Jakob Lorber - Judas Ischariot - Der Prophet Jakob Lorber und seine Verkündungen ... Jakob Lorber

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Jakob Lorber - Judas Ischariot

Feste im Jahr > Ostern

Judas Ischariot war der einzige Sohn seines sehr vermögenden Vaters und ebenso seiner in ihn bis zum Sterben verliebten Närrin von einer Mutter. Die Folge war, dass die beiden Eltern ihren Sohn ganz affenartig verzärtelten und ihm alles angehen ließen und auch alles gaben, wonach es den Jungen nur immer gelüstete; und die noch weitere Folge davon war, dass der Junge, als er kräftig geworden war, die Alten zum Hause hinaustrieb und sich selbst mit feilen Dirnen belustigte, was nur immer seine Natur vertragen konnte.
Es brauchte keine lange Zeit, so hatte der Junge das Vermögen der Alten auch derart geschmälert, dass dann beide den Bettelstab ergreifen mussten und bald darauf auch aus Gram und Kummer starben.
Aber der Junge, als nun ebenfalls ganz verarmt, ging nun etwas in sich und fing am Ende an, sich selbst zu fragen, und sagte: ,Ja, warum bin ich denn so und nicht anders geworden? Geboren habe ich mich nicht, gezeugt noch viel weniger; erziehen habe ich mich doch auch nicht selbst können, – und doch ruft ein jeder Mensch mir ins Gesicht, dass ich ein elender Schurke und Bösewicht sei, der durch seine liederlichen und bösen Streiche seine Eltern um all ihr schwererworbenes Vermögen, an den Bettelstab und am Ende sogar so frühzeitig ins Grab gebracht habe! Was kann denn ich darum? Es mag von mir alles das recht schlecht gewesen sein; kann ich aber darum, wenn mich die Alten zu nichts Besserem erzogen haben?! Aber was tue ich nun? Arm, ohne Geld, ohne Haus, ohne Dienst, ohne Brot! Stehlen und Rauben wäre das Leichteste, und man käme zuerst zu einem guten Ziel; aber als ein ungeschickter Dieb erwischt und dann blutig gezüchtigt zu werden, schmeckt etwa durchaus nicht süß! Mit dem Rauben sieht es noch schlimmer aus! – Ich weiß aber nun, was ich tun werde! Ich erlerne irgendeine Kunst, und wäre es die alte, dumme Töpferei, die meinen Vater reich gemacht hat!‘
Gesagt, getan! Er ging in Kapernaum zu einem ganz gemütlichen Töpfer in die Lehre und erlernte mit vielem Fleiß dessen Kunst in kurzer Zeit. Der alte Töpfer hatte aber eine Tochter, die bald darauf des Kunstjüngers Weib ward.
Aber so flott unser Judas früher war, so hart und geizig war er nun als ein Töpfermeister. Sein Weib verkostete oftmals seine Härte. Er machte gute Ware und fing an, alle Märkte zu besuchen, und ließ daheim seine Leute darben und bis zum blutigen Schweiß arbeiten. Kam er von einem Markt nach Hause mit vielem Geld, so bedachte er die fleißigsten Arbeiter wohl mit etwas wenigem; kam er aber mit weniger Beute nach Hause, so gab es dann harte Dinge in seinem kargen Hause.
Um sich neben seiner Töpferei noch einen Nebenverdienst zu verschaffen, pachtete er auch eine Fischerei und fing vor ein paar Jahren an, sich auf die natürliche Magie zu verlegen, weil er in Jerusalem zu öfteren Malen gesehen hatte, wie sehr viel Geldes sich da so manche ägyptische oder persische Magier erwarben. Er brachte aber nichts Ordentliches zustande, obwohl er viel Geld dafür ausgab. Er nahm darin auch Unterricht bei einigen externen Essäern, die ihm vorgemacht hatten, als könnten sie, wenn es sein müsste, schon gleich auch eine Welt erschaffen mit allem, was sie fasst und trägt. Aber er überzeugte sich bald, dass er der Betrogene war, und zeigte seinen feinen Meistern den Rücken. In diesem Jahre vernahm er, was Ich alles täte, und wie das alles in einem höchsten Grad überträfe, was man auf dieser Erde bisher ,Wunderwirken‘ nannte. Das war denn auch der eigentliche Grund, warum er sich an Mich anschloss, daheim alles verließ, um nur von Mir das Wunderwirken zu erlernen und danach viel Goldes und Silbers zu verdienen. An Meiner Lehre liegt ihm wenig. Wenn er aufmerkt auf Meinen Mund, so möchte er eigentlich nur eine Erklärung vernehmen, auf welche Weise und mit welchen Mitteln Ich das eine oder das andere Wunderwerk zustande gebracht habe. Nun, davon kann er als für ihn brauchbar nie etwas vernehmen und ist daher stets mürrisch.
Übrigens wird er für diese Welt bei Mir eine ganz entsetzlich schlechte Rechnung finden. Eine verräterische Handlung und darauf die finsterste Verzweiflung wird aus ihm einen Selbstmörder machen, und ein Strick und ein Weidenbaum werden sein trauriges Weltende sein! Denn er ist einer, der Gott versuchen will, was ein großer Frevel ist und sein muss. Wer es aber wagt, gegen Gott einen Frevel zu begehen, der wird ihn auch an sich selbst nicht unterlassen. Zuerst an Gott, und dann an sich selbst! (GEJ.04_125)

