Entsprechung von Brot und Wein - Der Prophet Jakob Lorber

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Zum Verständnis des Abendmahls
und die Entsprechung von Brot und Wein


Brot und Fleisch sind da eines und dasselbe, so wie auch Wein und Blut, und wer da in Meinem Wort das Brot der Himmel isst und durch das Tun nach dem Wort, also durch die Werke der wahren, alleruneigennützigsten Liebe zu Gott und zum Nächsten den Wein des Lebens trinkt, der isst auch Mein Fleisch und trinkt Mein Blut. Denn wie das von den Menschen genossene natürliche Brot im Menschen zum Fleisch und der getrunkene Wein zum Blut umgestaltet wird, so wird in der Seele des Menschen auch Mein Wortbrot zum Fleisch und der Liebetatwein zum Blut umgewandelt.
Wenn Ich aber sage: "Wer da isst Mein Fleisch", so ist damit schon bedeutet, dass er Mein Wort nicht nur in sein Gedächtnis und in seinen Gehirnverstand, sondern auch zugleich in sein Herz, das da – wie bereits gezeigt – der Magen der Seele ist, aufgenommen hat, und im gleichen auch den Liebetatwein, der dadurch nicht mehr Wein, sondern schon das Blut des Lebens ist; denn das Gedächtnis und der Verstand des Menschen verhalten sich zum Herzen beinahe geradeso, wie der Mund zum natürlichen Magen. Solange das natürliche Brot sich noch unter den Zähnen im Mund befindet, ist es noch kein Fleisch, sondern Brot; wenn es aber zerkaut in den Magen hinabgelassen und dort von den Magensäften durchmengt wird, so ist es seinen feinen Nährteilen nach schon Fleisch, weil dem Fleisch ähnlich. Und so ist es auch mit dem Wein oder auch mit dem Wasser, das sicher auch den Weinstoff in sich enthält, da ohne das Wasser, das das Erdreich zur Ernährung aller Pflanzen und Tiere in sich birgt, die Rebe erstürbe. Solange du den Wein im Mund behältst, geht er nicht ins Blut über; aber im Magen wird er gar bald in dasselbe übergehen.
Wer demnach Mein Wort hört und es in seinem Gedächtnis behält, der hält das Brot im Mund der Seele. Wenn er im Gehirnverstand darüber ernstlich nachzudenken anfängt, da zerkaut er das Brot mit den Zähnen der Seele; denn der Gehirnverstand ist für die Seele das, was die Zähne im Mund für den Leibmenschen sind.
Ist vom Gehirnverstand Mein Brot, also Meine Lehre, zerkaut oder als volle Wahrheit verstanden und angenommen, so muss sie dann auch von der Liebe zur Wahrheit im Herzen aufgenommen werden und durch den festen Willen in die Tat übergehen. Geschieht das, so wird das Wort in das Fleisch und durch den ernstfesten Tatwillen in das Blut der Seele, das da Mein Geist in ihr ist, umgestaltet, ohne dass die Seele so tot wäre wie ein Leib ohne das Blut.
Der ernstfeste Tatwille aber gleicht einer guten Verdauungskraft des Leibmagens, durch die der ganze Leib gesund und stark erhalten wird; ist aber die Verdauungskraft des Magens schwach, so ist der ganze Leib schon krank und schwach und siecht selbst bei den besten und reinsten Speisen.
Dergleichen geht es der Seele, in deren Herzen der Wille zur Tat nach der Lehre ein mehr schwacher ist. Sie gelangt nicht zur vollen, gesunden, geistigen Kraft, bleibt so halb hin und halb her, gerät leicht in allerlei Zweifel und Bedenken und fängt bald die eine und bald eine andere Kost zu prüfen an, ob sie ihr nicht besser und stärkender anschlüge. Aber es ist damit der einmal schon schwächlichen Seele dennoch nicht völlig geholfen. "Ja", aber fragt ihr nun in euch, "ist denn einer schwächlichen Seele dann auch nicht mehr völlig zu helfen?" O ja, sage Ich. Wie aber?
