Jakob Lorber: Das Reich Gottes - Der Prophet Jakob Lorber

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Das Reich Gottes und worin es besteht


„Die vollkommene Befolgung des erkannten Willens Gottes ist das wahre Reich Gottes in euch! Aber die Befolgung des erkannten Willens Gottes ist nun eben nicht so leicht, wie du dir das vorstellst, denn die Weltmenschen stemmen sich sehr dagegen und verfolgen die wahren Bewerber ums Reich Gottes. Darum muss derjenige, der das Reich Gottes sich völlig aneignen will, vor denen keine Furcht haben, die nur des Menschen Leib töten, aber der Seele nicht schaden können; der Mensch aber fürchte vielmehr Gott, der nach Seiner ewig unwandelbaren Ordnung auch die Seele in die Hölle verstoßen kann!
Wer Gott mehr fürchtet als die Menschen und trotz der Verfolgung, die ihm die Menschen antun können, den erkannten Willen Gottes tut, der ist es, der das Reich Gottes mit Gewalt an sich reißt; und wer das tut, der wird es auch unfehlbar überkommen.
Dazu aber kommt noch etwas, das da auch zur gewaltigen Ansichziehung des Reiches Gottes gehört, und das besteht darin, dass der Mensch sich in allen Dingen der Welt möglichst tief selbst verleugne, allen seinen Beleidigern von Herzen verzeihe, auf niemanden einen Groll oder Zorn habe, für die bete, die ihm fluchen, denen Gutes erweise, die ihm Übles antun, sich über niemanden erhebe, die dann und wann über ihn kommenden Versuchungen geduldig ertrage und sich enthalte von dem Fraß, Völlerei, Hurerei und Ehebruch. Wer das bei sich ausübt, der tut dem Reich Gottes auch Gewalt an und reißt es mit Gewalt an sich.
Aber wer wohl auch Gott erkennt, Ihn über alles achtet und liebt und auch seinen Nächsten wie sich selbst, aber dabei doch die Welt auch achtet und fürchtet und sich nicht getraut, offen Meinen Namen zu bekennen, weil ihm das irgendeinen weltlichen Nachteil bringen könnte, der tut dem  Reich Gottes keine Gewalt an und wird es sogestaltig auf dieser Welt auch nicht völlig überkommen und dann jenseits noch manche Kämpfe zu bestehen haben, bis er vollendet wird.
Wer da nun weiß und glaubt, dass Ich der verheißene Messias bin, der muss auch das tun, was Ich lehre, gelehrt habe und noch fürder lehren werde, ansonsten ist er Meiner nicht wert, und Ich werde ihm bei der Ausbildung seines inneren Lebens nicht sonderlich behilflich sein. Ich aber bin das Leben der Seele durch Meinen Geist in ihr, und dieser heißt die Liebe zu Gott. Wer sonach Gott über alles liebt und darum auch allzeit Seinen Willen tut, dessen Seele ist erfüllt mit Meinem Geist, und dieser ist die Vollendung und das ewige Leben der Seele.
So aber da jemand Mich kennt, aber dabei dennoch die Welt fürchtet und bei sich sagt: ,Ja, ich erkenne den Messias wohl gar sehr und glaube heimlich an alles, was Er lehrt, und tu es auch; aber weil die Welt schon einmal so ist und man doch mit ihr leben muss, so lass ich äußerlich vor der Welt nichts von dem merken, was ich in mir geheim bekenne, auf dass mir niemand etwas Arges nachreden kann!‘, der ist kein rechter Bekenner Meines Wesens und Namens und hat die wahre und ganz lebensvolle Liebe zu Gott noch nicht und wird sogestaltig in diesem Erdenleben schwer in sich die Fülle des Reichs Gottes überkommen, denn die Fülle des Reichs Gottes besteht ja eben in der höchsten Liebe zu Gott, und diese hat keine Furcht oder Scheu vor der Welt.
Wer Mich vor der Welt bekennt, so es not tut, den werde auch Ich bekennen vor dem Vater im Himmel; wer Mich aber nicht bekennt auch vor der Welt, wenn es not tut, den werde auch Ich nicht bekennen vor dem Vater im Himmel.“


[GEJ.07_127,03-09]


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