Jakob Lorber - Herodes - Der Prophet Jakob Lorber

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Herodes


Namensherkunft

Im antiken Palästina hießen mehrere Angehörige der herodianischen Dynastie Herodes.
Als Landespächter unter der römischen Besatzung hatten ihnen die Juden einen hohen Tribut zu bezahlen, wobei sie das Land willkürlich besteuern, erpressen, und die Juden zu Bettlern machen konnten. [Himmelsgaben Bd.2, Wort v. 10.06.49, V.1; Großes Evangelium Johannes Bd.2, Kap.192, V.13]

Herodes der Große ist für den Kindermord in der Zeit von Jesus Geburt verantwortlich, sein Sohn Herodes Archelaus folgte ihm in der Regierung, Herodes Antipas ließ Johannes den Täufer enthaupten, und herrschte auch zur Zeit der Verurteilung und Kreuzigung Jesu.


Herodes der Große

Der Kindesmord im Geburtsjahr Jesu:

„In dieser Nacht aber erschien dem Joseph, wie der Maria, ein Engel im Traum und sprach: „Joseph! verkaufe die Schätze und kaufe dir noch einige Lasttiere; denn du musst mit deiner Familie nach Ägypten fliehen! Sieh, Herodes ist in einen mächtigen Grimm ausgebrochen und hat beschlossen, alle Kinder von ein bis zwölf Jahren Alters zu ermorden, darum er von den Weisen hintergangen ward! Diese hätten es ihm anzeigen sollen, wo der neue König geboren ward, auf dass er dann seine Schergen ausgesandt hätte, welche das Kind hätten ermorden sollen, welches da ist der neue König. Wir Engel der Himmel aber haben die Weisung vom Herrn erhalten, eher noch, als Er in die Welt ging, über alles das allsorglichst zu wachen, was eure Sicherheit betrifft! Darum denn kam ich nun zu dir, um es dir anzuzeigen, was der Herodes tun wird, da er des Einen nicht bestimmt habhaft werden kann. Der Hauptmann selbst wird müssen dem Herodes Subsidien leisten, will er nicht von ihm beim Kaiser verraten werden; darum sollst du dich schon morgen auf die Reise machen! Solches aber kannst denn du wohl auch dem Hauptmann anzeigen, und er wird dir behilflich sein zur schleunigen Abreise! So geschehe im Namen Dessen, der da lebt und saugt die Brüste Marias!“ [Jugend Jesu, Kap.33, V.1-8]

Der Hauptmann Cornelius: „Nein, nein, der Kinder Blut soll nicht fließen; eher will ich militärische Gewalt brauchen!“ Joseph aber sprach: „Sieh, was kannst du wohl tun, so der Herodes schon mit einer ganzen römischen Legion soeben Jerusalem verlässt, – wirst du wider deine eigene Macht ins Feld ziehen? Daher tue, wie dich der Herr leiten wird, damit du auf freundlichem Weg doch die Drei- bis Zwölfjährigen rettest!“ Hier gab der Hauptmann nach.“ [Jugend Jesu, Kap.33, V.28-29]

Joseph zum Cyrenius: „Sieh, noch in dieser Nacht werden Briefe zu dir gelangen vom Herodes aus, in denen du aufgefordert wirst, alle Kindlein männ-lichen Geschlechts von ein bis zwei Jahren längs dem Meeresufer aufzufangen und nach Bethlehem zu schicken, damit sie Herodes dort töten wird! Du kannst dich aber dem Herodes wohl widersetzen; aber dein armer Bruder muss leider zu diesem bösen Spiel eine politisch gute Miene machen, um sich nicht dem Biss dieser giftigsten aller Schlangen auszusetzen. Glaube mir, während ich nun bei dir bin, wird in Bethlehem gemordet, und hundert Mütter zerreißen in Verzweiflung ihre Kleider ob dem grausamsten Verlust ihrer Kinder! Und das geschieht alles dieses einen Kindes wegen, von dem die drei Weisen Persiens geistig aussagten, dass Es ein König der Juden sein wird! Herodes aber ver-stand darunter einen Weltkönig, darum will er ihn töten, indem er selbst die Herrschaft Judäas erblich auf sich bringen will und fürchtet, dieser möchte sie ihm einst entreißen, während dies Kind doch nur in die Welt kam, das Menschengeschlecht zu erlösen vom ewigen Tod!“ [Jugend Jesu, Kap.41, V.1-6]


