Sexualität - Texterklärungen - Der Prophet Jakob Lorber und seine Verkündungen ... Jakob Lorber

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Sexualität - Texterklärungen

Themen > Ehe und Familie > Ehe und Partnerschaft

Sexualität innerhalb Gottes Ordnung
Erklärung einiger Textstellen, die oft nicht verstanden bzw. missdeutet werden


  • Beischlaf ausüben nach weisem Ziel und Maß
  • Samen in einen anderen Acker legen
  • Ist nach GEJ.02_210,17 eine sexuelle Vereinigung ohne Fortpflanzung möglich, ohne eine Sünde dabei zu begehen?


Beischlaf ausüben nach weisem Ziel und Maß
„Gott der Herr hat euch für etwas Besseres erschaffen und bestimmt, als bloß für die geilsten Werke des Fleisches nur, die der Mann wohl auch, solange er auf einer Welt lebt, im wahren Fleisch des Todes, zu verrichten hat, nach weisem Ziel [also zur Kinderzeugung, denn das weise von Gott gegeben Ziel des Beischlafs ist die Zeugung eines Kindes] und Maß [= seine Triebhaftigkeit im Zaum halten und nicht ständig seinem Sexualtrieb nachgeben mit der Entschuldigung, ist ja zum Kinderzeugen...], aber nie anzusehen hat als eine Bestimmung seines Seins, sondern als eine zufällige allzeit nüchterne [für das Ziel = Kinderzeugung] und natürliche Verrichtung [d.h. wofür es von Gott gegeben ist, denn das sexuelle Lustempfinden ist zum Kinderzeugen gegeben, ohne das niemand sich beschlafen würde, s. GEJ.04_177,01 und GEJ.02_060,02], wie es deren zur Bedienung des zeitweiligen toten Fleisches mehrere gibt, von all denen diese die unwesentlichste ist“ (RB.02_203,17).


Samen in einen anderen Acker legen
„Hat ein Mann viel des Samens (1), nun, so tue er ihn legen in einen andern Acker (2), nach der guten Art der alten Väter und Patriarchen (3), und er wird nicht sündigen. Wenn er aber bloß heimlich ausgeht, um mit feilen Dirnen zu befriedigen seinen Trieb und sich dadurch zu erlustigen ohne Zeugung einer Frucht, so begeht er dadurch ganz sicher eine grobe sodomitische Sünde wider die göttliche Ordnung und wider die Ordnung der Natur! Nur ein junger, zeugungsfeuriger Mann, so er von den Reizen eines Mädchens zu sehr ergriffen wird derart, dass er kaum seiner Sinne mächtig ist, der kann eine Jungfrau beschlafen, ob mit oder ohne Zeugung (4); aber nach dem Akte hat er ihr das gewissenhaft zu entrichten, was durch Moses verordnet ward. Und ist aus solcher Notzeugung eine Frucht zustande gekommen, so muss er der Jungfrau das Zehn- bis Hundertfache von dem geben, was er ihr nach Moses nur einfach schuldig wäre, wenn keine Frucht aus dem Akte entstanden wäre; denn eine Jungfrau bringt einem solchen Menschen ein großes Opfer auf Leben und Tod! Kann ein Mann darauf eine solche Jungfrau ehelichen, so soll er das nicht unterlassen; denn, wie gesagt, sie hat ihm ein großes Opfer gebracht und ihn einer betäubenden Bürde entledigt. Aber für die Folge soll solch ein zeugungsfeuriger Mann sich alsogleich ein ordentliches Weib nehmen und im Notfall im billigen Einverständnisse mit dem rechtmäßigen Weibe auch ein Kebsweib, auf dass daraus kein Zank und Hader entsteht (5); kann sich aber ein solcher Mann selbst verleugnen, so wird er dafür in Kürze leichter denn ein anderer einer höheren geistigen Gnade des inneren Lebens teilhaftig werden. Wie man sich aber ein rechtmäßiges Weib zu nehmen hat, so ist solches nach der Ordnung aus den Himmeln schon durch Moses verordnet worden und hat fürder bis ans Weltende dabei zu verbleiben. Aus dem bereits Gesagten aber wirst du gar leicht ersehen, was da ist die Unzucht, und warum sie von Moses als eine schwere Sünde verboten ist; denn es ist von Gott aus dem Menschen alles nach der göttlichen Ordnung verordnet. Wer in solcher Ordnung verbleibt, der wird auch die Früchte des Segens von oben ernten; wer aber wider solche Ordnung handelt, der wird die Früchte des Fluches ernten.“ (GEJ.03_066,01ff)

