Jakob Lorber - Judas Ischariot - Der Prophet Jakob Lorber

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Judas Ischariot


Judas‘ Lebensgeschichte bis zur Begegnung mit Jesus

„Judas Ischariot war der einzige Sohn seines sehr vermögenden Vaters und ebenso seiner in ihn bis zum Sterben verliebten Närrin von einer Mutter. Die Folge war, dass die beiden Eltern ihren Sohn ganz affenartig verzärtelten und ihm alles angehen ließen und auch alles gaben, wonach es den Jungen nur immer gelüstete; und die noch weitere Folge davon war, dass der Junge, als er kräftig geworden war, die Alten zum Haus hinaustrieb und sich selbst mit feilen Dirnen belustigte, was nur immer seine Natur vertragen konnte.
Es brauchte keine lange Zeit, so hatte der Junge das Vermögen der Alten auch derart geschmälert, dass dann beide den Bettelstab ergreifen mussten und bald darauf auch aus Gram und Kummer starben.
Aber der Junge, als nun ebenfalls ganz verarmt, ging nun etwas in sich und fing am Ende an, sich selbst zu fragen, und sagte: ,Ja, warum bin ich denn so und nicht anders geworden? Geboren habe ich mich nicht, gezeugt noch viel weniger; erziehen habe ich mich doch auch nicht selbst können, – und doch ruft ein jeder Mensch mir ins Gesicht, dass ich ein elender Schurke und Bösewicht sei, der durch seine liederlichen und bösen Streiche seine Eltern um all ihr schwererworbenes Vermögen, an den Bettelstab und am Ende sogar so frühzeitig ins Grab gebracht habe! Was kann denn ich darum? Es mag von mir alles das recht schlecht gewesen sein; kann ich aber darum, wenn mich die Alten zu nichts Besserem erzogen haben?! Aber was tue ich nun? Arm, ohne Geld, ohne Haus, ohne Dienst, ohne Brot! Stehlen und Rauben wäre das Leichteste, und man käme zuerst zu einem guten Ziel; aber als ein unge-schickter Dieb erwischt und dann blutig gezüchtigt zu werden, schmeckt etwa durchaus nicht süß! Mit dem Rauben sieht es noch schlimmer aus! – Ich weiß aber nun, was ich tun werde! Ich erlerne irgendeine Kunst, und wäre es die alte, dumme Töpferei, die meinen Vater reich gemacht hat!‘
Gesagt, getan! Er ging in Kapernaum zu einem ganz gemütlichen Töpfer in die Lehre und erlernte mit vielem Fleiß dessen Kunst in kurzer Zeit. Der alte Töpfer hatte aber eine Tochter, die bald darauf des Kunstjüngers Weib ward.
Aber so flott unser Judas früher war, so hart und geizig war er nun als ein Töpfermeister. Sein Weib verkostete oftmals seine Härte. Er machte gute Ware und fing an, alle Märkte zu besuchen, und ließ daheim seine Leute darben und bis zum blutigen Schweiß arbeiten. Kam er von einem Markt nach Hause mit vielem Geld, so bedachte er die fleißigsten Arbeiter wohl mit etwas wenigem; kam er aber mit weniger Beute nach Hause, so gab es dann harte Dinge in seinem kargen Haus.
Um sich neben seiner Töpferei noch einen Nebenverdienst zu verschaffen, pachtete er auch eine Fischerei und fing vor ein paar Jahren an, sich auf die natürliche Magie zu verlegen, weil er in Jerusalem zu öfteren Malen gesehen hatte, wie sehr viel Geldes sich da so manche ägyptische oder persische Magier erwarben. Er brachte aber nichts Ordentliches zustande, obwohl er viel Geld dafür ausgab. Er nahm darin auch Unterricht bei einigen externen Essäern, die ihm vorgemacht hatten, als könnten sie, wenn es sein müsste, schon gleich auch eine Welt erschaffen mit allem, was sie fasst und trägt. Aber er überzeugte sich bald, dass er der Betrogene war, und zeigte seinen feinen Meistern den Rücken. In diesem Jahr vernahm er, was Ich alles täte, und wie das alles in einem höchsten Grad überträfe, was man auf dieser Erde bisher ,Wunderwirken‘ nannte. Das war denn auch der eigentliche Grund, warum er sich an Mich anschloss, daheim alles verließ, um nur von Mir das Wunderwirken zu erlernen und danach viel Goldes und Silbers zu verdienen. An Meiner Lehre liegt ihm wenig. Wenn er aufmerkt auf Meinen Mund, so möchte er eigentlich nur eine Erklärung vernehmen, auf welche Weise und mit welchen Mitteln Ich das eine oder das andere Wunderwerk zustande gebracht habe. Nun, davon kann er als für ihn brauchbar nie etwas vernehmen und ist daher stets mürrisch.
Übrigens wird er für diese Welt bei Mir eine ganz entsetzlich schlechte Rechnung finden. Eine verräterische Handlung und darauf die finsterste Verzweiflung wird aus ihm einen Selbstmörder machen, und ein Strick und ein Weidenbaum werden sein trauriges Weltende sein! Denn er ist einer, der Gott versuchen will, was ein großer Frevel ist und sein muss. Wer es aber wagt, gegen Gott einen Frevel zu begehen, der wird ihn auch an sich selbst nicht unterlassen. Zuerst an Gott, und dann an sich selbst!“ [Großes Evangelium Johannes Bd.4, Kap.125]


