Zorn, Wesen und Folgen - Der Prophet Jakob Lorber und seine Verkündungen ... Jakob Lorber

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Zorn, Wesen und Folgen

Themen I > Ehe und Familie > Familie
- Kindererziehung und Familienleben -


„Da wir schon von den Besitznahmen in unseren vorangehenden Denkwürdigkeiten gesprochen haben, so wollen wir in diesen auch noch fortfahren und eben in dieser Denkwürdigkeit eine sehr gefährliche Art von Besessensein enthüllen. – Worin wird wohl etwa diese bestehen? Diese besteht in der Besitznahme des irdischen Fleisches durch den Zornteufel. Dieses Besessensein ist das allergefährlichste, weil ein solcher Zornteufel nie allein ein Fleisch besitzt, sondern allzeit noch eine Legion dienstbarer böser Geister mit ihm.
Zorn ist der allerschroffste Gegensatz der Liebe und bildet den eigentlichen Hauptbestandteil des Satans. Der Zorn aber kann ohne Nahrung nicht bestehen; daher hat er allezeit eine zahllose Menge Nährgeister um sich, an denen er saugt und zehrt. Gleich also wie die Liebe nicht ohne Nahrung, die da ist die Gegenliebe, bestehen kann, also kann auch der Zorn nicht ohne Gegenzorn, der da ist seine Nahrung, bestehen. – Lasst uns aber sehen, was für ein ihn nährendes Hilfsgesinde er um sich hat.
Hass ist ein Haupternährer der Zorns, dann die Hoffart, daraus hervorgehende Selbstsucht, Neid, Geiz, Ehebruch, Hurerei, Verachtung alles Göttlichen, tiefe Geringschätzung seinesgleichen, Mord und Totschlägerei, Herrschbegierde – und am Ende gänzliche Gewissenlosigkeit. Das sind nur so die Nebenhäuptlinge dieses Zornteufels, von denen ein jeder noch eine bedeutende Anzahl untergeordneter schlechter Geister hat, die sich in den mannigfachsten Leidenschaften eines vom Zorn besessenen Menschen leicht erkennen lassen.
Dieser böse Geist, wenn er ein Fleisch in Besitz genommen hat, ist ebenso schwer aus dem Fleisch eines Menschen zu bringen, als wie schwer es da ist, ein großes Haus zu löschen, das schon in allen seinen Teilen vom Brand ergriffen worden ist. Da ist kein anderes Mittel, als es bis auf den letzten Balken zusammenbrennen zu lassen und mit der Zeit die abgekühlte Asche zu untersuchen, ob in ihr sich noch etwas vorfindet, was die grause Glut nicht verzehrt hätte. Da aber dieser Zornteufel gar so arg ist, wie er sich zeigte bei den zwei besessenen Gergesenern, so müssen wir doch sehen, wie dieser Auswurf der Hölle in das Fleisch des Menschen kommt.
Dieser Geist kommt nicht wie andere etwa mit der Zeit erst in das Fleisch des Menschen, sondern der wird schon bei der Zeugung als ein Same der Hölle in dasselbe gelegt und muss auch da sein, weil eben dieser Same das Fortkommen des Fleisches bedingt; aber der Same gerät zu keiner Selbständigkeit, wenn der neugeborene Mensch zu dem Behuf keine Erziehung bekommt.
Erst durch eine gewisse Erziehung sammelt sich dieser böse Stoff in der Leber, und wenn er da einmal im Vollmaß vorhanden ist, so erweckt eben dieser Stoff in ihm selbst die Selbständigkeit des Zornteufels; ist dieser aber selbständig geworden, so nimmt er alsbald die ganze Seele gefangen und zieht sie in seinen Bereich, durch welchen Akt dann der ganze Mensch in kurzer Zeit darauf zu einem förmlichen Teufel wird.
Es ist aber bei vielen Menschen gerade nicht notwendig, dass dieser Fleischteufel die eigene Selbständigkeit völlig erlangt; sondern die böse Spezifikalausdünstung pflanzt sich durch den ganzen Leib fort, und zwar zunächst durch das Blut, welches sehr leicht aufbrausend wird, wenn es mit diesem Spezifikum schon ziemlich gemengt ist. Durch das Blut gelangt es in die Nerven, durch diese in den Nervengeist und durch den Nervengeist in die Seele. Hat dieses böse Spezifikum auch die Seele durchdrungen, dann ist der Mensch auch schon wenigstens ein halber Teufel, und es ist nicht gut, mit solch einem Menschen Gemeinschaft zu machen.
