Verkehr mit der Geisterwelt
- Seine Licht- und Schattenseiten -
Gott ist Geist. Und so ist alles, was aus Ihm hervor gegangen ist, auch wenn es in Materie eingebunden ist, ebenfalls geistig. (DTT.01_021,17; BM.01_045,04). Aus diesem Grund ist überall das Geistige die Haupt- und das Materielle die Nebensache, die jenseitige Welt, nach den überall gleich gültigen Gesetzen der Ordnung Gottes geformt, gerade so beschaffen wie die diesseitige. Um die Geisterwelt verstehen zu können, müssen wir zunächst die ganze materielle Schöpfung geistig auffassen lernen, denn nur dem Geist ist das geistige Reich, aus welchem er gekommen ist und wohin er wieder zurückkehren muss, zugänglich.
Die Menschen sind von unterschiedlicher Beschaffenheit, es gibt ungebildete und rohe, andere wiederum sind feinerer und gut erzogener Art, gut oder böse etc. Alle ihre Eigenschaften sind nicht ein Angehör des Körpers sondern der Seele. Stirbt der Körper, so tritt die Seele zu ihrer weiteren Vervollkommnung in das Jenseits über, wobei sie dort genauso ankommt, wie sie die Erde verlassen hat (Pr 11,3; GS.01_051). Sie nimmt alle ihre seelischen Eigenschaften, Vorlieben und Neigungen mit hinüber und findet dort zunächst alles genauso vor wie sie es aus ihrer Erdenzeit kannte. Ihr erster Drang ist, sich nach dem zu sehnen und dem nachzuhängen, was ihre Haupt- und Lieblingsidee auf Erden war. Frei war sie in ihrem weltlich-irdischen Leben, frei bleibt sie auch in ihrem seelisch-geistigen Leben, „denn eine jede Seele wird auch jenseits fortleben ganz aus ihrer Liebe und aus ihrem Glauben und daraus nach der vollen Freiheit ihres Willens. Ist die Liebe rein und gut, so wird auch ihr jenseitiges Leben ein reines, gutes und seliges sein; ist aber ihre Liebe schlecht und unrein und für keinen Nebenmenschen eine Seligkeit bereitend, so wird auch ihr jenseitiges Leben ein unreines, schlechtes und seligkeitsloses sein“ (GEJ.06_014,07). Je niedriger und materieller ihre Gesinnung auf Erden war, desto näher hält sie sich auch weiterhin nach dem Gesetz der Anziehungskraft und Schwere in der Nähe ihrer vermeintlichen Schätze auf, sucht weiterhin nach materieller Sättigung, obwohl sie eigentlich geistiger bedürfte (Lk 12,34; GEJ.09_125,02-07; GEJ.08_033,05).
Je materieller ein Mensch also ist, desto materieller ist desgleichen sein geistiger Seelenmensch, der sich auch nach dem Übertritt in die geistige Welt gerne in der Nähe von Menschen aufhält, wo er seine angewöhnten Leidenschaften und Begierden über diese eher befriedigen kann als im Jenseits, wo er seine wahre Natur nicht mehr vor den anderen verstecken und sich nach dem Prinzip „Gleiches zieht Gleiches an und stößt Ungleiches ab“ nur unter Gleichgesinnten aufhält (GEJ.06_238,01-05).
Nur wer sein Leben schon hier nach dem Geistigen ausrichtet, lebt wie Jesus es uns lehrte (Jh 8,12; Jh 14,6), wird schon hier anfangen können sich zu vergeistigen und dann im Geisterreich ebenso ein Geist sein, der für die Erringung des Geistigen die Materie abgestreift hat, da er sich nur auf diese Weise Gott nähern und Sein Reich verstehen kann (Jh 4,24; Lk 12,31).