Bedeutung:
(1) „hat viel des Samens“: Damit ist nicht die Errektionsfähigkeit des Penis, d.h. nicht die reine Beischlafsfähigkeit (lat. potentia coeundi) gemeint, sondern die Zeugungs- bzw. Befruchtungsfähigkeit (lat. potentia generandi). Es handelt sich hier also um diejenigen Männer, die sehr viele befruchtungsfähige Samenzellen haben.

(2) „legen in einen andern Acker“: ein Sämann legt seinen Samen in einen Acker um eine Frucht zu erzeugen, also ist der Beischlaf mit einer anderen Frau nur gestattet, um ein Kind zu zeugen, was sich auch ergibt aus:

(3) „nach der guten Art der alten Väter und Patriarchen“ was besagt, dass nur im Fall der Unfruchtbarkeit der Ehefrau mit deren Einverständnis das Beschlafen einer anderen zur Zeugung von Kindern (!) wie im Alten Testament beschrieben (= gute Art der alten Väter und Patriarchen) erlaubt ist, siehe hierzu: 1.Mo, Kap 16 und 30; GEJ.02_103,21; GEJ.04_231,03; HGt.02_089,04; HGt.01_010,14.
Dass dies so zu verstehen ist, ergibt sich ebenfalls aus dem nachfolgenden Satz 2 in GEJ.03_066,03: „Wenn er aber bloß heimlich ausgeht“, also seine Ehefrau betrügt, „um mit feilen Dirnen zu befriedigen seinen Trieb und sich dadurch zu erlustigen ohne Zeugung einer Frucht“, demnach herumhurt um seine sexuelle Begierde zu befriedigen, „so begeht er dadurch ganz sicher eine grobe sodomitische Sünde wider die göttliche Ordnung und wider die Ordnung der Natur!“

(4) „Nur ein junger, zeugungsfeuriger Mann, so er von den Reizen eines Mädchens zu sehr ergriffen wird derart, dass er kaum seiner Sinne mächtig ist, der kann eine Jungfrau beschlafen, ob mit oder ohne Zeugung“ besagt, dass ein junger Mann mit einem überaus starken Geschlechtstrieb, der durch die Reize einer Frau in seiner sexuellen Begierde derart entbrennt, dass er sich nicht mehr zu beherrschen weiß, im beiderseitigen Einverständnis mit ihr schlafen kann, muss jedoch dafür danach die Verantwortung übernehmen und die Folgen tragen, wie es im fortlaufenden Textvers erklärt ist.
Entgegen manch einer irrigen Meinung ist damit keine Erlaubnis zu einer Vergewaltigung gegeben, sondern dies darf natürlich nur geschehen, wenn die Frau damit einverstanden ist, denn: "Wer aber eine Maid oder ein Mägdlein oder ein Weib mit Gewalt an sich reißt, der soll schon hier gerichtet werden! Die Gewalt mag bestehen in was sie wolle, ob in der Hände Kraft oder in der Lockung durch sehr kostbare Geschenke, so macht das im Verbrechen keinen Unterschied. Auch die Macht der Rede oder die Anwendung magisch betäubender Mittel, durch die der weibliche Teil sich scheinbar freiwillig dem geilen Willen des Mannes zu Diensten stellte, mildert diese Sünde nicht um ein Haar, auch dann nicht, wenn in der Geilerei wirklich eine Frucht wäre gezeugt worden; denn solche Zeugung ist wider den Willen beider Teile zustande gebracht worden und trägt daher zur Milderung des Verbrechens gar nichts bei." (GEJ.03_068,008)

