Die Töne […] sind dann der Seele nicht selten wahre Wegweiser in die großen Lebenshallen des Geistes, und aus diesem Grund kann eine rechte und ganz reine Musik der Seele sehr behilflich sein zur vollen Einigung mit ihrem Geiste. Daher lernt und lehrt auch die reine Musik, wie sie dereinst David betrieb!“ [GEJ.04_233,14]

„Eifere sie an zum Guten! – Da einige darunter auch Musik lernen, eifere sie dazu an und betrachte diese Sache nicht als nutzlos und geringfügig bei ihnen. Und dein Wohlgefallen darin wird nicht wenig ihre Herzen veredeln und wird sie von vielen anderen, unreinen Gedanken abziehen.“ [HiG.02_42.01.06,25]

„Wenn du am Klavier sitzst und dich übst, bin Ich an deiner Seite! Nur so du irgendwann möchtest Tänze dir vorspielen, dann freilich wäre Ich wehmütig hinter dir. Und wenn du möchtest der weltlichen Dinge gedenken, da freilich auch wäre Ich hinter dir wie trauernd. Und wann du möchtest zeigen ein eigensinniges Herz und möchtest dich erheben über jemand andern – siehe, da freilich wäre Ich auch hinter dir wie weinend.“ [HiG.02_42.02.15,06]

Singen aus Liebe und mit reiner Stimme
„Sage Ich: „Hast recht, Herme, singe du also nur gleichfort in deinem Herzen! Dieser Gesang klingt in den Ohren Gottes um vieles angenehmer als ein lautes, sinnloses Geplärr, durch das nur das fleischliche Ohr gekitzelt wird, das Herz aber dabei kalt und ungerührt bleibt.
Wenn bei Gelegenheiten aber schon auch äußerlich gesungen wird, so soll das erst dann geschehen, wenn das Herz vom Gefühl der Liebe schon derart übervoll ist, dass es sich durch des Mundes Stimme muss Luft zu machen anfangen, um gewisserart nicht zu ersticken in der zu mächtigen Liebeaufwallung zu Gott. Dann freilich ist auch der äußere Gesang Gott wohlgefällig; aber er soll mit einer reinen Stimme gesungen sein, welche das Gemüt noch mehr erhebt. Denn eine unreine und nicht wohlklingende Stimme ist wie ein trübes Sumpfwasser, auf eine lodernde Flamme gegossen! Die Folge davon kann sich ein jeder aus euch leicht von selbst denken.“ [GEJ.04_021,13-15]

Musik irdisch betrachtet
„Was ist denn eigentlich die Musik – in sich? Die Musik, in irdischer Form nur betrachtet, ist nichts als ein durch Tonmittel für die äußeren gröberen Sinne vernehmbar gemachtes und gewisserart verkörpertes Darstellen des inneren harmonischen Gefühls. Wenn aber das also dargestellte innere harmonische Gefühl äußerlich dargestellt Musik ist, so wird doch etwa das Gefühl in sich selbst um so mehr die wahre Musik sein, da es der Grund der äußeren Musik ist.“ [GS.02_005,15-16]

