Jakob Lorber - Partnerwahl und Ehe - Der Prophet Jakob Lorber und seine Verkündungen ... Jakob Lorber

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Jakob Lorber - Partnerwahl und Ehe

Themen > Ehe und Familie > Ehe und Partnerschaft
Was sagen Bibel und Neuoffenbarung Jesus durch Jakob Lorber
zur Partnerwahl, Ehe und Sexualität?

Früher sah man in der Ehe ein Geschenk und die Aufgabe, eine sich verpflichtende, dauerhafte und gottgefällige Partnerschaft zwischen Mann und Frau zu führen.

Nun fand in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die sogenannte „sexuelle Revolution“ statt, unter der sich ein historischer Wandel der öffentlichen Sitten- und Sexualmoral im Sinn einer Enttabuisierung sexueller Themen, zunehmende Toleranz und Akzeptanz unterschiedlichster sexueller Bedürfnisse und Orientierungen unter den Geschlechtern vollzog. Großen Einfluss hierauf hatte der Sexualforscher Alfred Kinsey, der mit „Das sexuelle Verhalten des Mannes“ und „Das sexuelle Verhalten der Frau“ in den 50er Jahren für großes Aufsehen sorgte. In den 68er-Jahren sagte sich die Flower-Power-Bewegung von alter „Prüderie“ los und proklamierte mit der sexuellen Freiheit, innerhalb derer alles erlaubt sein sollte, was Spaß macht, ein freies Zusammenleben von Paaren gleich welcher Art. In der Folge wurden sexuelle Tabus und Grenzen mehr und mehr niedergerissen, der Ehe ihre Bedeutung genommen, homosexuelle Ehen erlaubt, lesbische und schwule Lebensweisen zur Diskussion in den Schulunterricht eingeführt, Eltern, die sich gegen derartigen sexuellen Unterricht wehren und ihre Kinder hierzu nicht in die Schule schicken, verhaftet. Eine ehesittsame und sexuelle Moral scheint es nicht mehr zu geben, obwohl gerade die Sexualkraft von einer ungeheuren Bedeutung für den Menschen ist, denn sie ist die feinste und gleichzeitig auch stärkste Energie in ihm, die ihm nicht nur zur Fortpflanzung oder gar lediglichen sinnlichen Triebbefriedigung, sondern vor allem zur seelisch-geistigen Weiterentwicklung gegeben ist.
Um sie vor Missbrauch zu schützen, wurde ihr das Schamgefühl hinzugegeben, das ihr wie eine Schutzmauer einen natürlichen Halt für die körperliche, seelische und geistige Entwicklung gewährleisten sollte. Durch den Verfall von Moral und Sitte wurde jedoch ihre Bedeutung mehr und mehr ignoriert und diese Schutzmauer eingerissen. Mit dem heute vorherrschenden Prinzip, die Befriedigung seiner Sinne und Triebe allem anderen voran zu stellen, wird gebilligt und für normal gehalten was gar nicht normal ist. Der zur Egobefriedigung degradierte Geschlechtsverkehr wird zu einem zentralen Thema und Ziel des Lebens deklariert, Menschen, die an entgegen sprechenden Moral- oder Glaubensfeststellungen festhalten, werden als ‚nicht normal‘ abgestempelt, wodurch deren seelisches Gleichgewicht und Sicherheitsgefühl nicht selten ins Wanken gerät und Unsicherheit entsteht. Psychologische und sexuologische Behauptungen werden verbreitet, keiner könne ohne regelmäßigen Geschlechtsverkehr normal leben und fordern offen beim Fehlen eines Partners zur Selbstbefriedigung auf.
Wenn sich jedoch die ganze Sexualkraft als die eigentliche Grundkraft des Lebens lediglich auf die Befriedigung des Geschlechtstriebes ausrichtet, so wird dadurch auch das Wollen in diese Ausrichtung gebunden und verhindert dadurch eine höhere geistige Entwicklung. Denn anstatt die Sexualkraft durch die Beschränkung des Geschlechtstriebes zur reinen Fortpflanzung in ihrem darüber hinaus gehenden Maß nach innen zur geistigen Weiter- und Höherentwicklung zu wenden, wird sie nach außen verpufft, was in der Folge zu einer körperlichen, seelischen und geistigen Schwächung führt, und die dadurch ermattete Seele kann sich nicht mehr zu Geistig-Höherem emporschwingen.

Nach den früheren Moralvorstellungen gehörte die Sexualität in die Ehe als eine geordnete Partnerschaft, die jedoch durch die gesellschaftliche Wandlung an Bedeutung verloren hat. Im Nachfolgenden wollen wir betrachten, was uns die Bibel und Neuoffenbarung Jesus durch Jakob Lorber zu diesem Thema sagen.


Teil I Ehe und Partnerschaft

Einführung
1. Grundsätzliches
2. Die Partnerwahl
   2.1. Grundlegende Verhaltensregeln
   2.2. Zum Mann
   2.3. Zur Frau
3. Die Ehe
   3.1. Grundlegendes
   3.2. Voraussetzung für die Ehe
   3.3. Was ist vor Gott eine gültige Ehe?
   3.4. Ehebruch und Scheidung
   3.4.1. Was ist Ehebruch?
   3.4.2. Gibt es eine vor Gott gültige Ehescheidung?
   3.5. Ehepflichten
   3.5.1. Unterhaltszahlung und Fürsorgeplicht
   3.5.2. Schwagerehen
   3.5.3. Wiederverheiratung nach Tod des Ehepartners
Anhang:
  Ehesegen
  Gelöbnis einer Frau zur Vermählung


Teil II Sexualität

1. Die Sexualkraft - Grundkraft des Lebens
2. Sexualität nach Gottes Ordnung
2.1. Das erste Menschenpaar
2.2. Kain und Abel
2.3. Die Erzväter
2.4. Die Notwendigkeit des Sexualtriebes
2.5. Die Sexualkraft ist zum Kinderzeugen gegeben
2.6. Die Zeugung soll grundsätzlich innerhalb der Ehe geschehen
2.7. Seelische Reife als Voraussetzung
2.8. Seelenverwandtschaft
2.9. Erlaubte Ausnahmen
2.10. Auswirkung der Zeugung auf das Kind
2.11. Ist künstliche Befruchtung erlaubt?
2.12. Ist Empfängnisverhütung erlaubt?
2.13. Ist Abtreibung erlaubt?
3. Sexualität außerhalb Gottes Ordnung
3.1. Unerlaubter Beischlaf
3.2. Ehebruch
3.3. Vielweiberei
3.4. Beischlaf unter Ledigen
3.5. Unkeuschheit
3.6. Unzucht und Hurerei
3.7. Unzucht
3.8. Fleischeslust Wollust
3.9. Fleischeslust Geilerei
3.10. Hurerei
3.11. Hurerei, Unzucht, Geilerei und Wollust sind die schlimmsten Laster
3.12. 'Augenlust' und wollüstige Gedanken
3.13. Kleidung und Nacktkörperkultur
3.14. Selbstbefriedigung
3.15. Homosexualität
3.16. Pädophilie
3.17. Sodomie
3.18. Wenn Sex zur Sucht wird
4. Folgen ordnungswidrig ausgeübter Sexualität
5. Bestrafung von Triebtätern
6. Reinigung und Gottes Hilfe
7. Mittel gegen Sexualtriebe
8. Rechte Sexualerziehung

Ausarbeitung 08/2013; aktualisiert 07/2015



Teil I Ehe und Partnerschaft

1. Grundsätzliches

„Und Gott der Herr sprach: Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei; ich will ihm eine Gehilfin machen, die um ihn sei.“ (1. Mo 2,18)

„Meine Ordnung zu eurer höchsten Vollendung aber will es, daß […] ein jeder von euch, um vollkommen zu sein in allem, ein Weib habe, auf daß da erfeste für ewig seine Weisheit und aufnehme das Licht, das der Flamme der Liebe im eigenen Herzen entströmt! Denn ein Weib ist wie ein Gefäß, aber ein geistiges Gefäß zur Aufnahme und Aufbewahrung des Lichtes aus euren Herzen. Zugleich aber ist das Weib eine Magd in der Lebensküche des Herzens und unterhält das heilige Lebensfeuer auf dem Herd, den Ich in euren Herzen erbaut habe. Und so müsst ihr euch nun auch jeder ein Weib nehmen und mit ihm völlig eins sein für ewig!“ (BM.01_202,03-04)

„Der Herr […] spricht zum armen Bruder: Siehe, du hast noch kein Weib, es ist aber eines schon auf dem Erdkörper für dich bestimmt. Wenn dieses hier ankommen wird, da sollst du mit demselben in die Ehe treten.“ (GS.02_008,30)

