Jakob Lorber - gibt es ein gerechtfertigtes Töten? - Der Prophet Jakob Lorber und seine Verkündungen ... Jakob Lorber

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Jakob Lorber - gibt es ein gerechtfertigtes Töten?

Bibel und NO

Gott hat uns das Gebot gegeben: "Du solllst nicht töten". Gilt dieses Gebot immer und unter allen Umständen? - Erklärungen aus der Neuoffenbarung Jesus durch Jakob Lorber.

Leibliche und seelische Tötung
Nicht töten heißt nicht zerstören, weder sich selbst, noch alles das, was des Bruders ist, denn die Erhaltung ist das ewige Grundgesetz in Gott Selbst, demzufolge Er ewig ist und unendlich in Seiner Macht. Da aber auf der Erde auch des Menschen Leib bis zur von Gott bestimmten Zeit für die ewig dauernde Ausbildung des Geistes notwendig ist, so hat ohne ein ausdrückliches Gebot Gottes niemand das Recht, eigenwillig weder seinen eigenen Leib noch den seines Bruders zu zerstören [GS.02_078,11]. Wenn ein Mensch das Leben in allen seinen Brüdern achtet, dann wird er den Wert des eigenen Lebens erkennen; tötet er aber einen aus seinen Brüdern, so hat er dadurch seinem eigenen Leben eine tödliche Wunde versetzt [GS.02_048,13].

Wer seinen Nächsten liebt, kann ihn weder hassen, noch anfeinden und ihm einen Schaden zufügen, denn er weiß, dass alle den einen selben Vater haben und somit gleich vor Ihm sind. So wird er ihn auch weder leiblich und noch weniger seelisch töten wollen. „Seelisch töten“ heißt den anderen beneiden, ihm mit dem daraus entstehenden Zorn und Hass begegnen, woraus wiederum die böse und alles verheerende Rache hervorgeht. Auch sollen sich die Menschen untereinander nicht ärgern und lästern oder durch bösen Leumund die Ehre abschneiden, denn wer das tut, der tötet die Seele seines Nebenmenschen [GEJ.07_031,10ff; GEJ.03_059,04; GEJ.06_244,06].

Da in Gott die ewige Erhaltung der geschaffenen Geister die unwandelbare Grundbedingung aller göttlichen Ordnung ist, so ist das Gebot nicht nur körperlich, sondern auch geistig zu verstehen, wobei töten im tieferen Sinn auch heißt, den Geist seiner himmlischen Lebenskraft zu berauben (GS.02_078,02+10).