Opernmusik und musikalische Kommödien
„Was soll ich, o liebster Herr und Vater, denn von der gestrigen, mich in musikalischer Hinsicht sehr erbauenden Oper halten? – Wie soll ich sie nehmen, dass ich mich dabei etwa nicht gegen Deinen Sinn verhalten möchte?!
Das ist eine rein weltliche Sache, die Mich nichts angeht! – Das aber kannst du dir ja merken: Diese Opera, oder besser musikalische Komödie ist wie jegliches Menschenwerk, das da allezeit besteht aus Unrat und Gold! – Der „Unrat“ ist das Materielle, und bei der Komödie die schandvolle Handlung. – Das „Gold“ ist die geistige Tätigkeit vor jeder materiellen Handlung – wird aber eben durch die Handlung in Unrat verkehrt. So ist es auch mit der Musik bei dieser Komödie der Fall! Sie ist ein Gold, mit dem ein Unrathaufe vergoldet ist, der aber dennoch durch das schöne Gold hindurch gar gewaltig stinkt, und das ganz besonders für junge Menschen, deren sinnliche Nüstern sehr empfindlich sind!
Die Handlung ist zwar in höllischer Art wahr. Denn also (wie in der Komödie) tun rein höllische Geister. Der sogenannte „Don Juan“ ist aus der dritten Hölle, sein Gefährte aus der zweiten und das meiste andere Personal aus der ersten! – Nun frage dich selbst, ob solch höllisches Zeug wohl tauglich ist, mit Himmlischem bekleidet zu werden?!
Vor der Welt erscheint die Sache wohl, als bestünde gerade hier die größte Harmonie zwischen der Handlung und zwischen der Musik. Aber vor Mir ist gerade hier die größte Disharmonie zwischen der Handlung und zwischen der Musik. Denn je abgefeimter irgendeine Handlung ist, desto weniger taugt sie für die edle Musik!
Du denkst zwar nun und sprichst bei dir: Durch eine solche schändliche Handlung, die ihr höllisches Ziel erreicht, können Menschen ja doch nur eher abgeschreckt, als zu ähnlichen Handlungen verleitet werden.
Ich aber sage dir: Beispiele sind gleich einem Zugpflaster, das auch die guten Säfte auszieht und die schlechten desto fester in der Haut lässt! – Es hört wohl öfter auf ein Zugpflaster der Schmerz auf, aber nicht wegen der Verminderung der schlechten Säfte, sondern nur darum, weil durch das Zugpflaster die Gegend, die früher noch für den Schmerz empfindlich war, zufolge der Entziehung der guten Säfte, förmlich abgetötet wurde.
Und siehe, gerade also geht es auch mit der sogenannten moralischen Besserung durch die Aufführung höllischer Handlungsweisen! Sie ziehen die edlen Gefühle aus der besseren Seele und töten dann die halbe Seele durch die zurückgelassenen unedlen Gefühle, deren Geburtsort die Hölle ist. Und es braucht dann wieder recht viel, bis die böse Wunde geheilt und die halbgetötete Seele wieder belebt wird!
Siehe, das ist eine vollkommene „Rezension“ über deine gestrige Musikkomödie. – Die Welt würde sie kaum gutheißen; aber in den Himmeln wird nur also geurteilt.
Wenn jemand aber über Worte Töne setzt, so soll er allezeit nur über Worte aus den Himmeln Töne setzen, aber nie über Weltworte. Weil die Töne an und für sich himmlisch rein sind.
Am besten aber ist es, die Töne allein zu setzen und sie in ihren melodischen und harmonischen Weisen anzuhören. Denn dann sind sie gleich der Rede in den Himmeln, die sich in einer Zustandsferne auch als die reinste Musik vernehmen lässt!
Solches also verstehe und beachte wohl! [HiG.02_44.06.06,00-14]

„Der Strom gegen Abend (Westen) aber ist berühmt seiner vielen harmonisch singenden Vögel wegen. Wenn es euch möglich wäre, einen Abend dort zuzubringen, so dürftet ihr durch ein solches Konzert so verwöhnt werden, dass euch darauf eure Musik nicht anders vorkommen möchte, wie bei euch selbst nach einem herrlichen Konzert oder einer großen Symphonie eines wohlbewährten Tondichters (z.B. eines Händel) ein Gequak von Fröschen in einer Lache.“ [SA.01_011,06]