Das geistige Reich umgibt uns überall und damit auch ihre Bewohner, die unbewusst oder bewusst auf uns Einfluss nehmen, sei es guter oder schlechter Art, je nach ihrer Beschaffenheit. Wer als ein Medium (Vermittler zwischen der jenseitigen und diesseitigen Welt) bewusst den Kontakt zum Jenseits sucht, zieht nach dem Gesetz der Anziehung jene Geister an, die sich auf diesem Weg in der dieseitigen Welt kundgeben möchten. Ein Medium, das geistig noch nicht so weit entwickelt ist, dass es einen klaren Einblick in das geistige Reich hat, sondern dessen Seele noch mehr materieller und sinnlicher Natur ist, kann nicht unterscheiden, auf wen es sich dabei einlässt. Es ist neben wahren Kundgaben auch der Täuschung ausgesetzt, gute und böse Geister drängen sich heran, die einen um zu Besserem weiterzuhelfen, die anderen um zu täuschen, in die Irre zu führen. Der Unterscheidungsgabe nicht mächtig, nehmen die meisten ungeprüft alle Mitteilungen als wahr an, lassen sich durch Falsches in die Irre führen. Selbst wenn die eine oder andere Kundgabe oder Weissagung sich als zutreffend erweist, so kann sie jedoch nicht als Garant für die Richtigkeit aller gemachten Weissagungen stehen, sie ist nur für sich allein wahr, und auf eine wahre Weissagung folgen oft viele falsche. Dabei ist es den jenseitigen Geistern ein Leichtes um unsere Gedanken, Taten, bestimmte Verhaltensmuster oder gar verborgene Dingen zu wissen.
Viele Medien wissen überhaupt nicht, wie die Geisterwelt beschaffen ist und wie es mit einer Seele aussieht, wenn sie aus diesem Erdenleben tritt. Sie wissen nicht, auf welche Art und Weise sich Geister manifestieren, sich mit den Menschen auf der Erde in Verbindung setzen können. Und sie wissen nicht, ob das, was ihnen kund gegeben wird, Wahrheit, nur individuelle Ansicht oder gar beabsichtigter Trug ist. Selbst bei den besten Absichten kann ein Geist nur aus seinem vorherrschenden Erkenntnisgrad sprechen, sind seine Ansichten falsch, so ist auch seine Kundgabe falsch. Daher sind die Manifestationen der Verstorbenen nur als Ergebnis ihrer Anschauungen zu nehmen und kein höherer Wert hineinzulegen.
Durch die bewusste Herstellung einer Verbindung mit der Geisterwelt wird vor allem denjenigen Geistern, die sich noch in der dichten Erdatmosphäre aufhalten, ein Weg geöffnet, sich in die Verhältnisse der Menschen und deren Wahrheits- und Glaubensideen einzumischen, wobei i.d.R. nichts Gutes dabei herauskommt, da es sich dabei meistens um schwache und kurzsichtige Verstorbene handelt, die noch immer an der Welt einen Gefallen haben und an einem Fortschreiten in der Geisterwelt nicht interessiert sind. Solche Geister wollen dann die mitgebrachten und noch immer ihnen innewohnenden Ideen und Doktrinen durch die Menschen in dieser Welt verwirklicht sehen, andere haben eine Freude daran, durch Täuschung die Menschen in die Irre zu führen. Es gibt natürlich auch bessere Geister, die die noch auf der Erde Lebenden aufgrund der geschauten Wirklichkeit im Jenseits vor Irrtümern warnen und zu einem besseren Leben anleiten wollen. Fehlen tun natürlich auch nicht solche Geister, die sich gerne Vertreter und Nachfolger ihrer eigenen Ideen ziehen wollen. Sie reden den Ratsuchenden unter Anpassung an deren Lebensverhältnisse schön und verlangen von ihnen entgegen der Lehre Jesu keine große Aufopferungen und Selbstverleugnung für ihr geistiges Weiterkommen (Mk 10,21; Mt 16,24). Und unter diesen Geistern gibt es dann natürlich auch noch solche, die, wenn sie befürchten, dennoch ihre Ideen und Ziele nicht durchsetzen zu können oder Gefahr laufen enttarnt zu werden, zur Durchdrückung ihrer Interessen die Namen berühmter Persönlichkeiten, Heiligen, Engeln oder Erzengeln, ja sogar Jesus annehmen um sich hierdurch die Misstrauischen und Ungläubigen gläubig zu machen und damit treue Anhänger und Ausüber ihrer Doktrinen zu sichern. Welchen Irrleitungen und Irrwegen dadurch die von solchen Geistern Beeinflussten unterliegen und beschreiten, aus denen es schwer wird sich wieder zu befreien, kann sich ein jeder sicher selbst ausmalen.