„Da ließ Gott der Herr einen tiefen Schlaf fallen auf den Menschen, und er schlief ein. Und er nahm seiner Rippen eine und schloss die Stätte zu mit Fleisch. Und Gott der Herr baute ein Weib aus der Rippe, die er vom Menschen nahm, und brachte sie zu ihm. Da sprach der Mensch: Das ist doch Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch; man wird sie Männin heißen, darum dass sie vom Manne genommen ist. Darum wird ein Mann Vater und Mutter verlassen und an seinem Weibe hangen, und sie werden sein ein Fleisch.“ (1. Mo 2,21-24)

„Nun ist aber die Eva aus der Überfülle dieses Adamischen Außenlebensäthers, dem zarten leiblichen Wesen nach, entstanden; und da dieser Lebensäther aus der Gegend der Rippen und der Brustgrube ausdunstet und hernach den Menschen weithin allseitig umgibt, so konnte ein Moses, dem die entsprechende Bildsprache höchst geläufig zu Gebote stand, die Eva ganz richtig aus einer Rippe Adams entstehen lassen und von Gott dem Adam die Wunde mit dem Fleische der Eva zudecken oder vertreten lassen. Denn eben die Eva war ja das aus dem Außenlebensäther Adams gewordene Fleisch, mit dem Gott dem Adam den Abgang seines Außenlebensäthers ersetzte und ihm sonach die wunde Stelle mit dem Adam höchst angenehmen Fleische der Eva zudeckte, was denn eigentlich auch ein Fleisch Adams war.“ (GEJ.04_162,11)

„Und siehe, da wehte ihn, unsichtbar seinen noch blinden Augen der Seele, die ewige Liebe an, und er schlief zum ersten Mal in der Anmut der erbarmenden Liebe ein. Und die Anmut der erbarmenden Liebe formte im Herzen des Adam, gleichsam wie in einem süßen Traum, eine ihm ähnliche Gestalt von großer Anmut und ebenso großer Schönheit. Und die ewige Liebe sah, daß der Adam große Freude fand in sich durch die innere Anschauung seines zweiten Ichs. Da rührte ihn die erbarmende Liebe an der Seite, da ihm gegeben ward ein Herz gleich dem Herzen der Gottheit zur Aufnahme der Liebe und des Lebens aus der Liebe in Gott, und nahm ihm dadurch die Eigenliebe, um für Sich Selbst eine Wohnstätte zu bereiten durch das künftige Gesetz der erbarmenden Gnade, und stellte die Eigenliebe, an der er großes Wohlgefallen fand in sich, außer seinem Leib körperlich und hieß sie ,Caiva‘ oder, wie ihr schon gewohnt seid zu sagen, ,Eva‘, das ist so viel als die vorbildende Erlösung von der Selbstsucht und die daraus hervorgehende Wiedergeburt.“ (HGt.01_007,10-11; s.a. HGt.01_040,28-30)

„Denn der Mann ist nicht vom Weibe, sondern das Weib vom Manne. Und der Mann ist nicht geschaffen um des Weibes willen, sondern das Weib um des Mannes willen. […] Doch ist weder der Mann ohne das Weib, noch das Weib ohne den Mann in dem Herrn; denn wie das Weib vom Manne, also kommt auch der Mann durchs Weib; aber alles von Gott.“ (1. Kor 11,8-12)

„Die Eva ging samt Leib und Seele aus dem Adam hervor; und in diese zweite Seele wurde auch ein unsterblicher Geist gelegt, und so wurden aus einem Menschen und aus einer Seele zwei und waren dennoch ein Fleisch und eine Seele“ (Er.01_053,04).

„,Das Weib‘, heißt es, ,ward geschaffen aus der Rippe Adams‘ […] Das hartnäckigere Geistige, das mehr Sinnliche, Stolze und Hochmütige des Mannes ward durch Gottes Weisheit und Macht aus dem Mann geschieden und in einer dem Manne ähnlichen weiblichen Form dargestellt, die, als aus dem Mann stammend, mit ihm in einer lebendigen Entsprechung steht und dadurch und durch den Akt der Zeugung zur Erweckung einer lebendigen Frucht in ihr nach dem allmächtigen Willen Gottes fähig ist und, da ihr als dem harnäckigeren geistigen Teil des Mannes ein größeres Leiden auferlegt ist, ihren Geist ebenso vollenden kann als der Mann seinen sanfteren, – wodurch es dann nach der Schrift auch geschehen kann und geschieht, daß am Ende Mann und Weib eins werden. Denn der Ausdruck, daß Mann und Weib dann einen Leib haben, heißt doch sicher nichts anderes als: Obschon des Weibes Wesen der hartnäckigere Teil des Mannes ist, so wird es aber durch die im Verhältnisse stärkere Probung am Ende dem ohnehin sanfteren Geistteil des Mannes vollends gleich, und das ist es, was das besagt, daß Mann und Weib haben einen Leib. – Was sagst Du, o Herr, dazu? Habe ich diese Sache wenigstens annäherungsweise richtig erfaßt oder nicht?“ Sage Ich: „Ganz vollkommen gut und wahr! Also ist es, und also auch sollte die Schrift im wahren Geiste gelesen werden und verstanden sein, so wäre es mit allen Menschen gut reden und zu ihrem ganz alleinigen Besten aus den Himmeln handeln!“ (GEJ.01_166,04-07).

„Das Weib aber, das Ich dir hier geben werde, liebe also wie dich selbst. Sei eins mit ihr, auf daß du mit ihr darstellst einen vollkommenen Menschen, welcher ist in dem vollkommenen himmlischen Wahren und Liebtätigkeitsguten. In diesem Weib wirst du fühlen die Macht deiner Liebe zu Mir und das Weib die Macht Meiner Weisheit in Dir; und so werdet ihr sein wie eins in Meiner ewigen Liebe und Weisheit. Der höchste Grad eurer Wonne wird dann sein, wann immer ihr in der Liebe zu Mir völlig eins werdet.“ (GS.01_100,09-10)

„Das Weib aber, das Ich dir hier geben werde, liebe also wie dich selbst. Sei eins mit ihr, auf dass du mit ihr darstellst einen vollkommenen Menschen, welcher ist in dem vollkommenen himmlischen Wahren und Liebtätigkeitsguten. In diesem Weib wirst du fühlen die Macht deiner Liebe zu Mir und das Weib die Macht Meiner Weisheit in Dir; und so werdet ihr sein wie eins in Meiner ewigen Liebe und Weisheit. Der höchste Grad eurer Wonne wird dann sein, wann immer ihr in der Liebe zu Mir völlig eins werdet.“ (GS.01_100,09-10)

„[…] damit er durch das Weib, durch das er von sich selbst und also auch von Mir getrennt wurde, wieder völlig eins wird vor Mir.“ (HGt.02_088,04)

„So sind sie nun nicht zwei, sondern ein Fleisch. Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden.“ (Mt 19,6; Mk 10,9)

„Du wirst erst durch sie [Helena] ein vollkommener Mensch und Engel, und sie durch dich noch schöner, vollkommener und nützlicher! Ich gebe sie dir zu einem wahren himmlischen Weib, mit dem du stets weiser, glücklicher und seliger werden wirst. Reiche ihr daher deine Rechte und drücke sie an deine Brust! Und die Erfüllung dieses Meines Willens ist der ewige Segen für euch beide!“ (RB.01_124,10)

„Ihr Schatz besteht in einer unschätzbaren Fülle der Liebe, und dein Schatz [Robert Blum] an Weisheit ist auch nicht der kleinste. Wohl bist du nur mit Tropfen gespeist worden, wo sie Ströme in sich eingesogen hat. Aber so du einen solchen Tropfen in die Fülle ihrer Liebe tauchen wirst, wird daraus eine Unzahl von Wundern und neuen Geschöpfen und Werken entstehen, an denen du dich nimmer wirst satt sehen können. Du wirst darin erst Meine Macht, Größe, Liebe und Weisheit in aller Fülle stets mehr zu ersehen und anzubeten beginnen. Denn alles, was mit dir bisher geschah, das war nur eine nötige Vorbereitung zu dem, was du von nun an beginnen wirst. […] Spricht Helena: „[…] Deine Weisheit vermähle sich mit meiner in Gott reif gewordenen Liebe! Und werden wir so dann eins vor Gott, so werden wir ein wahrhaftiges Ehepaar im Himmel und werden als ein solches wirken nach der Ordnung Gottes!““ (RB.02_188,03-08)


2. Die Partnerwahl

2.1. Grundlegende Verhaltensregeln

„Haus und Güter vererben die Eltern; aber ein vernünftiges Weib kommt vom Herrn.“ (Spr 19,14)