(5) „Aber für die Folge soll solch ein zeugungsfeuriger Mann sich alsogleich ein ordentliches Weib nehmen und im Notfall im billigen Einverständnis mit dem rechtmäßigen Weib auch ein Kebsweib, auf dass daraus kein Zank und Hader entsteht“ heißt, dass ein Mann mit sehr starken Geschlechtstrieb und Zeugungsfähigkeit alsbald nach Gottes Ordnung heiraten soll und, wenn seiner Ehefrau sein sexuelles Verlangen zu viel wird, er mit ihrem Einverständnis eine Nebenfrau nehmen kann, damit es deswegen zu keinem zerrütteten Eheverhältnis kommt.
„Wie man sich aber ein rechtmäßiges Weib zu nehmen hat, so ist solches nach der Ordnung aus den Himmeln schon durch Moses verordnet worden und hat fürder bis ans Weltende dabei zu verbleiben“! (GEJ.03_066, 06)


Ist nach GEJ.02_210,17 eine sexuelle Vereinigung ohne Fortpflanzung möglich, ohne eine Sünde dabei zu begehen?
GEJ.02_210,17: Bei solchen schon reinen Seelen geschieht es denn auch, daß sie dennoch dann und wann, so ihre Hölle, das heißt der Leib, nicht selten noch sehr begehrend auftritt, auf eine kurze Zeit in solche ihre eigene Hölle treten, mit andern Worten gesagt, in das Begehren des Leibes und seiner Geister eingehen. Solche Seelen aber können dann nicht mehr völlig unrein gemacht werden, sondern sind nur für so lange unrein, als sie sich im Pfuhle ihrer Leibesgeister aufhalten; sie aber können es darinnen nimmer lange aushalten und kehren sonach gar bald in ihren ganz reinen Zustand zurück, in dem sie dann wieder ebenso rein sind, als wären sie nie unrein gewesen. Dabei aber haben sie in ihrer Hölle auf eine Zeitlang Ruhe und Ordnung hergestellt und können sich hernach wieder desto ungestörter im Lichte ihres Geistes bewegen und stärken.
Dieser Vers ist der Schlusssatz zu den ausführlichen Erklärungen von Jesus in Kapitel 209 („Über innere Sittenreinheit“) und dem damit zusammenhängenden, weiterführenden Kapitel 210 („Das Wesen der Materie und der Seele“). Um ihn richtig zu verstehen, sollte er daher in Zusammenhang mit diesen beiden Kapiteln gelesen werden.

Erklärung zur Aussage von GEJ.02_210,17: „Bei solchen schon reinen Seelen geschieht es denn auch, dass sie dennoch dann und wann, so ihre Hölle, das heißt der Leib (1), nicht selten noch sehr begehrend auftritt auf eine kurze Zeit in solche ihre eigene Hölle treten, mit andern Worten gesagt, in das Begehren des Leibes und seiner Geister eingehen(2).

Erklärung zur Sündhaftigkeit: (1) „Der Leib aber ist […] bei und für jeden Menschen die Hölle im engsten Sinn.“ Wenn dann die „Seele den Anforderungen des Leibes zu viel Gehör [gibt] und tut danach, so (2) tritt sie mit ihnen in Verbindung und steigt auf diese Weise in ihre höchst eigene Hölle und in ihren höchst eigenen Tod. Und tut die Seele solches, so begeht sie eine Sünde wider die Ordnung Gottes in ihr“. (GEJ.02_210,08+11)

Weiter heißt es in GEJ.02_210,17: „Solche [schon reinen] Seelen aber können dann nicht mehr völlig unrein gemacht werden, sondern sind nur für so lange unrein, als sie sich im Pfuhl ihrer Leibesgeister aufhalten (3); sie aber können es darinnen nimmer lange aushalten und kehren sonach gar bald in ihren ganz reinen Zustand zurück, in dem sie dann wieder ebenso rein sind, als wären sie nie unrein gewesen. Dabei aber haben sie in ihrer Hölle auf eine Zeitlang Ruhe und Ordnung hergestellt (4) und können sich hernach wieder desto ungestörter im Licht ihres Geistes bewegen und stärken.“

