Jakob Lorber: Schutzgeister - Der Prophet Jakob Lorber und seine Verkündungen ... Jakob Lorber

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Jakob Lorber: Schutzgeister

Bibel und NO

Vom einzig wahren „Schutzpatron“

"So jemand an die Hilfe und Führung von gewissen Schutzgeistern und Engeln glaubt, der ist gleich dem, der da wohl kennt den Monarchen, dass er überaus gut ist, aber aus Furcht, es möchte dem Monarchen vielleicht doch nicht recht sein, dass er ihn selbst belästigen würde mit seiner vermeintlichen Ungeschicklichkeit, so schlingt er sein
Band um andere Schutz- und Hilfswesen und glaubt am Ende, dass diese ihm in allem Ernst allein geholfen oder ihn vor Gefahren geschützt haben, während doch nur der Monarch als der Hauptbauherr dem Schwachgläubigen seine Hilfe und seinen Schutz durch diejenigen hat zuteil werden lassen, auf welche sich der Schwachgläubige berufen hat.
Denkt das einmal so recht in euch! Ihr wisst, dass alle Menschen und alle Geister und Engel nichts sind, als von Mir frei getragene Gedanken, die allezeit ihr Leben und ihr alles aus Mir haben, und zwar ein jeder so viel, als es Meiner ewigen Ordnung gemäß für ihn gerade am zweckdienlichsten ist. Wenn aber nun einer kommt zu dem andern und sagt ihm: „Helfe mir in diesem und jenem!“ – und wenn dann der andere dem Anrufenden wie aus sich helfen will, ist das nicht gerade so, wie wenn ein Blinder den andern führen und ein Toter dem andern das Leben einhauchen oder ein Übertrauriger den andern Übertraurigen trösten möchte? Ich sage euch, es hat jeder Mensch, Geist und Engel genug, dass er für sich steht, und hat auch nicht ein Atom mehr, dass er aus sich für einen anderen stehen könnte.
Wer aber zu Mir kommt, mit was immer für einem Bedürfnis und schlingt das lebendige Band des Glaubens um Mich, den allein Lebendigen, wie soll dem nicht werden, darum er sich mit Mir durch den lebendigen Glauben verband?
Es gibt demnach auf dem Weg der reinen Wahrheit nur einen einzigen wahren Schutzgeist – und dieser bin Ich Selbst!
Alle anderen „Schutzgeister“ rühren her von einem durch gewinnsüchtige Anstalt der äußeren Kirche hervorgerufenen Schwachglauben.
Da sich aber Menschen darauf berufen haben, sich noch jetzt berufen und in die Zukunft berufen werden, so bleibt vorderhand, um die Freiheit der Menschen unbeschadet zu lassen, nichts anderes übrig, als den Schwachgläubigen auf dem Weg der vermeintlichen Dazwischenkunft (Mittlerschaft) Meine Hilfe und Vorsehung angedeihen zu lassen.
Auf der andern Seite müsst ihr aber nicht denken, dass deswegen die Liebetätigkeit der Seligen aufhört. Sie ist nur nicht also beschaffen, wie es der Schwachglaube lehrt. Sondern weil alle die Seligen in Mir sind, wie Ich in ihnen, so sind sie auch von einer
und derselben Liebe ihres heiligen Vaters beseligt und für alle ewige Zeiten belebt.
Es lebt nicht ein Mensch auf dieser Erde, dem nicht Geister aus einer besseren Welt beigegeben wären. Und diese Geister sind auch beständig bemüht, denjenigen, zu dem sie beschieden sind, zum Licht und zum Leben alles Lebens zu führen. Aber woher rührt und was ist dieses überaus liebtätige Bestreben solcher Geister? – Bin nicht Ich es, der alles dieses in ihnen wirkt? Wie ist es hernach doch ungerecht, wenn der Mensch Mich umgeht und Hilfe sucht bei denen, die aus sich nichts haben, sondern alles nur aus Mir!
Was will aber der Mensch anderwärts suchen, wenn er weiß, dass Ich als der Aller-höchste mit ihm ein Mensch, ja ein Bruder sogar werden mochte, damit er daraus
ersehen sollte, dass Ich, mehr denn ein jeder Mensch, von ganzem Herzen demütig und
sanftmütig und überaus herablassend bin und nicht bin ein Gott in der Ferne, sondern ein Vater und Bruder euch zuallernächst – so dass euer eigenes Leben euch ferner ist, als Ich Selbst.