Tanzmusik
„Wehe den Musikern, die da stoßen gar eifrig Tag und Nacht in die Jagdhörner des Satans, um das Wild zu betäuben und zu hetzen zu dem tödlichen Feuerrachen des Fürsten aller Teufel! Hört, ihr getreuen Söldlinge des Satans, die ihr die Sprache des Himmels stoßt in die Posaune des Todes, euer Lohn wird groß werden im Reich dessen, dem ihr so getreu dient!
Höre, du Mein Schreiber, solche können nicht besessen werden, da sie ohnehin selbst zum Jagdgefolge des Satans gehören. O zweifle nicht, dass es also ist, denn die Tanzmusik ist eine trügerisch feine Stimme des Satans und gleichet dem Gesang der Sirenen, von dem die Alten gar weise fabelten. Wer aber solche Stimme führt, ist kein Besessener mehr, sondern einer, der da selbst fangt und Besitz ergreift.
Wehe euch Tanzmeistern und Vortänzern, Ballgebern und Ballmeistern, auch ihr gehört gleich den Musikern zum Jagdgefolge des Satans und seid wohl brauchbare Schuss- und Treib-Teufel selbst! Euch brauche Ich nicht euren Lohn für dereinst auszusprechen, denn in dessen Amt ihr steht, der wird euch euren Sold schon ohnehin wohl ausgemessen haben! Ihr seid fleißige und gar treue Diener eures Herrn; jeder Arbeiter aber ist ja seines Lohnes wert! Und so könnet ihr wahrlich ganz vollkommen versichert sein, dass ihr dereinst, und zwar bald schon in der letzten Zeit der großen Lohn- und Preisverteilung durchaus nicht zu kurz kommen werdet! Denn wahrlich, es wird da gehen nach Meinem Ausspruch, und der möchte euch wohl ein sicherer Bürge dieser Verheißung sein!
Siehe, du Mein Schreiber, auch diese sind und werden nicht besessen, sondern überdenke diese Art Menschen wohl, und du wirst gar bald finden, dass sie nichts als Mammons wohlgeschmeidige Diener sind, denen es mit wohlleserlicher Schrift auf die Stirn geschrieben steht: „Erlaubt es uns und gebt uns Geld, und wir wollen euch die ganze Welt vergiften und Tanzsäle errichten, in denen Sonnen ihren Auf- und Niedergang feiern mögen und Erden gleich Erbsen herumkugeln!“ O siehe, für so große und herrliche Pläne wird dereinst ja auch ein gar großer Preis und Lohn folgen müssen! Denn wahrlich, an solchen großdenkenden Geistern leidet der Himmel die größte Armut!“ [HiG.01_41.02.01,07-10]

„Siehe, die ersten vom Jagdgefolge Satans sind die Locker in jeder böswilligen Absicht, und von den Lockern diejenigen voran, deren verführendes Unternehmen am lockendsten, reizendsten, dabei aber so gar geziemend und wohlanständig sittlich erscheint, dass demnach durch solchen feinen Betrug des Satans die Menschheit ordentlich gezwungen wird, sich von solchen Unternehmern ins ewige Verderben ziehen zu lassen. Zu dieser ersten Klasse gehören demnach alle die Modisten im ausgedehnten Sinne, dann alle Tanz- und Ballgeber, dann alle Tanzmusiker, dann alle Tanzlehrer, Tanzmeister, Vortänzer und Vortänzerinnen, wie auch die sogenannten Frei- oder Ballet-Tänzer, wie auch alle jene, die diese Vexier-Kunst des Satans anrühmen, gutheißen und sie mit Wohlgefallen betrachten, und endlich auch noch diejenigen Jünglinge und Mädchen, deren Herz daran hängt.“ [HiG.01_41.02.02,04]

„Die Reunionen, wie sie jetzt gehandhabt werden unter Ballmusik, Fraß und Hurerei aller Art, wenn auch bei dreifacher Wachsbeleuchtung und freiem Eintritt, sind im Ernst wahrhafte Reunionen der Menschen zum ewigen Tod. Denn die Menschen ergreifen hier mit vereinten Kräften das Ruder am Lebensschiff, um desto schneller und sicherer auf die angenehmste Weise von der Welt in den ewigen Tod hinüber zu segeln! – Dass sie dieses Ziel nicht leichtlich verfehlen, sorgt schon der Fürst der Nacht und des Todes!“ [HiG.02_43.09.27,04]

Musik und Hochmut, Auswirkungen im Jenseits
„Auf diese Weise taucht in unserem neuen Gast wieder alles das auf, was er von seinen Kinderjahren an getrieben hat. Selbst die Musik, wenn sie eine mehr sinnliche Leidenschaft ausmacht und mehr als eine mit Hochmut verbundene Gewinnsache betrieben wurde, kommt dort in gleicher Reihe als böse Leidenschaft vor und wird auf die gleiche Weise hinaus gearbeitet. Auch die Malerei und Poesie, kurz alles, was den Menschen auf der Welt bei irgendeinem Grade von Vorzüglichkeit zu einem Hochmutseigendünkel verleitet hat, muss auf eine ähnliche Weise hinausgeschafft werden.“ [GS.02_121,03]




Oktober 2018



Copyright by jakob-lorber.info 2016
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü