Sexualität - Der Prophet Jakob Lorber und seine Verkündungen ... Jakob Lorber

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Sexualität

Themen I > Ehe und Familie > Ehe und Partnerschaft

Fortsetzung Ehe und Partnerschaft

Teil II Sexualität

1. Die Sexualkraft - Grundkraft des Lebens
2. Sexualität nach Gottes Ordnung
2.1. Das erste Menschenpaar
2.2. Kain und Abel
2.3. Die Erzväter
2.4. Die Notwendigkeit des Sexualtriebes
2.5. Die Sexualkraft ist zum Kinderzeugen gegeben
2.6. Die Zeugung soll grundsätzlich innerhalb der Ehe geschehen
2.7. Seelische Reife als Voraussetzung
2.8. Seelenverwandtschaft
2.9. Erlaubte Ausnahmen
2.10. Auswirkung der Zeugung auf das Kind
2.11. Ist künstliche Befruchtung erlaubt?
2.12. Ist Empfängnisverhütung erlaubt?
2.13. Ist Abtreibung erlaubt?
3. Sexualität außerhalb Gottes Ordnung
3.1. Unerlaubter Beischlaf
3.2. Ehebruch
3.3. Vielweiberei
3.4. Beischlaf unter Ledigen
3.5. Unkeuschheit
3.6. Unzucht und Hurerei
3.7. Unzucht
3.8. Fleischeslust Wollust
3.9. Fleischeslust Geilerei
3.10. Hurerei
3.11. Hurerei, Unzucht, Geilerei und Wollust sind die schlimmsten Laster
3.12. 'Augenlust' und wollüstige Gedanken
3.13. Kleidung und Nacktkörperkultur
3.14. Selbstbefriedigung
3.15. Homosexualität
3.16. Pädophilie
3.17. Sodomie
3.18. Wenn Sex zur Sucht wird
4. Folgen ordnungswidrig ausgeübter Sexualität
5. Bestrafung von Triebtätern
6. Reinigung und Gottes Hilfe
7. Mittel gegen Sexualtriebe
8. Rechte Sexualerziehung


1. Die Sexualkraft – Grundkraft des Lebens

Die Sexualkraft ist unsere elementare Lebenskraft. Als Grundkraft des Lebens ist sie der eigentlichste Lebenssinn der Seele, d.h. der zur Ausbildung des in der Seele wohnenden Geistes notwendige Seelenätherstoff (GEJ.08_041,01-08). Wird diese Kraft, die dem Menschen zur Vergeistigung seines Ichs und zur alleinigen Kinderzeugung gegeben ist (GEJ.03_215,11; GEJ.04_231,03; RB.02_203,18), einem tierischen Trieb gleichend nur für die stumme Befriedigung seiner Begierden benutzt, dann vergeudet der Mensch diese seine besten Kräfte durch das Verpuffen seiner alleredelsten Lebenssäfte, seines Seelenätherlebensstoffs. Es fehlt ihm dann nicht nur ein Vorrat, aus dem sich am Ende ein stets intensiveres Licht in der Seele hätte ansammeln können (GEJ.04_230,02; GEJ.08_041,06), sondern die Seele vergräbt sich dadurch auch in das Fleisch und verhindert dadurch die Wachwerdung des Geistes in ihr (GEJ.02_210,11-12; GEJ.06_068,08; GEJ.08_041,07; RB.01_035,10).
Aus diesem Grund wird die Hurerei, die ein Dienen der Unkeuschheit nach aller Lebenskraft ist, als das gefährlichste aller Übel bezeichnet, da sie nicht wie alle anderen Sünden außer dem Leib, sondern im Menschen selbst begangen wird und somit Seele und Geist verdirbt (GEJ.01_086,03). Denn wer seinem Fleisch wohltut und durch Wollust zu ergötzen sucht, der nährt seine eigene Sünde und räumt durch die Wollust des Fleisches dem ewigen Tod alle Gewalt über sich ein (HGt.01_001,10; HGt.02_089,05).
Durch häufigen Geschlechtsverkehr, Partnerwechsel und Selbstbefriedigung wird die Sexualkraft, die den Menschen körperlich, seelisch und geistig veredeln sollte, in eine gefährliche Kraft negiert, die ihn anstatt zu unterstützen an seiner Entwicklung hindert. Die Grundkraft des Lebens wird nicht mehr zur Vervollkommnung des Ichs gesammelt, sondern nach außen zerstreut, wo sie sich im Tod verliert (HGt.01_089,10).
Der Wollustkitzel ist ein Kunstgriff des Satans (GEJ.01_086,08), denn unkeusche Menschen werden immer trägere und genusssüchtigere Wesen, die immer seltener eines helleren Gedankens fähig und nur schwer etwas Geistiges zu begreifen im Stande sind. Sie wachsen gleichsam in ihrer Furchtsamkeit, Feigheit, Materialismus, Launischsein, Selbstsucht, Neid und Eifersucht, da ihre Phantasie immer im Reiz des Fleisches umherschweift und sich nimmer zu etwas Höherem und Geistigem emporzuheben vermag (GEJ.04_230,03). Also wird durch die Unzucht der Geist ganz in die grob-fleischlich-materielle Liebe herabgezogen, was ein ständiges Streben nach Genuss mit sich zieht und zugleich eine geistige Höherentwicklung verhindert (GS.02_106,10; RB.01_035,10). Dieses Vergraben der Seele in das Fleisch macht die geistige Wiedergeburt unmöglich (GEJ.03_066,13; GEJ.04_230,09; GEJ.08_041,07). Außerdem macht Unkeuschheit das Herz des Menschen härter, gefühlloser und unbarmherziger gegen die Nebenmenschen, und er liebt am Ende nichts anderes als sich selbst (GS.02_113,05). Solch ein Mensch flieht dann Gottes Wort, das ihn vor der bösen Begierde mahnt, bis er blind und taub für alles Wahre und Gute des Geistes und schließlich auch zum Feind aller Gläubigen wird (GEJ.01_086,03; GEJ.08_041,01).
Alle Motive, sich seiner Sexualkraft außerhalb der göttlichen Ordnung zu bedienen, sind eigenliebige, selbst- und genusssüchtige (GS.02_080,20). Urheber dafür sind Müßiggang (GEJ.03_066,10), Hoffart und Hochmut (GEJ.06_056,01), das Schwelgen und Prassen, was die Seele sinnlich-materiell macht (GEJ.01_207,02), sowie allerlei weitere sinnliche Genüsse, die die Naturgeister im Leib aktivieren und den Reiz zu noch mehr sinnlichem Genuss antreiben (GEJ.02_210,11). Die Folgen davon können schwere und unheilbare Krankheiten, Seuchen, Unfruchtbarkeit und Besessenheit sein (GEJ.04_080,02; GEJ.06_056,02; GEJ.06_187,08).
Bei einem keusch geführten und tatkräftig nach der Lehre Jesu ausgerichteten Leben verbindet sich unsere Elementarkraft immer mehr mit unserem Geist, was zu einer stets wachsenden Selbsterkenntnis und letztendlich zur Vervollkommnung führt, und man kann immer leichter allen argen und rohen Naturgeistern, die die in uns wohnenden Begierden und Leidenschaften zu wecken versuchen, widerstehen (GEJ.08_189,17; GEJ.08_041,07).

Jakob Lorber an seinen Bruder: „Du mögest nur beständig sein in deiner Liebe und billigen Gerechtigkeit. Und du mögest dich, aus Liebe zu Ihm [Jesus], so viel als möglich vom Beischlafe enthalten, der bloß auf sinnliche Befriedigung abgesehen ist. Dann sollst du auch bald einen so geweckten Geist haben, vor dessen Blicken der Mittelpunkt der Erde wie ein Wassertropfen unter dem Mikroskop enthüllt liegen soll. Denn so spricht der Herr: „Sage ihm, Ich bin ein wahrer Gott allen, die Mich lieben und Meine Gebote halten! – Wer da sich reinigt in Meiner Liebe, der wird den Tod ewig nicht sehen, auch wenn sein Leib tausendmal gestorben wäre. Denn wahrlich, sage Ich, es gibt nirgends ein Leben als in Mir. Und nun ist nahe gekommen die große Zeit der Zeiten! Wer mich aber liebt, zu dem werde Ich kommen und ihn gar wohl schmecken lassen die Stärke Meiner Liebe und die große Kraft Meiner endlosen Gnade.“ O liebster Bruder, denke ja nicht, dass das Worte meiner Erfindung seien. Sie kommen aus dem höchsten aller Himmel. Daher beachte sie wohl in deinem Herzen! O Bruder, es liegt Unendliches hinter ihnen verborgen.“ (HiG.01_40.08.24,02-04)


2. Sexualität nach Gottes Ordnung

Wie wir vorstehend gesehen haben, ist die Sexualkraft die Grundkraft unseres Lebens, die nach Gottes Ordnung weise zu gebrauchen ist. Sie soll unserer Fortpflanzung dienen, d.h. zur Zeugung neuen Lebens, dessen Bestimmung es ist, sich zu einem wahren Kind Gottes zu entwickeln. Daher sollte auch von dieser Kraft nicht vor der dazu nötigen Reife Gebrauch gemacht werden.

2.1. Das erste Menschenpaar

Aus diesem Grund gebot Gott dem ersten Menschenpaar die Reifezeit abzuwarten: „Gott der Herr gebot dem Menschen und sprach: Du sollst essen von allerlei Bäumen im Garten; aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen sollst du nicht essen; denn welches Tages du davon isst, wirst du des Todes sterben.“ (1.Mo 2,16-17)

Der Herr zu Adam und Eva: „Nun sehet, ihr erlerntet nun alles, ihr kennt nun alles und könnt den Gebrauch machen von allem bis auf eines, und dieses Letzte will Ich euch jetzt lehren und die Kraft in euch legen zur Fortzeugung und Fortpflanzung euresgleichen; aber ihr dürft davon erst dann Gebrauch machen, wenn Ich wiederkommen werde, euch bekleidet werde finden mit dem Kleide des Gehorsams, der Demut, der Treue und der gerechten Unschuld. Wehe aber euch, so Ich euch nackt finde [d.h. ungehorsam, untreu und schuldig]; Ich werde euch verstoßen, und der Tod wird die Folge sein!“ (HGt.01_007,15).

Durch die Versuchung der Schlange wurden Adam und Eva ungehorsam und haben, von ihren Begierden getrieben, frühzeitig vom Baum der Erkenntnis gegessen (HGt.01_008): „Und das Weib schaute an, dass von dem Baum gut zu essen wäre und dass er lieblich anzusehen und ein lustiger Baum wäre, weil er klug machte; und sie nahm von der Frucht und aß und gab ihrem Mann auch davon, und er aß. Da wurden ihrer beiden Augen aufgetan, und sie wurden gewahr, dass sie nackt waren, und flochten Feigenblätter zusammen und machten sich Schürze“ (1. Mo 3,06-07).

Adam und Eva erkannten ihre Schuld und bereuten zu tiefst ihre Tat. Da erbarmte sich Gott in Seiner Liebe und nahm sie, auch wenn sie ihrer gerechten Strafe (Vertreibung aus dem Paradies) nicht enthoben wurden, dennoch wieder an (HGt.01_009). Er mahnte sie, in der Folge Seine Gebote streng zu halten (HGt.01_009,27-29), und segnete sie: „Und so seid denn gesegnet von der Hand der Macht und von der Hand der Kraft der ewigen Liebe des heiligen Vaters und der Kraft des Geistes, die heilig ist aus Uns beiden, und befruchtet und mehret euch und erfüllet die Erde mit der lebendigen Frucht dieses Segens! Und allezeit, sooft ihr euch nahen werdet dieses Segens wegen, so opfert Mir zuvor eure Herzen! So ihr dieses unterlassen werdet, so wird die Schlange, die noch lebt und auch leben wird ewiglich im Grimm der Gottheit, die Frucht in euch verderben, und du, Eva, und alle deines Geschlechtes werden statt einer Frucht des Segens eine Frucht des Verderbens zur Welt bringen. Und diese werden zugrunde richten die Kinder des Segens und Lichtes in großer Anzahl, und ihres Tobens und Wütens wird kein Ende sein; und so werdet ihr die Sünde als Erbe an alle übergehen lassen, und eure Schuld wird sichtbar werden bis zur großen Zeit der Zeiten und auch nach derselben“ (HGt.01_010,13-14).

2.2. Kain und Abel

Als Kain geboren wurde, stiegen in Adam und Eva Zweifel auf, ob sie ihn als Frucht ihres Ungehorsams behalten oder verstoßen sollten. Da kam ein Engel zu ihnen und sprach: „Sehet, diese Frucht ist für euch keine Sünde mehr; wohl aber ist sie die Folge des dreifachen Ungehorsams gegen Gott und ist der Tod eures Fleisches, den ihr erzeugt habt in eurem Fleische durch eure Begierde in der Selbstsucht. Ihr dürfet diese Frucht nicht wegschleudern von euch, sondern nach dem Willen von oben behaltet sie zum Zeugnisse über euch selbst und eurer Demütigung, damit ihr derzeit erfahren möget, wie durch euch die Sünde und durch die Sünde aber der Tod in die Welt gekommen ist; die Frucht selbst aber sollet ihr ,Cahin‘, oder ,Todbringer‘, benennen!“ (HGt.01_011,09).

So unterwies auch Gott Kain, wie er sein Leben in Seiner Ordnung zu führen habe (HGt.01_017,12-14), was sich auch auf die Sexualität erstreckte: „Und so soll er leben und mehren sein Geschlecht; jedoch soll er Mir sein Herz zuvor dreimal und das Herz Ahars [seiner Frau] siebenmal opfern. So er das unterlassen wird, dann wird seine Untreue [gegenüber Gottes Gebot] am Tage [d.h. erkennbar] sein, und er wird werden ein Böser, und die Schlange wird leben durch ihn und wird leben fort und fort hernach in allen seinen Töchtern, die dadurch schön werden von außen, aber desto hässlicher von innen, und werden verderben alle seine Söhne und werden anstecken mit ihrem Gift die Kinder Meiner Liebe und Mir abwendig machen Meine Söhne. Und Ich werde einst sein Geschlecht ganz vertilgen von der Erde! Das alles sage du ihm fest, und erinnere ihn dabei Meines heiligen Namens Jehova!“ (HGt.01_017,15-16).  

In der Folge lebten Adam und Eva streng und musterhaft nach Gottes Ordnung und zeugten nach Seinem Willen zu der ihnen angegebenen Zeit Abel als „Sohn des Segens“ (HGt.01_011,12-25).

2.3. Die Erzväter

„In der ersten Kirche, welche die adamitische war, wurde ein solcher Zeugungsakt von jenen Menschen, die damals mit den Himmeln in beständigem Verkehr gestanden sind, viel mehr auf eine geistige Weise denn auf eine sinnliche begangen. Bei Gelegenheit eines solchen Aktes wurden die beiden Ehegatten mehr denn sonst vom göttlichen Geist durchdrungen, gerieten dadurch in einen leiblichen Schlaf, erweckten sich bald aus diesem naturmäßigen Schlaf und wurden dann im Geist eins und sonach auch völlig in den Himmel entrückt. Allda erst verrichteten sie den Akt der Zeugung und wurden nach demselben wieder sobald wie geschieden in die naturmäßige Welt leiblich versetzt. Aus dieser Ursache wurde damals dieser Akt auch der Einschlaf, Mitschlaf, auch Beischlaf benannt“ (GS.01_045,11).

Reine Ehepaare vollzogen den Beischlaf erst, wenn es ihnen Gott aufgab: „Gott rief den Lamech zu Sich und stellte ihn der Ghemela vor und fragte sie, ‚Meine geliebteste Ghemela, siehe diesen Mann an; sein Name ist Lamech, der da ist dir gleich voll der lebendig flammenden Liebe zu Mir. Siehe, diesen Mann will Ich dir geben; denn Ich weiß, er wird dich eher nicht anrühren, als bis Ich ihn zu dir führen werde.‘ Und so wurde sie sein alleiniges geliebtes Weib; es blieben aber beide keusch bis in die späteste Zeit, da der Lamech hundertzweiundachtzig Jahre alt wurde und sodann erst auf Mein Geheiß den Noah zeugte. Seht, das war eine Ehe, wahrhaft im Himmel geschlossen! Also sollen alle Ehen geschlossen sein – und werden!“ (HGt.02_003,01-02+34-35).

„Als Tobias und Sara in der Kammer allein waren, erhob sich Tobias vom Lager und sagte: Steh auf, Schwester, wir wollen beten, damit der Herr Erbarmen mit uns hat. Und er begann zu beten: Sei gepriesen, Gott unserer Väter; gepriesen sei dein heiliger und ruhmreicher Name in alle Ewigkeit. Die Himmel und alle deine Geschöpfe müssen dich preisen. Du hast Adam erschaffen und hast ihm Eva zur Frau gegeben, damit sie ihm hilft und ihn ergänzt. Von ihnen stammen alle Menschen ab. Du sagtest: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein ist; wir wollen für ihn einen Menschen machen, der ihm hilft und zu ihm passt. Darum, Herr, nehme ich diese meine Schwester auch nicht aus reiner Lust zur Frau, sondern aus wahrer Liebe. Hab Erbarmen mit mir und lass mich gemeinsam mit ihr ein hohes Alter erreichen! Und Sara sagte zusammen mit ihm: Amen. Und beide schliefen die Nacht über miteinander.“ (Tob 8,4-9)

„Da er [Jorias] nun wieder vor dem hohen Abedam sich befand, legte alsbald der Heilige Seine Hände zuerst auf den Jorias, dann aber auch auf die Besela, berührte das Haupt und das Herz, das heißt die linke Seite der Brust, und sprach dabei folgende Worte: „Nehmt hin Meinen Segen zum ewigen Leben! Zeugt aus euch wahre, lebendige Früchte der reinen Liebe! Ferne sei eurem Leib die stumme Befriedigung dessen, daran das Fleisch und somit auch die Sünde hängt, so werdet ihr stets wandeln wahrhaft und getreu vor Mir; wer aber da wohltut seinem Fleisch, es nährt über das gerechte Maß und es dann durch alle Wollust sucht zu ergötzen, der nährt seine eigene Sünde und räumt durch die Wollust des Fleisches dem ewigen Tod alle Gewalt über sich ein. Daher bezähmt allzeit eure Begierden, so es nicht Zeit ist, dass ihr Mir zeugt eine lebendige Frucht; wenn es aber Zeit ist, dann ruft zu Mir, damit Ich euch halte, wenn ihr der Sünde ein Opfer bringt, und ihr darum nicht fallt, sondern bleibt in Meiner Gnade. Denn wer da fällt, der steht schwer auf, und bei jedem Fall wird der Geist mit einem neuen Totengefängnis umgeben. Wenn er dann erstehen möchte aus der Gefangenschaft des Fleisches, welches ist die alte Sünde und der alte Tod des Geistes, wie wird es ihm dann ergehen, wenn er statt einer Rinde mehrere hunderte wird zu durchbrechen haben, da immer eine um die andere hartnäckiger wird?!  Daher sorgt euch nur um das, was des Geistes ist; das Fleisch aber übergebt Mir und tut im selben Meinen Willen, auf dass es kraftlos werde, so werdet ihr im Geist allzeit in dem Grade wachsen und zunehmen, in welchem euer Tod abnimmt, welcher da ist die Sünde oder das Fleisch. Daher sage Ich es euch noch einmal: Nährt, stärkt und ergötzt euer Fleisch nicht; denn dadurch nährt, stärkt und ergötzt ihr euren eigenen Tod, welcher nun den Geist umgibt als letzter Kerker vor seiner Wiederbefreiung oder Wiedererstehung zum vollsten ewigen Leben aus Mir und in Mir! Du, Mein geliebter Jorias, hast geschaut die Größe und Erhabenheit dessen, was da ist ein Kind Meiner Liebe! Du hast die Fülle der Glut Meiner Vaterliebe empfunden! Also bleibe getreu Meinem Willen; bleibe getreu Mir, deinem Gott; ja bleibe getreu Mir, deinem heiligen, liebevollsten Vater! Siehe, sooft das Fleisch eine ungebührliche Forderung an dein Herz legen wird, sieh allzeit die Sterne des Himmels an, und Ich werde aus den Sternen zu dir reden und werde dir sagen, was du zu tun hast! Wenn du aber abweichen möchtest von diesem Meinem Weg, den Ich dir jetzt vorgezeichnet habe, dann wird sich auch der Himmel vor deinen Augen in dichte Wolken verhüllen, und du wirst so lange die sprechenden Sterne hinfort nicht zu Gesicht bekommen, bis du voll Reue auf diesen Meinen Weg zurückkehren wirst! So du aber verbleiben wirst freimütig getreu Meinem Willen, da wirst du bald die große Macht desselben in dir zu gewahren anfangen; denn eben dadurch, dass du befolgst Meinen Willen, nimmst du denselben auf in dir und machst ihn zu dem deinigen. Wenn aber Mein allmächtiger Wille deine Ordnung wird, wie er ewig ist die Meinige, sage Mir, welche Macht des Todes wird dich dann wohl mehr überwältigen können?! Darum aber gebe Ich dir ein solches Gebot, wie allen, damit durch seine Befolgung jeder sich zu eigen machen möchte die Macht Meines Willens, durch welchen alle Dinge sind gemacht worden, und vor dem alle Dinge erbeben. Solange aber jemand sich Meinen Willen nicht zu eigen gemacht hat, solange auch bleibt er ein Gefangener des Todes und ein Knecht der Sünde, welche ist der alte Tod. Wer aber sich zu eigen gemacht hat Meinen Willen, der ist vollkommen geworden, wie Ich, sein Vater, es bin, und er wird die Werke des Lebens verrichten, die Ich verrichte. Wer aber also geworden ist ein Besitzer Meines Willens, der hat auch die wahre Kindschaft überkommen. Wer ist aber derjenige, dem Mein Wille zu eigen wird vollkommen? – Ich sage dir und euch allen: Derjenige ist es, der Mich liebt! Wer aber liebt Mich? – Derjenige, der da tut Meinen Willen; wer aber tut nach Meinem Willen, der hat sich Meinen Willen zu eigen gemacht. Das aber ist ja die wahre Kindschaft, dass jeder ist in Meinem Willen und Mein Wille in ihm; und das ist die wahre, lebendige Frucht der reinen Liebe und das ewige Leben. Diese Frucht sollst du Mir vor allem zeugen mit deinem Weib; hast du solche gezeugt, so wirst du auch dann Kinder zeugen, welche aus Meinem Willen hervorgehen werden und werden sein vollkommen gleich dem, der sie gezeugt hat. Das aber ist dieser Mein Segen, dass sonach Mein Wille der deine werde und du lebest aus und in demselben ewig!“ (HGt.02_089,02ff)

„Da aber mit der Zeit die Menschen durch allerlei Weltgenüsse naturmäßiger und sinnlicher geworden sind, so fingen sie auch an, ohne geistige Vorbereitung in ihrer naturmäßigen Sphäre den Weibern rein tiermäßig beizuwohnen, gerieten dabei in keinen geistigen Schlaf mehr oder vielmehr in einen natürlichen Schlaf, damit der Geist frei würde. Darum wurden aber auch die Früchte als Zwecke der Ursache und Wirkung, wie eben die Ursache und Wirkung selbst bestellt war. Ihr sagt ja selbst: 'Ex trunco non fit Mercurius'. [d.h. aus einem Baumstumpf wird kein Gott Merkur]. Wie ist es demnach wohl möglich, auf dem rein tierischen, naturmäßigen Weg Früchte des Geistes zu zeugen? Ich meine, wenn ihr diese wichtige, althistorische, vollkommen wahre Darstellung nur ein wenig beachtet, so werdet ihr euch nun auch den rein himmlischen Begattungsakt richtiger und würdiger vorstellen können, als ihr solches sonst vermocht hättet, indem ihr diesen Akt zufolge seiner gegenwärtig rein sinnlichen Erscheinung, und zufolge des eben aus diesem sinnlichen Grund erfolgten mosaischen Gesetzes, hinsichtlich der Unkeuschheit, notwendig als einen unlauteren und somit auch unheiligen betrachten müsst“ (GS.01_045,11).

2.4. Die Notwendigkeit des Sexualtriebes

„Würde Ich dem Fleisch nicht diese Eigenschaft einpflanzen, würde da wohl je ein Mann sich ein Weib nehmen und erwecken in ihr die lebendige Menschenfrucht?!“ (GEJ.04_177,01)

„Denke du dir diese Leidenschaft ganz weg und stelle dir die Menschheit so himmlisch keusch als möglich vor, und du wirst an dem reinsten Jungfern- und keuschesten Junggesellenleben bis ins graue Alter ein lobenswertes Wohlgefallen haben. Denke dir aber nun alle Menschen in solch einem höchst keuschen Zustand und sage dir es selbst: Wie wird es dabei mit der in der Gottesordnung bedungenen Fortpflanzung des Menschengeschlechtes aussehen? Du siehst also hieraus, dass dem Menschen auch diese Leidenschaft innewohnen muss, ansonsten die Erde nur zu bald menschenleer werden müsste!“ (GEJ.02_060,02).

„Gott der Herr hat euch für etwas Besseres erschaffen und bestimmt, als bloß für die geilsten Werke des Fleisches nur, die der Mann wohl auch, solange er auf einer Welt lebt, im wahren Fleisch des Todes, zu verrichten hat, nach weisem Ziel [also zur Kinderzeugung, denn das weise von Gott gegebene Ziel des Beischlafs ist die Zeugung eines Kindes] und Maß [= seine Triebhaftigkeit im Zaum halten und nicht nur ständig seinem Sexualtrieb nachgeben mit der Entschuldigung, ist ja zum Kinderzeugen…], aber nie anzusehen hat als eine Bestimmung seines Seins, sondern als eine zufällige allzeit nüchterne* und natürliche* Verrichtung, wie es deren zur Bedienung des zeitweiligen toten Fleisches mehrere gibt, von all denen diese die unwesentlichste ist“ (RB.02_203,17).

*hier ist also nochmals der Hinweis und die Erklärung, wie der Beischlaf auszuüben ist: ‚nüchtern‘: für das Ziel = Kinderzeugung; ‚natürlich‘: wofür es von Gott gegeben ist, denn das sexuelle Lustempfinden ist zum Kinderzeugen gegeben, ohne das niemand sich beschlafen würde, s. GEJ.04_177,01 und GEJ.02_060,02!

2.5. Die Sexualkraft ist zum Kinderzeugen gegeben

„Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“ (1. Mo 1,28)

„Und Gott segnete Noah und seine Söhne und sprach: Seid fruchtbar und mehrt euch und erfüllt die Erde.“ (1. Mo 9,1)

„Siehe, Kinder sind eine Gabe des Herrn, und Leibesfrucht ist ein Geschenk.“ (Ps 127,3)

„Kinder, die Gott deinem Knecht beschert hat.“ (1. Mo 33,5)

„Wenn das Leben eines Menschen kein tändelnder Scherz, sondern ein sehr geheiligter Ernst ist, so kann auch der Entstehungsakt desselben durchaus keine Tändelei, sondern auch nur ein sehr geheiligter Ernst sein. Fasse den Grund recht, und es wird dir darauf bald von selbst alles klarwerden!“ (GEJ.03_215,01)

„Siehe, das ist Meine Ordnung, aus welcher alle Dinge hervorgegangen sind! Wenn du nun zeugst deinesgleichen aus dieser Ordnung heraus, aus der du von Mir Selbst bist geschaffen und gewisserart gezeugt worden, so ist deine Zeugung ja gerecht, da sie in der Ordnung ist, in welcher Ich Selbst bin. Zeugst du aber nur blind oder taub, dann zeugst du nicht, sondern zerstörst nur, was Ich Selbst fürs ewig freie Sein geschaffen und gezeugt hatte, und das ist dann doch natürlich wider Meinen Willen, welcher [...] ja nur allein das eigentliche fest bestimmte Sein jedes von Mir gezeugten und geschaffenen Wesens ist. Solchem Meinem Willen entgegenhandeln aber ist ja die Sünde oder der Tod des von Mir gezeugten Wesens! Daher muss die Zeugung in aller Ordnung geschehen!“ (HGt.02_135,15-18)

„Die wohltuenden Empfindungen des Aktes selbst sollen nicht der Beweggrund zum Akt sein, sondern allein, dass ein Mensch gezeugt werde! Fasst du das, so wirst du bald finden, dass die wohltuenden Empfindungen nur begleitende Erscheinungen sind, durch die das Werk der Menschwerdung in der Natur des Fleisches ermöglicht wird. Drängt dich der Hauptgrund [Zeugung], so gehe und handle, und du hast keine Sünde! Aber es ist dabei dennoch so manches in eine ordnungsmäßige Berücksichtigung zu ziehen“ (GEJ.03_215,02-03).

„Bei der Zeugung [soll] dieses wohl und sehr gewissenhaft beachtet werden, dass die Zeugung nicht aus gemeiner Geilheit verübt werde, sondern aus wahrhafter Liebe und seelischer Neigung“ (GEJ.04_231,05), „und die Eheleute sollen nur so viel tun, als da zur Zeugung eines Menschen unumgänglich notwendig ist!“ (GEJ.04_231,03).

„Dieser Akt darf nicht außerhalb der Sphäre der wahren Nächstenliebe geschehen; ein Hauptgrundsatz der wahren Nächstenliebe aber lautet: ,Tuet euern Nächsten das, was ihr wünscht, dass sie auch euch tun sollen!‘“ (GEJ.03_215,04)

„Seid wahre Herren über alles Fleisch der Weiber, und eure Zeugungen sollen nicht auf der Erde, sondern in den Himmeln vor sich gehen, damit eure Früchte würden Früchte der Gnade, der Stärke, und sollen sein gar lieblich anzusehen!“ (HGt.03_019,20).

„Allezeit, sooft ihr euch nahen werdet dieses Segens [Zeugung] wegen, so opfert Mir zuvor eure Herzen! So ihr dieses unterlassen werdet, so wird die Schlange, die noch lebt und auch leben wird ewiglich im Grimm der Gottheit, die Frucht in euch verderben, und du, Eva, und alle deines Geschlechtes werden statt einer Frucht des Segens eine Frucht des Verderbens zur Welt bringen. Und diese werden zugrunde richten die Kinder des Segens und Lichtes in großer Anzahl, und ihres Tobens und Wütens wird kein Ende sein; und so werdet ihr die Sünde als Erbe an alle übergehen lassen, und eure Schuld wird sichtbar werden bis zur großen Zeit der Zeiten und auch nach derselben“ (GS.01_045,14).

„Und dieses Meines Gnadensegens Opfer eurer Herzen sei euch gegeben als ein heiliger Dienst, den zu verrichten ihr Mir allezeit schuldig seid, sooft ihr euch nähert [beschlaft] dieses Meines Segens willen. Dieses neue und leichte Gebot, das ihr soeben empfangen habt aus Meinem Munde [...] erinnere euch dankbar an die Taten der erbarmenden Liebe und führe euch zur heiligen Furcht Gottes zurück!“ (HGt.01_010,15).

„Nun denn geht und vollzieht alles nach Zeit und Rat, und überzeugt euch von allem, damit ihr sehen mögt, wie wahrhaftig und getreu der Herr ist! Und habt ihr alles vollzogen und des Herrn nie vergessen vor und nach jeder Arbeit, und vor und nach jedem Mahl, vor und nach dem Schlaf, vor und nach dem Aufgang, vor und nach dem Niedergang - und ganz besonders aber, so ihr euch beschlaft, sollt ihr vor und nach der Handlung über alles den Herrn um Seinen Segen bitten, dann werdet ihr zeugen Kinder des Lebens und des Lichtes, im Gegenteile aber nur Kinder des Todes und der Finsternis“ (HGt.01_034,26).

„Daher bezähmt allzeit eure Begierden, so es nicht Zeit ist, dass ihr Mir zeugt eine lebendige Frucht; wenn es aber Zeit ist, dann ruft zu Mir, damit Ich euch halte, wenn ihr der Sünde ein Opfer bringt, und ihr darum nicht fallt, sondern bleibt in Meiner Gnade.“ (HGt.02_089,04)

„Der Herr gab dem Fleisch diesen Sinn [Sexualtrieb, sexuelle Lust] nicht zu einem Bedürfnis, sondern als eine Eigenschaft zum nüchternen und weisen Gebrauch [da ohne das Lustempfinden sich niemand beschlafen würde s. GEJ.04_177,01 und GEJ.02_060,02!]. Wer aber daraus ein Bedürfnis macht, ist ein elender Sünder. Die Gnade Gottes weicht aus seinem Herzen, da er dem stummen Gesetz des Fleisches gehorcht und sich damit einen Himmel der Böcke und der Hunde nach der Gerechtigkeit des Todes und Gerichts erbaut! Fasse es, wer es fassen kann: Wer immer an einem Gesetz, auf dem ein Gericht lastet, eine Lust findet und das Gesetz der Wollust wegen beachtet, hat das Gericht schon in sich. Wer aber das Gericht in sich trägt, der ist ein Sklave und ist für die Freiheit in Gott in aller Wahrheit verflucht. Darum sollt ihr über dem Gesetz des Fleisches stehen durch die freie Macht der Selbstverleugnung und durch die Liebe und den lebendigen Glauben an Gott den Herrn, auf dass ihr allen Gesetzes und allen Gerichtes ledig werdet! Ein Sklave des Gesetzes, ob natürlich oder moralisch, kann in das Reich Gottes nicht eher eingehen, als bis er jeden Gesetzes ledig geworden ist. Niemand wird zwar im Reich Gottes nach dem Gesetz gerichtet, aber das Gesetz selbst ist schon das Gericht. Nur wer sich in der Liebe zu Gott über alles Gesetz frei erhebt, der wird auch frei werden in Gott und in aller Wahrheit! Denn die Liebe in Gott ist die alleinige Wahrheit! Nun habt ihr es alle gehört, und niemand kann sich entschuldigen, als hätte er es nicht vernommen! Tut daher nun, was euch als Bestes dünkt!“ (RB.02_203,18ff)

„Ziehet nicht am fremden Joch mit den Ungläubigen. Denn was hat die Gerechtigkeit zu schaffen mit der Ungerechtigkeit? Was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis? Wie stimmt Christus mit Belial? Oder was für ein Teil hat der Gläubige mit dem Ungläubigen? Was hat der Tempel Gottes für Gleichheit mit den Götzen? Ihr aber seid der Tempel des lebendigen Gottes; wie denn Gott spricht: ‚Ich will unter ihnen wohnen und unter ihnen wandeln und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein. Darum gehet aus von ihnen und sondert euch ab, spricht der Herr, und rührt kein Unreines an, so will ich euch annehmen und euer Vater sein, und ihr sollt meine Söhne und Töchter sein‘, spricht der allmächtige Herr.“ (2. Kor 6,14-18)

2.6. Die Zeugung soll grundsätzlich innerhalb der Ehe geschehen

„Die Ehe ist eben die erste Ordnung, in der die Menschheit gezeugt werden muss, so sie je in eine höhere Ordnung eingangsfähig werden soll. Die Ehe ist eine freie Einung zweier Herzen, zweier Seelen, zweier Geister, aus welcher einst die große Einung in Mir und mit Mir Selbst hervorgehen soll als ein Endzweck alles Seins. Wie und wann aber sollte das erreicht werden, wenn dazu nicht der erste Same durch eine wohlgeordnete, rechte Ehe und durch die durch sie bedingte geordnete Zeugung gelegt werden soll?!“ (HiG.02_47.06.10,16-17)

„Der Beischlaf soll nur unter Eheleuten aus Liebe und zur Zeugung eines Kindes vorgenommen werden, nicht aus unzüchtiger Wollust und Geilheit: „Das ist es, was Gott will: eure Heiligung. Das bedeutet, dass ihr die Unzucht meidet, dass jeder von euch lernt, mit seiner Frau in heiliger und achtungsvoller Weise zu verkehren, nicht in leidenschaftlicher Begierde wie die Heiden, die Gott nicht kennen [...] Gott hat uns nicht dazu berufen, unrein zu leben, sondern heilig zu sein“. (1.Thess 4,3-5)

„Wohl hat Gott alle Gesetze in die Natur gelegt; aber dem freien Menschen gab Er Verstand und Vernunft, dass er die ersten Gesetze seines Fleisches [die Zeugung] nur sehr mäßig, und das nur im Zustand einer Ehe ordentlich erfüllen solle; für jeden Tritt über die moralische Grenze hinaus hat Er aber auch schreckliche Hinkboten gestellt, die solche Überschreitungen stets auf das empfindlichste durch ein zweites Gegengesetz zu ahnden pflegen!“ (RB.01_097,19).

„Die Eheleute sollen nur so viel tun, als da zur Zeugung eines Menschen unumgänglich notwendig ist!“ (GEJ.04_231,03). „Daher bezähmt allzeit eure Begierden, so es nicht Zeit ist, dass ihr Mir eine lebendige Frucht zeugt; wenn es aber Zeit ist, dann ruft zu Mir, damit Ich euch halte, wenn ihr der Sünde ein Opfer bringt, und ihr darum nicht fallt, sondern bleibt in Meiner Gnade“ (HGt.02_089,04).

„[…] dass dem Mann von Mir aus nur ein Weib bestimmt ist trotz seiner reichhaltigeren Zeugungsfähigkeit. Was aber diese betrifft, so ist sie nicht gegeben der Vielzeugerei, sondern nur der kräftigen Zeugerei wegen; und so kann ein Mann mit einem Weib zwar wenigere, aber dafür desto kräftigere Kinder zeugen, während bei der Vielzeugerei nur die größten und unreifsten Schwächlinge zum Vorscheine kommen können. Denn jeder Same wird eine schlechte oder gar keine Frucht erwecken, so er nicht vorher zur vollen Reife gelangt ist. Also ist es auch bei dem Menschen umso mehr der Fall, wo es sich doch um die Erweckung der alleredelsten Frucht handelt. Also bleibe es bei einem Weib, und dieses tut genug, wenn es alle drei Jahre nur eine Frucht ausreift. – Verstehst du solches?“ (HGt.03_063,10ff)

2.7. Seelische Reife als Voraussetzung

„Wie sagt denn aber ein Gatte zu seinem Weib, dass sie ihn lieben solle in all ihrem Tun und Lassen, weil er sie liebt in allen seinen Eingeweiden; darf das auch ein tugendsamer Knabe zu einem unreifen Mägdlein sagen? Ihr sagt: 'Bei der Heiligkeit Gottes, nein, bis der Baum gesegnet ist! Wehe dem, der sich daran vergriffe; denn es muss zuerst die Reife sein, dann der Segen und nach dem erst die Liebe!' O Väter, dass ihr so sagt, da habt ihr ja völlig recht nach dem Willen Gottes; aber sagt ihr es euch selbst und beantwortet euch die Frage, ob es nicht noch gröber gefehlt wäre, wenn die Reifen und Gesegneten dann auch täten gleich den Kindern und sich flöhen, als wenn die unreifen Kinder sich beschliefen!“(HGt.01_043,22-23).

„Ihr sollt euch geschlechtlich ja nicht eher erkennen als bis diese nun eure Eltern euch nach dem heiligsten Willen Gottes segnen werden; und seid ihr dann auch gesegnet worden, so sei aber doch fern von euch alle Hurerei, sondern die Keuschheit prange wie ein Immergrün auf eurer Stirn, und nie entheilige Zwietracht, Zorn, Neid, Geiz und Unzucht die geheiligte Zeugung eurer Kinder, sondern Mäßigkeit in allem und die Liebe Gottes über alles sei eure Regel. So ihr das tun werdet, wird euer Leben des Leibes lang und euer Abschied von der Erde in großem Licht der unendlichen Gnade des ewigen heiligen Vaters sein, da euer erst der wahre Lohn wartet als ewiges Leben im weiten Schoß des heiligsten, liebevollsten Vaters im hohen Himmel dort über den Sternen und einst, ach einst in Seinem liebevollsten Herzen selbst!“ (HGt.01_036,44).

„Solches also aber wisse, dass auf dieser Welt alles im Menschen nur eine auszubildende Anlage ist für einen endlos erhabenen ewigen Zweck; daher soll er von den in sich wahrgenommenen Kräften nicht töricht eher einen Gebrauch machen, als bis sie zur Vollreife gelangt sind.“ (HGt.03_064,16).

„Jeder Same wird eine schlechte oder gar keine Frucht erwecken, so er nicht vorher zur vollen Reife gelangt ist. Also ist es auch bei dem Menschen umso mehr der Fall, wo es sich doch um die Erweckung der alleredelsten Frucht handelt.“ (HGt.03_063,13-14)

2.8. Seelenverwandtschaft

„Sieh, es ist eine eigene Sache um die Zeugung eines Menschen! Um eine rechte und gesunde Frucht zu zeugen, müssen zwei reife Menschen, nämlich ein Mann und ein Weib, eine rechte Seelenverwandtschaft untereinander haben, ohne die sie schwerlich oder oft wohl auch gar nicht durch den bekannten Akt der Zeugung zu einer Frucht gelangen werden. Sind nun ein Mann und ein Weib in ihren Herzen und Seelen verwandter Natur, so sollen sie sich denn auch ehelichen und sich nach der Ordnung, wie sie in der Natur leicht zu finden ist, des Zeugungsaktes lediglich zu dem Behuf bedienen, um zu einer lebendigen Frucht nach ihrem Ebenmaß zu gelangen; ein mehreres, als eben dazu vonnöten ist, ist wider die Ordnung Gottes und der Natur und somit ein Übel und eine Sünde, die nicht um vieles besser ist als die stumme zu Sodom und Gomorrha!“ (GEJ.03_066,01-02; s.a. GEJ.04_231,03).

2.9. Erlaubte Ausnahmen

Außerehelicher Beischlaf ist unter ganz bestimmten Voraussetzungen, jedoch ausschließlich und immer nur unter Berücksichtigung der Nächstenliebe (GEJ.03_215,04) erlaubt: Ist einer der Ehepartner unfruchtbar, so darf zur Zeugung von Nachkommen der Geschlechtsverkehr mit einer ledigen, verwitweten oder unter bestimmten Umständen auch mit einer verheirateten Person erfolgen. Dies darf aber ausschließlich nur zum Zweck der Zeugung und mit dem Einverständnis aller Beteiligten geschehen:

Bei Zeugungsunfähigkeit des Ehemannes: „Hat eines Nächsten Weib zum Beispiel keine Frucht von ihrem rechten Mann empfangen können und hat aber eine große Sehnsucht nach der Erweckung einer Frucht in sich und begehrt dich, so zeige solches ihrem Mann an! Willigt er ein, so kannst du solch einem Begehren ohne Sünde nachkommen. Wird das Weib befruchtet und es hat nach der abgelaufenen Zeit abermals ein Begehren danach und ihr Mann willigt ein, so magst du dem Weibe gleichwohl wieder die Freundlichkeit erweisen, so du ein Lediger bist“ (GEJ.03_067,01).

„Es wären aber irgend zwei Nachbarn, von denen einer in seinem Weib keine Frucht erwecken kann, dieweil er in seiner Jugend unter schlechter Aufsicht sein Zeugungsvermögen zu sehr geschwächt hat, während der andere Nachbar, nach seinen vielen gesunden Kindern zu schließen, ein sehr kräftiges Zeugungsvermögen besitzt, indem er überall und allzeit in der guten Ordnung gelebt hat und in seiner Jugend in guter Zucht gestanden ist. Was wäre das, so da der unfruchtbare Nachbar ginge zum fruchtbaren und bäte ihn, mit seinem vielen Vermögen an seiner Statt in seinem Weib eine Frucht zu erwecken, und der fruchtbare Nachbar täte solches aus wirklicher Liebe zu seinem sonst guten und treuherzigen Nachbarn, ohne dabei nur den entferntesten Gedanken zu haben, als wolle er auch sonst mit des Nachbars Weib Geilerei treiben, was sehr sündhaft wäre? Seht, das wäre weder eine Sünde und noch weniger ein Ehebruch, sondern es wäre solch ein Akt unter einem allseitigen stillen Einverständnis sogar ein löblicher geheimer Liebesdienst; geheim deshalb, weil davon außer den angeführten Personen niemand etwas erfahren solle wegen der Ehre des unfruchtbaren Nachbars, und dass sich daran niemand ärgere“ (GEJ.03_067,05).

„Bist du aber selbst eines fruchtbaren Weibes Mann, so sollst du deinem Weib deine Kraft nicht entziehen; denn dafür ist euch von Moses aus gestattet, neben dem einen rechtmäßigen Weib, besonders, so das Weib unfruchtbar wäre, ein oder nach Bedarf auch mehrere Kebsweiber zu halten, aber stets mit Einwilligung des rechtmäßigen Weibes. Würde aber dieses darüber sehr traurig, da wäre es dann Zeit, die Beiweiber zu entlassen, gleich wie auch Abraham die Hagar entließ, die er sich wegen der langen Unfruchtbarkeit seines Weibes Sarah nahm“ (GEJ.03_067,01; 1.Mo 21,9-13).

„Etwas ganz anderes ist es, so das eine Weib untüchtig [unfruchtbar] wäre, wie es bei der Rahel der Fall war; da kann der Mann sich auch ein zweites Weib nehmen und in ihr sich Nachkommen erwecken“ (GEJ.02_103,21; 1.Mo 30,1). „Ist aber jemandes Weib unfruchtbar, da tue er im gerechten Sinne, was die alten Väter getan haben [mit Einverständnis der Ehefrau und ausnahmslos nur zur Zeugung eines Kindes (1.Mo 16+30)], damit sie sich einen Samen erweckt haben, und er wird deshalb vor kein Gericht gestellt werden“ (GEJ.05_256,07).
 
Ohne Einwilligung der Ehefrau ist das Beschlafen einer anderen in einem jedem Fall Ehebruch: Wenn das „Weib entschieden unfruchtbar wäre. In diesem Fall kann der Mann auch eine oder mehrere Mägde mit der Einwilligung des rechtmäßigen Weibes beschlafen, um sich aus ihnen Kinder zu zeugen. Aber ohne Einwilligung des rechtmäßigen Weibes begeht er ebenfalls Ehebruch, so wie jede Dirne, sie sich wider den Willen des rechtmäßigen Weibes dem Manne hingibt“ (HiG.02_47.06.10,03).

„Ein zeugungsfeuriger Mann soll sich alsogleich ein ordentliches Weib nehmen und im Notfall im billigen Einverständnisse mit dem rechtmäßigen Weib auch ein Kebsweib, auf dass daraus kein Zank und Hader entsteht; kann sich aber ein solcher Mann selbst verleugnen, so wird er dafür in Kürze leichter denn ein anderer einer höheren geistigen Gnade des inneren Lebens teilhaftig werden“ (GEJ.03_066,05).

„Das Weib aber bricht allezeit die Ehe, so sie mit einem andern eine Sache macht - es müsste nur sein, dass der Mann erweislichermaßen die im Evangelium angezeigten Gebrechen hätte und das Weib hätte vor der Ehe nichts davon gewusst, oder der Mann hätte sich, als er schon verehelicht war, ohne Wissen des Weibes selbst verschnitten oder verschneiden lassen. Wenn aber das jemand an dem Manne gewaltsam verübt hatte aus was immer für argem Grund, so wird das Weib zur Ehebrecherin, so sie sich ohne Wissen, Willen und Verlangen des unglücklich gemachten Mannes hätte von jemanden beschlafen lassen. Wenn aber der Mann solches will und verlangt, so begeht das Weib auch keinen Ehebruch, so sie sich von einem Ledigen oder einem reinen Witwer beschlafen lässt; ließe sie sich aber von einem Verehelichten beschlafen, dann würde sie auch die Ehe brechen mit dem, von dem sie sich beschlafen ließe“ (HiG.02_47.06.10,04).

„Hat ein Mann viel des Samens, nun, so tue er ihn legen in einen andern Acker, nach der guten Art der alten Väter und Patriarchen, und er wird nicht sündigen*1. Wenn er aber bloß heimlich ausgeht, um mit feilen Dirnen zu befriedigen seinen Trieb und sich dadurch zu erlustigen ohne Zeugung einer Frucht, so begeht er dadurch ganz sicher eine grobe sodomitische Sünde wider die göttliche Ordnung und wider die Ordnung der Natur! Nur ein junger, zeugungsfeuriger Mann, so er von den Reizen eines Mädchens zu sehr ergriffen wird derart, dass er kaum seiner Sinne mächtig ist, der kann eine Jungfrau beschlafen, ob mit oder ohne Zeugung*2; aber nach dem Akte hat er ihr das gewissenhaft zu entrichten, was durch Moses verordnet ward. Und ist aus solcher Notzeugung eine Frucht zustande gekommen, so muss er der Jungfrau das Zehn- bis Hundertfache von dem geben, was er ihr nach Moses nur einfach schuldig wäre, wenn keine Frucht aus dem Akte entstanden wäre; denn eine Jungfrau bringt einem solchen Menschen ein großes Opfer auf Leben und Tod! Kann ein Mann darauf eine solche Jungfrau ehelichen, so soll er das nicht unterlassen; denn, wie gesagt, sie hat ihm ein großes Opfer gebracht und ihn einer betäubenden Bürde entledigt. Aber für die Folge soll solch ein zeugungsfeuriger Mann sich alsogleich ein ordentliches Weib nehmen und im Notfall im billigen Einverständnisse mit dem rechtmäßigen Weibe auch ein Kebsweib, auf dass daraus kein Zank und Hader entsteht*3; kann sich aber ein solcher Mann selbst verleugnen, so wird er dafür in Kürze leichter denn ein anderer einer höheren geistigen Gnade des inneren Lebens teilhaftig werden. Wie man sich aber ein rechtmäßiges Weib zu nehmen hat, so ist solches nach der Ordnung aus den Himmeln schon durch Moses verordnet worden und hat fürder bis ans Weltende dabei zu verbleiben. Aus dem bereits Gesagten aber wirst du gar leicht ersehen, was da ist die Unzucht, und warum sie von Moses als eine schwere Sünde verboten ist; denn es ist von Gott aus dem Menschen alles nach der göttlichen Ordnung verordnet. Wer in solcher Ordnung verbleibt, der wird auch die Früchte des Segens von oben ernten; wer aber wider solche Ordnung handelt, der wird die Früchte des Fluches ernten.“ (GEJ.03_066,01ff)

* Anmerkung:
1 Textstellenerklärung zu GEJ.03_066,03, Satz 1: „Hat ein Mann viel des Samens, nun, so tue er ihn legen in einen andern Acker, nach der guten Art der alten Väter und Patriarchen, und er wird nicht sündigen“:
„hat viel des Samens“: Damit ist nicht die Errektionsfähigkeit des Penis, d.h. nicht die reine Beischlafsfähigkeit (lat. potentia coeundi) gemeint, sondern die Zeugungs- bzw. Befruchtungsfähigkeit (lat. potentia generandi). Es handelt sich hier also um diejenigen Männer, die sehr viele befruchtungsfähige Samenzellen haben.
„legen in einen andern Acker“: ein Sämann legt seinen Samen in einen Acker um eine Frucht zu erzeugen, also ist der Beischlaf mit einer anderen Frau nur gestattet, um ein Kind zu zeugen, was sich auch ergibt aus:
„nach der guten Art der alten Väter und Patriarchen“: Dies besagt, dass nur im Fall der Unfruchtbarkeit der Ehefrau mit deren Einverständnis das Beschlafen einer anderen zur Zeugung von Kindern (!) wie im Alten Testament beschrieben (= gute Art der alten Väter und Patriarchen) erlaubt ist, siehe hierzu: 1.Mo, Kap 16 und 30; GEJ.02_103,21; GEJ.04_231,03; HGt.02_089,04; HGt.01_010,14.
Dass dies so zu verstehen ist, ergibt sich auch aus dem nachfolgenden Satz 2:  „Wenn er aber bloß heimlich ausgeht“, also seine Ehefrau betrügt, „um mit feilen Dirnen zu befriedigen seinen Trieb und sich dadurch zu erlustigen ohne Zeugung einer Frucht“, demnach herumhurt um seine sexuelle Begierde zu befriedigen, „so begeht er dadurch ganz sicher eine grobe sodomitische Sünde wider die göttliche Ordnung und wider die Ordnung der Natur!“ (GEJ.03_066,03)

2Textstellenerklärung zu GEJ.03_066,04: „Nur ein junger, zeugungsfeuriger Mann, so er von den Reizen eines Mädchens zu sehr ergriffen wird derart, dass er kaum seiner Sinne mächtig ist, der kann eine Jungfrau beschlafen, ob mit oder ohne Zeugung“ besagt, dass ein junger Mann mit einem überaus starken Geschlechtstrieb, der durch die Reize einer Frau in seiner sexuellen Begierde derart entbrennt, dass er sich nicht mehr zu beherrschen weiß, im beiderseitigen Einverständnis mit ihr schlafen kann, muss jedoch dafür danach die Verantwortung übernehmen und die Folgen tragen, wie es weiter im Textvers erklärt ist.
In diesem Text ist keine Erlaubnis zu einer Vergewaltigung enthalten, sondern dies darf natürlich nur geschehen, wenn die Frau damit einverstanden ist, denn: "Wer aber eine Maid oder ein Mägdlein oder ein Weib mit Gewalt an sich reißt, der soll schon hier gerichtet werden! Die Gewalt mag bestehen in was sie wolle, ob in der Hände Kraft oder in der Lockung durch sehr kostbare Geschenke, so macht das im Verbrechen keinen Unterschied. Auch die Macht der Rede oder die Anwendung magisch betäubender Mittel, durch die der weibliche Teil sich scheinbar freiwillig dem geilen Willen des Mannes zu Diensten stellte, mildert diese Sünde nicht um ein Haar, auch dann nicht, wenn in der Geilerei wirklich eine Frucht wäre gezeugt worden; denn solche Zeugung ist wider den Willen beider Teile zustande gebracht worden und trägt daher zur Milderung des Verbrechens gar nichts bei." (GEJ.03_068,008)

3Textstellenerklärung zu GEJ.03_066,05: „Aber für die Folge soll solch ein zeugungsfeuriger Mann sich alsogleich ein ordentliches Weib nehmen und im Notfall im billigen Einverständnis mit dem rechtmäßigen Weib auch ein Kebsweib, auf dass daraus kein Zank und Hader entsteht“ heißt, dass ein Mann mit sehr starken Geschlechtstrieb und Zeugungsfähigkeit alsbald nach Gottes Ordnung (GEJ.03_066,06!)  heiraten soll und, wenn seiner Ehefrau sein sexuelles Verlangen zu viel wird, er mit ihrem Einverständnis eine Nebenfrau nehmen kann, damit es deswegen zu keinem zerrütteten Eheverhältnis kommt.

2.10. Nicht erlaubt

Da manch einer aus GEJ.02_210,17 entnimmt, dass eine sexuelle Vereinigung auch ohne Fortpflanzungsabsicht erlaubt sei ohne dabei eine Sünde zu begehen, sei hierauf an dieser Stelle kurz eingegangen: Der oben genannte Vers ist der Schlusssatz zu den ausführlichen Erklärungen von Jesus in Kapitel 209 („Über innere Sittenreinheit“) und dem damit zusammenhängenden, weiterführenden Kapitel 210 („Das Wesen der Materie und der Seele“). Um ihn richtig zu verstehen, sollte er daher in Zusammenhang dieser beiden Kapitel gelesen werden.

Erklärung zur Aussage von GEJ.02_210,17: „Bei solchen schon reinen Seelen geschieht es denn auch, dass sie dennoch dann und wann, so ihre Hölle, das heißt der Leib1, nicht selten noch sehr begehrend auftritt auf eine kurze Zeit in solche ihre eigene Hölle treten, mit andern Worten gesagt, in das Begehren des Leibes und seiner Geister eingehen2.

Erklärung zur Sündhaftigkeit: 1„Der Leib aber ist […] bei und für jeden Menschen die Hölle im engsten Sinn.“ Wenn dann die „Seele den Anforderungen des Leibes zu viel Gehör [gibt] und tut danach, so 2tritt sie mit ihnen in Verbindung und steigt auf diese Weise in ihre höchst eigene Hölle und in ihren höchst eigenen Tod. Und tut die Seele solches, so begeht sie eine Sünde wider die Ordnung Gottes in ihr“. (GEJ.02_210,08+11)

Weiter heißt es in GEJ.02_210,17: „Solche [schon reinen] Seelen aber können dann nicht mehr völlig unrein gemacht werden, sondern sind nur für so lange unrein, als sie sich im Pfuhl ihrer Leibesgeister aufhalten3; sie aber können es darin nimmer lange aushalten und kehren sonach gar bald in ihren ganz reinen Zustand zurück, in dem sie dann wieder ebenso rein sind, als wären sie nie unrein gewesen. Dabei aber haben sie in ihrer Hölle auf eine Zeitlang Ruhe und Ordnung hergestellt 4 und können sich hernach wieder desto ungestörter im Licht ihres Geistes bewegen und stärken.“

Erklärung auf welche Weise Ordnung schaffen: „Es müssen ja auch oft die Engel in die Hölle, in den Pfuhl aller Laster, steigen [= hinabgehen um dort Ordnung zu schaffen!], und wenn sie zurückkehren, sind sie wieder so rein wie zuvor in dem höchsten aller Himmel. Und also ist es nicht selten mit Meinen Brüdern auf dieser Erde: 3steigen sie auch schon ihrem Äußersten nach manchmal in die 4Hölle, [nicht zur Befriedigung ihrer Begierde, sondern:] um auch dort die göttliche Ordnung und Willensmacht aufrechtzuerhalten, so bleibt dennoch ihre Seele rein im Zusammenhang mit Meinem Geist in ihr.“ (GEJ.02_209,05)

Nach GEJ.02_210,17 wird also in die eigene Hölle hinabgestiegen um dort nach dem göttlichen Willen/Lehre Jesu Ordnung zu schaffen. Und wie Jesus Seine Schwächen mit Selbstverleugnung (JJ.01_300,04-18) bekämpfte und damit Ordnung in sich schuf, so hat dies ein wahrhaftiger Nachfolger Jesu ebenfalls zu tun (RB.02_155,11-16+Kap.156+157).
Wer jedoch von seinen fleischlichen Begierden und Leidenschaften nicht lassen will, der steigt nicht in seinen unlauteren Leib hinab um dort nach dem göttlichen Willen Ordnung zu schaffen, sondern um deren Begehren nachzugeben und sie zu befriedigen, „bleibt dadurch in der Sünde, somit in der Hölle und im Tod. Wenn sie [die Seele] auf der Welt auch gleich ihrem Leib nach fortlebt, so ist sie aber dennoch so gut wie tot, fühlt auch den Tod in sich und hat eine große Furcht vor ihm. Denn die Seele kann in solcher ihrer Sünde und Hölle tun, was sie nur immer will, so kann sie dennoch kein Leben finden, obschon sie dasselbe liebt über alle Maßen (GEJ.02_210,12).

Grundsätzlich gilt: „Der Herr gab dem Fleisch diesen Sinn [Sexualtrieb] nicht zu einem Bedürfnis, sondern als eine Eigenschaft zum nüchternen und weisen Gebrauch. Wer aber daraus ein Bedürfnis macht, ist ein elender Sünder. Die Gnade Gottes weicht aus seinem Herzen, da er dem stummen Gesetz des Fleisches gehorcht und sich damit einen Himmel der Böcke und der Hunde nach der Gerechtigkeit des Todes und Gerichts erbaut! Fasse es, wer es fassen kann: Wer immer an einem Gesetz, auf dem ein Gericht lastet, eine Lust findet und das Gesetz der Wollust wegen beachtet, hat das Gericht schon in sich. Wer aber das Gericht in sich trägt, der ist ein Sklave und ist für die Freiheit in Gott in aller Wahrheit verflucht. Darum sollt ihr über dem Gesetz des Fleisches stehen durch die freie Macht der Selbstverleugnung und durch die Liebe und den lebendigen Glauben an Gott den Herrn, auf dass ihr allen Gesetzes und allen Gerichtes ledig werdet! Ein Sklave des Gesetzes, ob natürlich oder moralisch, kann in das Reich Gottes nicht eher eingehen, als bis er jeden Gesetzes ledig geworden ist. Niemand wird zwar im Reich Gottes nach dem Gesetz gerichtet, aber das Gesetz selbst ist schon das Gericht. Nur wer sich in der Liebe zu Gott über alles Gesetz frei erhebt, der wird auch frei werden in Gott und in aller Wahrheit! Denn die Liebe in Gott ist die alleinige Wahrheit! Nun habt ihr es alle gehört, und niemand kann sich entschuldigen, als hätte er es nicht vernommen! Tut daher nun, was euch als Bestes dünkt!“ (RB.02_203,18ff)

2.11. Auswirkung der Zeugung auf das Kind

„Die Zeugung der Tiere ist eine gerichtete und kann darum nicht anders als in der strengsten Ordnung verrichtet werden. Die Zeugung des Menschen aber ist eine freie; durch sie soll schon der erste freie Same in den Embryo gelegt werden, aus dem wieder ein freier Mensch hervorgehen soll. Wie soll aber dieser heilige Zweck erreicht werden, so mit diesem allerersten und allerwichtigsten Akt, bei dem es sich um das Allerhöchste handelt, die barste Schindluderei zu treiben gestattet wäre?! Durch Pissen und Kotlassen wird nichts erzeugt; aber bei dem Akt der Zeugung handelt es sich um die Werdung des Kulminationspunktes der ganzen Schöpfung! Es handelt sich um das Wunder aller Wunder; um einen freien Menschen handelt es sich, der berufen ist, für ewig als ein Gott mit Gott zu leben und zu verrichten Gottes Taten!“ (HiG.02_47.06.10,13-14).

