Jakob Lorber - Die Zuchtrute Gottes - Der Prophet Jakob Lorber und seine Verkündungen ... Jakob Lorber

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Jakob Lorber - Die Zuchtrute Gottes

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Inhaltsverzeichnis

I. Grundsätzliches
1. Warum züchtigt Gott die Menschen?
2. Strafe und Gericht erfolgen nur dann, wenn alle Mahnungen nicht fruchten
3. Die Menschen verursachen sich ihre Züchtigungen selbst
4. Strenge Regenten als Zuchtrute des Herrn
5. Krankheit als Zuchtrute
5.1. Grundursachen für Pest und epidemische Krankheiten
5.2. Die Erscheinlichkeit des Bösgeistigen in Form v.   Krankheiten
5.3. Beispiel und Grund für die Zuchtrute epidemische  Krankheit – das ‚Schwammweib‘ und ihr Wüten mit tausend Sensen
6. Beispiel und Grund für die Zuchtrute Hungersnot
II. Geschichtliches und Jetztzeit
1. Die Vertreibung aus dem Paradies
2. Der Untergang von Hanoch – die Sündflut
3. Der Untergang von Sodom und Gomorra
4. Das Industriezeitalter
5. Die Jetztzeit
6. Die geistige Sündflut und Verhaltenswinke
7. Wieder ein Volk Gottes werden
III. Allgemeine Richtlinien für die Anwendung von Strafe
1. Sanftmut, Gelassenheit, Geduld ist besser als strafen
2. Mit dem rechten Ernst auftreten
3. Mahnen vor strafen
4. Strafen nach Notwendigkeit und Angemessenheit festlegen
5. Milde walten lassen
6. Strenge bei Verstocktheit und Widerspenstigkeit
7. Die Zuchtrute muss mit Liebe, darf nicht aus Zorn geführt werden
8. Nicht misshandeln
9. Soll bei Schwerstverbrechern die Todesstrafe angewandt werden?


I. Grundsätzliches

1. Warum züchtigt Gott die Menschen?
„Gott hat schon vom Urbeginn an der freien Menschheit, also dem ersten Menschenpaar, Seinen Willen treuest geoffenbart, und die Hauptnachkommen des ersten Menschenpaares waren in einer steten Verbindung mit Gott und mit den Engeln, die ehedem auch, wennschon auf einem anderen Erdkörper als Körpermenschen gelebt haben, und wurden in allen Dingen hellst belehrt und waren denn auch dadurch vollkommene Menschen und Herren der gesamten Natur; denn ihrem Willen waren sogar alle anderen Geschöpfe, wie auch die Elemente untertan. Aber ihre vielen Kinder, die sich nach und nach auf der Erde verschiedene Wohnplätze aussuchten und sohin selbständig wurden, wollten sich die Vormundschaft Gottes und noch weniger die ihrer Eltern und sonstigen Anverwandten nicht mehr gefallen lassen. Sie trachteten, in der Welt reich und berühmt zu werden, und als sie das wurden, da wurden sie auch träge und hochmütig und kümmerten sich um Gott und Seinen ihnen noch gar wohl bekannten Willen wenig mehr. Sie taten, was sie wollten. Und hat Gott sie durch allerlei Züchtigungen auch ermahnt, die Er ihnen allzeit durch allerlei Zeichen, wie durch weise Boten bekanntgemacht hatte, da lachten sie, verhöhnten Gott, Seine Mahnungen, und misshandelten die an sie gesandten Boten. Unter sich errichteten sie dann Schulen nach ihrem Sinn. Ihre Lehrer aber machten sich bald die ihnen bekannten Schwächen zunutze und richteten ihren Unterricht also ein, dass er der Gemeinde schmeichelte und sie bis zu den Sternen erhob. Eben solche Lehrer wurden als Leiter der Menschen einer Gemeinde bald zu machthabenden Königen und waren als solche auch stets die ersten Urheber der Abgötterei, des Götzentums und des entweder blinden Aberglaubens oder auch der vollkommenen Gottlosigkeit. Gott aber ließ dennoch nie ab und ließ auch unter solchen Heiden stets Männer aufstehen, die durch Lehren und Taten ihnen zeigten die große Trübsal, in der sie lebten, und ihnen auch zeigten des Lebens rechte Wege. Solche Männer aber bekamen stets nur wenige Jünger und wurden von andern Volkslehrern und Priestern und sogenannten Weltweisen verachtet, verfolgt und für Narren erklärt, und die Hohen und Weltmächtigen wollten von solchen Demutspredigern schon gar nie etwas hören.“  [GEJ.08_128,02-05]

„Die Israeliten wurden oft mit Misswachs, Teuerung, Hungersnot und Pestilenz gestraft, wenn ihr Herz und Geist von Mir abließ und sich anderen Göttern zuwandte. In den heutigentags abgöttischen Ländern herrscht fortwährend Not und Pest mehr oder weniger. Warum denn? – Ob der Abwesenheit Meines Geistes!“ [HiG.02_47.05.16,02]

„Sie sollten aber auch das stets vor Augen haben, dass Ich allsehend und allwissend sei und sogar um jeden Gedanken weiß, den irgendwo ein Mensch in sich noch so geheim denkt. Das soll sie allzeit abhalten, irgendetwas wider die Gesetze der wahren Lebensordnung zu tun; denn so wie Ich gern jedem Menschen, der eines reinen Herzens ist, alle möglichen Gnaden aus den Himmeln erteile, ebenso aber habe ein jeder Übertreter der weisen Gesetze der wahren Lebensordnung auch Meine Zuchtrute zu befürchten.“ [GEJ.07_169,04]

„Siehe, Meine Geschöpfe, die nichts taugen, zerstöre Ich augenblicklich und vernichte sie auf ewig; aber für Meine Kinder habe Ich auch Strafen in Menge und will die Ungehorsamen züchtigen bis auf den letzten Tropfen ihres Blutes, und sie werden dann gewiss erkennen, dass Ich wenigstens der Herr im Hause bin, wenn sie Mich schon als liebenden, heiligen Vater nicht erkennen wollen. Wehe aber denen, die Meine väterlichen Züchtigungen verkennen und missdeuten! Ich sage noch einmal: Wehe ihnen! Diese wird der Vater verstoßen, und sie werden dann mit ihrem ewig unerbittlichen Gott zu tun haben.“ [HGt.01_003,19-20]

„Solange unter euch diese Meine Ordnung beachtet wird, so lange auch wird diese Meine Gnade sicht- und allzeit wirkbar unter euch verbleiben! Werdet ihr aber diese Meine Ordnung je wieder verlassen, so wird dies Heiligtum euch genommen werden, und statt desselben werdet ihr das Gericht über dem Altar in einer allverzehrenden Flamme erschauen. Dann werden die Kinder der Höhe mächtig kommen über euch und werden euch schlagen mit glühenden Ruten. Siehe, das ist vorderhand Mein Wille!“ [HGt.02_238,23-26]

„Wehe allen Weltsüchtigen und Meinem Willen Widerspenstigen! Denn diese Erde ist eine Wiege für Meine Kinder, und diese werden nicht tüchtig ohne die Zuchtrute; und helfen da sanftere Mahnstreiche nichts, so werden dann schon schärfere und sehr ernste in die volle Anwendung gebracht werden, was da Meine Sorge sein wird.“ [GEJ.08_038,19]


„Denn die Strafe ist der Lohn der Gerechtigkeit. Wer ihn nimmt, wie er ihn verdient hat, der kann noch auf Erbarmung rechnen; wer aber widerstrebt der Gerechtigkeit und ihren Folgen, der ist ein Verräter der unantastbaren Heiligkeit Gottes und wird anheimfallen den Gerichten Dessen, da keine Freiheit mehr ist, sondern die ewige Gefangennehmung in dem Zorn der Gottheit.“ [HGt.01_013,29]

2. Strafe und Gericht erfolgen nur dann, wenn alle Mahnungen nicht fruchten
Robert: „Wie oft hast Du durch den Mund Deiner Propheten und Knechte den Kindern der Welt alle erdenklichen Gerichte als schlimme Folgen ihrer bösen Handlungen prophezeien lassen. So sich aber dann nur einige wenige Besseren an Dich in ihrem Herzen wandten, da zogst Du wieder Deine scharfe Zuchtrute zurück. Du segnetest wieder den Erdkreis und schlugst dann für die Besserung der Bösen einen ganz anderen Weg ein, als den Du durch Deine Propheten hattest anzeigen lassen. Jonas und Jeremias geben dafür das untrüglichste Zeugnis. In allen guten Verheißungen hast Du noch allzeit das Wort gehalten. Aber in den Androhungen von Strafen nur dann, so die Menschen Dich gänzlich aus den Augen gelassen haben.“ Sage Ich: „Ja, ihr habt vollkommen recht, so ist es auch! Der Grund, dass Ich angedrohte Gerichte oft nicht erfolgen lasse, liegt hauptsächlich darin, dass wirklich erfolgte Strafen die Menschen selten bessern, sondern meist nur verschlimmern. Und so lasse Ich denn, so sich nur einige wenige Gerechtere gläubig an Mich wenden, die Drohungen gerne in Segnungen umwandeln. Deshalb aber lasse Ich auch die Strafen und Gerichte nur bedingungsweise androhen. Finden sie Herzen, welche die Bedingungen nur einigermaßen erfüllen, so tut es sich dann schon wieder. Und Ich segne dann für wenige Gute auch viele Schlechte mit, damit sie nicht Gelegenheit bekommen sollen, noch schlechter zu werden […].
Es ist freilich leider oft der Fall, dass die sanfte Mahnstimme Meiner Engel an den starren Ohren der Weltmenschen ungehört vorübergleitet und Ich dann genötigt bin, die Stimme der Teufel unter die tauben Menschen fahren zu lassen. Findet aber die Stimme aus den Himmeln nur irgendein kleines Gehör, lasse Ich gerne die Stimme der Teufel verstummen. Denn ein Vater bleibt doch stets der sanfteste Richter und schlägt nicht sogleich drein, wenn er auch schon die Zuchtrute drohend erhebt. Es ist besser, Jahrzehnte lang zu drohen und durch die Finger sehen, als ein Jahr lang zu strafen. Denn die Pflanzen auf unserer Erde sind von zartester Art und müssen mit großer Schonung behandelt werden. Die Geburtsstätte der Kinder Meines Herzens ist eine andere als die Meiner anderen Wesensteile. Ihr müsst euch stets vor Augen halten, dass eben die kleine Erde jene Geburtsstätte der Kinder Meines Herzens ist!“ [RB.02_294,10-12]

„Alles, was da geschieht, geschieht aus Liebe zu euch! Und wird auch jemand dadurch verdientermaßen ein wenig gezüchtigt, so wisst ihr ja: wenn ihr eure Kinder nur aus Liebe züchtigt, da ihr doch böse seid – um wie viel mehr werde Ich, der alleinig gute Vater, Meine Kinder nur aus Liebe züchtigen!“ [HiG.01_40.10.04,18]

Der Herr zum Lamech: „Erhebe dich, Mein Sohn! Meinst du denn, Ich, dein heiliger, liebevollster Vater, habe eine Lust und Freude am Strafen Meiner Kinder? Siehe, ein jeder Streich, den Ich dir geben möchte, würde Mich im Herzen bei weitem mehr schmerzen, denn dich auf deiner Haut!“ [HGt.03_121,07-08]

„Hast du doch nun auch einen Sohn, den du liebst mehr denn dein eigenes Leben; wenn er aber dir dann und wann unfolgsam wird, versuche ihn zu schlagen darob, und erfahre selbst, ob du nicht mehr Schmerzen leiden wirst dabei als dein Sohn! So du den Streich führen wirst, wirst du dich schon fürchten, dem Sohn wehzutun; und wird der Sohn weinen unter dem ersten schwachen Hieb, wird es dein Herz wohl vermögen, ihm noch einen zweiten Hieb zu erteilen?  – Der Sohn aber wird des geringen Schmerzes bald vergessen, und deine Vaterliebe wird ihn gar ehestens wieder völlig aussöhnen mit dir; aber wie lange und wie oft wirst du es dir in deinem Herzen heimlich bitter rückerinnerlich sagen: ,Mein Sohn ist zwar gut; aber was gäbe ich dafür, so ich ihn nicht geschlagen hätte!‘ – Siehe, das würdest du als ein echter Mensch tun! Ich aber bin mehr denn nur ein Mensch; Ich bin Gott und dein allereigentlichster Vater! Daher will Ich dich nun auch nicht schlagen, sondern segnen!“ [HGt.03_121,09-13]

3. Die Menschen verursachen sich ihre Züchtigungen selbst
„So Ich irgend die Menschen ihrer großen Bosheit wegen züchtige, so muss die Züchtigung ja so gestellt sein, dass sie so viel als nur immer möglich als eine natürliche Folge der Böswilligkeit erscheint, gleich als so sich jemand einen Schlag versetzt, der darauf folgende Schmerz als eine notwendige und ganz natürliche Folge sich darstellen muss – obschon eigentlich von Mir ursprünglich die Natur schon so eingerichtet ist, dass der Schlag auf das Fleisch einen Schmerz nach sich ziehen muss, weil er eine Sünde gegen die bestimmte Ruhe des Fleisches ist. Und so muss jede von Mir ausgehende Züchtigung beschaffen sein, wenn durch sie die Freiheit des Geistes und der Seele nicht untergraben werden soll.
Also aber darf auch bei diesem argbösen Geist keine andere Züchtigung angewendet werden, als die er sich selbst aus seinem höchsteigenen bösen Willen, aus der Ausgeburt seiner Liebe, geben wird. So er dann aus solch seiner eigenen Schöpfung des Schmerzes satt bekommen und sich gewisserart selbst ersticken wird in seiner Wut, dann erst wird es wieder möglich sein, sich ihm auf einem gelinderen Weg zu nahen. Er kommt somit nach und nach in die unterste und allerärgste Hölle – aber nicht etwa von Mir dahin verdammt, sondern durch sein eigenes Wollen. Denn er erschafft sich diese Hölle selbst aus seiner Liebe. Was aber jemandes Liebe ist, das ist auch sein Leben, und dieses darf ihm ewig nimmer genommen werden.“ [RB.02_164,07-08]

Ein Jünger zu einer Heidenpriesterin: „Du redest zwar nach deinem Begriff weise und hast von der guten Gottheit eben keinen verwerflichen Begriff, – aber du kennst dessen ungeachtet das wahre Wesen Gottes nicht, und würdest du es kennen, dann würdest du mit den Weisen der Vorzeit ausrufen: ,Schrecklich ist es für den Sünder, in die Hände des allmächtigen Gottes zu geraten!‘ Gott ist wohl voll der höchsten Liebe gegen jene, die Ihn erkennen, lieben und Seine Gebote halten, – aber tausendmal Wehe denen, die Ihn nicht erkennen wollen oder, so sie Ihn schon erkennen und um Seine Gebote wissen, sich aber in ihrem Herzen doch von Ihm abwenden und Seine Gebote nicht halten! Siehe, die Geschichte weist uns gar erstaunliche Beispiele von den glühendsten Zorngerichten über ganze Völker, die Gott nicht mehr erkennen wollten und nur taten, was ihren Sinnen frönte! Weil aber Gott derlei grobe und ganz verstockte Sünder und Gegner Seines heiligen Willens allzeit mit den unnachsichtlichsten, schärfsten Strafen heimsuchte und dieselben oft auf Kinder und Kindeskinder ausdehnte, so können wir nicht umhin, als ganz bestimmt anzunehmen, dass in dem einzig und alleinig wahren Gott auch Zorn und Rache wohnt, und das um so bestimmter, als solche Eigenschaft auch in allen Seinen Geschöpfen nur zu vorherrschend anzutreffen ist!  Es kommt nun bei uns Geschöpfen nur darauf an, in welche der in uns vorhandenen Eigenschaften wir uns vorwaltend hineingelebt haben und nach denselben handeln; denn in denselben und gleichen Eigenschaften wird sich auch Gott gegen uns verhalten. Sind wir gut, weise, liebevoll gegen Gott und unsere Nebenmenschen und barmherzig, demütig und geduldig, so wird Gott gegen uns eben auch so sein zu jeder Zeit. Er wird in uns erwecken das Bewusstsein des ewigen Lebens, und wir werden strotzen von allen Segnungen. Sind wir aber das Gegenteil, dann wird auch Gott gegen uns gleich also sein und uns züchtigen in einem fort, und das auf so lange, als wir uns nicht völlig nach Seinem Willen gebessert haben. Und siehe, darin besteht denn auch die höchste Gerechtigkeit Gottes, ohne welche Eigenschaft Gott unmöglich ein vollkommen wahrer Gott wäre! Denn Gott, der allsehende, allwissende und allfühlende, muss ja sicher doch auch zu beurteilen imstande sein, was da gut und böse ist, das heißt, was da ist entweder in Seiner ewigen Ordnung, oder was da ist wider dieselbe, und muss dann das Geschöpf, das Er mit Vernunft und freiem Willen begabt hat und zu einem höheren Lebenszweck auf dieser Erde erheben will, durch eine gerechte Erziehung auch entweder belehren oder strafen. Unser allein wahrer Gott ist daher alles in allem. Er ist die höchste und reinste Liebe, aber auch die höchste und unerbittlichste Gerechtigkeit Selbst. Meine Liebe, so du Myriaden von Jahren fortlebtest, handeltest aber immer wider den erkannten Gotteswillen, so würde Er dich nicht erhören, so du Ihn auch Tausende von Jahren auf den Knien bätest, dass Er dich von deinem Elend befreien möchte. Aber sobald du dich ermannst, allen Ernstes Seinen Willen zu dem deinen durch die Tat zu erheben, dann wird dich Gott auch erhören und wird dir helfen nach dem Maß, in welchem du Seinen Willen angenommen hast. Siehe, das ist ein wahrer und richtiger Begriff von dem allein wahren Gott, der den Himmel und diese Erde und alles, was da ist, aus Sich erschaffen hat!“ [GEJ.06_110,01-05]

„Ich aber bin dir der allein ewig rechte Vater, da Ich dich aus Mir geschaffen habe und habe dich gezeugt und erzogen bisher in aller Freiheit deines Geistes und habe dich aber als der allein ewig wahre und rechte Vater dennoch nie gezüchtigt bei aller deiner nicht seltenen Ausgelassenheit vor Mir! Siehe, der Grund davon war stets Meine unendliche Liebe, Geduld und Erbarmung, die Ich zu dir und mit dir hatte! Jetzt aber sage Ich dir, da du so stützig [widerspenstig] gegen Mich geworden bist, dass Ich nun eine Rute zur Hand nehmen werde und werde mit dir und allen deinesgleichen tun, wie es sich gebührt für einen rechten Vater, der da voll der gerechtesten Liebe zu seinen Kindern ist! Ich aber will dir zuerst zeigen das herrliche Los derer, die Ich zu Mir genommen habe, auf dass du aus deinem tiefsten Lebensgrund erkennen sollst, wie Ich es mit Meinen Kindern meine für ewig! Dann aber will Ich dir zeigen, dass auch Ich die unbändigen Kinder, die da Meine allerliebevollste väterliche Bestimmung mit ihnen so sehr verkennen und in den Staub des nichtigen Truges herabziehen wollen, zu züchtigen vermag ihres Heiles willen und die allerstützigsten auch im Geist ewig fort züchtigen kann, so sie nimmer anerkennen wollen, dass Ich ihr allerliebevollster Vater und Gott in aller unantastbaren Heiligkeit bin.“ [HGt.03_120,07]
„Hier sahen sich die Anwesenden nach allen Richtungen um und zählten in allem etliche zwanzig Brände, darunter einen Waldbrand, der sich ganz besonders verheerend zeigte; er wütete in einem großen Bergwald hinter Emmaus und gehörte einem Jerusalemer Geizhals, der noch nie einem Armen ein dürres Reis zum Geschenk gemacht hatte. Das wussten die Anwesenden und lobten den Herrn, dass Er einmal den argen Geizhals mit der Zuchtrute ereilt hatte.“ [GEJ.08_142,07]

„Wie aber – wie ihr wisst – die Hanochiten zu Noahs Zeiten selbst die Wasserschleusen der Erde öffneten, von denen sie dann verschlungen wurden, so haben sich auch hier diese Leute selbst die Laus in den Pelz gesetzt. Ich aber sage: Nur zu in dieser Weise! Wem der ruhige und fruchtbringende Boden der Erde nicht genügt, der gehe aufs Meer und lerne da den Unterschied zwischen Frieden und Ruhe und zwischen Bewegung und Sturm. Wenn es ihm beliebt, und wenn ihn die Stürme noch nicht verschlungen haben, mag er ja wieder zurückkehren; denn neben dem Wasser geht auch noch immer der feste Boden fort, so wie neben diesen Neuerungen auch das alte Wort Gottes gleich fortbesteht und Meine Gnade für jedermann, der sie sucht. Wem aber an der nichts, sondern alles nur an den Neuerungen liegt, aus lauter entweder allgemeiner oder spezieller Ranglust, der mag sich immerhin in einen allerschnellst fahrenden Dampfwagen setzen und damit zu seinen Teufeln fahren, und er kann versichert sein, dass in Meinen Himmeln ihm kein mitleidiges Ach nachfolgen wird.“ [Er.01_065,03]

„Wehe allen Weltsüchtigen und Meinem Willen Widerspenstigen! Denn diese Erde ist eine Wiege für Meine Kinder, und diese werden nicht tüchtig ohne die Zuchtrute; und helfen da sanftere Mahnstreiche nichts, so werden dann schon schärfere und sehr ernste in die volle Anwendung gebracht werden, was da Meine Sorge sein wird.“ [GEJ.08_038,19]

4. Strenge Regenten als Zuchtrute des Herrn
„Solch ein weltliches Oberhaupt ist und bleibt stets eine Zuchtrute in Meiner Hand. Und jeder Mensch ist daher ihm das zu geben schuldig, was er ordentlicherweise seinem eigenen Leib schuldet. Aber was er seinem Geist schuldet, das geht das Staatsoberhaupt nichts an. Und wenn dieses darin über seine Grenze Forderungen an die Menschen stellt, so wird es darin auch sein unvermeidliches Gericht finden. So aber irgendein Monarch durch leiblichen Zwang auch den Geist der Menschen in Fesseln ziehen und ihm aus der Materie vorschreiben will, welche Gebühr er Mir, dem Herrn, zu entrichten schuldig sei, so entrichte der Aufgeforderte um des Kaisers willen auch solche, damit er ihn nicht ärgere. Aber im Herzen kehre er sich nicht daran, sondern gebe Mir im Geist und in der Wahrheit, was Mein ist, so werde Ich dann schon ein sicheres Mittel treffen, den Kaiser so zu richten, wie er es ob seiner missbrauchten Gewalt an der Menschheit verdient hat. Niemand aus den einer kaiserlichen Gewalt Untergebenen aber soll sich unterfangen, in irgendetwas den Kaiser richten zu wollen, ob er gut oder böse handelt! Denn solches habe Ich Mir ganz allein vorbehalten. Alles aber, was jemand für den Kaiser tun kann aus gutem Herzen, das tue er und bete häufig für den auf eine hohe und harte Probe gestellten Bruder, so wird er im Vollmaß dem Kaiser geben, was er demselben schuldig ist, und in solcher allgemeinen Nächstenliebe auch sicher Gott, was Gottes ist.“ [HiG.02_47.05.23,12-16]