Es sei denn, dass der Mensch im Ernst lebensscheu geworden ist und hat sich mit dem Tod befreundet, dass er dann nicht mag das wahre Leben ergreifen und greift in die Ferne und durch große Umwege nach dem, was ihm doch zuallernächst ist und ihn beständig sozusagen auf den Händen trägt. Denn auf eine andere Art möchte es wohl die
höchste Weisheit (gleich also wie einen viereckigen Kreis) als rein unmöglich finden, dass ein Mensch, der das Leben liebt, es nicht vor allem (da er es doch kann, so er es nur will) in der Wurzel erfassen möchte.
Geht aber zurück und fragt ein jegliches Evangelium, fragt alle Apostel und andere Verbreiter Meines Wortes und zeiget Mir irgendeine Stelle, in welcher da gelehrt wurde, sich auch an gewisse „Schutzgeister“ neben Mir zu halten. Oder heißt es im
Evangelium nicht vielmehr: „Kommt alle zu Mir, die ihr mühselig und beladen seid, denn Ich will euch alle erquicken!“
Ist in dieser Einladung jemand ausgenommen oder jemand dem Schutz der Engel anbefohlen? – Gewiss nicht! – Was da gesagt ist, ist gesagt für die ganze Unendlichkeit und für die ganze Ewigkeit!
Wer aber von euch möchte dann noch behaupten, dass dieses Mein Wort nicht vollkommen ist, oder dass Ich damals nicht alles gehörig erwogen habe und Mich erst in späterer Zeit eines besseren besonnen? – Eine solche Mutmaßung würde sogar jeden
weltlichen Herrscher ärgerlich machen, der doch unvollkommen ist in jeglichem Wort aus sich. Wie möchte sie dann, auf Mich angewendet, sich ausnehmen!?
Seht, daher ist ein solcher (Schutzpatronen-)Glaube gleich einer Schmarotzerpflanze auf dem Baum des Lebens. – Wer aber möchte behaupten, dass die Schmarotzerpflanze von irgendwo anders, denn aus dem Baum, auf dem sie sitzt, ihr Leben saugt?
Was aber ist die Frucht des Baumes, und was die Frucht der Schmarotzerpflanze? – Nur auf dem Baum wächst die wahre Frucht. Wer sie isst, dem gereicht sie zum Leben. Aber was die Frucht der Schmarotzerpflanze betrifft, so kann ihr Saft höchstens dazu dienen, um, wenn es möglich wäre, selbst die Vögel des Himmels für den Tod zu fangen.
Seht,  also geht es mit allem, was nicht mit Mir sich verbindet, d.h. das nicht mit Mir vom Grund aus auferbaut wird! Da ist das eine entweder ein übertünchtes Haus oder es ist eine Schmarotzerpflanze auf dem Baum des Lebens, wovon eines so viel nütze ist wie das andere.
Ich allein bin der Weg, die Wahrheit und das Leben! Wer nicht mit Mir sammelt, der zerstreut!
Eine Rebe, die vom Weinstock getrennt ist, wird sie nicht alsobald verdorren und nie eine Frucht bringen? – Wer daher etwas benötigt, der komme zu Mir und glaube, so wird er es erhalten!
Wen irgendein Zweifel drückt, der denke, dass der Zweifel nur eine Folge dessen ist, dass jemand nicht mit Mir wandelt und sich nicht von Mir ziehen lässt. Wer aber einen Zweifel hat, der komme zu Mir und glaube, so wird ihm Licht werden in dem, worüber er gezweifelt hat.
Wer da blind ist und taub und lahm und gichtbrüchig und stumm und besessen, der komme zu Mir und glaube, so wird er gewiss die allersicherste Hilfe finden!
Aber wohlgemerkt, Ich bin kein kleiner, sondern ein übergroßer Gott. Wer Mich daher erfassen will, der breite seine Arme weit aus, d.h. der muss Mich vollkommen umfassen und nicht nur denken, dass Ich helfen könnte, so Ich wollte. Sondern er muss denken,
dass Ich auch allezeit am allermeisten helfen will. – Wenn er solches in sich vereinigen wird, so wird sein Glaube erst recht lebendig.
Es dürfte aber vielleicht, d.h. nach eurem Maßstab gesprochen, hie und da manchem beifallen, dass er seinen Glauben bezöge auf so manche Schutzgeister- Erscheinungen, besonders auf die im Reich des sogenannten Somnambulismus vorkommenden.