„Kinder, auf diese ordentliche Art gezeugt und im Mutterleibe ungestört ausgereift, werden erstens schon seelenvollkommener in die Welt kommen, weil die Seele in einem vollkommen ausgebildeten Organismus doch sicher eher und leichter für ihren geistigen Herd sorgen kann als bei einem ganz verdorbenen, an dem sie gleichfort zu bessern und zu flicken hat; und zweitens ist sie selbst reiner und heller, weil sie nicht von den geilen Unzuchtsgeistern, die durch die oft täglichen geilen Nachzeugungen in des Embryo Fleisch und auch Seele hineingezeugt werden, verunreinigt ist.“ (GEJ.04_231,06)

„Wie leicht kann solch eine Seele ihr Gemüt schon in der zartesten Kindheit gleich einem Samuel zu Gott erheben aus wahrer kindlicher, allerunschuldigster Liebe! Und welch eine herrliche Urlebensgrundzeichnung wird auf diese Weise aus der wahren Gemütstiefe dem jungen, zarten Gehirn vor jeder materiellen Zeichnung ganz licht und hell eingeprägt, aus welchem Licht sich dann ein Kind die später kommenden Bilder aus der materiellen Welt in der rechten Bedeutung und Beziehung erklären wird, weil diese Bilder auf einen lichtvollen und lebenswahren Grund gewisserart eingepflanzt werden und erweitert und wie in ihre Einzelteile zerlegt und, als durch und durch besterleuchtet, von der Seele auch leicht durch und durch beschaut und begriffen werden. Bei solchen Kindern fängt sich schon frühzeitig eine Außenlebenssphäre zu bilden an, und sie werden bald und leicht hellsehend, und ihrem Willen wird sich alles in Meiner Ordnung Seiende zu fügen anfangen.- Was sind dagegen die schon im Mutterleibe verdorbenen Kinder? Ich sag es euch: Kaum mehr als scheinbelebte Schattenbilder des Lebens! Und was ist hauptsächlich daran schuld? Das, was Ich euch bisher sattsam als Folge der Geilheit gezeigt habe!“ (GEJ.04_231,07-08).

Das Geschlecht des Kindes liegt in Gottes Willen: „So du ein Weib hast, kannst du mit demselben zeugen, was du willst? Siehe, nicht deinem Willen wird dieser Akt folgen, auch nicht dem Willen deines Weibes, sondern da waltet allezeit Mein göttlicher, allmächtiger Wille, und es wird, was Ich will, und nicht, was du möchtest! Willst du einen Sohn, da gebe Ich dir eine Tochter, und willst du diese, da soll dir ein Sohn werden; denn Ich allein bin der Herr über alles Leben. So du aber mit deinem Weib eine Sache hast, was weißt du wohl, woraus das besteht, was du zeugst? Ich sage dir: Der Erde Mittelpunkt und das sind dir gleich bekannte Dinge, und du weißt von dem einen so wenig als vom andern! Mir allein nur sind alle Dinge von Ewigkeit wohlbekannt; denn Ich allein bin der Herr, Gott allmächtig und endlos weise von Ewigkeit!“ (HGt.03_026,06-10).

2.12. Ist künstliche Befruchtung erlaubt?

Befruchtungen, die nicht auf dem dafür vorgesehenen ordentlichen Weg vorgenommen werden, sind ein Eingriff in Gottes Ordnung und damit nicht erlaubt.
Dennoch hat auch eine jede auf diese Weise eingefleischte Seele die Möglichkeit, die Kindschaft Gottes zu erlangen, denn es gibt keine Menschenseele, die ohne den freien Willen und selbstische Intelligenz ins Fleisch gesteckt wird (GEJ.04_124,01). Wie alle sich inkarnierenden Seelen kennt sie die allgemeinen schweren Bedingungen und möglichen Folgen des Erdenlebens (GS.02_016-017). Und wie bei ordentlich gezeugten Kindern liegt es auch in ihrem freiem Willen zu entscheiden, wohin sie sich entwickeln will, denn je nachdem, wohin sie ihren Willen und ihre Liebe ausrichtet, kann sie sich vollkommen in ihr Fleisch, die Materie, vergraben, sich also in ihre eigene Hölle und in ihren eigenen Tod begeben, oder aber sich ins Geistige erheben, wo sie in das Leben des Geistes in ihr eindringt und zur möglich höchsten Lebensvollendung gelangt (GEJ.02_210,11-12; GEJ.09_181,09-10; RB.02_152,05-07; s.a. ‚Mach dich auf und werde Licht‘, der Mensch und seine Bestimmung).

2.13. Ist Empfängnisverhütung erlaubt?

„Denn du hast meine Nieren bereitet und hast mich gebildet im Mutterleib. Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke, und das erkennt meine Seele wohl.“ (Ps 139,13-14)

„Aber da Onan wusste, dass der Same nicht sein eigen sein sollte, wenn er einging zu seines Bruders Weib, ließ er's auf die Erde fallen und verderbte es, auf dass er seinem Bruder nicht Samen gäbe. Das gefiel dem Herrn übel, was er tat, und er tötete ihn auch.“ (1. Mo 38,9-10)

„[…] und es vermeiden beide die Zeugung, dann begehen beide das Verbrechen des Kindesmordes und sollen danach bestraft werden.“ (HiG.02_47.06.10,06)

„Siehe, um die Armut zu verringern und den Reichtum der Reichen zu schützen, will man die Ehen der Armen beschränken, und das mächtig beschränken. O das ist die verfluchteste Ausgeburt der Hölle, ein Werk des Satans! Siehe, das ist der Grund aller Pest! Durch die Vorenthaltung der Ehe und der gerechten und geordneten Zeugung der Kinder, wo der Trieb da ist, wie auch durch die gewaltige Ausrottung der [wilden] Tiere aller Art sowie der Wälder wird die erlösende Aufnahme der Erdurgeister in die höheren Leitungs- und Läuterungsstufen gehindert. […] Weil aber die Menschen selbst [durch den Egoismus] zu dieser Erscheinung die Ursache sind, so lasse Ich es eben auch zu, dass sie für solchen Frevel auf das allerempfindlichste gezüchtigt werden, und das geistig und leiblich.“ (HiG.02_47.01.10,05ff)

„Sehet, das ist der verruchte Grund aller Pest, die darum vorzüglich im Orient zu Hause ist, weil dort die ordentliche Zeugung der Menschen auf tyrannisch gewaltsame Weise manchmal sogar durch Verstümmelung unterdrückt wird. Wird aber nun auch im noch etwas besseren Europa, der Industrie einiger Reichen wegen, dieser Erlösungsakt für das ganze [Natur-] Geisterreich der Erde ebenfalls unterdrückt, so sollen darum auch die verheerendsten Folgen zum Vorscheine kommen – woraus die Übriggebliebenen erkennen sollen, dass Ich die Erde nicht der Industrie, nicht der Eisenbahnen und am wenigsten der Reichen wegen erschaffen habe, sondern lediglich zur Erlösung der in ihr gebannten Urgeister! Das versteht ja wohl: Mein Zweck ist ein anderer mit der Erde, als ihn da die gegenwärtige, vom Satan ganz in Beschlag genommene Welt erkennt!“ (HiG.02_47.01.10,07ff)

„Die angezeigten Städte dieses Reiches haben das Eheverminderungssystem schon völlig entwickelt, daher sollen sie auch dafür gehörig belohnt werden. Es wird aber diesmal ganz Europa, besonders in den großen Industriestädten, ganz gewaltig gezüchtigt werden. Doch das Ganze kann durch Gebet und gute Werke an den Armen sehr gemildert werden, besonders wo die Ehen nicht gar zu arg und planmäßig unterdrückt werden. Dies zu eurer tieferen Belehrung und Darnachachtung! Amen.“ (HiG.02_47.01.10,12)

„Wohl hat Gott alle Gesetze in die Natur gelegt; aber dem freien Menschen gab Er Verstand und Vernunft, dass er die ersten Gesetze seines Fleisches nur sehr mäßig, und das nur im Zustand einer Ehe ordentlich erfüllen solle; für Tritte über die moralische Grenze hinaus hat Er aber auch Hinkboten gestellt, die solche Überschreitungen stets empfindlich durch ein zweites Gegengesetz zu ahnden pflegen.“ (RB.01_097,19)

2.14. Ist Abtreibung erlaubt?

„Wenn Männer hadern und verletzen ein schwangeres Weib, dass ihr die Frucht abgeht, und ihr kein Schade widerfährt, so soll man ihn um Geld strafen, wie viel des Weibes Mann ihm auflegt, und er soll's geben nach der Schiedsrichter Erkennen. Kommt ihr aber ein Schade daraus, so soll er lassen Seele um Seele.“
(2. Mo 21,22-23)

„Du weißt die Gebote wohl: "Du sollst nicht töten".“ (Lk 18,20)

„Siehe, das Hineinlegen des gesunden, schönen Samens bedeutet entsprechend das erste Werden des Menschen! Es ist gleich dem Eingefleischtwerden der an und für sich schon ganz ausgebildeten Seele.“ (GEJ.02_216,02)
„Wenn dann irgend Gatten sich durch den Naturtrieb genötigt fühlen, eine Begattung zu begehen, so erhält eine solche vollreife und dem Gattenpaare zunächst stehende freie Naturseele aus dem Außenlebensäther eine momentane Kunde, oder sie wird durch die vermehrte Kraft des Außenlebenskreises der Gatten als homogen angezogen, tritt mit einem gewissen Zwange während der Begattungshandlung in den Strom des Mannes und wird durch diesen in ein kleines Ei gelegt, was man die Befruchtung nennt. Und siehe, von da an gleicht die Lebensseele dann schon dem Samenkorne, das irgend ins Erdreich gelegt ward, und macht im Mutterleibe alle die Stadien entsprechend durch bis zur Ausgeburt in die Welt, die das Samenkorn in der Erde durchgemacht hat, bis es den Keim treibt über den Erdboden!“ (GEJ.02_216,04)

„Das Verbrechen des Kindesmordes soll bestraft werden.“ (HiG.02_47.06.10,06), s.a. HiG.02_47.01.10,05ff, HiG.02_47.01.10,07ff


3. Sexualität außerhalb Gottes Ordnung

3.1. Unerlaubter Beischlaf

„Du sollst nicht zum Weibe gehen, solange sie ihre Krankheit [Menstruation] hat, in ihrer Unreinigkeit ihre Blöße aufzudecken.“ (3. Mo 18,19)

„Du sollst deines Vaters und deiner Mutter Blöße nicht aufdecken; es ist deine Mutter, darum sollst du ihre Blöße nicht aufdecken. Du sollst deines Vaters Weibes Blöße nicht aufdecken; denn sie ist deines Vaters Blöße. Du sollst deiner Schwester Blöße, die deines Vaters oder deiner Mutter Tochter ist, daheim oder draußen geboren, nicht aufdecken. Du sollst die Blöße der Tochter deines Sohnes oder deiner Tochter nicht aufdecken; denn es ist deine Blöße.“ (3. Mo 18,7-10)

„Niemand soll sich zu seiner nächsten Blutsfreundin tun, ihre Blöße aufzudecken.“ (3. Mo 18,6)

„Du sollst auch nicht bei deines Nächsten Weibe liegen, dadurch du dich an ihr verunreinigst.“ (3. Mo 18,20)

„Darum hat sie auch Gott dahingegeben in schändliche Lüste: denn ihre Weiber haben verwandelt den natürlichen Brauch in den unnatürlichen; desgleichen auch die Männer haben verlassen den natürlichen Brauch des Weibes und sind aneinander erhitzt in ihren Lüsten und haben Mann mit Mann Schande getrieben und den Lohn ihres Irrtums (wie es denn sein sollte) an sich selbst empfangen.“ (Rö 1,26-27)

„Du sollst nicht beim Knaben liegen wie beim Weibe; denn es ist ein Greuel.“ (3. Mo 18,22)

„Wenn jemand beim Knaben schläft wie bei einem Weibe, die haben einen Greuel getan und sollten beide des Todes sterben, ihr Blut sei auf ihnen.“ (3. Mo 20,13)

„Hütet euch aber vor der Unzucht, Hurerei, vor Fraß und Völlerei, – sonst fallet ihr ehest wieder in noch ärgere Krankheiten, als von welchen ihr bis jetzt behaftet und geplagt wart!“ (GEJ.02_154,08)

„Wer sein Weib stört [beschläft] während ihrer Schwangerschaft, der verdirbt die Frucht schon im Mutterleibe und pflanzt derselben den Geist der Unzucht ein; denn welch ein Geist die Gatten nötigt und reizt, sich über die natürliche Gebühr zu beschlafen, derselbe Geist geht dann potenziert in die Frucht über.“ (GEJ.04_231,04)

„Desgleichen aber gibt es anderseits auch derart geile Böcke von Männern, die ihrem armen sittsamen Weibe oft noch wenige Stunden vor der Entbindung keine Ruhe gönnen wollen.“ (GEJ.03_071,04)

„Bei der Zeugung soll dies wohl und sehr gewissenhaft beachtet werden, dass erstens die Zeugung nicht aus gemeiner Geilheit verübt werde, sondern aus wahrhafter Liebe und seelischer Neigung, und zweitens, dass das einmal empfangen habende Weib noch gut sieben Wochen nach der Ausgeburt ihrer Frucht in der Ruhe ungestört belassen werde!“ (GEJ.04_231,05).

„Ja, Ich sage dir: Es ist auch sogar die Vielweiberei besser denn ein unordentliches Beschlafen eines Weibes, da auf keine Zeugung abgesehen wird, sondern allein auf eine stumme Befriedigung des Triebes, und das besonders dann, wenn das Weib sich schon ohnehin im sichtbaren Zustande der Schwangerschaft befindet. Denn wer da hat zehn oder mehrere Weiber, der zeugt nahe allzeit, sooft er eine beschläft; wenn aber jemand nur ein Weib unordentlich beschläft zu öfteren Malen, so zeugt er fürs erste nicht nur mit jeder Beiwohnung keine Frucht, sondern er verdirbt oft noch die schon gezeugte und macht am Ende sein Weib gänzlich unfruchtbar noch obendrauf […] Obschon Ich aber dadurch durchaus nicht einführen will die Vielweiberei, namentlich bei euch schon gar nicht, so gehe aber dennoch hin, und berichtige solches an diesen Kindern aus der Tiefe; nur kannst du hinzusetzen, dass sie darum ihre Kinder aber dennoch nicht für die Vielweiberei erziehen sollen, sondern wie es Meine wahre Ordnung deiner Rede zufolge erheischt!“ (HGt.02_106,18-22)

Anmerkung: Dieser Text besagt, dass sexueller Verkehr zur reinen Sinnen- und Triebbefriedigung, insbesondere wenn die Frau darüber hinaus auch noch schwanger ist, noch viel schlimmer ist als Vielweiberei (s. hierzu auch Folgen der Unkeuschheit).

„So aber ein Lediger mit einer Ledigen Unzucht treibt, und es vermeiden beide die Zeugung, dann begehen beide das Verbrechen des Kindesmordes und sollen danach bestraft werden.“ (HiG.02_47.06.10,06)

„Das sind so rechte Hurenhelden! Sie treiben Unzucht aller Art, und ein Ehebruch ist bei ihnen eine schon ganz gewöhnliche Sache geworden; bei ihnen sind die Weiber kommun [Gemeingut], und eine Jungfrau zu notzüchtigen, ist bei ihnen ein purer Lebensscherz! Aber unter ihnen gibt es auch Knabenschänder und solche, die mit Mägden auf eine unnatürliche, stumme sodomitische Art sich belustigen, weil sie sich dadurch vor bösen Ansteckungen verwahren wollen, aber deshalb in andere, noch schlimmere Krankheiten verfallen.“  (GEJ.02_154,11)

„So aber irgend Verschnittene geilen möchten, da sollen sie mit Ruten gezüchtigt werden, indem sie wohl sehen sollen, dass da in ihnen keine Zeugungskraft mehr vorhanden ist.“  (HiG.02_47.06.10,09)

3.2. Ehebruch

"Zwei Weiber aber kannst du zufolge Meiner Ordnung nicht haben; denn im Anfang ward nur ein Mann und ein Weib erschaffen" (JJ.01_104,25).

„Du sollst nicht ehebrechen.“ (2. Mo 20,14 u. 5. Mo 5,18)

Unter Ehebruch wird folgendes verstanden: „Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden.“ (Mt 19,6; Mk 10,9)

„Wer aber sich einmal ein ordentliches Weib genommen hat, der ist an dasselbe gebunden bis zum Tod, und der Scheidebrief Mosis hebt den Ehebruch vor Gottes Ordnung nicht auf, so ein solcher Mann dann eine andere ehelichen würde; ehelicht aber das geschiedene Weib, so bricht sie auch die Ehe. Kurz, wer da nach der erfolgten Ehescheidung heiratet, ist ein Ehebrecher; wer aber nicht ehelicht, der ist denn auch kein Ehebrecher.“ (GEJ.03_066,11)

„Ein jeglicher habe sein eigen Weib, und eine jegliche habe ihren eigenen Mann.“ (1. Kor 7,2)

„Sagte Ich: „Wer von euch Heiden in Meiner Lehre wandeln wird, der wird sich auch solchen Meinen Rat allzeit wohl gefallen lassen. Doch was da betrifft die Vielweiberei, so soll es bei Meinen Nachfolgern sein, wie es war im Anfange der Menschen auf dieser Erde, da Gott nur einen ersten Mann schuf und ihm auch nur ein Weib gab; denn wer schon einmal ein Weib geehelicht hat, dem er seine volle Liebe und unwandelbare Treue gelobt hatte, und er freit dann noch ein zweites und ein drittes Weib hinzu, und mancher noch mehrere, so begeht er dabei ja offenbar gegen das erste Weib einen Ehebruch, und da steht es aber im Gesetz: ,Du sollst nicht ehebrechen!‘ Ich sage es euch, dass die Vielweiberei von großem Übel ist; denn sie zeihet (macht) die Seele ganz sinnlich durch die zu große Wollust des Fleisches und ist und bleibt eine böse Geilerei und Hurerei und offenbare Ehebrecherei. Alle mit diesen Gebrechen Behafteten werden ins Reich Gottes nicht eingehen, wie könnten sie das auch? Ihre Seele ist ja zu sehr in ihres Leibes sinnliche Fleischmasse vergraben und kann nichts Geistiges mehr fassen und fühlen! Darum gelangen solche Wollüstlinge schwer oder auch nahe gar nicht ins Gottesreich. Denn worin das eigentliche Gottesreich besteht, das habe Ich euch allen schon überhinreichend erklärt. Aber so schädlich für die Seele des Menschen die Mehrweiberei auch ist, so gebe Ich euch dawider doch kein Gesetz, sondern überlasse alles dem freien Willen jedes Menschen, zeige euch die Wahrheit und gebe euch den guten Rat. Ebenso aber verhält es sich auch, so ein Mann sich Sklavinnen als Beischläferinnen oder Kebsweiber hält, denn auch mit ihnen bricht er gegen das ordentliche Weib die Ehe. Ein Mann aber, der mit gar keinem ordentlichen Weibe, sondern nur mit Beischläferinnen sein geiles Leben fortführt, ist ebenfalls so schlecht, und oft schlechter noch, als so mancher schwache Ehebrecher, denn er schadet nicht nur seiner Seele, sondern auch den Seelen seiner wollüstigen Beischläferinnen. Solche Menschen bereiten sich schon in dieser Welt ein böses und bitteres Los und ein noch schlechteres und bittereres im Jenseits, denn sie haben durch ihren Wandel beinahe allen Seelenätherlebensstoff vergeudet!“ (GEJ.08_041,01ff)

„Lass dich nicht gelüsten deines Nächsten Weibes. Du sollst nicht begehren […] alles, was sein ist.“ (5. Mo 5,21)

„Aber wer mit einem Weibe die Ehe bricht, der ist ein Narr; der bringt sein Leben in das Verderben.“ (Spr 6,32)

„Kann auch jemand ein Feuer im Busen behalten, dass seine Kleider nicht brennen? Wie sollte jemand auf Kohlen gehen, dass seine Füße nicht verbrannt würden? Also gehet's dem, der zu seines Nächsten Weib geht; es bleibt keiner ungestraft, der sie berührt.“ (Spr 6,27-28; s.a. 3.Mo 18,20)

„Die Ehe soll ehrlich gehalten werden bei allen und das Ehebett unbefleckt; die Hurer aber und die Ehebrecher wird Gott richten.“ (Heb 13,4)

„Wer die Ehe bricht mit jemandes Weibe, der soll des Todes sterben, beide, Ehebrecher und Ehebrecherin, darum dass er mit seines Nächsten Weibe die Ehe gebrochen hat.“ (3. Mo 20,10)

„Wisset ihr nicht, dass die Ungerechten werden das Reich Gottes nicht ererben? Lasset euch nicht verführen! Weder die Hurer […] noch die Ehebrecher […] werden das Reich Gottes ererben.“ (1. Kor 6,9-10 u. Gal 5,19-21)

„Wer immer aber zeugungsfähig ist, ob ledigen Standes oder ob verehelicht, kann ein Ehebrecher werden, so er ein Weib beschläft, das da verehelicht ist, ob sie mit dem Mann lebt oder vom selben durch einen Scheidebrief getrennt ist. Dasselbe ist auch von einer ledigen oder verehelichten Weibsperson der Fall, wenn sie mit einem verehelichten Mann eine Sache hat, der schon ein Weib hat – außer das Weib wäre entschieden unfruchtbar. In diesem Fall kann der Mann auch eine oder mehrere Mägde mit der Einwilligung des rechtmäßigen Weibes beschlafen, um sich aus ihnen Kinder zu zeugen. Aber ohne Einwilligung des rechtmäßigen Weibes begeht er ebenfalls den Ehebruch, so wie jede Dirne, die sich wider den Willen des rechtmäßigen Weibes dem Manne hingibt. Das Weib aber bricht allezeit die Ehe, so sie mit einem andern eine Sache macht – es müsste nur sein, dass der Mann erweislichermaßen die im Evangelium angezeigten Gebrechen hätte und das Weib hätte vor der Ehe nichts davon gewusst, oder der Mann hätte sich, als er schon verehelicht war, ohne Wissen des Weibes selbst verschnitten oder verschneiden lassen. Wenn aber das jemand an dem Mann gewaltsam verübt hätte aus was immer für argem Grund, so wird das Weib zur Ehebrecherin, so sie sich ohne Wissen, Willen und Verlangen des unglücklich gemachten Mannes hätte von jemanden beschlafen lassen. Wenn aber der Mann solches will und verlangt, so begeht das Weib auch keinen Ehebruch, so sie sich von einem Ledigen oder einem reinen Witwer beschlafen lässt; ließe sie sich aber von einem Verehelichten beschlafen, dann würde sie auch die Ehe brechen mit dem, von dem sie sich beschlafen ließe. Ließe sich aber ein Weib bloß der Wollust wegen beschlafen, sei es von wem immer, dann begeht sie neben dem Ehebruch auch die Sünde der Hurerei und der völligen Unzucht, wodurch sie sich dann eine dreifache Strafe an den Hals zieht, und sie wäre nach Moses mit dem Feuer zu bestrafen. So aber ein Lediger mit einer Ledigen Unzucht treibt, und es vermeiden beide die Zeugung, dann begehen beide das Verbrechen des Kindesmordes und sollen danach bestraft werden. Möchten aber beide einen Nachkommen zeugen, da soll dem ledigen Mann die Dreiviertelverpflegung des Kindes zufallen nebst der Verpflichtung, das Mädchen ehestmöglich zu ehelichen oder wenigstens alle Sorge zu tragen, dass das Mädchen an seiner Stelle einen Mann bekommt – und er soll nicht ehelichen, bis das Mädchen verehelicht ist; lässt er aber das Mädchen im Stich und ehelicht eine andere, so wird er einst als ein Ehebrecher gezüchtigt werden in der Hölle! So ein Lediger oder ein Witwer aber einem Mädchen die Liebe zusagt unter eidlichen Beteuerungen und das Mädchen hat es angenommen, er aber heiratet dennoch eine andere, so begeht er auch ein Ehebruch – außer das Mädchen hätte ihn verlassen, in welchem Fall aber dann sie sich des Ehebruchs schuldig macht, so sie ihm ihre Liebe entgegen beteuert hatte. Solche aber, die im sogenannten freien Zöllibat leben und nicht verschnitten sind, aber dennoch Weiber und Mädchen beschlafen, diese sind allezeit die gröbsten Ehebrecher, indem sie allezeit ihr freies Gelübde brechen. Denn jede Brechung eines Gelübdes ist ein Ehebruch, außer das Gelübde wäre ein erzwungenes oder ein im Rausch gemachtes, das niemand zu halten schuldig ist, außer er habe sich nachträglich dazu bekannt oder weltliche Gesetze verlangen es wegen des allgemeinen Wohls. So aber irgend Verschnittene geilen möchten, da sollen sie mit Ruten gezüchtigt werden, indem sie wohl sehen sollen, dass da in ihnen keine Zeugungskraft mehr vorhanden ist.“ (HiG.02_47.06.10)

„Durch Unzucht, Geilerei und Hurerei des Fleisches, also durch Ehebruch aller Art, kann für Gott keine Frucht gezeugt werden! Darum ist derlei Sünde über Sünde! Denn Ich, Gott der Herr, bin die allerhöchste und vollkommenste Ordnung und kann daher nicht zugeben, dass der Mensch, als der Schluss all Meiner Schöpfung, gleich den Fröschen in stinkenden Pfützen gezeugt werden soll! Das fasse, wer es fassen kann!“ (HiG.02_47.06.10,18).

„So aber ein lediger oder ein schon verheirateter Mann mit einem üppigen Weib seines Nachbarn ohne Wissen desselben geilet, so ist dies eine schändliche Hurerei. Ein solches Weib ist dann eine eigentliche Hure, und die mit ihr geilenden Männer sind dann die eigentlichen Hurer, die als solche ins Gottesreich nie eingehen werden, weil solch eine schändliche Hurerei allen guten Sinn in ihrer Seele verzehrt und alles Geistige tötet. Eine solche Hurerei ist aber darum auch um gar nichts besser als der eigentliche Ehebruch, ja oftmals sogar um vieles schlechter als der Ehebruch. Denn bei einem Ehebruch können solche Umstände im Hintergrund stecken, die das Verbrechen dieser Sünde sehr mildern und verdienen, dass sie ein Richter sehr berücksichtige; aber bei der Hurerei können nie irgendwelche mildernde Umstände in die Berücksichtigung gezogen werden; denn dabei handelt ganz rücksichtslos die stinkende Geilsucht und verdient beim Gericht auch keine wie immer geartete Rücksicht." (GEJ.03_068,01-02)

„Siehst du aber deines Nächsten Weibes Reize und läßest dich davon berücken, so hast du auch einen Ehebruch begangen; denn dadurch hast du deines Nächsten Weib zu einer Hure gemacht und mit selbem die Hurerei getrieben. Und es ist dies eine große und grobe Sünde vor Gott und vor den Menschen, auch dann, wenn du mit dem fremden Weib eine Frucht gezeugt hast. Aber natürlich ist das Übel dann noch größer, wenn du mit deines Nächsten Weib lediglich des blinden und stummen Wollustkitzels halber gehurt hast. Solche Sünder werden schwer des Himmelreiches teilhaftig werden.“ (GEJ.03_066,13)

„Ich aber sage euch: Wer sich von seinem Weibe scheidet (es sei denn um Ehebruch), der macht, dass sie die Ehe bricht; und wer eine Abgeschiedene freit, der bricht die Ehe.“ (Mt 5,32; Mt 19,8-12; Lk 16,18; Mk 10,11-12)

„Wer sich von seinem Weibe, und sei es auch um der argen Hurerei willen, scheidet und freiet eine andere, der bricht die Ehe. Und wer die Abgeschiedene freit, der bricht auch die Ehe“. (GEJ.05_255,10)

„Wer da nach der erfolgten Ehescheidung heiratet, ist ein Ehebrecher.“ (GEJ.03_066,11)

„Moses hat euch eurer Herzenshärtigkeit wegen gestattet, eure Weiber zu entlassen; von Anfang aber ist es nicht so gewesen. Ich sage euch aber: Wer seine Frau entlässt, es sei denn wegen Unzucht, und eine andere heiratet, bricht die Ehe.“ (HiG.02_47.06.10)

Nicht eingehaltene Eheversprechen und Gelübde sind Ehebruch:

„Wenn du dem Herrn ein Gelübde tust, so sollst du es nicht verziehen zu halten; denn der Herr, dein Gott, wird's von dir fordern, und es wird dir Sünde sein.“ (5.Mo 23,22)

„Wenn du Gott ein Gelübde tust, so verzieh nicht, es zu halten; denn er hat kein Gefallen an den Narren. Was du gelobst, das halte.“ (Petr 5,3)

„Siehe, so da jemand eine Magd beschlafen hat, so dass er dadurch auch gezeugt hat aus ihr eine Frucht, nachdem er sich zuvor ihre intimste Neigung durch allerlei eheliche Vorworte [Eheversprechen] verschafft hatte – da sind nur drei Fälle möglich, die ihn seines gemachten Bundes entledigen. Und diese drei Fälle sind: erstens, der ein- oder anderseitige Tod des Leibes; zweitens, eine durch was immer für Umstände herbeigeführte gänzliche Untauglichkeit für den ehelichen Stand; drittens, wenn das Mädchen dem Mann gänzlich und ohne sein Verschulden in ihrem Herzen untreu wird und den Liebesantrag eines anderen in ihrem Herzen angenommen hat.“ (HiG.02_42.06.27,08)

„Wahrlich, wer da aus Liebe zu Mir nicht ehelicht, der tut ja besser. Wer aber einmal einem Mädchen das Wort gegeben hat, der tut eine grobe Sünde, wenn er sein Wort bricht. Hat aber jemand einmal gar schon wider Mein Gebot einem Mädchen beigewohnt, um wie viel mehr muss er darum auch verpflichtet sein, seine Sünde an dem Mädchen wiedergutzumachen – ohne welche Tat sie ihm nie von der Schuldtafel gelöscht wird im Reiche des Lebens!“ (HiG.02_42.06.27,15)

„Solche aber, die im sogenannten freien Zöllibat leben und nicht verschnitten sind, aber dennoch Weiber und Mädchen beschlafen, diese sind allezeit die gröbsten Ehebrecher, indem sie allezeit ihr freies Gelübde brechen. Denn jede Brechung eines Gelübdes ist ein Ehebruch, außer das Gelübde wäre ein erzwungenes oder ein im Rausch gemachtes, das niemand zu halten schuldig ist, außer er habe sich nachträglich dazu bekannt oder weltliche Gesetze verlangen es wegen des allgemeinen Wohles.“ (HiG.02_47.06.10,08)


Geistiger Ehebruch wird schon in begehrlichen Wunschgedanken und Vorstellungen begangen, selbst wenn die Tat ausbleibt:

,,Ihr habt gehört, dass gesagt ist: ,Du sollst nicht ehebrechen.‘ Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, ihrer zu begehren, der hat schon die Ehe gebrochen in seinem Herzen.“ (Mt 5,27-28)

„Geistig aber bricht auch der die Ehe, der ein Weib, das schon verehelicht ist, ansieht und in seinem Herzen den Sinn fasst, es durch allerlei Blendungen zum Ehebruch zu verleiten, wenn das vollbrachte Werk auch unterblieb.“ (GEJ.03_066,12)


Ehebruch ist auch ein Verstoß gegen das Gebot der Nächstenliebe:

„Lass dich nicht gelüsten deines Nächsten Weibes. Du sollst nicht begehren […] alles, was sein ist“ (5. Mo 5,21; 2. Mo 20,17).
„Denn was da gesagt ist: "Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis geben; dich soll nichts gelüsten, und so ein anderes Gebot mehr ist, das wird in diesen Worten zusammengefasst: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ (Rö 13,9-10).