Sein  Tod:

„Zur Zeit, als das Kindlein dieses in Ägypten ausgesprochen hatte, ward Herodes mit Läusen übersät, und sein Gesinde hatte durch das noch übrige Leben des Herodes nichts zu tun, als ihn von den Läusen zu reinigen, die sich stets mehrten und endlich auch seines Leibes Tod herbeiführten.“ [Jugend Jesu, Kap.59, V.22]


Herodes Antipas

Streben nach Macht und Reichtum:

Jesus: „Herodes ist ein schlauer Fuchs.“ [Großes Evangelium Johannes Bd.2, Kap.47, V.10]

„Steuern zu erpressen, versteht er aus der Kunst, sowie den Römern den Pachtzins schuldig zu bleiben. Ich aber weiß es, wie er es macht.“ [Großes Evangelium Johannes Bd.2, Kap.92, V.04]

„Herodes, von Geburt aus ein Grieche, ging nur aufs Geld aus und kümmerte sich um alles andere nicht im Geringsten. Neben dem Geld hatten ihm nur sehr schöne Kebsweiber irgendeinen Wert. Denen zuliebe konnte er sogar grausam werden, so diese es wünschten; aber sonst richtete bei ihm ohne Geld nie jemand etwas aus, ums Geld war er aber auch für gar alles zu haben.“ [Großes Evangelium Johannes Bd.1, Kap.143, V.07]