Die Partnerwahl soll mit Gott erfolgen.
„Die Menschenliebe, siehe, liebe Gabiela, ist kein nütze, wenn sie nicht aus Meiner Liebe stammt. So du aber aus Mir zu jemandem dich hinneigen möchtest, da siehe, ob er im Besitz Meiner Liebe ist! Ist er das, so ist er dir gleich und deinem Herzen der Nächste. Ist er's aber nicht, da betrachte ihn als einen irrenden Bruder, der noch zwischen Himmel und Hölle wandelt und seine Augen mehr auf Abgründe ewiger Nacht als zu Mir, dem ihm noch völlig unbekannten „Vater“, richtet. Der Gerecht-Liebe-Lichte wird dich wenden zum Licht, woher du und der Liebe-Lichte im Geist stammt. – Der Abgrundforschende aber wird dein Auge kehren, dahin er sein eigenes gewendet hat. Wenn der finstere Abgrund sein Augenlicht verzehren und er beim nächsten Tritt in den Abgrund fallen wird, so wird sein Fall dich zum Mitfall zwingen. Und es möchte dann schwer halten, dich im Abgrund aller Nacht wiederzufinden und loszulösen von den Ketten, welche eine arge Weltliebe um dein zartes Herz geschmiedet hätte tausendfältig. Daher, Meine liebe Gabiela, liebe nur Mich! Ja sei oder werde ganz verliebt in Mich, gleich einer Magdalena! Und mit dem Herzen siehe nur Dem nach, den Ich dir, erfüllt mit Meiner Liebe, vorstellen werde! Jeden andern aber achte und liebe, insoweit auch er ein Mensch ist!“ (HiG.01_41.05.28,05-08)

„Wähle du mit Gott, da wirst du auf keine solche mehr kommen, die da gar lange schon über die Zahl der Gerechten steht.“ (HGt.02_202,15)

Nur die Liebe zählt.
„Lasst euch von der äußeren Form nicht mehr als von eurem Geist der Liebe leiten; denn die Form kann auch im Himmel verändert werden, je nach dem Wachstum der Liebe oder nach dem Bedürfnis irgend einer auszuführenden Liebetat; aber die Liebe bleibt ewig unveränderlich. Auch gewöhnt sich der äußere Sinn bald an eine noch so schöne Form, wo sie ihm dann gleichgültig wird. Die Liebe aber, da sie stets neue Weisheit und ein neues Wunder um das andere schafft, wird anziehender von Stunde zu Stunde, oder hier besser gesagt, von Weile zu Weile. Haltet auch daher stets an den inneren Geist der Liebe, der wird euch das wahre ewige Himmelsbrot sein und wird euch kräftigen und stärken stets mehr und mehr ohne Unterlass; denn solcher Geist in euren Herzen ist Mein Geist!“ (RB.02_255,02).

„So es aber einen Menschen gibt, der da sich nehmen möchte ein Weib, da er eines Weibes benötigt, aber er hat keine Liebe und sucht das Weib auch nicht mit der Liebe, sondern mit dem trocknen Weltverstand nur, – meinst du wohl, daß so ein Mensch jemals ein rechtes Weib voll Liebe zu ihm finden wird? Eine Törin, ja, die nicht den Menschen, sondern nur sein Gold ehelicht, um es dann mit andern zu vergeuden, wird er finden, aber ein Weib voll Liebe zu ihm nicht! Wer sonach aber ein Weib voll Liebe finden will, der muß es auch mit Liebe suchen.“ (GEJ.10_098,03)

„Am liebsten wäre ihr wohl so ein recht ansehnlicher, guter und in Jahren nicht zu sehr vorgerückter Mann. Aber da muß Ich nun schon offen gestehen, daß Ich im Ernst in dieser Beziehung wenig oder nichts tun kann. Denn da gegenwärtig bei Ehebestimmungen nicht der Mensch, sondern nur seine Wohlhabenheit dem Menschen gegenüber als ein Wert angesehen wird, und also nur das Geld den Mädchen Männer und den Junggesellen Weiber verschafft, so bin Ich rein überflüssig in diesen Angelegenheiten und habe das alles der Welt überlassen und sorge Mich darum gar nicht mehr, außer es müßte nur sein, daß sich jemand vollernstlich an Mich wendete und die Welt gänzlich aus dem Spiele ließe. Da freilich würde Ich solch eine Ehe segnen und fürs Fortkommen sorgen. Aber wenn sich zwei einander ehelichen Wollende fragen und sagen: „Wie viel hast du? Und wie viel Du? Und welche Ehrenstelle bekleidest du? Von was lebst du? Und wer sind deine Eltern? Sind sie etwa vom Adel, oder sonst einem ehrbaren Stand?“ – da ist es denn auch schon rein aus bei Mir! Denn das sind ja lauter Mir allerwidrigste, weltliche Dinge! Und es wird von Mir doch niemand verlangen wollen, daß Ich noch jemanden zu dem helfen solle, was ihn von Mir ganz abzieht und rein der Hölle zuwendet, von der gar viele nur höchst schwer und viele auch wohl gar nicht mehr entbunden werden können! Du siehst alsonach leicht, daß, so Mich eines oder das andere um einen Mann bittet, Ich solche Bitten nicht erhören kann, besonders wenn sich jemand schon etwas ausgesucht hat, will es aber dann dennoch von Mir haben. – Wer sich's schon genommen hat, wie sollte Ich dem das noch geben können, was er ohnehin schon hat?! Ich aber sage dir, du Mein Töchterchen, suche du vor allem nur Mich, trachte nach all' deinen Kräften mit aller „Welt“ fertig zu werden und erwarte dann von Mir alles andere – aber vollgläubig! – so wirst du mit allem versorgt werden!“ (HiG.02_48.02.20,02-05)

„Siehe weiter die Treulosigkeit der nur sich selbst liebenden Menschen! Meinst du, daß einer von denen, die sich dir erklärt haben, dich deiner selbst willen geliebt hat? – O glaube es Mir, sich selbst nur liebte ein jeder in dir! – Allein da in deiner besseren Brust das arge Auge deiner Erklärten sich in einer gewissen Hinsicht verkleinert erblicken mußte, so wurde es ihnen unbehaglich, da ihre Eigenliebe darunter litt und nicht minder stark ihre fleischliche Sinnlichkeit. Siehe, und daher wurden sie dir untreu! Und nun magst du trauern in deinem Herzen, daß Ich dich sorglich bewahrte und befreite von denen, die niemandem als nur sich selbst liebend treu sind?! – Ich sage dir aber: Freue dich vielmehr dessen, darum du trauerst! Und glaube Mir, daß du in deiner heiteren Brust durch die Heiterkeit in Mir doppelt genesen wirst und es dann Mir auch gar nicht schwer werden wird, dein Mir ergebenes Herz mit einem Mann zu belohnen schon hier, der dir ewig ein Engel des Himmels bleiben wird! Glaube es diesem Meinem Wort: Ich bin dir näher, als du dir je träumen möchtest! – Darum, so du Mich suchest mit der Liebe deines Herzens, die du an deiner Liebe Unwerte so reichlich verschwendet hast und noch verschwendest – fürwahr, schon lange hättest du Mich vollkommen gefunden!“ (HiG.02_41.12.17.a,12-14)

Erst aus der Liebe zu Gott heraus ist rechtes Lieben möglich.
„So aber steht es auch mit dem Gefühlsreichtum: Der Mann sammle nur sein Gefühl im Herzen und kehre es dann zu Mir; und wenn es die gerechte Kraftreife wird erlangt haben, dann wird er in Mir, dem Urgrund aller Dinge und somit auch aller noch so schönen Weiber, den allergenügendsten und allerbefriedigendsten Ersatz finden und wird dann mit diesem kraftvollsten Gefühl ein Weib in aller gerechten Kraft lieben können, und es wird ihn das Weib seines Nachbars auch nimmer anfechten.“ (HGt.03_064,15).