Jesus: „Sehet zu, dass euch nicht jemand verführe“, denn „es werden sich viel falsche Propheten erheben und werden viele verführen“ (Mt 24,4 u.11). Und „so alsdann jemand zu euch wird sagen: Siehe, hier ist Christus! oder: da! so sollt ihr's nicht glauben, denn es werden falsche Christi und falsche Propheten aufstehen“ (Mt 24,23-24).
Nun könnte man fragen, warum Gott derartiges zulässt? Er lässt das alles zu, weil Er Seinem eigenen heiligen Liebesgrundgesetz zufolge den freien Willen aller geschaffenen Geister respektiert. Tröstend ist, dass Er letztendlich alles zum Besten zu lenken weiß. Die Länge und Qual des nach unserem freien Willen gewählten Weges der Entwicklung verschulden wir selbst. Will jemand Neben- und Umwege einschlagen, so wird dies von Gott zugelassen - im Verkehr mit der Geisterwelt oft auch zugleich zu deren Belehrung, denn die allermeisten Menschen und auch Geister können nur durch eigene Erfahrung, durch „Schaden“ klug werden und die erforderliche Einsicht lernen. Jesus weist darauf hin: „Wer da immer etwas anderes sucht und erreichen will als allein, dass er Mich, den alleinigen Herrn, Gott und Vater, über alles liebe in seinem Herzen und seinen Nächsten ums Siebenfache mehr denn sich selbst – der soll entweder leer ausfahren [d.h. das Gewünschte nicht erreichen], oder Ich will ihm gleichwohl die Geisterwelt eröffnen, damit so ein törichter Sucher dann [zu seiner Erfahrungsbelehrung] von den Geistern verdummet und in zahllosem Falschen gefangen und begründet werden soll!“ (HiG.02_43.03.16,07).
Jesus hat uns eine Lehre gegeben, die uns zu Ihm führen wird, wenn wir dieselbe im Leben auch tatsächlich ausüben. Die Bibel und ebenfalls die umfassende Erklärung ihres Sinnes in der Neuoffenbarung durch Jakob Lorber (HiG.02_44.02.08,04-07) sind der Wegweiser, der uns für Sein Reich reif machen kann. Was brauchen wir also noch die uns nächst umgebende Geisterwelt, die größtenteils den Weg zur geistigen Freiheit nicht kennt und und somit auch nicht wirklich weiterhelfen kann?
Durch den Verkehr mit dieser Geistersphäre werden die sich dort befindlichen Seelen von ihrer eigenen Weiterentwicklung abgehalten, da sie hierdurch zur Welt gezogen und Anlass zu ihrer äußeren Zerstreuung erhalten, während es ihre Aufgabe wäre, sich auf sich selbst zu konzentrieren um dadurch zur wahren Erkenntis der geistigen Schöfpung und ihres einzigen Herrn und Schöpfers zu gelangen. Der Weg zum ewigen Lebensziel bedarf der Gotteserkenntnis, und diese führt über die Selbsterkenntnis, denn wie soll ich Gott erkennen können, wenn ich mich noch nicht einmal selbst kenne? (Ps 51; GEJ.05_215,02). Ein jeder Ratsuchende kann sich jederzeit und immer vertrauensvoll direkt an Jesus wenden, Der ihm auch ohne dazwischengeschaltetes Medium auf die für ihn rechte Weise weiterhelfen wird (Mt 7,8; Mk 11,24).