„Als Mich die Pharisäer durch ihre und durch die von Herodes an Mich in den Tempel gesandten Diener mit allerlei verfänglichen Fragen fangen wollten, um einen Grund zu Meiner Gefangennahme zu bekommen, da fragten Mich eben diese pfiffigen Apostel, ob es recht wäre, dass die Juden an den Kaiser nach Rom, trotzdem sie ohnehin dem Landespächter Herodes einen kaum er-schwinglichen Tribut zahlen mussten, auch den verlangten Zins zahlten; denn der Kaiser habe ja ohnehin vom Herodes den ganzen Landestribut zu erheben, wofür dem Herodes dann das Recht eingeräumt sei, das Land nach seiner Willkür zu besteuern und Erpressungen zu bewerkstelligen, die den Juden kaum den Bettelstab übriglassen. Dazu komme nun noch der Kaiser selbst und verlange einen eigenen Zins! Deshalb handle es sich nun darum, dass Ich, als der bezeichnete Messias, es endlich bestimme, ob man dem Kaiser noch den außerordentlichen Zins zahlen solle oder nicht. Die Frage war somit im Ernst eine sehr verfängliche, da der Kaiser, der dem Herodes alle Rechte gegen einen großen Pachtzins abgetreten hatte, nun auch mit einer außerordentlichen, aber freilich rechtlichen Zinssteuer zum Vorschein kam. Jedem, der alle Verhältnisse nicht Mir gleich durchschauen konnte, die da zwischen den Juden, dem Pächter Herodes und dem Kaiser bestanden, wäre da eine rechte Antwort, um sich nicht ein- oder anderseits verfänglich zu machen, sicher im Hals stecken geblieben. Aber das konnte bei Mir nicht der Fall sein, da Ich alle die Verhält-nisse nur zu klar kannte, die da in Meiner irdischen Zeit zwischen Volk und Kaiser sowohl im geheimen, als auch zwischen dem Pächter und Kaiser und Volk offenkundig bestanden. Der Pächter Herodes hatte unter vielen Rechten auch das, Geld unter seinem Namen und Bild zu prägen. Das Geld war damals, wie nun, ein Tauschmittel; und alle Geschäftsleute, alle Händler und Wechsler gebrauchten dasselbe als eine conditio sine qua non. Um aber dieses Tausch-mittels habhaft zu werden, mussten sie es entweder gegen rohes Metall oder gegen andere Stoffe guter und edler Art in der Herodianischen Münze kaufen, in welchem Fall sie dann auf fünfzig Jahre vollkommen Eigentümer des Hero-dischen Geldes wurden. So konnte aber auch sonst jeder Mensch, der entweder ein gutes Pfand hinterlegte oder ein Grundstück hatte und dasselbe an die Münze verschrieb, Herodisches Geld bekommen, das er als Tauschmittel besonders mit den Griechen gebrauchte. Aber auf diesem Gelderreichungsweg musste er dann dem Herodes jährlich von je hundert Groschen oder Pfunden zehn Groschen oder zehn Pfund als Zins bezahlen, und zwar mit der Verpflichtung, das so entliehene Geld erst in fünfzig Jahren zurückzahlen zu dürfen; und wäre er da zahlungsunfähig, entweder ein ewiger Schuldner zu verbleiben und die Zinsen fortwährend zu entrichten; oder der Herodes wie auch dessen Erben hatten das Recht, solchem Schuldner Grund, Vieh, Weib und Kinder zu ver-kaufen, was da nicht gar zu selten geschah. Dass aber die Juden durch solche Mäkeleien des Herodes sehr schlecht bestanden, lässt sich leicht denken, sowie dass dabei gar viele höchlichst verarmen mussten und viele zu verkauften Sklaven wurden. Dieser üble Umstand aber führte denn auch die Juden bald auf die Idee, zu erfahren, ob der Kaiser auch Gelder gegen Pfand und Verschreibung leihe, und wie viel vom Hundert er dann nehme. Die tatsächliche Antwort aber ging dahin, dass auch der Kaiser sein Geld jedem seiner Untertanen gegen Pfand oder Verschreibung leihe, doch keines verkaufe, was für die Wechsler eben nicht erfreulich war. Der Kaiser verlangte aber von edlem Geld aus Gold und Silber fürs Jahr fünf und fürs unedle Geld aus Kupfer und Erz nur ein bis einundeinhalb Prozent. Die Folge davon war ganz natürlich, dass das Volk sich nach Möglichkeit der Herodianischen Schuldigkeit entledigte und durch die Vermittlung des römischen Landpflegers auch