Diese Art Menschen ist daran zu erkennen, dass sie über jede Kleinigkeit, die sie nur irgend im geringsten berührt, überaus heftig aufbrausen und gleich mit Fluchen und Schlagen fertig sind. Sie gleichen einem rotglühenden Eisen, welches für sich selbst ganz solid und ruhig zu sein scheint; man werfe aber nur die leichtesten Sägespäne darauf, und es wird gleich Rauch und Flamme zum Vorschein kommen!
Das alles aber kann durch eine gerechte und gute Erziehung bei den Kindern vermieden werden; wenn auch bei einem oder dem andern eine größere Anlage da ist, so kann sie aber doch durch eben die vorerwähnte gute Erziehung und daneben auch durch eine gerechte Lebensdiät so geordnet werden, dass mit der Zeit aus ihr nur Gutes und nimmer Böses hervorgehen kann.
Das größte Übel aber ist dabei die Verzärtelung; durch diese Untugend wird dem kleinen Kind jede Unart durch die Finger gesehen. Das Kind wird von Tag zu Tag älter und merkt es, wie es Unarten und allerlei kleine Bübereien, ohne gestraft zu werden, begehen kann. Da versucht es dann, stets größere sogenannte Bubenstücke zu unternehmen; bleiben auch diese von Seiten der Eltern nur wenig oder gar nicht geahndet, so hat das Kind in sich schon eine gewisse Zornsolidität erreicht, wirft sich bald zu einem ungestümen Forderer auf und gebietet förmlich, dass man ihm das gebe, wonach es verlangt. Gibt man ihm das nicht, oder lässt man ihm etwas Gewisses nicht angehen, so wird es bald glührot vor Zorn und nicht selten unerträglich roh und grob.
Lassen sich die Eltern durch dieses Benehmen einschüchtern und geben dem wilden Verlangen des Kindes nach, dann hat dasselbe schon den ersten Grad der teuflischen Selbständigkeit erlangt. Bald darauf fängt dann das stets mehr erwachsene Kind an, sich zum brutalen Gesetzgeber seiner Eltern aufzuwerfen, und den Eltern würde es wirklich nicht gut bekommen, wenn sie einem solchen wie ein Gesetz aussehenden Verlangen ihres ungeratenen Kindes nicht alsbald nachkommen möchten.
Wird nun ein solches Kind älter, größer und stärker, da wären so manche Eltern mit ihrem Leben nicht sicher, wenn nicht Ich durch so manche Krankheiten diesen Fleischteufel bändigen würde in dem Fleisch solcher ungeratenen Kinder. Nur diese Krankheiten treiben diesen bis zu einem gewissen Grad wieder aus, besonders in der Zeit, wenn er sich des Blutes bemächtigt hat. Scharlach, Friesel, Flecken, Blattern und noch andere Krankheiten sind Abtreibmittel des Verderbers der menschlichen Natur. Sie treiben aber natürlich dieses böse Spezifikum nicht ganz aus, sondern nur insoweit es sich in das Blut gewagt hat.
Wenn aber Eltern nach einer solchen überstandenen Krankheit der Kinder, durch die Ich ihnen zu Hilfe gekommen bin, vernünftig wären und würden dann das Kind ordnungsmäßig und gehörig diät behandeln, dann wäre es gut für sie und das Kind, geistig und leiblich.
Aber darauf verzärteln sie es gewöhnlich noch einmal so stark wie früher, und dann wird gewöhnlich der zweite Zustand ärger als der erste; denn hat dieser Fleischteufel im Kind gemerkt, dass der Weg durch das Blut nicht geheuer ist, dann geht er, das Blut beseitigend, schnurgerade auf die Nerven los. Sind diese ergriffen, da wird das Kind äußerst empfindlich, was die Eltern gewöhnlich für einen krankhaften Zustand ansehen und geben dann dem Kind ja alles, was es nur immer verlangt, um es wegen vermeintlicher schwacher Nerven ja nicht zu sehr zu reizen.