„Aber nichtsdestoweniger hat sich in allen Zeiträumen der Erde diese alte Erfahrung als stets bewährt erfunden, dass gerade unter harten und tyrannisch schlechten Regenten das Volk im Allgemeinen stets besser war und fügiger und lenksamer als unter guten und sanften Regenten. Daher denn die Gottheit dann auch zumeist schlechte Regenten über Völker aufstellen lässt, auf dass die Völker, so sie arg geworden, an ihren Regenten eine Zuchtrute haben sollen und dadurch genötigt werden, ein rechtes Bußkleid anzuziehen und sich zu bessern, wonach ihnen dann die Gottheit schon wieder bessere Regenten ganz unfehlbar geben wird und auch allzeit noch gegeben hat!“ [RB.01_024,12]

„Aber gegen die Zeiten der letzten Richter fingen sie schon an, in allem mehr lau und träge zu werden. Die Gebote und auch andere Satzungen fingen sie an weniger zu achten und übertraten sie zu öfteren Malen. Da bekamen sie auch gleich allerlei Ermahnungen, nach denen sich wohl die Besseren richteten; aber die Weltlicheren taten nur mehr zum Schein etwas, in ihren Herzen aber gewann gleichfort die tote Welt den Vorrang. […] Sie verlangten endlich unter Samuel mit allem Ernst einen König, und Gott der Herr sprach: ,Da sieh dir an das undankbare Volk! Mit Meiner väterlichen Regierung, unter der es gesund, reich und überansehnlich geworden ist, will es nicht mehr zufrieden sein. Zu allen den vielen großen Sünden, die es schon vor Meinem Angesicht begangen hat, tut es noch diese größte hinzu, dass es einen König verlangt! Ja, es soll einen König haben und Städte und Burgen; aber nicht zu seinem Frommen, sondern als eine scharfe und harte Zuchtrute soll es einen König haben!‘“ [GEJ.07_081,08]
„Ich könnte alles das, wie es nun besteht, wohl mit einem Gedanken ändern, und das ganze Haus des Herodes bis auf seine entferntesten Verwandten bestünde nicht mehr, aber Ich tue das dennoch nicht, weil er als eine Zuchtrute für den Geiz und für die Hoffart des Volkes von Gott zugelassen ist.“ [GEJ.08_115,05]

„Und der vom Volk oder von dessen herrschendem Repräsentanten, der ein König oder gar ein Kaiser ist, bestellte Richter, der das ihm durch und durch bekannte Gesetz streng und gerecht ausübt, kann nicht anders als nur wohltun, denn er reinigt das Feld der Menschensaat vom Unkraut. – So du aber das tust, erfüllst du deine Pflicht und bist ein Wohltäter der ordnungsliebenden und -beflissenen Menschen. Dass du als Richter aber hauptsächlich darauf siehst, dass vor allem ein verirrter Mensch durch das Gericht nicht so sehr gestraft, als vielmehr gebessert werde, das ist eine Tugend aus den Himmeln in deinem Herzen, denn du befolgst den ewig wahren Grundsatz der Nächstenliebe, der also lautet: „Was du vernünftiger maßen nicht willst, dass man es dir täte, das tue auch deinen Mitmenschen nicht!“ Damit aber bist du vor Gott wie vor den Menschen schon ganz in der Ordnung und hast gar nicht nötig, dich darum zu kümmern, was da eigentlich gut und was böse ist! Würden die, so da sitzen auf dem Stuhle Mosis und Aarons, auch so handeln und gehandelt haben, so würden sie nie von euch Römern unterjocht worden sein. Aber da sie nicht mehr dem alten Gesetz treu blieben, das für alle Menschen gleich gegeben ward, sondern sich eigene Satzungen machten nach ihren Gelüsten, so hat Gott denn auch sein Angesicht von ihnen abgewendet und sie gegeben unter die scharfe Zuchtrute der Heiden, unter der sie auch ihrer großen und groben Halsstarrigkeit wegen belassen werden.“ [DTT.01_022,06-08]

„Cyrenius: „Das alles, was Du mir nun sagtest, ist unwidersprechlich wahr, aber ich frage Dich doch noch weiter zu meiner höchst eigenen Belehrung: Was kann man aber anwenden gegen die Widerspenstigkeit der Menschen, die vor allem gleich diesen Nazaräern an keinen Gott und an keine höhere Offenbarung mehr glauben und den Geboten Gottes mit jeder ihrer Handlungen den offenbarsten Hohn sprechen?! Soll man sie denn dann auch noch ohne schärfst sanktionierte weltliche Gesetze lassen, damit sie ohne alle Furcht ihren losen Gelüsten frönen könnten, wie es ihnen beliebig wäre, wenn sie schon seit lange her jedes göttlichen Gesetzes bar sind und es unter sich, wie mit ihren Nachbarn, weit ärger zu treiben anfangen als das reißende Wild der Wüste und Wälder?! Da, meine ich, sind scharfe, weltliche Gesetze ganz an ihrem Platz, um solche ganz wildgewordene Menschen wieder zu einer Ordnung und aus dieser zur Erkenntnis Gottes zurückzuführen!“
Sage Ich: „Allerdings; denn da ist kein anderer Weg möglich und denkbar als der durch den Zwang der weltlichen Gesetze! Aber es kommt nun wohl überaus sehr darauf an, was für Gesetze den Menschen zu geben sind! Dazu gehört eine überaus tiefe Kenntnis der menschlichen Natur; und den wahren Grund, durch den die Menschheit zur Entartung geführt ward, darf der Gesetzgeber nie aus den Augen fallen lassen, – sonst gleicht er einem Arzt, der mit ein und derselben Medizin alle bei den Menschen vorkommenden Krankheiten heilen will, aber gar nicht bedenkt, dass die höchst verschiedenen Krankheiten, die den menschlichen Leib befallen können, auch höchst verschiedener Natur sind und jede einen anderen Grund hat. Ein solcher Arzt wird dann und wann wohl hie und da einen Kranken finden, für dessen Übel seine Arznei gerade taugt, und der Kranke wird darauf gesund; aber hundert andere Kranke, deren Übel einer anderen Art und Beschaffenheit sind, werden auf solch eine Arznei nicht nur nicht besser, sondern um vieles schlechter und sterben wohl gar darauf! Wenn es aber schon für den kranken Leib, den doch jeder Arzt sehen und greifen kann, schwer ist, eine rechte Arznei zu bestimmen, um wie viel schwerer ist es dann, für eine kranke Menschenseele eine rechte Arznei zu finden und zu bestimmen! Das Gesetz ist wohl die Arznei, so mit dem Gesetz die rechte Lehre, wie und warum das Gesetz zu halten ist, im Verband ist; aber denke nun selbst nach: Da hast du eine zornmütige Seele, da eine furchtsame, da wieder eine ränkesüchtige, dort eine neidische, geizige und betrugslustige Seele; wieder wirst du eine forschende Seele antreffen, und der gegenüber eine träge und schläfrige; in einem Haus sitzen vier gehorsame, demütige Seelen, in einem andern fünf widerspenstige – und so fort unter zahllos vielen Eigentümlichkeiten, Schwächen und Leidenschaften. Nun gibst du für all diese zahllos vielen Charaktere der Seelen ein gleiches Gesetz; wie aber wird es ihnen frommen? Der Furchtsame wird verzweifeln, der Zornige auf Rache und Umsturz zu sinnen beginnen, der Laue wird lau bleiben, und der Forscher wird allen Mut verlieren und innehalten mit seiner guten Arbeit; der Geizige wird noch geiziger werden, und der Hochmütige wird mit dem Zornigen eine Sache machen, und der Schlaue wird beiden seine Hände bieten! Bedenke nun diese und tausend andere der traurigsten Folgen, die aus einem unweisen, plumpen Gesetz hervorgehen müssen, so wirst du neben der Notwendigkeit eines Gesetzes auch die andere Notwendigkeit einsehen, der zufolge ein Gesetz überaus scharf und genau dahin geprüft werden muss, ob es allen möglichen Charakteren heilsam entsprechen könne oder nicht! Ist ein zu gebendes Gesetz nicht zuvor so geprüft, so soll es nicht den Menschen zur Beachtung vorgestellt werden, weil im Allgemeinen es offenbar mehr Schaden als Nutzen verursachen müsste.“ [GEJ.02_026,08-16]

5. Krankheit als Zuchtrute

5.1. Grundursachen für Pest und epidemische Krankheiten
„Alle Himmel mit allen ihren Seligkeiten ohne Zahl und Maß und Namen gehen aus der gegenseitigen wahren Nächstenliebe hervor – so wie im Gegenfall auch alle Qualen und Martern der Hölle aus der Eigenliebe. Gäbe es keine Eigenliebe, so gäbe es auch keine Hölle und auf der Erde keinen Krieg, keine Hungersnot und also auch durchaus keine Pest. Weil aber die Menschen voll Selbstsucht sind und voll der allerverderblichsten Selbstliebe, aus der die Hölle gemacht ist durch die Menschen und nicht etwa durch Mich, so müssen sich solche Menschen auch all das Üble gefallen lassen, was da hervorgeht aus der Eigenliebe und aus der Selbstsucht.“ [RB.02_266,06]

„Ich sage euch: Sucht, sei es in was immer, nie die Ehre der Welt; denn diese ist eine Pest für Seele und Geist, und ihre Folgen kommen früher oder später, die Erde verheerend, zum Vorschein“. [HiG.03_49.04.06,52]

„Ich brauche euch nicht wieder vorzusagen, was da alles sonderheitlich noch geschehen wird; denn es kann noch sehr viel geschehen, aber auch sehr wenig mehr – danach die Menschen sich zu Mir oder von Mir wenden werden. – Das Schwert hat schon viel zu tun gehabt und hat arg gehaust; aber so die Menschen noch länger in der Herrschsuchtsflut sich herumtreiben werden, so werde Ich noch einen anderen Engel senden, nämlich den Hunger- und zugleich den Pestengel. Diese Lehrer werden den Menschen sicher ganz andere Rechtsbegriffe beibringen als jene, von denen sie jetzt belebt sind.“ [HiG.03_48.11.17,11]

„Daran denkt niemand, dass all das Leiden, alle Krankheiten, alle Kriege, alle Teuerung, Hunger und Pest lediglich daher rühren, weil die Menschen anstatt für ihre Seele und ihren Geist nach der Ordnung Gottes alles zu tun, nur alles für ihren Leib tun!“ [GEJ.03_012,06]

„In den heutigentags abgöttischen Ländern herrscht fortwährend Not und Pest mehr oder weniger. Warum denn? – Ob der Abwesenheit Meines Geistes!“ [HiG.02_47.05.16,02]

5.2. Die Erscheinlichkeit des Bösgeistigen in Form von   Krankheiten
Dass leidenschaftliche „Geister oft ganz materiell bleiben und aus ihrem eigenen bösen Willen lieber Schmeißhaufen, die schmutzigsten Tiere und hässlichsten Pflanzen bewohnen, als dass sie sich demütigten, davon zeugen zu allen Zeiten eine Menge Beispiele, und es muss hier eine gute Direktion gehandhabt werden, auf dass solches herabgeworfenes Geschmeiß sich in seiner Bosheit nicht auf edle Früchte und edle Tiere wirft; denn geschähe das, so würden Frucht und Tier zugrunde gerichtet. Einen ganz gleichen Ursprung hat die vorjährige Erdäpfelseuche ; wenn manchmal Korn- und Weizenfelder plötzlich brandig werden, so ist das wieder eine Frucht, die durch die Besitznahme solcher argen Geister materiell zum Vorschein kam. Nicht selten werfen sich solche Unholde auch über allerlei Tiere; da gibt es dann bald eine Art Seuche unter den Tieren, sogar die Fische im Wasser sind von ihnen nicht verschont. So ist auch meistens die eigentliche Pest , wie auch andere epidemische Krankheiten bei den Menschen, eine Folge solcher böser Geister, die die Menschenleiber irgend in Besitz nehmen und durch diese Besitznahme den Leib auf eine oder die andere Art gewisserart zerstören, auf welche Zerstörung leicht der natürliche Tod erfolgt, wenn nicht alsbald solche Spezifikalmittel in Meinem Namen angewendet werden, denen solche Unholde weichen müssen.“ [Er.01_031,09-10]

„Tun sie [böse Geister] aber nicht gut – da sie oft ausarten und die schädlichen Spezifika, statt selbe in die Pflanzen zu leiten, sogleich in die Tiere oder Menschen leiten, wodurch dann epidemische Krankheiten entstehen –, so werden sie von solchem Geschäft wieder weggenommen und in die Erde in engere Haft getan, wo sie sich mit der Bildung der Metalle und der Steine abgeben müssen.“ [Er.01_040,03]
5.3. Beispiel und Grund für die Zuchtrute epidemische  Krankheit – das ‚Schwammweib‘ und ihr Wüten mit
   tausend Sensen

„Diese Krankheit [die Cholera ] wird in der Zeit, in der ein Mensch mäßigen Schrittes den Weg vom kaspischen Meer bis nach Wien, Prag und andern Städten dieses Reiches zurücklegen würde, so er Tag und Nacht ginge, im Staat Österreich erscheinen und wird hauptsächlich Wien, Prag, Lemberg, Ollmütz und andere Städte mehr oder minder mächtig heimsuchen. Ihre Opfer wird sie diesmal hauptsächlich in den Großen und Reichen und besonders in deren Kindern nehmen. Auch das Militär wird leiden und die Priesterschaft. Wehe den Unzüchtlern und Schwelgern! Auch eure Stadt (Graz) wird diesmal nicht mit ganz heiler Haut durchkommen, denn es gibt auch hier schon sehr viele Arme darum, weil die Reichen denselben auf indirektem Weg alles entziehen, ihren ohnehin schon sehr reichen Kindern noch größere Reichtümer bereiten und den Armen nichts oder nur höchst wenig davon geben wollen. Diesen sollen ihre Erben genommen werden, damit die Armen sie beerben können. Ich aber werde den Reichen diesmal schon auf eine solche Art zuheizen, dass sie sicher weich und zum Kreuz kriechen werden. Wohl wird anfangs der Arme ergriffen werden, auf dass der Reiche mitleidig werde. Wird er das, so soll diese Strafe gemildert werden. Wird er das aber nicht, da soll das „Schwammweib“ (Cholera) mit tausend Sensen unter ihnen schonungslos zu wüten anfangen – tausend Schober soll es an einem Tag schneiden!
Siehe, um die Armut zu verringern und den Reichtum der Reichen zu schützen, will man die Ehen der Armen beschränken, und das mächtig beschränken. O das ist die verfluchteste Ausgeburt der Hölle, ein Werk des Satans! Siehe, das ist der Grund aller Pest!
Durch die Vorenthaltung der Ehe und der gerechten und geordneten Zeugung der Kinder, wo der Trieb da ist, wie auch durch die gewaltige Ausrottung der (wilden) Tiere aller Art sowie der Wälder wird die erlösende Aufnahme der Erdurgeister in die höheren Leitungs- und Läuterungsstufen gehindert. Wenn diese Naturgeister, die sich zuerst im Schimmel und in den (Pilzen oder) Schwämmen zu regenerieren anfangen, durch diese Stufe aufgestiegen sind und die nächste Stufe zu gering finden, so dass sie nicht völlig aufgenommen werden können, dann vereinen sie sich in ein nahezu menschlich aussehendes Wesen, wandern sodann auf der Erde herum und ergreifen die Menschen und auch Tiere und Pflanzen in der Absicht, um in ihnen zu gradieren. Allein da diese Geister noch zu unreif sind, so bringen sie allem den Tod, was sie einmal ergriffen haben. Menschen sind ihnen am liebsten, weil sie da auf dem kürzesten Weg ihre völlige Freiwerdung zu erreichen wähnen, was aber wohl freilich für ihre noch höchst materielle Intelligenz ein Irrwahn ist. Weil aber die Menschen selbst (durch den Egoismus) zu dieser Erscheinung die Ursache sind, so lasse Ich es eben auch zu, dass sie für solchen Frevel auf das allerempfindlichste gezüchtigt werden, und das geistig und leiblich.
Seht, das ist der verruchte Grund aller Pest, die darum vorzüglich im Orient zu Hause ist, weil dort die ordentliche Zeugung der Menschen auf tyrannisch gewaltsame Weise manchmal sogar durch Verstümmelung unterdrückt wird. Wird aber nun auch im noch etwas besseren Europa, der Industrie einiger Reichen wegen, dieser Erlösungsakt für das ganze (Natur-) Geisterreich der Erde ebenfalls unterdrückt, so sollen darum auch die verheerendsten Folgen zum Vorschein kommen – woraus die Übriggebliebenen erkennen sollen, dass Ich die Erde nicht der Industrie, nicht der Eisenbahnen und am wenigsten der Reichen wegen erschaffen habe, sondern lediglich zur Erlösung der in ihr gebannten Urgeister!
Das versteht ja wohl: Mein Zweck ist ein anderer mit der Erde, als ihn da die gegenwärtige, vom Satan ganz in Beschlag genommene Welt erkennt! Die Erdäpfelkrankheit war schon ein Vorläufer! Wie es aber bis jetzt dieser Frucht erging durch Meine Gnade für die Menschen, um diese zu schonen – so wird es bald den Menschen selbst ergehen, so sie sich nicht bessern und ihre Gesinnungen gegen die Armen nicht ändern werden. […]
Die angezeigten Städte dieses Reiches haben das Eheverminderungssystem schon völlig entwickelt, daher sollen sie auch dafür gehörig belohnt werden. Es wird aber diesmal ganz Europa, besonders in den großen Industriestädten, ganz gewaltig gezüchtigt werden. Doch das Ganze kann durch Gebet und gute Werke an den Armen sehr gemildert werden, besonders wo die Ehen nicht gar zu arg und planmäßig unterdrückt werden. – Dies zu eurer tieferen Belehrung und Danachachtung! – Amen.“ [HiG.02_47.01.10]

„Solange ihr noch Arme habt, so lange habt ihr auch Mich und Meinen Segen. So euch aber diese einmal verlassen werden, dann soll die Pest der Hölle über euch hereinbrechen und euch verderben auf ewig! – Heißt es denn nicht in der Schrift: „Verkaufe alle deine großen Güter und teile sie alle unter die Armen und folge dann Mir nach, so wirst du einen großen Schatz im Himmel finden!“ [HiG.02_47.01.01,05]

6. Beispiel und Grund für die Zuchtrute Hungersnot
„Schreibe nur, Ich brauche keinen Bittkopf, Ich weiß ohnehin, was den Irländern fehlt. Diesem Volk fehlt alles. Daher diese Rute, die immerhin besser ist als der ewige Tod! Wenn dem Weisen weniges genügt, so sollst du damit auch schon genug haben; aber der Brüder wegen werde Ich schon noch etwas hinzusetzen müssen.
So Ich sage, diesem Volk fehlt alles, so heißt das so viel als, dieses Volk hat erstens – keinen Gott, außer blinden Götzen aus Mittel-Welschland und dem Mammon Geld. Die Götzen sind in den Bethäusern und können weder helfen, weil sie tot sind, noch nützen, weil ihr Material schlecht und wertlos ist. Der Mammon aber befindet sich in den Händen der Wucherer und in der „Repealkasse“, die aus lauter Herrsch- und Ranglust zusammengesetzt ist. Das wird doch eine starke Rubrik sein in der Konsignation dessen, was dem Volk fehlt!
Zweitens fehlen dem Volk Menschen, und das ist auch eine starke Rubrik! O'Connell war noch ihr bester Mensch und war dennoch keinen Galgenstrick wert. Was soll's hernach mit den andern Menschen unter ihnen und endlich mit ihnen selbst!?
O'Connell ging weg, und die andern starben weg. Am besten wird es sein, so bald alle weg sein werden. Glück zu auf die Reise ohne Gott und ohne Menschen und ohne „Geld“ für die andere Welt! In der Hölle gibt es der Begebnisse in übergroßer Menge. Aber nur zu in dieser Weise auf die Reise in die Ewigkeit, dort sind lauter „Repealer“ zu Hause! Handeln kann das Volk zwar wie es will, aber die Folgen sind unabänderlich in Meiner Hand. Werft so viel Steine als ihr wollt in die Höhe – dass sie wieder herabfallen müssen, das ist Meine Sorge.
Drittens hat dieses Volk keine Gesetze; und wenn es schon welche hat, so achtet es sie nicht, die weltlichen so wenig wie die göttlichen, die es kaum noch dem Namen nach kennt. Dafür aber hat es desto mehr Wucherer aller Art und stets viel Militär. Und der Segen von alledem ist – die Hungersnot!
Als dem Volk die Erdäpfel wohlgerieten, da wusste es kaum, was alles es daraus machen sollte: Schnaps, Syrup, Mehl, Stärke, Bier und noch eine Menge derlei Industrieartikel. Ich aber gab diese Frucht nur als ein höchst einfaches Nährmittel, das der Ärmste sich leicht bereiten kann. So aber dieses „Erdbrot für Arme“ ein Industrieartikel für den Luxus und die Geldsäcke der ohnehin Reichen werden sollte, da nur weg mit diesem Nährmittel der Armen!
In diesem Land gäbe es jetzt noch für etliche Missjahre Geld und Getreide in großer Menge in den Händen der Wucherer, aber eben da muss ja das schnöde Eigentumsrecht aufrechterhalten werden, wenn darob auch Hunderttausende ins Gras beißen müssen! – Aber schützt das Eigentum der Wucherer nur noch mehr, stellt Wachen zu ihren Kornspeichern, lasst aber dafür Hunderttausende verhungern – wahrlich, euer Lohn wird groß sein in der Hölle! Verflucht sei der Wucherer und auch das Gesetz, das ihn schützt! Ich aber sage: Dem Wucherer hängt einen Stein an den Hals und werft ihn ins Meer, da es am tiefsten ist! – So jemand einen Menschen tötet, den verurteilt ihr auch zum Tod – so aber ein solcher Geldteufel von einem Wucherer Hunderttausende tötet durch seine unersättliche Gewinnsucht, für den habt ihr kein Gesetz! O so geschieht euch, ihr dummen Briten, recht, so ihr alle Hunger sterbt samt Irland! Nur zu mit der Gerechtigkeit, es soll ja alles noch besser werden hier auf Erden!
Ich meine nun, dass es genug sei, auf dass ihr Irlands Hungersnot, ihre Ursache und ihren Grund einseht. Das aber sage Ich euch: Wenn es auch anderswo so wird um die Menschheit wie in Irland, dann wird ihr Los noch ärger sein denn das dieses Landes. Denn da gibt es für die Menschen keine andere Schule als die des Elends! – Das spricht Der, der alle Völker der Erde kennt. Amen.“ [HiG.02_47.04.11]