„Dieser [Zeugungs-] Akt darf nicht außerhalb der Sphäre der wahren Nächstenliebe geschehen; ein Hauptgrundsatz der wahren Nächstenliebe aber lautet: 'Tuet euern Nächsten das, was ihr wünschet, dass sie auch euch tun sollen!'“ (GEJ.03_215,03-04)

Im Fall ein Lediger aufgrund des Einverständnisses einer verheirateten Frau zum Geschlechtsverkehr mit ihm selbst keinen Ehebruch beginge, so verstöße er dennoch gegen die Nächstenliebe, und die verheiratete Ehefrau beginge Ehebruch, weil sie ohne Wissen und Wollen ihres Ehemannes dem Beischlaf mit einem fremden Mann zustimmte: „Gesetzt, dich selbst drängte ein ernster Akt [zur Zeugung] in der Fremde [der Mann weiß also nicht, dass die Frau verheiratet ist], du träfst da ein Weib auf einem Feld, und du gewönnest es durch Geld und Worte, deinem Drang entgegenzukommen, und das Weib willfahrte dir das [freiwillig], so hättest du dadurch keine Sünde gegen die Keuschheit, auch keinen Ehebruch begangen, so die Person auch eines Mannes ordentliches Weib wäre. Aber so du bedacht hättest, in welche große und höchst trübe Verlegenheiten und Verfolgungen das Weib kommen werde, so der rechte Mann zu ihr sagen wird: "Weib, gib Rechenschaft, wer in dich den Samen gelegt hat, da ich dich seit dieser und jener Zeit nicht berührt habe!", - siehe, dass du dadurch den häuslichen Frieden zwischen einem Ehepaare gestört hast, das ist eine grobe Sünde wider die Nächstenliebe! Denn du hättest deinen, wenn schon ernsten Drang, wenn er keine Wollustleidenschaft ist, schon noch auf eine schicklichere Gelegenheit versparen können! Du ersiehst hieraus, dass ein Mann, bei sonst ganz ordentlichen und der wahren Keuschheit nicht widerstrebenden Handlungen, auch auf alle anderen menschlichen Nebenumstände sein Augenmerk richten muss, so er sich nicht an irgendeinem Gesetz versündigen will“. (GEJ.03_215,08-09)

3.3. Vielweiberei

„Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie einen Mann und ein Weib“ (1.Mo 1,27).

„Ein jeglicher habe sein eigen Weib, und eine jegliche habe ihren eigenen Mann“
(1.Kor 7,2).

„Wäre es Gottes Wille gewesen, dass ein Mann mehr denn ein Weib habe, so hätte Er dem Adam auch sicher mehr als nur ein Weib erschaffen. Aber Gott wollte, dass ein jeglicher Mann nur ein Weib haben solle und gab daher dem Adam auch nur ein Weib.“ (GEJ.02_103,19)

„Zwei Weiber aber kannst du zufolge Meiner Ordnung nicht haben; denn im Anfang ward ein Mann und ein Weib erschaffen“. (JJ.01_104,25)

„Wäre die Vielweiberei in Meiner Ordnung, so hätte Ich sicher im Anfang schon, als Ich den Adam als den ersten Menschen der Erde geschaffen hatte, [...] für diesen ersten Menschen dreihundert und etliche sechzig Weiber erschaffen, auf dass er sein tägliches Zeugungsvermögen hätte in die natürliche Anwendung bringen können! Aber siehe, Ich erschuf ihm nur ein Weib, und in dieser Anzahl gebe Ich noch bis zur Stunde für ein männlich Wesen nur ein weibliches; und daraus kannst du alsbald gar leicht den guten Schluss ziehen, dass dem Mann von Mir aus nur ein Weib bestimmt ist trotz seiner reichhaltigeren Zeugungsfähigkeit.“ (HGt.03_063,10-11)  

„Dass die Menschen hernach von diesem ersten Gesetz abgegangen sind - was besonders bei den Heiden oft ins lasterhafte Böse ging, da besonders ein Fürst sich gleich alle die schönsten Jungfrauen seines Landes zu seinen Weibern nahm und dazu noch von fremden Fürsten sich auch mehrere dazukaufte, war nicht Gottes, sondern der sinnlichen Menschen Wille; denn viele der Weiber eines Fürsten oder eines sonstigen Reichen waren nicht Weiber für die Zucht [Zeugung von Kindern] sondern pure Lustdirnen zur Erweckung der zugrunde gegangenen Mannheit und deren Wollust. Jeder Mann aber lebt dann nicht mehr vollkommen in der göttlichen Ordnung, so er das erste Urgesetz Gottes nicht hält!“ (GEJ.02_103,20)

„Für Kinder der Welt, wenn sie zu sehr gezogen werden von ihrem Fleisch, ist die Vielweiberei besser als eine unordentliche Hurerei und Notzucht oder gar Knabenschänderei! Ja, Ich sage dir: Es ist auch sogar die Vielweiberei besser denn ein unordentliches Beschlafen eines [einzigen Ehe-]Weibes, da auf keine Zeugung abgesehen wird, sondern allein auf eine stumme Befriedigung des Triebes, und das besonders dann, wenn das Weib sich schon ohnehin im sichtbaren Zustande der Schwangerschaft befindet, denn wer da hat zehn oder mehrere Weiber, der zeugt nahe allzeit, sooft er eine beschläft; wenn aber jemand nur ein Weib unordentlich beschläft zu öfteren Malen, so zeugt er fürs erste nicht nur mit jeder Beiwohnung keine Frucht, sondern er verdirbt oft noch die schon gezeugte und macht am Ende sein Weib gänzlich unfruchtbar noch oben darauf.“ (HGt.02_106,17-19)  

„Eure Weiber aber sollt ihr […] nicht öfter beschlafen, als es unter dem Segen Gottes nötig ist, zu zeugen einen Menschen.“ (HGt.01_033,13)   

„Was da betrifft die Vielweiberei, so soll es bei Meinen Nachfolgern sein, wie es war im Anfang der Menschen auf dieser Erde, da Gott nur einen ersten Mann schuf und ihm auch nur ein Weib gab; denn wer schon einmal ein Weib geehelicht hat, dem er seine volle Liebe und unwandelbare Treue gelobt hatte, und er freit dann noch ein zweites und ein drittes Weib hinzu, und mancher noch mehrere, so begeht er dabei ja offenbar gegen das erste Weib einen Ehebruch, und da steht es aber im Gesetz: "Du sollst nicht ehebrechen!"
Ich sage es euch, dass die Vielweiberei von großem Übel ist; denn sie zeihet [macht] die Seele ganz sinnlich durch die zu große Wollust des Fleisches und ist und bleibt eine böse Geilerei und Hurerei und offenbare Ehebrecherei“. (GEJ.08_041,01-02)

„In der Folge soll ein jeglicher Mann nicht mehr denn nur eine Jungfrau oder eine Witwe, die noch zuchtfähig (fruchtbar) ist, sich zum Weib nehmen.“ (GEJ.02_103,19)

„So bleibe es bei einem Weib, und dieses tut genug, wenn es alle drei Jahre nur eine Frucht ausreift“ (HGt.03_063,15).

3.4. Beischlaf unter Ledigen

„Wenn jemand an eine Jungfrau kommt, die nicht verlobt ist, und ergreift sie und schläft bei ihr, und es findet sich also, so soll, der bei ihr geschlafen hat, ihrem Vater fünfzig Silberlinge geben und soll sie zum Weibe haben, darum dass er sie geschwächt hat; er kann sie nicht lassen sein Leben lang“ (5.Mo 22,28-29; 2.Mo 22,15-16).

„So aber ein Lediger mit einer Ledigen Unzucht treibt, und es vermeiden beide die Zeugung, dann begehen beide das Verbrechen des Kindesmordes und sollen danach bestraft werden. Möchten aber beide einen Nachkommen zeugen, da soll dem ledigen Mann die Dreiviertelverpflegung des Kindes zufallen nebst der Verpflichtung, das Mädchen ehestmöglich zu ehelichen oder wenigstens alle Sorge zu tragen, dass das Mädchen an seiner Stelle einen Mann bekommt - und er soll nicht ehelichen, bis das Mädchen verehelicht ist; lässt er aber das Mädchen im Stich und ehelicht eine andere, so wird er einst als ein Ehebrecher gezüchtigt werden in der Hölle! So ein Lediger oder ein Witwer aber einem Mädchen die Liebe zusagt unter eidlichen Beteuerungen und das Mädchen hat es angenommen, er aber heiratet dennoch eine andere, so begeht er auch einen Ehebruch - außer das Mädchen hätte ihn verlassen, in welchem Fall aber dann sie sich des Ehebruchs schuldig macht, so sie ihm ihre Liebe entgegen beteuert hatte. Solche aber, die in sogenannten freien Zöllibat leben und nicht verschnitten sind, aber dennoch Weiber und Mädchen beschlafen, diese sind allezeit die gröbsten Ehebrecher, indem sie allezeit ihr freies Gelübde brechen. Denn jede Brechung eines Gelübdes ist ein Ehebruch, außer das Gelübde wäre ein erzwungenes oder ein im Rausch gemachtes, das niemand zu halten schuldig ist, außer er habe sich nachträglich dazu bekannt oder weltliche Gesetze verlangen es wegen des allgemeinen Wohles. So aber irgend Verschnittene geilen möchten, da sollen sie mit Ruten gezüchtigt werden, indem sie wohl sehen sollen, dass da in ihnen keine Zeugungskraft mehr vorhanden ist.“ (HiG.02_47.06.10,06-09)

„Verbrecherisch schändlich handelt ein Mann ledigen Standes, und noch ärger, wenn er verheiratet ist, so er Weiber an sich zieht, mit ihnen geilt im Verborgenen und sie bezahlt am Ende der Geilerei; denn ein solcher Mann verleitet fürs erste die Weiber zur schändlichen Untreue und macht sie fürs zweite nahe völlig unfruchtbar, und verwüstet also gleich einem bösen Sturme die Äcker, dass darin nie mehr ein Same mit Nutzen gelegt werden kann.“ (GEJ.03_068,04-05)

„Die Zeugung soll nicht aus gemeiner Geilheit verübt werden, sondern aus wahrhafter Liebe und seelischer Neigung“ (GEJ.04_231,05). „Wer aber aus purer, schon alter Geilheit einer noch so reifen Jungfrau das tut etwa also, wie er es täte einer Hure, ohne Zeugung einer lebendigen Frucht in der Jungfrau Schoß, der soll ein doppeltes Gericht zu bestehen haben; wenn er aber solches tut mit einer Hure, so soll er auch ein zehnfaches Gericht zu bestehen haben!“ (GEJ.04_080,13).

3.5. Unkeuschheit

„Damit uns aber die Sache völlig klar wird, müssen wir uns auch mit dem Begriff „Unkeuschheit“ näher vertraut machen. Was ist Keuschheit und was ist Unkeuschheit? Keuschheit ist derjenige Gemütszustand des Menschen, in welchem er aller Selbstsucht ledig ist, oder in dem er rein ist von allen Makeln der Eigenliebe. Unkeuschheit ist derjenige Gemütszustand, in welchem der Mensch nur sich selbst berücksichtigt, für sich selbst handelt und seines Nebenmenschen, besonders in Berücksichtigung des Weibes, gänzlich vergisst.“ (GS.02_080,17)

„Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, Freude, Friede, Geduld, Freundlichkeit, Gütigkeit, Glaube, Sanftmut, Keuschheit.“ (Gal 5,22)

„Machet keusch eure Seelen im Gehorsam der Wahrheit durch den Geist zu ungefärbter Bruderliebe und habt euch untereinander inbrünstig lieb aus reinem Herzen“ (1.Pt 1,22).

„Niemand verachte deine Jugend; sondern sei ein Vorbild den Gläubigen im Wort, im Wandel, in der Liebe, im Geist, im Glauben, in der Keuschheit.“ (1. Tim 4,12)
„Und wir geben niemand irgendein Ärgernis […] sondern in allen Dingen beweisen wir uns als die Diener Gottes: […] in Keuschheit…“ (2. Kor 6,6)
„[…] sage, dass sie nüchtern seien, ehrbar, züchtig, gesund im Glauben, in der Liebe, in der Geduld […], dass sie die jungen Weiber lehren züchtig sein, ihre Männer lieben, Kinder lieben, sittig sein, keusch, häuslich, gütig, ihren Männern untertan, auf dass nicht das Wort Gottes verlästert werde. Desgleichen die jungen Männer ermahne, dass sie züchtig seien.“ (Tit 2,2-6)

„Denn das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, und dass ihr meidet die Hurerei und ein jeglicher unter euch wisse sein Gefäß zu behalten in Heiligung und Ehren, nicht in der Brunst der Lust wie die Heiden, die von Gott nichts wissen.“ (1.Thes 4,3-5; s.a. 2. Kor 6,6; Gal 5,22; 1. Tim 4,12+5,2)
„Nahet euch zu Gott, so naht er sich zu euch. Reiniget die Hände, ihr Sünder, und macht eure Herzen keusch, ihr Wankelmütigen“ (Jk 4,8).  

Ob ein Beischlaf keusch oder unkeusch ist, ergibt sich aus den zugrundeliegenden Motiven, denn „der Mensch ist einer zweifache Liebe fähig, nämlich der göttlichen, welche aller Selbstliebe entgegen, und der Selbstliebe, welche aller göttlichen Liebe entgegen ist. Bei keinem Akt in der Welt ist die Liebe so innig verwoben wie gerade bei dem, den wir zu den unkeuschsündigen rechnen. Nun fragt es sich: So jemand den Akt der Zeugung begeht, welche Liebe war da der Beweggrund, die Eigenliebe, unter deren Botmäßigkeit auch jegliche Genusssucht steht, oder die göttliche Liebe, welche nur mitteilen will, was sie hat, ihrer selbst gänzlich vergessend? [...] Setzen wir nun zwei Menschen: der eine begeht den Akt aus selbstsüchtiger Genusssucht, der andere aber in dankbarer Andacht für die Zeugungsfähigkeit, seinen Samen einem Weibe mitzuteilen, um in ihr eine Frucht zu erwecken. Welcher von den beiden hat denn gesündigt? Ich glaube, hier einen Richter zu machen und ein rechtes Urteil zu fällen, wird eben nicht schwer sein. Die Selbstsucht aber ist nirgends schmählicher, als wie gerade bei dem Akt, wo es sich um die Fortzeugung eines Menschen handelt. Warum denn? Die Ursache liegt am Tag. Wie der Grund, wie der Same, so auch wird die Frucht. Ist göttliche [uneigennützige/selbstlose] Liebe, also die Keuschheit der Same, so wird auch eine göttliche Frucht zum Vorschein kommen; ist aber Eigenliebe, Selbst- und Genusssucht, also der unkeusche Zustand des Gemütes der Same, welch eine Frucht wird da hervorgehen? Seht, in dem liegt es, was durch das sechste Gebot verboten ist. Wäre dieses Gebot beobachtet worden, so wäre die Erde noch ein Himmel, denn es gäbe auf ihr keinen selbstsüchtigen und herrschsüchtigen Menschen! Aber dieses Gebot ist schon im Anbeginn der Menschen übertreten worden, und die Frucht dieser Übertretung war der eigennützige und selbstsüchtige Kain. Aus dem aber geht hervor, dass nicht nur die sogenannte fälschlich bezeichnete 'Unzucht', welche man besser 'Genusssucht' nennen sollte, in die Reihe unserer zu behandelnden Sünden gehört, sondern jegliche Genusssucht, wie gestaltet sie auch immer sein mag, besonders aber, wenn ein Mann das ohnehin schwache Weib sich eigennützig zum genusssüchtigen Nutzen macht, ist als Sünde der Unkeuscheit zu betrachten“ (GS.02_080,13-20).

Keuschheit bedeutet also Mäßigung im Umgang mit der Sexualität, die unter Einbeziehung der Bedürfnisse des Partners auf die Zeugung eines Kindes abzielt, da "dieser Sinn [Lustreiz] dem Fleisch nicht zu einem Bedürfnis, sondern als eine Eigenschaft zum nüchternsten und weisesten Gebrauch dienen" soll (RB.01_203,18). Daher sollen auch „allzeit eure Begierden bezähmt werden, so es nicht Zeit ist, dass ihr Gott zeugt eine lebendige Frucht" (HGt.02_089,04), und sehr gewissenhaft beachtet werden, „dass die Zeugung nicht aus gemeiner Geilheit verübt werde, sondern aus wahrhafter Liebe und seelischer Neigung" (GEJ.04_231,05).

„Wer eine Ledige beschläft, versündigt sich gegen die Keuschheit, weil sein Akt nur die [egoistische] Befriedigung der puren Wollust und nicht die Zeugung eines Menschen zum Grunde hatte und auch nicht haben konnte, weil ihm die reine Vernunft sagen muss, dass man auf den Landstraßen keinen Weizen sät“ (GEJ.03_215,11).

Unkeuschheit ist Lüsternheit und Wollust, bei der der Mensch selbst- und genusssüchtig lediglich auf die Befriedigung seiner Begierden abzielt, denn ein jeder soll "sich so viel als möglich vom Beischlaf enthalten, der bloß auf sinnliche Befriedigung abgesehen ist" (HiG.01_108,02; GEJ.03_066,01).

„Jegliche Genusssucht, wie gestaltet sie auch immer sein mag, besonders aber, wenn ein Mann das ohnehin schwache Weib sich eigennützig zum genusssüchtigen Nutzen macht, ist als Sünde der Unkeuschheit zu betrachten“ (GS.02_080,20).

„Ein Mann aber kann mit seinem Weib ebenso gut die Unkeuschheit treiben als mit einer Hure und ärger noch. Denn bei einer Hure ist nichts mehr zu verderben, weil da ohnehin schon alles verdorben ist; aber ein Weib kann überreizt werden und dadurch in eine leidenschaftliche Begehrlichkeit übergehen, wodurch sie dann eine viel ärgerlichere Hure werden kann denn eine Ledige.“ (GEJ.03_215,10)

„Aber was ist alle diese Raffinesse? Das ist eine kurze Frage, aber ihre Beantwortung ist groß und gewichtig. – Diese Raffinesse hat doch sicher nichts anderes zum Grundmotiv als die entsetzlich leidige Genusssucht. Die Genusssucht aber, wissen wir, ist ein unverkennbares Kind der Eigenliebe, welche mit der Herrschliebe ganz identisch einhergeht.“ (GS.02_081,08)

Keusches Leben verhilft zu einer schnelleren geistigen Wiedergeburt. Geilheit und Wollust machen sie unmöglich: „Wer immer nach Meiner [Jesu] Lehre eine baldige und volle Wiedergeburt im Geist seiner Seele wünscht, der führe ein möglichst keusches Leben und lasse sich nicht berücken und betören vom Fleisch der Jungfrauen und Weiber; denn dieses zieht den Lebenssinn der Seele nach außen und verhindert dadurch gewaltigst die Wachwerdung des Geistes in der Seele, ohne die aber keine volle Wiedergeburt der Seele in ihrem Geist denkbar möglich ist! Eine gute, mit Vernunft, Weisheit und Selbstverleugnung gepaarte Ehe verhindert die geistige Wiedergeburt nicht, aber die Geilheit und Wollust macht sie unmöglich. Darum flieht sie ärger denn die Pestilenz!“ (GEJ.08_041,07-08).  

Keuschheit ist der sicherste Schutz gegen Besessenheit: „Nur ein keuscher und dadurch auch lebenskräftiger Mensch mit einer starken, von Gottes Geist erfüllten Seele kann allen argen und rohen Naturgeistern widerstehen, und sie können seinem Leib nicht schaden“ (GEJ.08_189,17).

Ein keusches und reines Leben befreit von Todesangt: „der Grund davon ist eben ihre große Weltliebe und sinnliche Lust […], nichts schadet dem rechten und lebendigen Glaubenslicht so sehr als eben die Unzucht, allerlei Geilheit und die förmliche fleischliche Hurerei […]. Diese Sünde erstickt die Seele förmlich im Schlamm des Fleisches und tötet sogar das Fleisch selbst. Wenn aber also, woher soll dann solch eine Seele das lichte Lebensbewusstsein nehmen?!“ (GEJ.06_068,08).

„Würde der Mensch eines geweckten Geistes sein, so würde er sich um den Abfall des Leibes ebenso wenig kümmern und demselben fürchten, als sich ein gewöhnlicher Mensch um den Schlaf kümmert und denselben fürchtet. Denn des Geistes Erfahrung ist das ewige Leben, welches unzerstörbar ist, so wie der Seele Erfahrung es ist, dass der schlafende Leib anderntags wieder erwacht, darum sie auch vor dem Schlaf keine Furcht hat. Die Furcht vor dem Tod als vor einer möglichen Vernichtung des Daseins liegt demnach in der Seele so lange, als der Geist in ihr nicht erwacht und dann in ihr sonach auch ein ganz anderes Bewusstsein erzeugt“ (GS.02_107,07-08).  

Unmäßiger Alkoholgenuss reizt zur Unkeuschheit: „Ich aber sagte zu ihnen: „Meine lieben Freunde und Brüder, es ist der Wein, im rechten Maß genossen, eine rechte Stärkung und macht des Leibes Glieder kräftig und gesund; aber so er zu übermäßig getrunken wird, dann erweckt er die bösen Geister des Fleisches und betäubt die Sinne. Die bösen Geister aber erwecken dann des Fleisches Lust, die da heißt Unkeuschheit und Unzucht, durch die dann die ganze Seele auf langehin unrein, darauf auch unmutig, zänkisch, träge und oft nahe wie völlig tot wird. Darum beachtet auch im Trinken des Weines ein gerechtes Maß, und ihr werdet Ruhe haben in eurem Fleische!“ (GEJ.06_187,01)

3.6. Unzucht, Wollust, Geilheit, Hurerei  

Das aus dem Griechischen kommende Wort porneia wird in der Bibel sowohl als Unzucht wie auch Hurerei übersetzt, und ist der Oberbegriff für sexuelle Gedanken und Handlungen, die der puren Leidenschaft des fleischlichen Sinnlichkeitsgenusses ohne Zeugungsabsicht und Zeugungsermöglichung entspringen und gegen das Sittlichkeits- und Schamgefühl verstoßen, wodurch der Mensch unrein wird. Da aber Unzucht und Hurerei oftmals zusammen genannt werden, ist hier wahrscheinlich dennoch eine Unterscheidung zu machen.

„Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind: Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht“ (Gal 5,19).

„die gesündigt und nicht Buße getan haben für die Unreinigkeit und Hurerei und Unzucht, die sie getrieben haben“ (2. Kor 12,21).  

„Von allen Lastern ist das böseste die Hurerei, die Unzucht und Geilerei aller Art und Gattung!“ (GEJ.06_056,01).

„Auch in diesem [sechsten] Gebot wird in seinem völligen Verlauf alles als verboten dargestellt, was auf die Unzucht, Hurerei und den Ehebruch nur irgendeine Beziehung hat, sowohl in leiblicher, wie ganz besonders in geistiger Hinsicht“ (GS.02_093,04).

„In Sodom und Gomorrha waren „die Menschen ganz sinnlich und trieben allerlei unbeschreibbare Unzucht und die allergrässlichste Hurerei sogar mit den Tieren“ (GEJ.06_225,11).

3.6.1.Unzucht

Unzucht ist Genusssucht, in Bezug auf die Sexualität demnach sexuelle Genusssucht: „Die 'Unzucht' sollte man besser 'Genusssucht' nennen“ (GS.02_080,20). „Diese Raffinesse [sexueller begierlicher Sinnenbefriedigung] hat doch sicher nichts anderes zum Grundmotiv als die entsetzlich leidige Genusssucht. Die Genusssucht aber, wissen wir, ist ein unverkennbares Kind der Eigenliebe, welche mit der Herrschliebe ganz identisch einhergeht“ (GS.02_081,08).

Unzucht ist DER Kunstgriff Satans: „Wen Satan fangen will, den fängt er durch einen gewissen Weisheitshochmut und darauf durch die Unzucht. Bei euch hat er es gar fein angelegt; aber Ich sage euch, Meinem Auge ist nichts zu fein!“ (BM.151,08).

3.6.2. Wollust

Für die Wollust gibt es verschiedene Begriffserklärungen. Sie wird gleichgesetzt mit Geilheit, Lüsternheit, sinnlicher Wonne, Fleischeslust, Laster und Ausschweifung und damit verbundene Unmäßigkeit und Zuchtlosigkeit. Es ist damit das Gefühl der Lust und sexuellen Begierde gemeint, das besonders bei sexueller Erregung und Befriedigung sexueller Wünsche entsteht. Dieses Lustgefühl ist aber nicht nur auf die körperlich-sexuelle Lust am eigenen oder fremden Körper durch verschiedene Praktiken der Unkeuschheit, Unzucht und Hurerei beschränkt, sondern schließt auch rein erotische Phantasien und damit verbundene Triebkräfte und Verlockungen mit ein.

„Meidet die Hurerei vor allem und flieht sie wie die Pestilenz! [...] Der Wollustkitzel ist des Satans Kunstgriff! Wehe, wer sich vom Satan also hat ergreifen lassen! Jeder wird am Ende die große Not finden, sich aus den Krallen des Satans loszumachen! Unsägliche Leiden und Schmerzen werden sein Anteil sein! Beachtet dieses alle wohl; denn sonst kommt die Zeit und die Tage, die euch nimmer gefallen werden!“ (GEJ.01_086,08)

„Wer aber da wohltut seinem Fleische, es nährt über das gerechte Maß und es dann durch alle Wollust sucht zu ergötzen, der nährt seine eigene Sünde und räumt durch die Wollust des Fleisches dem ewigen Tode alle Gewalt über sich ein.“ (HGt.02_089,03)  

„So kommen dann solche Menschen auf der Welt schwer oder oft auch wohl gar nicht dahin, wozu sie berufen sind, sondern gerade dahin, wohin sie eigentlich gar nicht kommen sollten, nämlich zur Eigenliebe, Selbstsucht, Herrschlust, Habsucht, Geiz, Neid, Fraß, Völlerei, Wollust, Unzucht und Hurerei! Diese Stücke aber verzehren das Leben, statt dass sie dasselbe mehrten. Und so kommt es dann, dass es nach der Ablegung des Fleisches gar vielen so ergeht, wie es dir und deiner Schar ergangen ist. Sie müssen dann in dieser Welt sehr verlassen werden von allem, was je ihre rohen Sinne zu sehr beschäftigt hatte, und müssen sehr elend werden, damit sich ihr Leben in solch geistiger Einöde und Wüste wieder sammeln und finden kann. Hat es sich gefunden, [...] dann kommt auch die Hilfe, die da vonnöten ist aber doch so, dass sie nicht als aufgedrungen, sondern als rein von den Bedürftigen selbst verlangt erscheint!" (RB.01_130,07)

3.6.3.Geilheit

Mit dem Wort Geilheit wird ganz allgemein die sexuelle Begierde, das sexuelle Verlangen oder die Wollust ausgedrückt. Geile sind Menschen, die sexuelle oder sinnlich-materielle Anreize erstreben und genießen. „Ein Geiler frönt dem Fleisch“ [sinnlich-materieller Lust] (HiG.03_249,02).

„Die Zeugung soll nicht aus gemeiner Geilheit verübt werden, sondern aus wahrhafter Liebe und seelischer Neigung“ (GEJ.04_231,05), und „wer aber aus purer, schon alter Geilheit einer noch so reifen Jungfrau das tut etwa also, wie er es täte einer Hure, ohne Zeugung einer lebendigen Frucht in der Jungfrau Schoß, der soll ein doppeltes Gericht zu bestehen haben; wenn er aber solches tut mit einer Hure, so soll er auch ein zehnfaches Gericht zu bestehen haben!“ (GEJ.04_080,13).

„Hüte dich vor der Geilheit und Unzucht und der Hurerei! Denn Hurer und Ehebrecher werden in das Gottesreich nicht eingehen.“ (GEJ.05_256,09)

„Wahrlich, sage Ich euch allen: Geiler, Unzüchtler und Huren werden ins Reich Gottes nicht eingehen; es müsste denn geschehen, dass sie sich gewaltig bekehrten von ihrem schlechtesten Lebenswandel! Denn sehet, alle anderen Sünden begeht der Mensch außer dem Leib und kann sie daher auch leichter ablegen, denn was da äußerlich geschieht, verdirbt den Menschen nicht so sehr, als was da in ihm geschieht! Die Hurerei aber geschieht im Menschen, verdirbt die Seele und den Geist und ist daher auch das gefährlichste aller Übel! Darum meidet es vor allem und flieht es wie die Pestilenz; denn der Wollustkitzel ist des Satans Kunstgriff! Wehe, wer sich vom Satan also hat ergreifen lassen! Jeder wird am Ende die große Not finden, sich aus den Krallen des Satans loszumachen! Unsägliche Leiden und Schmerzen werden sein Anteil sein! Beachtet dieses alle wohl; denn sonst kommt die Zeit und die Tage, die euch nimmer gefallen werden!“ (GEJ.01_086,08)

„Sorget darum vor allem, dass dieses Laster [Unzucht, Hurerei] nirgends einreiße!“  (GEJ.04_231,03)

„So aber irgendein Geiler zu anderen Befriedigungsmitteln greift außerhalb des von Mir im Schoße des Weibes gestellten Gefäßes, der wird schwerlich je zur Anschauung Meines Angesichtes gelangen!“ (GEJ.04_080,17)

Geistige Unzucht und Hurerei bei unzeitiger Verliebtheit: „Unzeitigen Verliebtwerden liegt die größte geistige Unzucht zugrunde; denn Unzucht oder Hurerei ist alles, was auf den Betrug des Geistes absieht. Da aber die Liebe am meisten des Geistes ist, so ist ein Betrug der Liebe oder eine offenbare Verschuldung an dieser der wahren geistigen Unzucht tiefster und unterster Grad oder die eigentliche unterste Hölle“ (GS.02_116,12-13).