Da muss wieder Ich ins Mittel treten und das Fleisch des Kindes mit einer Ruhr oder starkem Husten heimsuchen, damit dieses Spezifikum von den Nerven wieder abgeleitet wird, wodurch dann dem Fleisch des Kindes, wenn es derlei Hilfsmittel auszuhalten imstande ist, wieder eine Zeitlang geholfen ist, – wo es aber schon beinahe allzeit besser ist, wenn der Seele des Kindes solch ein impestifiziertes Fleisch früher genommen wird, bevor noch durch dasselbe der Fleischteufel die Seele hat ergreifen können. Daher nehme Ich auch gewöhnlich solchen Eltern die Kinder ab, welche dieselben zu sehr verzärteln, was gewöhnlich bei jenen Eltern der Fall ist, die wenig Kinder haben, und daher auch nicht selten die Klage: „Ich habe nur ein einziges Kind, und das ist fortwährend kränklich!“, oder: „Mein einziges Kind musste sterben; mein Nachbar aber hat eine ganze Butte voll Kinder, und die laufen oft halb nackt herum, haben keine Wartung und keine Pflege und sind kernfrisch und gesund, und nicht eins stirbt!“ Das ist ganz sicher, sage Ich, und darum ganz sicher, weil es einen guten Grund hat. Das einzelne Kind würde zu sehr verzärtelt werden und mit der Zeit völlig getötet für Mein Reich, weil dessen Eltern Narren sind und haben eine Affenliebe, mit der sie ihr Kind für die ganze Ewigkeit erdrücken würden, so Ich mit ihnen ein gleicher Narr wäre und es ihnen beließe zum Zeitvertreib, auf dass sie sich damit unterhalten könnten, wie sich eitle Stadt- und Schlossdamen mit Papageien, kleinen Hündchen und Vögelein unterhalten. Da Ich aber mit der Menschheit einen höheren Zweck habe, als dass sie bloß ein eitles Spielzeug dummer, alberner Eltern sein solle, so bleibt natürlich kein anderes Mittel übrig, als solchen Eltern die Kinder schnurgerade wegzunehmen und sie Meinen Engeln zur weiteren Erziehung zu geben. Ich suche Mir daher auch allezeit diejenigen Kinder aus, die von den Eltern, wenn sie auch mehrere Kinder haben, zu viel gehätschelt und geliebt werden; denn eine zu große Liebe der Eltern zu ihren Kindern ist gewöhnlich der Tod derselben.
Ließe Ich sie dem Leib nach leben, da wäre ihre Seele unwiderruflich verloren; sonach ist besser der Tod des Leibes, damit die Seele für den Himmel das Leben erhalte. Darum darf sich auch niemand wundern, wenn so viele Kinder in der Jugend und oft schon in der Wiege sterben; denn Ich weiß es am besten, warum Ich sie schon so früh von der Welt wegnehme. Es ist besser, dass sie schwache Himmelsgeister werden, als dass sie sonst auf der Welt zu starken Höllengeistern würden.
Hie und da aber geschieht es dennoch wohl und muss es auch der Welt wegen geschehen, dass dergleichen Zorngeister aufwachsen. Wenn die Eltern noch zeitlich genug den Zorn und Eigensinn solcher Kinder energisch bekämpfen, so können aus ihnen recht brauchbare, in einem oder dem andern Fach sehr eifrige Menschen werden; wird aber ihrem Zorn und Eigensinn nicht eifrig begegnet, so werden aus ihnen Raufbolde, Meuterer und womöglich nicht selten grässliche Peiniger der Menschheit. Daher ist das allen Eltern ans Herz zu binden, die bei dem einen oder bei dem anderen ihrer Kinder Zornsucht, Eitelkeit, Eigendünkel, Selbstsucht und eine gewisse Zierbengelei entdecken, diesen Leidenschaften mit aller Energie zu begegnen. Die Folge davon wird sein, dass sie daraus recht tüchtige und brauchbare Menschen gewinnen werden, weil dadurch das böse Zornfeuerspezifikum in ihnen in ein gutes verkehrt wird durch einen eigenen psychisch-chemischen Prozess.“ [Er.01_061]


Die Bekämpfung des Zorns

„Da eben dieser Zornteufel ein so gefährliches Wesen ist, so er sich im Besitz des menschlichen Fleisches befindet, und es gar oft notwendig ist, Kinder leiblich sterben zu lassen, ja nicht selten auch ganze Generationen durch Pest und andere verheerende Krankheiten dem Leib nach zu töten, bevor es diesem Teufel noch möglich wird, die Seele völlig in sein Wesen zu ziehen, so ist es aber auch vor allem von höchster Wichtigkeit für jeden Menschen, der seine eigene Seele und – so er Vater oder Mutter ist – auch die Seelen der Kinder zu verwahren hat, dass man die gerechte Diät kennt und dann befolgt, durch welche nicht nur die Seele gerettet werden, sondern auch der Leib des Menschen für die ewige Wohlfahrt seiner Seele ein möglichst höchstes Alter erreichen kann, – was aber nicht geschehen kann, wenn die Menschen diese Diät zum größten Teil nicht wissen, und so sie solche auch wissen, aber dennoch nicht befolgen. Wie muss sich demnach ein Mensch schon von seiner Geburt an verhalten, oder wie muss er anfangs gehalten werden, damit er in der Reife seiner Jahre jene psychische und leibliche Diätordnung beachten kann, durch die allein es ihm möglich wird, ein ruhiges, hohes Alter zu erreichen und eben durch dieses hohe Alter seiner Seele einen wahren, festen, für die Ewigkeit dauernden Bestand zu sichern?
