Marienverehrung - Der Prophet Jakob Lorber

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Marienverehrung


Maria will nicht, dass man sie verehrt

Cyrenius zu Maria: „O du glücklichste aller Weiber und aller Mütter der Erde! Sag mir doch, wie es dir ums Herz ist, so du doch sicher in dir die vollste Überzeugung hast, dass da der Herr Himmels und der Erde auf deinen Armen ruht!“ Maria aber sprach: „Freund, wie fragst du mich darum, was dir dein eigenes Herz sagt? Sieh, wir gehen auf derselben Erde, die Gott aus Sich erschaffen hat, Seine Wunder treten wir fort und fort mit unseren Füßen, und doch gibt es Millionen und Millionen Menschen, die ihre Knie lieber vor den Werken ihrer Hände beugen als vor dem ewig wahren lebendigen Gott! Wenn aber Gottes große Werke die Menschen nicht zu wecken vermögen, wie soll das nun ein Kind in den Windeln bewirken? Darum wird es nur wenigen gegeben sein, in dem Kind den Herrn zu erkennen! Jenen nur, die dir gleich eines guten Willens sind. Die aber eines guten Willens sind, die werden nicht Not haben, zu mir zu kommen, auf dass ich ihnen kund täte, wie es mir ums Herz ist. Das Kind wird Sich Selbst offenbaren in ihren Herzen und wird sie segnen und wird es sie fühlen lassen, was da fühlt die Mutter, die das Kind auf ihren Armen trägt! Glücklich, ja überglücklich bin ich, da ich dies Kind auf meinen Armen trage! Aber größer und glücklicher noch werden in der Zukunft diejenigen sein, die Es allein in ihren Herzen tragen werden! Trage Es auch du unvertilgbar in deinem Herzen, und es wird dir werden, dessen dich mein Gemahl Joseph versichert hat!“ [JJ.01_040,01-10]

„Alle belobten diese Worte Marias, und es kam ein Samariter zu uns herüber und sagte: „Hört, ihr Freunde des Herrn, wer wohl ist dies liebliche Weib, das nun im hohen Geistessinn geweissagt hat?“ Und der an Marias Seite sich befindende Gabriel sagte: „Dies ist das Weib, von dem es geschrieben steht: ,Sieh, eine Jungfrau wird uns einen Sohn gebären! Des Name wird Immanuel heißen, und in Ihm wird Gott wahrhaftig mit uns sein!‘ Sieh nun an den Herrn unter uns – Er ist der Immanuel, also der eine und allein wahre Gott mit uns! Und nun weißt du auch, wer dies Weib ist, gehe hin, und sage es auch deinen Freunden!“ Da verneigte sich der Samariter, ging zu seinen Gefährten und hinterbrachte ihnen das. Und sie erhoben sich alle, kamen zu uns herüber und begrüßten mit salbungsvoller Rede Maria. Maria aber sagte zu ihnen: „Ich war und bin nur eine erwählte Magd des Herrn; und dass ich das ward, was ich bin, das war Sein Wille. Darum preist nicht mich, sondern gebt allzeit Gott allein die Ehre! Was der Sohn des Allerhöchsten, der Eins ist mit Ihm, sagen wird, das tut!“ [GEJ.09_130,04-08]

„Mit der Weile erkannten sie auch die an unserem Tisch sich befindende Maria aus den Gesprächen der Jünger als die Mutter Meines Leibes und priesen sie unter sich als die glücklichste aller Mütter auf der ganzen Erde. Da ging die Maria zu den Joppeern hin und sagte zu ihnen: „Liebe Freunde, preist allein nur den Herrn, und tut nach Seinem Willen! Ich bin wohl die Mutter Seines Leibes nach Seinem ewigen Ratschluss; aber Er allein ist der Herr von Ewigkeit, und Ihm allein gehört denn auch alle Ehre, alles Lob und aller Preis in Ewigkeit! Ich für mich aber bin nur Seine Magd und lasse über mich allzeit walten Seinen Willen. Seid darum ruhig, und preist nur den Herrn allein!“ Auf diese Worte Marias wurden die Joppeer wieder ruhig, besprachen sich aber dennoch über das, wie diese Mutter schon von ihrer Geburt an überfromm müsse gewesen sein, dass sie solch einer unaussprechbar großen Gnade gewürdigt worden sei.“ [GEJ.09_195,26-28]