Jesus erwählt Judas zu Seinem Jünger

„Ich werde aber nun aus euch, Meinen lieben Jüngern, etliche erwählen, die Ich zum Teil jetzt schon in die Städte Israels hinsenden werde, den Völkern zu predigen vom Gottesreich. (Matth.10,1) Simon Petrus, du bist der erste; du Andreas, des Simon Bruder, bist der zweite; du Jakobus, Sohn des Zebedäus, bist der dritte und du, Johannes, dessen Bruder, (Matth.10,2) der vierte; Philippus, du bist der fünfte; du, Bartholomäus, der sechste; du, Thomas, der siebte, und du, Matthäus der Zöllner, bist der achte; du Jakobus, des Alphäus Sohn, bist der neunte und du, Lebbäus, der du auch Thaddäus heißt (Matth.10,3), bist der zehnte; du, Simon von Kana, bist der elfte und du, Judas Ischariot, bist der zwölfte. (Matth.10,4)“ [Großes Evangelium Johannes Bd.1, Kap.134, V.3]
Jesus: „Lieber Freund, das kommt von seinem [Judas‘] zeitweiligen Eigennutz her! Er ist seiner Profession nach ein Töpfer und hat sich damit auf den Märkten viel Geld erworben. Aber als er von Mir hörte, da kam auch er zu Mir, hörte Meine Worte und sah Meine Taten. Da bat er Mich, dass er auch Mein Jünger würde. Ich gestattete ihm das, und so wurde auch er Mein Jünger. Aber er ist noch, was er war, ein Kaufmann, und das Geld hält er für eine fürs irdische Leben unentbehrliche Sache; darum möchte er denn auch für immer und eigentlich nur für sich Wunder wirken und sich gleich den Magiern dafür bezahlen lassen. Da aber das mit Meinen Wundertaten sich nie vereinen kann und darf, so verlor er durch eigenes Verschulden die schon innegehabte Fähigkeit und ist darum nun stets geheim bei sich etwas unzufrieden. Aber er weiß sonst um alles und ist ein guter Redner, und wenn er jemanden über Mich und Meine Sendung aus den Himmeln belehrt, so machen seine Worte stets eine gute Wirkung, und er ist darum gleich den anderen ein aus Meinen anfänglichen zweiundsiebzig Jüngern auserwählter Apostel. Nun weißt du ganz, wer er ist, und was du von ihm zu halten hast.“ [Großes Evangelium Johannes Bd.5, Kap.273, V.10]