die Herodianischen Leihkontrakte zu Gunsten des Kaisers annullierte und Geld vom Kaiser auf oben besagte Art entlieh, dass er es nach Belieben abzahlen mochte, wann er es nur immer wollte und konnte. Nun, das war denn aber auch für die Pharisäer, die sich hauptsächlich mit dem Wechseln, Kaufen und Verkaufen abgaben, wie auch für den Herodes, der ihnen dazu das Geld prägte, eine ganz verzweifelt zuwidere Sache, indem ihre Geschäfte natürlich sobald ins Stocken geraten mussten, als das viel billigere Geld des Kaisers im Land unter dem Volk in den Umlauf kam. Aus diesem nun bekanntgegebenen Umstand aber datiert sich denn auch die kitzlige Frage, die, um Mich zu versuchen, Mir eben von den Pharisäern und von den Beamten des Herodes zur Beantwortung vorgelegt wurde. Wer diese richtigen Umstände näher erwägt, der wird es denn aber auch von selbst gar leicht finden, was diese beiden in ein Horn stoßenden Parteien durch diese Frage bei Mir nach ihrer Meinung ganz unfehlbar bezwecken wollten, nämlich: dass Ich Mich entweder zur Partei der Kaiserlichen schlagen werde, wo sie dann gesagt hätten: „Nun, so bist du kein Messias! Denn du trittst die Rechte der Juden mit Füßen und machst mit vielen Treulosen eine Sache wider dein Volk. Du bist nach Moses, Samuel und David des Todes schuldig!“ Hätte Ich aber gesagt: Dem Kaiser gebührt kein Zins, sondern aller dem Herodes, der das Volk Gottes von den Heiden jährlich durch einen starken Tribut loskauft, so hätten sie Mich dann als einen Widersacher des Kaisers deklariert und hätten Mich an die römischen Richter überantwortet.
Ich aber ließ Mir die Münze des Kaisers vorweisen, auf der des Kaisers Bild und Unterschrift deutlich zu ersehen war, und fragte sie: „Wessen ist dies Bild und Unterschrift? Ist es des Herodes, dessen Geld ihr Gottesgeld nennt, oder ist es des Kaisers, der auch das Recht hat, seine Gelder seinen Untertanen zu leihen, besonders so es die Untertanen selbst verlangten?“ Die bekannte Ant-wort war: „Das ist des Kaisers Bild und Unterschrift!“ Worauf Ich denn ganz leicht und natürlich nach Recht und Billigkeit sagte: „Nun, so gebt dem Kaiser, was da sein ist! Und gebt aber auch dem, der euch das Gottesgeld geliehen, aus der Gottesmünze, was ihm gebührt!“ Oder kurz. „Gebt dem Kaiser, was dessen ist, und Gott, was dessen ist!“ Und die Fragenden waren somit abgefertigt und konnten nichts dawider entgegnen. Aus dem aber geht anderseits auch von selbst klar hervor, was so ganz eigentlich „des Kaisers“, und was in diesem Verstand „Gottes“ ist. So die Untertanen mit dem Kaiser rechtlich stipulierte Verbindlichkeiten eingegangen sind, mögen diese nun tausend Jahre oder ein Jahr alt sein, so müssen sie diese halten. Ausgenommen davon sind Zwangs-stipulationen, die kein erweisliches Wohl der Untertanen bezwecken, sondern lediglich das der gewaltigen Diktatoren nur. Ist aber bei einer Zwangsstipulation ein Untertanenwohl und des gewalttragenden Stipulators guter Wille erweislich, so sind die Untertanen ebenfalls verpflichtet, die Stipulationen als rechtliche anzuerkennen und denselben treulich nachzukommen. Ebenso verhält es sich mit der Gottessache, darunter nicht allein zu verstehen ist die besondere innere Liebeverpflichtung gegen Gott, sondern auch die gegen alle Menschen, als da sind Gläubige, Wohltäter, Lehrer, Führer, Gottesdiener und Knechte, dann alle Diener und Mägde und alle gedungenen Arbeiter, denen allen man eben das zu geben verpflichtet ist, was ihnen gebührt, wie dem Kaiser, was ihm gebührt. Alle diese Privatverpflichtungen sind die eigentliche Schuldigkeit an Gott, so wie alle, wo des Kaisers Name darunter steht, Schuldigkeiten an den Kaiser genannt werden und einzuhalten sind. Das ist also der eigentliche äußere, politisch-moralische Sinn dieses Textes, der aber freilich auch einen inneren, rein geistigen hat […].“ [Himmelsgaben Bd.2, Kundgabe vom 10.06.49]