Jesus möchte keine göttliche Verehrung Marias

Jesus über Maria zu Seinen Jüngern: „Ja, ja, sie ist die Erste, und es wird nimmer eine mehr sein wie sie! Aber es wird auch kommen, dass man ihr mehr Tempel denn Mir erbauen wird, und wird sie ehren zehnfach mehr denn Mich, und wird des Glaubens sein, nur durch sie selig werden zu können! Darum will Ich denn nun auch, dass man sie nicht zu sehr erhebe, indem sie wohl weiß, dass sie Meines Leibes Mutter ist, und auch weiß, Wer hinter diesem Leib, den sie gebar, steckt! Deshalb seid mit ihr überaus gut und artig, nur hütet euch davor, ihr irgendeine göttliche Verehrung zukommen zu lassen! Denn bei allen ihren über alle Maßen vortrefflichsten Eigenschaften ist sie dennoch ein Weib; und vom besten Weib bis zur Eitelkeit ist und bleibt nur ein sehr kleiner Zwischenraum! Und jede Eitelkeit ist der Same des Hochmuts, aus dem alles Übel in die Welt gekommen ist, noch kommt und allzeit kommen wird! Deshalb beachtet auch gegen die Mutter, was Ich euch nun gesagt habe!“ GEJ.01_108,10-14]

„Seht, all eure Pflicht ist, war und wird ewig sein die Liebe, d.h. die reine, göttliche Liebe in euch zu Mir und im gleichen auch zu allen euren Brüdern und Schwestern. Nach dem Grad dieser Meiner Liebe in euch wird euch gegeben werden von Mir, der Ich in Meinen ganzen Wesen die Liebe selbst bin. Ihr seid, so ihr Mich liebt mit aller Kraft, allesamt liebe Kinder Meiner Liebe – welche auch befruchtet hat Maria, die Mutter meines irdischen Leibeswesens. Dieses irdische Leibeswesen aber ist ein wahrer Bruder zu euch und stark genug, euch alle zu tragen als Brüderchen und Schwesterchen mit aller Geduld und Sanftmut und euch zu führen als erwachsene Brüder und Schwestern. Und wer zum Vater will, der wende sich nur an Mich als des Vaters großen Liebling, welcher der alleinige wahre Bruder zu euch ist, voll der höchsten Liebe und Weisheit. Und so habt ihr es nicht nötig, euch an jemand anderen, als gerade an Mich, in allen euren Anliegen und Nöten zu wenden! Seht, der Gruß an Maria kam dereinst bei der Verkündigung aus der allerhöchsten Höhe der Heiligkeit Gottes in aller Fülle der Macht und Kraft Seines Geistes, damit euch allen die Liebe im Vater ein wahrer Bruder werde. Nun so fragt euch, was ihr jetzt noch mit diesem Gruß wollt? Maria bedarf dessen nicht und dürstet auch nicht nach demselben. Und sie weiß es auch am besten von euch allen, dass Mein Ohr schärfer ist als das ihrige und Mein Auge heller als das ihre; auch dass Meine Liebe, Meine Demut und Meine Sanftmut zunichtemacht die Liebe, Demut und Sanftmut aller, auch der allerseligsten Geister des Himmels. Wahrlich, es bereitete ihr eure Unwissenheit und euer grober Irrtum nur Trauer, wenn Ich nicht aus Meiner übergroßen Liebe zu euch allzeit, zuvorkommend, auf Mich nähme, was an sie oder auch an einen anderen seligen Bruder von euch gerichtet wird. Sieh, daher mache Ich die Ohren der Seligen gegen solche unangebrachte Verehrungen taub und ihre Augen blind, damit ihre Seligkeit nicht getrübt werde durch eure große Torheit. Wer Mich sucht, an dem wird auch Maria Freude haben, und ebenso alle Seligen. Und sie werden allzeit bereitwilligst sein, ihm zu dienen nach Meiner Liebe in ihnen, aus welcher ihnen kund wird, wo und woran es euch gebricht. Daher ist es auch unnütz, anderswo als gerade nur durch Mich zur Gnade gelangen zu wollen. Denn nur Ich allein bin die Tür zum Vater, da alle Gnade innewohnt. Wer nicht durch Mich geht, der kommt nicht dahin. Ihr könnt euch zwar alles dessen, was auf Meine Menschwerdung Bezug hat, ehrerbietigst und liebevollst erinnern und euch dadurch vorführen alle Fügungen Meiner großen Barmliebe für euch. Und es wird Mir solches angenehm sein. So ihr aber daraus wollt Plappergebete formen, so seid ihr zu Narren geworden oder durch die große Blindheit der Blindenleiter dazu gemacht und seid betrogen durch die betrogenen Betrüger. Ich aber habe euch jetzt aus Mir in allerhöchster Wahrheit gezeigt, wie sich die Sache verhält. Und so sollt ihr auch danach tun, so ihr wollt sein wahre Kinder eines und desselben guten Vaters und wahre Brüder des Sohns der Maria, die euch liebt, so wie ihr Mich liebt. – Amen.“ [HiG.01_40.04.26,01-07]


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