Mahnung zur Liebe und Geduld - Der Prophet Jakob Lorber

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Mahnung zur Liebe und Geduld


Liebe Freunde, Brüder und Kinder! Ich, der Herr, euer Gott, Vater, Meister und Bruder, Ich, euer Lehrer und Führer, mache euch kund und zu wissen, dass Ich es allzeit wie jetzt gern sehe, so ihr irgend zusammenkommt in Meinem Namen und führt da gute Gespräche von Mir und von der Liebe des Nächsten. Denn derlei gute Reden erheitern den Geist und erfreuen das Gemüt, und das ist gut. Denn ihr sollt wohl allzeit fröhlich sein in Meinem Namen und auch euren Leib erquicken mit guter Speise und gutem Trank im gerechten Maß und Ziel.
Aber hört! Einen, der unter euch war, den hättet ihr wohl auch noch laden sollen, ob er käme oder nicht käme. Es ist zwar einerlei, ob er da ist oder nicht; denn das geht auf seine Rechnung, aber ihr wollt ihn auslassen, das ist wieder eure Rechnung. Und es wird ihn schwer kränken, so er es erfahren wird, entweder hier oder dort. Er benimmt sich wohl so, dass es den Anschein hat, als würdet ihr von ihm gewisserart außer Acht gesetzt sein samt Mir. Allein dem ist nicht völlig so. Er selbst beschuldigt sich, an euch gesündigt zu haben, und hat den Mut nicht, euch zu gestehen, was ihn drückt. Darum kostet es ihn auch allzeit eine kleine Überwindung, zu euch zu kommen. Denn dieser euer Bruder hat ein wohlgeziertes Herz, in dem aber nur ein schwacher Geist wohnt; daher der Mann auch mehr Kraft in seiner Seele als in seinem Geist besitzt. Darum aber müsst ihr auch die rechte Nachsicht, Geduld und Liebe mit ihm haben, wollt ihr wahre Wandler auf Meinen Wegen sein. Denn seht, Menschen gezierten Herzens, starker Seele, aber schwachen Geistes sind sehr empfindlich und merken oft bei ihren Freunden die kleinsten Gemütsdifferenzen, die ihnen sehr weh tun, weil ihre Seele in ihrer oft ganz isolierten Selbstkraft überaus empfindsam ist.
So aber jemand dieser Empfindsamkeit Nahrung gibt, der sündigt an seinem Bruder! Denn so schon jemand sieht die Schwäche des Bruders, tut aber vor ihm, als wäre dieser ein starker Geist, und der schwache Bruder ärgert sich darob, so ist solch eine Tat eine Sünde, und wäre sie noch so gerecht in den Augen eines starken Geistes. Denn der Geist kann nicht geärgert werden, aber die Seele kann Schaden nehmen durch Ärgernisse. Darum sind diese aus höchst weisen Gründen zu vermeiden. Liebe und Geduld sind aber endlos mehr wert als alle Weisheit und alle Gerechtigkeit! Darum haltet euch stets an die Liebe und an ihre Schwester, die Geduld, so wird euch die Sünde zur Unmöglichkeit werden.
Nach der Gerechtigkeit wäre es auch wohl recht gewesen, so Ich nach Meinem eigenen, durch Moses gegebenen Gesetz hätte die Ehebrecherin zu Tode steinigen lassen. Denn so lautete ja das offene Gesetz, dass da jede Ehebrecherin soll zu Tode gesteinigt werden. Aber da trat an die Stelle der harten Gerechtigkeit Meine Liebe, Geduld und Erbarmung. Und diese ließen die große Sünderin nicht nur nicht steinigen und töten, sondern schrieben ihre Schuld samt dem harten Gerechtigkeitsgesetz für alle Zeiten des irdischen Lebens in Sand und übertrugen das einstige Gericht der Liebe eines jeden zu sich und über sich, auf dass sich ein jeder selbst finde und richte nach seiner Liebe für ewig.
Daher weg von eurem Herzen, was nur den leisesten Schein nach einem sogenannten „Revangieren“ hat! Denn das macht euer Herz gleich anders aussehen als das Meinige; und das soll bei euch, Meinen Kindern, nicht sein.
Und schließlich noch ein Wörtlein über Meinen Knecht, der euch zu einem großen Segen gegeben und erweckt ward vor sieben Jahren und den Ich auf eine kurze Zeit euer- und seinetwegen von euch weggeführt habe! Was ihr ihm getan habt, das habt ihr Mir getan; und was ihr ihm noch tut, das tut ihr auch Mir; und was ihr ihm noch tun wollt, von allem dem wird euch ein großer Schatz werden im Himmel, wie er euch schon in aller Fülle der Liebe und Weisheit geworden ist leibhaftig, darin ihr finden und haben sollt für ewig das Reich des Lebens, das da ist Meine große Gnade, die ihr habt und die Millionen vorenthalten ist.
In dieser Gnade aber mögt ihr auch nun für ewig hinnehmen Meinen Vatersegen, der euch bleiben soll, so ihr lebt nach Meinem Wort. Amen.


Himmelsgaben Bd.2, S.312


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