Hört! So ein Mensch einen schwachen Magen hat, so nimmt er einmal einen euch wohlbekannten Kräutertrank, durch den die schlecht verdauten Speisen auf dem bekannten natürlichen Weg aus dem Magen und den Gedärmen hinweg geschafft werden; die schlecht verdauten Speisen aber gleichen den in der Seele erwachten Bedenken, ob sie dies und jenes wohl völlig glauben und danach tätig sein soll. Wenn aber der natürlich schwache Magen einmal gereinigt ist, was ist dann zu tun, damit er wieder stark werde und stark bleibe? Der Mensch werde recht tätig und mache dabei in der frischen und reinen Luft eine rechte Bewegung, und der Magen wird dadurch zuerst seine volle und gesunde Kraft wieder erhalten. Und seht, das tue denn auch die Seele! Sie reinige ihr Herz von all den irrtümlichen Lehren, Begriffen und Ideen, nehme die Wahrheit, wie Ich sie euch lehre, liebewillig und vollgläubig auf und werde danach recht tätig und regsam, und sie wird dadurch bald sehr erstarken und auch völlig und unverändert bleibend gesund werden!
Darum sei denn keiner von euch nur Hörer, sondern sogleich auch ein ernstwilliger und emsiger Täter Meines Wortes, so werden dadurch auch ehest alle Bedenken und Zweifel aus seiner Seele entwichen sein.
Wie aber der natürliche Leibesmagen in seinem kräftig gesunden Zustand allerlei reine und im Notfall auch unreine Speisen in sich aufnehmen kann, ohne einen Schaden zu leiden, weil er durch seine Tätigkeit alles Unreine entweder von sich wegschafft oder ins Reine verkehrt, ebenso tut das auch der kräftige und völlig gesunde Magen der Seele; und es ist demnach dem Reinen alles rein, und selbst der unreinste geistige Pestdunst der Hölle kann in ihm keinen Schaden bewirken.
So ihr denn im Vollbesitz Meines Reiches in euch sein werdet, da werdet ihr über Schlangen und Skorpionen einher wandeln und Gifte aus der Hölle trinken können, und es wird euch das nimmerdar schaden.
So ihr nun das alles wohl begriffen und aufgefasst habt, so werdet ihr denn nun auch das der vollen und lebendigen Wahrheit nach einsehen, was Ich in Kapernaum unter dem "Mein-Fleisch-essen" und unter dem "Mein-Blut-trinken" von euch verstanden haben wollte, und ihr werdet das hinfort auch sicher keine harte Lehre mehr nennen. Es sind aber für den puren Menschenverstand die Dinge und gar viele Erscheinungen schon in der sichtbaren Naturwelt grundursächlich schwer dahin zu erklären, auf dass er darauf von allen möglichen, den bösen Aberglauben nährenden Irrtümern frei werde und so den Weg der Wahrheit wandle; um wie vieles schwerer begreiflich erst sind dann die dem Fleischesauge des Menschen unsichtbaren, himmlisch geistigen Dinge, Kräfte, Wirkungen und Erscheinungen für den puren Gehirnverstand und für die Seele ersichtlich zu machen!
Darum sage Ich euch denn auch allzeit: In alle Weisheit in geistigen, himmlischen Lebensverhältnissen und in deren Kraft und Macht werdet ihr erst dann eingeweiht werden, so ihr auf die Art und Weise, wie Ich sie euch ausführlich klar gezeigt habe, in Meinem Geist völlig neu geboren sein werdet. Und nun fragt euch selbst, ob ihr das alles auch in der rechten und vollen Wahrheitstiefe verstanden und begriffen habt!