Jesus wusste von Anfang an, wer Judas war
Da er voller Eifer, vollauf tätig, gut reden und die Lehre vortragen konnte (GEJ.05_273,10; GEJ.10_223,07), wurde er denn auch der guten und nicht der schlechten Sache wegen von Mir zu einem Vorsendling mit den andern elfen erwählt. Da er aber als solcher durch seinen ernsten Eifer und durch seine Beredsamkeit mehr ausrichtete in derselben Zeit denn die andern elf zusammen, so fing er denn auch an, sich viel darauf einzubilden. Als aber dann seinem Hochmut durch manches begegnet wurde, da nagte in ihm immer mehr und mehr ein geheimer Groll, und er wurde darum von Tag zu Tag verschlossener und hatte ein scharfes Auge auf die andern elf Jünger, um bei ihnen einmal etwas zu erspähen, um sie dann vor Mir zur Rede zu stellen. Da aber so etwas nicht vorkam, das ihm zur Kühlung seines Grolles hätte dienen können, so war er im geheimen stets bitterer und sah sich stets emsiger nach einer Gelegenheit um, seine Brüder irgendeinmal in eine Verlegenheit zu bringen; um ein passendes Mittel nur sann er oftmals bei sich. Er war ein geiziger und geldsüchtiger Mensch, der selbst oft mit aller Beredsamkeit den Besitz des Geldes für etwas höchst Notwendiges fürs irdische Leben darstellte. (GEJ.06_047,01-03; GEJ.05_273,10; GEJ.10_223,07)
Jesus: „Oh, Ich weiß es gar wohl, dass er [Judas]ein Schriftgelehrter ist, und weiß auch um alle seine anderwärtigen Kenntnisse und Erfahrungen, in dem allem er allen Meinen andern Jüngern bei weitem überlegen ist. Aber was nützt ihm alles das, so er nun schon bei zwei und nahe ein halb Jahren mit Mir nur hauptsächlich darum umherzieht, um Mich in allem dem, was Ich rede und tue, scharf zu beobachten, ob er am Ende doch etwas fände, was da nicht mit der Schrift harmoniert. Und in dem findet sein geheimer und somit noch nicht abgelegter Hochmut und somit auch seine Selbst- und irgend mögliche Erwerbssucht stets neue Nahrung, darum er denn auch gleichfort bleibt, wie er ist, und sich von niemand irgend völlig und wahrhaft lebensverbesserlich zurechtweisen lässt; denn er denkt sich immer: ,Was wollt ihr armen und ungelehrten Fischer mich belehren, der ich ein Schriftgelehrter bin?‘“ (GEJ.09_099,02)
Der Oberstadtrichter zu Jesus: „Wenn Dein Jünger von dieser Art ist und Du doch allmächtig bist, schaffe ihn von Dir! Denn was hat ein solcher Mensch in Deiner Gesellschaft zu tun?“ Sagte Ich: „Eben darum, weil Ich der Herr und allmächtig bin, muss Ich – besonders auf dieser Erde, welche eine Pflanzschule für Meine Kinder ist – auch die Teufel ebenso gut dulden wie die Engel; denn niemand kann ohne den vollkommensten freien Willen Mein Kind werden, und dem Teufel selbst ist der Weg zur Umkehr nicht völlig abgesperrt. Und somit wirst du auch einsehen, dass Ich einen Jünger, an dem Ich sonst gar kein Wohlgefallen habe, so lange in Meiner Nähe dulde, als er selbst in derselben verbleiben will; will er sich aber heute von Mir entfernen, so wird ihm von niemandem aus Meiner Gesellschaft der Weg vertreten werden. Übrigens, so er sich nicht ändert, wird er in Kürze schon seinen Lohn finden.“ (GEJ.10_223,09-11)


Judas Charakter

Geiz, Geldsucht
Judas war ein geiziger und geldsüchtiger Mensch (GEJ.06_047,03), der sein ganzes Heil im Geld suchte (GEJ.01_095,05).