Oftmals ist das Medium eine Beute von guten und schlechten Geistern. Geistig wird es benutzt von besseren, weltlich von schlechteren, wird beeinflusst von Gutem und Wahrem, aber auch trügerisch hinters Licht geführt. Vieles wird dabei unter dem Deckmantel von sogenannten Vaterworten verbreitet, wo Jesus selbst der Sprecher und Diktierer der vom Medium weitergegebenen Worte sein soll. Getäuscht wird dabei oft mit einem Herausstreichen der Wichtigkeit der Liebe und religiösen Wortformeln, durch die der Geist im Prinzip immer wieder das Gleiche sagt. Hier heißt es genau hinzuhören, zu prüfen und zu urteilen, ob das Wiedergegebene tatsächlich den Worten und der Lehre Jesu entspricht (1.Thess 5,21-22); ob mit der Liebe die wahre göttliche gemeint ist, die wir uns nach der Lehre Jesu aneignen sollen, oder trotz schöner Ummäntelung wir nur umgarnt und letztendlich zur Selbst- und Weltenliebe geführt werden.
Häufig entspringen sein wollende Vaterworte nicht der Sphäre Seiner Liebe sondern sind ein Gemisch von der Natur des Schreibers/Sprechers und von einer geistigen Beeinflussung zwar guter, dennoch nicht freier Geister, die zu ihrer eigenen Vervollkommnung ein scheinbar Gott dienendes Werkzeug benutzen, um durch die Weitergabe ihrer Gedanken und Ideen Anderen nützlich zu sein, und sich selbst zu einer reineren Erkenntnis und höheren geistigen Entwicklungsstufe aufzuschwingen. Unser himmlischer Vater lässt dies auch zur Prüfung der wahren Hörer Seiner Stimme zu, denn viele sind zwar berufen, aber nur wenige auserwählt (Mt 22,14). Daher ist es wichtig vorsichtig zu sein und es sehr genau mit der Prüfung von geistigen Kundgebungen zu nehmen, sich nicht verführen zu lassen von schön klingenden und wahr scheinenden Worten, damit dadurch nicht Sein Wort verunreinigt und der Weizen samt der Spreu in den Ofen geworfen wird (Jh 1,11). Nicht umsonst warnt Johannes in seinem ersten Brief: „Ihr Lieben, glaubet nicht einem jeglichen Geist, sondern prüfet die Geister, ob sie von Gott sind; denn es sind viel falsche Propheten ausgegangen in die Welt“ (1.Jh 4,1)
Wichtig ist auch, sich den Lebenswandel des Mediums anzusehen. Je weltlicher bzw. oberflächlich nach äußerlichen Glaubensformeln und auf den eigenen Vorteil bedacht dieser ausfällt, desto wahrscheinlicher ist es, dass schlechte anstatt gute Geister aus ihm sprechen. Nur der tatsächlich geistig Fortgeschrittene kann höher Geistiges fassen und verstehen, zieht reinere Geister an, die dann uns noch auf der Erde Weilenden unter Umständen bei unserer geistigen Entwicklung weiterhelfen können. Doch wer nicht die Unterscheidungsgabe besitzt, ist noch anfällig für jeglichen Trug und kann auch anderen die Wahrheit nicht begreiflich machen. Dies gilt sowohl für die Geister wie für die noch hier Lebenden. Es sollte daher im Verkehr mit Geistern äußerste Vorsicht vorherrschen, und niemand sollte sich anders als in Jesu Namen und im ernstlichen Gebet derartigen Einflüssen aussetzen. Vergessen wir nicht, selbst Luzifer kann in seiner trügerischen Gestalt als Engel des Lichts erscheinen (2.Kor 11,14) und es gibt eine Menge Wölfe, die in Schafspelzen umherschleichen (Mt 7,15). Wer seinen Geist nicht durch die Wege, die uns Jesus mit Seiner Lehre und Tat zeigt, erweckt, kann das göttlich Lebendige Seines Wortes nicht einmal erkennen, geschweige in dessen lebengebende Tiefen dringen. Um das zu vermögen, muss der Mensch eine reine Seele haben, da eine unreine Seele gleich der Nacht ist, während die Wahrheit eine Sonne voll Lichtes ist, die allenthalben Tag um sich verbreitet (GEJ.01_018,03+08).