Die Hinrichtung von Johannes dem Täufer:

„Es war aber in dieser Zeit Johannes , der am Jordan getauft hatte, vom Herodes bereits ins Gefängnis geworfen worden, und zwar durch die Vermittlung der Priester von Jerusalem, die sich darum beim Herodes kräftigst verwendet hatten; denn sie konnten dem Johannes nimmer vergeben, dass er sie „Schlangenbrut“ und „Natterngezücht“ gescholten hatte. Aber sie selbst getrauten sich nicht, den Prediger in der Wüste anzugreifen, da sie es wohl wussten, dass ihn das Volk für einen großen Propheten hielt; darum hatten sie sich hinter den Herodes gesteckt, natürlich durch Geld und allerlei Volksdruck-befugnisse, und Herodes nahm ihn gefangen, unter dem Vorwand eines Verrückten, der das Volk aufwiegle, dessen Köpfe mit allerlei staatsgefährlichen Ideen anfülle und die Menschen vielfach verrückt mache. Aber es war im Grund dem Herodes wenig darum zu tun, was Johannes lehrte, sondern nur, dass er dadurch eine gute Beute machte. Herodes hielt darum den Johannes nicht in einer sehr strengen Haft und ließ gegen einen mäßigen Preis jedermann zum Johannes ins Gefängnis; erwiesene Jünger des Täufers zahlten für eine ganze Woche nur einen Stater, während andere für einen Tagesbesuch einen Silberling zahlen mussten. Es war vom Herodes aus dem Johannes gar nicht verboten, in einem großen Saal, aus dem nun ein großes Bürgergefängnis gemacht war, zu predigen und Spektakel zu machen, was er nur immer konnte und mochte; denn das trug dem Herodes ja desto mehr Geld. Herodes begab sich öfter selbst zu Johannes und munterte ihn sogar auf, dass er eben jetzt im Gefängnis, wo er vor den Priestern und Pharisäern sicher sei, desto mehr Lärm machen sollte als zuvor in der Wüste zu Bethabara und nannte sich Freund und Beschützer des Johannes. Johannes wusste es wohl im Geist, mit wem er es im Herodes zu tun hatte; aber er benutzte solche Gelegenheit dennoch und predigte in seinem Gefängnis fort, und seine Jünger hatten zu ihm freien Eintritt, natürlich gegen den geringen Erlag von einem Stater für die Woche. Priester vom Tempel mussten ein Pfund bezahlen, so sie zum Johannes gelangen wollten, und so sie den Herodes fragten, warum er Johannes im Gefängnis fortpredigen lasse, da antwortete der schlaue Fuchs von einem Herodes: „Das tue ich aus geheimer Staatsklugheit, um dadurch alle die Anhänger dieses über alle Maßen staatsgefährlichen Menschen kennenzulernen!“ Auf solch eine Antwort lobten die Priester über die Maßen den Herodes und beschenkten ihn mit viel Gold, Silber und Edelsteinen; denn sie dachten bei sich: ,Dies ist der rechte Mann; den müssen wir nach allen Kräften unterstützen; er ist berufen, all das Prophe-tengesindel aus dem Weg zu räumen.‘“ [Großes Evangelium Johannes Bd.1, Kap.143, V.2-6]