Jesus wusste von Anfang an, wer Judas war

„Da er [Judas] voller Eifer, vollauf tätig, gut reden und die Lehre vortragen konnte, wurde er denn auch der guten und nicht der schlechten Sache wegen von Mir zu einem Vorsendling mit den anderen Elf erwählt. Da er aber als solcher durch seinen ernsten Eifer und durch seine Beredsamkeit mehr aus-richtete in derselben Zeit denn die anderen Elf zusammen, so fing er denn auch an, sich viel darauf einzubilden. Als aber dann seinem Hochmut durch manches begegnet wurde, da nagte in ihm immer mehr und mehr ein geheimer Groll, und er wurde darum von Tag zu Tag verschlossener und hatte ein scharfes Auge auf die anderen elf Jünger, um bei ihnen einmal etwas zu erspähen, um sie dann vor Mir zur Rede zu stellen. Da aber so etwas nicht vorkam, das ihm zur Kühlung seines Grolls hätte dienen können, so war er im geheimen stets bitterer und sah sich stets emsiger nach einer Gelegenheit um, seine Brüder irgendeinmal in eine Verlegenheit zu bringen; um ein passendes Mittel nur sann er oftmals bei sich. Er war ein geiziger und geldsüchtiger Mensch, der selbst oft mit aller Beredsamkeit den Besitz des Geldes für etwas höchst Notwendiges fürs irdische Leben darstellte.“ [Großes Evangelium Johannes Bd.6, Kap.47, V.1-3; s.a. Bd.5, Kap.273, V.10, und Bd.10, Kap.223, V.7]
Jesus: „Oh, Ich weiß es gar wohl, dass er [Judas] ein Schriftgelehrter ist, und weiß auch um alle seine anderwärtigen Kenntnisse und Erfahrungen, in dem allem er allen Meinen anderen Jüngern bei weitem überlegen ist. Aber was nützt ihm alles das, so er nun schon bei zwei und nahe ein halb Jahren mit Mir nur hauptsächlich darum umherzieht, um Mich in allem dem, was Ich rede und tue, scharf zu beobachten, ob er am Ende doch etwas fände, was da nicht mit der Schrift harmoniert. Und in dem findet sein geheimer und somit noch nicht abgelegter Hochmut und somit auch seine Selbst- und irgend mögliche Erwerbssucht stets neue Nahrung, darum er denn auch gleichfort bleibt, wie er ist, und sich von niemand irgend völlig und wahrhaft lebensverbesserlich zurechtweisen lässt; denn er denkt sich immer: ,Was wollt ihr armen und ungelehrten Fischer mich belehren, der ich ein Schriftgelehrter bin?‘“ [Großes Evangelium Johannes Bd.9, Kap.99, V.2]

Der Oberstadtrichter über Judas zu Jesus: „Wenn Dein Jünger von dieser Art ist und Du doch allmächtig bist, schaffe ihn von Dir! Denn was hat ein solcher Mensch in Deiner Gesellschaft zu tun?“ Sagte Ich: „Eben darum, weil Ich der Herr und allmächtig bin, muss Ich – besonders auf dieser Erde, welche eine Pflanzschule für Meine Kinder ist – auch die Teufel ebenso gut dulden wie die Engel; denn niemand kann ohne den vollkommensten freien Willen Mein Kind werden, und dem Teufel selbst ist der Weg zur Umkehr nicht völlig abgesperrt. Und somit wirst du auch einsehen, dass Ich einen Jünger, an dem Ich sonst gar kein Wohlgefallen habe, so lange in Meiner Nähe dulde, als er selbst in der-selben verbleiben will; will er sich aber heute von Mir entfernen, so wird ihm von niemandem aus Meiner Gesellschaft der Weg vertreten werden. Übrigens, so er sich nicht ändert, wird er in Kürze schon seinen Lohn finden.“ [Großes Evangelium Johannes Bd.10, Kap.223, V.9-11]
Jesus: „So ist es gut und recht, und so bleibe es auch! Aber da wir noch hier in dieser offenen Musterschule zu Kapernaum weilen, so kann Ich nicht umhin, euch noch etwas zu entdecken. Ihr wisst, wie Ich vorigen Jahres in dieser Gegend aus den vielen Jüngern euch Zwölf erwählt habe, und seht, dennoch ist unter euch einer ein Teufel!“ (Joh.6,70) [Großes Evangelium Johannes Bd.6, Kap.46, V.9]