Gott ist das Wichtigste.
„Ist dir fremd geworden Meine Vaterstimme? Liebst du Mich nicht mehr also, wie du Mich geliebt hast in der Wiege? Gabiella Mein. Mußt Meiner nicht vergessen! Und nicht dein Auge und dein Herz schlank gewachsenen jungen Männern durchs Fenster insgeheim ehesüchtig nachsenden, und zwar heute diesem, morgen jenem und übermorgen einem dritten usw., sondern stets Meiner gedenken und dein Auge und dein Herz Mir nachsenden und lieben Einen nur! Und dieser Eine bin Ich, dein heiliger, liebevollster Vater. In dieser allein gerechten Liebe wirst du leben zeitlich glücklich und ewig dann im Schoße deines Vaters! Die Menschenliebe, siehe, liebe Gabiela, ist kein nütze, wenn sie nicht aus Meiner Liebe stammt. So du aber aus Mir zu jemandem dich hinneigen möchtest, da siehe, ob er im Besitz Meiner Liebe ist! – Ist er das, so ist er dir gleich und deinem Herzen der Nächste. – Ist er's aber nicht, da betrachte ihn als einen irrenden Bruder, der noch zwischen Himmel und Hölle wandelt und seine Augen mehr auf Abgründe ewiger Nacht als zu Mir, dem ihm noch völlig unbekannten „Vater“, richtet. Der Gerecht-Liebe-Lichte wird dich wenden zum Licht, woher du und der Liebe-Lichte im Geiste stammt. – Der Abgrundforschende aber wird dein Auge kehren, dahin er sein eigenes gewendet hat. Wenn der finstere Abgrund sein Augenlicht verzehren und er beim nächsten Tritt in den Abgrund fallen wird, so wird sein Fall dich zum Mitfall zwingen. Und es möchte dann schwer halten, dich im Abgrund aller Nacht wiederzufinden und loszulösen von den Ketten, welche eine arge Weltliebe um dein zartes Herz geschmiedet hätte tausendfältig. Daher, Meine liebe Gabiela, liebe nur Mich! Ja sei oder werde ganz verliebt in Mich, gleich einer Magdalena! Und mit dem Herzen siehe nur Dem nach, den Ich dir, erfüllt mit Meiner Liebe, vorstellen werde! Jeden andern aber achte und liebe, insoweit auch er ein Mensch ist!“ (HiG.01_41.05.28,02-08)

„Die pure Weiberliebe ist Eigenliebe! Denn wer von der Weiberliebe sich so weit verziehen läßt, daß ihm daneben die Nächstenliebe und aus dieser die Gottesliebe zur Last wird, der liebt sich selbst im Wesen des Weibes! Lasse dich daher von der reizenden Gestalt eines Weibes nicht gefangen nehmen übers gerechte Maß, ansonsten du untergehst in der Schwäche des Weibes, während doch das Weib in deiner Kraft erstehen soll zu einem Wesen mit und in dir!“ (RB.02_157,12)

„Weil du zwischen Mir und der schönsten Sarah eine wirklich beachtenswerte große Liebe bemerkt und auch vernommen hast, wie wir heute vormittag von Braut und Weib geredet haben, so bist du bei dir heimlich der fröhlichen Meinung einer zwischen Mir und der schönsten Sarah sehr nahe bevorstehenden ehelichen Verbindung geworden. Aber Ich sage dir: da bist du in einer kleinen Irre! Denn siehe, so viele Weiber da auf der Erde leben, gelebt haben und noch leben werden, sie alle sind, so sie einen reinen Lebenswandel führen, mehr oder weniger Meine Bräute, und auch ebenso gut Meine Weiber; aber solch eine noch so innigste Verbindung mit Mir hindert sie niemals, eines ordentlichen Mannes Weib zu werden, und ein ganz notwendig gleiches Verhältnis findet soeben zwischen Mir und der allerliebsten Sarah statt. Aber sie kann darob ganz gut dein Weib werden, und doch im Geist jetzt wie für ewig Mein wahrhaftigstes Weib sein! […] Siehe, gerade diese wahrhaft himmlisch schöne Sarah soll dein Weib werden! Du hast Mich verteidigt nach ihrer ersten Erweckung, als sie zum zweiten Mal auf dem Sterbebett lag, und Ich habe sie für dich erweckt zum andern Mal und habe sie schon damals dir zum gebührenden Lohn bestimmt. Wie sie nun aussieht, so wird sie aussehen in ihrem siebzigsten Lebensjahr; dieses Kind wird nicht altern auf dieser Erde! Siehe an die beiden Engel, mit denen Cyrenius nun spricht, ob sie so schön sind wie dieses Mädchen! Sage Mir aufrichtig, ob du diese allerliebste Sarah denn doch nicht schon einige Male sehr bedeutungsvoll angeschaut hast, und ob dabei dein Herz gar nichts empfunden hat!“ Sagt Borus etwas verlegen: „Herr, vor Dir das zu verbergen, wäre eine allerreinste Unmöglichkeit! Daher sage ich es lieber ganz frei heraus: Sarah ist das einzige Wesen auf der Erde, das ich denn doch lieber selbst besäße, als daß ich jemand anderm zu ihrem Besitze verhülfe! Ich bin zwar auch schon stark über die dreißig Jahre hinaus, und sie kann erst sechzehn Frühlinge zählen; aber mein Herz scheint da noch kaum ihr schönstes Alter erreicht zu haben. So sie möglicherweise doch mein Weib würde, so liebte ich sie tausendfach mehr denn mein eigenes Leben!“ Sarah hatte diesem Gespräch heimlich sehr aufmerksam zugehört, und als Ich sie darauf ansah und fragte, wie ihr diese Unterredung zwischen Mir und dem stattlich aussehenden Borus gefallen habe, schlug sie, etwas schamrot, die Augen nieder und sagte nach einer Weile: „Aber so mußt Du denn doch alles bemerken! Ich habe den lieben Borus ja nur ein einziges Mal so ganz flüchtig angeschaut, weil er ein gar so lieber und überaus dienstfertiger Mann ist!“ Sage Ich, so mehr im scherzhaften Ton: „Aber in deinem Herzen hast du ihn, wenn Ich Mich nicht irre, schon etliche Male angeschaut!?“ Sagt Sarah, noch mehr ihr Gesicht verdeckend: „Aber Herr, Du fängst ja ganz ordentlich an, ein wenig schlimm zu werden! Daß aber Du doch um alles wissen mußt!?“ Sage Ich: „Sarah, wenn es also darauf und darum ankäme und er dich darum so recht herzlich um deine schönste Hand bäte, würdest du sie ihm verweigern?“ Sagt Sarah, ganz angenehm verblüfft über solch eine Frage: „Wenn ich das nicht täte, wie könnte ich dann Dein Weib werden? Lieben kann ich ja doch nur Dich, obschon ich vor Dir auch offen bekennen muß, daß ich den guten Borus überaus hochachte und schätze; denn er scheint mir nach Dir wohl der beste Mensch im ganzen Judenland zu sein, obwohl er von Geburt aus ein Grieche ist und erst bloß der Wissenschaft, aber nicht der Beschneidung nach ein Jude geworden ist, seit kurzem erst.“ Sage Ich: „Nun ja, die Sache wird sich schon machen! Denke nur ein wenig nach, und sieh da uns gegenüber die Lydia an, die auch gleichfort Mein Weib ist geistig, aber dem Leib nach dennoch als Weib dem biederen Faustus angehört! Unser Verhältnis aber stört das nicht im geringsten; denn du bleibst nach wie vor Meine Braut und Mein himmlisches Weib.“ Sagt nach einer Weile die Sarah: „Wenn es denn auch mir genehm wäre, dem guten Borus meine Hand zu reichen, so weiß ich ja doch nicht, was meine irdischen Eltern dazu sagen! Diese müßte ich denn doch auch fragen! Ich möchte zwar wohl schon darum den guten Borus, weil Du es gerne sähest; aber den Vater und die Mutter sollte man denn doch auch fragen!“ Sage Ich: „Nun ja, siehe hin, die sind schon gefragt worden und stimmen ganz mit Mir überein; aber Ich nötige dich durchaus nicht dazu. Dir bleibt dein völlig freier Wille!“ Sagt die Sarah, stets mehr verlegen: „Herr, – ja, daß ich es wohl weiß, – aber – ich, – ja, ja, ich – möchte aber – aber – doch nicht!“ Sage Ich: „Was möchtest du nicht?“ Sagt Sarah: „Ei, ei, Du bringst mich aber nun schon in eine ungeheure Verlegenheit! Ach, wenn ich doch den sonst gar so lieben Borus nur nicht angeschaut hätte!“ Frage Ich: „Ja, jetzt hast du Mir aber noch nicht gesagt, was es eigentlich ist, das du nicht möchtest! Also, geh, liebste Sarah, sage es mutig heraus, was das ist, was du so ganz eigentlich nicht möchtest!“ Sagt Sarah: „Aber Herr, wie magst Du mich noch fragen!? Weißt es ja ohnehin, was es ist, das ich nicht möchte! Laß Du mich raten, und ich werde durch ein leises Kopfnicken Dir schon zu erkennen geben, was das sei, was ich nicht möchte!“ Sage Ich: „Nun denn, weil du es willst, so will Ich dich erraten lassen, was Ich meine, was das sei, das du nicht möchtest. Und so höre denn: Du möchtest gewiß nicht, daß etwa der gute Borus darum aus Gram krank würde, so du ihm deine schöne Hand nicht reichtest!?“ Steht die Sarah auf und klopft Mir mit ihrer Hand auf Meine Schulter und sagt, zum Schein sanft ärgerlich: „Ehhh – heißt denn das raten lassen, wenn man gleich mit – hätte mich bald versprochen!“ Sage Ich: „Nun, – nur heraus mit der Wahrheit!“ Sagt Sarah: „Nun ja, hast so schon gesagt ,Mit der Wahrheit‘; ist aber auch wahr, daß das nicht ,raten‘ heißt, wenn man gleich mit der Wahrheit herauskommt!“ Sage Ich: „Nun sieh, Ich wußte es ja, daß du für Meinen liebsten Freund Borus mehr Sinn hast, als du es uns äußerlich wolltest merken lassen! Aber es ist das schon alles recht also! Das Mädchen soll bis auf den letzten Augenblick nur höchst wenig merken lassen, daß sie zu einem Mann eine besondere Neigung in ihrem Herzen trägt; erst wenn es sich um einen vollen Ernst handelt, soll sie dem Mann, der sie zum Weib nehmen will, ihr Herz eröffnen, sonst verlockt sie ihn vor der Zeit, und so dann möglicherweise sich Hindernisse erheben, da macht sie dann traurig sein Herz und unruhig sein Gemüt! Und das alles ist dann von großem Übel.“ Sagt die Sarah: „Aber Herr, das alles habe aber ich doch nicht getan!?“ Sage Ich: „Nein, nein liebste Sarah; darum habe Ich dich ja als ein Muster belobt! Jetzt kannst du dem lieben Borus aber schon nach und nach sagen, wie es dir so ganz eigentlich ums Herz ist!“ Sagt die Sarah: „Ach, jetzt sage ich's ihm noch nicht; wenn er erst mein Gemahl ist, dann ist es schon noch Zeit!“ Sage Ich: „Wenn er aber von Mir aus zum Beispiel schon dein Gemahl wäre, wie dann?“ Sagt die Sarah, heimlich fröhlich überrascht: „Nun ja, wie dann? – Nun ja, dann – – dann – nun ja, – dann – müßte ich ihm freilich mein Herz vollends enthüllen!“ Sage Ich zum Borus: „Sieh, wie unbeschreiblich lieb sie ist! Nimm sie, liebe recht und pflege sie wie eine zarteste Pflanze; denn Ich gebe sie dir aus den Himmeln als einen wohlverdienten Lohn. Gehet hin zu den Eltern, auf daß sie euch segnen, und kommt dann zu Mir, daß auch Ich euch nochmals segne!“ Borus dankt Mir, vor lauter Freude kaum reden könnend, und die Sarah erhebt sich gar züchtig von ihrem Sitze und sagt mit fröhlich erregter Stimme: „Herr, nur weil Du es also willst, tue ich es gerne; wäre es Dein Wille, so hätte ich dennoch gegen mein Herz gekämpft, aber so danke auch ich Dir für den besten Mann vom ganzen Judenland!“ Nach diesen Worten begeben sich beide zu dem Elternpaar hin und bitten es um den Segen, und als dieser ihnen mit allen Freuden zuteil wird, so kehren sie sogleich wieder zu Mir zurück; und Ich segne sie auch sogleich zu einer wahren, auch für alle Himmel gültigen Ehe, wofür Mir dann beide mit dem gerührtesten Herzen vollauf danken. Es ist also hier eine ganz unvermutete Ehe geschlossen, die als eine der glücklichsten auf der ganzen Erde zu finden sein möchte. Und es geht daraus hervor, daß jemand das, was er Mir völlig zum Opfer bringt, nie verliert, sondern voll des höchsten Segens wiedererhält, und das allemal zu einer Zeit, in der er es sicher am wenigsten vermutet. Borus war in die Sarah überaus verliebt und hätte alle Schätze der Welt um sie gegeben, so man sie von ihm gefordert hätte; denn ihre wunderbare Schönheit, besonders nach der zweiten Erweckung, war für den Borus etwas, das er nicht beschreiben konnte, und doch opferte er sie Mir ganz und wollte mit allem, was ihm zu Gebote stünde, Meinen vermeinten Hochzeitstag feiern. Ebenso fühlte auch Sarah überaus viel für den Borus, opferte ihn aber auch ganz Mir und wollte entschieden nur Mir allein angehören. Aber da wandte Ich das Blättchen auf einmal um und gab beiden, was sie Mir wahrlich von ganzem Herzen gegeben hatten. – Wer so handelt wie diese beiden, dem werde Ich auch tun wie diesen beiden! Dies zur Belehrung für jedermann, der dies hören oder selbst lesen wird; denn auf diesem Weg kann man von Mir alles erlangen. Wer Mir alles opfert, dem opfere dann auch Ich alles; wer aber reichlich opfert, aber dabei dennoch vieles für sich zurückbehält, dem wird nur das wiedergegeben, was er geopfert hat.“ (GEJ.02_044,04ff)

