Jakob Lorber - Vaterunser wie beten? - Der Prophet Jakob Lorber und seine Verkündungen ... Jakob Lorber

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Jakob Lorber - Vaterunser wie beten?

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Das Gebet der Gebete
Darum sollt ihr also beten: „Unser Vater in dem Himmel! Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe auf Erden wie im Himmel. Unser täglich Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie wir unseren Schuldigern vergeben. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Übel. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.“ (Mt 6,9-13)

Jesus erklärt uns, wie wir das „Vaterunser“ beten sollen:
Was aber das „Vaterunser“ betrifft, so steht es mit diesem Gebet geradeso wie mit der Frage, wie man dasselbe beten soll, dass es Frucht bringe. Denn wer dasselbe nicht im Geist und in der Weisheit betet, dem nützt es gerade so viel, wie dem bekannten Blinden die Erklärung der Farben.
Wie kann der Geistesblinde sagen: „Unser Vater“, da er sich noch nie die Mühe gegeben hat, den Vater in seinem Herzen durch die Liebe und durch den lebendigen Glauben zu erkennen und sich Ihm im Geist und in der Wahrheit zu nähern?
Wie kann der sagen: „Der du bist in dem Himmel“, der weder den Vater und noch weniger den Himmel kennt!? – Wie kann der sagen: „Geheiligt werde dein Name!“, der da nicht kennt Meine Liebe, noch weniger Mein lebendiges Wort und daher auch unmöglich das Leben des Lebens und die Heiligkeit alles Heils und aller Neuwerdung aus Mir, was allein Mein unaussprechlicher Name ist!?
Wie kann der sagen: „Dein Reich komme!“, der mit allen Sinnen wie eine Schmarotzerpflanze an dem Früchte tragen sollenden Baum, d.h. an dieser Welt hängt!?
Wie kann der sagen: „Dein Wille geschehe“, der sich noch nie die Mühe gegeben hat, Meinen Willen zu erkennen und gegen jedes noch so leichte Gebot in seinem Herzen entweder eine große Lauigkeit oder oft schon in seiner Jugend den barsten Ungehorsam hegt und in allen das ewige Leben betreffenden Dingen den allergrößten Leichtsinn in sich trägt!?
Wie kann der sagen: „Gib uns das Brot des Lebens“, der von dem erbetenen Brot gar keine Ahnung in seinem Herzen hat, wohl aber eine desto größere Fressbegierde in seinem Magen, welcher das eigentliche Hauptherz solcher fruchtlos Betenden ausmacht!?
Wie kann der um „Vergebung seiner Sünden“ bitten, dessen Herz noch voll Unlauterkeit ist, da nichts innewohnt denn Zorn, Neid, Hoffart, Missgunst, Frechheit und noch viele andere Laster der Art!? Hört, zur fruchtreichen Erreichung der Vergebung der Sünden wird mehr erfordert als durch günstige Verhältnisse feindlos zu sein. Denn wer keinen Feind hat, wie soll der bitten: „Vergib mir meine Sünden, wie ich meinen Feinden vergebe“. – Ich will damit nicht sagen, dass ihr euch Feinde machen sollt, um dann etwas zu vergeben zu haben; aber das will Ich damit sagen, dass euer Herz über jede Beleidigung, wie geartet sie auch immer sein möge, erhaben sein solle. Sonst erbittet ihr euch, statt der Vergebung, das Gericht und die Verdammnis auf den Hals.
Wie kann ferner der sagen: „Führe uns nicht in die Versuchung“, der fürs erste Mich gar nicht kennt und solcherart in die Luft betet, und der, so Ich ihn auch, ihm unwissentlicherweise, mit jeglicher Versuchung verschone, selbst aber, einem Besessenen gleich, von Gefahr zu Gefahr, von Abgrund zu Abgrund, von Tod zu Tod rennt!?
Seht, wie ist hernach eine solche Bitte! Gleicht sie nicht einem Tollen, der einen großen Wohltäter um eine Unterstützung bittet, so er aber dieselbe erhalten hat, wirft er sie zum Teil ins Feuer, zum Teil in schmutziges Wasser, zum Teil in stinkende Kloackpfützen und zum Teil in Unrat und in Gräber voll Totenmoder. Denket, was solchem Narren die Gabe nützt!
Wie kann endlich der sagen: „Erlöse uns von dem Übel“, der mit allem Fleiß sich selbst in alle Übel stürzt!?
So ihr dieses Gebet fruchtbringend beten wollt, dann müsst ihr es im Geist und in der Wahrheit beten und wohl überdenken, was dazu erfordert wird, um die wahre Frucht dieses Gebets zu ernten. Sonst wird aus diesem Gebet das Gegenteil des großen Segens für euch wie für jeden andern erwachsen (HiG.01_41.03.13,08ff).