Da sage Ich: Diese bei solcher Gelegenheit vorkommenden schutzgeisterhaften Erscheinungen sind nichts anderes als Schöpfungen des eigenen Glaubens und haben große Ähnlichkeit mit jenen Träumen, in welchen dem Menschen unter allerlei
Umständen das bildlich und lebendig zu Gesicht kommt, worüber er im wachen Zustande äußerst lebhaft, nicht in seinem Verstand, sondern in seinem Gemüt, gedacht hat. Wie aber auf der einen Seite diese Traumgebilde etwas sind, so ist auch solche besagte Erscheinung bei den Somnambulen nicht bloß eine leere Erscheinung, sondern sie ist auch etwas Wirkliches. – Aber was ist dieses Wirkliche? – Dieses Wirkliche ist nichts als eine Schöpfung des eigenen Glaubens in Verbindung mit der alles realisierenden Liebe. Denn es kann kein Mensch bei was immer eine Hilfe suchen, dass er nicht zuvor glaubte und dann dasselbe mit seinem Gemüt liebend und vertrauend umfasste. Und es kann schon ein materieller Bildner keine Figur zuwege bringen, die er nicht zuvor gewisserart in sich selbst erschaffen hat.
Wie hat er es aber erschaffen? – Er dachte sich zuerst irgendeinen Gegenstand. Dieser Gegenstand behagte ihm. Da er ihm aber behagt, so erfasst er ihn in seinem Gemüt und war gewisserart verliebt in seine Idee. Wie er aber seine Idee mit der Liebe umfasst hat, so wird er sie auch, wenn er anders die Fähigkeit dazu besitzt, unfehlbar ins Werk setzen.
Nun seht, also geht es mit allen Erscheinlichkeiten, besonders in dem sogenannten somnambulen Zustand, in welchem nur dann die Gesichtstäuschungen aufhören und die Eigenschöpfungen sich wie Nebel verflüchtigen, wenn nicht nur die Seele, sondern der lebendige Geist der Somnambulen erwacht, in welchem Zustand (der freilich etwas selten vorkommt) dann die Somnambulen gar wenig mehr von all den früher beobachteten „Schutzgeistern“ usw. Erwähnung machen werden, da der Geist im klaren
Schauen nur den einzigen und alleinigen großen Schutzgeist aller Schutzgeister sieht, hört und anerkennt.
Was aber neben den somnambulen (Schutzgeister-)Erscheinungen noch jene mönch-schwärmerischen betrifft, da werdet ihr doch schon selbst so viel weise Klugheit besitzen und nicht, gleich den Heiden, des übertörichten Glaubens sein, alle diese
Schwärmereien an der lichtvollsten Seite Meines Wortes als bare Münze anzunehmen und am Ende gar noch eines Viertelsglaubens sein, als könnten sogar hölzerne, steinerne und gemalte Bilder von gewissen „Schutzpatronen“ euch eine Hilfe leisten.
Ich sage euch: Ein solcher Glaube ist nicht um ein Haar besser als jener der Baalsdiener! – Wenn der lebendige Mensch, schon seinem Bruder nicht helfen kann, und es in der Schrift heißt, dass alle Menschenhilfe nichts nütze – was sollte da erst ein geschnitztes Holz oder eine andersartige tote Materie leisten?
Oder möchtet ihr etwa gar der Meinung sein, es stecken bei solchen helfenden Gelegenheiten die „Schutzgeister“ selbst in ihren materiellen Abbildern? – Davon
mag euch dieses wenige zur Übergenüge verneinend überzeugen.
Nehmet z.B. das beste Bild, das Mich Selbst am Kreuze hängend darstellt, zählet alle die Kruzifixe in der katholischen und auch andern christlichen Welt, deren es schon manches mal in einem einzigen Hause mehrere Dutzende gibt von verschiedener Größe – sollten nun alle diese Bilder zusammen mehr helfen als eines, oder sollten die größeren mehr Kraft haben als die kleineren?
Oder sollten vielleicht die geweihten Christusse kräftiger sein als die ungeweihten – und das geweihte Bild in einem Hochaltar noch bei weitem kräftiger, als ein anderes in einer Seitenkapelle?! – Sehet ihr die Albernheit nicht auf den ersten Blick?
Wenn aber schon Ich, als der lebendige Helfer Selbst, keines Menschen, ja nicht einmal eines Engels und noch viel weniger eines geschnitzten Bildes bedarf (denn so Ich helfe, da helfe Ich im Geist und in der Wahrheit, nicht aber im Holz, im Stein und in der Farbe!) – was können demnach erst die Abbilder der „Schutzgeister“ für Kraft und Wirkung haben, da die „Schutzgeister“ selbst an und für sich durchaus keine helfende Kraft und Wirkung haben?
