Gedicht - Die Weisen aus dem Morgenland - Der Prophet Jakob Lorber

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Die Weisen aus dem Morgenland


O Herr! Sieh' mich wieder gnädig an in der Nacht meiner Sünde, die da ist zum roten Meer geworden, darüber Du Dein Volk führtest, und ließest umkommen dessen Herrschaft unter seinen Fluten, und habe Erbarmen mit dem beständigen Durst meines vertrockneten Herzens, denn sieh, Du Herr und mein großer heiliger Gott, Dein Wasser ist süß und bitter und hat einen köstlichen Geschmack, daher kann man sich damit nimmer den Durst der Liebe löschen, denn so der Durst gelöscht wird, ist der gelöschte nur genährt worden, und mir ist es, da ich ewig trinken möchte aus dem unerschöpflichen Brunnen Deiner unendlichen Liebe und Gnade; sieh, mir geht es, wie dem Prasser im Feuer Deines Gerichts, da schon wieder Meine Zunge lechzt nach einem Morgentautropfen Deiner Gnade; aber lass mich im Angesicht des Schoßes Abrahams vor Deinem Lazarus nicht verschmachten, sondern komme Du, dessen Name meine Zunge kaum, und mit und in großer Furcht nur wagt zu stammeln, komme und lasse wieder einen Tropfen, wie Du schon gar viele ließest auf die Zunge meines Herzens fallen, auf dass ich wissen und begreifen möchte zu Deiner alleinigen Ehre und Verherrlichung Deines allerheiligsten Namens, wer denn doch die Weisen aus dem Morgenland waren, und was es mit ihnen für eine Bewandtnis hat, und was wir davon halten sollen; und auch von dem Stern, der ihr Wegweiser war dahin, da es Dir dereinst wohl gefiel, im Fleisch Deine Erde anzublicken aus Deiner unermesslichen Erbarmung. O Herr! erhöre gnädigst meine alleruntertänigste Bitte. Allein wie überall und allzeit geschehe auch jetzt Dein heiligster Wille. Amen.

Das ist nun einmal wieder Etwas, das Mir lieber ist als zehn weltsorgliche Fragen; daher schreibe auch ein wohlgeschmücktes Lied, das Ich dir wohlklingend einhauchen werde, wie da folge und geschehe: (Matth. 2, 1-12)
 
Die da sind gekommen aus dem weiten fernen Morgen,
Waren herrlich, frei, und hatten keine Erdensorgen.
Doch, so manche sie für hohe Erdensöhne halten,
Sieh‘, da muss die Sache freilich anders sich gestalten:
Diese Weisen, die da kamen hin zur heil‘gen Stätte,
Waren Väter aus der Erde früher Menschheit Kette,
Nicht als wären sie im Fleische dazu auferstanden,
Lösend frei der alten Gräber eh‘rne feste Banden,
Sondern, da den Welten-Allen ist ein Licht geworden,
Kamen Väter-Engel hin zur Erd‘ in frohen Horden.

Diese Väterengel und an ihrer Seite Schaaren,
Waren Menschen aus der Erde Ur- und Vorzeit-Jahren,
Welche, als das Leben sich der toten Erde nahte,
Da so lange schon gar arg der Tod geherrschet hatte,
Damals durch besond‘re Gnade auferstanden waren,
Von dem langen langen Tode, um da zeugend zu erfahren,
Was da ihnen Anfangs schon ist treu verheißen worden,
Von dem nieder‘n Südpol an bis hin zum hohen Norden.
Solcher Wunderart denn waren auch die Morgenweisen,
Die zu Mir den Weg sich von dem Sterne ließen weisen.

Adam, Kain, Abraham, das waren „die drei Weisen“,
Weihrauch, Gold und Myrrhen brachten sie, um Mich zu preisen,
Und an ihrer Seite standen Schaaren im Geheimen,
Hoch frohlockend sah‘n sie Mich denn nun auf Erden säumen.
Sichtbar doch den Augen, so im Fleische sind begraben,
Waren Adam, Kain, Abraham mit ihren Gaben,
Doch die weit gedehnten Reihen aus der Väter Horden
Sind dem Fleischesauge damals sichtbar nicht geworden;
Nur die freien Hirten fromm auf off‘nem weiten Felde
Hörten hohe Psalmen singen Mir, dem Lebenshelde!

Und der Stern, der da erweckt sie hat vom langen Tode,
Und dann treu sie führte hin auf sich‘rer Hode,*
War derselbe, den die Seher haben oft besungen,
Da des Odes durch den Geist ist tief in sie gedrungen.
Dieser Stern – leucht‘ jedem Wand‘rer noch zur Stunde,
Heute, morgen und fortan am ganzen Erdenrunde.
Wer des Lichtes folgen wird ganz liebend treu im Herzen,
Und nicht achten wird der Wand‘rung mancher Sorge Schmerzen,
Der wird bald gelangen auch, dahin die Weisen kamen;
Dies sag‘ Ich, euer liebevollster Vater. Amen.


Nachwort:
Das ist alles für den, der liebt und glaubt, und hinreichend bis zur Zeit, da ohnehin davon noch ausführlich in Meiner großen Haushaltung gesprochen wird; seht, solches sage Ich euch gern, aber so ihr fragt um den Kurs eurer Staatsnoten in eurem Herzen, so sage Ich euch: Wie jene steigen, so fallen die Meinigen. Wer aber mit Meiner großen Nationalbank Geschäfte zu machen hat angefangen, der soll sich nicht fürchten; denn in Meiner Bank steigt der Kurs des Lebens, der Liebe und aller Gnade ewig, da an kein Falliment zu gedenken ist. Amen. Das sage Ich, der allerbilligste und gerechteste Wechsler, der alles umsonst gibt. Amen, Amen, Amen.


Psalmen und Gedichte S.80.


* Vom Griechischen = der Weg.
 

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