Jesus, des Mannes Haupt und des Weibes Bräutigam.
„Ich lasse euch aber wissen, dass Christus ist eines jeglichen Mannes Haupt; der Mann aber ist des Weibes Haupt; Gott aber ist Christi Haupt.“ (1. Kor 11,3)

„Ihr sollt aber wissen: Jeglichen Mannes Haupt ist Christus; das Haupt des Weibes ist der Mann; das Haupt Christi ist Gott.“ (1. Kor 1,3) Dieser Text ist ein ganz natürlich-leicht zu fassender, wie sobald kein anderer. Nur muß man hier wohl wissen, wer und was da ein „Mann“ ist. Der „Mann“ ist die Polarität des Göttlichen, das da ist das Allerhöchste, nämlich der Kulminationspunkt des Gotteslichtes. Dieses Gotteslicht aber ist Christus, der da in die Welt kam als ein Licht, das erleuchtete die Finsternis der Welt (d.h. der Weltmenschen). – Wie aber da ist Christus ein Licht des Lichtes, also ist auch das Haupt das Licht des Menschen und ist dessen oberste, also positive Polarität. Ein Haupt aber, das da blind ist und taub und stumm, ist für des Menschen Leib kein Licht, also auch keine oberste positive Polarität. – Ebenso steht es auch mit der christlichen Männlichkeit! – Ein Mensch ist erst dann ein „Mann“, wenn er im Licht Christi ein Mann oder wenn Christus des Menschen eigentliche positive Polarität ist – ohne welches Licht kein männlicher Mensch ein eigentlicher Mann, sondern nur eine schale Gestalt ist. So aber Christus des rechten Mannes Licht ist, so ist er auch desselben „Haupt“ (weil das Haupt das Licht des Menschen ist). Ich meine, das dürfte wohl mit den Händen zu greifen sein! Und daß hernach der in Christo erleuchtete Mann ebenso des Weibes Haupt oder Licht ist, wie da Christus ist das Haupt und Licht des Mannes, das gibt schon die Natur der Dinge, da der Mann an und für sich der positive Pol, also der Lichtpol des Weibes ist. Daß aber Gott das Haupt Christi ist, das scheint freilich etwas sonderlicher zu klingen, ist aber dennoch ein und dasselbe Verhältnis. Denn „Gott“ oder die „Liebe“ ist in Sich das Urfeuer und das Urlicht und ist alsonach auch das eigentliche Feuer und Licht in dem Gottmenschen Christus Jesus. Durch dieses Lichtes endlose Fülle wohnt die „Fülle der Gottheit“ in Ihm, Christus, körperlich, d.h. wirklich, und nicht nur durch die Überstrahlung, wie etwa die Sonne in einem Spiegel. Denn in Christus ist die (Gottheits-)Sonne Selbst und nicht etwa bloß ihr Abbild! Wie aber die naturmäßige Sonne ist das Haupt oder das Licht oder der positive Pol aller anderen Weltkörper, also ist die Gottheit als das wesenhafte Grundlicht alles Lichtes, als das Grundsein alles Seins auch das Haupt Christi, der da ist der eigentliche vollkommenste Gottmensch und somit Gott in aller endlosen Fülle dieses allerhöchsten Begriffes! Christus aber wäre ohne Gott nicht Christus, und Gott ohne Christus nicht Gott gleichwie der Mensch ohne Haupt kein Mensch wäre, und das Haupt ohne Mensch ein Unding! Und so ist auch der Mensch oder Mann ohne Christus kein Mensch und kein Mann. Und Christus ohne den Menschen – wer sollte Den denken können?! Wäre wohl das Weib ohne Mann ein Weib? Sicher nicht! Denn wo nichts Positives da ist, da kann auch kein Negatives gedacht werden. Und wo das Negative fehlt, da kann auch das Positive niemals sich äußernd auftreten. Gleich wie, wenn einem Menschen das Haupt abgeschlagen wird, dann weder das eine noch das andere für sich fortleben kann, obschon beide ganz eigene Lebensfunktionen für sich besitzen – desgleichen kann auch kein Mensch, so er sich von Mir in seinem Herzen getrennt hat, ein Leben haben.“ (HiG.02_47.12.21)

