Jakob Lorber - Himmelfahrt - Der Prophet Jakob Lorber

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Die Himmelfahrt Christi


Hört ein nicht bekanntes Evangelium über die Himmelfahrt des Herrn, die da stattfand in Bethanien auf einem Berg, welcher aber zuvor keinen Namen hatte und darum erst nach der Auffahrt des Herrn den Namen bekam: die „Höhe des Herrn“, auch „Höhe der Auffahrt“, nach einigen auch „der Weg in die Höhe Gottes“. Wie lautete aber dieses freilich wohl nur kurze Evangelium? – Also lautete es damals allgemein, erzählt von allen Augenzeugen:
„Nach dem Erscheinen des Herrn am See, da Seine Brüder einen Fischfang taten, verweilte der Herr noch etliche Tage unter ihnen und enthüllte ihnen tiefe Geheimnisse des inneren Lebens. Was Er aber in dieser Zeit zu ihnen redete, durfte nicht aufgezeichnet werden, der Menge wegen und um des Unverstandes der Welt willen. Es waren aber da nicht alle Seine Brüder und Jünger zugegen, sondern nur vorzüglich Seine Lieblinge. Solche aber waren: Petrus, Jakobus, Philippus, Jakobus der kleinere, Andreas, Matthäus und Johannes. Zwei Tage aber vor einem Sabbate sprach der Herr zum Petrus: „Simon, da du Mir dreimal in deinem Herzen geschworen hast, dass du Mich liebest, auf dass du weidest Meine Schafe, so gehe denn hin und verkündige es den andern Brüdern, dass der Herr ihrer harret!“ Und der Simon Petrus ging und tat, was ihm der Herr geboten hatte. Als aber die andern Brüder solches erfuhren, da verließen sie sobald Jerusalem und zogen hinaus gen Bethanien und viel Volkes mit ihnen, das da auch glaubte an das Wort des Herrn. Da sie aber an die Stelle kamen, da der Herr weilte mit den sechsten, glaubten viele, dass es der Herr sei, der da gekreuzigt worden war. – Aber es waren auch viele unter dem Volke, welche nicht glaubten und den Herrn für einen verkleideten Jünger hielten, der dem Herrn ähnlich wäre von Gesicht und Person.
Der Herr aber öffnete Seinen Mund und sprach zu Seinen Aposteln: „Verwahret euch noch zehn Tage lang, dann werde Ich euch den Heiligen Geist senden und geben. Nicht einen fremden Geist werde Ich euch senden und geben, sondern Meinen Geist der Liebe und aller Weisheit werde Ich euch senden und geben, auf dass ihr mächtig werdet durch ihn, wie Ich mächtig war unter euch durch den Vater, der Mich gesandt hat in Seiner Fülle zu euch aus der Höhe aller Heiligkeit Gottes. Wie aber der Vater in Mir ist und Ich in Ihm und wir eines sind gewesen von Ewigkeit, also werdet auch ihr und Mein Geist in euch eins sein bis ans Ende der Welt. Ich zwar werde euch jetzt sichtbarlich verlassen, und ihr werdet Mich hinfort mit den Augen eures Fleisches nicht mehr sehen. – Aber in Meinem Geiste werde Ich bei euch verbleiben bis ans Ende der Welt. Und dieser Mein Geist wird euch in alle Weisheit leiten und wird euch alles geben, was ihr erbittet in Meinem Namen. Ich aber kann also hinfort nicht unter euch verweilen, sondern um eures ewigen Heilens willen muss Ich auffahren in die Höhe Meiner ewigen Herrschaft, auf dass Ich euch bereite eine bleibende Wohnstätte im Reiche der Himmel. Jetzt könnet ihr zwar noch nicht dahin, wohin ihr Mich werdet ziehen sehen; wenn aber eure Stunde kommen wird, da werdet ihr auch dahin ziehen können, wohin Ich nun ziehen werde. Wenn ihr aber den Geist aus Mir werdet überkommen haben, dann ziehet aus nach allen Landen der Erde und lehret alle Völker, was Ich euch gelehret habe und was ihr gesehen habt, und taufet sie dann im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes in euch. Und welche da eure Lehre annehmen werden und werden von euch getauft werden, wie Ich getaufet ward im Flusse Jordan von Johannes, über die wird auch sobald der Heilige Geist aus Mir kommen und wird in ihren Herzen zeugen von Mir vor euren Augen.“
Nach diesen Worten hauchte der Herr alle Seine Apostel an und sagte darnach zu ihnen: „Dies ist Mein Geist! Wie Ich einst dem Adam eine lebendige Seele in seine Nüstern hauchte, also hauche Ich in euch nun Meinen lebendigen Geist zum Voraus, auf dass ihr auch nicht einen Augenblick als Waisen dastehen sollet! Nehmet also hin diesen Meinen Geist, auf das ihr wissen möget, wer da ist ein Sünder! Dem Reuigen wird dieser Mein Geist die Sünden erlassen in Meinem Namen; dem Verstockten aber wird Mein Geist in euch die Sünde vorenthalten. Desgleichen tuet auch ihr in Meinem Namen! Löset also und bindet auf Erden – und es wird desgleichen auch im Himmel gelöset oder gebunden sein! Richtet aber niemanden und verdammet keine Seele, wollet ihr der Rache der Welt nicht zu früh in den Rachen fallen!“
Nach diesen Worten bestieg der Herr den kleinen Berg, und eine lichte Wolke nahm Ihn auf. Und Er ward sobald unsichtbar vor den Augen aller Anwesenden. Und viele Ungläubige wurden dadurch bekehrt.
Es kamen aber bald zwei lichte Männer von oben, gaben Zeugnis vom Herrn, verhießen Seine einstige Wiederkunft, verschwanden dann. Und die Brüder und das Volk kehrten frohlockend wieder nach Jerusalem.


Himmelsgaben Bd. 2, S.208


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