„Solange im verschieden-sektisch christlichen Europa das Volk allgemein sich mehr um Mich bekümmerte und nach Meinem Geist strebte, solange gab es Engel in die große Menge unter den Menschen. Dadurch wurden nicht nur die Menschen, sondern auch der Erdboden gesegnet, so dass er stets reichliche Ernten trug. Aber dies Ernten brachten die Völker auf lauter industrielle Gedanken – und die Gedanken an Mich sind gesunken! Anstatt der echt geistigen Schriften, die man sowohl von Seiten Roms als auch von Seiten der niederen Staatspolitik stets mehr zu verpönen, ja förmlich als ketzerisch zu verbieten angefangen hat, hat man nun die Welt mit einer Legion sinn- und gehaltloser Journale und andere Schriften angestopft. Man hängt wieder Reliquien aus und ordnet Wallfahrten an, gründet wieder Orden und dergleichen Gräuel mehr.
Es ist dadurch für den Geist eine große Hungersnot ob der vorangegangenen, stets größer werdenden Teuerung der geistigen Nahrungsmittel eingetreten. Die Engel haben sich von dem Erdboden wieder mehr und mehr zurückgezogen, da ihnen die stets größer werdende Finsternis der Erde durchaus nicht mehr zusagt und sie die große Hurerei der Menschen, besonders der römischen, schon gar nicht anzieht. So ist daher ja auch leicht begreiflich, dass der Erdboden in der stets größeren Ermangelung der himmlischen Arbeiter auch im selben Verhältnis magere Ernten bei einer oder der anderen Fruchtgattung abgeben muss.
Im vorigen Jahr habe Ich nur die Erdbirnen hie und da etwas über die Hälfte geschlagen, und seht, nahezu ganz Europa seufzt! Was wird denn aber dann sein, so Ich nebst den Erdbirnen auch das Korn, den Mais und die Gerste schlagen möchte und sehr wahrscheinlich auch schlagen werde, wenn die Menschheit in diesem ihrem Finsternis-, Hurerei-, Unzuchts- und allerlei Industrieeifer fortfährt und Meiner noch mehr vergisst?! Dann erst werdet ihr von großem Jammer und großer Not und vom tiefsten Elend lesen und hören, dass euch darob die Haare zu Berge stehen werden!
Ich wollte wohl die Cholera nach Europa kommen lassen. Aber es „gereute“ Mich; denn Ich entdeckte recht viele Wohltäter unter so manchem Volk. – Aber zugleich entdeckte Ich auch eine noch größere Masse Wucherer, unmittelbar der Hölle entsteigend, die in ihnen im Vollmaß ist. Diese Teufel in noch menschlichen Larven müssen Meine Strafrute fühlen nach dem Maß ihrer Frevel. Daher sollen allerlei Übel die Erde nun nach der Ordnung beschleichen. Bis diese Brut vertilgt ist und es auf der Erde lichter wird, will Ich den Erdboden nicht segnen, außer dort örtlich nur, wo irgend Menschen leben, die Mich wahrhaft in ihren Herzen tragen und glauben, dass Ich bei ihnen bin und sie auch mit wenigen Broten bestens erhalten und ernähren kann.“ [HiG.02_47.05.16,06-11]


II. Geschichtliches und Jetztzeit

1. Die Vertreibung aus dem Paradies
„Und Gott, Selbst sichtbar Seinem Liebling, redete und sprach mit ihm wie ein Bruder zum anderen, sagend nämlich: ,Sieh‘ Mich an, Mein geliebter Adam! (Denn so hieß und heißt noch lebend dieser erste Mensch.) Nicht um dich zu prüfen, sondern um dich ganz vollkommen frei und somit Mir dich gleichmächtig wie eins zu machen, gebe Ich dir ein leichtes, kurzes Gebot nur auf eine sehr kurze Zeit; dieses sollst du halten die Zeit hindurch, da Ich bald wieder zu dir kommen werde. Hast du es gehalten treu, so will Ich bei dir bleiben, und so sollst du dann mit Mir alles wie eins haben. Siehe, alles muss sich fügen deiner Macht; aber sieh dort in geringer Ferne einen Baum mit schönen Früchten beladen; diesen habe Ich noch nicht gesegnet aus einem wohlweisen Grund! Daher sollst du nicht eher verkosten den süßen Saft des Apfels; denn an dem Tag, da du davon essen wirst vor Meiner segnenden Wiederkunft, wirst du sündigen, dich verderben und schwach, matt, blind, taub und sterblich machen! O Mein geliebter Adam, bedenke wohl die Worte deines liebevollsten Schöpfers, und verdirb Mir ja nicht Mein so weit schon gediehenes, größtes Werk Meiner Liebe und Weisheit! Denn nun hängt es nicht mehr ab von Mir und aller Meiner Allmacht, sondern einzig allein nur von dir vermöge deiner von Mir dir schwer verliehenen Freiheit deines Willens. Du kannst dich nun erhalten oder verderben! – Daher halte dies leichte Gebot und werde dann ein zweiter Gott aus Mir und in Mir!‘
Und seht, es wechselte der Tag kaum siebenmal mit seiner lichtlosen Begleiterin, als auch schon dieser erste, von Gott so überhoch und ganz frei gestellte Mensch durch den wolllustvollen, verderblichen Anblick seines zweiten Ichs schwach, taub, blind und dennoch wissentlich zu seinem eigenen größten Schaden Gottes vergaß und böswillig dem so leichten und der allerhöchsten Liebe vollsten Gebot seines so überguten und heiligen Schöpfers ungehorsam wurde. Darob ergrimmte der Ewige, Heilige und zerstörte die ganze sichtbare Schöpfung vor dem Angesicht des reuigen Frevlers. Auch nicht ein Stein, der da die Größe eines Apfels hätte, blieb verschont, wie auch kein Tier, welches auch schon Jahrtausende vor dem undankbaren Menschen dankbar über die noch mageren Fluren der Erde wandelte. Da fand alles den völligen Untergang in dem unendlichen Meer des göttlichen Zornfeuers. […] Allein hier geschieht etwas, was in alle Ewigkeit kein Engel begreifen wird: Während Er, der Heilige, mit Seiner Rechten alles vernichtet im Zorn, der Entheiligung durch die Sünde des großen Frevlers wegen, schützt Seine gleich heilige Linke den weinenden Sünder! Und nur eine kleine Träne des Sünders fiel in das so mächtig grausam zornglühende Auge Gottes, und seht, aller Zorn war verschwunden, und schon lächelte eine neue Schöpfung in und aus allen endlosen Räumen den ungehorsamen Menschen an, und die Erde und alle Welten wimmelten wieder fröhlich von zahllosen Geschöpfen zum Dienst des ungehorsamen Menschen. Wie er war vor der Sünde, so blieb er begnadigt nach derselben noch fast über dreißig Jahre in aller unbegreiflichen Macht und Kraft; er fiel wieder, da er stolz vergaß im Taumel der Wollust seines so liebevollen Schöpfers. Der Schöpfer trieb ihn (das heißt: ihn auf Seinen Händen tragend) aus dem Paradies, während an einem anderen Ort die Wüste erblühen musste unter dem Fußtritt des großen Sünders.“ [HGt.01_036,06-14]

2. Der Untergang von Hanoch – die Sündflut
„Nach einer kleinen Zeit aber tat der Herr wieder die Hand von Seinem Angesicht und sagte zum Terhad: „Terhad, Ich kannte dich und wusste es lange schon, dass du ein Mann starken Geistes bist und bist kräftig in deinem Gemüt; darum denn verbarg Ich Mich auch vor dir und ließ es zu, dass du Mich suchen musstest, während Mich die anderen auf den ersten Augenblick ersehen konnten. Da du aber schon von jeher eines so starken Geistes und eines so kräftigen Gemüts warst und ließest dich selbst durch den Kerker Lamechs nicht abwendig machen von Mir, wie du Mich erkannt hast nach der Lehre Faraks, so sage Ich dir denn nun auch, dass du ein Hauptgrund warst, dass Ich Mich der Tiefe erbarmt habe; denn wahrlich, ein mächtiger Geist in der wahren Erkenntnis, ein unwandelbarer Geist kann allein ein Retter des Weltenalls werden! Und so bist du nun ein Retter Lamechs und ein Retter der Tiefe und bist ein Schirm vor Meinem Gericht, das sonst in dieser Zeit wäre ausgegossen worden über euch,
und bist eine Schutzwand, die da steht zwischen Meinem Feuer und der Sünde Kahins in der Tiefe der Nacht des Todes! Und wie es nun ist, so soll es bleiben fürder! So lange ein Ort der Erde drei Menschen haben wird, die da gerecht sind vor Mir, da will Ich den Ort nicht richten. So lange eine Stadt in der Tiefe haben wird zwei Gerechte, da will Ich sie verschonen um der Gerechtigkeit der zwei willen. So lange ein Land wird haben sieben Gerechte, da will Ich dasselbe nicht heimsuchen in Meinem Zorn. Und so lange ein Volk wird haben zehn Gerechte, da will Ich es verschonen vor dem Ausbruch Meines Feuers.
Und so lange noch zwei Väter unter all Meinen Kindern leben werden, die Mich erkennen und lieben, und lehren Mich auch also erkennen und lieben ihre Kinder und Nachbarn, da will Ich kein Gras zornig ansehen auf dem ganzen Erdboden.
Wenn aber auf dem ganzen festen Land hier in der Tiefe, wie in der Höhe nicht mehr als nur ein Gerechter wird anzutreffen sein, so will Ich noch hundert und etliche Jahre warten, ob sich niemand zu Mir wende, und will darum auch zu dem Behuf allenthalben durch von Mir aus gelehrte Boten aller Kreatur predigen lassen.
Werden sich die abgefallenen Menschen danach kehren, so will Ich sie wieder aufnehmen zu Meinen Kindern; werden sie sich aber nicht zu Mir kehren, sondern nur umso fester verharren in aller Bosheit und werden sogar erschlagen die Boten, wahrlich, da soll der eine Gerechte nicht imstande sein, Meinen Grimm von der Erde abzuhalten, und Ich will dann vertilgen alle Übeltäter der Erde und Mir errichten ein neues Geschlecht auf derselben!
Diese Worte habe Ich nun vor dir, Terhad, geredet wie zu der ganzen Erde; du sollst sie darum aufzeichnen, und die sie mit dir in diesem Saal hier gehört haben, die sollen dir Zeugnis geben, dass Ich es war, der nun solches zu dir geredet hat, auf dass, so je eine solche Zeit kommen sollte, sich niemand wird entschuldigen können, als habe er solches nicht vernommen. Dieses Zeugnis sollst du allzeit und allem Volk verkünden und sollst ein wahrer Wächter dieses Meines Heiligtums sein – wie in dir, also auch in allen deinen Nachkommen! [HGt.02_266,01-08]

Mahal an den General: „Aber weil gerade du noch bisher der Allerbeste warst, obschon du mit keinem Haar dich mehr in der göttlichen Ordnung befandest und nun gänzlich dich durch dein Gehader von Gott getrennt hast, so ist das Gericht auch vor der Tür! Und ich sage dir: Es werden nicht zweimal zehn Jahre vergehen, und diese deine Welt wird nicht mehr sein! Adam hat sich versündigt vor Gott, und Gott hat durchs Feuer die ganze Schöpfung gerichtet! Das zerrissene Gestein der Erde gibt dir davon den unleugbarsten Beweis. Zu Ohlads Zeiten, da dies Reich auch ganz von Gott abgefallen ist, hat Gott abermals ein Feuergericht über alle Festen der Erde gesandt, und abermals wurden die Berge und die Täler zum größten Teil zerrissen durch des Feuers Gewalt! Die Quersprünge im Gestein geben dir davon Zeugnis. Bei allem dem aber schonte der Herr den Menschen und wollte ihm nur zeigen die göttliche Macht, und wie gar nichts der Mensch gegen Gott ist; nun aber wird Gott das Menschengeschlecht angreifen und wird es vertilgen so weit, als da reicht die Flut eurer Sünde!“ [HGt.03_297,08-11]
„Heute hat der Herr, Gott Himmels und der Erde, dem Noah auf der Höhe geboten, nach gerechtem Plan einen Wasserkasten zu bauen, und der Noah hat schon die Hand ans anbefohlene Werk gelegt! Wer von euch errettet werden will, der tue gerechte Buße vor Gott und suche auch andere zur wahren Buße zu bekehren, so wird er Gnade finden, und Gott wird ihn zur rechten Zeit führen aus diesem Land des Verderbens, auf dass er nicht gerichtet werde mit den Teufeln!“ [HGt.03_298,09-10]

„Der Noah sprach zum Mahal: „Bruder, du weißt die Zeit, als sich die Menschen auf der Erde sehr zu mehren anfingen seit den Zeiten Lamechs und zeugten gar schöne Töchter nachher; und du weißt, wie das die Kinder Gottes auf der Höhe merkten, sie dann bald die heilige Höhe zu verlassen anfingen und auf die Erde in die Tiefe hinab wanderten, und wie sie daselbst die Töchter der Menschen nahmen, die sie wollten, und mit ihnen Kinder zeugten! Als darum die Höhe Gottes, die Er für Seine Kinder so hoch und teuer gesegnet hatte, nahezu ganz entmannt ward, da sogar die Ehemänner hier ihre Weiber sitzen ließen und hinab zogen, um sich Weiber aus den Töchtern der Menschen zu suchen in der Tiefe – worauf dann auch bald gar viele hier zurückgelassene Weiber ihnen in die Tiefe nachfolgten und sich unten auch mit Söhnen der Erde vermählten –, siehe, bald darauf sprach der Herr zu mir: ,Noah, siehe, die Menschen wollen sich von Meinem Geist nicht mehr strafen lassen; denn sie sind pur Fleisch geworden! Ich will ihnen dennoch eine Frist geben von einhundertzwanzig Jahren!‘ Wie solches der Herr zu mir geredet hatte, warst du gegenwärtig; also weißt du auch, was wir dann zur Bekehrung der zu gemeinsten Erdmenschen gewordenen Kinder Gottes nach dem Willen Gottes getan hatten durch hundert feste Jahre, und das alles ohne den geringsten bleibenden Erfolg! Denn die Kinder Gottes zeugten aus den Töchtern der Menschen mächtige und berühmte Menschen; diese wurden zu allerlei Meistern in bösen Dingen vor Gott und wurden zu harten Tyrannen gegen die Kinder der Welt und bekriegten sich auch stets gegenseitig aus lauter herrschsüchtigen Gründen. Und in solcher Gestaltung verrannen hundert Jahre und darüber! Da aber der Herr sah, dass sich die Menschen nicht nur nicht bekehrten auf seine täglichen Ermahnungen in aller Art und Gestalt, sondern in ihrer Bosheit nur stets größer und mächtiger wurden, und wie all ihr Dichten und Trachten nur böser ward immerdar, – siehe, da reute es Ihn, dass Er die Menschen gemacht hatte auf der Erde, und Er war sehr bekümmert darob in Seinem Herzen! Und siehe, in dieser Zeit – ungefähr vor zweimal sieben Jahren – sprach dann der Herr wieder zu mir: ,Noah, höre! Ich will die Menschen, die Ich gemacht habe, vertilgen von der Erde, vom Menschen an bis auf das Gewürm und bis auf die Vögel unter dem Himmel; denn es reut Mich, dass Ich sie geschaffen habe auf dieser Erde!‘ Ich, Noah, aber fand dennoch Gnade vor Gott, und Er zählte mich nicht zu den Menschen der Erde, die böse geworden sind! Und siehe, Gott sah um die Zeit wieder zur Erde; diese aber war verderbt vor Seinen Augen und war voll Frevels!
Gott aber sandte dennoch Boten zu den verderbten Menschen und wollte Sich ihrer erbarmen. Die Boten aber redeten zu tauben Ohren und wurden als ganz gewöhnliche Menschen betrachtet; man ließ sie gehen und achtete ihrer nicht. Darauf sah der Herr in sehr kurzer Frist wieder zur Erde und sprach zu mir: ,Noah, höre! Alle Meine Mühe und Liebe ist vergeblich! Alles Fleisches Ende ist vor Mich gekommen; denn die Erde ist voll Frevels von den Menschen! Und nun siehe da, Ich will sie alle verderben mit der Erde!‘
Und siehe, um diese Zeit musste ich auch, wie du es weißt, das Holz fällen zum Bau des Kastens, der nun da bis auf eine Kleinigkeit fertig vor uns steht!“ [HGt.03_333,02-12]

Der Herr zu Mahal: „Meinst du denn, Ich habe den Plan gefasst, je einen Menschen zu richten und zugrunde zu verderben? – Siehe, Ich tue stets nur das Gegenteil! Aber um eben die Menschheit nicht zu richten in Meiner Allmacht, muss Ich es nun leider zulassen, dass sich die Menschen selbst die Schleusen der Erde gewaltsam eröffnen, aus denen mächtige Fluten hervortreten werden und werden alles ersäufen, was da atmet in diesem größten Wohnbezirk der Erde! Ich sah das lange voraus; darum warnte Ich auch stets die Menschen. Aber nun haben sie einen Krieg sogar gegen Mich unternommen und wollen die ganze Erde mit ihren Sprengkörnern zerstören, wie sie nun auch schon einen Berg um den anderen in die Luft sprengen; und das ist ihr eigenes Gericht! – Siehe, unter den Bergen aber sind große Wasserbecken und enthalten über drei Millionen Kubikmeilen Wassers; dieses Wasser aber wird hervorbrechen und wird steigen über die Hochgebirge dieser Wohnbezirke und wird auch in Dünste hüllen den Erdkreis, aus denen es gewaltsam regnen wird! O sage, tat Ich nicht recht, so Ich den einen Mir noch gehorsamen Noah diesen Kasten bauen ließ zur Rettung seines Lebens wenigstens, wenn schon sonst niemand Mich mehr hören will?!“ [HGt.03_338,12-16]

Der Herr zu Mahal: „Jeder Tropfen [Wasser], der da auf dein Haupt fällt, würde dir also eine Labung sein, wie er es der müden und nun halb getöteten Erde ist, über die eben diese Flut kommen musste, auf dass sie ja nicht sterbe und vergehe unter dem Frevel der Menschen! Diese Fluten werden die Wunden der Erde wieder heilen und vernarben, und sie wird sich wieder erholen und wird genesen und wird wieder den Menschen und Tieren zur Wohnstätte dienen!“ [HGt.03_356,01-05]

3. Der Untergang von Sodom und Gomorra
„So ist ein Volksstamm noch von dem König zu Salem mehrere Male gewarnt worden, die Landschaft von Sodom und Gomorra zu bewohnen, weil sie unter sich viele Schwefellager und teilweise Erdpech enthielt. Es wurde dem Volk auch klar und verständlich gezeigt, wie sich solchen Lagern in einem fort unreine Naturgeister entwinden und die Fleischmenschen zur Unzucht reizen; denn wie im Wein die Geister der Unzucht daheim sind und das Fleisch dazu antreiben, so ein Mensch im Übermaß davon genossen hat, ebenso sind sie auch im Schwefel und im Erdpech. Es war dem Volk auch gesagt, dass sich in einer solchen Landschaft häufig Erdbeben, Bergbrände und viele böse Gewitter einstellen und oft vielen und großen Schaden anrichten, worauf leicht Hungersnot und Pest entstehen; aber es half all solcher guter Rat sogar aus dem Mund Jehovas nichts. Weil die Landschaft sonst sehr üppig und fruchtbar war, so siedelten sich dennoch die Menschen an, und bevor zweihundert Jahre vergingen, waren allda schon nächst Sodom und Gomorra noch zehn Städte erbaut. Die Menschen wurden ganz sinnlich und trieben allerlei unbeschreibbare Unzucht und die allergrässlichste Hurerei sogar mit den Tieren.
Sie wurden abermals zu Nahors und wieder zu Tharahs Zeiten gewarnt, und es war ihnen geraten, die böse Landschaft zu verlassen; doch niemand kehrte sich daran. Tharahs Söhne waren Abraham, Nahor – der so hieß wie sein Großvater – und Haran, der den Lot gezeugt hat. Haran zog selbst hin und predigte auf Gottes Geheiß, richtete aber auch nichts aus. Lot, sein Sohn, tat dasselbe mehrere Jahre hindurch, hielt sich wechselweise bald in der einen und bald in der anderen Stadt auf und wurde dabei nahe selbst ein Opfer des Geistes der Unzucht.
Da kamen sichtbare Engel, die zuvor Abraham besuchten, und Jehova war mitten unter ihnen und gab dem Abraham treulich kund, wie es Sodom und den anderen Städten ergehen werde.
Und es wurden die beiden Engel in Gestalt von zwei kräftigen Jünglingen dahin abgesandt, um noch den Lot zu retten. Das Volk hörte die Jünglinge gar nicht an, sondern wollte noch mit ihnen die unnatürlichste Unzucht treiben. Da entkam Lot auf die Warnung der beiden Jünglinge. Nur sein Weib ward ein Opfer ihrer säumigen Neugier; es ward zur Salzsäule dem Leib nach, nach der Voraussage der Jünglinge. Denn diese sagten: ,Wir müssen nun schnell fliehen und uns nicht einmal die Zeit zum Umsehen nehmen; denn das unterirdische Feuer greift schnell um sich, und seine überall ausbrechenden Dämpfe ersticken schnell alles Naturleben und verwandeln alles schnell in ein steiniges Salz!‘ Lots Weib aber blieb dennoch einige Augenblicke stehen und war von den Dämpfen ereilt und dadurch ein Opfer.
Sieh, da hatte abermals nicht Gottes allmächtiger Wille so ganz eigentlich den vollen Untergang der bösen Landschaft verursacht; denn es wäre diesem unreifen Fleck das auch durch seine Natur widerfahren, was ihm nachher unter Abraham widerfahren ist. Aber dass dabei so viele Menschen zugrunde gegangen sind, daran war niemand schuld als der Ungehorsam ihres freien Willens.“ [GEJ.06_225,11-14]

„Es bestand aber zur Zeit Lots außer ihm auch nicht ein solcher Mensch mehr, und so bekam er die Mahnung, zu fliehen, so er nicht mit allen anderen zugrunde gehen wolle. Und Lot floh und ward gerettet; denn am selben Tag geschah der alles verheerende Ausbruch, und das große Sodom und Gomorra ging an der Stelle unter, wo nun das Tote Meer sein oft noch arges Wesen treibt und noch gar lange treiben wird.
Und seht nun, um nicht vieles besser stand es zu Josuas Zeiten mit dem alten Jericho, allwo – sage – eine Hure noch die reinste Seele hatte, darum sie auch erhalten ward, weil sie die Boten, die von Josua in die Stadt gesandt worden waren, angehört, ihre Worte beherzigt und sie in den Schutz genommen hatte! Josua, als ein reiner, vom Geist Gottes erfüllter Mensch, so wie das auch seine Priester waren, hatte den inneren, zerstörenden Ausbruch jener Stätte wohl verhüten können und hatte die argen Naturgeister mehr und mehr von dieser Stätte für immer gebannt und ihnen den Tätigkeitsraum unter dem Wassergrund des Toten Meeres angewiesen; aber dessen ungeachtet musste er den Menschen eindringlichst verbieten, auf jener gefährlichen Stätte je mehr wieder eine Stadt zu erbauen, was bis auf diesen Tag denn auch beachtet wurde und noch fernerhin beachtet werden wird.“ [GEJ.08_189,21-23]

4. Das Industriezeitalter
Der Beginn des Industriezeitalters wird im Allgemeinen im 18. Jahrhundert um 1760 datiert, wo die weltweite Industrialisierung in Großbritannien mit der Baumwollverarbeitung und Tuchproduktion ihren Anfang nahm.