Judas Wesen und Charakter

Mathael über Judas zu Thomas: „Seine Seele ist nicht von oben her, und sein Geist ist zu klein und zu schwach, um seine weltsteife Seele zu erweichen und zu beleben gleich der eurigen!“ [Großes Evangelium Johannes Bd.3, Kap.109, V.10-11]
Judas war ein geiziger und geldsüchtiger Mensch [Großes Evangelium Johannes, Bd.6, Kap. 47, V. 3], der sein ganzes Heil im Geld suchte. [Großes Evangelium Johannes Bd.1, Kap.95, V.5+7-8]
Jesus: „Aber vor allem wohl gemerkt, dass ihr dafür ja von niemandem euch etwas zahlen lasst! Denn umsonst habt ihr es von Mir empfangen, und ebenso sollt ihr es auch wieder in Meinem Namen hergeben!“ (Mt.10,8) Diesen Beisatz machte Ich damals hauptsächlich des Judas Ischariot wegen, der da heimlich bei sich gleich zu berechnen anfing, wie viel er sich für eine oder die andere einmal geleistete Hilfe werde zahlen lassen. Besonders für die Totenerweckung eines Menschen, an dem irgend sehr Reichen ungemein viel gelegen wäre, wollte er tausend Pfund verlangen! Da Ich aber solches Rechnen im Herzen des Verräters nur zu geschwinde merkte, so machte Ich auch sogleich obigen Beisatz, zu welchem der Betreffende aber freilich ein etwas saures Gesicht machte.“ [Großes Evangelium Johannes Bd.1, Kap.135, V.12]


Grund für die Geldsucht ist die Trägheit

Bartholomäus zu Judas: „Du möchtest am liebsten selbst Wunder wirken, um dir dadurch, gleich den Pharisäern im Tempel, möglichst viel Goldes und Silbers zu verdienen. Du brauchst für dich keinen Gott, außer einen solchen, der dir recht viel Geldes verschaffte, damit du dann auf der Erde ganz entsetz-lich wohl leben und dich am Ende ohne alle Rücksicht auf die hier vernom-menen Lebenswahrheiten aus Gott ordentlich zu Tode sündigen könntest! Und bei solcher deiner inneren Denkungsweise ist's dann mit dem Sich-Entäußern deines Inneren nichts, weil es dich nicht bessern und uns keine Mittel bieten kann, durch Worte oder Taten in dir ein neues Herz zu schaffen, ohne dass du bleiben wirst, wie du bist. […]“ Jesus: „Jener Jünger [Judas] aber ist nun schon nahe ein halbes Jahr um Mich und war Augen- und Ohrenzeuge von allen möglichen Wundern und Lehren, und dennoch fasst er die Wahrheit nicht! Der Grund davon liegt in seiner übergroßen Geldgier, und das deshalb, weil er sehr faul und träge ist. […] ein fauler Mensch liebt das Nichtstun und will sich gut geschehen lassen auf Kosten seiner fleißigen Nebenmenschen; er wird darum ein Lügner, ein Betrüger, ein Dieb, um nur so viele Schätze zusammenzuraffen, dass er dann gleich einem König leben könnte. Mit solcher Gier aber verfinstert er seine Seele derart, dass sie gar nichts von etwas rein Geistigem mehr begreifen kann; und wird sie auch vom höchsten und reinsten Geisteslicht beleuchtet, so verkehrt sie es alsbald in ihr selbstisches, gröbst-materielles Wesen und ersieht und erkennt darum abermals nichts als nur Materielles. […] In wem die Seele eine geistige ist, der kann das Geistige auch leicht fassen; in wem aber die Seele nach der Materie giert, der kann dies höchst und reinst Geistige auch unmöglich begreifen!“ [Großes Evangelium Johannes Bd.4, Kap.123]


Folgen der Geldsucht

„Judas war bis zur gewissen Zeit der eifrigste aller Meiner Jünger. Er machte den Zechmeister, bezahlte überall alles und machte gewisserart einen Vorläufer und Direktor allenthalben, wo Ich nachher hinzog. Aber er verstand es auch, sich von Meinen Handlungen und Lehren geheim Geld zu machen, und diese Geldgier machte aus ihm am Ende auch das, was er geworden ist, nämlich ein  Verräter an Mir!“ [Großes Evangelium Johannes Bd.1, Kap.89, V.4]
Jesus zu Judas: „Du aber liebst das Geld übermäßig und verstehst dich daher sehr wohl auf das Lob des Geldes. Ich will dir darum auch weiterhin nichts mehr sagen; denn was man liebt, das weiß man auch zu loben! Du aber wirst in einer eben nicht zu fernen Zeit den Fluch des Geldes schon noch kennen-lernen!“ [Großes Evangelium Johannes Bd.1, Kap.94, V.21]
Petrus zu Judas: „Du wirst es mit deiner Gewinnsucht wohl noch so weit bringen, dass du ganz vollkommen des Satans wirst!“ [Großes Evangelium Johannes Bd.1, Kap.114, V.13]
Jesus: Judas „ist und bleibt ein Geizhals, und zehn Pfund Goldes sind ihm lieber als die allerhimmlischste Wahrheit und das ewige Leben dazu! Wenn ihm Herodes heute ein bedeutendes Angebot macht, da verrät und verkauft er uns alle!“ [Großes Evangelium Johannes Bd.2, Kap.102, V.2]