2.2. Zum Mann
„Der Mann aber ist des Weibes Haupt.“ (1. Kor 11,3)

„Das aber ist der kurze Rat: Für alles, was Ich dir anzeigen werde, sollst du dich ernstliebend auf das Zeugnis der Schrift berufen und deinem Weibe zeigen, durch Wort und Tat, daß du das Haupt bist und sie nur der Leib, daß sie dir gehorchen müsse nach Meinem Willen […] damit Meine Ordnung, aus welcher heraus alle Dinge gemacht worden sind, auch nicht im allergeringsten verkehrt würde. Und hast du dieses getan, so zeige dann deinem Weib, daß das wahre eheliche Glück nur darin besteht, daß ein Verhältnis zwischen Mann und Weib gleich wird dem zwischen Gott und dem Menschen oder zwischen Geist und Seele oder zwischen der wahren Kirche und einem bestehenden Staat und in dergleichen wahren Verhältnissen mehr. Ferner zeige deinem Weib, daß es mit den in ihrem Herzen über ihre Männer sich erhebenden Weibern geradeso steht, wie mit den Atheisten oder Gottesleugnern, denen die Nächte zu langen Folterbänken werden, besonders wenn sie dazu auch noch die zeitlichen Güter verlieren, was meistens von Mir aus zu geschehen pflegt, damit dann endlich, wenn sie noch nicht gar zu weit gesunken sind, doch noch eine Rückkehr möglich wird. Der Mann lernt Mich erkennen in seiner Liebe zu Mir, das Weib aber in der Liebe des Mannes. Wie kann aber ein Weib sagen: Ich liebe meinen Gemahl, wenn ihr nicht jedes seiner Worte und Wünsche heilig ist? Daher ist bei der Ehe für den Mann das Wichtigste, sich zuvor ganz erkennen, damit er sehe in welchem Verhältnisse das Weib zu ihm steht und dann das Weib richte nach seines Geistes Kraft. Aber wenn der Mann in seiner eigenen Blindheit ein wahrer Willens-Schwächling ist und auch nur in einem Punkt seinem Weib bei einer unrechten Sache nachgibt, so hat er einen Krebs auf seinen dummen Stamm gepfropft, und da wird bald nicht eine gesunde eheliche Lebensfaser mehr anzutreffen sein. Daher soll der Mann nicht eher ehelichen, bevor er sich selbst ganz durchschaut hat! Das Geld sei dir entbehrlich, so du Meine Gnade hast! Du aber sei deinem Weib unentbehrlich, da sie Meine Gnade noch nicht hat! Was nützt ihr Geld und Gut ohne Meine Gnade!? Und hat sie diese durch das fromme Herz des Mannes, so wird sie ihr Geld mit verbundenen Augen ansehen.“ (HiG.01_40.07.06)

„Übrigens sei ein Herr deines Weibes! Belasse ihr weltlich Tun und Treiben; ihre Zunge aber wende in Meiner Sache allzeit gebietend und männlich kräftig von dir weg! Wenn sie nicht schweigt, so gehe ihr aus der Zunge und zeige ihr, daß du nicht im geringsten an ihrem Geld hängst, wohl aber sie an deiner getreuen Verwaltung desselben. Ist die damit nicht zufrieden, dann lege ganz sorglos ihren ganzen Kram völlig in ihre Hände und Sperre, auf daß sie damit mache, was sie will! Solches jedoch kannst du als äußerstes Mittel betrachten! Wirft sie dir deine Geringschätzung gegen sie vor, dann frage sie – höchst ernstlich aber! – welches Achtungsgewicht sie von ihrer Seite aufzuweisen hat in all den dir zugefügten Kränkungen? Dann aber höre sie ja nicht weiter an, sondern gehe ihr geschwind aus der Zunge! Wenn sich ein Sturm erhebt am Meer und kommt ein vorüberziehender Gegensturm, da wird Ruhe auf dem Meer. Siehe, also verhält es sich auch mit den „häuslichen Windsbräuten“. Freilich wohl muß ein solcher Gegensturm aus einem zornlosen Herzen kommen, sonst kann er mehr Schaden anrichten denn ein früherer Vorsturm!“ (HiG.02_42.11.30,11ff)

„Ihr Männer, liebet eure Weiber, gleichwie Christus auch geliebt hat die Gemeinde und hat sich selbst für sie gegeben, auf dass er sie heiligte, und hat sie gereinigt durch das Wasserbad im Wort, auf dass er sie sich selbst darstellte als eine Gemeinde, die herrlich sei, die nicht habe einen Flecken oder Runzel oder des etwas, sondern dass sie heilig sei und unsträflich. Also sollen auch die Männer ihre Weiber lieben wie ihre eigenen Leiber. Wer sein Weib liebt, der liebt sich selbst. Denn niemand hat jemals sein eigen Fleisch gehasst; sondern er nährt es und pflegt sein, gleichwie auch der Herr die Gemeinde. Denn wir sind die Glieder seines Leibes, von seinem Fleisch und von seinem Gebein.“ (Eph 5,25-30)

„Ihr Männer, liebet eure Weiber und seid nicht bitter gegen sie.“ (Kol 3,19)

„Desgleichen, ihr Männer, wohnet bei ihnen mit Vernunft und gebet dem weiblichen als dem schwächeren Werkzeuge seine Ehre, als die auch Miterben sind der Gnade des Lebens, auf dass eure Gebete nicht verhindert werden.“ (1. Petr 3,7)

Wie du aber ein oder das andere Glied deines Wesens liebst, also liebe auch das Weib, auf daß es eins werde mit dir! Aber Gott liebe über alles, auf daß du in solcher mächtigsten Liebe neu geboren werdest zu einem wahren, freiesten Bürger der reinsten Himmel Gottes für ewig und dein Weib wie ein Wesen mit dir!“ (RB.02_157,12)

„Der Mann lernt Mich erkennen in seiner Liebe zu Mir, das Weib aber in der Liebe des Mannes. Wie kann aber ein Weib sagen: Ich liebe meinen Gemahl, wenn ihr nicht jedes seiner Worte und Wünsche heilig ist? Daher ist bei der Ehe für den Mann das Wichtigste, sich zuvor ganz erkennen, damit er sehe in welchem Verhältnis das Weib zu ihm steht und dann das Weib richte nach seines Geistes Kraft. Aber wenn der Mann in seiner eigenen Blindheit ein wahrer Willens-Schwächling ist und auch nur in einem Punkte seinem Weib bei einer unrechten Sache nachgibt, so hat er einen Krebs auf seinen dummen Stamm gepfropft, und da wird bald nicht eine gesunde eheliche Lebensfaser mehr anzutreffen sein. Daher soll der Mann nicht eher ehelichen, bevor er sich selbst ganz durchschaut hat!“ (HiG.01_40.07.06,07)

„daß ein junger Mann nie unter vierundzwanzig Jahren und eine Maid nie unter zwanzig Jahren ein gültiges Ehebündnis schließen solle. Denn diese Zeit ist mindestens bedungen zur nötigen Reife für ein gutes und auch im Geist haltbares Ehebündnis. Denn zu junge Eheleute verderben sich durch gegenseitigen sinnlichen Genuß, werden sich gegenseitig bald zum Ekel, und die Ehenot ist fertig.“ (GEJ.03_072,15)

2.3. Zur Frau
„Desgleichen dass die Weiber in zierlichem Kleide mit Scham und Zucht sich schmücken, nicht mit Zöpfen oder Gold oder Perlen oder köstlichem Gewand, sondern, wie sich's ziemt den Weibern, die da Gottseligkeit beweisen wollen, durch gute Werke. Ein Weib lerne in der Stille mit aller Untertänigkeit. Einem Weibe aber gestatte ich nicht, dass sie lehre, auch nicht, dass sie des Mannes Herr sei, sondern stille sei. Denn Adam ist am ersten gemacht, danach Eva. Und Adam ward nicht verführt; das Weib aber ward verführt und hat die Übertretung eingeführt. Sie wird aber selig werden durch Kinderzeugen, so sie bleiben im Glauben und in der Liebe und in der Heiligung samt der Zucht.“ (1. Tim 2,9-15)

„Lieblich und schön sein ist nichts; ein Weib, das den Herrn fürchtet, soll man loben.“ (Spr 31,30)

„Ein tugendsames Weib ist eine Krone ihres Mannes; aber eine böse ist wie Eiter in seinem Gebein.“ (Spr 12,4)

„Ein schönes Weib ohne Zucht ist wie eine Sau mit einem goldenen Haarband.“ (Spr 11,22)

„Wehe aber der Welt, wenn die Weiber sich wieder zu putzen und zu schmücken anfangen und auf den Thronen sitzen werden; dann wird die Erde durchs Feuer gelassen werden! Haltet daher alles auf eine gute Zucht der Weiber, lasst sie vor allem sich üben in der rechten Demut! Sie sollen rein, aber nie geputzt und geschmückt sein; denn der Weiber Putz und Schmuck ist des Menschen Grab und Untergang in allem! Wie aber da ist ein reines, wohlgesittetes, demütiges Weib ein rechter Segen eines Hauses, so ist ein geputztes und dadurch stolzes Weib ein Fluch über die ganze Erde.“ (GEJ.01_167,01-03)