4.1. Die Industrie und die drei Tiere aus der Offenbarung Johannes
Frage: Was besagt Offb. Joh., Kap. 13, Vers 15-18: „Und es ward ihm gegeben, dass es dem Bild des Tieres den Geist gab, dass das Bild des Tieres sogar spreche und bewirke, dass, die das Bild des Tieres nicht anbeten, getötet werden. Und es bringt alle, die Kleinen und die Großen, die Reichen und die Armen, die Freien und die Knechte dazu, dass sie sich ein Malzeichen machen auf ihrer rechten Hand oder ihrer Stirn, damit niemand kaufen oder verkaufen könne, der nicht das Malzeichen habe mit dem Namen des Tieres oder der Zahl seines Namens. Hier zeige sich die Weisheit! Wer es versteht, der berechne die Zahl des Tieres, denn es ist eines Menschen Zahl. Und seine Zahl ist 666.“
In Meinem Namen schreibe nur zu, Ich weiß schon, woran es euch gebricht! […] Und nun habt acht: Es ist fürs erste in diesem Kapitel von drei Tieren die Rede: erstens vom Hauptdrachen, zweitens vom Tier, das dem Meer entsteigt mit sieben zehnhörnigen Köpfen, und drittens von einem lammartigen Tier mit zwei Hörnern am Kopf. Wer der Hauptdrache ist, werdet ihr etwa doch schon wissen, nachdem Ich euch schon so oft, und zwar besonders in den „zwölf Stunden“, von Meinem Erzfeind hinreichende Meldung getan habe. Wollt ihr aber das zweite Tier erkennen, so wendet eure Augen auf die nahe gelegene Eigenliebe, und ihr werdet alle Attribute an ihr bestätigt finden! – Es entsteigt dem „Meer“ aller habsüchtigen Begierden und hat „sieben Köpfe“, das heißt für ein jedes Gebot der Nächstenliebe einen eigenen mit „zehn Hörnern“, durch welche vom einen wie vom andern Haupt gleichermaßen allen zehn Geboten (Mosis) entgegengestrebt wird. – Ein „verwundetes Haupt“ ist der überall strafbare Diebstahl und Raub. Aber schadet das dem Tier etwas? O nein, denn dieses verwundete Haupt ist ja durch all die politischen Staats- und Handelsgesetze vollkommen geheilt. Und so lebt die ganze Welt unter solchen Gesetzen und handelt danach – und spottet dadurch dem Lamm und dessen Geboten täglich. Das dritte Tier entsteigt der Erde, sieht aus wie das „Lamm“, hat aber auch „zwei Hörner“. – Was etwa ist doch das? – Ich sage euch, dieses liegt euch am allernächsten! – Es ist die das Wassertier sehr unterstützende und am Ende selbes sogar vergötternde allgemeine Industrie, die mit ihren zwei Hörnern den (Haupt) -Geboten der Liebe schnurstracks entgegen strebt! – Dass es also ist, blickt nur nach Amerika und England usw.! Wie sehr aber dieses dritte Tier eben solche Industrie ist, zeigen euch z.B. die grausamen Kindermisshandlungen in den englischen und amerikanischen Fabriken, da dieselben oft von fünf Uhr bis über neun Uhr abends, beständig stehend, beinahe halbnackt arbeiten müssen, und das oft schon von ihrem achten Lebensjahr an. Es wird ihnen kein Unterricht erteilt – außer dem ihrer industriellen Sklavenbestimmung! – O könntet ihr das Wesen der Industrie schauen mit Mir und durch Mich, so würdet ihr sagen: „O Vater, das ist ja der Drache selbst!“ Übt dieses dritte Tier nicht alle Gewalt des zweiten Tieres, dessen Kopfwunde geheilt wurde? Und macht es nicht, dass fast von aller Erde, d.h. wenigstens von ihren Hauptbewohnern, das zweite, verwundete Tier völlig angebetet wird? Wird da nicht von angebeteten Königen, Fürsten und anderen (industriellen) Gründern und Erfindern allenthalben gesprochen!? Werden ihnen nicht in aller Welt Denkmäler errichtet? Macht es nicht die größten Zeichen und lässt Feuer vom Himmel fallen, d.h. lehrt es nicht ganz vernünftig vor den blinden Menschen, als sei solcher Fleiß das eigentliche Wesen aller Religion und die Gottes würdigste Verehrung, wo nicht selbst die beste Anbetung?! – Wie ist das doch ein barster Raub des Feuers vom Himmel, dem Menschen glauben machen, dass Ich auch durch Gräuel mag verehrt werden! (Aber nur eine ganz kurze Zeit währt solches noch!) O seht die Verführung der Erdbewohner! Das Bild des Tieres mit der Schwertwunde aller politischen Gerechtigkeit ist nun vollkommen lebendig! Die Menschen wurden genötigt, mit ihrem Blut dieses Bild aufzurichten! Und nun prangt es und redet und gebietet, tötet und wird angebetet von allen Würmern und Speichelleckern, die darum „Gelehrte“ und „Journalisten“ betitelt werden, und noch von einer Anzahl Schmeißfliegen, die von allem etwas haben müssen, um dadurch, ohne zu arbeiten, etwas zu verdienen. Es wage aber nun jemand, dieses Tier nicht anzubeten – so wird er gar bald wahrnehmen, wie viel es weltlich für ihn geschlagen hat! Das aber ist der „Geist“ (oder das „Leben“) im Bild des Tieres, dass die Eigenliebe und Habsucht bei all den Weltgroßen den höchsten Gipfel erreicht hat, das ist die Vollzahl 666, wobei die Eigenliebe ist gleich 600, das geraubte Himmelsfeuer gleich 60 (d.h. das göttliche Gebot ist zehnfach zum Eigennutz angewendet!) und die Nächstenliebe endlich nur gleich 6 (d.h. es gilt die allervollkommenste Sklaverei)! – Statt zu geben für 1 Hundert, fordert man für 1 Hundert! Seht und begreift nun die Bezeichnung der „rechten Hand“ und der „Stirn“, sowohl bei Großen und Kleinen, Reichen und Armen, Freien und Knechten! Ist es
nicht die Herrschsucht, entweder durch Macht oder Weltverstand!? – Sagt, ob jemand nun ohne diese Zeichnung etwas vermag!? Was gilt ohne dieses Zeichen der Mensch dem Menschen? – Wahrlich, sage Ich euch, so aus euch jemand Töchter hat, wird er sie wohl einem „Unbezeichneten“ geben, oder werden sie einen „Unbezeichneten“ verlangen? Kann jemand, wenn er nicht ein Zeichen hat oder ein Amt vom Tier erhielt, noch irgendein Weltglück machen!? – Ihr selbst seid „bezeichnet“ – bis auf Meinen Knecht, den Ich mit großer Mühe bis jetzt noch unbezeichnet erhielt. Ich sage euch aber, wenn Ich es zuließe, dass er eine eurer Töchter verlangte, ihr würdet ihn ganz sonderbar bedenklich ansehen und ihm freundlich raten, davon abzusehen, da es sich doch nicht tun möchte, weil er nicht „bezeichnet“ ist! So ihr aber schon solches tätet mit einem, den Ich euch in der Nacht der Nächte zur Leuchte gemacht habe, was würdet ihr erst tun, so sich ein anderer „Unbezeichneter“ unterstände solches von euch zu verlangen? – Ich sage: Ihr ließet die Töchter eher lebendig einmauern – wohl verstanden!
Ich bin der Meinung, nun dürfte euch die „Bezeichnung“ wohl so ziemlich klar sein! Wer vermag nun zu kaufen und zu verkaufen ohne dieses Zeichen? Aber die „42 Monate“ sind bald zu Ende, da die Gebote der Nächstenliebe schon über 5 mal 7 fach auf die Eigenliebe angewendet wurden. Ich aber sage euch, sucht das „Zeichen“ durch das Feuer Meiner Liebe zu vertilgen, sodann werdet ihr zum wahren, inneren Leben gelangen! Darum aber ist es gerade jetzt so schwer, zum inneren Leben aus und in Mir zu gelangen, weil das „Zeichen“ jeden in die Welt hinausbrennt. Daher lasst euch von Mir von der Welt des Tieres zurückbrennen durch Meine Liebe, so werdet ihr das Leben finden, jetzt und ewig! Das spricht der Heilige, Große, Erste und Letzte. Amen, Amen, Amen!“ [HiG.01_41.05.07]

„Es wird wohl die Industrie dieser Welt fleißigst betrieben, um schneller den Geist zu ertöten und möglicherweise auch ganz zu vernichten die ohnehin kärgliche Aussaat des Samens zum ewigen Leben! – Vom Gegenteil hört man nichts; keine Industrie will sich erheben, in welcher man eigene „Manufakturen“ errichten wohl möchte, Ich meine „Fabriken“, in denen nur Werke der christlichen Liebe, der Demut und lieblichsten Sanftmut erzeugt werden möchten und nimmer die Werke der Hölle, des Todes, des Satans.
Es reisen jetzt Künstler, Gelehrte und allerlei Forscher zu Land und zu Wasser. Sie reisen zu Haufen auf allen nur möglichen Wegen und Stegen. – Was wird wohl der Zweck ihrer Mühe doch sein? – O der ist gar nicht schwer zu erraten! – Was reimt sich auf „Welt“? – Siehe, „Geld“! – Ja, das Geld, das verfluchte, bewegt nun alle die Künstler, Gelehrte und allerlei sonstige Forscher zu Land und zu Wasser. Und keiner von all den Genannten bereist die Erde aus höheren Gründen: aus Liebe zu Mir und aus Liebe zum Nächsten.
Die weltliche Ehre, ob welcher in früheren Zeiten auch manche gar seltene Taten verübten, ist nun auch dem Tod verfallen. Es ist zwar kein Schade um sie, denn gar oft hat sie Brüder gegen Brüder entzündet, und zahllose Kaine erschlugen die Abel. Doch diese Triebfeder zu gräulichen Taten ist nun beinahe gänzlich verschwunden. Das Geld hat nun die Stelle der Ehre übernommen; wer dieses besitzt, dem wird alles zuteil! – Ob's ewige Leben auch?! – Dieses wird einstens sich zeigen! – Wohl möglich bei manchen – unmöglich bei vielen.“ [HiG.02_47.07.05,04-06]

4.2. Die Eisenbahn und ihre Auswirkungen
Die erste öffentliche Eisenbahn, die neben Gütern zum ersten Mal auch Personen beförderte, wurde im Jahr 1825 in England eröffnet.

„Gar entsetzlich wird auch über die gegenwärtigen Eisenbahnen geflucht und geschimpft. Es ist wahr, sie sind den Menschen ein böses Zeichen dieser Zeit, und Ich wollte, dass sie nicht wären; aber die Menschen wollten es, und so will Ich es auch. Saht ihr nie früher, wie die Großen und Reichen Equipagen hielten und gefahren sind kreuz und quer? Wenn aber ein Armer des Gehens müde, sie anflehte, dass sie ihn möchten ein wenig aufsitzen lassen, da war er bei nur einiger Zudringlichkeit mit der Peitsche zurechtgewiesen; ja, selbst wenn er noch zahlen wollte, wurde er nicht angenommen. Jetzt sitzt in einem und demselben Wagen ein stinkender Bauer, auch ein anderer sogenannter Vagabund, und neben ihm muss sich eine feinnasige Stadtdame platzieren, und beide fahren um denselben Preis und genießen die gleichen Rechte. Das oftmalige städtische „Fi donc!“ neben einem Rossknecht hat ganz aufgehört, und den Dienst der früheren Wohlgeruchsflakons verrichtet der Kesselrauch. Dadurch werden die feinen Nasen etwas durchgeräuchert und empfinden den unangenehmen Geruch des Bauern nicht mehr so sehr. So konnten auch früher die Kavaliere und neben ihnen die großbürgerlichen Fashionables nie geschwind genug fahren. Unglücklich der, der sich auf der Straße befand; es wurde rücksichtslos über ihn hinweg gefahren. Nun gibt es Geschwindigkeit genug; ein solcher Schnellsegler kommt auf der Eisenbahn wenigstens zu der Besinnung, dass sein Pferdefuhrwerk dagegen doch nur eine reine Pfuscherei ist. Daher lässt er seine Equipage zu Hause und fällt auf der Straße nicht mehr so oft den Wanderern lästig; denn er selbst fährt nun lieber auf der Eisenbahn als in seinem Wagen. Welch eine große Wohltat aber ist es für jene Straßenräuber von Wirten, denn diese fangen jetzt erst an, ein wenig Menschen zu werden! Und welch eine gerechte Zuchtrute für allerlei Fuhrleute, die für eine einzige Fuhre von wenig Posten nicht selten zweimal so viel verlangten, als was ihr Wagen und ihre Pferde wert waren! Die Schmiede an den Straßen, die für einen Nagel oft so viel verlangten, als wenn er von Gold wäre, kommen jetzt erst zur Einsicht beim Anblick ganzer eiserner Straßen, dass das Eisen denn doch nicht gar so teuer sein kann! Auch Wagner, Sattler und Riemer wissen erst jetzt, was ihre Ware wert ist; denn früher glaubten sie lauter Gold- und Silberwaren zu verkaufen. Auch die Haferwucherer werden nach und nach zu der Einsicht kommen, dass sie bei weitem weniger von dieser Frucht werden vonnöten haben! Und die Stadtkutscher, die früher nie wussten, was sie für ein schlechtes Fuhrwerk verlangen sollten, können jetzt um zwei Groschen fahren, und wer mehr verlangt, der kann sich selbst spazieren fahren bis zum Bahnhof hinaus, wo irgend einer ist, und dort wehmütig zusehen, wie Hunderte von Reisenden um einen geringen Fuhrlohn sich schnell weiterbewegen. Auch die Posten, die früher nie wussten, für wie viele Pferde sie einen Stall mieten sollten, haben jetzt an wenigen sogenannten Kleppern hinreichend. Und die Aktionäre werden dadurch auch, und hauptsächlich ob des sehr schnellen Beförderungsmittels, ehestens zur Einsicht gelangen, dass sie sich hier sehr gewaltig verspekuliert haben; denn da wird ihr vermeintlicher Gewinn doch sicher gehend werden so wie der Schnee an der Sonne, und sie werden auch erkennen, dass in den Wasserdämpfen nebst der mächtigen Triebkraft sich auch die vermögenauflösende
befindet. Aber ungeachtet alles dessen schimpfen die Menschen über diese Zuchtrute, die sie selbst durch allerlei Mittel zuwege gebracht haben; aber: selbst getan, muss man auch selbst haben und leiden! Wenn aber Wirte, Fuhrleute und andersartige Professionisten und die Aktionäre menschlich werden, wie sich's gebührt, dann soll es auch mit der Zuchtrute besser aussehen; denn alles liegt in Meiner Hand, und Ich kann es so und so gestalten und verändern. Ich habe einmal gesagt, dass Ich an diesem Werk [Eisenbahn] kein Wohlgefallen habe, und so ist es auch; denn Mich freut die Zuchtrute nicht. Aber da sie einmal da ist, wie sie die Menschen wollten, so soll sie den Guten frommen und den Schlechten zu einem Fluch gereichen. Ihr mögt euch nun ganz ruhig ihrer bedienen, und Ich will noch den obendrauf segnen, der sich ihrer bedient, damit die Straßenräuber eine volle Züchtigung erhalten.“ [Er.01_064,11-12]  

„Es werden sogar viele können in kürzerer Zeit weite Reisen machen und werden manche können mit großer Leichtigkeit anderer Städte Theater, Bälle und dergleichen besuchen, – es wird einen wahren Zentralkonflikt der Unterhaltungen und Belustigungen aller Art geben. Aber was und wie viel Ich und Mein Reich dabei gewinnen werden, höre, das ist eine ganz andere Frage!!! – Luxus aller Art, neue Weltbedürfnisse, Stolz, Hoffart, Pracht, böse fremde Sitten, Unzucht, Hurerei, Gottesvergessenheit, Eigenliebe, Gewinnsucht, Fraß, Völlerei bei den Prassern, Vaterlandsgeringachtung, Geringschätzung alles dessen, was Mich betrifft, Kaltsinn gegen der Brüder Armut, Geringachtung sogar aller Staatsgesetze, wenn sie sich etwa auf Gewinnbeschränkungen erstrecken sollen, daraus Unzufriedenheit im allgemeinen! – Doch von den weiteren schönen Folgen daraus – lasst uns für jetzt noch schweigen. – Die Erfahrung aber wird euch erst die Quittung über diesen baren Empfang mit blutroter Schrift unterzeichnet von zahllosen Armen übergeben! – Wie demnach ein solch industriöses Unternehmen und erst vollends das Gelingen desselben bei Mir angeschrieben ist, könnt ihr euch sehr leicht vorstellen! Die Apostel haben Mein Wort ohne Eisenbahnen in alle Erdteile überbracht. Das war doch sicher der allerwichtigste Artikel für jeden Menschen, dem an Mir und am ewigen Leben etwas gelegen ist. Und Meine Erwählten kamen zu Mir und fanden Mich sicher ohne Eisenbahnen! – Aber wer weiß, zu was alles noch die Eisenbahnen dienen werden? – Es gibt zwar in allen Meinen Himmeln bis jetzt noch keine Eisenbahnen, aber – es könnte leicht sein –, dass am Ende Ich Selbst werde den Himmel so mit lauter Eisenbahnen für die Zukunft überziehen lassen, dass er da ganz wieder metallen wird, wie er ward zu den Zeiten Noahs und Lots! Dann aber auch werde ich Meine jetzigen Lots aus den Städten führen und den Städten geben den Teil Sodoms und Gomorras!“ [HiG.03_42.01.30,07-09]

5. Die Jetztzeit
Jesus zu Jakob Lorber im Jahr 1849:„Es steht geschrieben von dieser Zeit, wie sie beschaffen sein wird, und seht, die vorhergesagten Erscheinungen sind nun da im Vollmaß; wer kann sie verkennen? – Sind aber nun allerunzweideutigstermaßen die vorhergeweissagten Erscheinungen eingetroffen, wer mag noch fernerhin zweifeln daran, dass nun nicht auch in der Bälde jener große Tag eintreffen werde, der eine abermalige größte, letzte und daher bleibende Ankunft Dessen mit sich bringen wird, von Dem die beiden Engel aus den Himmeln an der Stelle, an der Er hinauffuhr in Sein Reich, aussagten zu denen, die Ihm nachweinten: „Was weilt ihr nun traurig da und schaut Dem nach, der aufgefahren ist in Sein Reich? Seid getröstet und zieht nach Hause; denn dieser Jesus, den ihr nun gesehen habt auffahren in die Himmel aller Himmel, wird einst so, wie Er nun aufgefahren ist, wieder herniederkommen und richten alle Geschlechter der Erde! Wohl denen, die Er als gerecht finden wird; diese werden Seine Kinder und Er ihr Herr und Vater sein. Wehe hingegen aber allen, die in aller Ungerechtigkeit verharrt sind; wahrlich, ihre Verantwortung wird ihnen zum Mühlstein am Hals werden!“ – Was diese beiden Engel Gottes und was Ich als der Herr und Gott Selbst von der einstigen Wiederkunft Christi vorhergesagt habe, das ist nun zur Reife gekommen und wird geschehen in der Bälde; denn die Vorbereitungen sind nun schon beinahe alle ins Werk gesetzt worden. Der Menschen Herzen sehen nun aus wie diese Zeiten mit ihren grauenhaften Erscheinungen. Sie sind voll Herrschsucht, Geiz, Neid, Fraß, Völlerei und Hurerei, voll Hader, Zank, Schmähsucht, voll Raub, Krieg, Mord und Pestilenz jeglicher Art. Der Unfrieden und die Lieblosigkeit und vollste Unbarmherzigkeit hat sich ihrer bemächtigt, und dadurch ist nun auch solch eine Trübsal über die Erde gekommen, wie ihresgleichen eben diese Erde noch nicht getragen, gefühlt und geschmeckt hat. Es ist daher nötig, dass dieser trübseligsten Zeit bald ein Ende gesetzt werde, da sonst noch jene, die bisher zu den Auserwählten gezählt wurden, Schiffbruch leiden könnten. Bevor aber Ich als der Herr und Schöpfer alles Lebens wiederkommen kann, muss der Erdboden von allem Unkraut gar fein gereinigt werden; und diese Reinigung geht soeben auf allen Punkten der Erde vor sich. – Wer nun an seiner Seele wissentlich krank ist und nicht trachtet, dass seine Seele gesund werde, der wird nicht lange machen, bis er zugrunde gehen wird!“ [HiG.03_49.04.06,06-09]