Grund für die Geldsucht ist die Trägheit
Bartholomäus zu Judas: du möchtest am liebsten selbst Wunder wirken, um dir dadurch, gleich den Pharisäern im Tempel, möglichst viel Goldes und Silbers zu verdienen. Du brauchst für dich keinen Gott, außer einen solchen, der dir recht viel Geldes verschaffte, damit du dann auf der Erde ganz entsetzlich wohl leben und dich am Ende ohne alle Rücksicht auf die hier vernommenen Lebenswahrheiten aus Gott ordentlich zu Tode sündigen könntest! Und bei solcher deiner inneren Denkungsweise ist's dann mit dem Sich- Entäußern deines Innern nichts, weil es dich nicht bessern und uns keine Mittel bieten kann, durch Worte oder Taten in dir ein neues Herz zu schaffen, ohne das du bleiben wirst, wie du bist. […] Jesus: Jener Jünger [Judas] aber ist nun schon nahe ein halbes Jahr um Mich und war Augen- und Ohrenzeuge von allen möglichen Wundern und Lehren, und dennoch fasst er die Wahrheit nicht! Der Grund davon liegt in seiner übergroßen Geldgier, und das deshalb, weil er sehr faul und träge ist. […] ein fauler Mensch liebt das Nichtstun und will sich gut geschehen lassen auf Kosten seiner fleißigen Nebenmenschen; er wird darum ein Lügner, ein Betrüger, ein Dieb, um nur so viele Schätze zusammenzuraffen, dass er dann gleich einem König leben könnte. Mit solcher Gier aber verfinstert er seine Seele derart, dass sie gar nichts von etwas rein Geistigem mehr begreifen kann; und wird sie auch vom höchsten und reinsten Geisteslichte beleuchtet, so verkehrt sie es alsbald in ihr selbstisches, gröbstmaterielles Wesen und ersieht und erkennt darum abermals nichts als nur Materielles. […] In wem die Seele eine geistige ist, der kann das Geistige auch leicht fassen; in wem aber die Seele nach der Materie giert, der kann dies höchst und reinst Geistige auch unmöglich begreifen!“ (GEJ.04_123)

Folgen der Geldsucht
Judas war bis zur gewissen Zeit der eifrigste aller Meiner Jünger. Er machte den Zechmeister, bezahlte überall alles und machte gewisserart einen Vorläufer und Direktor allenthalben, wo Ich nachher hinzog. Aber er verstand es auch, sich von Meinen Handlungen und Lehren geheim Geld zu machen, und diese Geldgier machte aus ihm am Ende auch das, was er geworden ist, nämlich ein – Verräter an Mir! (GEJ.01_089,04)
Petrus zu Judas: „Du wirst es mit deiner Gewinnsucht wohl noch so weit bringen, dass du ganz vollkommen des Satans wirst!“ (GEJ.01_114,13)
Judas ist und bleibt ein Geizhals, und zehn Pfunde Goldes sind ihm lieber als die allerhimmlischste Wahrheit und das ewige Leben dazu! Wenn ihm Herodes heute ein bedeutendes Angebot macht, da verrät und verkauft er uns alle! (GEJ.02_102,02)
Thomas zu Judas: „Der Herr hat recht; das verfluchte Geld wird dir den Tod geben, weil du gar so viel Herrliches darin erschaust! Der Herr hat dir doch klar genug gesagt, was am Geld für ein Wert liegt, und wie es dem Menschen zum größten Nachteil für das geistige Leben gereicht; aber du bist ja schon lange weiser als Gott Selbst und kannst darum ja auch vor Gott deiner Weisheit die Krone aufsetzen! Siehe aber zu, dass du einmal nicht erstickst vor lauter Weisheit!“ (GEJ.01_095,04)

Lügner und Betrüger
Ein Judgrieche zu Jesus: „So viel wir gemerkt haben, so geht er [Judas] noch ärger aufs Geld denn jeder Templer, und all sein Sinnen ist Welt- und Wohlleben. Nebstdem besitzt er noch eine sehr üble Leidenschaft, und diese besteht im leeren Großtun und Lügen“. (GEJ.06_049,02; GEJ.04_123,11)