Sieh, was Ich beten heiße: ,O Du mein heiliger Vater in den Himmeln! Dein Name werde geheiligt! Zu uns armen tot- und nachtvollen Sündern komme Deine Vaterliebe! Dein allein heiliger Wille geschehe hier auf dieser Deiner Erde wie in allen Deinen Himmeln! Haben wir gesündigt wider Deine ewige, heilige Ordnung, so vergib uns solche Torheit und habe Geduld und Nachsicht mit uns, wie auch wir mit denen Geduld und Nachsicht haben, die sich gegen uns irgend versündigt haben! Lass es ja nicht zu, dass wir in unserer fleischlichen Schwachheit irgend über unsere Kraft von der Welt und vom Teufel versucht werden, sondern erlöse Du uns durch Deine große Gnade, Liebe und Erbarmung von den tausenderlei Übeln, durch die unsere Liebe zu Dir, o heiliger, großer, lieber Vater, getrübt und geschwächt werden könnte! Wenn es uns aber hungert und dürstet, geistig und leiblich, dann gib uns, Du guter, lieber Vater, nach Deinem heiligen Ermessen, was wir täglich vonnöten haben! Dir allein alle meine Liebe, alle Ehre und alles Lob ewig, ewig!‘ – Dieses Beten gilt aber vor Gott nur dann etwas, wenn zuvor in aller Tiefe des Herzens auf die vorbeschriebene Art und Weise durch die Einung aller Gedanken und Gefühle die Liebe zu Gott in die lichten und heißen Flammen im göttlichen Zentrum des Herzens übergeschlagen hat; fehlt dieser Vorakt (Vorgang), so ist jedes Gebet mit bloßen, noch so schönen Worten vor Gott ein Greuel und wird nicht angesehen und nicht angehört. Denn Gott in Sich ist ein Geist und muss darum im Geist der Liebe und im flammenhellsten Licht der Wahrheit angebetet werden (GEJ.03_123,04ff).

Im Herzen durch die rechte Befolgung von Jesus Willen beten:
Ja, die Menschen, die Gott erkennen und Ihn über alles lieben, sollen im Herzen auch zu Ihm beten. Aber wie? Erstens durch die rechte Befolgung Seines Willens, durch die Ausübung der Werke der Nächstenliebe, und zweitens sollen sie im Herzen lebendig und voll Liebe also zu Gott reden: ,Unser liebevollster Vater, der Du wohnst in Deinen Himmeln! Dein Reich der ewigen Liebe und Wahrheit komme tatsächlich zu uns! Dein allein heiliger Wille, das Sein aller Wesen, werde auch unter uns also zur Tat, wie er es in allen Deinen Himmeln und Schöpfungsräumen ist! Gib uns, Deinen Kindlein, das Brot des Lebens! Unsere Schulden vergib uns, so wie wir unseren Brüdern, die uns beleidigt haben, vergeben! Lasse nicht Versuchungen und Reizungen zur Sünde über uns kommen, denen wir in unserer Schwäche schwer oder gar nicht widerstehen könnten, sondern befreie uns von allen Übeln! Dein Name werde allzeit geheiligt, hoch gepriesen und über alles gelobt; denn Dein ist alle Liebe, Weisheit, Kraft und Macht ewig!‘
Seht, das ist ein rechtes Gebet zu Gott, so es von jemandem im Herzen lebendig und wahr und vollernstlich ausgesprochen wird! Aber auch dieses Gebet hat keinen Wert, so es auch von jemandem im Mund tausend Male ausgesprochen würde, sondern es muss sich im Herzen lebendig, wahr und voll Willensernstes aussprechen, und der Mensch muss das auch durch die Tat zeigen, was die Rede seines Herzens ausspricht, sonst ist alles Beten ein Greuel vor Gott; denn der ewig lebendige Gott, als die Liebe, Weisheit, Kraft und Macht, lässt Sich nicht durch leere und tote Lippenworte und sinnlose Opfer und Zeremonien ehren, sondern allein durch Werke nach Seinem Willen. Diese aber kann und soll ein jeder Mensch an jedem Tag und nicht nur allein am Sabbat ausüben; tut der Mensch aber das, so macht er jeden Tag zu einem wahren Sabbat und braucht nicht auf den siebenten Tag der Woche zu warten, der als Tag vor Mir um kein Haar einen größeren Wert hat als ein anderer (GEJ.08_092,05ff).