Umstände, die das töten erlauben
Jesus: „Freund, du bist noch sehr kurzsichtig, wenn du Meine Lehre also auslegst und verstehst! Es hatte aber dir ja auch Jonael schon gesagt, dass entweder ein Kampf mit einem bösen Feind auf ein göttliches Geheiß, wie auch eine unausweichliche Notwehr von Mir aus also geordnet ist, dass in derlei Kämpfen getötete Menschen, respektive ihre Seelen, alsogleich in ein hartes Gericht gesetzt werden und weder auf ihre gerechten Sieger noch irgend auf den Boden der Erde eine böse Rückwirkung auszuüben vermögen. Wenn aber das eine unwandelbare Wahrheit ist, aus der du klar ersehen kannst, wie diese Sache im Grunde des Grundes beschaffen ist, wie kannst du da so zweifelhafte Sätze Meiner Lehre entgegenstellen?!
Wer sagte denn dir, dass man wirkliche Verbrecher, die oft ärger denn alle wilden Waldbestien sind, nicht einfangen und in irgend ein festes Gewahrsam bringen solle?! Im Gegenteil gebietet dir das die wahre Nächstenliebe; denn wie du sicher, so du dazukämest, wo eine Hyäne einen Menschen anfällt, die Bestie mit scharfer Waffe erlegen würdest, also wirst du auch sicher einem ehrlichen Menschen zu Hilfe springen, so dieser auf offener Straße oder in einem Hause von einem Raubmörder angefallen würde.
Da aber solche Menschenhyänen, so sie sich sehr anhäufen, nicht nur einzelnen Wanderern, sondern auch am Ende ganzen Ortschaften gefährlich werden können, so ist es sogar eine unerlässliche Pflicht der machthabenden Obrigkeit, auf solche gefährliche Menschen Jagd zu machen und sie in feste Zwinger zu setzen.
Aber die Todesstrafe soll dann nur über jene verhängt werden, bei denen jedes Mittel durch einen Zeitraum von zehn Jahren fruchtlos bleibt, in irgend eine wahre Besserung des Lebens einzugehen. Verspricht der Verbrecher auf dem Blutgerüste Besserung, so soll ihm noch eine Jahresfrist hinzugefügt werden! Ist aber auch da noch keine Besserung erfolgt, so soll die Tötung vollzogen werden; denn da ist von der Besserung eines solchen Menschen auf der Erde nichts mehr zu erwarten, und es ist besser, ihn von dieser Erde zu schaffen!
Will aber die rechtmäßig machthabende Obrigkeit mit Einstimmung der Gemeinde solch eines Verbrechens wohlverdiente Todesstrafe in einen lebenslänglichen Zwinger verwandeln und die Besserungsversuche fortsetzen, so steht ihr das frei, und Ich werde sie darum nicht zur einstigen Verantwortung ziehen.
Solcherart Feinde derjenigen Menschen, die nach Meiner Lehre leben werden, haben nach ihrem Leibestode keine Rückwirkungsmacht. Diese ist nur solchen Geistern zuständig, die als nach dem Bessern strebende Menschen auf dieser Welt von tyrannischen, über alle Maßen hochmütigen, selbst- und herrschsüchtigen und somit auch völlig unrechtmäßigen Herrschern auf eine grausamste Weise getötet worden sind!
Wenn die alles edleren Gefühls baren Richter sich durch solche ungerechtesten Gerichte Feinde zeugen, so werden diese Feinde dann als Geister sich an den ungerechten Richtern rächen; denn diesen ist von Mir aus die Rückwirkung gestattet, aber wirklich vom Grunde aus bösen Geistern nie! – Ich meine nun, dass du nun über deine Zweifel im klaren sein wirst!?“ [GEJ.01_081,01-07]

„Etwas anderes ist es, so dich der Herr Selbst dazu beheißt, wie Er den David gegen die Philister beheißen hat, irgend schon des Satans gewordene Gottes- und Menschenfeinde mit kriegerischer Gewalt zu schlagen und irdisch zu vernichten!“ [GEJ.01_079,14]

„die Israeliten dann in die Stadt [Jericho] drangen und aufs Geheiß Gottes alles mit dem Schwert niederhieben, was darin lebte, bis auf die Hure Rahab, die nach dem Geheiß Gottes samt ihrem Haus und Anverwandten verschont werden musste, weil sie die Kundschafter, die Josua in die Stadt gesandt hatte, vor der Verfolgung des Heidenkönigs rettete, indem sie dieselben in ihrem Hause wohl verbarg!“ [GEJ.08_188,13]

„Etwas ganz anderes ist es, so irgendein äußerer habsüchtiger oder mutwilliger Feind in ein friedliches, von lauter demütigen und untereinander sehr verträglichen Menschen bewohntes Land oder Reich einfiele, um allda eine Beute zu machen. Da hätten freilich wohl die Bewohner solch eines Landes oder Reiches das Recht, einen solchen schändlichen Feind mit allem Ernste zu empfangen und ihn auf das empfindlichste zu züchtigen, bei welcher Gelegenheit Ich als der Herr Himmels und der Erde Mich dann aber auch sogleich an die Spitze stellen möchte; und der arge Feind würde da nur zu geschwind erfahren, welches Lohnes seine Handlung wert war.“ [HiG.03_49.04.06,56]


Juli 2018



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