5.1. Gerichtsvorhersage für Spekulanten und Wucherer
„O Herr, Du lieber heiliger Vater! Siehe, Du hast für uns unwürdigste Sünder dieses Jahr mit allem dergestalt gesegnet, dass nach der Kunde von allen Erdgegenden man sich kaum irgendwann eines so überaus gesegneten Jahres erinnert, als nun da ist dieses gegenwärtige Jahr 1847. Überall Obst in großer Menge, die Feldfrüchte überreich, auch die Erdäpfel versprechen bis jetzt eine sehr reiche und gesunde Ernte, und der Weinstock ist auch allenthalben reichlichst beladen und lässt mit Deiner Gnade ebenfalls eine reichliche Fechsung (Ernte) erwarten. Also ist auch fürs Futter der Tiere gesorgt. – Kurz und gut, dies von Dir über und über gesegnete Jahr lässt nichts zu wünschen übrig, was da betrifft Deinen Segen. Aber siehe, o heiliger gerechtester Gott und Vater! trotz dieser Deiner Segnung fängt hie und da schon wieder ein neuer, grässlichster Wucherwurm sein rein höllisches Metier zu treiben an. Er kauft um hohen Preis die heurigen Kornfechsungen zusammen, um dadurch fürs erste wo möglich den hohen Getreidepreis aufrechtzuerhalten und seinen alten Vorrat um den wahrsten Sündpreis an den Mann zu bringen; und fürs zweite, um dadurch für die Zukunft eine künstliche Getreidenot zu erzielen und damit die Getreidepreise so hoch als nur immer möglich zu heben! – O Herr! – hast Du denn für diese allerechtesten Teufel von Wucherern keine Blitze mehr und keine Pest?! – Wie lange wirst Du an ihnen denn noch Deine Geduld erproben?
Schreibe nur Meine gerechte Zornantwort als Vorhersage dessen, was Ich ehestens tun werde. Siehe, du Mein armer Knecht, Blitze würden weniger erzwecken bei dieser Sache, als dir ein schlechtes Pfennigstück zum Ankauf einer Herrschaft, und die Pest würde die Unschuldigen mit den Schuldigen treffen. Und würde Ich ob einiger Auswürflinge der Hölle die Erde verfluchen, da ginge es sogleich auf der ganzen Erde zu wie zu den Zeiten Noahs und zu den Zeiten Lots! Aber Ich habe etwas ganz Eigentümliches beschlossen, das Ich ehestens tun werde allen Wucherern und anderen Spekulanten; einen Lohn werde Ich ihnen geben, über den sich der Satan selbst samt allen seinen Engeln hoch verwundern solle!!! – Wahrlich, wahrlich, wer jetzt lacht in seiner Fülle und seinem Reichtum, während zahllose Arme nicht wissen, woher sie morgen einige Kreuzer fürs Brot erbetteln sollen, der soll Mir in kurzer Zeit auf eine Art weinen, von welcher Art zu weinen die Welt noch nie ein Beispiel gesehen hat! –Ich sage dir, das wird mehr und unaussprechlich ärger sein allen diesen Spekulanten und Wucherern und Häuser- und Wohnungsmaklern und Industriehelden und allen großen Grundkäufern, Verkäufern und Besitzern und allerlei Baumeistern und Großplanmachern und Wechslern – als Blitz, Pest und Krieg! –  Die Brandfackel Meines gerechten Zorns ist bereits in die Erde gesteckt; mit einem Feuermeer Meines Zornes will Ich Meinen alten Rachedurst stillen! – Die Höllenbrut, dieses alte Natterngezücht soll es fühlen, wer Ich, der lange vergessene Gott, bin!!! – Sie, diese Brut, die den Vater schon lange missachtete und gänzlich leugnete, nun von Tag zu Tag nur noch stets mehr leugnet, wird sich wohl müssen den ewigen allmächtigen Richter gefallen lassen; aber wie gesagt auf eine Art, von der noch keiner Hölle und keiner Welt je etwas geträumt hat!!! – Ich sage dir aber nicht wie und bestimmt wann, auf dass Ich desto leichter und desto erschrecklicher in die Häuser der angeführten Frevler an Meiner Gnade und Erbarmung als ein allerschonungslosester Dieb, Räuber und Mörder zur tiefsten Nachtzeit werde einbrechen können! – Sieh, für Blitze hat man nun schon die besten Ableiter erfunden, für Pest Kordone und verschiedene Arzneien von Wirkung, und den Krieg führt man nun mit Federn und mit dem Mund in den Kammern; aber gegen Mein neues Gericht trägt die Erde kein Gegenmittel, außer das Gebet derjenigen, mit denen Ich umgehe wie mit dir, du Mein armer Knecht. Diesen aber werde Ich für die Zukunft schon sagen, wann und für wen sie zu beten haben und unter welchen Bedingungen, auf dass Mich ja nichts behindern solle, Mein Gericht, das Ich lange zurückhielt, nun einmal in aller Schwere die Frevler kosten zu lassen, so keine Besserung geschieht! – Damit begnüge dich; denn diesmal sollst du einem Jona gleich kaum umsonst Mein Gericht vorhergesagt haben amen, amen, amen.“ [HiG.03_47.07.19]

5.2. Zeichen der letzten – heutigen – Zeit
„Jetzt ist eine tanzende und springende Zeit, die allerfinsterste! Das ist ein Zeichen, dass die Welt sehr nahe ist einem ungeahnten Sprung, und zwar einem Sprung von Meiner nun höchsten Liebe über eine unendliche Kluft ins Meer Meines höchsten Zornfeuers!
Die schändliche Kleidertracht ist ein Zeichen, dass die Welt in die schändlichste Hurerei übergegangen ist, wodurch jeder sich selbst ein finsterer Götze geworden ist und sich selbst, nahe anbetend, dient und möchte auch vor allem angebetet sein. – Siehe da Sodom und Gomorra! – Darum ist herangekommen das Ende!
Die stets zunehmende Ehelosigkeit, da um der reichen Wucherer wegen der ärmere Mensch ohne Weib, also wie ein halber Mensch, zu verbleiben genötigt wird, ist ein schreckliches Zeichen! Bei allen Heiden durften sogar die Sklaven Weiber nehmen. Jetzt aber setzt man dem freien Menschen Schranken, darum er arm ist und damit der Wucher keinen Schaden leide! – Darum sei verflucht diese letzte Zeit und jeder Wucher mit ihr!
Siehe an die sogenannte Industrie, dieses arge Zeichen dieser Zeit! Sie ist die Seele alles Wuchers, die Unterdrückung aller Nächstenliebe und der letzte, breiteste Weg zur Hölle. Den Beschluss werden die metallenen Wege machen! – Verstehst du dieses sprechende Zeichen dieser Zeit!?
Die stolze Erweiterung der Städte, da unter vielen tausend Häusern nicht zehn für die Armen gebaut werden, ist ein starkes Zeichen dieser Zeit. Denn auch zu Sodom schob man fremde arme Brüder aus der Stadt, um dadurch den inneren (einheimischen) Prassern ihre Schätze zu sichern. – Verstehst du diese Zeichen?
Was gilt jetzt der Mensch dem Menschen? – Ich sage dir, man zahlt für eine Fuhre Unrat mehrere Silberstücke; doch halte einmal einen Markt von armen Menschen, dass sie gekauft würden zur Unterstützung, und du wirst einen spottschlechten Markt halten! So arg war es wieder zu Sodom nicht! – Verstehst du dieses Zeichen der letzten Zeit?
Siehe die papierne Zeit! – Welche Festigkeit soll sie bieten? Ich sage dir, sie wird keinen Druck mehr vertragen! Wie leicht aber das Papier zerrissen wird, zeigen schon die schwächsten Kinder! – Verstehst du dieses Zeichen?
Verstehst du die Farbe der Häusertünche? – Ist sie nicht die des Todes? – Also steht es schon überall an den Wänden der Häuser geschrieben, um welche Zeit es sei!
Es ist durch Johannes gezeigt worden, was da geschehen wird, wenn das Brot verteuert und versteuert wird! Lies nur, was den Heuschrecken verkündet ist, so sie es täten! – Siehe, diese Zeit ist da!
Schaue an, der Wucher ist bekleidet mit allem Schutz, Schild und Schirm, und eine ganze Welt voll Sachwaltern steht mit Macht ausgerüstet da, um seine „Rechte“ zu verteidigen. Siehe an, wie sie Meine Erde zerreißen und zerstücken! Soll Ich dazu schweigen? Erkenne dies Zeichen, dies letzte, dies höllische! Eigentums-Rechte über Rechte! Und doch bin Ich allein der Herr! – Daher erkenne auch dies arge Zeichen!
Siehe an die Unzucht der Weiber dieser Zeit und die gänzliche Gefühllosigkeit der Jugend, die jetzt nur fürs Leibliche erzogen wird und endlich zur frühzeitigen Hurerei vor aller Welt! – Wohin mit der Welt?! – Ja, in die Hölle mit ihr! Dies ist die letzte Zeit! – Verstehst du sie? Endlich siehe, um was jetzt fast gar alle Kirchen sich streiten! Siehe, es ist das Gold der Welt. Gold und Tod aber ist bei Mir in Hinsicht der Welt gleichbedeutend!
Siehe, das ist der wahre Antichrist, der große Wunder nun tut! Aber seine Zeit ist vor der Tür! Verstehe es, des Frevels Ende und sein letztes Gericht ist vor dir und euch allen! Amen. Amen. Amen.“ [HiG.02_42.01.25]

5.3. Luzifers Jagd
„Nun sehe, da Ich dir hier gezeigt habe des Leibes Besessensein, so habe Ich dir auch gezeigt das geistige Besessensein der Menschen. Denn es verhält sich mit dem geistigen gerade so, wie mit dem leiblichen. Und es ist solches Besessensein nun so normal geworden, dass es die Menschen gar nicht mehr merken, welch scheußlichen Mutwillen die bösen Gäste mit ihnen treiben. Ja, so sehr sind die Menschen jetzt „besessen“, dass in ihnen das Bösgeistige und ihr Eigenes völlig eins geworden ist. Da spricht der böse Geist nur für sein Haus und das Haus für seine schnöde Wohnpartei. Denn da sind Tanz, Hurerei, Groll, Schelten, Fluchen, Rauben, Stehlen, Lügen, Stolz, Hochmut, Prahlerei, Ehrabschneidung, Neid, Geiz, Hoffahrt, Fraß, Völlerei, Spott und Hohn gegen alles Mich betreffende, Pracht, Mode, Luxus und dergleichen Eigentümlichkeiten nichts als vollkommene, untrügliche Zeichen des allerintensivsten Besessenseins. Wer es nicht glauben will, der versuche nur schnell die empfohlene Diät des Geistigen in der Selbstverleugnung und nehme mehrere kleine Dosen Meines Worts ein, und wahrlich sage Ich, er wird sich bald überzeugen, welch ein „Herr“ da in ihm wohnt. Und wird dieser durch Mich hinausgeschafft, dann werden diese Bestien gleich die ganze Welt gegen einen solchen Befreiten reizen. Wer daher nicht glauben möchte diesem Wort, der versuche nur die „Homöopathie des Geistes“, und er wird sich alsbald überzeugen, dass Ich, die ewige Wahrheit, treu bin in jeglichem Meiner Worte. Aber es ist die allgemeine Auszeitigung nicht mehr ferne! – Dann dreimal wehe dem Inhaber solcher Güter! – Amen. Das sage Ich, die urewige Wahrheit Selbst!“ [HiG.01_41.01.30,11-16]

„Ein Nachtrag über das Besessensein! – Doch so Ich dir hier für die Menschheit Schauerliches im Vollmaß verkünden werde, so denke, dass Ich es bin, dem alle Dinge möglich sind! – Wenn irgend bei einem Menschen, der sonst fromm und tugendhaft ist, sich böse, fremde Wesen entweder durch Gebärden, und zwar sogleich wohl erkennbar, oder auch bei besonderen Fällen, in fremdartigen Stimmen durch allerlei, mit Hohn und Spott lästernden Reden zu erkennen geben, da sie den armen Besessenen martern, schlagen und hin- und herwerfen, so hat diese Erscheinung einen dreifachen Grund. Wenn da gefragt würde: wie kommt so ein unschuldiger Mensch zu solcher Qual, warum und wann? – da denke dir zuerst: Wenn ein Reh auf der Jagd erlegt worden ist, so wird nach demselben nicht mehr gejagt werden, da wird das Erlegte nach Hause getragen als Beute der Jagd. Wo aber ein Wild von den Hunden noch im Forst gewittert wird, siehe, da geben die keine Ruhe dem Wild und verfolgen es unausgesetzt, auf dass sie es brächten vor des Jägers tödliches Gewehr, um dann wieder frisches Blut zum Lecken zu bekommen. – Und dann hat fürs dritte jeder Weidmann aber auch seine Zeit und beobachtet die Reife des Wildes und schont es zuvor sorgsam und verhütet das Gebell der Hunde, um das Wild nicht aus dem Forst zu schrecken. Das Wild aber ist schuldlos, denn es vermag nichts zu merken von des Weidmanns Tücke. Und oft geschieht es, dass es ein dummes Wild ist und bleibt wie gefesselt im dunklen Revier des Todes und lässt sich erjagen von den Hunden und töten vom Jäger. Wisse, dass der Fürst der Finsternis unablässig Jagd macht auf alle Menschen und sie sämtlich als das Wild seines großen Reviers betrachtet. Und war er früher nur ein Raubjäger, so hat er sich aber jetzt auf eine kurze Zeit zum Jagdinhaber aufgeworfen und weiß daher sein Wild zu schonen bis zur bestimmten Zeit, da er dann wieder eine große Treibjagd gibt, um mit reicher Beute beladen heimzukehren. „Solche „Jagdzeiten“ [des Fürsten der Finsternis] aber sind vorzugsweise jene öffentlichen Belustigungen, Krieg, Zwietracht, Hurerei und dergleichen mehreres. Und da sind Tänzer, Krieger, Neider, Hurer und so fort nichts als gehetztes „Wild“. – Wohl denen, die sich noch frühzeitig vor der Hetzzeit in Mein Revier geflüchtet haben, so ihnen die Ahnung oder Meine fernrufende Stimme verkündete, was da kommen wird gar bald über den Forst des Satans! – Wehe aber den Gehetzten, wahrlich sage Ich, des Beute sie geworden sind, des sollen sie auch bleiben!
Wehe den Musikern, die da stoßen gar eifrig Tag und Nacht in die Jagdhörner des Satans, um das Wild zu betäuben und zu hetzen zu dem tödlichen Feuerrachen des Fürsten aller Teufel! Hört, ihr getreuen Söldlinge des Satans, die ihr die Sprache des Himmels stoßt in die Posaune des Todes, euer Lohn wird groß werden im Reich dessen, dem ihr so getreu dient! – Höre, du Mein Schreiber, solche können nicht besessen werden, da sie ohnehin selbst zum Jagdgefolge des Satans gehören. O zweifle nicht, dass es so ist, denn die Tanzmusik ist eine trügerisch feine Stimme des Satans und gleicht dem Gesang der Sirenen, von dem die Alten gar weise fabelten. Wer aber solche Stimme führt, ist kein Besessener mehr, sondern einer, der da selbst fangt und Besitz ergreift.
Wehe euch Tanzmeistern und Vortänzern, Ballgebern und Ballmeistern, auch ihr gehört gleich den Musikern zum Jagdgefolge des Satans und seid wohl brauchbare Schuss- und Treib-Teufel selbst! Euch brauche Ich nicht euren Lohn für dereinst auszusprechen, denn in dessen Amt ihr steht, der wird euch euren Sold schon ohnehin wohl ausgemessen haben! Ihr seid fleißige und gar treue Diener eures Herrn; jeder Arbeiter aber ist ja seines Lohnes wert! Und so könnt ihr wahrlich ganz vollkommen versichert sein, dass ihr dereinst, und zwar bald schon in der letzten Zeit der großen Lohn- und Preisverteilung durchaus nicht zu kurz kommen werdet! Denn wahrlich, es wird da gehen nach Meinem Ausspruch, und der möchte euch wohl ein sicherer Bürge dieser Verheißung sein! – Siehe, du Mein Schreiber, auch diese sind und werden nicht besessen, sondern überdenke diese Art Menschen wohl, und du wirst gar bald finden, dass sie nichts als Mammons wohlgeschmeidige Diener sind, denen es mit wohlleserlicher Schrift auf die Stirn geschrieben steht: „Erlaubt es uns und gebt uns Geld, und wir wollen euch die ganze Welt vergiften und Tanzsäle errichten, in denen Sonnen ihren Auf- und Niedergang feiern mögen und Erden gleich Erbsen herumkugeln!“ O siehe, für so große und herrliche Pläne wird dereinst ja auch ein gar großer Preis und Lohn folgen müssen! Denn wahrlich, an solchen großdenkenden Geistern leidet der Himmel die größte Armut!
Wehe euch Schülern solcher Meister! – Wahrlich, Ich sage euch, der Fürst der ewigen Nacht hat eure Namen getreu eingetragen in sein großes Buch des Todes. Und der Engel Meiner Gnade hat dafür gleichzeitig dieselben ausgelöscht aus Meinem Buch des Lebens. Und darob werdet ihr einst zu denjenigen gezogen werden, die da sagen werden: „Herr, Herr, wir haben ja Deinen Namen angerufen, wir haben geglaubt, dass Du der lebendige Sohn Gottes bist, haben wir auch keine Wunderfrüchte des Glaubens getragen, so haben wir aber doch geglaubt und waren Zeugen Deiner Gnade und wirkten in der Macht Deines Namens all unser Tun, da wir wohl wussten, dass ohne Deinen Willen ja nicht einmal ein Sperling vom Dach zu fallen vermag!“ Ich aber werde dann so frei sein und werde ihnen keck und trockenweg entgegnen: „Weicht von Mir, ihr Verfluchten und Gehetzten, Ich habe euch noch nie als Mein Eigentum erkannt: Meint ihr, dass Ich ein Räuber und Dieb bin und Mir fremdes Wild zueignen möchte!? Das sei fern! Dem ihr zu eigen geworden seid, dahin kehrt, damit euch euer Preis werde! Denn Ich kenne euren Inhaber, und Meine Gerechtigkeit geht weiter als ihr es denkt. Und darob soll des Satans sein, was er sich erworben hat, und Mein das nur, was von Meiner Stimme gelockt, früh genug Mein Revier betreten hat. Es soll dereinst der große Fürst des Todes, dem ihr euch zu eigen gemacht habt, keine Sache wider Mich haben, als wäre Ich je ungerecht gegen ihn gewesen. Sondern da soll dann das Seinige ewig sein und das Meinige ewig Mein verbleiben – und zwar das Seine in des Gerichts und aller Verdammnis Feuerqual mit und bei und in ihm, wie das Meinige in des Lebens höchster Seligkeit und Wonne mit, bei und in Mir!“ – Siehe, du Mein Schreiber, diese „Schüler“ gehören schon zu den Besessenen. Denn wer da besitzt das Gebiet, dessen ist auch das, was darauf Wohnung macht. – So aber jemand zur rechten Zeit der Freilassung, welche die kurze irdische Lebenszeit ist, das böse Gebiet freiwillig und gänzlich verlässt und kommt zu Mir, um auf Meinem Revier Wohnung zu machen, den werde Ich aufnehmen und ihn zu Meinem Eigentum machen. Und Ich werde Mein Gebiet wohl zu verschanzen wissen vor den Feinden und (unbußfertigen,) gehetzten Überläufern, auf dass Mein Gebiet ein geheiligtes bleibe und Meine Einwohner völlig gesichert seien. Hört aber alle, ihr Gehetzten, das ist Meine Stimme: Wahrlich, sage Ich euch, ihr werdet nicht hineingelassen werden auf eurer Flucht in Mein Gebiet! Denn dessen Name einmal eingetragen wurde ins Buch des Todes, für den werde Ich nimmer streiten und widerrechten! Denn es soll ewig das Recht des Grundbuchs von Mir gar sehr berücksichtigt werden.
Zu dieser Klasse sollen auch gerechnet sein alle Mode- und Luxushändler, alle die Fabrikanten solcher Scheusalsdinge des Satans und auch alle jene, die dergleichen anrühmen, verteidigen, gutheißen und sogar oft wohlmeinend fördern, wie auch alle jene, die daran teilnehmen und Geschmack daran finden. Und so auch wehe dereinst jenen, die dergleichen wohl verhindern mochten und es nicht taten aus zeitlichen Interessen! Alle diese sollen nie zu Meinem Eigentum werden, wie auch jene nicht, die diesem Wort nicht glauben werden, dass sie gerettet werden möchten. – O zweifle nicht, du Mein Schreiber! Es ist so! Und es werden einst gar viele kommen hin zu Meinem Gebiet und werden da ohne innere Buße Meinen Namen anrufen. Aber wahrlich sage Ich dir, sie werden nicht hineingelassen werden. Und siehe, da wird dann viel Lästerns und Verwünschens vorkommen und werden sich da viele anklammern an das Holz Meines Forstes, um es aus Rache zu verderben. Allein das Mark Meines festen Holzes werden sie nimmer erreichen. Und so Ich alsbald die Bäume Meines Forstes werde reinigen lassen, siehe, da bin Ich ein guter Förster und werde die Äste schon wieder zurechtbringen. Und dass Ich solches dulde und Selbst aber keine Eingriffe in des anderen Eigentum mache, geschieht, dass dereinst, wie schon gesagt, Mein Feind Mich nicht der leisesten Ungerechtigkeit beschuldigen kann. Daher suche Ich auch niemanden mit Zwang und Gewalt und will nicht jemanden bereden zu Mir, sondern wer da kommt, Mich sucht und pocht an der Tür Meines Gebiets zur rechten Zeit, und zwar laut schreiend und mit aller Gewalt pochend und reißend an der Türe Meines Gebiets, dem will Ich die Türe öffnen und ihn wohl aufnehmen. Aber wer da zur rechten Zeit nicht kommen und nicht schreien und gewaltsam pochen und reißen wird an der Tür, wahrlich sage Ich dir, um dessen Besitz werde Ich mit Meinem Feind nicht rechten, sondern was da kommen wird über Meinen Feind, wird auch kommen über sein erworbenes Eigentum! Wie aber da gekommen ist der Tod durch den Einen und wieder das Leben durch den Einen – so wird am Ende auch das Gericht gehalten werden gegen jenen Einen und alles wird gerichtet werden durch diesen Einen! – So aber der Fürst der Welt gerichtet wird von dem ewigen Sohn des Vaters, da wird dann auch all sein Eigentum gerichtet werden mit und in ihm. Denn so ihr einen Verbrecher richtet, richtet ihr da nicht zugleich dessen Eingeweide? Und wird sich ein Glied lebend erhalten, wenn der Verbrecher getötet wird?! – Siehe, desgleichen wird auch dereinst, und zwar nicht gar zu lange mehr, geschehen!
Überdenkt wohl, was Ich hier gesagt habe! Ich habe noch vieles verschwiegen, doch lasst das Überflüssige! Es soll da noch ein Nachtrag folgen! Amen. – Das sage Ich, die Ewige Liebe! Amen.“
[HiG.01_41.02.01]