„Es ist aber ein himmelhoher Unterschied zwischen Liebe und dem verabscheuungswürdigen Verliebtsein: das erste ist uns von Gott geboten, wie das zweite unter dem Namen Hurerei uns auf das furchtbar strengste verboten ist.“  (HiG.03_41.01.02,32)

3.6.4.Hurerei

Hurerei treiben heißt der Unkeuschheit nach aller Lebenskraft dienen: „Alle derartigen genusssüchtigen [unzüchtigen] Verfeinerungen sind nach vorangehender Betrachtung nichts als Abgöttereien; denn sie sind Opfer des menschlichen Geistes an die äußere tote Naturmäßigkeit. Sind sie aber Abgöttereien, so sind sie auch die barste Hurerei, und dass sie nicht in die Sphäre der Keuschheit aufgenommen werden können, beweist ihre [egoistische] Tendenz. 'Die Hurerei treiben' im eigentlichen Sinne heißt: der Unkeuschheit dienen nach aller Lebenskraft. So ist ein reicher Ehemann, der sich des alleinigen Genusses wegen ein üppiges und geiles Weib genommen hat, nichts als ein barster Hurer und das Weib eine barste Hure“ (GS.02_081,12-14).

„Man könnte hier sagen, indem es im sechsten Gebote nur heißt: "Du sollst nicht Unkeuschheit treiben", dass da die Hurerei nicht als verboten angesehen werden kann, da es im sechsten Gebote nirgends heißt: "Du sollst nicht Hurerei treiben". - Ich aber sage: Was ist die Hurerei, welcher Art sie auch sein mag, geistig oder fleischlich? Sie ist eine sichere Anbequemung des Lasters, und zwar auf folgende Weise: Man philosophiert sich über die sündige Möglichkeit hinweg, setzt alle Erscheinungen in das Gebiet 'natürlicher Bedürfnisse'.“ (GS.02_081,01)

„Weder die Hurer noch die Abgöttischen noch die Ehebrecher noch die Weichlinge noch die Knabenschänder noch die Diebe noch die Geizigen noch die Trunkenbolde noch die Lästerer noch die Räuber werden das Reich Gottes ererben.“
(1.Kor 6,9; Gal 5,19-21; 1. Tim 1,9-11)

„Wer mit dem andern Geschlecht eine förmliche Abgötterei der Wollust und Unzucht wegen treibt, der treibt eine wahre Hurerei, und diese ist ein Übel der Übel!“ (GEJ.01_021,10).

„Ein Mensch, ob männlich oder weiblich, treibt schon Hurerei durch allerlei Schwelgen und Prassen und überhaupt durch alles, wodurch er seinem Fleisch einen besonderen Lustreiz zubringen will. Dergleichen sind die zahllosen öffentlichen Belustigungen, bei denen sich die Menschen schon überhaupt freier und frecher benehmen als sonst in ihrer gewöhnlichen Verfassung, durch die eben dem Fleisch am meisten auf die lustigste Art gedient wird. Wer dergleichen Belustigungen aufsucht und an denselben teilnimmt, treibt schon Hurerei, weil er dadurch seinem eigenen gefährlichsten Hausgötzen, seinem Fleisch, opfert; zugleich aber begeht er auch einen Ehebruch mit Mir, dem wahren Lebensbräutigam, indem er dadurch das Gelübde seines Glaubens bricht. Zugleich aber ist er auch ein Geiler und Unzüchtler; ein Geiler, weil er dem Fleisch frönt, und ein Unzüchtler, weil durch solche Handlungen nur der Tod, aber nicht das Leben gezeugt wird.“ (HiG.03_47.06.12,02)

„Siehe hier das Bild - und wisse, dass der Fürst der Finsternis unablässig Jagd macht auf alle Menschen und sie sämtlich als das Wild seines großen Revieres betrachtet. Und war er früher nur ein Raubjäger, so hat er sich aber jetzt auf eine kurze Zeit zum Jagdinhaber aufgeworfen und weiß daher sein Wild zu schonen bis zur bestimmten Zeit, da er dann wieder eine große Treibjagd gibt, um mit reicher Beute beladen heimzukehren. Solche 'Jagdzeiten' aber sind vorzugsweise jene öffentlichen Belustigungen, Krieg, Zwietracht, Hurerei und dergleichen mehreres. Und da sind die Tänzer, Krieger, Neider, Hurer und so fort nichts als gehetztes 'Wild'. - Wohl denen, die sich noch frühzeitig vor der Hetzzeit in Mein Revier geflüchtet haben, so ihnen die Ahnung oder Meine fernrufende Stimme verkündete, was da kommen wird gar bald über den Forst des Satans! - Wehe aber den Gehetzten, wahrlich sage Ich, des Beute sie geworden sind, des sollen sie auch bleiben!“ (HiG.01_41.02.01,05-06)

3.6.5. Hurerei, Unzucht, Geilerei und Wollust sind die schlimmsten Laster

„Von allen Lastern ist das böseste die Hurerei, die Unzucht und Geilerei aller Art und Gattung. Zu diesem Laster aber werden die Menschen verleitet durch Müßiggang, durch die Hoffart und durch den Hochmut. Denn dem Hochmut ist nichts mehr heilig; er sucht nur alle ihm zu Gebote stehenden Mittel auf, um durch sie seine weltsinnlichen Leidenschaften zu befriedigen“ (GEJ.06_056,01). „Aus dem bereits Gesagten aber wirst du gar leicht ersehen, was da ist die Unzucht, und warum sie von Moses als eine schwere Sünde verboten ist; denn es ist von Gott aus dem Menschen alles nach der göttlichen Ordnung verordnet. Wer in solcher Ordnung verbleibt, der wird auch die Früchte des Segens von oben ernten; wer aber wider solche Ordnung handelt, der wird die Früchte des Fluches ernten“ (GEJ.03_066,07).

„Wo findest du den ersten Vollglauben, wo die gerechte Gottesfurcht? Wo hebt einer den andern, außer er weiß von ihm für sich etwas zu gewinnen? Wo sind die, die ihr Weib liebten der lebendigen Fruchtbarkeit wegen? Sie lieben die jungen Dirnen der Wollust wegen und treiben mit ihnen Unzucht und eine förmliche Hurerei! Denn wer mit dem andern Geschlecht eine förmliche Abgötterei der Wollust und Unzucht wegen treibt, der treibt eine wahre Hurerei, und diese ist ein Übel der Übel!“ (GEJ.01_021,10)

„Ihre Sache ist der stumme, tierische Fleischtriebsgenuss; für alles andere haben sie entweder nur einen sehr geringen oder gar keinen Sinn!“ (GEJ.04_231,02)  

„Betrachten wir einen recht ausgepichten Buhler wie auch eine ähnliche Buhldirne. Was ist ununterbrochen der Sinn eines solchen Fleischlings? Wenn es möglich wäre und die Natur es gestattete, mit den schönsten und üppigsten Mädchen auf jede erdenkliche Weise ohne Unterlass zu buhlen. Wo immer das Auge eines solchen Menschen ein nur einigermaßen annehmbares weibliches Wesen trifft, da kann ein jeder auf den ersten Augenblick aus seinen Augen lesen, dass er es auf der Stelle für seine Lust gebrauchen möchte, ohne im geringsten darauf Rücksicht zu nehmen, zu welchem Zwecke der Zeugungsakt von Gott eingesetzt und geschaffen ward. Wenn ihn nicht bürgerliche Sittengesetze daran hinderten, so wäre vor seiner Gier kein weibliches Wesen selbst auf öffentlichem Platze sicher.“ (GS.02_113,01)  

„In eine ganz gleiche Kategorie ist auch ein Lediger wie ein Verheirateter zu stellen, so er ledige Maide [Mädchen] zu sich kommen lässt, auf dass er mit ihnen gegen irgendeine Bezahlung Geilerei treibe; und jegliche feile Dirne ist eben auch so gut eine Hure wie irgendein verheiratetes Weib, das sich hergibt ums Geld oder sonstige Geschenke. Am schlechtesten aber werden einst jene daran sein, die solche fleißigen Dirnen oder gar Mädchen ohne Reife durch allerlei Geschenke zur Geilerei zu verleiten eifrigst bemüht sind. Wahrlich, solche Männer, ob ledig oder verheiratet, gleichen reißenden Wölfen in Schafspelzen und werden deren Lohn ernten!“ (GEJ.03_068,05+07)

„Durch Unzucht, Geilerei und Hurerei des Fleisches, also durch Ehebruch aller Art, kann für Gott keine Frucht gezeugt werden! Darum ist derlei Sünde über Sünde! Denn Ich, Gott der Herr, bin die allerhöchste und vollkommenste Ordnung und kann daher nicht zugeben, dass der Mensch, als der Schluss all Meiner Schöpfung, gleich den Fröschen in stinkenden Pfützen gezeugt werden soll“ (HiG.02_47.06.10,18).

„Wisset ihr nicht, dass ihr Gottes Tempel seid und der Geist Gottes in euch wohnt? So jemand den Tempel Gottes verderbt, den wird Gott verderben; denn der Tempel Gottes ist heilig, der seid ihr“ (1.Kor 3,16).

„Fliehet der Hurerei! Alle Sünden, die der Mensch tut, sind außer seinem Leib; wer aber hurt, der sündigt an seinem eigenen Leib. Oder wisset ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des heiligen Geistes ist, welchen ihr habt von Gott, und seid nicht euer selbst“? (1.Kor 6,18-19).

„Das sollt ihr wissen, dass kein Hurer oder Unreiner oder Geiziger, welcher ist ein Götzendiener, Erbe hat in dem Reich Christi und Gottes. Lasset euch von niemandem verführen mit vergeblichen Worten; denn um dieser Dinge willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Unglaubens. Darum seid nicht ihr Mitgenossen. Denn ihr ward weiland Finsternis; nun aber seid ihr ein Licht in dem Herrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts, die Frucht des Geistes ist allerlei Gütigkeit und Gerechtigkeit und Wahrheit, und prüfet, was da sei wohlgefällig dem Herrn, und habt nicht Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis, strafet sie aber vielmehr. Denn was heimlich von ihnen geschieht, das ist auch zu sagen schändlich. Das alles aber wird offenbar, wenn's vom Licht gestraft wird; denn alles, was offenbar ist, das ist Licht“ (Eph 5,5-13).

„Das ist der Wille Gottes, eure Heiligung, und dass ihr meidet die Hurerei und ein jeglicher unter euch wisse sein Gefäß zu behalten in Heiligung und Ehren, nicht in der Brunst der Lust wie die Heiden, die von Gott nichts wissen; und dass niemand zu weit greife und übervorteile seinen Bruder im Handel; denn der Herr ist der Rächer über das alles, wie wir euch zuvor gesagt und bezeugt haben. Denn Gott hat uns nicht berufen zur Unreinigkeit, sondern zur Heiligung“ (1.Thess 4,3-7).

Unzucht und Hurerei führen zu schweren seelischen Erkrankungen

„Wer da treibt Unzucht und Hurerei, der ist sehr krank in seiner Seele! Denn durch diese Sünde wird das Herz des Menschen von Tag zu Tag härter, gefühlloser und unbarmherziger gegen die Nebenmenschen und liebt am Ende nichts als sich selbst und den Gegenstand, mit dem es geilen kann, aber nicht des Gegenstandes selbst willen, sondern des Geilens willen. Ein solches Herz flieht dann das Gotteswort, das ihn abmahnt von seiner bösen Begierde, und wird am Ende sogar ein Feind derer, die das Wort Gottes im Herzen bewahren und danach leben. Viele von euch leiden an dieser Krankheit, und Ich bin darum wieder zu euch gekommen, um euch von dieser sehr bösen und tödlichen Krankheit zu heilen. Wer aus euch sich von dieser bösesten Krankheit befallen weiß, der vertraue sich Mir an, und Ich werde ihn heilen!“ (GEJ.01_086,03).

Jesus warnt: „Vor der Unmäßigkeit hat sich jedermann, und somit auch ihr, zu hüten. Was übers Maß ist, das ist für den Menschen vom Übel. Unmäßigkeit im Essen erzeugt Magenkrankheiten, Unmäßigkeit im Trinken aber erzeugt neben den Magen- und Brustübeln auch die Geilheit des Fleisches und gebiert die Unzucht aller Art und Gattung. Darum seid in allem mäßig und nüchtern, und ihr werdet in einem stets gesunden Leibe auch eine gesunde und heitere Seele haben!“ (GEJ.05_239,03ff). „Nährt, stärkt und ergötzt euer Fleisch nicht; denn dadurch nährt, stärkt und ergötzt ihr euren eigenen Tod, welcher nun den Geist umgibt als letzter Kerker vor seiner Wiederbefreiung oder Wiedererstehung zum vollsten ewigen Leben aus Mir und in Mir!“ (HGt.02_089,08). „Meidet daher übersorgfältig alles, was nur irgend das Fleisch reizt. Meidet den Wein, in dem der Geist der Unzucht wohnt. Meidet solche Orte, wo euch freundliche reizende Dirnen begrüßen. Betet allezeit und haltet Fasten, besonders im Weine und Biere, und führet keine unreinen Worte, sonst seid ihr alle nicht sicher vor den Versuchungen des Satans“ (HiG.03_48.07.11,07). „Hütet euch vor Fraß und Völlerei; denn durch das wird die Liebe zu Gott vermindert und die Welt- und Selbstliebe genährt und gestärkt, und mit ihr das Gericht der Materie und ihres Todes! Also hütet euch auch vor der Unkeuschheit und aller Hurerei; denn Unkeusche, Hurer und Ehebrecher werden in Mein Lebensreich nicht eingehen!“ (GEJ.08_215,06; GEJ.05_256,09).

„Von allen Lastern ist das böseste die Hurerei, die Unzucht und Geilerei aller Art und Gattung. Zu diesem Laster aber werden die Menschen verleitet durch Müßiggang, durch die Hoffart und durch den Hochmut. Denn dem Hochmut ist nichts mehr heilig; er sucht nur alle ihm zu Gebote stehenden Mittel auf, um durch sie seine weltsinnlichen Leidenschaften zu befriedigen.“ (GEJ.06_056,01).

„Darum sollen besonders die Jungfrauen wohl gekleidet, aber nie reizend bekleidet einhergehen, und die Jünglinge sollen nicht dem Müßiggang preisgegeben werden; denn der Müßiggang ist stets der Zeuger aller Laster und Sünden.“ (GEJ.03_066,10)

„Siehe, in deiner vermeinten Freiheit bist du nur ein Sklave deines Fleisches, deiner Begierden und deiner freien Weltlust unter den Menschen, mit denen du gerne tolles Zeug plauderst und hintendrein lachst über deine eigenen Torheiten.“ (HiG.01_40.11.04,33)

„Schwelgen und Prassen macht die Seele selbst sinnlich und materiell; sie wird überladen, und der Leib kann nicht allen Unflat der Seele aufnehmen, und die Folge ist, dass der Unflat in der Seele bleibt, sie drückt und ängstigt, dass sie dann alle Mittel und Wege in Anspruch nimmt, den zu sehr angehäuften Unflat aus sich zu schaffen. Die Wege sind dann allerlei Unzucht, Hurerei, Ehebruch und der Art mehr“ (GEJ.01_207,02), wobei „schändliche Hurerei allen guten Sinn in ihrer Seele verzehrt und alles Geistige tötet.“ (GEJ.03_068,01)

„Sein Glaube an Gott war schon lange ein Opfer; denn das hat die Fleischsünde in sich, dass sie zuerst alles Geistige tötet. Durch diese Sünde ist der Mensch ein gröbster materieller Egoist, liebt niemanden außer sich und will, dass alles seiner Begierde Zusagende ihm allein dienen solle. Er ist in sich selbst über alle Maßen verliebt, daher hasst er alles, was nicht seiner Begierde huldigt. Aus dem Grund wird er dann, wie gesagt, ein purer egoistischer Stockmaterialist und von einer Göttlichkeit und von irgendetwas Geistigem ist keine Spur mehr in ihm anzutreffen.“ (GS.02_113,05)  

„Wer demnach einen solchen Fleischbold betrachtet, wie er ist, der sieht schon wieder ein vollkommenes Bild der Hölle. Er streife ihm nur die Materie ab und beschaue dessen absoluten Geist, und er wird Wunder von A bis Z erschauen. Zuerst einen Geiler auf jede erdenkliche Weise, daneben einen Wütenden, der mit Ingrimm sich am Schöpfer wie an der ganzen Schöpfung wegen der vermeinten Unvollkommenheit seiner Natur schändlichst rächen will“. (GS.02_113,13)  

„Ihr könnt es glauben, der heimliche Zorn eines rechten Buhlknechtes, wenn er sich ausgebuhlt hat, übersteigt alle menschlichen Begriffe. Ein Mordbrenner, ein Totschläger, ein Straßenräuber dürften noch mehr menschliches Gefühl in sich haben als ein fleischgieriger Buhler, dem sein Fleisch den Dienst versagt.“ (GS.02_113,06)  

Woher die Anreize zur Unzucht kommen

„Wenn der Leib die Seele reizt, sich für seine sinnliche Befriedigung in alle Tätigkeit zu werfen, so rührt das stets von den vielen unlauteren Natur- oder gerichteten Materiegeistern her, die so ganz eigentlich das Wesen des Leibes ausmachen. Gibt die Seele den Anforderungen des Leibes zu viel Gehör und tut danach, so tritt sie mit ihnen in Verbindung und steigt auf diese Weise in ihre höchst eigene Hölle und in ihren höchst eigenen Tod. Und tut die Seele solches, so begeht sie eine Sünde wider die Ordnung Gottes in ihr“ (GEJ.02_210,11).

„Aus Schwefel- und Erdpechlagern entwinden sich in einem fort unreine Naturgeister und reizen die Fleischmenschen zur Unzucht; denn wie im Wein die Geister der Unzucht daheim sind und das Fleisch dazu antreiben, so ein Mensch im Übermaß davon genossen hat, ebenso sind sie auch im Schwefel und im Erdpech“ (GEJ.06_225,11).

„Im übermäßigen Genuss dieses Getränkes [Wein] ruht der arge Geist der Geilheit und der Unzucht. Dieser Geist aber belebt die Seele nicht, sondern tötet sie für den wahren Lebensgeist aus den Himmeln und macht auf dieser Erde die geistige Wiedergeburt der Seele in dem Geist aus den Himmeln nahe zu einer Unmöglichkeit“ (GEJ.08_075,02).

„Sehet zu, dass ihr euch nicht betrinkt! Denn ihr wisst es, dass die Trunkenheit ein Laster ist, denn sie schwächt Herz und Seele und erzeugt im Fleische den Geist der Unzucht und Geilheit. Eine betrunkene Seele wird schwer ins Reich Gottes eingehen!“ (GEJ.08_192,18).

„Mir ist der ewig verfluchte Tanz unter was immer für einer Form, unter was immer für einer Bedingung und an was immer für einem Ort eines der allerwiderlichsten Laster, weil es fürs erste nichts als eine Art sodomitischer Unzucht ist, durch welche sich heidnische Völker zu allen möglichen Ausschweifungen aufreizen ließen; und fürs zweite, weil eben dieses Laster [heutzutage] sogar unter einem weltlich-moralischen Anstrich gar pflichtigfrei, ohne eine Missbilligung, gang und gäbe geworden ist. Darum soll es [nun aber auch] tausendmal tausend Mal verflucht sein! Und fürs dritte ist der Tanz ein allerwiderlichstes Laster, weil er sogar schon die Kinder von Mir gänzlich abwendet und ihre Herzen geistig versteinert, die Mädchen verdirbt und sie häufig unfruchtbar oder doch sehr oft schlecht fruchtbar macht, und die Frucht im Leib schon mit einem oft unwiderstehlichen Trieb nach diesem Laster versieht, der sich dann schon nach wenigen Jahren kundgibt und weil es noch dazu, wie kein anderes Laster, den Menschen, der sich ihm ergeben hat, nicht nur auf eine Zeit, sondern mit sehr seltener Ausnahme für immer von Mir abzieht, so dass ein solcher sich dann nimmer zu Mir kehren mag, außer durch ein Gericht, welches ihn aber wenig mehr nützen wird. Denn zu dem Ich im Gerichte komme, über den ist Mein Zorn gekommen mit dem ewigen Tod!“ (HiG.01_41.01.17,03-04).

„Aus dem bereits Gesagten aber wirst du gar leicht ersehen, was da ist die Unzucht, und warum sie von Moses als eine schwere Sünde verboten ist; denn es ist von Gott aus dem Menschen alles nach der göttlichen Ordnung verordnet. Wer in solcher Ordnung verbleibt, der wird auch die Früchte des Segens von oben ernten; wer aber wider solche Ordnung handelt, der wird die Früchte des Fluches ernten.“ (GEJ.03_066,07)

3.7. 'Augenlust' und wollüstige Gedanken

„Alles, was in der Welt ist: des Fleisches Lust und der Augen Lust und hoffärtiges Leben, ist nicht vom Vater, sondern von der Welt“ (1.Jh 2,16).

„Wer ein Weib ansieht, ihrer zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen.“ (Mt 5,28)

„Lass dich ihre Schöne nicht gelüsten in deinem Herzen und verfange dich nicht an ihren Augenlidern“ (Spr 6,25-26).

„Ich habe einen Bund gemacht mit meinen Augen, dass ich nicht achtete auf eine Jungfrau“ (Hi 31,1).

„Selig ist der Mann [und natürlich auch die Frau], der die Anfechtung erduldet, denn nachdem er bewährt ist, wird er die Krone des Lebens empfangen, welche Gott verheißen hat denen, die ihn liebhaben“ (Jak 1,12).

„Geistig aber bricht auch der die Ehe, der ein Weib, das schon verehelicht ist, ansieht und in seinem Herzen den Sinn fasst, es durch allerlei Blendungen zum Ehebruch zu verleiten, wenn das vollbrachte Werk auch unterblieb. Siehst du aber deines Nächsten Weibes Reize und lässt dich davon berücken, so hast du auch einen Ehebruch begangen; denn dadurch hast du deines Nächsten Weib zu einer Hure gemacht und mit selbem die Hurerei getrieben. Und es ist dies eine große und grobe Sünde vor Gott und vor den Menschen, auch dann, wenn du mit dem fremden Weib eine Frucht gezeugt hast. Aber natürlich ist das Übel dann noch größer, wenn du mit deines Nächsten Weib lediglich des blinden und stummen Wollustkitzels halber gehurt hast. Solche Sünder werden schwer des Himmelreiches teilhaftig werden.“  (GEJ.03_066,12-13)

„Zwar wird man hier sagen: Das tut ja nichts, Gedanken und unausführbare Begierden sind zollfrei. Ich aber setze hinzu und sage: Allerdings, für den Blinden im Geist, der über die Materie hinaus auch nicht um ein Haar breit zu schauen vermag. Was würde aber ein Vater sagen, so ihm das geistige Auge geöffnet würde und er dann alle diese Wollüstlinge vor sich erblickte, die seine Tochter auf jede erdenkliche Art vor seinen Augen schänden? Das Fleisch der Tochter kann zwar behütet werden. Wer behütet aber ihren Geist und dessen ausstrahlende Sphäre, mit welcher sich diese Fleischbolde in Verbindung setzen und sie in ihre schändliche Sucht verkehren? Meint ihr, das sei von keinem nachteiligen Einfluss für eure Tochter? Da irrt ihr euch gewaltig! Führt ihr eure Tochter öfter auf solche Plätze, wo sie von vielen sinnlichen Augen betrachtet wird, so wird sie in kurzer Zeit sinnlich fleischlich gestimmt werden und heimlich anfangen, eure elterlichen sittlichen Ermahnungen zu bespötteln und zu belachen. Ihr Sinn wird mehr und mehr dahin gerichtet werden, wo sie solche sinnlichen Männer wittert. […] Wer demnach einen solchen Fleischbold betrachtet, wie er ist, der sieht schon wieder ein vollkommenes Bild der Hölle. Er streife ihm nur die Materie ab und beschaue dessen absoluten Geist, und er wird Wunder von A bis Z erschauen. Zuerst einen Geiler auf jede erdenkliche Weise, daneben einen Wütenden, der mit Ingrimm sich am Schöpfer wie an der ganzen Schöpfung wegen der vermeinten Unvollkommenheit seiner Natur schändlichst rächen will.“ (GS.02_113,08ff)


Zu ‚Augenlust‘ und wollüstigen Gedanken gehören auch Akt- und erotische Fotografie, Pornografie, Telefonsex

„Ein jeglicher wird versucht, wenn er von seiner eigenen Lust gereizt und gelockt wird. Danach, wenn die Lust empfangen hat, gebiert sie die Sünde; die Sünde aber, wenn sie vollendet ist, gebiert sie den Tod“ (Jak 1,14).

„… haben Augen voll Ehebruchs, lassen sich die Sünde nicht wehren, locken an sich die leichtfertigen Seelen, haben ein Herz, durchtrieben mit Geiz, verfluchte Leute“ (2.Pt 2,14)
Daher: „Lass dich nicht gelüsten" (2.Mo 20,17).

„Du kannst denken, was du willst, so kannst du dadurch nicht sündigen, so dein Herz an einem unordentlichen Gedanken kein Wohlgefallen findet. Findest du aber an einem schlechten Gedanken ein Wohlgefallen, so verbindest du auch schon deinen Willen mit dem schlechten, aller Nächstenliebe baren Gedanken und bist nicht ferne davon, solchen Gedanken, der einmal schon von deinem Wohlgefallen und von deinem Willen belebt worden ist, in die Tat übergehen zu lassen, wenn dir die Umstände günstig erscheinen und die Tat ohne äußere Gefahr zulassen. Daher ist die weise Überwachung der im Menschenherzen vorkommenden Gedanken durch das geläuterte Licht des Verstandes und der reinen Vernunft ja doch von der höchsten Wichtigkeit, weil der Gedanke der Same zur Tat ist, und es könnte die notwendige und weise Überwachung der Gedanken wahrlich nicht trefflicher ausgedrückt sein als eben dadurch, dass da Moses sagt: "Lass dich nicht gelüsten nach diesem und jenem!" Denn so es dich einmal stark zu gelüsten anfängt, so ist dein Gedanke schon belebt durch dein Wohlgefallen und durch deinen Willen, und du wirst dann deine Not haben, solch einen belebten Gedanken in dir völlig zu ersticken. Der Gedanke, und die Idee, ist ja, wie früher gesagt, der Same zur Tat, die da die Frucht des Samens ist. Wie aber der Same, so dann auch die Frucht! Du kannst daher denken, was du willst; aber belebe keinen Gedanken und keine Idee eher zur Frucht, als bis du ihn vor dem Richterstuhl deines Verstandes und deiner Vernunft gehörig durchgeprüft hast! Hat der Gedanke da die Licht- und Feuerprobe bestanden, dann erst kannst du ihn zur Frucht oder Tat beleben, und es kann dich da dann schon gelüsten nach etwas Gutem und Wahrem; aber nach etwas Unordentlichem, das offenbar wider die Nächstenliebe geht, soll es dich nicht gelüsten! Und darin liegt das, was Moses in seinem letzten Gesetze ausgedrückt hat, und es liegt darin wahrlich wohl nie und nirgends der Widerspruch mit den inneren Lebensfunktionen, den du mit Hilfe deines scharfsinnigen Rabbi willst gefunden haben. Was soll, ja was kann aus einem Menschen werden, wenn er nicht schon frühzeitig lernt, seine Gedanken zu prüfen, zu ordnen und alles Unreine, Böse und Falsche aus ihnen zu scheiden? Ich sage es dir, solch ein Mensch würde schlechter und böser werden denn ein allerreißendstes und bösestes Tier! In der guten und weisen Ordnung der Gedanken liegt ja der ganze Lebenswert eines Menschen.“ (GEJ.07_036,02-04)  

„Es ist schon wahr, dass in uns allerlei Gedanken, auch allerlei Wünsche, Begehrungen und endlich auch Bestrebungen und Taten guter und böser Art entstehen; aber ohne die vorhergehenden Gedanken, aus denen freilich gar oft schlechte Handlungen entstehen, können auch keine guten Entschließungen und Taten zum Vorschein kommen. Das muss jedem Engel und jedem nur einigermaßen vernünftigen Menschen klar und sehr begreiflich sein. Und so sage ich, dass dieses letzte Gesetz, insoweit es den Menschen schlechte Handlungen verbietet, schon ganz in der Ordnung ist, obschon meines Erachtens überflüssig, weil das, wie schon früher bemerkt, ohnehin durch das sechste und siebente Gebot geschehen ist.“ (GEJ.07_035,12)

„Betrachten wir einen recht ausgepichten Buhler wie auch eine ähnliche Buhldirne. Was ist ununterbrochen der Sinn eines solchen Fleischlings? Wenn es möglich wäre und die Natur es gestattete, mit den schönsten und üppigsten Mädchen auf jede erdenkliche Weise ohne Unterlass zu buhlen. Wo immer das Auge eines solchen Menschen ein nur einigermaßen annehmbares weibliches Wesen trifft, da kann ein jeder auf den ersten Augenblick aus seinen Augen lesen, dass er es auf der Stelle für seine Lust gebrauchen möchte, ohne im geringsten darauf Rücksicht zu nehmen, zu welchem Zweck der Zeugungsakt von Gott eingesetzt und geschaffen ward. Wenn ihn nicht bürgerliche Sittengesetze daran hinderten, so wäre vor seiner Gier kein weibliches Wesen selbst auf öffentlichem Platze sicher. Doch das gestaltet die Sache im Grund nicht anders, denn in seiner Begierde hat er dennoch gefehlt. Nehmen wir aber an, solch ein sinnlicher Mensch hat ein hinreichendes Vermögen und kann sich dadurch alle Genüsse, danach sein Sinn dürstet, mit wenigen Ausnahmen verschaffen. Was tut er? Nichts als ganze Länder bereisen, um sich dort verschiedene extrafeine Genüsse zu verschaffen; denn in seinem Orte schmeckt ihm nichts mehr, weil er schon alles für ihn Erreichbare genossen hat, manches worauf er sozusagen noch eine Passion hätte jedoch trotz seines großen Vermögens nicht erreichen kann.
Wenn so unser Fleischheld alles durch und durch genossen hat und seine Natur ihm den schnöden Dienst zu versagen anfängt, da greift er zu künstlichen Mitteln, um dadurch seine abgestumpfte Natur wieder neu zu beleben. Fruchten diese nicht mehr, dann verschafft er sich den schandvollen Beischlaf von gesunden Knaben und Jünglingen. Dadurch wird seiner Natur ebenfalls wieder etwas aufgeholfen. Seine Natur kehrt sich dabei ganz um, er bekommt förmlich einen Ekel vor dem Fleisch der Weiber und sucht sich nur mit dem stärkenden Fleisch der männlichen Jugend zu befriedigen, bis ihm auch das Ekel bereitet. Seine Unfähigkeit macht ihn dann zornig über die vermeintliche unzulängliche Einrichtung der Natur. Sein Glaube an Gott war schon lange ein Opfer; denn das hat die Fleischsünde in sich, dass sie zuerst alles Geistige tötet. Durch diese Sünde ist der Mensch ein gröbster materieller Egoist, liebt niemanden außer sich und will, dass alles seiner Begierde Zusagende ihm allein dienen soll. Er ist in sich selbst über alle Maßen verliebt, daher hasst er alles, was nicht seiner Begierde huldigt. Aus dem Grund wird er dann, wie gesagt, ein purer egoistischer Stockmaterialist und von einer Göttlichkeit und von irgendetwas Geistigem ist keine Spur mehr in ihm anzutreffen. Aus diesem Grunds ist er dann auch ein reiner Atheist und die Natur, die äußere, sichtbare, grobe, ist sein Gott. Diesem Gott bringt er so lange seine Opfer, als er in der brauchbaren Kraft seiner eigenen Natur die Erfahrung macht, dass ihm dieser Naturgott durch solche Einrichtung reizende und angenehme Genüsse verschafft. Wehe aber diesem Naturgott, wenn er unserem Helden einmal den Dienst versagt! Zorn, Rache, Grimm und Wut sind dann die Beigaben oder Wappenschilde, welche er führt. Ihr könnt es glauben, der heimliche Zorn eines rechten Buhlknechtes, wenn er sich ausgebuhlt hat, übersteigt alle menschlichen Begriffe. Ein Mordbrenner, ein Totschläger, ein Straßenräuber dürften noch mehr menschliches Gefühl in sich haben als ein fleischgieriger Buhler, dem sein Fleisch den Dienst versagt.
Gibt es dergleichen Freudenmänner wenig auf der Erde? O nein, ich kann euch des versichern, dass auf einen Geldgeizigen gar viele solche Fleischhelden kommen. Wer Vater ist und eine Tochter mit einem entsprechenden Äußern hat, darf rechnen, dass mit ihr, besonders in einer Stadt, oftmals begierliche Unzucht getrieben wird. Zwar wird man hier sagen: Das tut ja nichts, Gedanken und unausführbare Begierden sind zollfrei. Ich aber setze hinzu und sage: Allerdings, für den Blinden im Geist, der über die Materie hinaus auch nicht um ein Haar breit zu schauen vermag. Was würde aber ein Vater sagen, so ihm das geistige Auge geöffnet würde und er dann alle diese Wollüstlinge vor sich erblickte, die seine Tochter auf jede erdenkliche Art vor seinen Augen schänden? Das Fleisch der Tochter kann zwar behütet werden. Wer behütet aber ihren Geist und dessen ausstrahlende Sphäre, mit welcher sich diese Fleischbolde in Verbindung setzen und sie in ihre schändliche Sucht verkehren? Meinet ihr, das sei von keinem nachteiligen Einfluss für eure Tochter? Da irrt ihr euch gewaltig! Führt ihr eure Tochter öfter auf solche Plätze, wo sie von vielen sinnlichen Augen betrachtet wird, so wird sie in kurzer Zeit sinnlich fleischlich gestimmt werden und heimlich anfangen, eure elterlichen sittlichen Ermahnungen zu bespötteln und zu belachen. Ihr Sinn wird mehr und mehr dahin gerichtet werden, wo sie solche sinnlichen Männer wittert.“ [GS.02_113,01-10]

3.8. Kleidung und Nacktkörperkultur

„Die Weiber sollen sich in zierlichem Kleide mit Scham und Zucht schmücken, nicht mit Zöpfen [aufwendigen Frisuren] oder Gold oder Perlen oder köstlichem Gewand“ (1.Tim 2,9; 1.Pt 3,3).