Um was wir Jesus bitten sollen
Hütet euch vor den Gütern und Schätzen dieser Welt; denn in ihnen ruht der arge Geist der Versuchung zu allen Sünden! So ihr denn zu Gott betet und im Herzen sagt: "Vater im Himmel, führe uns nicht in die Versuchung!", so sagt, denkt und wünscht, dass Er euch nicht mit vielen irdischen Gütern und Schätzen wohl versehe, sondern bittet Ihn nur um das tägliche Brot, und Er wird es euch nicht vorenthalten, da Er es wohl am besten weiß, wessen ihr bedürft (GEJ.09_210,02f).

In der Stille des Herzens beten
So ihr aber Mich um etwas bittet, da machet nicht viele Worte und durchaus keine Zeremonie, sondern bittet also ganz still im geheimen Liebeskämmerlein eures Herzens: Unser lieber Vater, der Du im Himmel wohnst, Dein Name werde allzeit und ewig geheiligt! Dein Reich des Lebens, des Lichtes und der Wahrheit komme zu uns und bleibe bei uns! Dein allein heiliger und gerechtester Wille geschehe auf dieser Erde unter uns Menschen also, wie in Deinen Himmeln unter Deinen vollendeten Engeln! Auf dieser Erde aber gib uns das tägliche Brot! Vergib uns unsere Sünden und Schwächen, wie auch wir sie denen allzeit vergeben werden, die gegen uns gesündigt haben! Lasse nicht Versuchungen über uns kommen, denen wir nicht widerstehen könnten, und befreie uns also von allem Übel, in das ein Mensch infolge einer zu mächtigen Versuchung dieser Welt und ihres argen Geistes geraten kann; denn Dein, o Vater im Himmel, ist alle Macht, alle Kraft, alle Stärke und alle Herrlichkeit, und alle Himmel sind voll derselben von Ewigkeit zu Ewigkeit! –
Siehe, also soll ein jeder bitten in seinem Herzen, und seine Bitte wird erhört werden, so es ihm mit derselben völlig ernst ist, – doch nicht pur mit dem Mund, sondern wahr und lebendig im Herzen! Denn Gott in Sich ist ein purster Geist und muss denn auch im Geist und dessen vollster und ernstester Wahrheit angebetet werden. Wenn du das nun einsiehst und begreifst, da tue denn auch danach und du wirst leben, wie auch ein jeder, der also tun wird! (GEJ.10_032,05ff)  


Mathildes Gebet:
"Heiliger Vater, der Du in den Himmeln wohnest. Dein Name werde allezeit und ewig stets mehr und mehr erkannt und geheiligt! Dein Reich der Liebe, der Weisheit und des ewigen Lebens komme zu uns allen! Dein allein heiliger Wille werde von allen freien Geistern, Wesen und Menschen in den Himmeln wie auf allen Weltkörpern auf das pünktlichste befolgt! Gib, o heiliger Vater, allen Kindern Dein Himmelsbrot alles Lebens zu essen mit reinem Mund! Vergib uns allen unsere Schwächen und Sünden, gleichwie wir all denen vergeben, die uns je beleidigt haben! Lasse auch nicht zu, dass wir – mit noch allerlei Schwächen behafteten Kinder – über unsere Kräfte irgend sollen versucht werden. So aber ein Übel Deine Kinder zu verderben droht, da wende es ab und befreie sie von allem, was ihnen Übles zufügen könnte! Denn Dein allein ist alle Macht und Kraft ewig! Dir sei aller Ruhm, aller Preis, alle Ehre und Anbetung! Dir allein alle unsere Liebe und alles Lob ewig! Amen." (RB.02_248,14)

Wie Du, lieber Jesus, uns auf dem Berg gelehrt hast, wollen wir in Deinem Namen den Vater allzeit bitten und sagen: „Vater im Himmel! Dein Reich komme, und Dein allein heiliger Wille geschehe! Und wie wir denen vergeben, die Übles an uns getan haben, also vergib auch Du uns unsere Schwächen und Sünden!“ (GEJ.01_076,02)


Juni 2015


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