„Das Folgende sei der Schlussnachtrag über das Besessensein! – Und so du auch hier im Allgemeinen wenig Tröstendes finden wirst, sondern Schauderhaftes über Schauderhaftes und Schreckliches über Schreckliches, ja so du vernehmen wirst darin den Donner vom großen Gericht nicht mehr fern erdröhnen, so denke, dass Ich die Ewige Liebe bin, der alle Dinge möglich sind! Denn Meine Wege sind unendlich und Meine geheimen Ratschlüsse unerforschlich! So du hier aber willst der Welt wegen Fragen stellen, so sollen sie geschrieben sein, und das sei dir gestattet! Doch so du fragst, da frage bescheiden und verständigen Herzens.
Frage: „O Herr, in welcher Ordnung kommt denn hernach des Besessensein vor, und gehören die Besessenen des Alten und Neuen Testamentes wie die der neueren Zeit, deren Justinus Kerner und Professor Eschenmayer erwähnen, auch in die Ordnung der von Dir bezeichneten Besessenen?“
Antwort: Siehe, die ersten vom Jagdgefolge Satans sind die Locker in jeder böswilligen Absicht, und von den Lockern diejenigen voran, deren verführendes Unternehmen am lockendsten, reizendsten, dabei aber so gar geziemend und wohlanständig sittlich erscheint, dass demnach durch solchen feinen Betrug des Satans die Menschheit ordentlich gezwungen wird, sich von solchen Unternehmern ins ewige Verderben ziehen zu lassen.
Zu dieser ersten Klasse gehören demnach alle die Modisten im ausgedehnten Sinn, dann alle Tanz- und Ballgeber, dann alle Tanzmusiker, dann alle Tanzlehrer, Tanzmeister, Vortänzer und Vortänzerinnen, wie auch die sogenannten Frei- oder Ballet-Tänzer, wie auch alle jene, die diese Vexier-Kunst des Satans anrühmen, gutheißen und sie mit Wohlgefallen betrachten, und endlich auch noch diejenigen Jünglinge und Mädchen, deren Herz daran hängt. – So du aber in dir sagen möchtest, dich wundernd, warum der Tanz denn gar so eine gefährliche Hauptsache des Satans sein kann, und soll der Mensch denn auf der Welt niemals sich lebensfroher und heiterer Stunden erfreuen? – Darauf gebe Ich dir zur Antwort: Höre, hast du denn niemals vernommen, auf welche Art der schlaue Fuchs die Hühner von den Bäumen lockt und die Schlange die zarten Vöglein in ihren Rachen? Siehe, der Fuchs wirbelt unter dem Baum, und die Hühner schauen unbesorgt dem lustigen Patron zu, werden endlich schwindlig und fallen dann vom Baum in seine Klauen. Und so auch ringelt die Schlange im Gras, da sie die Vögelein wohl sehen mögen; und so sie diese vergnügt schauen, verlassen sie alsbald ihre Zweige und fliegen ihr schnurgerade in den Rachen! – Siehe, geradeso auch lockt diese unterhöllische Vexierkunst des Satans die Menschen vom heiligen Baum des Lebens! Mehr brauche Ich dir nicht zu sagen!
Was aber die „heiteren und lebensfrohen Stunden“ betrifft, da sage Ich dir nichts als das: Werden außer Mir lebensfrohe und heitere Stunden gesucht, siehe, da muss Ich als Allwissender dir offen gestehen, dass Ich da wahrlich nicht weiß, ob solche außer bei Mir noch irgendwo zu finden sein werden. In Meiner heiligen, unendlichen Allheit gibt es keine solche! Und somit dürften solche lebensfrohen und heiteren Stunden wohl nur künstliche Griffe des Satans sein, die da gleichen den reizenden Genüssen in eitlen Träumen, durch welche die ganze Natur verderblich betrogen wird. – Wem Ich als größte Erholung nicht genüge, der ist wahrhaft ein Sohn Meines größten Feindes.
Und so kommen ferner, der Ordnung nach, die Inhaber von Huren- und Spielhäusern, wie alle Kuppler und Spielverdinger, und so auch alle Hauptteilnehmer und Unterstützer und Protektoren solch höllischer Löblichkeiten des Satans. Dann alle Ränkeschmiede, Kriegsstifter und Volksaufwiegler und Verräter. Wehe ihnen, denn ihr Lohn wird sehr groß werden! Und endlich gehören dazu alle Geizigen, Wucherer, Neider, Heuchler, Schmeichler, Betrüger, Lügner, Ehrabschneider, Lästerer Meiner Gnade, Diebe, Räuber, Mörder in geistiger und leiblicher Hinsicht, und so auch alle Selbstmörder. – Siehe, alle diese gehören der Ordnung nach sämtlich zum Jagdgefolge des Satans und sind, bis auf einige der zuletzt genannten, kaum mehr besessen, sondern sie gehören zu den selbst Besitzenden, Treibenden und Ziehenden und stehen alle Nummer eins. All das „Wild“ und besonders alle „Bäume“, das „Gras“ des bösen Forstes sowie der tragende „Boden“ gehören samt und sämtlich zu den Besessenen und sind und stehen unter der Nummer zwei. Solche werden hart genesen! Und die „Bäume“, das „Gras“ und der „Boden“, als das Leibeigentum des Satans, schon gar nicht; denn solche haben sich schon begründet in alledem und stehen fest in allem Falschen aus des Satans Bösem; wehe ihnen, sie werden nicht entrinnen dem bald folgenden Weltbrand! – Dem „Wild“ aber soll noch eine kurze Gnadenzeit verliehen sein, doch zur Hetzzeit und zu der dieser folgenden Zeit der Flucht, höre, wird niemand mehr erhört werden und Einlass bekommen in Mein heiliges Revier!“ [HiG.01_41.02.02]

„Aber was Mir Meine wahren Kinder und Freunde vortragen werden, auf das werde Ich auch horchen und dem Übel leicht und bald abhelfen; doch alles, was Welt heißt und ist, soll von nun an ums hundertfache mehr gezüchtigt werden, als es je vom Anfang der Welt her der Fall war! Das ist auch Mein Wort, und die Zeiten werden es die Menschen lehren, dass Ich nun diese Worte nicht vergeblich ausgesprochen habe. Wehe allen Weltsüchtigen und Meinem Willen Widerspenstigen! Denn diese Erde ist eine Wiege für Meine Kinder, und diese werden nicht tüchtig ohne die Zuchtrute; und helfen da sanftere Mahnstreiche nichts, so werden dann schon schärfere und sehr ernste in die volle Anwendung gebracht werden, was da Meine Sorge sein wird.“ [GEJ.08_038,18-19]

6. Die geistige Sündflut und Verhaltenswinke
„Schaut und traut aber nun außer Mir niemandem. Das spricht zu euch, der euch erschaffen, erlöst und geheiligt hat durch Sein Wort und durch Seinen Geist! – Über die Erde geht nun eine geistige Sündflut, wie einst vor viertausend Erdjahren zu den Zeiten Noahs eine materielle gegangen ist. Jene tötete das Fleisch, und diese tötet aber beides, das heißt Seele und Leib. Die Seele tötet diese Flut durch den Geist der Herrschsucht, der nun, wie einst die Wasserwogen, zum Teil aus dem Erdinnern und zum Teil aus der Luft, das heißt, aus deren bösen Geistern sich ergießt und die Seelen, die er leicht überflutet, mit der Herrschsucht verdirbt. Und diese Flut ist wie ein Feuer – und ist ebendasselbe Feuer, von dem es geschrieben steht, dass die Welt durch dasselbe zum zweiten Mal wird gerichtet werden allgemein. Wollt ihr aber von dieser argen Feuerflut nicht ergriffen werden, so bleibt fest bei
Mir und urteilt ja nicht bald so und bald so, und sagt auch nicht: Dieser oder jener – oder diese oder jene Partei – oder die Großen oder die Kleinen haben recht; denn Ich sage euch: Nun hat niemand recht als bloß der nur, der sich weder hin noch her neigt, sondern ganz kerzengerade und felsenfest bei Mir verbleibt und alles Mir ganz allein überlässt, – was darüber ist, Ich sage es euch offen heraus, ist Sünde.
Dies alles musste so kommen des Gotteswortes wegen, welches ist Mein Wort, das Ich Selbst vor Jerusalem geredet habe über Jerusalem und desgleichen auch, wie ihr es wisst, über die ganze Welt. Es werden noch gar große Dinge geschehen, und viel Arges werdet ihr noch sehen und werdet davon reden hören, und es wird ein Volk das andere verdammen. Eine Partei wird der anderen Galgen erbauen; die noch vor kurzem sich als Freunde begrüßten, werden sich gegenseitig verraten, der Sohn den Vater und der Vater den Sohn. Fällt aber ihr über niemanden ein Urteil, sondern überlasst alles Mir allein, so werdet ihr euch in Meiner Friedensarche befinden, in der euch nichts Arges dieser Zeit wird erreichen können.
Wer aus euch hat wohl eine Macht, etwas zu wirken in der Welt und auszurichten in ihr? – Urteilt er wider die eine Partei – so sie aber siegt, wird sie dann nicht kommen und ihn ergreifen und Rechenschaft fordern von ihm? Und hält er es aber mit der anderen und siegt die erstere, wird diese nicht auch tun, wie die andere mit dem, der wider sie war? Darum, da Ich bis jetzt noch keiner Partei den Sieg vorbestimmt habe, als allein derjenigen, die mit Mir hält, so enthaltet euch jedes Lobes, wie auch jedes Tadels, denn ihr wisst es nicht, wen ihr loben oder tadeln sollt. Solches weiß allein Ich und werde jedem geben nach seinem Werk.
So aber eine Macht siegt, da gehorcht eben der Macht, die da gesiegt hat; denn sie wäre keine Macht, so sie es nicht wäre aus Mir, denn Ich allein gebe Macht und Ohnmacht. Die Macht siegt, und die Ohnmacht unterliegt. Oder war Ich, als Mich Pilatus richtete, nicht so wie jetzt und ewig der alleinige Herr der Unendlichkeit? – So Ich das Gericht des Pilatus annahm und widersetzte Mich nicht demselben, da es sich doch um Meine eigene Haut handelte, so murrt auch ihr nicht in eurer Sicherheit über das, was nun geschieht. Denn so ohne Meinen Willen kein Sperling vom Dach fällt und sogar alle Haare eures Hauptes gezählt sind, wie sollen nun diese Dinge geschehen können so ganz ohne Meinen Willen? – Ist aber das also Mein Wille, und das darum, weil es die Welt selbst so wollte und noch will, so ist es aber dabei auch Meine Sorge, die zu bewahren, die fest an Mir halten und alles Mir überlassen. Wisst ihr denn nicht, dass Meine Ratschlüsse unerforschlich und Meine Wege unergründlich sind? – Seht, Ich sende Wolkenbrüche, Blitze, Donner und Hagelschlag über die zumeist friedlichen Alpenbewohner, und die Fluten rauben ihnen Ochsen, Kühe, Schafe und Ziegen, und ihre Hütten reißen sie fort in die Abgründe, und ihrer Hände mühevolle Werke werden verwüstet, während dem reichen Städter kein Haar gekrümmt wird. So ihr da urteilen möchtet nach euren Rechtsbegriffen, wie wäre da Mein Handeln vor euren Augen? – Ich aber urteile und handle so, wie es recht ist in der Wahrheit. – So irgend die reineren Berge eine Geistespest beschleichen will, so wasche Ich sie mit den rechten Mitteln hinweg, und die Alpe wird wieder rein. Der reiche Städter aber als kein Kind der Höhe hat in seinem ungestörten Wohlleben aber auch zuallermeist seinen Lohn dahin. Der Bessere aber wird schon auch gewaschen, wennschon nicht durch einen Wolkenbruch, so aber doch durch allerlei andere Gewässer, denn ungewaschen kommt niemand in Mein Reich. – Ich brauche euch nicht wieder vorzusagen, was da alles sonderheitlich noch geschehen wird; denn es kann noch sehr viel geschehen, aber auch sehr wenig mehr, danach die Menschen sich zu Mir oder von Mir wenden werden. – Das Schwert hat schon viel zu tun gehabt und hat arg gehaust; aber so die Menschen noch länger in der Herrschsuchtsflut sich herumtreiben werden, so werde Ich noch einen anderen Engel senden, nämlich den Hunger- und zugleich den Pestengel. Diese Lehrer werden den Menschen sicher ganz andere Rechtsbegriffe beibringen als jene, von denen sie jetzt belebt sind.
Euer Wahlspruch aber sei: Gebt dem Kaiser, was sein ist, und gebt vor allem aber Mir, was Mein ist, so werdet ihr mit der Welt und mit Mir Selbst am allerbesten daraus kommen. Der Zöllner hatte wohl auch kein Recht, von Mir und dem Petrus einen Mautzins zu verlangen, denn wir waren keine Fremden, sondern einheimische Kinder. Was aber Ich als der Herr und euer aller Vater tat, das tut auch ihr, so werdet ihr in allem wahrhaft Meine Kinder sein amen. – Das sage Ich als euer Vater voll Weisheit und Liebe amen, amen, amen.“ [HiG.03_48.11.17]

„Den Tauben und Blinden ist hart predigen. Da sie sich in die Trübsal der Welt in vollstem Maß gestürzt haben und dadurch ihre Erde, welche ist ihr Fleisch, beschmutzt haben mit dem Fluchkot der stinkenden Hölle, welcher Gestank ist eine wahre Pestilenz der Seele, so muss Ich allzeit wieder eine Sündflut aus den Himmeln regnen lassen, worunter verstanden werden die bitteren Werke der Erlösung. Und ist dadurch dann wieder ganz gewaschen worden das fluchbesudelte Erdreich der Seele, und sind durch die Winde der Gnade wieder ausgetrocknet worden die Sümpfe und Moräste, dann erst ist wieder eine Möglichkeit vorhanden, euch wieder predigen zu können die Wege zum Leben aus Mir.“ [HiG.03_40.06.17,24]

„Bleibt alle stets in der Sanftmut und Demut und dadurch in der wahren Nächstenliebe, so wird kein Gericht unter euch erzeugt werden; denn wo in jener Zeit die Menschen in Meiner Ordnung leben werden, dort wird auch kein letztes Gericht zum Vorschein kommen. Ich habe euch das nun deshalb zum Voraus gesagt, auf dass ihr es auch den anderen Menschen sagen und verkünden sollt, damit sich am Ende niemand entschuldigen kann, dass er nicht vor der Gefahr gewarnt worden sei.“
Sagten alle: „Herr und Meister, an unserem Eifer für die gute und wahre Sache wird es uns mit Deiner Hilfe wahrlich nicht fehlen; aber es gibt der Menschen viele auf der Erde, die groß und weit ist, und wir werden nicht in alle ihre Orte kommen können, und so wird das Böse unter dem Guten und Wahren fortwuchern, und wir werden wohl nicht imstande sein, demselben vollen Einhalt zu tun!“
Sagte Ich: „Dafür werdet ihr, wie ein jeder wahrhaft Gute in Meinem Namen, auch zu keiner Verantwortung gezogen werden. Denn es genügt, dass den Menschen die Wahrheit verkündet wird; das Leben und Handeln danach ist ihre höchst eigene Sache. Wer danach leben und handeln wird, der wird in kein Gericht kommen, sondern das ewige Leben ernten und selig werden.“ [GEJ.08_051,06-08]

6.1. Die Friedensarche
„Wie aber kann man sich vor dem Zu-Tode-Ersäufen in der geistigen Sündflut schützen? Ich sage es dir: Was Noah körperlich tat, das tue man nun geistig, und man ist für immer geschützt vor dem Zu-Tode-Ersäufen in der großen und beständigen geistigen Sündflut! Mit anderen Worten gesagt: Man gebe nach der Ordnung Gottes auch der Welt, was der Welt ist, – aber vor allem Gott, was Gottes ist! Die ‚Arche Noahs‘ ist eines Menschen rechte Demut, Nächsten- und Gottesliebe. Wer recht demütig ist und voll der reinen, uneigennützigen Liebe zu Gott dem Vater und zu allen Menschen und hat stets das rege Bestreben, allen Menschen, so möglich, zu dienen in der Ordnung Gottes, der schwimmt ganz wohlbehalten und bestverwahrt über die sonst gar so leicht todbringenden Fluten aller Weltsünden hinweg; und am Ende dieser seiner irdischen Lebenslaufbahn, wenn für ihn die Flut sinken wird und sich verlaufen in ihre finsteren Tiefen, da wird seine Arche am großen Ararat des lebendigsten Reiches Gottes eine wohlgestellte Ruhe nehmen und wird dem, den sie getragen, zu einem ewigen Wohnhaus werden.“ [GEJ.03_013,07-10]

„Und so Ich euch nun schon eine geraume Zeit predige, so folgt Meiner Stimme und kehrt zurück in den Stall Meiner geliebten Lämmer, damit Ich euch werde führen als der alleinige gute Hirt auf der Weide des Lebens und ihr Mir dann Wolle gebt, so weiß wie der Schnee, und Ich euch daraus dann bereiten werde ein Kleid, welches euch schmücken wird in alle Ewigkeit.“ [HiG.03_40.06.17,25]

6.2. Der Herr beschützt die Seinen
„Tut alles, was ihr tut, aus wahrer, lebendigster Liebe zu Mir, eurem Vater, und Ich werde dann schon etwa auch wissen, womit Ich Meinen lieben Kindern eine wahre Gegenfreude werde zu machen haben! Wahrlich, wahrlich sage Ich euch: Keines Menschen Auge hat es je geschaut, keines Menschen Ohr gehört und keines Menschen Sinn je gefühlt, was Ich für jene Meiner Kinder in der Bereitschaft halte, die Mich als ihren Vater wahrhaft mit einfältigem Herzen lieben! Aber das sage Ich euch allen auch: Neben der Welt her lasse Ich Mich durchaus nicht schleppen! Denn entweder alles her oder auch alles hin; aber die gewisse Halbheit ist ein Ding der finsteren Heiden und trägt ihnen denn auch schlechte Früchte.  Was kann es denn einem Menschen nützen, so er besäße alle Schätze der Welt, aber dabei großen Schaden litte an seiner Seele? Darum kümmert euch allzeit nur um Schätze, die die Motten nicht verzehren und der Rost nicht zerfressen kann, so werdet ihr auch allzeit bestens daran sein! – Also, diesen Rat merkt euch auch wieder und befolgt ihn, so werdet ihr ein gutes Sein auch schon auf dieser Erde haben und die anderen Menschen, die an euch glauben werden, mit euch; alles andere aber soll schmachten, damit sein Fleisch nicht zu hochmütig werde! Denn nur Ich ganz allein bin der Herr und tue nach Meiner ewigen Weisheit allzeit, was Ich will! Die Welt möge da Zeter schreien, wie stark und mächtig sie das nur immer will und mag, und das bald über dieses und jenes, und Ich werde niemals horchen auf ihr eitles Geplärr! Aber was Mir Meine wahren Kinder und Freunde vortragen werden, auf das werde Ich auch horchen und dem Übel leicht und bald abhelfen; doch alles, was Welt heißt und ist, soll von nun an ums hundertfache mehr gezüchtigt werden, als es je vom Anfang der Welt her der Fall war! Das ist auch Mein Wort, und die Zeiten werden es die Menschen lehren, dass Ich nun diese Worte nicht vergeblich ausgesprochen habe. – Wehe allen Weltsüchtigen und Meinem Willen Widerspenstigen! Denn diese Erde ist eine Wiege für Meine Kinder, und diese werden nicht tüchtig ohne die Zuchtrute; und helfen da sanftere Mahnstreiche nichts, so werden dann schon schärfere und sehr ernste in die volle Anwendung gebracht werden, was da Meine Sorge sein wird.“ [GEJ.08_038,13-19]

„Siehe, es werden nun Zeiten kommen, in denen große Not und Drangsal herrschen werden, und Krieg, Hunger und Pest wird kommen. Aber die sich an Mich halten und die Ich Mein nenne, haben von allem dem nichts zu befürchten. Denn wo Mein Segen waltet, kann der Hölle Wut den Samen der Pest aller Art nicht ausstreuen und ihr Gifthauch die Bäumchen, die Ich gepflanzt habe, nimmer verderben. Aber die Bäume der Welt und alle Einrichtungen, die bisher die Welt zu ihrer vermeintlichen Ruhe und Sorglosigkeit gesetzt hat, werden in Kürze den weidlichsten Schiffbruch erleiden. Die Herren der Erde sollen es erkennen, dass Ich noch immer der Herr bin und durch alle ihre Rechnungen eine Strich ziehen werde!“ [HiG.02_50.10.14,07-08]

„Daher [wegen der Wucherer] sollen allerlei Übel die Erde nun nach der Ordnung beschleichen. Bis diese Brut vertilgt ist und es auf der Erde lichter wird, will Ich den Erdboden nicht segnen, außer dort örtlich nur, wo irgend Menschen leben, die Mich wahrhaft in ihren Herzen tragen und glauben, dass Ich bei ihnen bin und sie auch mit wenigen Broten bestens erhalten und ernähren kann. Fürchtet daher auch ihr diese Zeit nicht! So ihr auf Mich wahrhaft vertraut, wird euch nirgends hungern. Habt ihr wenig, so will Ich das Wenige segnen, und es wird für euch ein großer Überfluss vorhanden sein. – Aber so ihr, im Bewusstsein Meines Segens, euch noch sorgen und kümmern würdet und würdet fragen: „Was werden wir essen und womit werden wir uns kleiden?“ – dann würde Ich euch sorgen lassen und würde Mich etwas zurückziehen und Meinen armen und doch wieder sehr reichen Knecht und Bruder von euch nehmen. Dann versorgt euch mit hundert Metzen Mehl und allerlei essbaren Dingen – und ihr werdet dennoch hungern, als hättet ihr wochenlang nichts gegessen! Denn wie überall, so ist auch hier an Meinem Segen alles gelegen! – Darum bleibt gleichfort ganz voll Vertrauen auf Mich; möge sich die Zeit gestalten, wie sie will, so werde Ich euch nimmer verlassen, und euch soll nicht hungern, weder geistig noch leiblich. Und wenn da schon der Knecht verreiste, so werde aber dennoch Ich stets gleich segnend bei euch sein so lange, als ihr euch nach diesem Wörtlein verhalten werdet. Also wohlgemerkt: Nicht gesorgt, gefürchtet und gekümmert solange Ich bei euch bin; es wird euch nichts geschehen! Niedergedrückt, traurig und ängstlich dürft ihr nicht sein; denn das wäre ein Aushängeschild des Herzens, das da besagen würde: „Siehe, der Herr ist wohl da; aber Er schläft und mag uns nicht helfen!“ – Weg also auch mit diesem Aushängeschild! Denn wo Ich bin, muss Freude und volle, seligste Ergebung in Meinen Willen und nicht Furcht, Kleinmut und Traurigkeit herrschen! Dann herrsche auch Ich kräftigst in solchem Herzen und in solchem Haus! Amen. Das sage Ich, euer aller segnender Gott, Herr und Vater. Amen.“ [HiG.02_47.05.16,07-11]

Beispiel Markus: „Ist schon alles recht; aber wovon werden die armen Menschen leben? Denn Du siehst es doch, dass der nimmer enden wollende Hagel alles rein zusammenschlägt und die Fluten alles Erdreich in das Meer tragen! Und Tausende von Menschen und Haustieren werden nun erschlagen, und die mit dem Leben davonkommen, werden nachher dem offenbarsten Hungertod preisgegeben sein! Das ist denn doch ein wenig zu hart und zu schwer strafend heimgesucht mit der allerdicksten Zuchtrute von der Welt!“ Sage Ich: „Weißt du, Mein lieber Markus, ein jeder redet, wie er irgendeine Sache versteht, und du redest nun auch so, wie du die Sache verstehst! Ich sage es dir: Der Herr fegt selten; aber wenn Er fegt, dann fegt Er rein! […] Ich habe diesem frevelhaftesten Unfug lange übergeduldig zugesehen; aber nun ist das Maß voll geworden, und Ich will diese unbarmherzigen und aller Treue baren Wucherhunde nun züchtigen, dass ihnen das Hören und Sehen vergehen soll für immerdar! Siehe deinen Garten und deine kleinen Äcker: es tut da weder das Wasser noch der Hagel irgendeinen Schaden; aber besieh dir hernach die andere Gegend, und du wirst da eine derartige Verwüstung finden, wie dir nicht leichtlich irgendwo eine ähnliche vorgekommen ist! Mit dieser Geißel werden die griechischen Wucherhunde aus diesem Land vertrieben werden. Denn auf den nackten Steinen werden sie keinen Weizen, kein Korn, keine Gerste, keinen Mais, keine Linsen und keine Bohnen mehr ernten; daher werden sie den wüsten Boden verlassen und sich nach Europa ziehen.“ [GEJ.03_187,13 + 188,01+05-07]