Das Kind, wenn es sich schon in der Wiege zeigt, dass es sehr empfindlicher Natur ist und leicht durch allerlei Einflüsse gereizt werden kann, sollte, solange es noch kein Gedächtnis hat, durch solche Mittel genährt werden, die das Blut nicht erhitzen, sondern nur sanft kühlend herab stimmen.
Säugt die Mutter das Kind an der Brust, so enthalte sie sich von geistigen Getränken und hauptsächlich von Gemütsbewegungen; denn durch alles das setzt sie Spezifika in ihre Brust, die eine Nahrung dieses Feuergeistes sind, – kurz und gut, sie enthalte sich von solchen Speisen und Getränken, die zu sehr die Galle erzeugen oder die schon erzeugte aufrütteln. Hülsenfrüchte, besonders Bohnen, sind einer solchen Mutter durchaus nicht zu empfehlen, wohl aber mäßige Fleischbrühen, auch Braten vom Fleisch reiner Tiere und Mehlspeisen von Weizen, Roggen und weißem Mais; auch Wassergerste oder Reis ist einer solchen gedeihlich in nicht fetter Milch gekocht.
Wenn aber eine Mutter das Kind nicht selbst säugt, sondern es an der Brust einer sogenannten Amme trinken lässt – was zwar nie recht gut ist –, da soll fürs erste die Amme wohl erkannt sein, wessen Geistes Kind sie ist, und hat sich's herausgestellt, dass sie eine gute und sanfte Seele ist, so muss sie dann fürs zweite dieselbe Diät im Essen und Trinken und die Zügelung ihres Gemütes beachten, wie eben diese Diät der Mutter vorgeschrieben ist.
Säugt die Mutter oder die Amme das Kind, so soll es alsbald von der Brust abgespent werden, wenn sich die ersten Zähne zeigen; denn mit den Zähnen beginnt auch das Gedächtnis bei dem Kind. Am besten wäre jedoch für ein solches Kind die Auferziehung ohne Brust.
Weizenkleie gekocht und mit etwas reinem Honig gemengt, wäre die beste uranfängliche Kost für ein hitziges Blutkind. Man kann aber wohl auch Gerstenwasser, mit etwas Honig oder Zucker versüßt, nehmen; ebenso gut und manchmal noch besser sind gekochte Feigen und gekochtes Johannisbrot.
Bei manchen Kindern, besonders in späterer Zeit, würde auch ein leichtes Linsenmus eine sehr beachtenswerte Kost sein, wenn jene, wie gesagt, im Alter schon etwas vorgerückt sind.
Tierische Milch ist anfänglich nicht zu empfehlen, weil Tiere manchmal selbst nicht vollkommen gesund sind und somit auch keine gesunde Milch liefern können, – was gewöhnlich zur Winterszeit der Fall ist. Manchmal sind aber auch schon Tiere vollblütigen und heftigen Temperaments, deren Milch also einem solchen hitzigen, vollblütigen Kind sehr übel zustatten kommen würde. Erst wenn Kinder ein bis zwei Jahre alt geworden sind, können sie mit leichter, durch Wasser verdünnter Milch bedient werden.
Dagegen wird es ihnen aber nie schaden, manchmal ein gekochtes Obstmus zu genießen; denn das Obst, besonders gute Äpfel und feinere Birnen, sind sehr tauglich, das Blut zu reinigen und herabzustimmen.
Fleisch kann solchen Kindern erst dann gereicht werden, wenn sie die Zähne gewechselt haben. Bekommen die Kinder, besonders obenerwähnte, früher Fleischspeisen, so wird dadurch ihr Blut zu sehr genährt, ihr Fleisch selbst zu fett und dadurch werden ihre Transpirationswerkzeuge zu sehr verschleimt, woraus dann bald eine Menge gefährlicher Krankheiten für dergleichen Kinder entstehen.
Wenn solche Kinder bis dahin ausgereift sind, dass sie einmal gehen und reden können, dann sollten sie mit allerlei mehr ruhigen und für das kindliche Gemüt nützlich erhebenden Spielereien beschäftigt werden und es sollte dabei fortwährend die Aufmerksamkeit gehandhabt werden, dass solche Kinder sich nie zu sehr erhitzen, weder durch Bewegung, noch viel weniger durch einen Gemütsaffekt; es muss alles hinweg geräumt werden, was sie nur im geringsten ärgern könnte.