Jesus Mahnung an Judas, dass er nicht Beute des Satans wird
„Ermahne dich selbst im Herzen; denn deine Mundbitte hat ohne die innere, wahrhafte Besserung nicht den allergeringsten Wert vor Mir, da Ich dein Herz durchschaue und finde, dass es durchaus schlecht ist. Die bloß äußerlich freundliche Form gleicht einer Schlange, die durch ihre zierlichen Windungen die Vöglein des Himmels betört, dass sie ihr dann zum Fraß in den Rachen fliegen. Ich sage es dir: Nimm dich in acht, auf dass du dem Satan nicht in Kürze zur Beute wirst! Denn der lässt das, was er einmal sein nennt, nicht gerne fahren. Siehe an den Thomas, der sich von aller deiner Grobheit nicht abschrecken lässt, dich zu ermahnen, wenn du deinem bösen Herzen einen zu freien Spielraum zu gewähren anfängst; horche darum auf seine um dich besorgten Mahnworte, so wird es nach und nach schon besser werden in deinem Herzen! So du dir aber gleichfort, wie es bis jetzt der Fall war, von niemandem etwas sagen lässt, so wirst du in Kürze zugrunde gehen und, wie gesagt, dem Satan zur Beute werden; denn da werde nicht Ich, sondern der Satan in deinem Herzen Wohnung nehmen. Hüte dich also vor allem vor dem Zorn und vor der Habsucht, ansonsten du ein Kind des ewigen Todes werden wirst! Denn die Reue und Buße über dem Grab haben einen geringen Wert und können einer unreinen, schwarzen Seele wenig nützen. Gehe nun und überdenke diese Meine Worte wohl!“ (GEJ.02_075,05+12-13)

Judas Besessenheit
Judas verriet seinen Meister, Herrn und Gott, weil er die Lehre des Heils nur in seine äußeren Geister aufnahm, die im Verstand und daraus in allerlei Begierlichkeiten ihren Sitz haben. Dadurch lockte er den eigentlichen Lebensgeist aus seiner innersten Wohnung und öffnete sie dem Satan zum freien Einzug. (RB.01_060,10)
Judas verriet nur einmal den Herrn, weil er sich von Satan hatte überwältigen lassen, und dieser fuhr in seinen Leib und tötete ihn. (RB.02_270,12)

Der Geizteufel in Judas
Judas ist voll Geldgeiz, und das ist der eigentliche Teufel in ihm, dessen er nicht loswerden wird, – denn jede Gattung von Teufeln und bösen Geistern, so sie eines Menschen Herz einmal gefangengenommen haben, sind leichter aus dem Menschen zu schaffen als der Geizteufel. Denn in einem jeden andern argen Geiste sind noch Fünklein von einer Nächstenliebe anzutreffen, aber bei einem Geizteufel nicht; darum ist er auch der hartnäckigste und durchdringt den ganzen Menschen so, bis dieser ihm ganz ähnlich wird, und er kann ihn dann zu den allerschändlichsten Taten am besten gebrauchen. Darum hüte sich ein jeder vor allem vor dem Geiz; denn ein jeder Sünder wird leichter und eher in das Reich Gottes eingehen denn ein Geizhals!“ (GEJ.10_223,07-08)

Zwei Judasse in einem
Der Herr spricht: „Höre, Mein geliebter Sohn, es gibt nicht einen, sondern zwei Judas Iskariot. Der erste ist der Mensch, der mit Mir auf der Erde gelebt, und der andere ist der Satan, der in seiner damaligen Freiheit sich diesen Menschen zinspflichtig gemacht hatte.“ (GS.02_007,11)

Judas bereute seine Tat
Ihr alle habt Judas in die Hölle gesetzt, der Mich nur einmal verriet und bald darauf die brennendste Reue empfand. Wohin soll Ich dann euch setzen, ihr millionenfachen Verräter Gottes! Ihr hießet Mich einen Ketzer, wer seid dann ihr millionenfachen Gottesverräter und Gottesleugner? Was wollt ihr hier? (RB.02_270,12)