„Fragt euch selbst, ob es wohl steht, dass ein Weib unbedeckt vor Gott bete“ (1.Kor 11,13).

„Du sollst auch nicht auf Stufen […] steigen, dass nicht deine Blöße aufgedeckt werde“ (2.Mo 20,26).

„Du sollst nicht aufdecken die Blöße…“ (3.Mo 18,6-19)

„Seht, ihr alle seid gleich, gleich ihr Männlichen und gleich ihr Weiblichen! Jedoch sollet ihr Weiblichen wohl bedecken eure Schamteile wie auch euren ganzen Leib, und vorzüglich aber euer Haupt, damit durch euer geiles Wesen nicht der Mann zur Unzucht gereizt werde“ (HGt.01_036,37-39).

„Ferner treiben alle jene die barste Hurerei, die ihren Leib in moderne weiche Kleider hüllen. Denn so da jemand sagt: Man lebt in der Welt und muss also auch der Welt wegen nach der Mode sich tragen, ansonst man für einen Tropf gehalten würde, der nicht Sitte und Anstand beachtet. - O du Tor! Wer ist denn mehr, Ich oder die Welt? - So Ich dir aber sage, dass, so du der Welt huldigst, Ich dich verstoßen werde auf ewig, wird dir dann auch noch deine dumme Welt mehr sein als Ich, der dir das Leben gab und dir dasselbe wieder nehmen kann, wann Er will, auf ewig? - Den Anstand der Welt magst du wohl berücksichtigen; aber der Anstand, den Ich, dein Gott und Herr, von dir zu fordern wohl das erste Recht habe, ist dir wie nichts, und du meinst, Ich werde dir das schon durch die Finger sehen. – Oh, solche Meine Nachsicht wird dir bald ganz entsetzlich teuer zu stehen kommen. Der ewige Abgrund wird es dir zeigen, wie viel Nachsicht Ich mit solchen Welteseln hatte! Da spricht ein Weltesel zum andern und eine Weltsau zur andern: Aber höre, wo hast du denn deinen Frack und dein Beinkleid machen lassen? Ah, dieser herrliche Schnitt, wie angegossen! Vortrefflich, ausgezeichnet! Du bist aber auch gewachsen wie ein Adonis, dir steht alles überaus gut, und alles nach der letzten, somit neuesten Mode! Nein, das muss ich dir gleich nachmachen, denn nur mit solch gewählter Eleganz kann man bei dem schönen Geschlecht als Sieger erscheinen!
Noch mehr Modephilosophie besitzt das weibliche Geschlecht, denn dieses kann Stunden, Tage und Wochen mit nichts als Moden, Kleiderstoffe, Bänder- und Spitzengeplauder zubringen, ohne nur einmal dabei zu bedenken, ob solch ein tollstes hurerisches Geplauder Mir etwa doch missfallen könnte! - Ich aber sage: O nur zu und fortgefahren in solch dümmster Mode- und Kleider-Hurerei, in diesem gewebten Götzenopfer für euer stinkendes Fleisch, fürs Totenhaus eurer Seele und eures Geistes. Gerade so recht gezierten Fleisches werdet ihr dem Satan am besten gefallen; denn das ist seine Hauptsache, dass die Gräber übertüncht und die Schmeißhaufen vergoldet werden. Aber bei Mir, der Ich nur an der Zierde des Geistes Mein Wohlgefallen habe, werden solche erpichte Mode- und Kleiderhurer nie einen Einlass finden, denn Ich habe vor nichts einen größeren Ekel, als vor den sogenannten Modehelden und vor den Modeheldinnen!
Wahrlich, so ihr Menschen nach dem Pariser Tone nackt einherginget und trüget offen eure Scham, da könntet ihr noch gar wohl selig werden. Da ihr aber euer Totenhaus so sehr ausschmücket, werdet ihr im selben zugrunde gehen ewiglich! - Denn das alles ist die barste Hurerei, der barste Ehebruch, die schnödeste Geilerei und Unzucht am eigenen Wesen. Es ist ein geistiger Selbstmord, für dessen Heilung selbst in den Gärten des Himmels kein Kräutlein wächst! Denn wer da ob seines starken Triebes eine Dirne beschläft, der kommt nach dem Akt gewöhnlich wieder zu sich und fühlt nicht selten Reue über seine sündige Tat; dem ist daher auch zu verzeihen, da er einsieht, dass er gefehlt hatte.
Aber so ein Modeaas, so ein Zierluder kommt nie zur Besinnung, nie zur Reue, und hält das schändliche, hoffärtige, selbstsüchtige, überhurerische Aufputzen seines Totenhauses noch obendrauf nicht nur für keine Sünde, sondern für ehrbar und geziemend und schämt sich aber dabei nicht selten des dürftigen Bruders, der armen Schwester, ja - hört es! - es schämt sich nicht selten seiner armen Eltern, es schämt sich Meiner! Es schämt sich, bloß weil es einen nach der neuesten Mode gezierten Mottensack herumträgt, zu Mir zu beten, es schämt sich, Meinen Namen öffentlich zu bekennen!!!
Ich frage hier, ob es noch eine größere Art von Hurerei gibt, als da ist die Mode- und Kleider-Hurerei? Ich aber sage dazu: Jeder Sünder wird bei Mir eher Eingang finden, als solch ein dümmster Zierlümmel und eine modistische Ziersau. Für diese, wie sie sind in ihrer echten Pariser Art, soll der Himmel wohl ewig nie geöffnet werden. Wer Mich lästert, vor den kann Ich hintreten und ihm zeigen, wie er Mich ohne Grund gelästert hat, und er wird sein Irren einsehen und wird weinen, darum er Mir Unrecht tat, und Ich werde ihm vergeben, und er wird Mir ein Paulus werden!
Was ist aber mit dem zu machen, der sich Meiner offenbar schämt? Wahrlich, für den weiß Ich kein Mittel! Denn dessen sich jemand schämt, dem weicht er ewig sorgfältiger aus als der Pest; und das ist eben die Hauptnatur des Satans, das hochgepriesene Schamgefühl nämlich!! Eltern, präget euren Kindern nur recht viel Scham- und Ehrgefühl der Welt ein, dann werdet ihr sie schon auf den besten Weg zur Hölle setzen, von dem sie dann später nicht leicht mehr um ein Haarbreit abweichen werden! Lehret die Mädchen ja recht streng und ernstlich, ihre Füße aus purer Scham zu verbergen, aber dafür den A... recht auszuschoppen, Brust und Arme aber dennoch nach der Mode mehr bloß zu tragen, nur zu also! So ist es gerade recht, um der Hölle vollends versichert zu sein! O ihr dümmsten Menschen, was ist denn am Leibe ehrbarer oder schändlicher? Ist denn nicht der ganze Leib Mein Werk? Wo aber steht es geschrieben, dass Ich auch Schändliches dem Leibe angefügt habe?! Ihr seid schändliche Mode- und Kleiderhurer, die ihr bloß, weil es Mode ist, einige Teile eures Leibes schändlich und andere ehrbar findet. Und würde es Mode sein, den nackten A... zur Schau zu tragen und das Gesicht zu verhüllen bis auf die Augen, so würdet ihr es tun und würdet den Steiß für den ehrbarsten Teil eures Leibes halten! - O ihr großen Narren, ihr überdummen Esel und barsten Schweine, seht ihr denn nicht ein, dass ihr eben durch die elende Mode in euren Kleidern von der Hölle aus die am allerscheußlichsten Gefoppten seid?! Daher lasset einmal ab von dieser größten aller eurer Torheiten, die allein hinreichend ist, euch den Himmel auf ewig zu vernageln!
Würden die Menschen nackt untereinander umhergehen, da würden sie viel demütiger und züchtiger sein; da sie aber ihren Leib zieren, auf dass er sich gefälliger ausnehmen möchte, so brennen sie fortwährend nach fleischlicher Lust und verdammen sich selbst stets tiefer und tiefer in den ewigen Tod hinein. Wer wird sie daraus befreien können, so sie sich des ewigen Befreiers stets mehr zu schämen anfangen, je feiner sie ihren Leib bekleiden nach der Mode? Wahrlich, eher werden Räuber und Mörder und die nackten Sodomiten Mein Angesicht schauen, als die Zierbengel und alle die Putzdocken. Das sagt der arme, nur in nötige Kleider gehüllte, aber allmächtige Herr Jesus amen, amen, amen.“ (HiG.03_47.06.12,03ff)

„Nach den Modehelden und ihren Genossinnen treiben noch die Industrieritter eben auch die barste Hurerei, Ehebruch und dergleichen. Diese sind im Grunde noch ärger als die Modehelden und Modeheldinnen, denn sie sind schon buchstäblich des Satans rechter Arm und tragen auch als solche sein Zeichen auf der Stirn und in der Hand.“ (HiG.03_47.06.13,11)

„Die schändliche Kleidertracht ist ein Zeichen, dass die Welt in die schändlichste Hurerei übergegangen ist, wodurch jeder sich selbst ein finsterer Götze geworden ist und sich selbst, nahe anbetend, dienet und möchte auch vor allem angebetet sein. - Siehe da Sodom und Gomorra! -  Darum ist herangekommen das Ende!“ (HiG.02_42.01.25,02)

3.9. Selbstbefriedigung

„Darum hat sie Gott dahingegeben in ihrer Herzen Gelüste, in Unreinigkeit, zu schänden ihre eigenen Leiber an sich selbst, sie, die Gottes Wahrheit haben verwandelt in die Lüge und haben geehrt und gedient dem Geschöpfe mehr denn dem Schöpfer, der da gelobt ist in Ewigkeit“ (Rö 1,24-25).  

„Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind: Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, […] von welchen ich euch zuvor gesagt und sage noch zuvor, dass, die solches tun, das Reich Gottes nicht erben werden. Die Frucht aber des Geistes ist Liebe, […], Keuschheit“ (Gal 5,19-22).

„Das sollt ihr wissen, dass kein Hurer oder Unreiner oder Geiziger, welcher ist ein Götzendiener, Erbe hat in dem Reich Christi und Gottes“ (Eph 5,5).

„Enthaltet euch von fleischlichen Lüsten, welche wider die Seele streiten.“ (1.Pt 2,11)  

„Als Ich solches ankündige, da verlassen sogleich eine Menge das Haus; denn es überfällt die Schuldigen eine Furcht, dass Ich sie öffentlich verraten werde, und so machen sie sich davon. Darunter aber waren auch einige Ehebrecher und Blutschänder und viele beiderlei Geschlechts, die sich selbst beflecken, und waren am Ende froh, sich weit von Meinen Augen zu befinden. Es war aber vielen nicht so sehr darum, dass sie etwa nicht möchten von solcher Leidenschaft geheilt werden, sondern es war ihnen vielmehr nur der Schande wegen! Denn sie galten sonst für ehrenhafte, angesehene Menschen, und es wäre ihnen sehr unangenehm gewesen, dass es also ihre Nachbarn erfahren hätten, dass sie ein schwaches Fleisch haben. Aber sie bedachten nicht, dass sie sich dadurch selbst verrieten, als sie auf Mein bestes Begehren sich aus dem Staube machten.“ (GEJ.01_086,04-05)
„Ferne sei eurem Leibe die stumme Befriedigung dessen, daran das Fleisch und somit auch die Sünde hängt, so werdet ihr stets wandeln wahrhaft und getreu vor Mir; wer aber da wohltut seinem Fleisch, es nährt über das gerechte Maß und es dann durch alle Wollust sucht zu ergötzen, der nährt seine eigene Sünde und räumt durch die Wollust des Fleisches dem ewigen Tode alle Gewalt über sich ein.“ (HGt.02_089,03)  

„… ist er ein Unzüchtler, da er wohlleben möchte […], und am Ende seines Fleisches Lust und Begierde sich entweder mit den schmutzigsten Huren oder wohl durch Selbstbefleckung stillt“ (HiG.03_41.05.06,01).

„Die Sexualkraft soll nur zur "Fortzeugung und Fortpflanzung" verwendet werden“. (HGt.01_007,15)  

3.10. Homosexualität

„Du sollst nicht beim Knaben liegen wie beim Weibe; denn es ist ein Greuel“ (3.Mo 18,22).

„Wenn jemand beim Knaben schläft wie bei einem Weibe, die haben einen Greuel getan und sollten beide des Todes sterben, ihr Blut sei auf ihnen“ (3. Mo 20,13).

„Darum hat sie auch Gott dahingegeben in schändliche Lüste: denn ihre Weiber haben verwandelt den natürlichen Brauch in den unnatürlichen; desgleichen auch die Männer haben verlassen den natürlichen Brauch des Weibes und sind aneinander erhitzt in ihren Lüsten und haben Mann mit Mann Schande getrieben und den Lohn ihres Irrtums (wie es denn sein sollte) an sich selbst empfangen“ (Rö 1,26-27).

„Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind: Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, Abgötterei, Zauberei, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, Zank, Zwietracht, Rotten, Hass, Mord, Saufen, Fressen und dergleichen, von welchen ich euch zuvor gesagt und sage noch zuvor, dass, die solches tun, werden das Reich Gottes nicht erben“ (Gal 5,19-21)

„als wollte ein Mann dem Mann eine lebendige Frucht zeugen also, wie er solches tun kann in dem Weibe, was zugleich auch die größte sündigste Hurerei wäre!“ (HGt.03_031,13)
Sucht jemand nur „seinen Trieb zu befriedigen und sich dadurch zu erlustigen ohne Zeugung einer Frucht, so begeht er dadurch ganz sicher eine grobe sodomitische Sünde wider die göttliche Ordnung und wider die Ordnung der Natur!“ (GEJ.03_066,03)

„Ferne sei eurem Leibe die stumme Befriedigung dessen, daran das Fleisch und somit auch die Sünde hängt, so werdet ihr stets wandeln wahrhaft und getreu vor Mir; wer aber da wohltut seinem Fleisch, es nährt über das gerechte Maß und es dann durch alle Wollust sucht zu ergötzen, der nährt seine eigene Sünde und räumt durch die Wollust des Fleisches dem ewigen Tode alle Gewalt über sich ein.“ (HGt.02_089,03)  

3.11. Pädophilie

„Wisset ihr nicht, dass die Ungerechten das Reich Gottes nicht ererben werden? Weder die Hurer noch die Abgöttischen noch die Ehebrecher noch die Weichlinge noch die Knabenschänder [Kinderschänder] […] werden das Reich Gottes ererben“ (1.Kor, 6,9).

„Ich sage dir aber: Für Kinder der Welt, wenn sie zu sehr gezogen werden von ihrem Fleische, ist die Vielweiberei besser als eine unordentliche Hurerei und Notzucht oder gar Knabenschänderei!“ (HGt.02_106,17)

„Wenn so unser Fleischheld alles durch und durch genossen hat und seine Natur ihm den schnöden Dienst zu versagen anfängt, da greift er zu künstlichen Mitteln, um dadurch seine abgestumpfte Natur wieder neu zu beleben. Fruchten diese nicht mehr, dann verschafft er sich den schandvollen Beischlaf von gesunden Knaben und Jünglingen.“ (GS.02_113,03)

3.12. Sodomie

„Du sollst auch bei keinem Tier liegen, dass du mit ihm verunreinigt werdest. Und kein Weib soll mit einem Tier zu schaffen haben; denn es ist ein Greuel" (3.Mo 18,23).

„Verflucht sei wer irgend bei einem Vieh liegt!“ (5.Mo 27,21).

„Wer bei einem Vieh liegt, der soll des Todes sterben“ (2.Mo 22,18, 3.Mo 20,15-16).

Es wurden „die Menschen ganz sinnlich und trieben allerlei unbeschreibbare Unzucht und die allergrässlichste Hurerei sogar mit den Tieren“. (GEJ.06_225,11)  

„Also wird auch bei vielen die stumme sodomitische Sünde erwachen und die Tierschändung, so dass es zehnfach ärger sein wird, als es war zu Sodom und Gomorrha“ (HiG.03_48.07.11,05)

„So aber irgendein Geiler zu anderen Befriedigungsmitteln greift außerhalb des von Mir im Schoße des Weibes gestellten Gefäßes, der wird schwerlich je zur Anschauung Meines Angesichts gelangen!“ (GEJ.04_080,17)

3.13. Wenn Sex zur Sucht wird

Menschen können süchtig nach Sex werden. Meistens sind diejenigen davon betroffen, die schon sehr früh in ihrem Leben in irgendeiner Form mit Sex in Kontakt gekommen sind, was sich zwangsläufig auf ihre Psyche und ihren Geist auswirkte. Sie beschäftigten sich immer wieder mit Dingen, die das Thema Sex zum Inhalt hatte, bis es sie nicht mehr los ließ und zu einem Teil ihres Lebens wurde. Die Gedanken kreisen immer mehr um dieses Thema, der Sex-Konsum steigert sich, wird ausgedehnter. Eintretender Gewöhnungseffekt führt zur Suche nach luststeigernden Reizen. Was einen früher anekelte, wird nun konsumiert – Hauptsache Sex. Irgendwann jedoch bleibt der Lustkick ganz weg und Befriedigung wird in pervertiertem Sex gesucht.

Wer sich aus seiner Sucht befreien will, sollte sein Leben Gott übergeben und Ihn um Hilfe und Kraft bitten, denn „wer auf sein Fleisch sät, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten; wer aber auf den Geist sät, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten“ (Gal 6,8).

„So legt nun von euch ab nach dem vorigen Wandel den alten Menschen, der durch Lüste im Irrtum sich verderbt. Erneuert euch aber im Geist eures Gemüts und ziehet den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit“ (Eph 4,22-24).

4. Folgen ordnungswidrig ausgeübter Sexualität

„Wisset ihr nicht, dass eure Leiber Christi Glieder sind? Sollte ich nun die Glieder Christi nehmen und Hurenglieder daraus machen? Das sei ferne! Oder wisset ihr nicht, dass, wer an der Hure hangt, der ist ein Leib mit ihr? Denn "es werden", spricht er, "die zwei ein Fleisch sein." Wer aber dem Herrn anhangt, der ist ein Geist mit ihm. Fliehet der Hurerei! Alle Sünden, die der Mensch tut, sind außer seinem Leibe; wer aber hurt, der sündigt an seinem eigenen Leibe. Oder wisset ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des heiligen Geistes ist, welchen ihr habt von Gott, und seid nicht euer selbst. Denn ihr seid teuer erkauft; darum so preist Gott an eurem Leibe und in eurem Geiste, welche sind Gottes“ (1. Kor 6,15-20).

„Der Stachel des [seelisch-geistigen] Todes ist die Sünde“ (1. Kor 15,56).

„Fleischlich gesinnt sein ist wie eine Feindschaft wider Gott“ (Rö 8,7). „Fleischlich gesinnt sein ist der [seelisch-geistige] Tod, und geistlich gesinnt sein ist Leben und Friede“ (Rö 8,6).

„Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind: Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, Abgötterei, Zauberei, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, Zank, Zwietracht, Rotten, Hass, Mord, Saufen, Fressen und dergleichen, von welchen ich euch zuvor gesagt und sage noch zuvor, dass, die solches tun, werden das Reich Gottes nicht erben“ (Gal 5,19-21).

„Denn das sollt ihr wissen, dass kein Hurer oder Unreiner oder Geiziger, welcher ist ein Götzendiener, Erbe hat in dem Reich Christi und Gottes“ (Eph 5,5).

„Wisset ihr nicht, dass die Ungerechten das Reich Gottes nicht ererben werden? Lasset euch nicht verführen! Weder die Hurer noch die Abgöttischen noch die Ehebrecher noch die Weichlinge noch die Knabenschänder noch die Diebe noch die Geizigen noch die Trunkenbolde noch die Lästerer noch die Räuber werden das Reich Gottes ererben“ (1. Kor 6,9).

„Das Vergraben der Seele in das Fleisch macht das Eingehen ins Reich Gottes, und somit auch die geistige Wiedergeburt, unmöglich.“ (HiG.01_40.08.24)

„Darum ist ein Hurer nicht nur ein sinnlicher Sündenbock, sondern in seiner Gereiztheit auch ein gar böser Mensch; er ist voll des wilden Feuers und blind und taub für alles Gute und Wahre des Geistes. Einen Räuber bekehrest du lange eher denn einen echten Hurer und Ehebrecher.“ (GEJ.04_230,09)

„So aber ein lediger oder ein schon verheirateter Mann mit einem üppigen Weib seines Nachbarn ohne Wissen desselben geilet, so ist dies eine schändliche Hurerei. Ein solches Weib ist dann eine eigentliche Hure, und die mit ihr geilenden Männer sind dann die eigentlichen Hurer, die als solche ins Gottesreich nie eingehen werden, weil solch eine schändliche Hurerei allen guten Sinn in ihrer Seele verzehrt und alles Geistige tötet.“ (GEJ.03_068,01)

„Sein Glaube an Gott war schon lange ein Opfer; denn das hat die Fleischsünde in sich, dass sie zuerst alles Geistige tötet. Durch diese Sünde ist der Mensch ein gröbster materieller Egoist, liebt niemanden außer sich und will, dass alles seiner Begierde Zusagende ihm allein dienen soll. Er ist in sich selbst über alle Maßen verliebt, daher hasst er alles, was nicht seiner Begierde huldigt. Aus dem Grunde wird er dann, wie gesagt, ein purer egoistischer Stockmaterialist und von einer Göttlichkeit und von irgendetwas Geistigem ist keine Spur mehr in ihm anzutreffen.“ (GS.02_113,05)

„Alle mit diesen Gebrechen Behafteten werden ins Reich Gottes nicht eingehen, – wie könnten sie das auch? Ihre Seele ist ja zu sehr in ihres Leibes sinnliche Fleischmasse vergraben und kann nichts Geistiges mehr fassen und fühlen! Darum gelangen solche Wollüstlinge schwer oder auch nahe gar nicht ins Gottesreich. Denn worin das eigentliche Gottesreich besteht, das habe Ich euch allen schon überhinreichend erklärt.“ (GEJ.08_041,03)

„Nun wollen wir dies beispielsweise beleuchten. Nehmen wir einen Hurer an. Dieser trieb, solange er lebte, ohne Schonung und ohne die geringste Rücksicht auf was immer für Personen die Unzucht. Äußerlich konnte niemand die Folgen des Lasters an ihm erschauen, denn der Leib ist nicht immer ein Folgenspiegel des Lasters. Dieser Mensch aber hatte durch seine lasterhafte Handlungsweise seinen Geist ganz in die grobe fleischlichmaterielle Liebe herabgezogen, hat seine Lebenskräfte vergeudet, materiell und geistig genommen. Was bleibt ihm am Ende übrig? Nichts als ein Polypenleben seiner Seele. Diese langt jenseits mit nichts als mit ihrer sinnlich-fleischlichen Genussbegierde an. Ihr Bestreben ist das eines Polypen, nämlich in ihrer Art unausgesetzt fortzugenießen. Von einer geistig dirigierenden Reaktion ist da keine Rede mehr, indem der Geist schon bei Leibesleben bis auf den letzten Tropfen mit der sinnlichen Seele verschmolzen worden ist.“ (GS.02_106,10)

„Nichts schadet dem rechten und lebendigen Glaubenslicht so sehr als eben die Unzucht, allerlei Geilheit und die förmliche fleischliche Hurerei. Diese Sünde erstickt die Seele förmlich im Schlamm des Fleisches und tötet sogar das Fleisch selbst. Wenn aber also, woher soll dann solch eine Seele das lichte Lebensbewusstsein nehmen?! Du bist nun zwar ein Mensch, der Mir sehr angenehm ist, und Ich werde dir mit der rechten Zeit schon wieder das Lebensbewusstsein in deine Seele legen; aber in deinen jungen Jahren hast auch du den Fleischeslüsten sehr gehuldigt, und sieh, eben darin liegt denn auch bei dir hauptsächlich der Grund, warum du trotz all deines noch so fragenden Forschens bis jetzt noch immer zu keinem vollwahren und untrüglichen Licht gekommen bist! Bei deinem gegenwärtigen keuscheren Leben wirst du auch bald zu mehr innerem Lebenslicht gelangen und dann nicht mehr also fragen, wie du jetzt gefragt hast.“ (GEJ.06_068,08)

„Aus dem bereits Gesagten aber wirst du gar leicht ersehen, was da ist die Unzucht, und warum sie von Moses als eine schwere Sünde verboten ist; denn es ist von Gott aus dem Menschen alles nach der göttlichen Ordnung verordnet. Wer in solcher Ordnung verbleibt, der wird auch die Früchte des Segens von oben ernten; wer aber wider solche Ordnung handelt, der wird die Früchte des Fluches ernten.“ (GEJ.03_066,07)

„Ferner muss man sich auch der Sittenreinheit zu erfreuen vollen Grund haben. Man darf kein Schwelger und hauptsächlich kein fleischlicher Unzüchtler sein. Denn Unzucht und Hurerei tötet entweder beinahe ganz den Geist, oder, wenn sie schon den Geist nicht zu töten vermag, so verhindert sie doch für alle Zeiten die freie Entwicklung seines Lichtes. Woher es denn auch kommt, dass solche Unzüchtler, besonders in vorgerückten Jahren ganz stumpfsinnig werden und ihrem matten Leben nur dann noch ein heiteres Augenblickchen abgewinnen, so sie ein wenig geschwelgt und irgendeine Maid angegafft und betastet haben.“ (RB.01_035,10)

Wer Unkeuschheit und Unzucht betreibt, entfernt sich von Gott. Diese Entfernung kann so groß werden, dass der Mensch dadurch den geistigen Tod erleidet:

„Fleischlich gesinnt sein ist der Tod, und geistlich gesinnt sein ist Leben und Friede. Denn fleischlich gesinnt sein ist wie eine Feindschaft wider Gott, sintemal das Fleisch dem Gesetz Gottes nicht untertan ist; denn es vermag's auch nicht. Die aber fleischlich sind, können Gott nicht gefallen“ (Rö 8,6-7).

„Ihr aber, meine Lieben, erinnert euch der Worte, die zuvor gesagt sind von den Aposteln unsers Herrn Jesu Christi, da sie euch sagten, dass zu der letzten Zeit werden Spötter sein, die nach ihren eigenen Lüsten des gottlosen Wesens wandeln. Diese sind es, die da Trennungen machen, Fleischliche, die da keinen Geist haben“ (Jud 17-19; 2.Pt 3,3).

„Die Missetat des Gottlosen wird ihn fangen, und er wird mit dem Strick seiner Sünde gehalten werden.  Er wird sterben, darum dass er sich nicht will ziehen lassen; und um seiner großen Torheit willen wird's ihm nicht wohl gehen“ (Spr 5,21).

„Der Herr weiß die Gottseligen aus der Versuchung zu erlösen, die Ungerechten aber zu behalten zum Tage des Gerichts, sie zu peinigen, allermeist aber die, so da wandeln nach dem Fleisch in der unreinen Lust“ (2.Pt 2,9-10).

„Des Menschen Sohn wird seine Engel senden; und sie werden sammeln aus seinem Reich alle Ärgernisse und die da Unrecht tun, und werden sie in den Feuerofen werfen; da wird sein Heulen und Zähneklappern“ (Mt 13,41-42).