Wie leicht es ist, die Menschen mit sogenannten Vaterworten zu blenden, möchte ich gerne an folgendem Experiment zeigen: Ein Freund von mir übergab an einem Morgen den Teilnehmern eines seiner Seminare, bestehend aus einer sogenannten spirituellen Gruppe von 37 Diplom-Psychologen und Psychologinnen, einen Umschlag mit einem 4 A4-seitigem Text zum Lesen. Nach dem Lesen waren 97% (!) so begeistert und entzückt über die auf sie zugeschnittene Einmaligkeit der Mitteilung… bis sie gemerkt haben, dass alle ein- und denselben Text in der Hand hielten. Mein Freund hatte ihn selbst verfasst um aufzuzeigen, wie man mit wenigen Worten und etwas Einfühlungsvermögen einem Menschen das Gefühl von Außerordentlichem und Außergewöhnlichen implizieren kann.
Täuschungsgeister und Lügner sind oft Meister im Verstellen. Sie können wie der himmlische Vater Selbst lichtvolle Worte voller Liebe reden und mit schönen Redeweisen die liebehungrigen Menschen täuschen, Wölfe in Schafspelzen eben!
Niemand sollte erstreben, selbstwillig die sogenannte Mediumschaft in sich auszubilden. Er begibt sich damit auf ein Terrain, wo es nur zwei Richtungen gibt: eine abwärts dem Abgrund zu, und die andere aufwärts zu Gott. Doch wir wissen, dass das Abrutschen viel leichter als das Hinaufsteigen ist, insbesondere dann, wenn niedere Geister, die einen jeden medial Veranlagten umlagern, hinabzerren helfen, was meistens für das Medium unbewusst geschieht. Jeder andere Weg zu Gott ist leichter als der der sogenannten Mediumschaft, denn Medium sein heißt im Endeffekt nichts anderes, als seinen freien Willen zu Gunsten Anderer völlig aufzugeben, sich zum Sklaven eines fremden Willens zu machen. Mit Demut in Sinne Jesu hat dies nichts zu tun, der uns ja gerade frei machen will von allen uns umschlingenden Fesseln und Banden.
Ein Medium, das in seiner geistigen Entwicklung nicht so weit fortgeschritten ist, dass es ein Herr über geistige Einflüsse geworden und von innen heraus durchdrungen ist zur Mediumschaft für den Herrn, wird über kurz oder lang ein sehr unglückliches sein, ausgesetzt zahllosen Leiden des Körpers und Geistes, meist mit großer moralischer Schwäche behaftet, das dann oft nicht einmal mehr beten kann wenn es möchte. Wer den Geistern selbstwillig freien Eingang gewährt, wird unfrei und leicht zu deren blinden Werkzeug (2.Pt 2,19). Und je niederer die andrängenden Geister, um so willkürlicher, frecher und zudringlicher verhalten sie sich ihm gegenüber. Aber selbst wenn es dem Medium gelänge die gefährliche Klippe des Umgangs mit ganz rohen, niederen Geistern zu vermeiden, so erscheint alsobald die viel gefährlichere Klippe des Umgangs mit den sogenannten Paradiesgeistern, darunter namentlich die sehr gefährlichen Weisheitsgeister, die zum einen Gott zu dienen glauben, zum anderen erstreben, dadurch zu wachsen und weiter zu kommen, und dabei Wirkungen herbeiführen, die dem Satan zugute kommen (RB.02_233,06).