Ein Pharisäer: „Wir fragten [einen obersten Knecht des Herodes], was es denn mit der Ermordung des Johannes für eine Bewandtnis habe. Denn wir wussten wohl, dass ihn Herodes ins Gefängnis geworfen hatte; aber dass er ihn auch ermorden ließ, davon wussten wir noch keine Silbe. Darauf erzählte uns der Oberste ganz kurz: Herodes war anfangs selbst – freilich ganz schwachweg nur – ein Anhänger Johannis und achtete ihn als einen besonderen Weisen; er nahm ihn daher an seinen Hof und wollte von ihm erlernen die geheime Weisheit. Da er aber daneben die schlechte Liebe zur Herodias, die seines Bruders Philipp Weib war, nicht aufgeben wollte (Mt.14,3), so erregte sich Johannes und sprach in dem ernstesten Ton zum Herodes: ,Es ist nicht recht vor Gott und deinem Bruder, dass du sie hast! (Mt.14,4) Denn es steht geschrieben: Du sollst nicht begehren deines Nächsten Weib!‘ Da ergrimmte der stolze Herodes, ließ Johannes in ein Gefängnis werfen und hätte ihn auch gleich mögen töten lassen, so er das Volk nicht gefürchtet hätte, das den Johannes für einen Propheten hielt. (Mt.14,5) Es begab sich aber wenige Tage darauf, dass Herodes seinen Jahrestag hielt. An diesem Tag tanzte die schöne Tochter der Herodias vor ihm und seinen hohen Gästen, was Herodes überaus wohl gefiel. (Mt.14,6) Er verhieß daher der schönen Tänzerin mit einem Eid, dass er ihr geben werde, was sie von ihm fordern möchte. (Mt.14,7) Die Tochter aber ging zuvor zu ihrer Mutter, die dem Johannes Rache geschworen hatte, weil er ihr den Herodes abwendig machen wollte; und die Mutter richtete daher ihre Tochter so zu, dass sie das Haupt Johannis verlangen soll. Da ging die Tochter hin und sprach zu Herodes: ,Gib mir das Haupt Johannis auf einer goldenen Schüssel!‘ (Mt.14,8) Da ward der König denn doch traurig, zwar nicht so sehr des Johannes, als vielmehr des Volkes wegen, das er fürchtete, dass es an ihm Rache nähme. Doch des Eides willen und derer, die mit ihm zu Tisch saßen, befahl er seinen Knechten, das Verlangte der Tochter zu geben. (Mt.14,9) Und die Knechte gingen hin, enthaupteten Johannes im Gefängnis (Mt.14,10), nachdem sie zuvor unter einem Vorwand etliche seiner Jünger von ihm ent-fernten, und trugen dann sein Haupt auf einer Schüssel in den Speisesaal, um es der Tochter zu übergeben; und diese übergab es darauf ihrer argen Mutter. (Mt.14,11) Darauf kamen wieder seine Jünger und trafen zu ihrem größten Schrecken und Leidwesen den Leichnam Johannis. Sie aber nahmen den Leich-nam, trugen ihn hinaus und begruben ihn (Mt.14,12) im Angesicht von vielen Tausenden, die da weinten und den Herodes und dessen ganzes Haus mit zahl-losen Flüchen belasteten. Die Herodias aber soll beim Anblick des Hauptes Johannis augenblicklich unter grässlichen Verzerrungen ihres Gesichtes tot zu Boden gesunken sein und ihre Tochter ein paar Augenblicke darauf; und Herodes und alle seine Gäste flohen voll Entsetzen aus dem Saal. Herr, das ist wörtlich die überaus traurige Geschichte Johannes des Täufers am Fluss Jordan unweit der Wüste zu Bethabara, allwo dieser Fluss in den See fällt, denselben durchströmt und sich endlich dem Toten Meer zuwendet.“ [Großes Evangelium Johannes Bd.2, Kap.82, V.4-8]


Herodes Schicksal nach Jesus Kreuzigung:

Herodes wurde „dem neuen Landpfleger zur strengsten Aufsicht anempfohlen, was er denn auch nicht sparte. Und dieser tat das umso lieber, da er aus der bekannten Familie Agricola herstammte und auch bei seinen Unterschriften diesen Namen führte, obschon er sonst Antonius hieß. Dass dieser neue Land-pfleger auch dem Herodes Antipas alle erdenklichen Prügel unter die Füße zu werfen verstand, beweist sich schon daraus, dass er nur zu bald so viele Römer und Griechen nach Palästina zu locken verstand, dass dadurch die Einkünfte des Herodes sehr geschmälert wurden und er sich am Ende genötigt fand, seine letzte Zeit in einem starken Kastell am Mittelländischen Meer zuzubringen, indem er sich in Jerusalem nicht mehr völlig sicher fühlte.
Diesem Landpfleger stand auch der bekannte Hauptmann Pelagius, der über viele Städte auf dem Aurangebirge zu gebieten hatte, mit allen Hilfsmitteln zu Gebot und noch mehr der Oberst Cornelius, der über ganz Galiläa und einen großen Teil von Syrien bis nach Damaskus hin zu gebieten hatte.
Die beiden Brüder Cyrenius und Cornelius hätten ihrer Rache noch mehr Luft gemacht, so Ich ihnen nicht bald nach Meiner Auferstehung persönlich erschienen wäre und sie davon abgehalten hätte, indem Ich ihnen haarklein im Voraus gesagt habe, dass ihr Vorhaben an Jerusalem und im ganzen Gelobten Land schon in vierzig Jahren vor sich gehen werde, und zwar eben auch durch die Macht der Römer.“ [Himmelsgaben Bd.3, S. 366, V.11-15, Kundgabe vom 01.04.1864]