„Offenbar sind aber die Werke des Fleisches, als da sind: Ehebruch, Hurerei, Unreinigkeit, Unzucht, Abgötterei, Zauberei, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, Zank, Zwietracht, Rotten, Hass, Mord, Saufen, Fressen und dergleichen, von welchen ich euch zuvor gesagt und sage noch zuvor, dass, die solches tun, werden das Reich Gottes nicht erben.“ (Gal 5,19-21)

„Denn das sollt ihr wissen, dass kein Hurer oder Unreiner oder Geiziger, welcher ist ein Götzendiener, Erbe hat in dem Reich Christi und Gottes.“ (Eph 5,5)

„Wisset ihr nicht, dass die Ungerechten das Reich Gottes nicht ererben werden? Lasset euch nicht verführen! Weder die Hurer noch die Abgöttischen noch die Ehebrecher noch die Weichlinge noch die Knabenschänder noch die Diebe noch die Geizigen noch die Trunkenbolde noch die Lästerer noch die Räuber werden das Reich Gottes ererben.“ (1. Kor 6,9)

„Die Unzucht und Hurerei tötet entweder beinahe ganz den Geist, oder, so sie schon den Geist auch nicht zu töten vermag, so verhindert sie doch für alle Zeiten die freie Entwicklung seines Lichtes.“ (RB.01_035,10)

„Der Mann wie das Weib vergeuden die besten Kräfte durch das oft tägliche Verpuffen der alleredelsten und seelenverwandtesten Lebenssäfte und haben demnach nimmer einen Vorrat, aus dem sich am Ende ein stets intensiveres Licht in der Seele ansammeln könnte!“ (GEJ.04_230,02)

Eine jede Form von Unzucht macht die Seele sinnlich, zieht sie in die Materie hinab. „Meinst du aber etwa, dass da in diesen Gräbern lauter armes Proletariat, das gewisserart wegen seiner Armut zu sündigen genötigt ist, im Gericht gefangen rastet!? - Oh, wenn du so etwas meinst, da bist du in großer Irre! Siehe, die da unten sind lauter Großstämmler, lauter Wesen, die in den verschiedensten Dingen wohl unterrichtet waren. Aber da sie alles, was sie kannten und hatten, nur zum Vorteil ihres Hochmutes, ihrer harten Unversöhnlichkeit, ihrer fleischlichen Wollust, ihres Neides und Geizes verwendet und somit ihre Seele zu sehr vermaterialisiert haben - so stecken sie nun auch in den Gräbern desselben Gerichtes, das sie sich selbst bereitet haben!“ (RB.02_153,07).

„Wer immer nach Meiner Lehre eine baldige und volle Wiedergeburt im Geist seiner Seele wünscht, der führe ein möglichst keusches Leben und lasse sich nicht berücken und betören vom Fleisch der Jungfrauen und Weiber; denn dieses zieht den Lebenssinn der Seele nach außen und verhindert dadurch gewaltigst die Wachwerdung des Geistes in der Seele, ohne die aber keine volle Wiedergeburt der Seele in ihrem Geiste denkbar möglich ist!“  (GEJ.08_041,07)

„Das sollst du aber wissen, dass in den letzten Tagen werden gräuliche Zeiten kommen. Denn es werden Menschen sein, die viel von sich halten, geizig, ruhmredig, hoffärtig, Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, ungeistlich, lieblos, unversöhnlich, Verleumder, unkeusch, wild, ungütig, Verräter, Frevler, aufgeblasen, die mehr lieben Wollust denn Gott, die da haben den Schein eines gottseligen Wesens, aber seine Kraft verleugnen sie; und solche meide. Aus denselben sind, die hin und her in die Häuser schleichen und führen die Weiblein gefangen, die mit Sünden beladen sind und von mancherlei Lüsten umgetrieben, lernen immerdar, und können nimmer zur Erkenntnis kommen. Gleicherweise aber, wie Jannes und Jambres dem Mose widerstanden, also widerstehen auch diese der Wahrheit; es sind Menschen von zerrütteten Sinnen, untüchtig zum Glauben. Aber sie werden es in die Länge nicht treiben; denn ihre Torheit wird offenbar werden jedermann, gleichwie auch jener Torheit offenbar ward.“ (2. Tim 3,1-9)

4.1. Schwere und unheilbare Krankheiten, Seuchen

„Darin liegt eigentlich das Hauptübel für alle Menschen mehr oder weniger begraben. Aus dieser Lust entspringen nahe alle leiblichen Krankheiten und gar alle Übel der Seele schon ganz sicher und vollends gewiss.“ (GEJ.04_080,02)

„Wenn dann von solch einem Menschen Kinder gezeugt werden, – welch elende und mit wie vielen Krankheiten behaftete Menschen kommen dadurch in diese Welt! – Also, diese Sünde ist eine Hauptquelle, durch die alle die ärgsten Krankheiten in diese Welt kommen.“ (GEJ.06_056,02)

„Eben darum aber warne Ich euch denn auch vor aller Leidenschaftlichkeit, denn sie ist in sich eine Folge der Wachrufung der verschiedenartigen Fleisch- und Blutgeister. Sind diese einmal zu wach, so gesellen sich dann auch bald die sich sehr häufig noch in dieser unteren Erdregion aufhaltenden noch unreinen Seelen verstorbener Menschen zu ihnen; und geschieht das, dann ist ein solcher Mensch im vollsten Ernste besessen. – Verstehet ihr das?“ (GEJ.06_187,08)

„Schon die Voreltern Lots waren gewarnt worden, sich in dieser Gegend anzusiedeln und gar Städte zu erbauen. Da sie trotz der Warnung das doch taten, so ward ihnen aber anbefohlen, ein möglich keusches und reines Leben zu führen; denn nur ein keuscher und dadurch auch lebenskräftiger Mensch mit einer starken, von Gottes Geiste erfüllten Seele kann allen argen und rohen Naturgeistern widerstehen, und sie können seinem Leib nicht schaden. Aber jene vorbenannten Menschen befolgten auch diesen Rat nicht und gingen nur zu bald in allerlei Geilerei über, wurden Götzendiener und führten ein höchst ausschweifendes und unnatürliches Prasserleben.“ (GEJ.08_189,17)

„Sehet an die Blinden alle, die Tauben, die Krüppel, die Aussätzigen, die Gichtbrüchigen; sehet weiter an alle die verschiedenartig bresthaften und mit allerlei Leibesübeln behafteten Kinder und erwachsenen Menschen! Alles Folgen einer zu frühen Fleischbrüchigkeit!“ (GEJ.04_080,09)

„Nehmen wir an eine zarte, frühreife Maid, bloß nur physisch. Sie zählt noch kaum etwa zwölf Jahre, ist aber schon in allen ihren Leibesteilen derart ausgebildet, dass sie das Aussehen eines mannbaren Mädchens hat. Solch eine Maid reizt dann jeden Mann, der nur ein wenig sinnlicher Natur ist, mächtiger denn hundert auch noch so schöne, aber an Jahren reife Dirnen. Eine solche frühreife Maid ist dann ihrem Leib nach hundert Gefahren ausgesetzt, und es gehört von Seiten ihrer Eltern die größte Sorgsamkeit dazu, solch eine zu früh reif gewordene Tochter vor allen den ihren großen Reizen nachstellenden Feinden zu bewahren. Wird sie zu früh einem lüsternen Manne gegeben, so wird sie leicht verdorben in ihrer Fruchtbarkeit.“ (GEJ.02_217,02)  

„Wenn der Mann ein geiler ist und seinen Samen auf den Gassen und Straßen verstreut, sage Mir, wird so ein grundgeschwächter Mann wohl je mit seinem aus- und durchgewässerten Zeugungsvermögen selbst mit einem wohl fruchtbaren Weib mehr eine Frucht von gerechtem Maß zu zeugen imstande sein? Siehe, das wird er nicht! Denn aus den Trebern presst man keinen geistigen Saft mehr“ (HGt.03_064,13-14)

4.2. Verhinderung geistigen Fortschritts.

„Denn die da fleischlich sind, die sind fleischlich gesinnt; die aber geistlich sind, die sind geistlich gesinnt. Aber fleischlich gesinnt sein ist der Tod, und geistlich gesinnt sein ist Leben und Friede. Denn fleischlich gesinnt sein ist wie eine Feindschaft wider Gott, sintemal das Fleisch dem Gesetz Gottes nicht untertan ist; denn es vermag's auch nicht. Die aber fleischlich sind, können Gott nicht gefallen. Ihr aber seid nicht fleischlich, sondern geistlich, so anders Gottes Geist in euch wohnt. Wer aber Christi Geist nicht hat, der ist nicht sein.“ (Rö 8,5-9)

„Wer auf sein Fleisch sät, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten; wer aber auf den Geist sät, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten“. (Gal 6,8)

„Wisset ihr nicht, dass der Welt Freundschaft Gottes Feindschaft ist? Wer der Welt Freund sein will, der wird Gottes Feind sein.“ (Jak 4,4)

„Wer wohltut seinem Fleisch, es nährt über das gerechte Maß und es dann durch alle Wollust sucht zu ergötzen, der nährt seine eigene Sünde und räumt durch die Wollust des Fleisches dem ewigen Tode alle Gewalt über sich ein.“ (HGt.02_089,03)

„Warum sind sie [...] nicht in dem Glauben und in der besten und lebensvollsten Ordnung, Gott über alles als den besten Vater zu lieben, geblieben?  Seht, das machte die bei gar vielen Menschen stets mehr und mehr überhandnehmende Eigen- und Weltliebe, von der sie sich am Ende durch alle Ermahnungen und auch häufig vorkommende scharfe Züchtigungen nimmer völlig haben abwendig machen lassen. Sie versanken aber dadurch denn auch in das alte Gericht der Materie der Welt und ihres geilen Fleisches, verloren das alte, innere Lebenslicht ihrer Seelen so sehr, dass sie nun ihre Seelen nicht mehr von ihrem Fleische unterscheiden können, nicht mehr wissen, was eine Seele ist, und so auch darin ganz im unklaren sind, dass sie eine Seele haben, die ewig leben soll. Wer sich aber selbst in seinem edelsten Lebensteile so sehr verloren hat, dass er, als noch lebend und daseiend, nicht mehr wahrzunehmen imstande ist, dass er da ist, wie sollte der das Wesen Gottes erkennen und lebendig an dasselbe glauben, so er selbst in seinem lebendig sein sollenden Teile durch die übermäßigste Liebe zur Welt nahezu völlig tot geworden ist?“ (GEJ.09_157,04-07)

„Nun, wo unter den Menschen die Geilheit und Hurerei als eine wahre Seelenpest eingerissen ist, da hat das Predigen des Evangeliums sein Ende erreicht! Denn wie sollte man, und wie könnte man vor tauben Ohren reden und vor blinden Augen Zeichen wirken? Wo aber die Wahrheit nicht gepredigt wird und nicht mehr gepredigt werden kann, die allein die Seele stärken und frei machen kann und sie erleuchten durch und durch, weil die Seele nur durch die Wahrheit tätig, voll Liebe und sonach auch voll Lichtes wird, wie sollte da von irgendwo anders her ein Licht in die Seele kommen, und aus was anderem, als aus eben dem Wahrheitslichte der Seele, sollte sich dann die Außenlebenssphäre bilden?!“ (GEJ.04_231,01)

„Nichts schadet dem rechten und lebendigen Glaubenslicht so sehr als eben die Unzucht, allerlei Geilheit und die förmliche fleischliche Hurerei [...] Diese Sünde erstickt die Seele förmlich im Schlamm des Fleisches und tötet sogar das Fleisch selbst. Wenn aber so, woher soll dann solch eine Seele das lichte Lebensbewusstsein nehmen?!“ (GEJ.06_068,08)

„[Unzüchtige und Hurer] können schwer oder oft gar nimmer etwas Geistiges begreifen; denn ihre Phantasie schweift immer im Reize des stinkenden Fleisches umher und mag sich nimmer zu etwas Höherem und Geistigem empor zu erheben. Und gibt es darunter schon auch dann und wann etwelche Menschen, die wenigstens in fleisch-gierlichkeitslosen Momenten irgendeinen flüchtigen Blick nach oben senden, da kommen doch gleich, wie schwarze Wolken am Himmel, fleischsinnliche Gedanken und verdecken das Höhere derart, dass die Seele dessen rein vergisst und sich gleich wieder in den stinkenden Pfuhl der Fleischeslust stürzt!“ (GEJ.04_230,03)   

„Ein solches Herz [eines Unzüchtlers und Hurers] flieht dann das Gotteswort, das ihn abmahnt von seiner bösen Begierde, und wird am Ende sogar ein Feind derer, die das Wort Gottes im Herzen bewahren und danach leben.“ (GEJ.01_086,03)

„Der Mensch hat sich durch seine fleischlichen Gelüste von sich selbst entfernt. Die Selbstliebe und die Hurerei haben die Menschen in eine große und starke Lebensnacht [geistige Unwissenheit] gestürzt, aus der sie nur Gott Selbst wieder herausziehen kann.“ (GEJ.06_134,04)  

Jesus: „Wer da fällt, der steht schwer auf, und bei jedem Fall wird der Geist mit einem neuen Totengefängnis umgeben. Wenn er dann erstehen möchte aus der Gefangenschaft des Fleisches, welches ist die alte Sünde und der alte Tod des Geistes, wie wird es ihm dann ergehen, wenn er statt einer Rinde mehrere hunderte wird zu durchbrechen haben, da immer eine um die andere hartnäckiger wird?! Daher sorgt euch nur um das, was des Geistes ist; das Fleisch aber übergebt Mir und tut im selben Meinen Willen, auf dass es kraftlos werde, so werdet ihr im Geist allzeit in dem Grad wachsen und zunehmen, in welchem euer Tod abnimmt, welcher da ist die Sünde oder das Fleisch. "Daher sage Ich es euch noch einmal: Nährt, stärkt und ergötzt euer Fleisch nicht; denn dadurch nährt, stärkt und ergötzt ihr euren eigenen Tod, welcher nun den Geist umgibt als letzter Kerker vor seiner Wiederbefreiung oder Wiedererstehung zum vollsten ewigen Leben aus Mir und in Mir!“ (HGt.02_089,05-08).

„Denn wahrlich sage Ich es euch: Ein reiner und geistesstarker Mensch ist ein Herr der Naturgeister, also ein Herr auch über die Elemente und auch über alle Tiere und über die Pflanzen und Mineralien, welcher Art und Gattung sie auch sein mögen. Denn so seine Seele mit dem Geist Gottes erfüllt ist, in dem alle Macht und Kraft aus Gott wohnt, so kann er auch aller Natur gebieten, und sogar die Berge müssen sich beugen vor der Macht seines Willens und seines ungezweifelten Glaubens und Vertrauens auf den einen, wahren, allmächtigen Gott.“ (GEJ.08_189,20)

„Prüfet euch sorgfältig, ob nicht noch irgend starke weltliche Vorteilsgedanken euer Herz beschleichen, ob nicht zeitweiliger Hochmut, eine gewisse, zu überspannte Sparsamkeit - eine jüngste Schwester des Geizes-, die Ehrsucht, richterlicher Sinn, Rechthabelust, fleischlicher Wollustsinn und dergleichen mehreres euer Herz und somit auch eure Seele gefangenhalten! Solange das bei dem einen oder dem andern der Fall ist, wird er zu der Verheißung, das heißt zu ihrer vollen Erfüllung an ihm, nicht gelangen.“ (GEJ.05_125,02)

4.3. Ein Bild aus dem höllischen Jenseits

„Ein Mann aber, der mit gar keinem ordentlichen Weib, sondern nur mit Beischläferinnen sein geiles Leben fortführt, ist ebenfalls so schlecht, und oft schlechter noch, als so mancher schwache Ehebrecher, denn er schadet nicht nur seiner Seele, sondern auch den Seelen seiner wollüstigen Beischläferinnen. Solche Menschen bereiten sich schon in dieser Welt ein böses und bitteres Los und ein noch schlechteres und bittereres im Jenseits, denn sie haben durch ihren Wandel beinahe allen Seelenätherlebensstoff vergeudet!“ [GEJ.08_041,06]

Bild aus dem höllischen Jenseits – die Gestaltung des Lasters der Fleischesliebe:
„Die Menschen, die wir hier erblicken, sehen ja so lumpig aus, dass man sich auf der Erde nicht leicht etwas Lumpigeres vorzustellen imstande ist. – Da kommt eben ein Paar auf uns zu; der Mann ist halb nackt. Die nackten Teile seines Leibes sind abgemagert und schmutzig, und über der Brust scheint er eine Brandwunde zu haben. Die Haare sind über die Hälfte wie vom Feuer versengt; auch das halbe Gesicht scheint verbrannt zu sein. – Sein Begleiter scheint ein Weib zu sein. Herr! welch eine klägliche weibliche Gestalt! Sie sieht ja doch aus, als wenn sie im Ernst schon drei Jahre lang eingegraben gewesen wäre. Nur über die Schultern hängen noch einige schmutzige Lumpen herab und haben das Ansehen, als wenn sie soeben aus einer Kloake gezogen worden wären. Ihre nackten Füße scheinen fleischlose Knochen zu sein; und ihre Arme! Der eine ist ein halbverbrannter Skelettarm und der andere ist voll Eiter und Geschwüre; und ihr Kopf, welch eine Physiognomie! […]
Ihr seht auf dem Boden dieses Zimmers halbverweste menschliche Wesen durcheinander kauern und in ihrem stinkenden, von den Knochen halb abgelösten und abgefaulten Fleisch herumwühlen. Das ist freilich wohl kein löblicher Anblick. Aber es ist einmal nicht anders, denn so artet hier die Liebe des Fleisches. Ihr fraget, ob diese Wesen denn gänzlich verloren sind? Ihr wisset ja, wie groß die Liebe und Erbarmung des Herrn ist! Seht, von allen diesen muss ihr Fleisch oder vielmehr ihre fleischliche Lust gänzlich auf die ekelhafteste Weise aufgezehrt sein, bevor sie in einen solchen Zustand kommen können, in welchem für sie eine Hilfe möglich ist. […] die Fleischeslust ist ihr Element; und so nagen sie so lange an ihrem Fleisch herum, bis es gänzlich verzehrt wird. Ihr fragt: Haben diese Menschen wohl auch etwas zu essen, und vermögen sie noch irgendeine Speise zu sich zu nehmen? Da kommt nur her zum zweiten Haus und schaut beim Fenster hinein, und ihr sollt sogleich einer Mahlzeit ansichtig werden. […] dass die Einwohner dieses Hauses gegenseitig ihre abgefaulten Fleischteile, welche voll Maden und Würmer waren, aufzehrten. So muss sich das Fleisch verzehren, wenn je noch das Fünklein besseren Geistes in ihnen frei werden soll.[…] wenn man im wahren Licht erschaut, wie die Bewohner dieses Hauses aus der stinkenden Bodenkloake abgelöste und halbverweste Fleischfetzen herausziehen, dieselben um die kahlen Knochen wickeln, und wenn sie irgendein Knochengestell mit solchen vereiterten Fleischfetzen umwickelt haben, alsbald wieder der sinnlichen Begattung gedenken, und alle ihre Kräfte anstrengen, um sich noch einen wollüstig fleischlichen Genuss zu verschaffen.“ [GS.01_017,10-17]


5. Bestrafung von Triebtätern

„Wer aber eine Maid oder ein Mägdlein oder ein Weib mit Gewalt an sich reißt, der soll schon hier gerichtet werden! Die Gewalt mag bestehen in was sie wolle, ob in der Hände Kraft oder in der Lockung durch sehr kostbare Geschenke, so macht das im Verbrechen keinen Unterschied. Auch die Macht der Rede oder die Anwendung magisch betäubender Mittel, durch die der weibliche Teil sich scheinbar freiwillig dem geilen Willen des Mannes zu Diensten stellte, mildert diese Sünde nicht um ein Haar, auch dann nicht, wenn in der Geilerei wirklich eine Frucht wäre gezeugt worden; denn solche Zeugung ist wider den Willen beider Teile zustande gebracht worden und trägt daher zur Milderung des Verbrechens gar nichts bei.  
Die allerschändlichste Geilerei aber besteht in der Schändung der Knaben und in der Befleckung anderer Glieder und Teile des weiblichen Leibes, als welche von Gott dazu verordnet sind, oder gar in der Schändung der Tiere; solche Schänder sind aus aller menschlichen Gesellschaft für immer vollends auszumerzen.
Es ist aber bei dem Gericht über dergleichen Verbrechen dennoch allzeit darauf zu sehen, auf welcher Bildungsstufe irgendein solcher Geiler oder eine solche Geilerin stand; ebenso ist auch darauf zu sehen, ob etwa der also geilende Mensch nicht etwa von irgendeinem solchen argen Geist also besessen ist, der ihn zu solcher Geilerei antreibt. Im ersten Falle soll die Gemeinde dafür sorgen, dass so ein schwach vernünftiger Mensch in eine gute Korrektion gebracht werde, in der er auch ganz wie ein verdorbenes Kind diszipliniert werden soll so lange, als bis er ein anderer Mensch geworden ist; denn hat einmal ein Mensch seines Fleisches Tiernatur besiegt, und ist sein Verstand geklärt worden, so wird er auch ein reineres Leben zu führen anfangen und wird nicht leichtlich mehr in seine alte Tiernatur zurücksinken. Im zweiten Fall als in dem der Besessenheit ist ein solcher Geiler ebenfalls unter Schloß und Riegel zu bringen; denn solche Menschen sind wegen des großen Ärgernisses aus der freien Menschengesellschaft sogleich zu entfernen. Sind sie einmal in gutem Gewahrsam, so sollen sie durch Fasten und durch über sie in Meinem Namen gehaltene Gebete geheilt werden. Sind sie aber einmal geheilt, und zeigt es sich, dass sie ihrer unreinen Besessenheit ledig geworden sind, so sind sie dann auch wieder vollends freizugeben.“ (GEJ.03_068,08-11)

„Überhaupt muss der Richter in solchen Fällen stets darauf in seinem Herzen bedacht sein, dass er in dem Verbrecher nur einen stark verirrten Menschen und keinen völligen Teufel vor sich hat. Ist aber ein Mensch hartnäckig in seiner Ausschweifung, ist dabei aber weder bildungslos noch besessen, so kann mit ihm schon scharf züchtigend vorgegangen werden. Bessert sich ein solcher Mensch und fängt an, mit guter Einsicht zu verabscheuen seine Sünde, dann ist er auch mit mehr Liebe zu behandeln; bessert sich aber ein solcher Mensch gar nicht und hängt sichtlich gleichweg mit Behagen an seiner Ausschweifung - die ein solch geiler Bock nie ganz verbergen kann -, so kann er, wenn er sonst irgendein Mensch von einiger Bildung ist, entweder aus der Gemeinde ganz in irgendein weites, wüstes Land hinaus gestoßen werden, allwo ihn die große Not zur Besinnung bringen wird; und wird er sich bessern, so soll es ihm auch besser ergehen - wo nicht, so wird ihn das wüste Land aufzehren. Ist aber ein Mensch von geringerer Bildung und fruchten bei ihm weder Züchtigung noch Fasten, so kann er kastriert (entmannt) werden von einem kundigen Arzt, und es kann dadurch seine Seele gerettet werden. Es gibt ja welche, die sich selbst verstümmelt haben des Reiches Gottes wegen. Also kann es - aber nur in dem erwähnten Fall - solche geben, die eben darum von dem Gemeindegericht ausgehend verstümmelt werden; denn in diesem Falle ist es besser, verstümmelt ins Gottesreich zu kommen als unverstümmelt in die Hölle! Nun wirst du wohl wissen, wie alles das, was aus des Fleisches Lust hervorgeht, richterlich zu behandeln ist! Nur solches setze Ich noch bei, dass sich in der Zukunft nur danach, wie ihr's nun von Mir vernommen habt, für alle Zeiten in ähnlichen Gerichten (Fällen) zu richten. Moses hat für dergleichen Verbrechen die Steinigung und den Feuertot verordnet; aber es soll solches nur bei außerordentlichen Gelegenheiten, des abschreckenden Beispiels wegen, an höchst verstockten Sündern geschehen. Ich hebe aber Moses nicht auf, sondern Ich rate euch nur, so lange in der Milde in allem vorzugehen, bis nicht eine zu große Verworfenheit die äußerste Strenge fordert. Seid als Richter sanft und gerecht durch die wahre Nächstenliebe, so werdet ihr dereinst auch ein zartes und sanft gerechtes Gericht finden; denn mit welchem Maß ihr einmesst, mit demselben Maß wird euch rückgemessen werden. Seid ihr barmherzig, so werdet ihr auch Barmherzigkeit finden; seid ihr aber strenge und unerbittlich in euren Gerichten und Urteilen, so werdet auch ihr dereinst strenge und unerbittliche Richter finden. Bedenkt bei solchen Gerichten, dass des Menschen Seele und Geist sehr willig und fügig sind; aber das Fleisch ist und bleibt schwach, und es gibt da keinen, der sich der Stärke seines Fleisches rühmen könnte.“ (GEJ.03_069,03-10)

„So aber irgendein Geiler zu anderen Befriedigungsmitteln greift außerhalb des von Mir im Schoße des Weibes gestellten Gefäßes, der wird schwerlich je zur Anschauung Meines Angesichtes gelangen! Moses hat zwar dafür die Steinigung angeordnet, die Ich zwar darum nicht völlig aufhebe, weil sie eine harte Strafe für dergleichen schon ganz dem Teufel verfallene Verbrechen und Verbrecher ist, sondern Ich erteile euch nur den väterlichen Rat, solche Sünder von den Gemeinden zu entfernen, sie vorerst einer großen Not an einem Orte der Verbannung preiszugeben und erst, wenn sie nahe nackt an die Grenzen des Heimatlandes kommen, sie wieder anzunehmen, sie dann in eine Seelenheilanstalt zu bringen und sie diese nicht eher verlassen zu lassen, bis solche Menschen in die vollste Besserung übergegangen sind. Wenn sie, vielfach erprobt, ihr Bessersein vollkommen an den Tag legen längere Zeit hindurch, so können sie zur Gesellschaft wieder zurückkehren; lassen sich aber nur irgend noch die allergeringsten Spuren von sinnlichen Anfechtungen erkennen, so bleiben sie lieber unter Gewahrsam ihr Leben lang, was um vieles besser und heilsamer ist, als so die unverdorbenen Menschen einer Gemeinde durch sie verpestet würden.“ (GEJ.04_080,17)


6. Reinigung und Gottes Hilfe

„Obschon Ich von aller göttlichen Liebe zu jeglichem Menschen erfüllt bin, kann und darf Ich Mich aber der gleichen göttlichen Heiligkeit wegen dem sündhaften, höchst verunreinigten Fleisch nicht persönlich nahen, seines Bestandes halber, und es tritt dann in allen solchen Fällen das bekannte 'Rühr Mich nicht an!' ein. Denn es ist ein großer Unterschied zwischen einem reinen und zwischen einem höchst unreinen Kind. Das erste kann von Mir unmittelbar, das zweite aber nur mittelbar geleitet werden auf notwendig nach Bedarf sehr dornigen Pfaden.“ (GEJ.01_241,04-05)  

Daher wird immer wieder zur Reinhaltung angehalten:

„Hurerei aber und alle Unreinigkeit lasst nicht von euch gesagt werden“ (Eph 5,3).

„Enthaltet euch von fleischlichen Lüsten, welche wider die Seele streiten“ (1.Pt 2,11).

„So lasset nun die Sünde nicht herrschen in eurem sterblichen Leibe, ihr Gehorsam zu leisten in seinen Lüsten“ (Rö 6,12).

„Ziehet an den Herrn Jesus Christus und wartet [pflegt] des Leibes, doch also, dass er nicht geil werde“ (Rö 13,14).

„So tötet nun eure Glieder, die auf Erden sind, Hurerei, Unreinigkeit, schändliche Brunst, böse Lust und den Geiz, welcher ist Abgötterei, um welcher willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Unglaubens“ (Kol 3,5-6).

„Welche aber Christo angehören, die kreuzigen ihr Fleisch samt den Lüsten und Begierden" (Gal 5,24),

„dieweil wir wissen, dass unser alter Mensch samt ihm gekreuzigt ist, auf dass der sündliche Leib aufhöre, dass wir hinfort der Sünde nicht mehr dienen“ (Rö 6,6).

„Wandelt im Geist, so werdet ihr die Lüste des Fleisches nicht vollbringen. Denn das Fleisch gelüstet wider den Geist, und der Geist wider das Fleisch; dieselben sind widereinander, dass ihr nicht tut, was ihr wollt“ (Gal 5,16-17).

„Ich betäube meinen Leib und zähme ihn, dass ich nicht den andern predige, und selbst verwerflich werde“ (1.Kor 9,27).

„Ich erwarte und hoffe sehr, dass ich nichts tun werde, dessen ich mich schämen müsste, sondern dass jetzt genauso wie bisher Christus an mir und durch mich in aller Öffentlichkeit groß gemacht wird - sei es durch mein Leben oder durch meinen Tod“   (Phil 1,20).

„Dieweil wir nun solche Verheißungen haben, meine Liebsten, so lasset uns von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes uns reinigen und fortfahren mit der Heiligung in der Furcht Gottes“ (2.Kor 7,1).

„Fern sei eurem Leib die stumme Befriedigung dessen, daran das Fleisch und somit auch die Sünde hängt, so werdet ihr stets wandeln wahrhaft und getreu vor Mir; wer aber da wohltut seinem Fleisch, es nährt über das gerechte Maß und es dann durch alle Wollust sucht zu ergötzen, der nährt seine eigene Sünde und räumt durch die Wollust des Fleisches dem ewigen Tode alle Gewalt über sich ein“ (HGt.02_089,03). „Daher bezähmet allzeit eure Begierden so es nicht Zeit ist dass ihr Mir zeugt eine lebendige Frucht; wenn es aber Zeit ist, dann ruft zu Mir, damit Ich euch halte, wenn ihr der Sünde ein Opfer bringet, und ihr darum nicht fallet, sondern bleibt in Meiner Gnade“ (HGt.02_089,04).