„Und Ich, der Herr, der dieses durch den Mund Johannis zu euch geredet hatte, werde die Erde auf allen Orten und Punkten mit allerlei Gericht und Kalamitäten, als durch gewaltige Kriege, durch große Teuerung und Hungersnot, durch allerlei Pestilenz unter den Menschen und Tieren, durch große Erdbeben und andere Erdstürme, durch große Überschwemmungen und auch durch Feuer heimsuchen. Aber die Meinen werde Ich in der Liebe erhalten, und sie werden an nichts Mangel zu erleiden haben.“ [HiG.03_64.04.25,21]

6.3. Nicht ängstlich werden bei Naturkatastrophen
„Zwischen dem Regen, Hagel und Schnee sind nur sehr geringe Unterschiede, welche durchgehends einen gleichen Grund haben. – Bei dem Hagel haben sich mitunter auch noch bösere ungeborene Geister mit den freien Geistern aus dem Wasser mitbegeben. Damit nun diese Geister keine weiteren Verheerungen anrichten können, so werden sie durch die Geister aus dem Wasser alsgleich gefangengenommen und festgebunden und so, von ihrem Grimm abgekühlt und gesänftet, in der Gestalt des Hagels wieder zur Erde geführt – aus welcher Ursache ein solcher Hagelsturm auch gewöhnlich mit größerer Hefigkeit als irgendein anderer Regen oder Windsturm vor sich geht.
Dass dem so ist, das zeigen euch die vor einem solchen Sturm kreuz und quer fliegenden Wolken. Wenn ihr das seht, so ist der Augenblick da, wenn solche bösen Geister von der Heftigkeit der Friedensgeister kreuz und quer zusammengefangen werden, bei welcher Gelegenheit sich solche Geister dann allezeit durch ein unwilliges, vernehmbares Murren, Toben, häufiges Blitzen und Donnern kundgeben. Allein alles dieses hilft ihnen wenig oder gar nichts. Am Ende werden sie doch samt und sämtlich gefangengenommen und, wie schon bekannt, an den Ort ihrer Bestimmung geführt. Wenn sie nun die Erde erreicht haben, so werden sie von der erweichten Materie wieder aufgenommen, und die friedlichen (Wasser)-Geister gehen dann wieder ruhig von ihren festen Klümpchen auseinander. – Hat dann auch so ein Hagelsturm hie und da manchen Schaden an euren Früchten angerichtet, so sollt ihr aber euch dessen ungeachtet doch nichts daraus machen. Denn dieser Schaden steht nicht in dem allergeringsten Verhältnis zu dem, was da entstehen würde, wenn die Friedensgeister nach Meinem Willen nicht so tätig die Hand anlegten an die „unzeitigen“ Zerstörer der Welt. Denn diese würden sich in ihrer Freiheit alsbald entzünden, und der Erde würde es ergehen (wie schon letzthin bemerkt) – wie einem großen Haufen Pulvers. Daher sollt ihr in der Zukunft auch nicht so ängstlich sein, wenn ihr solches vor euren Augen seht. Denn alles, was da geschieht, geschieht aus Liebe zu euch! Und wird auch jemand dadurch verdientermaßen ein wenig gezüchtigt, so wisset ihr ja: wenn ihr eure Kinder nur aus Liebe züchtigt, da ihr doch böse seid – um wie viel mehr werde Ich, der alleinig gute Vater, Meine Kinder nur aus Liebe züchtigen!“ [HiG.01_40.10.04,15-18]

7. Wieder ein Volk Gottes werden
Meduhed: „Männer, Brüder, Schwestern und auch ihr schon wortverständigen Kinder! Merkt es euch alle wohl, was ich euch nun durch die große Gnade Gottes kundgeben werde! Das sei der Grund alles unseres Denkens und Handelns, dass wir nie den heiligen Willen Gottes aus den Augen unseres Herzens lassen und allzeit mit Dank und Lobpreisung denselben erfüllen bis auf einen Punkt. Denn was immer von Ihm kommt, ist groß, heilig und daher auch von größter Wichtigkeit; und scheine es unseren kleinen Weltaugen auch noch so klein, so ist es aber doch von unendlichem Wert, da es von Gott ist, der nun unser aller Herr ist, und wir, so wir sehr willig gehorsam sind Seinem Willen, auch noch Seinen großen Kindern, die ihr habt kennen gelernt unter der Felsenwand ob Hanoch, wie uns allen versprochen ist, gleich werden können.
Seht, so will der Herr, unser großer Gott und seinwollender allerheiligster Vater, dass wir uns fürs erste lieben sollen, und zwar jeder seinen Nächsten als Bruder und Schwester siebenmal mehr als sich selbst. Jeder sei streng gegen sich selbst und milde und sanft und voll Liebe gegen seine Brüder und Schwestern. Nie denke einer, größer und mehr wert als der Schwächste von euren Brüdern zu sein; denn bei Gott gilt nichts als ein reines, demütiges Herz. Wem der Herr je, wie mir, Seine Gnade schenken wird, der denke sich als den Allergeringsten und sei bereit, gleich mir, allen zu dienen und nach dem Willen Gottes allen mit einem guten Beispiel voranzugehen. Nur allein Kinder sind gegen ihre Eltern vermöge ihrer ursprünglichen Schwäche und notwendigen Erziehung den unbedingtesten Gehorsam schuldig; und wenn sie zur Erkenntnis des Willen Gottes in sich werden gelangt sein, dann trete an die Stelle des Gehorsams, den ihr dann Gott allein nur schuldig seid, die kindliche Liebe und Achtung gegen die Eltern in hohem Maß. Doch sollt ihr nach dem Willen Gottes dem Weisesten von euch allzeit euer Ohr leihen und eure Augen auf ihn richten, um willig zu erfahren die Ratschlüsse Gottes fürs Allgemeine sowohl, als auch für jeden einzeln; doch hütet euch davor, je einem solchen Weisen irgend mehr Achtung, Liebe und Verehrung zu geben als einem andern noch nicht weisen, aber doch sehr willigen, lieben Bruder.
Und da sei und bestehe die Achtung des Weisen aus Gottes Gnade von euch in nichts anderem als bloß in der Liebe Gottes, Liebe des Nächsten und dem willigsten Gehorsam gegen die Anordnungen Gottes durch das demütige Herz eines weisen Bruders.
Nie komme je eine Unwahrheit über eure Lippen; denn die Lüge ist ein Fundament alles Bösen. Fern sei von euch alle Schadenfreude über die Buße eines Sünders, sondern eure Liebe helfe einem gefallenen Bruder wieder auf die Beine.[…]
Ein jeder sei untertan seinem Bruder und bereit, ihm zu dienen; aber nie befehle einer dem anderen, sondern ihr sollt euch allenthalben mit der Liebe begegnen, damit ihr einst Kinder werden mögt eines Vaters in der Liebe.
Da der Herr allzeit mehr gibt, als es dem Menschen nötig wäre, zu erhalten sein Leben, so sollt ihr aber deswegen doch nicht unmäßig sein in jeglichem Genuss, sondern nach dem Willen Gottes eurer Gesundheit wegen mäßig in allem, was ihr tut und genießt; denn so spricht der Herr: ,Gesegnet sei ein gerechtes Maß und ein gerechtes Ziel; das Unmaß doch sei verflucht und verdammt die ziellosen Wege, und auf ihnen wandle nur die Hurerei und Unzucht und finde da die Nacht des Verderbens und des ewigen Todes!‘[…]  
Denn hört! So spricht der Herr: ,Solange ihr und eure Nachkommen bleiben werdet in dieser gebotenen Ordnung, solange auch wird nie ein fremdes Volk sich nähern können diesem Land und euch stören in eurem Frieden, und Ich Selbst werde euch tausenderlei schöne und nützliche Dinge erkennen und bereiten lehren; doch aber wenn ihr je aus Meiner Ordnung treten solltet und auch verbleiben in Meiner Vergessenheit und nicht wieder zurücktreten würdet sobald zu Meiner Ordnung, dann werde Ich ein anderes Volk erwecken, es führen hierher, und das wird euch unterjochen und zu Sklaven machen. Da wird dann sein ein Kaiser, der euer Heiligtum zerstören wird und wird euch schlagen und viele töten lassen und wird euch gleich Eseln vor den Pflug spannen lassen und euch züchtigen wie ein Kamel. Der wird sich alles zueignen und wird euch hungern lassen und euch verbieten, euern Durst zu löschen mit dem Saft der Früchte, sondern wird euch zum Wasser treiben wie ein zahmes Tier. Und ihr werdet für ihn müssen, wie zu Hanoch, Städte bauen und ihn gut füttern und seine Diener, damit er kräftig werde, euch zu schlagen und zu töten.
Dann werdet ihr für eure Arbeit keine Früchte und kein Brot mehr bekommen, sondern tote Zeichen nach dem Grad der Arbeit, für welche Zeichen man euch etwas weniges zu essen geben wird; ja, so ihr dann noch nicht werdet zur Ordnung zurückkehren, so werdet ihr sogar an den Kaiser von den Zeichen den fünften Teil als eine Arbeitssteuer von dem hart Erworbenen ohne Entgelt zurückgeben müssen, welches wird sein ein Zeichen, dass ihr sogar werdet bitten müssen, um nur arbeiten zu dürfen, und da werdet ihr für eine solche Erlaubnis dann die erwähnte Steuer entrichten müssen.
Und Ich sage, da wird im ganzen Land auch nicht ein Fleckchen sein, das sich nicht der Kaiser möchte zugeeignet haben. Und verteilen wird er dann das Land als ein Lehen an seine Günstlinge und Höflinge; euch aber wird er zum schmählichen Leibeigentum der Günstlinge und Höflinge machen, und diese werden Herren sein dann über euern Tod und euer Leben und euch zu essen geben gekochtes Gras und schlechte Wurzeln, denn sie werden sich die besten Früchte aneignen. Und wer sich dann an einer solchen Frucht vergreifen wird, der wird sogleich mit dem Tod bestraft werden.
Dann wird der Kaiser eure schönsten Weiber und Töchter nehmen für seine und seiner Günstlinge und Höflinge Geilheiten, und ihr aber werdet eure Knaben in den Fluss werfen und dafür seine Kinder ernähren müssen, damit sie euch dann misshandeln werden. Ich aber werde dann Meine Ohren, um nicht zu hören euer Jammergeschrei, bis ans Ende der Zeiten verstopfen, und es wird euch dann tausendmal ärger gehen, als es euch gegangen ist in Hanoch. Auch dieses alles merkt euch wohl, und schreibt es in die anbefohlenen weichen Steine!‘
So seht denn, meine lieben Brüder, was der Wille Gottes ist; darum tut, wie euch geraten, und ihr könnt so leicht, ja und noch um tausendmal leichter ein selbständiges Volk bleiben ohne auch nur irgendeinen Verlust eurer Rechte. Daher werdet voll Liebe und Gnade, und fern sei von euch der böse Eigennutz, dann werdet ihr bleiben, wie ihr seid, ein Volk Gottes. – Und nun schließlich ist es der Wille Gottes, dass ihr nämlich diese Kasten über den Fluss einen nach dem andern mittelst Stangen über den Kasten miteinander verbinden sollt und da errichten eine Brücke über den Fluss, damit wir auch das Land jenseits des Flusses betreten und davon dann willkürlich Gebrauch machen möchten.
Nun fallt nieder auf eure Angesichter, und dankt dem Herrn für diese hohe Gnade der Belehrung und Kundgebung Seines Willens zu unserm allergrößten Wohl und sagt mit mir: ,O Du großer, überguter, überheiliger, allmächtiger Gott, wir danken Dir im Staub unserer Nichtigkeit! Lass zu Deinen heiligen Ohren dringen unseres Dankes schwache Stimme aus der Tiefe unserer Bosheit, und siehe gnädig an unser demütiges und schüchternes Herz! O Herr, wir sehen nicht, wie groß die Leere unseres Gemütes ist; daher erfülle uns gnädig mit der Wärme Deiner Liebe, und ziehe nie Deine Gnade von uns armen Kindern der Sünde! Lasse uns, so wir uns je vergessen könnten, gegen Deinen heiligsten Willen zu handeln, ja nicht von Menschen züchtigen, sondern züchtige Du uns nach Deiner Gerechtigkeit und großen Milde, und schaffe uns um in unseren Herzen nach Deiner großen Barmherzigkeit, damit wir dereinst würdig werden möchten, Deinen Kindern nur im geringsten zu gleichen! Und so bleibe Du unser aller großer, heiliger Gott und unser Herr, und werde dereinst auch unser lieber, heiligster, heiligster Vater! – O Herr, erhöre unser Flehen und vernimm gnädigst unsere schwache Bitte! Amen.‘“ [HGt.01_034,07-26]


III. Allgemeine Richtlinien für die Anwendung von Strafe

1. Sanftmut, Gelassenheit, Geduld ist besser als strafen
„Nur sanft und gelassen und geduldig in allen Dingen und in jeglichem Wort und in jeglicher Tat; denn Sanftmut, Gelassenheit und Geduld sind der beste Dünger des Erdreichs! So dann jemand darein sät einen guten Samen, da wird er dann aufgehen und dir und Mir eine reichliche Ernte geben! Wer aber mit Schwert und Knütteln dreinschlägt und blitzt und donnert, der verwundet und tötet nicht selten, und es wird auf seinem Acker wenig Frucht zum Vorschein kommen. Wer aber da ist allzeit voll Sanftmut, Gelassenheit und Geduld, der begießt die Pflanzen seines Ackers, so der Sonne mächtige Strahlen das Erdreich trocken machen. […] Daher sei auch du allzeit sanftmütig, gelassen und geduldig gegen jedermann, so wirst du die Herzen um dich versammeln und des Lebens Segen streuen über sie! Verstehe es wohl! Amen.“ [HGt.01_143,21-25]

2. Mit dem rechten Ernst auftreten
„Denkt es euch allzeit, dass eben in der Liebe, Geduld, Sanftmut und Erbarmung die größte Macht und Kraft des Geistes im Menschen sich offenbart und mächtig wirkend sich bekundet; denn könnt ihr mit Liebe und Geduld einen Narren nicht zurechtbringen, so werdet ihr das mit Ärger und Zorn noch um so weniger imstande sein. Es ist wohl auch notwendig, dass man dann und wann, wo es sehr nottut, mit dem rechten Ernst auftritt; aber hinter dem Ernst muss dennoch stets die Liebe mit dem Gewand des wahren Wohlwollens hervorleuchten. Ist das nicht der Fall, so ist der Ernst nichts als ein blinder und wirkungsloser Lärm, der viel mehr Schaden als Nutzen anrichtet.“ [GEJ.08_153,09]

3. Mahnen vor strafen
„Darum aber sage Ich euch allen hier dieses, dass ihr die Irrenden kräftig ermahnen sollt; und wer da euren Augen entschwand, den sollt ihr suchen kraft aller Meiner Liebe in euch.  Zorn sei euch völlig fremd, und aller Fluch sei fern eurem Mund und doppelt fern eurem Herzen! Wie ihr euch aber verhalten werdet gegenseitig, also werde auch Ich Mich verhalten zu euch.“ [HGt.02_026,18+21]
„Ein jeder aber, der aus Meinem Mund die Wege des Lichtes und des Lebens kennt, der sorge hauptsächlich nur für sich dahin, dass er rein stehe vor Gott, und richte nicht seinen Nächsten! Wer das tut, der tut alles und gibt durch sein Beispiel seinem Bruder die beste und wirksamste Lehre. So dein Bruder dich gut und edel handeln sieht, da wird er bald zu dir kommen und dich fragen: ‚Was hast du für einen Grund, dass du solches tust?‘ Und du wirst ihm dann treu und wahr den Grund angeben und sagen: ,Geh hin und tu desgleichen, so wirst du leben!‘ Und siehe, er wird hingehen und sich bald anschicken, das zu tun, was er an dir als Tat gesehen hat! Wenn du aber hingehst und ihm seine Fehler vorhältst und ihm dann erst die Lehre gibst, wie er in der Folge handeln soll, so wird er erbost werden und wird dich fragen: ,Wer hat dich mir zum Richter bestellt? Kehre du vor deiner Tür, und ich werde schon allein die Tür meines Hauses besorgen!‘ Daher sage Ich allen: Lasst die guten Werke der Lehre vorangehen, und die Menschen werden daraus am ehesten erkennen, dass ihr wahrhaft Meine Jünger seid! Tut Gutes sogar den Feinden, und ihr werdet glühende Kohlen auf ihre Häupter sammeln! Nehmt euch alle an Mir ein Beispiel! Denn Ich Selbst bin von ganzem Herzen demütig und sanftmütig und richte niemanden und verdamme niemanden; aber ein jeder, der mühselig und mit allerlei Gebrechen behaftet ist, der komme zu Mir, und Ich werde ihn erquicken! (Matth.11,28 f.) Wie aber Ich Selbst bin gegen alle Menschen, so sollt auch ihr sein! Oder könnt ihr, Meine alten Jünger, von Mir sagen, dass Ich hart und grausam war gegen die Menschen, die ohne ihr Verschulden als erzschlecht vor Mich gebracht worden sind? Nur jene wenigen bekamen die Schärfe Meines gerechten Zornes irdisch zu verkosten, die mit dem bösesten Willen von aller Welt Mich und euch verderben wollten vor der Zeit, die da bestimmt ist von oben. Auch darin gab Ich euch ein Beispiel, nach dem auch ihr bei vorkommenden ähnlichen Fällen handeln könnt; denn an Macht dazu soll es euch nicht mangeln. Aber bevor ihr den Ernst eintreten lasst, sollt ihr keinen Weg der Milde unversucht lassen. Der Ernst ist aber nur dann zu gebrauchen, wenn euch der Menschen mutwillige Bosheit entgegentritt, euch verfolgt und von euch kein versöhnendes Wort annimmt. Wer euch um Meines Namens willen verfolgen wird darum, dass er einen Lohn von den Hohepriestern und ihren Genossen bekäme, den ermahnt ernstlich! Wird er sich an eure Ermahnung kehren, dann lasst ihn in Frieden ziehen; wird er sich aber an eine mindestens dreimalige Ermahnung nicht kehren, dann bedroht ihn ernstlich! Kehrt er sich an diese Drohung auch nicht, so lasst die Drohung ins Werk übergehen zum warnenden Beispiel für alle jene, die euch eines irdischen Gewinnes halber hartnäckig zu verfolgen sich vorgenommen haben! Aber auch nur in diesem einzigen Fall habt ihr das Recht, den Ernst zu gebrauchen.“ [GEJ.06_161,01-07]

4. Strafen nach Notwendigkeit und Angemessenheit festlegen
„So jemand krank ist am Leib, dem soll leibliche Hilfe dargereicht werden; ist aber jemand krank an der Seele, dem soll auch eine seelische Hilfe erteilt werden in der Art, wie die Krankheit beschaffen ist! Die Seelenkrankheiten der Kinder können am besten durch eine gut geordnete Zucht, bei der die Rute nicht fehlen soll, geheilt werden, die Seelenkrankheiten der erwachsenen Menschen aber werden geheilt durch weisen und liebevollen Rat, durch gediegene Lehre und Unterricht und durch aus der reinen Liebe hervorgehende Ermahnungen und Aufmerksammachungen auf die notwendigen schlimmen Folgen, die aus der freien Beibehaltung der Seelenschwächen in der nächsten Zeitfolge entstehen müssen. Fruchtet das alles bei sehr verstockten, das heißt blinden und tauben Seelen nicht mehr, dann erst ist es an der Zeit, solche Wesen einer ernsteren und schärferen Behandlung zu unterziehen, hinter der aber dennoch die Nächstenliebe im Vollmaß vorhanden sein soll, aus der allein der Segen einer schärferen Behandlung hervorgehen kann! Handeln da die Leiter aber aus Zorn und höllischer Rachelust, dann ist alle ihre Mühe vergeblich! Anstatt die Seelenkranken zu wahren Menschen zu heilen, werden aus ihnen Teufel gezeugt, deren Rachedurst fürder keine Macht mehr zu stillen vermag.“ [GEJ.01_079,02-04]

„Es tut wohl jeder Vater recht, so er die kleinen unartigen Kinder mit der Rute bestraft, aber den erwachsenen Söhnen soll er stets ein weiser und sanfter Lehrer sein! Nur so ein Sohn sich auflehnte gegen den Vater, dem soll gedroht werden! Bekehrt er sich da, so soll er wieder in den alten Frieden gesetzt werden; bekehrt er sich aber nicht, da soll er verstoßen und vom Haus des Vaters und aus seinem Vaterland getrieben werden!“ [JJ.01_168,13-16]

„Wenn aber der Mensch, ohne Unterschied des Geschlechtes, der Hautfarbe und des irdischen Standes, für solch allerhöchsten Beruf von Gott erschaffen worden ist – was du nun sicher mit den Händen greifen kannst –, so kann seinem geistigen Teil ewig kein Mussgesetz gegeben werden, so aus ihm endlich das werden soll, wozu ihn Gott bestimmt hat; sondern da soll ein jedes Gesetz mit ,Soll‘ gegeben sein, und nur für offenbar böswillige Gegner des freien Gesetzes soll eine taugliche, stets auf die freie Besserung des Menschen berechnete Züchtigung gesetzt sein, die aber allzeit so gestellt sein soll, dass sie nicht als eine willkürliche, sondern nur als eine notwendige Folge des unterlassenen Ordnungsgesetzes erscheint. So wird der menschliche Geist dadurch zuerst zum selbständigen Denken gelangen und wird das gegebene Gesetz ehest zu dem seinigen machen und danach handeln, während eine ganz willkürlich bemessene Strafe auf ein Vergehen das menschliche Gemüt allzeit verhärtet und erbittert und aus dem Menschen einen Teufel zieht, dessen Rachgier nicht eher erlöschen wird, als bis er sich, entweder noch in dieser, ganz sicher aber in der anderen Welt, auf das unerhörteste rächen wird, – was ihm zugelassen werden muss, weil er sonst in der Hölle seines eigenen Herzens ewig nie zu bessern wäre! Der Gesetzgeber und Züchtiger soll nie vergessen, dass der Geist des Menschen, ob gut oder böse, nicht getötet werden kann, sondern fortlebt! Solange er noch sichtbar auf der Erde umher wandelt, kannst du dich ihm zur Wehr stellen und ihn vertreiben, wenn er dich verfolgt; ist er aber einmal aus dem Leib und kann sich dir nahen auf tausendfache Art, um dir zu schaden bei jedem Schritt und Tritt, ohne von dir gesehen und wahrgenommen zu werden, – sage, mit welchen Waffen kannst du ihm dann entgegentreten? Siehe, nun sage Ich dir: Dein großes Unglück, das dich ohne Mich gänzlich zermalmt hätte, hast du rein jenen Geistern zu verdanken, die du dir durch deine oft zu straffe Handhabung der römischen Staatsgesetze zu unversöhnlichen Feinden gemacht hast! Lass dir daher diese Meine umfassende Belehrung fruchtbringend zu Gemüt führen, so wirst du dadurch selbst ein guter Arbeiter im Weinberg Gottes werden, denn dir fehlt es weder an Macht, noch an Mitteln und an einem stets gleich guten Willen; was dir aber gefehlt hat, das hast du nun von Mir empfangen. Wende es treulich an, und der segensreichsten Früchte Krone wird für dich sicher nicht unterm Weg verbleiben!“ [GEJ.02_030,01-03]