Thomas zu Judas: „Der Herr hat recht; das verfluchte Geld wird dir den Tod geben, weil du gar so viel Herrliches darin erschaust! Der Herr hat dir doch klar genug gesagt, was am Geld für ein Wert liegt, und wie es dem Menschen zum größten Nachteil für das geistige Leben gereicht; aber du bist ja schon lange weiser als Gott Selbst und kannst darum ja auch vor Gott deiner Weisheit die Krone aufsetzen! Sieh aber zu, dass du einmal nicht erstickst vor lauter Weisheit!“ [Großes Evangelium Johannes Bd.1, Kap.95, V.4]

Lügner und Betrüger

Ein Judgrieche zu Jesus: „So viel wir gemerkt haben, so geht er [Judas] noch ärger aufs Geld denn jeder Templer, und all sein Sinnen ist Welt- und Wohl-leben. Nebstdem besitzt er noch eine sehr üble Leidenschaft, und diese besteht im leeren Großtun und Lügen.“ [Großes Evangelium Johannes Bd.6, Kap.49, V.2, und Bd.4, Kap.123, V.11]


Jesus Mahnung an Judas, dass er nicht Beute des Satans wird

„Ermahne dich selbst im Herzen; denn deine Mundbitte hat ohne die innere, wahrhafte Besserung nicht den allergeringsten Wert vor Mir, da Ich dein Herz durchschaue und finde, dass es durchaus schlecht ist. Die bloß äußerlich freundliche Form gleicht einer Schlange, die durch ihre zierlichen Windungen die Vöglein des Himmels betört, dass sie ihr dann zum Fraß in den Rachen fliegen. Ich sage es dir: Nimm dich in acht, auf dass du dem Satan nicht in Kürze zur Beute wirst! Denn der lässt das, was er einmal sein nennt, nicht gern fahren. […] Sieh an den Thomas, der sich von aller deiner Grobheit nicht abschrecken lässt, dich zu ermahnen, wenn du deinem bösen Herzen einen zu freien Spielraum zu gewähren anfängst; horch darum auf seine um dich besorgten Mahnworte, so wird es nach und nach schon besser werden in deinem Herzen! So du dir aber gleichfort, wie es bis jetzt der Fall war, von niemandem etwas sagen lässt, so wirst du in Kürze zugrunde gehen und, wie gesagt, dem Satan zur Beute werden; denn da werde nicht Ich, sondern der Satan in deinem Herzen Wohnung nehmen. Hüte dich also vor allem vor dem Zorn und vor der Habsucht, ansonsten du ein Kind des ewigen Todes werden wirst! Denn die Reue und Buße über dem Grab haben einen geringen Wert und können einer unreinen, schwarzen Seele wenig nützen. Gehe nun und überdenke diese Meine Worte wohl!“ [Großes Evangelium Johannes Bd.2, Kap.75, V.5+12-13]


Judas Besessenheit

„Judas verriet seinen Meister, Herrn und Gott, weil er die Lehre des Heils nur in seine äußeren Geister aufnahm, die im Verstand und daraus in allerlei Begierlichkeiten ihren Sitz haben. Dadurch lockte er den eigentlichen Lebens-geist aus seiner innersten Wohnung und öffnete sie dem Satan zum freien Einzug.“ [Robert Blum (Von der Hölle bis zum Himmel) Bd.1, Kap.60, V.10; s.a. Großes Evangelium Johannes Bd.2, Kap.166, V.13]
„Judas verriet nur einmal den Herrn, weil er sich von Satan hatte überwältigen lassen, und dieser fuhr in seinen Leib und tötete ihn.“ [Robert Blum (Von der Hölle bis zum Himmel) Bd.2, Kap.270, V.12]