So wie Jesus vergibt, sollen auch wir vergeben
Ich habe es euch ja schon einmal bei einer Gelegenheit klar gesagt, wie einer von euch ein Teufel ist, und ihr habt es in euch wohl begriffen, welchen Ich gemeint habe. Aber deshalb sagte Ich zu ihm doch niemals, dass er gehen solle; denn auch der Teufel hat seinen freien Willen, der ihm nicht genommen wird. Will er mit uns ziehen, so ziehe er mit uns; will er aber wegbleiben, so bleibe er auch weg. Wir aber wollen ihn, ob er geht oder bleibt, nicht mit scheelen Augen ansehen.“ (GEJ.09_135,09)
Der Herr spricht: Höre, Mein geliebter Sohn, es gibt nicht einen, sondern zwei Judas Iskariot. Der erste ist der Mensch, der mit Mir auf der Erde gelebt, und der andere ist der Satan, der in seiner damaligen Freiheit sich diesen Menschen zinspflichtig gemacht hatte. Dieser zweite Judas Iskariot ist wohl noch gar vollkommenst der Grund der alleruntersten Hölle, – aber nicht also der Mensch Iskariot, denn diesem ward es vergeben, und in wie weit, brauchst du dich nur umzusehen... (GS.02_007,11)
Sage Ich: „Vergib ihm aber alles, wie Ich ihm vergebe, so wirst du ein freies Herz haben!“ (GEJ.01_096,03)

Zusammenstellung 03/2013

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Ein psychologischer Blick auf Judas Ischariot

Ein jeder Mensch trägt in sich eine Hauptschwäche, die er auf seinem Weg zur Vollendung zu überwinden, zu erlösen hat. Bereits durch eine nicht in der Gottesordnung durchgeführten Zeugung, folgender falschen Erziehung und negativen Umwelteinflüssen wird diese Hauptschwäche i.d.R. verstärkt, wobei sich gleichzeitig daraus resultierende Folgeschwächen entwickeln und eine Befreiung davon sehr erschweren, bei vielen sogar Zeit ihres Erdenlebens unmöglich machen.
Und so wurde auch bei Judas die in ihm zu erlösende Hauptschwäche bereits mit seiner zu sehr verwöhnenden Erziehung verstärkt, was Prassen und seine Verschwendungssucht zur Folge hatte. Die daraus resultierende Armut brachte ihn jedoch nicht (wie den verlorenen Sohn) zur Einsicht und Umkehr, sondern er verstärkte noch sein Problem, indem er von nun an äußerst geizig und geldgierig wurde, um daraus egomanisch weiterhin einem angenehmen Weltenleben frönen zu können.
Sonach schwappte er auf seiner „Gier-Skala“ von Verschwendertum zu Geiz. Er schaffte es nicht, die „goldene Mitte“ zwischen diesen beiden Extremen zu finden, die in einem gerechten Maß von Sparsamkeit und Freizügigkeit den Armen gegenüber gelegen hätte.
Egozentrisch und damit voll des Hochmuts breitete sich in ihm darüber hinaus eine Gier nach Ruhm und Ansehen aus, was er sich durch Jesus, den er in seiner wahren Gestalt nicht erkannte, zu verwirklichen erhoffte.
Durch seine schlechte und damit gottabgewandte Lebensweise öffnete er sich schlechten Einflüssen (Gesetz der Anziehung), wurde besessen. Und diese ihn besetzenden Teufel verführten ihn zunächst dazu, vermehrt seinem Irrtum über Jesus und einem möglichen glanzvollen Leben an seiner Seite zu verfallen und trieben ihn zu einem Verrat, den er, als sich die ihn besetzenden Teufel nach vollbrachter Tat in ihm zurückzogen, mit großem Schrecken erkannte und seine Tat zutiefst bereuend sich selbst heftig anklagte.
Er verfiel in immer panischere Angst, als das von ihm in Gang gesetzte Geschehen unumkehrlich seinen Lauf nahm und Jesus auch kein Wunder vollbrachte, wodurch sich letztlich doch noch alles zum Guten gewandelt hätte.
Als dann die Hammerschläge, die die Nägel durch Jesu Fleisch ins Holz trieben ihm dröhnend in den Ohren wiederhallten, erkannte er seinen grauenvollen Irrtum, brach zusammen und geriet in eine derartig schmerzhafte Verzweiflung, dass er sich das Leben nahm.
Jesus vergab ihm. - Auch wir sollten uns zu Herzen nehmen, was Er einst zu Thomas sagte: „Vergib ihm [Judas] aber alles, wie Ich ihm vergebe, so wirst du ein freies Herz haben!“ (GEJ.01_096,03)

Ausarbeitung 04/2013
Quellen: HGt.03_110,07-08; GEJ.04_125,01-07; GEJ.04_231,06; GEJ.04_125,09-10; GEJ.06_047,03; GEJ.01_095,08; GEJ.01_114,13; GEJ.01_095,05; GEJ. 06_049,02; GEJ.01_095,04; GEJ.06_047,02, s.a. vorstehende Ausführungen zu Judas Ischariot


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