„Sage ihm, Ich bin ein wahrer Gott allen, die Mich lieben und Meine Gebote halten! – Wer da sich reinigt in Meiner Liebe, der wird den Tod ewig nicht sehen, auch wenn sein Leib tausendmal gestorben wäre. Denn wahrlich, sage Ich, es gibt nirgends ein Leben als in Mir. Und nun ist nahe gekommen die große Zeit der Zeiten! Wer mich aber liebt, zu dem werde Ich kommen und ihn gar wohl schmecken lassen die Stärke Meiner Liebe und die große Kraft Meiner endlosen Gnade.“ (HiG.01_40.08.24,03)

„Es soll sich aber ein jeder Mensch zuerst gläubig nach den empfangenen guten Lehren richten und dann acht haben auf sein Gemüt, aber auch auf die in seinem Fleisch oft schlummernden bösen Leidenschaften, die sich in Trägheit, Arbeitsscheu, Wollust, Eigenliebe, Starrsinn, Hochmut, Neid, Geiz und Herrschsucht nur zu klar kundgeben. Diesen letzteren [Leidenschaften] soll er durch die Macht der Liebe zu Gott und durch die Liebe zum Nächsten, durch Geduld, Demut und Sanftmut begegnen, so wird er gar nicht lange dahin haben, wo sich die guten Geister ihm fühlbarer und ersichtlicher offenbaren werden.“ (GEJ.06_225,19)

„Wer Meiner Stimme folgen wird, der wird leben; der Taube aber wird dem ewigen Tod anheimfallen! Mein Wort ist Meine Liebe, Gnade und Erbarmung, und dieser Same des Lebens soll an vielen Orten ausgestreut werden. Da wo er angreifen wird, da wird er Leben erwirken und die Besessenen frei machen zum Leben. Wo er aber zertreten wird, da wird der Tod sein großes Erntefest halten.“ (HiG.01_41.02.02,17)

„Eine jede Seele soll jede Leidenschaft zur Seite schaffen! Denn die Leidenschaften sind Stürme der Seele; sie wühlen ihr Lebenswasser auf, und Gottes Ebenmaß wird dann in der Seele also zerrissen, wie das Ebenmaß der Sonne auf den Wogen des Meeres zerrissen wird. Es blitzt wohl das Bild der Sonne aus den Wogen, aber in welcher Verzerrtheit! Und so der Sturm lange währt, so entsteigen dem bewegten Meere bald schwere Dünste und füllen die Himmelsluft der Seele mit schweren Wolken; diese hindern dann das Licht der Geistessonne, völlig an das Lebensgewässer der Seele zu gelangen, und die Seele wird finster, kann nicht mehr unterscheiden Wahres vom Falschen und hält das Blendwerk der Hölle für ein Himmelslicht. Eine solche Seele ist dann aber auch schon so viel wie verloren! Es müssten denn starke Winde kommen, das heißt starke Prüfungen von oben, dass durch sie zerrissen würde das arge Gewölk der Seele, diese sich dann sogleich begäbe in die wahre Sabbatruhe und dadurch zur Ruhe brächte ihr Lebensmeer, ansonst ist für sie keine Rettung!  (GEJ.02_148,13-14)

„Sorget euch nur um das, was des Geistes ist; das Fleisch aber übergebet Mir und tuet im selben Meinen Willen, auf dass es kraftlos werde, so werdet ihr im Geist allzeit in dem Grade wachsen und zunehmen, in welchem euer Tod abnimmt, welcher da ist die Sünde oder das Fleisch. Daher sage Ich es euch noch einmal: Nähret, stärket und ergötzet euer Fleisch nicht; denn dadurch nähret, stärkt und ergötzet ihr euren eigenen Tod, welcher nun den Geist umgibt als letzter Kerker vor seiner Wiederbefreiung oder Wiedererstehung zum vollsten ewigen Leben aus Mir und in Mir!“ (HGt.02_089,07-08)  

Jesus zu reichen Römern: „Ihr aber seid auch überaus reiche Menschen; aber auch euer großer Reichtum ist kein Hindernis zur Erreichung des rein geistigen Zustandes, wenn ihr mit demselben mit wahrer Liebe zu Gott und zum Nächsten gleich guten und weisen Vätern im Verhältnisse zu ihren Kindern wohl umgehet und bei der Unterstützung der Armen nicht karg und geizig umgehet; denn mit welchem Maß ihr eure Liebe den Armen werdet angedeihen lassen, in demselben Maß wird es euch Gott geistig allzeit und im Notfalle auch naturmäßig entgelten. So ihr aber meinet, dass Gott dem Menschen, der auf dem Wege zum Reiche Gottes und Leben des Geistes emsig und ernstlich fortwandelt, gar nicht helfe, so er dann und wann müde und schwach wird, da irret ihr euch bedeutend. Ich sage es euch: Wer einmal ernstlich diesen Weg betreten hat, dem wird auch ohne sein Wissen von Gott aus geholfen, dass er weiter und endlich sicher auch ans Ziel kommt. Gott wird die Einung der Seele mit dem Geist aus Ihm freilich wohl nicht mit Seiner Allmacht erzwingen, aber Er wird des Menschen Herz stets mehr erleuchten und es erfüllen mit wahrer Weisheit aus den Himmeln, und der Mensch wird dadurch geistig wachsen und kräftiger werden und wird alle Hindernisse, die sich ihm zu seiner größeren Probung noch irgendwo in den Weg stellen könnten, stets leichter und zuversichtlicher überwinden. Je mehr Liebe ein Mensch aber zu Gott und zum Nächsten in sich wird lebendig zu fühlen anfangen, und je barmherziger er in seinem Gemüt wird, desto größer und stärker ist auch schon der Geist Gottes in seiner Seele geworden. Denn die Liebe zu Gott und daraus zum Nächsten ist ja eben der Geist Gottes in der Seele des Menschen. Wie diese zunimmt und wächst, also auch der Geist Gottes in ihr. Ist am Ende der ganze Mensch zur reinen und allerwohltätigsten Liebe geworden, so ist auch schon die völlige Einung der Seele mit dem Geiste aus Gott erfolgt, und der Mensch hat für ewig das von Gott ihm gestellte allerhöchste Ziel des Lebens erreicht. Gott Selbst ist in Sich ja die allerhöchste und reinste Liebe, und also ist es auch der jedem Menschen zukommende Geist aus Gott. Wird die Seele durch ihr freies Wollen ganz ähnlich der Liebe des Geistes aus Gott, so ist es dann ja auch klar, dass sie mit dem Geist aus Gott in ihr eins wird. Wird sie aber das, dann ist sie auch vollendet. Nun, dafür aber lässt sich keine genaue Zeit bestimmen, sondern das muss der Seele ihr eigenes Gefühl sagen und anzeigen. Die wahre, reine und lebendige Liebe ist in sich höchst uneigennützig; sie ist voll Demut, ist tätig, ist voll Geduld und Erbarmung; sie fällt niemals jemandem unnötig zur Last und duldet alles gern; sie hat kein Wohlgefallen an der Not ihres Nächsten; aber ihre rastlose Mühe ist, dass sie helfe jedermann, der einer Hilfe bedarf. Also ist die reine Liebe auch im höchsten Grade keusch und hat keine Freude an der Geilheit des Fleisches, aber eine desto größere Lust an der reinen Gesittung des Herzens. Wenn des Menschen Seele auch also beschaffen sein wird durch ihr eigenwilliges Streben und Trachten, dann ist die Seele auch schon gleich ihrem Geist und ist also denn auch in Gott vollendet. Und so wisst ihr nun ganz genau, was ihr zu tun habt, um zur reingeistigen Vollendung zu gelangen. Wer sich alles dessen emsigst befleißen wird, der wird auch am ehesten vollendet werden. Wer sich aber emsig und ernstlich befleißen wird, diesen Weg zu wandeln, dem wird auch allzeit und höchst wahr und sicher von Gott aus geholfen werden, dass er das allerhöchste Lebensziel erreichen wird, dessen ihr alle völlig versichert sein könnt; denn kam Gott euch nun schon durch Mich zu Hilfe, wo ihr den Weg kaum von weiter Ferne hin habt dahin zu bemerken angefangen, dass es etwa einen solchen Weg geben könne, um wie viel mehr wird Er euch erst dann zu Hilfe kommen, wenn ihr auf dem Wege selbsttätig wandeln werdet! - Habt ihr das verstanden?“ (GEJ.07_223,07-17)

„Tue, was du tust, in Meinem [Jesus] Namen, und Meine Liebe sei die Triebfeder deiner Glieder, so wird im festen Trauen dir gar wohl gelingen jedes deiner Werke; aber Unzucht aller Art und Hurerei, durch diese solle nie entheiligt werden je Mein Name.“ (HiG.03_41.03.05,05)


7. Mittel gegen Sexualtriebe

„Jede Sünde legt der Mensch leichter ab als diese; denn die anderen haben bloß nur äußere Motive, diese Sünde aber hat das Motiv in sich selbst und im sündigen Fleisch. Daher sollet ihr eure Augen abwenden von den reizenden Gefahren des Fleisches auf so lange, bis ihr Meister über euer Fleisch geworden seid!“ (GEJ.04_080,03)

„Kann aber irgendein Zeugungsfeuriger bei aller seiner Not dennoch zu keiner natürlichen Löschung seines ihn quälenden Feuers gelangen, dem rate Ich ein fleißiges Baden im kalten Wasser und ein recht brünstiges Gebet um die Linderung dieser Plage, so wird ihm solche Plage ehestens abgenommen werden; jede andere Löschungsart aber ist vom Übel und erzeugt abermals Übel, das Übel aber ist Sünde und zeugt wieder Sünde.“ (GEJ.03_066,08)

„Wenn dein Fleisch dich manchmal juckt, da sei du recht froh und denke, dass Ich das bewirke und zeige dir dadurch an, dass Ich deinen Leib recht gesund mache und es in deinen Adern recht gesund zuzugehen anfängt. Wasche dich abends kalt vor dem Schlafen und liege nicht auf dem Rücken – und gedenke, dass Ich Selbst da dein Fleisch zurechtbringe, so wird der Drang gleich nachlassen.“ (HiG.03_56.08.11,05)

„Kein Teufel aber ist schwerer aus dem Menschen zu vertreiben als eben der Fleischteufel; der kann nur durch vieles Fasten und Beten aus dem Menschen geschafft werden.“ (GEJ.04_080,04)  

„Das erste Naturmittel aus dem Gebiet der Natur ist das Fasten. Man gebe so einem Menschen des Tages nur einmal ein nahe ein halbes Pfund wiegendes Stück Roggenbrot und dazu nur einen Krug Wasser, inzwischen kann man ihm aber allenfalls an jedem zweiten Tag ein wenig Aloesaftes, nach Beschaffenheit der Natur des [von der Fleischeslust] Besessenen gemengt mit ein bis zwei Tropfen Bilsensaft, geben, so wird solche Naturbeihilfe von guter Wirkung sein; aber es wird ihm solches allein dennoch nicht vollends helfen ohne Gebet und ohne Auflegung der Hände in Meinem Namen.“ (GEJ.03_069,02)

„Sollte aber bei einem sehr begehrenden Weib auch durch längere Beachtung der goldenen Mäßigkeit die Natur noch keinen fühlbaren Umschwung erhalten haben, so soll es bei abnehmendem Mond abends das Wasser von gekochten Sennesblättern mit etwas Aloesaft zu sich nehmen, etwa vier Esslöffel voll, aber nicht alle Tage, sondern nur jeden dritten oder vierten Tag, und es wird dadurch sicher besser mit der hitzigen Natur des Weibes auszusehen anfangen.“ (GEJ.03_072,04)

Überwindung der Fleischeslust liegt „in der natürlichen Lebensmäßigkeit! Ein heißes Blut ist stets mehr verzehrender Natur denn ein kühles; daher sind heißblütige Menschen auch gefräßiger denn die kühlblütigen und haben eine stets wachsende Lust zu vielen und wohlschmeckenden Speisen und Getränken. Wenn sich solche Menschen aber in die Mäßigkeit begeben oder zur Mäßigkeit angehalten werden, indem man ihnen mit freundlichem Herzen das auch erläutert, warum man so etwas für sie tut und ihnen die Mäßigkeit und größere Magerkeit im Essen anempfiehlt, so wird das Blut bald kühler zu pulsen und der sinnliche Trieb sehr an seiner Kraft zu verlieren anfangen, ohne den geringsten Nachteil für die sonstige Gesundheit des Leibes und der Seele.“ (GEJ.03_072,02)

„Ich aber sagte zu ihnen: „Meine lieben Freunde und Brüder, es ist der Wein, im rechten Maß genossen, eine rechte Stärkung und macht des Leibes Glieder kräftig und gesund; aber so er zu übermäßig getrunken wird, dann erweckt er die bösen Geister des Fleisches und betäubt die Sinne. Die bösen Geister aber erwecken dann des Fleisches Lust, die da heißt Unkeuschheit und Unzucht, durch die dann die ganze Seele auf langehin unrein, darauf auch unmutig, zänkisch, träge und oft nahe wie völlig tot wird. Darum beachtet auch im Trinken des Weines ein gerechtes Maß, und ihr werdet Ruhe haben in eurem Fleisch!“ (GEJ.06_187,01)

„Wenn dich das üppige Fleisch einer Jungfrau oder gar des Weibes eines andern anzieht und verlockt, so wende deine Augen ab und enthalte dich der Lust des Fleisches.“ (GEJ.07_085,09)

„Die pure Weiberliebe ist Eigenliebe! Denn wer von der Weiberliebe sich so weit verziehen lässt, dass ihm daneben die Nächstenliebe und aus dieser die Gottesliebe zur Last wird, der liebt sich selbst im Wesen des Weibes! Lass dich daher von der reizenden Gestalt eines Weibes nicht gefangen nehmen übers gerechte Maß, ansonsten du untergehst in der Schwäche des Weibes, während doch das Weib in deiner Kraft erstehen soll zu einem Wesen mit und in dir! Wie du aber ein oder das andere Glied deines Wesens liebst, so liebe auch das Weib, auf dass es eins werde mit dir! Aber Gott liebe über alles, auf dass du in solcher mächtigsten Liebe neu geboren werdest zu einem wahren, freiesten Bürger der reinsten Himmel Gottes für ewig und dein Weib wie ein Wesen mit dir!“ (RB.02_157,12).

„Also aber steht es auch mit dem Gefühlsreichtum: Der Mann sammle nur sein Gefühl im Herzen und kehre es dann zu Mir; und wenn es die gerechte Kraftreife wird erlangt haben, dann wird er in Mir, dem Urgrund aller Dinge und somit auch aller noch so schönen Weiber, den allergenügendsten und allerbefriedigendsten Ersatz finden und wird dann mit diesem kraftvollsten Gefühle ein Weib in aller gerechten Kraft lieben können, und es wird ihn das Weib seines Nachbars auch nimmer anfechten.“ (HGt.03_064,15)

„Daher bezähmt allzeit eure Begierden, so es nicht Zeit ist, dass ihr Mir zeugt eine lebendige Frucht; wenn es aber Zeit ist, dann rufet zu Mir, damit Ich euch halte, wenn ihr der Sünde ein Opfer bringet, und ihr darum nicht fallet, sondern bleibet in Meiner Gnade.“ (HGt.02_089,04)

„Ihr sollt über dem Gesetz des Fleisches stehen durch die freie Macht der Selbstverleugnung und durch die Liebe und den lebendigen Glauben an Gott den Herrn, auf dass ihr allen Gesetzes und allen Gerichtes ledig werdet! Ein Sklave des Gesetzes, ob natürlich oder moralisch, kann in das Reich Gottes nicht eher eingehen, als bis er jeden Gesetzes ledig geworden ist. Niemand wird zwar im Reich Gottes nach dem Gesetz gerichtet, aber das Gesetz selbst ist schon das Gericht. Nur wer sich in der Liebe zu Gott über alles Gesetz frei erhebt, der wird auch frei werden in Gott und in aller Wahrheit! Denn die Liebe in Gott ist die alleinige Wahrheit!“ (RB.02_203,20)

„Aber alles dessen ungeachtet merke Ich dennoch, dass in dir noch viel fleischliche Geilheit vorhanden ist. Auf diese mache Ich dich besonders aufmerksam und rate dir, dass du dich in diesem Punkt sehr in acht nehmen sollst; denn wenn du einmal in einem etwas besseren Leben stecken wirst, so wird sich dein noch sehr durchlöchertes Fleisch in seiner noch lange nicht geheilten Brüchigkeit zu rühren anfangen, und du kannst dann deine Not haben, dasselbe zu beruhigen und endlich an selbem die alte Brüchigkeit völlig zu heilen. Hüte dich darum vor aller Übermäßigkeit; denn in der Un- und Übermäßigkeit ruht der Same der fleischlichen Wollust! Sei daher in allem mäßig, und lass dich niemals zur Unmäßigkeit im Essen wie im Trinken verleiten, ansonst du dein Fleisch schwer wirst bezähmen können! (GEJ.04_080,19)

„Aber wie Ich die Macht habe, jede noch so schwere und langdauernde Krankheit also vollkommen zu heilen, dass der von Mir geheilte Mensch auch also kräftig wird, als wäre er von der Geburt an nie krank gewesen, ebenso kann von nun an die Seele eines vollends bekehrten Sünders auch noch zu jener inneren Kraft gelangen wie die Seele eines Gerechten, der einer Buße nie bedurft hatte. Aber es kostet sie das viele sich selbst verleugnende Mühe.“
(GEJ.08_041,12)

Ein Bürger zu Jesus: „Wenn wir nur in unserem ganzen Leben nie gesündigt hätten! Die Sünden brennen uns nun in unseren Herzen vor Dir, der Du unsere Herzen und Nieren durchschauest und heilig bist durch und durch, und wir sind aber gerade das Gegenteil! Daher ist es für uns schwer, nun so ganz heiter und fröhlich zu sein!“ Sagte Ich: „Glaubt ihr denn, dass Ich das früher nicht gewusst habe, als Ich euch angenommen habe?! Ich aber habe euch eure Sünden vollkommen erlassen, dieweil ihr euch selbst von aller Sünde abgewendet habt und hinfort nimmer sündigen wollt und auch sicher nicht werdet, und so seid ihr keine Sünder mehr, sondern nun vollkommen frei von aller Sünde, und so meine Ich, dass ihr desto mehr Grund haben solltet, aus ganzem Herzen fröhlich zu sein!“ Sagte einer von den Bürgern: „Herr, was ist denn mit den Sündenflecken an der Seele? Denn wir haben gehört, dass , so jemand einmal gesündigt hat und ihm bei seiner Besserung durch Bußwerke die Sünde auch erlassen ward, an seiner Seele noch immer ein schwarzer Fleck haften bleibt, durch den sie gebrandmarkt wird dahin, dass ihr dann ob des Fleckes jede ganz reine Seele im andern Leben ausweicht und keine Gemeinschaft mit ihr pflegt, und dass eine solche befleckte Seele so lange nicht zur Anschauung Gottes gelangen kann, bis sie den Fleck im schlimmen Hadesfeuer (Scheol) ganz verloren hat.“
Sagte Ich: „Ja, ja, der Fleck bleibt so lange an der Seele, bis der Mensch der Sünde völlig entsagt hat! Wer aber der Sünde vollernstlich darum entsagt hat, weil sie böse ist und den Menschen verdirbt und von Gott und von allem Guten und Wahren abwendet, der hat auch gar keinen Fleck mehr an seiner Seele und hat Scheols schlimmes Feuer gar nicht mehr zu fürchten. So ihr aber vor euren Seelensündenflecken so einen Respekt habt, wie möglich konntet ihr denn Mich anschauen, da ihr doch nun auch wisset, wer hinter Mir und eigentlich in Mir ist?! Sehet darum, wie schwach und albern ihr noch seid! Ich sage es euch: So ihr Meine Jünger sein wollt, da müsset ihr euren alten Menschen ganz ausziehen wie ein altes Kleid und einen ganz neuen anziehen; denn Ich und die überaus zerlumpten und verrosteten Tempellehren dieser Zeit taugen durchaus nicht mehr füreinander. Dieses beachtet, und seid vernünftig, edel, heiter und voll guten Mutes!“ (GEJ.06_019,01-05)


8. Rechte Sexualerziehung

„Wie man einen Knaben gewöhnt, so lässt er nicht davon, wenn er alt wird.“ (Spr 22,6)

„Auch einen Knaben kennt man an seinem Wesen, ob er fromm und redlich werden will.“ (Spr 20,11)

„Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du zu Herzen nehmen und sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Hause sitzest oder auf dem Wege gehst, wenn du dich niederlegst oder aufstehst“ (5. Mo 6,6-7).

„Wer da Kinder hat, der übe sie schon von früher Jugend an in den drei Stücken [Liebe zu Gott, Glaube und Wille zum Guten], und sie werden dann mit der Besiegung der Welt in sich ein leichtes haben!“ (GEJ.08_041,13)

„Hütet euch darum, die Kleinen zu ärgern oder sie durch übermäßiges Putzen und durch reizende Kleidung zu reizen und fleischlich zu entzünden! Wehe dem, der sich also an der Natur der Kleinen versündigt! Wahrlich, dem wäre es wohl erklecklicher, so er nie wäre geboren worden!“ (GEJ.04_080,05)

„Bewahret die Kinder vor dem ersten Fall und erhaltet ihnen ihre Schamhaftigkeit, so werden sie als Erwachsene dann ihr Fleisch leicht zu beherrschen haben und nicht leicht zu Fall kommen; aber einmal übersehen, – und des Fleisches böser Geist hat vom selben Besitz genommen! Kein Teufel aber ist schwerer aus dem Menschen zu vertreiben als eben der Fleischteufel; der kann nur durch vieles Fasten und Beten aus dem Menschen geschafft werden.“ (GEJ.04_080,04)

„Nehmen wir an eine zarte, frühreife Maid [Mädchen], bloß nur physisch. Sie zählt noch kaum etwa zwölf Jahre, ist aber schon in allen ihren Leibesteilen derart ausgebildet, dass sie das Aussehen eines mannbaren Mädchens hat. Solch eine Maid reizt dann jeden Mann, der nur ein wenig sinnlicher Natur ist, mächtiger denn hundert auch noch so schöne, aber an Jahren reife Dirnen. Eine solche frühreife Maid ist dann ihrem Leibe nach hundert Gefahren ausgesetzt, und es gehört von seiten ihrer Eltern die größte Sorgsamkeit dazu, solch eine zu früh reif gewordene Tochter vor allen den ihren großen Reizen nachstellenden Feinden zu bewahren. Wird sie zu früh einem lüsternen Manne gegeben, so wird sie leicht verdorben in ihrer Fruchtbarkeit; wird sie zu sehr eingesperrt und von aller schlimmen Luft abgehalten, so wird ihr Fleisch, wie man zu sagen pflegt, mockig. Sie wird bleich, zehrt ab und erreicht selten ein nennenswertes Alter. Bekommt sie wenig Kost, und das nur eine Magerkost, so wird sie traurig und zehrt am Ende auch früh ab; wird sie gut genährt, so wird sie noch fetter und unbehilflicher und dadurch träge, so dass ihr Blut bald absteht und sie bald das Aussehen einer Leiche überkommt, was dann ihrem Leibe offenbar einen frühen Tod bringen muss.“ (GEJ.02_217,02)

„Zugleich aber soll das allen Eltern ans Herz gelegt sein, dass sie ihre erwachsenen Kinder nicht den Reizungsgefahren aussetzen sollen! Denn ein brennbares Material kann leicht in den Brand geraten; wenn aber einmal die Flammen von allen Seiten lichterloh aufschlagen, dann geht es mit dem schnellen Löschen oft gar nicht mehr, und ohne Opfer schlägt keine Flamme auf! Wenn sie gelöscht ist, zeigt sich dann auch bald der Schaden, den sie verursacht hat. Darum sollen besonders die Jungfrauen wohl gekleidet, aber nie reizend bekleidet einher gehen, und die Jünglinge sollen nicht dem Müßiggange preisgegeben werden; denn der Müßiggang ist stets der Zeuger aller Laster und Sünden.“ (GEJ.03_066,09-10)

„Der Mann soll vor seinem vierundzwanzigsten Jahre keine Jungfrau anrühren – ihr wisset es, wie und wo es zu verstehen ist vor allem –, und die Jungfrau soll wenigstens vollkommen achtzehn Jahre zählen oder mindestens volle siebzehn; unter dieser Zeit ist sie nur notreif und soll keinen Mann erkennen! Denn vor dieser Zeit ist hie und da eine nur notreif; wird sie zu früh berührt von einem geilen Manne, so ist sie schon brüchigen Fleisches und zu einer schwachen und leidenschaftlichen Seele geworden.“ (GEJ.04_080,10)

„Besonders die Jungfrauen [sollen] wohl gekleidet, aber nie reizend bekleidet einhergehen, und die Jünglinge sollen nicht dem Müßiggang preisgegeben werden; denn der Müßiggang ist stets der Zeuger aller Laster und Sünden.“ (GEJ.03_066,10)

„Es ist schwer, eines Mannes brüchiges Fleisch zu heilen, – aber noch um vieles schwerer das einer Jungfrau, so sie vor der Zeit brüchig geworden ist! Denn fürs erste wird sie nicht leichtlich ganz gesunde Kinder zur Welt bringen, und fürs zweite wird sie darauf von Woche zu Woche beischlafsüchtiger und am Ende gar eine Hure, die da ist ein elendester Schandfleck beim Menschengeschlecht, nicht so sehr für sich selbst, als vielmehr für jene, durch deren Nachlässigkeit sie dazu gemacht wurde.“ (GEJ.04_080,11)

Ein besonderer Rat geht an die Eltern, dass sie ihre Kinder vor nichts so sorgfältigst warnen sollen wie vor dem sogenannten Verliebtwerden, denn ein gewisses lebendiges Zauberbild, das ein Verliebtsein vom Anderen vorspiegelt und das sich mit dem Geiste einmal verbunden hat, bringet man schwerer aus einem jugendlichen Gemüt, gleich welchen Geschlechts, als einen Berg von seiner Stelle. Und einem solchem unzeitigen Verliebtwerden liegt die größte geistige Unzucht zugrunde; denn Unzucht oder Hurerei ist alles, was auf den Betrug des Geistes absieht. Da aber die Liebe am meisten des Geistes ist, so ist ein Betrug der Liebe oder eine offenbare Verschuldung an dieser der wahren geistigen Unzucht tiefster und unterster Grad oder die eigentliche unterste Hölle (GS.02_116,11-14).

„Du mögest nur beständig sein in deiner Liebe und billigen Gerechtigkeit. Und du mögest dich, aus Liebe zu Ihm [Gott], so viel als möglich vom Beischlaf enthalten, der bloß auf sinnliche Befriedigung abgesehen ist. Dann sollst du auch bald einen so geweckten Geist haben, vor dessen Blicken der Mittelpunkt der Erde wie ein Wassertropfen unter dem Mikroskop enthüllt liegen soll. Denn so spricht der Herr: „Sage ihm, Ich bin ein wahrer Gott allen, die Mich lieben und Meine Gebote halten! – Wer da sich reinigt in Meiner Liebe, der wird den Tod ewig nicht sehen, auch wenn sein Leib tausendmal gestorben wäre. Denn wahrlich, sage Ich, es gibt nirgends ein Leben als in Mir. Und nun ist nahe gekommen die große Zeit der Zeiten! Wer mich aber liebt, zu dem werde Ich kommen und ihn gar wohl schmecken lassen die Stärke Meiner Liebe und die große Kraft Meiner endlosen Gnade.“ (HiG.01_40.08.24,02f)

„Sind dergleichen [zu Zorn neigende] Kinder völlig erwachsen und haben schon eine vollkommene Selbsterkenntnis erlangt - d. h. insoweit als man in natürlicher Hinsicht diesen Begriff ausdehnt - und zeigen sich bei ihnen noch hie und da merkliche Symptome von übertriebener Gemütsreizbarkeit, da ist ihnen vor allem anzuempfehlen, dass sie in allem sehr mäßig leben, früh schlafen gehen, aber noch früher aufstehen, von geistigen Getränken sich längere Zeit enthalten, wie auch vom Fleisch unreiner Tiere, und ja keine solchen Orte besuchen, wo allerlei toller Spektakel zur schlechten Belustigung der Zuseher ausgeführt wird, besonders aber jene Orte nicht, wo getanzt und gespielt wird. Dergleichen muss von solchen Brauseköpfen auf längere Zeit, wenn nicht bei manchen auf immer, gemieden werden“ (Er.062,17).

„Sehet, so auch ergeht es einem jeden Menschen, der nicht schon von der frühesten Zeit an von seinen Eltern und Lehrern streng angehalten wird, sich in allen möglichen fleischlichen Leidenschaften selbst zu verleugnen, damit diese nicht die Herren und Meister über seine Seele werden! Denn sind sie einmal der Seele über den Kopf gewachsen, so hat diese dann einen schweren Stand, über alle die Begehrungen und Reizungen ihres Fleisches zu gebieten, weil sie eben in ihrem Fleische schwach und nachgiebig und hinfällig geworden ist. Wird aber eine Seele schon von Jugend an nach der Wahrheit des klaren Verstandes vernünftig also geleitet und geübt, dass sie stets mehr Herr ihres Fleisches wird und demselben ja nicht mehr gewährt, als was ihm von der Natur aus nach Meiner Ordnung gebührt, so wird solch einer Seele auch von selbst verständlich alle Welt mit ihren Schätzen und ihren andern Lustreizen gleichgültig, und die also nun rein im Geiste starke Seele ist dadurch denn auch nicht nur Herr über ihres Leibes Leidenschaften, sondern auch ein Herr über die gesamte Natur der Welt und somit auch ein Herr über die gesamte Hölle und ihren Fürsten der Lüge und der Finsternis." (GEJ.08_012,13-16)  

„Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du zu Herzen nehmen und sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Hause sitzest oder auf dem Wege gehst, wenn du dich niederlegst oder aufstehst.“ (5. Mo 6,6-7)

„Seht, das alles gebe Ich euch nur als einen guten Rat und nicht als irgendein Gesetz; denn unter dem Mußgesetz kannst du Mensch nicht der freie Gründer deines Heiles werden! Wer sich aber solchen Meinen Rat selbst in seinem Willen als ein Mußgesetz auferlegt und danach handelt und lebt, der tut wohl daran. – Habt ihr alle das aber nun auch wohl verstanden?“
(GEJ.08_041,14)


***

„Denn das sollt ihr wissen, dass kein Hurer oder Unreiner oder Geiziger, welcher ist ein Götzendiener, Erbe hat in dem Reich Christi und Gottes. Lasset euch von niemandem verführen mit vergeblichen Worten; denn um dieser Dinge willen kommt der Zorn Gottes über die Kinder des Unglaubens. Darum seid nicht ihr Mitgenossen. Denn ihr ward weiland Finsternis; nun aber seid ihr ein Licht in dem Herrn. Wandelt wie die Kinder des Lichts, die Frucht des Geistes ist allerlei Gütigkeit und Gerechtigkeit und Wahrheit, und prüfet, was da sei wohlgefällig dem Herrn, und habt nicht Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis, strafet sie aber vielmehr. Denn was heimlich von ihnen geschieht, das ist auch zu sagen schändlich. Das alles aber wird offenbar, wenn's vom Licht gestraft wird; denn alles, was offenbar ist, das ist Licht.“ (Eph 5,5-1)

***

„Es genügt, dass Mich jemand über alles liebt und seinen Nächsten wie sich selbst, denn zu dem werde Ich kommen und werde Mich ihm Selbst offenbaren. Dann wird er durch das große Licht Meines Geistes, der da eins mit seiner Seele geworden ist, in alle Weisheit geleitet werden und wird dann Dinge erschauen und erkennen, von denen bis jetzt in keines Weltweisen Sinn je etwas gekommen ist. Es geht das zwar in dieser Zeit schwer, weil die Menschen schon im Mutterleib durch die Geilheit des Fleisches sowohl des Weibes wie des Mannes verdorben werden in ihrem Gehirn und dadurch später auch in der vollends ordnungsmäßigen Ausbildung der anderen physischen Lebensorgane. Es muss nun ein Mensch sich in der Liebe zu Mir und daraus in der Liebe zum Nächsten äußerst lebenswarm und sehr tätig bestreben, muss sich in vielen Lebensstücken gar sehr verleugnen und in allem überaus geduldig und vollkommen demütig sein, so bildet die Seele mit der Hilfe Meines Geistes zuerst den leiblichen Organismus zur erforderlichen Ordnung aus – und ist dann erst fähig, Meines Geistes Gnadenlicht in sich vollkommen aufzunehmen und sodann erst in die wahre Weisheit einzugehen, da ihr dann alles hell und klar wird, was ehedem in ein vollkommenes Nachtdunkel verhüllt war.“ (HiG.03_56.00.00,02ff)






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