„Ein rechtes Weib ist ein Symbol des höchsten Himmels – und ein unrechtes, eigensinniges und dominieren wollendes Weib ein Ebenmaß des Satans, der da ist schon gleich eine schlechteste, unterste und allertiefste Hölle.“ (GEJ.05_010,06)

„So da jemand wählt und freien will um ein Weib, so sehe er, daß die Maid, um die er freit, nicht putzt ihren Leib – außer mit Wasser, was der Gesundheit des Leibes not tut – und auf der Gasse nicht trägt ein offenes Gesicht, was sich nicht geziemt für ein Weib, und auch nicht prunkt mit ihren sonstigen Reizen, sondern in allem züchtig ist, ihren Leib wohl bedeckt mit Linnengewand und zur Winterszeit mit ungefärbten Tüchern aus Schafwolle, auch keine Vielzünglerin ist und nicht prahlt, als hätte sie etwas; denn es ist dem Weibe sehr heilsam, so sie nichts hat, als was ihr im höchsten Grade not tut. Eine solche Maid ist dann auch eines Mannes wert, und ihr sollet um sie freien. Aber um eine Reiche, Geputzte, Geschmückte, die in weichen und buntgefärbten Kleidern einhergeht, ein offenes Gesicht auf der Gasse zur Schau trägt, sich gerne begrüßen läßt von den Reichen und Angesehenen und zu den Armen sagt: ,Da sehet das stinkende Bettelvolk!‘ – Ich sage euch, vor einer solchen Maid flieht wie vor einem Aas! Denn eine solche Maid ist ein getreuestes Abbild der verlockenden Hölle in kleinster Gestalt, und wer eine solche freit, begeht eine gröbste Sünde wider die göttliche Ordnung und darf darauf rechnen, daß solch ein Weib, das auf der Erde schwerlich je besser wird, so sie eher stirbt denn der Mann, den ihr ins andere Leben folgenden Mann, wenn er selbst der Tugend ergeben war, aber sein Weib der irdischen Vorzüge wegen sehr geliebt hatte, sicher wenigstens auf eine bedeutend lange Dauer in die Hölle ziehen wird. Denn gerade also, wie solch ein Weib auf dieser Erde Trugmittel anwandte, um sich einen Mann zu fangen, den sich ihre Lüsternheit auserlesen hatte, ebenso, aber ums tausendfache verführerischer, wird sie jenseits ihrem ihr nachfolgenden Manne in aller erdenklichen Reizendheit entgegenkommen und ihn in ihr höllisches Nest ziehen. Und es wird sogestaltig dem Manne schwer werden, sich seinem Weib zu entwinden. Darum beachtet das wohl, und wer da freit, der erkenne seine Braut zuvor genau und prüfe wohl alles, auf daß er sich nicht statt eines Engels einen Teufel an den Hals bindet, den er dann nicht leicht los wird! Die Kennzeichen habe Ich euch zur Genüge gezeigt; beachtet das, so werdet ihr Glück haben dies- und jenseits! Ich gebe es euch zwar nicht als ein Gebot, das euch binden solle, sondern nur, wie schon früher bemerkt, als einen guten Rat, der euch und allen eitlen Weibern besonders von großem Nutzen sein kann, so er befolgt wird. Denn wer aus euch also ein eitles und listig verführerisches Weib zurechtweist, daß es erkennt seine böse Torheit, dem soll einst im Himmel ein großer Preis zuteil werden. Wendet daher eure Augen ab von einem verführerischen Weib; denn ein solches Weib ist geheim, ohne es zu wissen, mit dem Satan im Bund und dient ihm unbewußt zu dessen verlockenden Zwecken. Will jemand aus euch den Satan in seiner ärgsten Gestalt sehen, so schaue er sich nur eine recht geputzte Dirne oder ein geziertes Weib an, und er hat den Satan in seiner für den Menschen gefährlichsten Gestalt gesehen! Wirkt der Satan als Drache und speit über die Erde Krieg, Hunger und allerlei Pestilenz, dann ist er den Menschen am wenigsten gefährlich; denn in solcher Not wenden sich die Menschen zu Gott, fangen an Buße zu tun und entgehen also der Hölle und ihrem Gericht. Aber wann der Satan seine Drachen bekleidet mit dem Lichtgewande eines Engels, da ist er dem zur Sinnlichkeit von Natur aus geneigten Menschen am gefährlichsten, also, als wenn ein reißender Wolf im Schafskleid käme unter die Schafe! Kommt der Wolf als Wolf zu den Schafen, so fliehen diese nach allen Richtungen und verwirren den Todbringer, daß er stehenbleibt und nachsinnt, welchem Schaf er nachstellen soll, und am Ende ohne Beute abziehen muß; kommt er aber im Schafspelz, da fliehen die Schafe nicht, sondern haben noch obendrauf eine Freude an dem neuen zu ihnen gekommenen Schaf, das ein Wolf ist, der die ganze Herde zerreißt, ohne daß auch nur ein Schaf vor ihm flieht. Sehet, diese Lehre und diesen Rat sollet ihr darum als ein Heiligtum in euren Herzen bewahren und euch streng darnach also halten, als hätte Ich ein Gebot gegeben; dann werden eure Ehen mit dem Segen aus dem Himmel bekleidet sein, im Gegenteil – mit dem Fluch der Hölle! Laßt euch darum nicht verlocken von den blinden und trügerischen Reizen der Welt, sondern seid allzeit nüchtern und schätzt den Wert der Welt richtig; gebt nicht Gold und Perlen, die ihr nun aus den Himmeln empfangen habt, für die Torheiten der Welt, so werdet ihr untereinander stets Frieden haben und den Himmel vor euch offen sehen! Werdet ihr euch aber wieder von den Reizen der Welt gefangen nehmen lassen, so werdet ihr es euch aber auch selbst zuzuschreiben haben, wenn der Himmel sich vor euch fester und fester verschließen wird; und so ihr in große Not gelangen und zum Himmel rufen werdet um Hilfe, da wird euch keine Hilfe werden! Denn es ist nicht möglich, daß jemand, der mit Wohlgefallen in was immer an der Welt hängt, zu gleicher Zeit stehen könnte in der segnenden Verbindung mit dem Himmel. Denn ein jeder Mensch ist also erschaffen und eingerichtet, daß er Böses und Gutes, Falsches und Wahres nicht in einem Herzen nebeneinander ertragen könnte, entweder das eine oder das andere, aber ewig nie beides zugleich! Ja, er kann und muß beides erkennen in seinem Verstand; aber im Herzen kann nur entweder das eine oder das andere als Lebensgrund weilen.“ (GEJ.01_167,05ff)

„Wendet daher eure Augen ab von einem verführerischen Weib; denn ein solches Weib ist geheim, ohne es zu wissen, mit dem Satan im Bund und dient ihm unbewußt zu dessen verlockenden Zwecken.“ (GEJ.01_167,11)

„Und zum Weibe sprach Er: […] dein Verlangen soll nach deinem Manne sein, und er soll dein Herr sein.“      (1. Mo 3,16)

„Ihr Weiber, seid untertan euren Männern in dem Herrn, wie sich's gebührt.“ (Kol 3,18)

„Die Weiber seien untertan ihren Männern als dem Herrn.“ (Eph 5,22-33)

„[…] die jungen Weiber lehren züchtig sein, ihre Männer lieben, Kinder lieben, sittig sein, keusch, häuslich, gütig, ihren Männern untertan, auf dass nicht das Wort Gottes verlästert werde.“  (Tit 2,4-5)

„Desgleichen sollen die Weiber ihren Männern untertan sein, auf dass auch die, so nicht glauben an das Wort, durch der Weiber Wandel ohne Wort gewonnen werden, wenn sie ansehen euren keuschen Wandel in der Furcht. Ihr Schmuck soll nicht auswendig sein mit Haarflechten und Goldumhängen oder Kleideranlegen, sondern der verborgene Mensch des Herzens unverrückt mit sanftem und stillem Geiste; das ist köstlich vor Gott. Denn also haben sich auch vorzeiten die heiligen Weiber geschmückt, die ihre Hoffnung auf Gott setzten und ihren Männern untertan waren, wie die Sara Abraham gehorsam war und hieß ihn Herr; deren Töchter ihr geworden seid, so ihr wohltut und euch nicht lasst schüchtern machen.“ (1. Petr 3,1-6)

„Daher klaget nicht, da ihr sanftmütig und duldsam sein sollet! Denn die Klage des Weibes ist ein scharfes Messer und zerschneidet die Treue des männlichen Herzens; aber die Sanftmut ist ein starkes Band, welches die Herzen der Herren an uns fesselt, und die Herren werden es nicht zerreißen.“ (HGt.02_280,25)