5. Milde walten lassen
„Stelle dich aber einmal nicht als Richter, sondern als ein Mensch voll Liebe deinen armen Brüdern gegenüber, die sich an dir versündigt haben, und erwecke in ihren Herzen Gegenliebe, und diese Sünder werden dir mit Reue und vielen Tränen treu und wahr bekennen, wie, wann und was sie gegen dich gesündigt haben! Aber dann falle auch die Strafe hinweg! Denn jegliche Strafe selbst ist keine Wahrheit, sondern das Gegenteil, weil sie nicht aus der Liebe, sondern aus dem Zorn des Gesetzes und dessen Gebers kommt. Der Zorn aber ist selbst ein Gericht; im Gericht aber ist die Liebe nicht. Wo aber die Liebe fehlt, da ist auch die Wahrheit nicht.“ [GEJ.01_070,03]

„Wer da alsbald umkehren wird, dem soll Meine Gnade, Liebe und Erbarmung mehr als auf dem halben Weg entgegenkommen. Wer aber da verstopfen wird sein Herz und Ohr und verschließen sein Auge vor euch, über den schwinge sieben Male Meine Zuchtrute in deiner Hand! Kehrt er aber da noch nicht um, da treibe ihn hinaus von der Gemeinde; und so er heulend und wehklagend wieder zurückkehren möchte voll Reue im Herzen, da siehe ihn an, ergreife seine Hand, erhebe ihn zu dir, führe ihn hierher, errichte ein Gastmahl, und lade viele dazu ein, auf dass da unter euch in Meiner Vaterliebe eine große Freude sei, darum ein Verlorener wieder also sich gefunden hat und ist zurückgekehrt zu seinem Vater in seinem Herzen.“ [HGt.02_026,07-09]

„Wird aber bei einem oder dem andern [zornigen Kind] trotz all der Vorsichten bemerkt, dass nicht selten Gemütsaufbrausungen vorhanden sind, da ist eine zweckmäßige Strafe nie zu versäumen, welche jedoch nicht so geschwind mit Schlägen sondern viel wirksamer und gedeihlicher mit zweckmäßigem Fasten bei der Hand sein sollte; denn nichts heilt den Zorn besser als der Hunger, und Hungernde sind am wenigsten zu einer Revolution aufgelegt, während, wenn sie satt sind, ihnen durchaus nicht zu trauen wäre. Sehr gut für Kinder ist, wenn man sie dergleichen Ursachen wegen zu strafen nötig hat, dass man ihnen begreiflich macht und ihnen sagt, dass der himmlische Vater, weil sie schlimm waren, ihnen kein Brot geschickt habe. Wenn sie aber wieder vollends brav würden und den himmlischen Vater um Brot bitten würden, so werde Er ihnen gleich wieder eines geben. Dadurch werden dergleichen Kinder auf Gott aufmerksam gemacht, und es wird sich ihrer jungen Seele stets tiefer einprägen, dass sie in allem von Gott abhängt, und dass Er der getreueste Vergelter ist für alles Gute und Schlechte. Sind solche Kinder aber dann recht ruhig und sittsam geworden, dann soll es aber auch nicht versäumt sein, ihnen recht begreiflich zu zeigen, wie der himmlische Vater eine recht große Freude an ihnen hat und ihnen tagtäglich am Morgen, Mittag und Abend zuruft: „Lasst diese lieben Kleinen zu Mir kommen!“ Wenn die Kinderchen so geleitet werden, dann wird es späterhin wenig Anstände mit ihnen haben; werden sie aber nicht also geleitet, so wird es schon etwas schwerer sein, sie in späterer Zeit auf den rechten Weg zu bringen, und es wird da das Sprichwort in Erfüllung gehen, laut dessen sich ein alter Baum nicht mehr beugen lässt, außer manchmal durch Blitz und Sturm, – wobei aber ein solcher Baum selten ohne Schaden davonkommt.“ [Er.01_062,13-16]

6. Strenge bei Verstocktheit und Widerspenstigkeit
„Es sind daher die Menschen nur durch einen allerweisesten Unterricht vorerst zur wahren Erkenntnis ihrer selbst und des einig wahren Gottwesens zu führen, und das mit aller möglichen Güte, Geduld und größten Sanftmut; nur hartnäckig widerspenstige Charaktere, bei denen im Hintergrund ein in sich nahe ganz zweckloser böser Mutwille und eine wahrhaft teuflische Schadenfreude steckt, sind durch ein weltliches äußeres Strafgericht zu Paaren zu treiben, aber ja nicht so bald durch einen sie strafenden Wunderakt. Denn es muss dabei stets darauf die nie aus den Augen und Herzen zu lassende Rücksicht genommen werden, dass der zu Bestrafende auch ein Mensch ist, der ebenfalls zum rechten Gebrauch seines freien Willens geführt werden soll, und dass leichtlich ein arglistiger und rachgieriger Dämon sein Fleisch so und so beherrsche und so aus dem sonst vielleicht ganz harmlosen Menschen ein wahres Scheusal zeihe! Daher muss ein jeder übertriebene Eifer selbst in der besten Sache so lange hintangehalten werden, bis er jene bescheidene Reife erlangt hat, die alles mit einer ruhigen und liebevollen Überlegung und klugen Berechnung unaufhaltsam und beharrlich ins Werk zu setzen trachtet mit den ihr zu Gebote stehenden Mitteln, und zwar mit steter Berücksichtigung jenes lebendigen Gegenstandes in allen seinen Stadien und Verhältnissen, den sie zu behandeln hat.“ [GEJ.05_078,09-11]

„So ihr aber eure Kinder seht, wie sie öfters eure elterlichen Gebote nicht beachten und sich dann und wann auch recht stark an ihnen versündigen, würde es euch wohl anstehen, so ihr darum ein und das andere Kind gewisserart zum abschreckenden Beispiel martern und am Ende gar ans Kreuz hängen ließet?! Dies kann vielleicht einmal ein herrschsüchtigster Vater getan haben; doch viele Beispiele derart wird die Welthistorie nicht aufzuweisen haben! Ihr besseren Eltern aber werdet eure fehlenden Kindlein wohl wenigstens scheinernstlich zurechtweisen und im dringendsten Fall sie auch mit der heilsamen Zuchtrute strafen. Werden sich die Kinder darauf bessern, so werdet ihr sicher eine große Freude daran haben; denn eine rechte Lust wird es für euch sein, eurer Kinder Seelen frisch und gesund vor euch zu sehen.“ [GEJ.04_038,08]

7. Die Zuchtrute muss mit Liebe, und darf nicht aus Zorn geführt werden
„Die Zuchtrute muss nicht in der Hand des Zornes, sondern in der Hand der wahren Liebe geführt werden!“ [GEJ.02_154,16]

„Fühlst du Zorn in deinem Herzen über den die gerechte Strafe verdient habenden Sünder, dann lege die Zuchtrute aus der Hand; denn durch deinen Zorn wird sie nicht zum heilsamen Wegweiser, sondern zur Schlange, die in die Wunde, die sie dem Wanderer durch ihren Biss verursachte, keinen heilsamen Balsam, sondern ein tödliches Gift haucht, das dem Verwundeten den Tod bringt.“ [GEJ.02_164,02]

„Denn Zorn ist nichts anderes als eine Frucht der übermäßigen Selbstliebe, und diese hat ihre Wurzeln in der Herrschsucht, welche die Triebfeder zu allen Lastern ist und hat die dritte oder unterste Hölle zu ihrem Wohnsitz.“ [GS.02_106,18]

Ein Hauptmann: „[…] und so meine ich, dass ein gerechter Zorn oft den Menschen gegenüber heilsamer ist denn zu viel noch so reiner Liebe!“ Sage Ich: „O ja, aber das ist dann nicht Zorn im eigentlichsten Sinn, sondern nur ein besonderer Eifer der Liebe im Herzen, der eine heilsame Kraft innehat. Mit dem wirke auch Ich, wenn es irgend nottut. Hätte die Liebe solchen Eifer nicht, so wäre die Unendlichkeit noch bis jetzt völlig wesensleer; nur dem großen Eifer der Liebe Gottes verdankt alle Kreatur ihr Dasein. Und so war das, was dein Herz zur gerechten Züchtigung jenes mutwilligen Söldlings bestimmte, nicht Zorn und aus ihm hervorgehender Rachedurst, sondern ein besonderer Eifer deiner Liebe zu jenem Söldling, der dir ob seiner Tauglichkeit sehr am Herzen lag. Denn hättest du einen rechten Zorn über jenen Menschen bekommen, so hättest du ihn töten lassen; aber der Liebe Eifer zählte die nötigen Rutenhiebe, und du ließest ihn nur so lange stäupen, als du es berechnen mochtest, dass er solche Stäupung ertragen werde. Also magst du mit jenen Gemeinden nötigenfalls wohl auch vorgehen; aber der erste Versuch geschehe dennoch durch die reine Liebe und durch eine rechte Belehrung. Denn so die Menschen die Einsicht überkommen, dass man ihnen nur ihres Heiles willen scharfe Gesetze gibt und ein unerbittliches Richteramt dazustellt, so werden sie sich solches alles gefallen lassen; erscheinen aber die scharfen Gesetze nur als eine tyrannische Willkür des Machthabers, so bessern sie niemanden und machen am Ende noch die Engel der Gemeinde zu Teufeln, die nichts suchen werden, als wie sie sich rächen könnten an dem, der sie allzeit für nichts und wieder nichts plagt ohne Ende und ohne irgendeinen ersichtlichen Grund.“ [GEJ.02_155,03-06]

„Sieh, in Mir ist alle Macht und Gewalt über Himmel und Erden. Ich könnte sie alle mit einem Gedanken vernichten, und dennoch ertrage Ich sie mit aller Geduld bis zur rechten Zeit, da ihr Maß voll geworden. Auch Mich erzürnen die Menschen und machen durch ihre Unverbesserlichkeit Mein Herz traurig; aber Ich ertrage sie dennoch und züchtige sie stets mit der Liebe, auf dass sie sich bessern und eingehen möchten ins Reich des ewigen Lebens, dafür allein sie erschaffen worden sind. Willst du demnach ein rechter Richter sein, so musst du in allem Mir nachfolgen!“ [GEJ.02_164,05-06]

„Seht euch ein Kind an, das eine zu große Furcht etwa darum vor seinen Eltern hat, weil sie es seiner kindlichen Ungezogenheit wegen ein paar Mal abgestraft haben! Solch ein Kind wird dann seinen Eltern wohl gehorchen, aber nicht so sehr aus Liebe als vielmehr aus Furcht vor einer Strafe, die es zu gewärtigen hätte, so es sich wieder einmal gegen der Eltern Willen versündigte. Die Nähe der Eltern wird solch einem Kind mit der Zeit auch widrig, und es sucht sich aus solch einer für es unangenehmen Lage dadurch zu befreien, dass es das elterliche Haus verlässt und in der weiten Fremde sein Glück und seine Ruhe und Behaglichkeit sucht, – und es kehrt von da unter Furcht und Zittern reuig erst dann zu den Eltern zurück, so es in der Fremde das Gegenteil von dem gefunden hat, was es zu finden wähnte. Dieselben Eltern aber haben noch ein Kind, das sie weniger fürchtet, aber dafür stets mehr und mehr liebt, sich aus einigen Zurechtweisungen wenig macht und seine Fehler demnach nicht aus der stets steigenden Furcht vor der Strenge der Eltern, sondern aus der eigenen stets wachsenden Liebe zu ihnen ablegt und ihren Willen tut. Was meint ihr wohl, welches der beiden Kinder der größere Liebling der Eltern sein wird?“ Sagte der Wortführer: „Offenbar das, welches weniger Furcht vor den Eltern, aber dafür mehr Liebe und kindliches Vertrauen zu ihnen hat!“ Sagte Ich: „Du hast da gut geurteilt und Mir eine rechte Antwort gebracht; seid aber darum auch ihr gleich dem Kind, das seine Eltern mehr liebt denn fürchtet, und liebet demnach Gott als den ewigen Vater aller Menschen mehr, als ihr Ihn als irgendeinen unerbittlichen Richter fürchtet, und ihr werdet dann auch vor Meiner Gegenwart bei euch keine solche Furcht und Scheu mehr haben, wie das bis jetzt bei euch der Fall war! Glaubt es Mir, dass Gott auch die sehr furchtsamen Kinder liebt; aber mit dem kindlich furchtlosen Zutrauen zu Ihm hat es da oft seine sehr krummen Wege, ohne welches Zutrauen aber eine Seele nie völlig gottähnlich und selbständig frei in Gott selig werden und auf den besagten krummen Wegen auch schwer dahin gelangen kann. Nur eine große Not kann solche Kinder auf den rechten Rückweg ins Haus der Liebe seiner Eltern bringen. Weil aber die Kinder durch die von oben kommenden Züchtigungen anstatt gebessert nur verschlimmert werden, so kommen diese auch nur selten und nur dann, wenn alle Liebeversuche an dem blinden Eigensinn der Menschen gescheitert sind; und Gott hat eben darum allzeit eine so große Geduld mit dem Übermut der Menschen, um sie durch ein beständiges Strafen Sich nicht noch mehr zu entfremden, als sie sich selbst von Ihm entfernen. Hat aber Gott einmal die Menschen mit der Zuchtrute in Seiner Hand heimsuchen müssen, so trägt Er ihnen dabei in der andern Hand, wennschon etwas verhüllt, auch Sein Herz entgegen, auf dass sie erkennen mögen, dass Gott der Vater auch mit der Zuchtrute in der Hand ihnen dennoch mit aller Liebe entgegenkommt, gleichwie das nun vor euren Augen der Fall ist.“ [GEJ.09_129,04-11]

„Sage Mir: Ist je deines Leibes Vater so nachsichtig mit dir umgegangen wie Ich jetzt? Zeige Mir den Vater unter euch, der sich bei seinen Kindern nicht eifrigst der manchmal sehr scharfen Zuchtrute bedient hätte! Siehe, du kennst keinen; denn du selbst bist gar lange schon ein Vater und weißt gar wohl, wie du deine Kinder erzogen hast. Nun aber sage Mir, mit welcher Zuchtrute Ich nun zu euch gekommen bin! Wer ist schon erlegen unter Meinen Hieben? Siehe, mit nichts denn mit Meiner allerhöchsten, überwahrhaften Vaterliebe ziehe und lehre und befreie Ich euch, und ihr sagt bei euch in euren Herzen aber, Mir sei nicht zu trauen!“ [HGt.02_069,08-12]

8. Nicht misshandeln
„Ihr Kinder seid vollkommen gehorsam euren Eltern in allen Dingen, die nicht wider Christum sind; denn das ist Sein Wille und ist Ihm angenehm. Ihr Eltern aber macht nicht bitter die Gemüter eurer Kinder durch harte Worte und Misshandlungen, auf dass sie nicht scheu werden vor euch und möchten dann zu feigen Kriechern und Heuchlern werden; denn einen offenbaren Trotzkopf könnt ihr durch Liebe geschmeidig machen, – aber ein Heuchler und Schmeichler ist unverbesserlich. [Lao.01_003,30-31]

„Oder gefällt es euch, so ihr irgend seht, dass die Eltern ihre Kinder so erziehen, dass diese in aller Ehrfurcht in einem fort vor ihnen, ihren Eltern nämlich, kriechen müssen?! Was wird aus solchen Kindern? Nichts als feige und am Ende dennoch selbst- und herrschsüchtige Kriecher, von denen kein Nebenmensch je etwas Gutes zu erwarten hat.“ [GEJ.08_205,05]

9. Soll bei Schwerstverbrechern die Todesstrafe angewandt werden?
„Sagte nun der Schriftgelehrte: „Herr und Meister, ich sehe nun schon, dass Du allein höchst gut und wahrhaftig bist, und es ist schon am besten, sich so zu verhalten und so zu glauben und zu reden, wie Du nun alles das von unten bis oben gezeigt hast! Nur mit der Aufhebung der Todesstrafe kann ich mich noch nicht ganz zurechtfinden; denn wenn auf das Leben eines Menschen nicht wieder das Leben eines Mörders gesetzt wäre, so wäre ja gar bald kein Mensch mehr seines Lebens sicher. Nur die sichere Todesstrafe hält viele von den allergrößten Gräueltaten ab!“
Sagte Ich: „Ja, das ist wieder so deine Meinung, doch Meine Meinung ist da eine ganz andere! Ein Tiger gebiert den andern, ebenso ein Löwe, ein Panther und eine Hyäne ihresgleichen. – So irgendein roher, ganz tierisch verwahrloster Mensch, von seinen bestialischen Leidenschaften getrieben, einen Menschen erschlägt, so hätte der Erschlagene das eigentliche Recht, seinen Totschläger wieder zu erschlagen; ein Dritter aber, dem der Totschläger nie etwas zuleide getan hat, hat eigentlich gar kein Recht, sich an Stelle des Erschlagenen an dessen Mörder zu rächen. Doch da ein solcher Tiermensch auch für andere Menschen gefährlich werden kann, so kann auf ihn Jagd gemacht werden. Ist man seiner habhaft geworden, dann bringe man ihn entweder in ein gutes Gewahrsam, gebe ihm einen Unterricht und versuche, aus ihm einen Menschen zu machen! Ist das gelungen, so habt ihr aus einem Teufel einen Menschen gemacht, wofür ihr mehr des wahren Lebenslohns in euch zu erwarten haben werdet, als so ihr den Mörder getötet hättet. Das wäre sonach eines, das allerbestens mit einem Mörder zu tun wäre. – Oder in einem anderen Fall, wenn der Mörder ein zu berüchtigter und ganz eingefleischter Teufel wäre, so macht auch Jagd auf ihn; und habt ihr ihn gefangen, so fragt ihn um den Grund, warum er solche Gräueltaten verübt habe, und ob er solche nicht bereue! Redet er die Wahrheit, so tut, wie Ich ehedem gesagt habe; leugnet er aber die Tat und gibt euch auf eure Reden kein gehöriges Wort, obwohl ihr überzeugt seid, dass er der Bösewicht ist, dann sorgt dafür, dass er fürderhin für die menschliche Gesellschaft unschädlich werde, doch nicht durch seinen Tod, sondern entweder durch ein stärkstes Gefängnis, durch die Blendung seiner Augen oder durch eine Verbannung in eine derartige ferne Gegend irgend am Meer, von wo für ihn keine Rückkunft mehr denkbar möglich ist.
Das ist so Mein Rat, wie ihr euch auch in solch einem Fall als Meine wahren Jünger zu benehmen haben sollt. Ihr könnt bessern und reinigen eure Gemeinde von Übeltätern; aber kein Gericht sollt ihr halten! Denn wer da richtet, der wird dereinst auch von Mir gerichtet werden. Wer aber nicht richtet, der wird auch von Mir nicht gerichtet werden. So ihr die Sünder an euch verflucht und verdammt, so werdet ihr dereinst von Mir dasselbe zu erwarten haben; so ihr aber wandelt nach Meiner Lehre, so werdet ihr auch nicht verdammt und verflucht werden. Ihr sollt zu euren Brüdern nicht einmal ,Raka‘ sagen; denn dadurch macht ihr euch schon eines Gerichtes schuldig, weil ihr, so ihr das ernst meintet, über einen Bruder ein Urteil gefällt habt. Noch weniger sollt ihr zu einem wenn auch noch so blöden Bruder im Ernst sagen, da er ein Narr sei; denn seid ihr weiser als er, so seid ihr das aus Gottes Gnade. Seid ihr aber darob stolz geworden, und geschieht es, dass ihr euch des Blöden schämt, nicht mit ihm reden wollt und sagt: ,Wer kann mit einem Narren reden?‘, so rührt ein solches Urteil schon aus dem Keim der Hölle in euch her, und ihr macht euch des höllischen Feuers (Eifers) schuldig. Es ist aber nicht fein, wenn in Meinen wahren Jüngern auch nur Fünklein der Hölle durch solchen falschen Eifer angefacht werden, denn auch aus dem kleinsten Funken kann ein großer Brand entstehen. – In der Hölle ist der Hochmutsbrand am höchsten, und im Himmel leuchtet nur das Licht der höchsten Demut und Bescheidenheit, und das sanfte Feuer der Liebe erwärmt und belebt alles.“ [GEJ.06_244]

„Ich bin deshalb nicht für die Strafe mit dem Tod, weil diese weder für den Getöteten von irgendeinem Belang ist, und noch weniger irgendeiner Gerechtigkeit zum Schild und Nutzen dient; denn einen hast du getötet, – und Tausende haben dir darum Rache geschworen! Aber einen Verbrecher unter eine allerschärfste Zuchtrute stellen und diese nicht ruhen lassen, bevor nicht eine gänzliche Besserung eingetreten ist, für das bin Ich aus der notwendigen göttlichen Ordnung ganz und gar sehr! Eine rechte Zuchtrute zu rechter Zeit völlig gerecht angewendet, ist besser als Geld und reinstes Gold; denn durch die Zuchtrute wird die Seele von ihrer Materie mehr und mehr losgestäupt und wendet sich endlich zu ihrem Geist. Und hat solches die Zuchtrute bewirkt, so hat sie eine Seele vor dem Untergang und sonach den ganzen Menschen vor dem ewigen Tod gerettet. – Darum soll ein jeglicher Richter nach der Ordnung Gottes auch den größten Verbrecher nicht mit dem Tod des Leibes, der zu nichts taugt, sondern allzeit mit der Rute strafen nach dem Maß des Verbrechens. Tut er das, so ist er ein Richter der Menschen zum Himmel, tut er aber das nicht, ein Richter zur Hölle, wofür er von Gott wahrlich ewig nie einen Lohn haben wird; sondern: für das Reich er gerichtet hat die Menschen, von demselben Reich soll er auch den Lohn empfangen!“ [GEJ.02_001,07-08


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„Wem Mein Lebenslicht leuchtet, der wird auf dem Weg mit seinen Füßen nicht leichtlich mehr an einen Stein stoßen, und die Dornen wird er wohl vermeiden mögen. Wer mit Mir wandelt, der hat allenthalben schon einen wohlgebahnten Weg; wer aber ohne Mich dem Reich Gottes, als dem inneren Reich des Lebens und aller Wahrheit, zuwandelt, der hat wohl einen langen, schmalen und sehr dornigen Weg zu durchwandern, wie das bei gar vielen alten Weisen aller Völker der Erde von jeher der Fall war und auch künftighin der Fall sein und bleiben wird. “ [GEJ.09_058,01]






November 2019
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