Der Geizteufel in Judas

„Judas ist voll Geldgeiz, und das ist der eigentliche Teufel in ihm, dessen er nicht loswerden wird, denn jede Gattung von Teufeln und bösen Geistern, so sie eines Menschen Herz einmal gefangengenommen haben, sind leichter aus dem Menschen zu schaffen als der Geizteufel. Denn in einem jeden anderen argen Geist sind noch Fünklein von einer Nächstenliebe anzutreffen, aber bei einem Geizteufel nicht; darum ist er auch der hartnäckigste und durchdringt den ganzen Menschen so, bis dieser ihm ganz ähnlich wird, und er kann ihn dann zu den allerschändlichsten Taten am besten gebrauchen. Darum hüte sich ein jeder vor allem vor dem Geiz; denn ein jeder Sünder wird leichter und eher in das Reich Gottes eingehen denn ein Geizhals!“ [Großes Evangelium Johannes, Bd.10, Kap.223, V.7-8]


Zwei Judasse in einem

„Es gibt nicht einen, sondern zwei Judas Iskariot. Der erste ist der Mensch, der mit Mir auf der Erde gelebt, und der andere ist der Satan, der in seiner dama-ligen Freiheit sich diesen Menschen zinspflichtig gemacht hatte.“ [Geistige Sonne, Bd.2, Kap.7, V.11]


Judas bereute seine Tat

Jesus zu drei alten Karmeliter-Mönchen: „Ihr alle habt Judas in die Hölle gesetzt, der Mich nur einmal verriet und bald darauf die brennendste Reue empfand. Wohin soll Ich dann euch setzen, ihr millionenfachen Verräter Gottes! Ihr hießt Mich einen Ketzer, wer seid dann ihr millionenfachen Gottes-verräter und Gottesleugner? Was wollt ihr hier?“ [Robert Blum (Von der Hölle bis zum Himmel) Bd.2, Kap.270, V.12]


Der Mensch Judas ist im Himmel

„Ich antworte ihr [Helena] auch leise: „Meine Liebste, zu reden werde Ich Selbst anfangen, sobald aller hier Anwesenden Gemüter ganz zur erforder-lichen Ruhe gelangt sein werden. Der neben dir sitzende Mann ist Vater Adam, wie er vor ungefähr sechstausend Jahren auf der Erde als erster geschaffener Mensch gelebt hat. Neben ihm siehst du Noah und nachher den Vater Abraham, dann Isaak und Jakob. Dann siehst du noch zwei: Der erste ist Moses und der andere David. Die auf diese sieben nun folgenden zwölf ernst aussehenden Männer sind die dir wohlbekannten zwölf Apostel. Hinter ihnen stehen auch noch zwei Apostel: der vordere ist Paulus und der etwas hinter ihm stehende ist Judas, der Mich verraten hat. Die anderen kennst du ohnehin. Und so weißt du nun, in welch einer gewiss sehr merkwürdigen Gesellschaft du dich befindest.“ [Robert Blum (Von der Hölle bis zum Himmel) Bd 1, Kap.79, V.02; s.a. Geistige Sonne Bd.2, Kap.7, V.13]


So wie Jesus vergibt, sollen auch wir vergeben

„Ich habe es euch ja schon einmal bei einer Gelegenheit klar gesagt, wie einer von euch ein Teufel ist, und ihr habt es in euch wohl begriffen, welchen Ich gemeint habe. Aber deshalb sagte Ich zu ihm doch niemals, dass er gehen soll; denn auch der Teufel hat seinen freien Willen, der ihm nicht genommen wird. Will er mit uns ziehen, so ziehe er mit uns; will er aber wegbleiben, so bleibe er auch weg. Wir aber wollen ihn, ob er geht oder bleibt, nicht mit scheelen Augen ansehen.“ [Großes Evangelium Johannes Bd.9, Kap.135, V.9]
Der Herr spricht: „Höre, Mein geliebter Sohn [Prior], es gibt nicht einen, sondern zwei Judas Iskariot. Der erste ist der Mensch, der mit Mir auf der Erde gelebt, und der andere ist der Satan, der in seiner damaligen Freiheit sich diesen Menschen zinspflichtig gemacht hatte. Dieser zweite Judas Iskariot ist wohl noch gar vollkommenst der Grund der alleruntersten Hölle, aber nicht so der Mensch Iskariot, denn diesem ward es vergeben, und in wie weit, brauchst du dich nur umzusehen [...].“ [Geistige Sonne Bd.2, Kap.7, V.11]
Jesus vergab Judas. Wer Sein Nachfolger sein will, sollte ebenfalls Seinem Rat folgen, den er einst Thomas gab: „Vergib ihm [Judas] aber alles, wie Ich ihm vergebe, so wirst du ein freies Herz haben!“ [Großes Evangelium Johannes Bd.1, Kap.96, V.3]


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