Ein äußerst gefährlichstes Lockmittel solcher Weisheitsgeister, mit dem sie ihre armen Opfer erfolgreich zu blenden wissen, ist, dass sie ihnen einreden, dass sie (die Opfer) mit einer ganz besonderen Mission auf die Erde gekommen wären, und nur den wenigsten gelingt es, diesem feinst gesponnenen Täuschungsmanöver zu entgehen, und bezahlen hierfür ein erschreckend teures Lehrgeld mit der Schwächung oder gar Verlust ihrer besten seelischen und körperlichen Kräfte. Ein auf die vorgenannte Weise beeinflusstes Medium fängt dann an, seiner sogenannten Mission nach zu leben, glaubt den Einflüsterungen der großen Bedeutung seiner Person und seines Wirkens, woraufhin ganz unbewusst in seinem innersten Herzen ein ganz verdeckter Hochmut aufkeimt, woraufhin es sich ganz allmählich den über sein Gewissen einfließenden leisen Jesusmahnungen entfernt und anfängt auf andere Menschen herabzusehen. Bald ist der geistige Hochmut ausgewachsen, und so greift dann oftmals Jesus in Seiner Gnade durch äußere schwere Schicksalsereignisse zu seinem Heil ein. Häufig ist die Entfremdung zu Gott jedoch schon so weit fortgeschritten, dass derartige Vorkommnisse nicht als Weckruf des Vaters, in Seine Liebe zurückzukommen, verstanden, sondern der verkehrt eingeschlagene Weg weitergewandelt wird, von dem nach langem Leiden nur sehr schwer der Weg der Demut zum Herrn gefunden wird (Sp 16,18; 1.Pt 5,5; der Herr: „Wer aber zwar auch redet in Meinem Namen, aber sein Auge dabei erhebt über das des Bruders und sein Herz aber versenkt in die Furchen der Erde habsüchtig, wahrlich, der ist gleich einer Giftstaude, da er dieser gleich das göttliche Liebelicht und seine allbelebende Wärme in sich verkehrt in Verderbliches und Tödliches statt in Ersprießliches und ewig Belebendes!“ (HGt.01_118,15).
Jeder Mensch hat zunächst nur eine Mission, und zwar die an und in sich selbst, und das ist die Ausbildung seines inneren Menschen hin zu Gott. Richtschnur hierfür sind Gottes Gebote, ist die Lehre Jesu. Und erst dann, wenn es gelungen ist, durch Besiegung der niederen Leidenschaften und Begierden seinen inneren Menschen zur alleinigen Herrschaft zu bringen, wächst nach dem Maß der allein wahren Liebe die wahre Weisheit im Herzen, die es möglich macht für Jesus eine Mission zu übernehmen (Jes 58, 6-13; Rö 7,21-23; Ehp 3,14-17; GEJ.03_204,02-03).
Jesus spricht: „Wer mit Mir reden will, der komme zu Mir, und Ich werde ihm die Antwort in sein Herz legen; jedoch die Reinen nur, deren Herz voll Demut ist, sollen den Ton Meiner Stimme vernehmen“ (HGt.01_001,01).
Alles liegt an der Stärke des Liebewillens des Menschen. Hat er sich fleißig geübt in der Liebe, Selbstverleugnung und Demut wie sie Jesus uns aufgegeben hat, so wird er schnell seinem Ziel entgegen schreiten, und bald fähig sein das reine Liebelicht von Jesus in seinem Herzen zu ertragen, Seinen Willen vollständig wahrnehmen und erfüllen können, denn „wer Jesus auf die Art und Weise liebt wie Er es uns aufgegeben hat, dem wird Er sich über dessen Geist offenbaren, und dieser wird damit erfüllen die ganze Seele und ihren Mund. Was er dann reden oder schreiben wird, das wird von Jesus geredet und geschrieben sein“ (GEJ.04_079,05-06).
