Jakob Lorber zur Erschaffung des Menschen - Der Prophet Jakob Lorber

Direkt zum Seiteninhalt

EHE UND FAMILIE

Teil I: Partnerwahl, Ehe und Sexualität


1. Der Grund, warum der Mensch erschaffen wurde

Der Herr erklärt den Ursprung der Menschheit, die aus dem obersten der erst-geschaffenen Geister hervorgegangen ist:
„'Luzifer' oder 'Lichtträger' war sein ursprünglicher, eigenschaftlicher Name. 'Satana' war so viel als der Gegenpol gegen die Gottheit. Als Satana war dieser Geist von Gott aus wirklich so gestellt gegen die Gottheit, wie das Weib gestellt ist gegen den Mann. Die Gottheit hätte in sein Wesen ihre ewigen Ideen ohne Zahl hinein gezeugt, dass sie reif geworden wären in seinem konzentrierten Licht, und es wäre dadurch eine Wesensschöpfung aus dem Licht dieses Geistes in höchster Klarheit hervorgegangen, und die ganze Unendlichkeit wäre fort und fort aus eben diesem Licht stets mehr und mehr bevölkert worden; denn im unendlichen Raum hätte auch Unendliches Platz, und Ewigkeiten würden nie diesen Raum so erfüllen können, dass in ihm irgend einmal ein Wesensgedränge werden könnte. Aber wie ihr wisst, da dieser Geist eine so endlos große Bestimmung hatte, ein zweiter Gott neben Mir zu sein, so musste er auch eine seiner Bestimmung entsprechende Freiheitsprobe bestehen, welche er aber eben auch, wie ihr wisst, nicht bestanden hat, weil er sich über die Gottheit erheben und diese sich unterwürfig machen wollte. […] Dieser Geist, in dem die Gottheit selbst ihr Licht konzentriert hatte, war durch die ganze Unendlichkeit gleich der Gottheit ausgebreitet, daher es ihm auch wohl möglich gewesen wäre, vice versa die Gottheit allenthalben zu ergreifen und untüchtig zu machen; allein in diesem Gedanken der Selbstsucht erwachte in ihm die große Eitelkeit und das Selbstwohlgefallen an seinem Licht und an seiner endlosen Erhabenheit und Kraft. In dieser Selbstsucht und in diesem Wohlgefallen an sich selbst vergaß er der alten, ewigen Gottheit, entbrannte in seiner Eitelkeit und festete sich selbst. Da ergriff die Gottheit in allen Teilen sein Wesen, nahm ihm alle spezifische Wesenheit, bildete daraus Weltkörper durch die ganze Unendlichkeit, umhüllte den Geist dieser endlosen Wesenseele mit den allermächtigsten Banden und band ihn in die Tiefe der Materie.“ [Er.01_ 056,02-03+05; s.a. HGt.01_005,14]

„Satan ist ursprünglich als ein Geistmensch geschaffen worden. Als er aber durch ein Gesetz seine volle Freiheit hätte erkennen und annehmen sollen, ward er unwillig und fiel durch die Verachtung des Gesetzes und somit auch durch die Verachtung Gottes. Da er aber gleich Adam ein Urvater der ferneren Men-schen für die Ewigkeit hätte werden sollen, so trug er auch gleich einem Samenkorn Äonen von künftigen Menschen in sich und riss sie sogestaltet von Mir, seinem Schöpfer, los. Die Folge davon war die materielle Schöpfung aller Welten, welche da ist ein notwendiges Gericht.“ [RB.02_153,05]

„Die ganze sichtbare Schöpfung samt den Menschen besteht ja nur aus Partikeln des großen, gefallenen und in die Materie gebannten Geistes Luzifer und seines Anhangs.“ [HiG.02_41.11.18,02; GEJ.01_165,08]

„Die für euch naturmäßig bewohnbaren Welten [sind] an und für sich eigentlich nichts anderes als gewisserart, wenigstens für euer Auge, chaotische Konglomerate  von Seelen zu Seelen, welche in der Urzeit der Zeiten als ordnungs-mäßige Gefäße der Geister aus Gott bei dem allgemeinen Fall des einen großen Gemeingeistes notwendigerweise mitfallen mussten. Aus diesen Seelen oder geistigen Gefäßen sind dann erst durch die erbarmende und endlose Willens-macht des Herrn die Welten, wie sie sind, geschaffen worden, und sind nun darum da, dass diese Seelen mit ihren Geistern nach einer weise vorgezeichneten Stufenfolge wieder vereint werden sollen.“ [GS.02_066,05]

„Nachdem Gott, der Ewige, Heilige, Allmächtige diese ganze sichtbare, unendliche Welt mit all den Sonnen, Erden, Monden, Meeren, Bergen, Tälern und großen Landebenen aus Sich durch Sein allmächtiges, wesenhaftes Wort gemacht hatte und dann darauf gesetzt hatte Gewächse aller Art, als da sind Gräser, Kräuter, Sträuche und Bäume, und zwar nach Seiner weisen Ordnung eines nach dem anderen, so auch dann etwas später in derselben Ordnung nach und nach Tiere aller erdenklichen Art, und gesehen hatte, dass alles dieses vollkommen Seiner Heiligkeit gemäß gut war, da sprach Seine Liebe in Sich Selbst zu Gott in der Mitte Seiner unendlichen, allmachtvollen Heiligkeit: ,Nun ist alles wohl zubereitet, so lasst Uns denn auch den Menschen machen aus dem feinsten Lehm der Erde als ein vollkommenes Ebenbild aus Mir nach Meiner Liebe sowohl als auch Meiner Gnade, damit Wir erkannt und gelobt werden möchten von einem selbständigen Leben außer Uns, und damit auch dereinst alle Kreatur in und durch denselben möchte erlöst werden, um zu gelangen dadurch wieder zum freien Bewusstsein ihres zweckdienlichen Daseins aus Mir!‘ Und seht, wie beschlossen, so ward es auch sogleich vollends ausgeführt. Nun stand nach wenigen Augenblicken der freie, ewige Mensch da in aller seiner herrlichen Majestät, ausgerüstet mit allen unendlichen Vollkommenheiten, Vorzügen und noch größeren Fähigkeiten zur Erreichung von noch unendlicheren Vollkommenheiten der Ähnlichwerdung mit seinem urheiligsten Ursprung, nämlich zur Ähnlichwerdung seines großen Gottes aus und in aller geistigen Heiligungssphäre.“ [HGt.01_036,02-04]


Fortsetzung: Mann und Frau


Zurück zum Seiteninhalt