***

Vom „Fuchs Herodes“ in uns

„Und Er sprach zu ihnen: ‚Geht hin und sagt diesem Fuchs: ‚Siehe, Ich treibe Teufel aus und mache gesund heute und morgen. Und am dritten Tag werde Ich Mein Werk vollenden!‘ Ja, Ich muss heute und morgen und den folgenden Tag wandeln; denn es schickt sich nicht, dass ein Prophet umkomme außerhalb Jerusalem!‘“ (Lk.13,32-33)

„Wird schon wieder etwas gar so Leichtes nicht verstanden? O fragt doch einmal euer Herz, und ihr werdet alsbald den schlauen, herrschsüchtigen „Fuchs Herodes“ darin erblicken, der da zuerst herrschen möchte heute im Fleisch, morgen in der Seele und am dritten Tag im Geist. Es wird ihm das Ärgste sein, zu erfahren, dass Ich zuerst richte durch die Kraft Meines Wortes das Fleisch, nachdem Ich aus demselben hinausgeschafft habe alle Unlauter-keit, Bosheit und Geilheit in allen Dingen, und mache dann, fürs Zweite, die Seele lebendig durch Meine Gnade, und mache dann frei den Geist durch Meine Liebe. So müsst ihr also heute gesichtet werden im Fleisch, dass der Fuchs der Eigenliebe es nicht merke, und müsst morgen befreit werden in eurer Seele von all den bösen Kröpfen, die vom Fleisch in sie eingewachsen sind; und am dritten Tag soll der Geist frei werden zur vollen Besitznahme der Seele und durch diese all des Fleisches, damit dann Raum werde in eurem Herzen für Mich, damit Ich da, in diesem Jerusalem, und nirgend anderswo durch das Werk der Erlösung Mich Selbst vollende im Menschen, damit der Mensch dadurch vollendet werde in sich durch Mich und werde wiedergeboren durch Meine Vollendung in ihm durch und durch, d.h. heute, morgen und am dritten Tag, oder was dasselbe ist: im Fleisch, in der Seele und im Geist; oder in der Weltlichkeit, Geistigkeit und in der Liebe; oder in diesem Leben, nach dem Austritt aus dem Leib und endlich für und in dem Himmel! Was hat aber der Mensch mit dem „Fuchs“ zu tun? Oder was hat da der bildende Fortgang zu tun mit Herodes? Seht, da gibt es keine ungerichtete Stufe, die da verfehlen möchte ihre Bestimmung. Aber erst im Menschen tritt die Freiheit in die Erscheinung und dadurch die Äußerung des Geistes in der Zeit zur Auferstehung für die Ewigkeit. Daher ist Herodes weder ein Fuchs noch irgendein anderes Tier; aber er will schlau sein wie ein Fuchs, ohne zu bedenken, dass Ich noch schlauer bin und gar wohl verstehe, die Eltern der Hölle aus dem Haus zu locken und dann Meinen Bund mit deren Töchtern zu machen und sie allesamt zu entführen in Mein Reich; und brauche nachher niemanden Rechenschaft zu geben, was Ich tue, und kümmere Mich wenig um den Fuchs. Denn Ich bin ein Herr und tue frei, was Ich will! Sieh, das ist das leichte Verständnis dieser zwei Texte! Mach aber auch du mit deinem „Fuchs“, wie Ich tat mit Herodes. Dann wirst du bald eins werden mit Mir, deinem Herrn und Meister und Vater! Amen.“ [Himmelsgaben Bd.1, S.238, Kundgabe vom 07.12.1840]


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