Wird aber bei einem oder dem andern trotz all der Vorsichten bemerkt, dass nicht selten Gemütsaufbrausungen vorhanden sind, da ist eine zweckmäßige Strafe nie zu versäumen, welche jedoch nicht so geschwind mit Schlägen sondern viel wirksamer und gedeihlicher mit zweckmäßigem Fasten bei der Hand sein sollte; denn nichts heilt den Zorn besser als der Hunger, und Hungernde sind am wenigsten zu einer Revolution aufgelegt, während, wenn sie satt sind, ihnen durchaus nicht zu trauen wäre.
Sehr gut für Kinder ist, wenn man sie dergleichen Ursachen wegen zu strafen nötig hat, dass man ihnen begreiflich macht und ihnen sagt, dass der himmlische Vater, weil sie schlimm waren, ihnen kein Brot geschickt habe. Wenn sie aber wieder vollends brav würden und den himmlischen Vater um Brot bitten würden, so werde Er ihnen gleich wieder eines geben. Dadurch werden dergleichen Kinder auf Gott aufmerksam gemacht, und es wird sich ihrer jungen Seele stets tiefer einprägen, dass sie in allem von Gott abhängt, und dass Er der getreueste Vergelter ist für alles Gute und Schlechte.
Sind solche Kinder aber dann recht ruhig und sittsam geworden, dann soll es aber auch nicht versäumt sein, ihnen recht begreiflich zu zeigen, wie der himmlische Vater eine recht große Freude an ihnen hat und ihnen tagtäglich am Morgen, Mittag und Abend zuruft: „Lasst diese lieben Kleinen zu Mir kommen!“
Wenn die Kinderchen so geleitet werden, dann wird es späterhin wenig Anstände mit ihnen haben; werden sie aber nicht also geleitet, so wird es schon etwas schwerer sein, sie in späterer Zeit auf den rechten Weg zu bringen, und es wird da das Sprichwort in Erfüllung gehen, laut dessen sich ein alter Baum nicht mehr beugen lässt, außer manchmal durch Blitz und Sturm, – wobei aber ein solcher Baum selten ohne Schaden davonkommt.
Sind dergleichen Kinder völlig erwachsen und haben schon eine vollkommene Selbsterkenntnis erlangt – d. h. insoweit als man in natürlicher Hinsicht diesen Begriff ausdehnt – und zeigen sich bei ihnen noch hie und da merkliche Symptome von übertriebener Gemütsreizbarkeit, da ist ihnen vor allem anzuempfehlen, dass sie in allem sehr mäßig leben, früh schlafen gehen, aber noch früher aufstehen, von geistigen Getränken sich längere Zeit enthalten, wie auch vom Fleisch unreiner Tiere, und ja keine solchen Orte besuchen, wo allerlei toller Spektakel zur schlechten Belustigung der Zuseher aufgeführt wird, besonders aber jene Orte nicht, wo getanzt und gespielt wird. Dergleichen muss von solchen Brauseköpfen auf längere Zeit, wenn nicht bei manchen auf immer, gemieden werden.
Sehr gut ist für solche Menschen beiderlei Geschlechts auch, wenn sie bald ehelichen; denn die Brunst eines Brausekopfes ist viel ärger als die eines sanften Menschen.
Hauptsächlich aber sollen solche Menschen nebst dieser naturgemäßen Diät auch recht oft beten und geistige Bücher lesen oder sich vorlesen lassen, wenn sie selbst nicht lesen könnten. Das wird ihre Seele stärken und ihrem Geiste die Fesseln lösen, welcher leicht völlig frei wird, wenn dergleichen Menschen Meine Liebe ergreifen. Denn weil solche Menschen einer größeren Versuchung ausgesetzt sind wie andere, so sind sie aber auch eben darum Meiner Gnade um so viel näher, als um wie viel größer ihre Versuchung ist. Eben diese Menschen sind es, aus denen etwas Großes werden kann, wenn sie auf den rechten Weg gelangt sind, weil sie den gerechten Mut in sich haben. Aus diesen Menschen werden, geistig genommen, Schiffe und Paläste wie aus Eichenholz und Marmor gebaut in Meinem Reich; aus Schwämmen und Schilf wird nicht leichtlich etwas Besseres, als es ist in seiner Art.“ [Er.01_062,01-18]




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