Setzen wir aber den Fall, sie hätten nach dem Schwachglauben irgendeine helfende Kraft aus sich, würden aber angefleht zu gleicher Zeit von vielen hunderttausend Menschen, die da knien vor ihren Bildnissen – wie müsste da ein solcher unteilbarer Schutzgeist durch alle seine Bildnisse herumblitzen, um mit seiner Hilfe nirgends zu spät zu kommen!
Oder meinet ihr, ein Geist kann überall gleichzeitig gegenwärtig sein? – Der ewige Geist kann solches wohl, da alle Dinge in Ihm sind. Aber ein geschaffener Geist wird solches ewig nie können, dieweil er, im Verhältnis zu Mir, nur ein endlicher Geist ist.
Welcher Mensch aber kann tausend Gedanken auf einmal denken? – Es ist aber das Denken ja nur ein Werk des Geistes und ein Schauen der Seele, die da in sich aufnimmt entweder die Gedanken oder, besser, die geistigen Werke aus dem Geist, wie äußerlich die großen Gedanken oder sichtbaren Werke des ewigen Gottesgeistes. So aber in euch der Geist nur einfach oder nacheinander einen Gedanken um den andern denken kann, so ist er ja selbst nur einfach und unteilbar und kann dadurch Meine Werke, die Ich mit einem Gedanken in der größten Klarheit festhalte, nur nach und nach erschauen und wird mit diesem Erschauen auch in alle Ewigkeiten nicht fertig werden. – Wie möchte er erst hernach als irgendein „Schutzpatron“ in all den Bildnissen gleichkräftig helfend und auch gleichzeitig zugegen sein?
Es werden aber die (Menschen-)Geister, die in die andere Welt gelangt sind, nur mühsam geheilt von dieser Schutzgeister-Krankheit. Und es geschieht sehr oft, dass ihnen alle die vermeintlichen „Schutzgeister“ müssen aus dem Wege geräumt werden. Denn wenn solches nicht geschähe, so würden Mich die meisten Römisch- Katholischen fliehen und sich zu ihren Schutzgeistern wenden.
Ich darf nicht weit zurückgreifen, sondern gerade jetzt, da ihr dieses schreibt, rennen die armen Geister bunt durcheinander und suchen ihre „Patrone“ mit allem Eifer. Mich aber, der Ich ihnen sichtbar wie ein Bruder und liebevollster Vater entgegenkomme und ihnen zurufe, dass nur Ich es bin, den allein sie zu suchen und zu finden haben, Mich fliehen sie in allem Ernst, und die Mutigeren bitten Mich sogar, Ich möchte sie zu ihren Schutzgeistern bringen.
Seht, wenn solche Torheit sogar bei den Geistern, die schon jenseits wohnen, sich also stark vorfindet, welche Belege gegen solche Torheit mögen dann wohl all die („Schutz-geister-)Erscheinungen“ auf dieser materiellen Welt liefern, und zwar dem, der nach dem Geist der lebendigen Liebe und der lebendigen Wahrheit im Glauben trachtet?
Daher, so euer Haus schadhaft ist oder ihr irgendeinen Schaden befürchtet, so wendet euch nur allezeit an Mich, der Ich bin der allerverständigste Seelenhausbaumeister und der am sichersten helfende Schutzgeist aller Schutzgeister – und ihr könnt versichert sein, dass, wenn Ich ein Haus niederreiße, Ich es auch zu den allerbilligsten Preisen und am allerehesten werde gewiss fest genug wieder aufzubauen vermögen.
Und denket, dass ein Monarch wie Ich durchaus keine Vermittler benötigt, sondern: Ich bin alles in allem Selbst!
Und wer zu Mir will, der komme, und er wird Mich allzeit zu Hause treffen, und zwar gerade also, wie wenn Ich nichts zu tun hätte, als dem Mich Suchenden allein zu dienen.
Also vertraut und baut auf Mich! Denn Ich bin ein fester Grund! Wer auf diesen Grund baut, dessen Haus wird ewig nimmer leck werden. Denn wer das Material aus Mir nimmt, der hat es lebendig, wie Ich Selbst der allein Lebendige bin und das Leben gebe jedem, der es bei Mir sucht.
Sucht es auch ihr bei Mir, so werdet ihr leben ewig! Amen. – Das sagt, der allein das Leben hat und gibt. Amen".  (HiG.01_41.06.26.b)

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