Erklärung auf welche Weise Ordnung schaffen: „Es müssen ja auch oft die Engel in die Hölle, in den Pfuhl aller Laster, steigen [= hinabgehen um dort Ordnung zu schaffen!], und wenn sie zurückkehren, sind sie wieder so rein wie zuvor in dem höchsten aller Himmel. Und also ist es nicht selten mit Meinen Brüdern auf dieser Erde: (3) steigen sie auch schon ihrem Äußersten nach manchmal in die (4) Hölle, [nicht zur Befriedigung ihrer Begierde, sondern:] um auch dort die göttliche Ordnung und Willensmacht aufrechtzuerhalten, so bleibt dennoch ihre Seele rein im Zusammenhang mit Meinem Geist in ihr.“ (GEJ.02_209,05)

Nach GEJ.02_210,17 wird also in die eigene Hölle hinabgestiegen um dort nach dem göttlichen Willen/Lehre Jesu Ordnung zu schaffen. Und wie Jesus Seine Schwächen mit Selbstverleugnung (JJ.01_300,04-18) bekämpfte und damit Ordnung in sich schuf, so hat dies ein wahrhaftiger Nachfolger Jesu ebenfalls zu tun (RB.02_155,11-16+Kap.156+157).
Wer jedoch von seinen fleischlichen Begierden und Leidenschaften nicht lassen will, der steigt nicht in seinen unlauteren Leib hinab um dort nach dem göttlichen Willen Ordnung zu schaffen, sondern um deren Begehren nachzugeben und sie zu befriedigen, „bleibt dadurch in der Sünde, somit in der Hölle und im Tod. Wenn sie [die Seele] auf der Welt auch gleich ihrem Leib nach fortlebt, so ist sie aber dennoch so gut wie tot, fühlt auch den Tod in sich und hat eine große Furcht vor ihm. Denn die Seele kann in solcher ihrer Sünde und Hölle tun, was sie nur immer will, so kann sie dennoch kein Leben finden, obschon sie dasselbe liebt über alle Maßen (GEJ.02_210,12).

Grundsätzlich gilt: „Der Herr gab dem Fleisch diesen Sinn [Sexualtrieb] nicht zu einem Bedürfnis, sondern als eine Eigenschaft zum nüchternen und weisen Gebrauch. Wer aber daraus ein Bedürfnis macht, ist ein elender Sünder. Die Gnade Gottes weicht aus seinem Herzen, da er dem stummen Gesetz des Fleisches gehorcht und sich damit einen Himmel der Böcke und der Hunde nach der Gerechtigkeit des Todes und Gerichts erbaut! Fasse es, wer es fassen kann: Wer immer an einem Gesetz, auf dem ein Gericht lastet, eine Lust findet und das Gesetz der Wollust wegen beachtet, hat das Gericht schon in sich. Wer aber das Gericht in sich trägt, der ist ein Sklave und ist für die Freiheit in Gott in aller Wahrheit verflucht. Darum sollt ihr über dem Gesetz des Fleisches stehen durch die freie Macht der Selbstverleugnung und durch die Liebe und den lebendigen Glauben an Gott den Herrn, auf dass ihr allen Gesetzes und allen Gerichtes ledig werdet! Ein Sklave des Gesetzes, ob natürlich oder moralisch, kann in das Reich Gottes nicht eher eingehen, als bis er jeden Gesetzes ledig geworden ist. Niemand wird zwar im Reich Gottes nach dem Gesetz gerichtet, aber das Gesetz selbst ist schon das Gericht. Nur wer sich in der Liebe zu Gott über alles Gesetz frei erhebt, der wird auch frei werden in Gott und in aller Wahrheit! Denn die Liebe in Gott ist die alleinige Wahrheit! Nun habt ihr es alle gehört, und niemand kann sich entschuldigen, als hätte er es nicht vernommen! Tut daher nun, was euch als Bestes dünkt!“ (RB.02_203,18ff)





Ausarbeitung 08/2013; aktualisiert 07/2015
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