Großes Evangelium Johannes Bd. 9, Kap. 73-74.



Alles Gute und Wahre findet im Brot und Wein seine volle Entsprechung

Bei einem Beisammensein bei Lazarus lies Lazarus sogleich einen frischen Wein bringen und sagte: „Das Große und Allererhabenste, was wir nun aus Deinem Gottesmund vernommen haben, muss auch mit einem frischen Wein bekräftigt und in unseren Herzen besiegelt werden!“
Sagte Ich: „Da hast du, Freund und Bruder Lazarus, recht! Alles Gute und Wahre findet im Brot und Wein seine volle Entsprechung. Darum werdet ihr nach Mir zu Meinem Gedächtnis auch beim mäßigen Genuss des Brots und des Weins stets versichert sein können, dass Ich im Geist, so wie nun im Leib, bis ans Ende aller Zeiten dieser Erde Mich unter euch, Meinen Kindern, Brüdern und Freunden, persönlich befinden werde. Werdet ihr Mich mit euren Fleischesaugen auch gerade nicht allzeit erschauen, so wird es euch aber dennoch euer Herz sagen: ,Freut euch; denn euer Herr, Gott und Vater ist unter euch und segnet für euch das Brot und den Wein! Seid denn fröhlich und heiter in Seinem Namen, und gedenkt dabei der armen Brüder und Schwestern und besonders der Armen im Geist!‘
Wenn euch euer Herz eine solche Mahnung geben wird, da denkt und glaubt allzeit, dass Ich Mich persönlich unter euch befinde, und um was Gutes und Wahres fürs Leben der Seele ihr Mich da bitten werdet, das werde Ich euch denn auch allzeit bereitwilligst und wohlverständlichst geben.
Die Mich aber da mit großer Liebe ihrer Herzen begrüßen werden, die werden sich auch bald mit ihren Augen überzeugen, dass Ich Mich wahrhaft persönlich unter euch befinde. Was Ich aber hier euch sage und beteure, das gilt auch ganz gleich allen euren wahren und getreuen Nachfolgern. – Aber nun gib den frischen Wein her; denn Ich bin durstig geworden!“

Großes Evangelium Johannes Bd. 8, Kap. 40, V.1-4.