Niemand sollte sich aus eigenem Willen drängen Medium werden zu wollen. Will uns der Herr dazu haben oder machen, so findet Er auch ohne unser selbstwilliges Dazutun schon Selbst die erfoderlichen Maßnahmen und verfehlt dabei ganz sicher auch nicht Sein Ziel.
Wenn Jesus ein Medium wählt, dann beruft er jemanden, der nicht nur dazu gemäß seiner seelischen Beschaffenheit fähig ist, sondern versetzt ihn weltlich auch in Umstände, die ihm die notwendige Zeit geben, sich seinem Dienst hingebend widmen zu können (s. Lebenslauf Jakob Lorbers). Dabei wählt er den Schreiber oder Sprecher als Sein Werkzeug niemals wegen ihm selbst sondern wegen der Anderen, für die er im Namen Jesus tätig sein soll. Da er hierzu mit dem ewigen Urborn der Liebe im Herrn verbunden ist, wird dies auch keine nachteiligen körperlichen und seelisch-geistigen Folgen nach sich ziehen, denn dann strömt der Fluss der unendlichen wahren Liebe ihn ständig stärkend durch ihn hindurch. Er wird „Gedanken, so klar wie rein ausgesprochene Worte in seinem Herzen empfinden und wird sie dann ganz leicht aussprechen mit dem Munde. Darin liegt das Geheimnis Gottes im Menschenherzen“ (GEJ.06_079,15-17).
Der beste und einzig richtige Weg ein Medium und Kind im Sinne Gottes zu werden liegt darin, seinen eigenen ewigen Geist zu erwecken durch eine gewissenhafte Befolgung der ewigen Liebegesetze und Hören auf die innere Gewissens-(Gottes-)Stimme, die nie versagt wenn es einen Scheideweg im Leben gibt. Im Sinn des Herrn tätig sein kann keine von Geistern belagerte und genotzüchtigte menschliche Schreib- und Sprechmaschine, die sich aus Neugierde vorbeiziehenden Geistern öffnet, die nicht viel reines mitbringen aber so manches mitnehmen, was dem Eigentümer angehört und letztendlich nichts anderes als Verwüstung zurück lassen (Kol 3,25).
Und dann besteht auch die Gefahr, dass man – sowohl als Medium wie auch bei denjenigen, die Rat bei ihm suchen – bei jeder Gelegenheit ein Wort haben möchte, man wird träge und denkt nicht mehr an die Ausbildung des eigenen in sich wohnenden ewigen Geistes, durch den uns Jesus Selbst in uns näher kommen will. Man hört anstatt auf den eigenen Gewissensrat auf die oft stark seelisch vom Medium gefärbten medialen Kundgaben, wird zum Spielball allerlei Fremdeinflüsse und muss dennoch die Verantwortung für die danach selbstgewählten falschen Maßnahmen tragen. Wer Jesus in seinem Herzen hat, Ihn kennt und liebt weiß stets, wohin er seine Blicke zu richten hat, findet stets den rechten Weg, weil Er sein Führer und Leiter in allen Dingen ist.
Jesus: „Wenn nun jemand zu der Zeit wird zu euch sagen: Siehe, hier ist Christus! siehe, da ist er! so glaubet nicht. Denn es werden sich erheben falsche Christi und falsche Propheten… Ihr aber sehet euch vor! Siehe, ich habe es euch alles zuvor gesagt“ (Mk 13,21-23).
Wer die Fähigkeit besitzt in ersichtlichen Kontakt mit der Geisterwelt zu treten und als Medium tätig sein möchte, bedarf auch einer sehr hohen Achtsamkeit, dass er nicht Gefahr läuft die göttliche Ordnung zu verlassen, in geistigen Hochmut verfallend sich außer dieselbe stellt und der Rechte Gottes bemächtigen will, denn wer sich die Rechte Gottes anmaßt, der ist ein Frevler an der göttlichen Erbarmung und versteinert sein Herz, auf dass es ja nicht mehr fähig werde zur Aufnahme des Lebens. (GS.02_083,12-15)