Die Entsprechung vom Brot des Lebens, des Fleischs und Bluts Jesu


Über das Brot des Lebens, wie auch Sein Fleisch und Blut gibt uns Jesus im ‚Großen Evangelium Johannes‘ wie folgt Aufschluss:  
„Mein Vater im wahren, geistigen Himmel gibt euch durch Mich das wahre Brot vom Himmel! Denn dies ist das wahre Brot vom Himmel in Mir, das der Welt das Leben gibt! (Joh.6,33) […] Unter dem wahren Brot, das der Seele das ewige Leben gibt, ist [zu verstehen] Mein Wort und Meine Lehre, die aus der ewig lebendigsten Liebe und Weisheit Gottes hervorgeht und dadurch selbst Leben und Weisheit ist und der Seele das wahre Leben gibt. […] Ich Selbst bin das wahre Brot des Lebens! Wer zu Mir kommt, den wird es nicht hungern, und wer an Mich glaubt, den wird es nie mehr dürsten!“ (Joh.6,35) […]
Merkt es denn, was Ich euch sage: Ich bin nicht gleich euch von dieser Welt, sondern Ich bin vom Himmel herab gekommen, – aber nicht darum, dass Ich gleich euch täte Meinen eigenen Willen, sondern nur den Willen Dessen, der Mich hierher in diese Welt gesandt hat. (Joh.6,38) […]
Das aber ist der Wille des Vaters, der Mich gesandt hat: dass Ich nichts verliere von allem, was Er Mir gegeben hat, sondern dass Ich alles wiederbringe und zum Leben auferwecke am Jüngsten Tag. (Joh.6,39) […]
Wenn ihr Mich erkennen und an Mich glauben werdet, dann wird ein jüngster, wahrer Tag in eurer Seele werden, an dem Ich euch durch die Macht der Wahrheit Meiner Lehre auferwecken werde. So ihr aber an Mich nicht glaubt und Mich nicht erkennt, so wird in eurer Seele wohl schwerlich je ein jüngster Tag werden. […]
Das ist der Wille des Vaters, der Mich gesandt hat, dass der, welcher den Sohn sieht, an Ihn glaubt und Ihn erkennt als den wahren Messias der Welt, das ewige Leben habe, – und Ich werde ihn auferwecken am jüngsten Tag! (Joh.6,40) Was der jüngste Tag aber ist, das habe Ich euch schon gezeigt. […]
Ich sage es euch noch einmal: Es kann niemand zu Mir kommen (Mich erkennen), es sei denn, dass ihn ziehe der Vater (die Liebe aus Gott und zu Gott), der Mich gesandt hat, und nur Ich (Mein Wort und Meine Lehre) werde ihn auferwecken am jüngsten Tag! (Joh.6,44)
Es steht aber sogar geschrieben in den Propheten: ,In jener Zeit aber, die da kommen wird – und nun da ist –, werden sie alle von Gott gelehrt sein!‘ Und Ich sage es euch nun eben darum: Wer es nun lernt vom Vater (Gottes Liebe), der kommt zu Mir (der auch wird Mich wohl erkennen). (Joh.6,45)
Wahrlich, wahrlich, wer an Mich glaubt, der hat schon in sich das ewige Leben (also Meine volle Erweckung am jüngsten Tag)! (Joh.6,47) Und Ich Selbst bin vollwahr das Brot des Lebens! (Joh.6,48)
Eure Väter haben wohl Manna in der Wüste (sinnliches Fleischleben) gegessen, aber sie sind gestorben, ihrer gar viele auch in ihren Seelen. (Joh.6,49) Dies Brot aber, das Ich in Mir Selbst vorstelle, und das wahrhaft vom Himmel alles Seins und Lebens gekommen ist, wirkt, dass jeder, der davon isst (die Lehre gläubig annimmt und danach tut), nicht mehr sterbe. (Joh.6,50)  
Wahrlich! Ich bin als das lebendige Brot vom Himmel gekommen! Wer von diesem Brot essen (die Lehre werktätig annehmen) wird, der wird von jetzt an leben in Ewigkeit! Und seht, das Brot, das Ich geben werde, ist Mein Fleisch, das Ich geben werde für das Menschenleben dieser Welt!“ (Joh.6,51) (Darunter ist zu verstehen die äußere, materielle Umhülsung Meines Worts, innerhalb dessen sich das lebendige, geistige Wort befindet wie der lebendige Keim in seiner toten Umhülsung.) […]
Und Ich sage euch nun noch bei weitem mehreres: Werdet ihr nicht essen das Fleisch des Menschensohns und trinken Sein Blut, so habt ihr kein Leben in euch!“ (Joh.6,53) (Was das Fleisch bedeutet, ist bereits gezeigt worden; das Blut als das eigentlich physische Lebensfluidum, das dem Leib das Leben gibt, ihn erhält, ernährt und ihm den fortpflanzenden Lebenskeim gibt, ist das eigentliche, innere Lebensgeistige im äußeren Buchstabenwort.) […]
Darum noch einmal: Wer Mein Fleisch isst und trinkt Mein Blut, der hat das ewige Leben, und Ich werde ihn auferwecken am jüngsten Tag. (Joh.6,54) Denn Mein Fleisch ist die rechte Speise, und Mein Blut ist der vollrechte, belebende Trank. (Joh.6,55)
Noch sage Ich euch zu dem allem hinzu: Wer da Mein Fleisch isst und Mein Blut trinkt, der bleibt in Mir und Ich in ihm. (Joh.6,56) Wie Mich aber wahrhaft gesandt hat der ewig lebendige Vater und Ich derzeit hier lebe um des Vaters willen, desgleichen wird so auch derjenige, der Mich isst, leben um Meinetwillen. (Joh.6,57) Und eben dies ist dasjenige Brot, das vom Himmel gekommen ist, das nicht die Eigenschaft hat wie das Manna in der Wüste, das eure Väter gegessen haben und gestorben sind, sondern wer dieses Brot essen wird, der wird leben in Ewigkeit. (Joh.6,58)“


Großes Evangelium Johannes Bd. 6, Kap. 43, V.11-14 + Kap. 44.


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