„Dann darf ein rechtes Weiblein schon gar nie gegen einen Mann je völlig ärgerlich werden; denn im weiblichen Wesen muß ja die größte Geduld, Sanftmut und Demut vorherrschen. In ihm muß der Mann erst die rechte Ruhe seines Sturmgemütes finden und selbst sanft und geduldig werden! Wenn aber am Ende das Weib vor dem Manne zu poltern begänne, was soll dann ein Mann erst tun, bei dem es ohnehin stets mehr stürmisch denn friedlich aussieht?!“ (GEJ.05_010,07)


3. Die Ehe

3.1. Grundlegendes
„Und Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie einen Mann und ein Weib.“ (1. Mo 1,27)

„Aber siehe, Ich erschuf ihm [Adam] nur ein Weib, und in dieser Anzahl gebe Ich noch bis zur Stunde für ein männlich Wesen nur ein weibliches… dass dem Manne von Mir aus nur ein Weib bestimmt ist.“ (HGt.03_063,11)

„Aber in der Folge soll ein jeglicher Mann nicht mehr denn nur eine Jungfrau oder eine Witwe, die noch zuchtfähig ist, sich zum Weibe nehmen; denn wäre es Gottes Wille gewesen, dass ein Mann mehr denn ein Weib habe, so hätte Er dem Adam auch sicher mehr als nur ein Weib erschaffen. Aber Gott wollte, dass ein jeglicher Mann nur ein Weib haben solle und gab daher dem Adam auch nur ein Weib.“ (GEJ.02_103,19)

„Sagte Ich: „Wer von euch Heiden in Meiner Lehre wandeln wird, der wird sich auch solchen Meinen Rat allzeit wohl gefallen lassen. Doch was da betrifft die Vielweiberei, so soll es bei Meinen Nachfolgern sein, wie es war im Anfange der Menschen auf dieser Erde, da Gott nur einen ersten Mann schuf und ihm auch nur ein Weib gab; denn wer schon einmal ein Weib geehelicht hat, dem er seine volle Liebe und unwandelbare Treue gelobt hatte, und er freit dann noch ein zweites und ein drittes Weib hinzu, und mancher noch mehrere, so begeht er dabei ja offenbar gegen das erste Weib einen Ehebruch, und da steht es aber im Gesetz: ,Du sollst nicht ehebrechen!‘ Ich sage es euch, daß die Vielweiberei von großem Übel ist; denn sie zeihet (macht) die Seele ganz sinnlich durch die zu große Wollust des Fleisches und ist und bleibt eine böse Geilerei und Hurerei und offenbare Ehebrecherei.“ (GEJ.08_041,01-02)

„Und wirst du in der Kraft deines Geistes dich befinden, dann wird es dir ein Leichtes sein, die Kraft des Geistes in deinem Weibe dir wahrhaft zu vermählen, welches wird sein eine wahre Ehe vor Gott.“ (GS.02_048,18)

3.2. Voraussetzung für die Ehe
„Wem ein tugendsam Weib beschert ist, die ist viel edler denn die köstlichsten Perlen. Ihres Mannes Herz darf sich auf sie verlassen, und Nahrung wird ihm nicht mangeln. Sie tut ihm Liebes und kein Leides ihr Leben lang.“ (Spr 31,10-12)

„daß ein junger Mann nie unter vierundzwanzig Jahren und eine Maid nie unter zwanzig Jahren ein gültiges Ehebündnis schließen solle. Denn diese Zeit ist mindestens bedungen zur nötigen Reife für ein gutes und auch im Geiste haltbares Ehebündnis. Denn zu junge Eheleute verderben sich durch gegenseitigen sinnlichen Genuß, werden sich gegenseitig bald zum Ekel, und die Ehenot ist fertig.“ (GEJ.03_072,15)

„Schließlich muß ich euch, namentlich den Eltern, diesen Meinen väterlichen Rat noch hinzufügen, das ihr eure Söhne ja nicht eher ehelichen lassen sollet, und wären sie dazu auch in allem weltliche Erhaltungsvermögen, es sei im Amt oder Habe wohl versehen, bevor sie nicht wenigstens zur Hälfte wiedergeboren worden sind, damit dann ihre Weiber durch sie geheiligt werden möchten, um gesegnete Früchte zur Welt zu bringen, die da bald selbst ein Segen des Himmels einer ganzen großen Generation werden, wodurch ihr dann auch ein großes Reich, gleich dem des Abrahams, in den Himmeln gründen, und worüber ihr euch freuen werdet, ewig mehr und mehr, über die stets sich mehrenden Herrlichkeiten, hervorgehend aus eurem gesegneten Samen. – Eure Töchter aber gebet Meinen Söhnen, die da sind gekommen aus Meiner Liebe zu euch, und haben auf der Welt Mich wohl erkannt, und sich ziehen lassen von Meiner Liebe, und leiten von Meiner Weisheit, da sie allezeit hören Meine Stimme, und ihre Auge geheftet haben nach Meinem Herzen. Dadurch werdet ihr Mich zu segnenden Schwiegervater eurer Töchter machen, und Ich sage euch, da ihr Mich dadurch gemacht habt zu nächsten Anverwandten, so könnet ihr euch wohl leicht von selbst denken, daß Ich Meine Mitschwieger dereinst nicht zu Grund gehen lassen werde; und so Ich sage, daß sie in Meinem Hause wohnen werden und an Meiner Haustafel allezeit speisen und gewiß große Freude haben sollen mit den überschönen Enkeln Meiner lieben Söhne und ihrer durch sie gesegneten Töchter, und sie an Meiner Vaterhand in alle Meine Reiche geführt und da schauen werden Meine große Herrlichkeiten, - dann erst werden sie es fassen, was es heißen will, Mich zum Mitschwieger zu haben!!“ (Festgarten, Sammlung neuer theos. Schriften Nr. 32c, „Die Erlösung“, S.8, V.3)

„Der Mann lernt Mich erkennen in seiner Liebe zu Mir, das Weib aber in der Liebe des Mannes. Wie kann aber ein Weib sagen: Ich liebe meinen Gemahl, wenn ihr nicht jedes seiner Worte und Wünsche heilig ist? – Daher ist bei der Ehe für den Mann das Wichtigste, sich zuvor ganz erkennen, damit er sehe in welchem Verhältnisse das Weib zu ihm steht und dann das Weib richte nach seines Geistes Kraft. Aber wenn der Mann in seiner eigenen Blindheit ein wahrer Willens-Schwächling ist und auch nur in einem Punkte seinem Weibe bei einer unrechten Sache nachgibt, so hat er einen Krebs auf seinen dummen Stamm gepfropft, und da wird bald nicht eine gesunde eheliche Lebensfaser mehr anzutreffen sein. Daher soll der Mann nicht eher ehelichen, bevor er sich selbst ganz durchschaut hat!“ (HiG.01_40.07.06,07-08)

„dass das wahre eheliche Glück nur darin besteht, dass ein Verhältnis zwischen Mann und Weib gleich wird dem zwischen Gott und dem Menschen oder zwischen Geist und Seele oder zwischen der wahren Kirche und einem bestehenden Staate und in dergleichen wahren Verhältnissen mehr.“ (HiG.01_40.07.06,05)

3.3. Was ist vor Gott eine gültige Ehe?
„Denn der Mann ist nicht vom Weibe, sondern das Weib vom Manne. Und der Mann ist nicht geschaffen um des Weibes willen, sondern das Weib um des Mannes willen. […] Doch ist weder der Mann ohne das Weib, noch das Weib ohne den Mann in dem Herrn; denn wie das Weib vom Manne, also kommt auch der Mann durchs Weib; aber alles von Gott.“ (1. Kor 11,8-12)

„Darum wird der Mensch Vater und Mutter verlassen und wird seinem Weibe anhangen, und werden die zwei ein Fleisch sein. So sind sie nun nicht zwei, sondern ein Fleisch.“ (Mk 10,7-8)

„Doch ist weder der Mann ohne das Weib, noch das Weib ohne den Mann in dem Herrn.“ (1. Kor 11,11)

„Ich habe deinen Namen offenbart den Menschen, die du mir von der Welt gegeben hast. Sie waren dein, und du hast sie mir gegeben. […] Nun wissen sie, dass alles, was du mir gegeben hast, sei von dir. […] Und alles, was mein ist, das ist dein, und was dein ist, das ist mein […], auf dass sie alle eins seien, gleichwie du, Vater, in mir und ich in dir; dass auch sie in uns eins seien.“ (Joh 17, 6-23)

„Die Ehe ist eine freie Einung zweier Herzen, zweier Seelen, zweier Geister, aus welcher einst die große Einung in Mir und mit Mir Selbst hervorgehen soll als ein Endzweck alles Seins.“ (HiG.02_47.06.10,16)

„Wirst du in der Kraft deines Geistes dich befinden, dann wird es dir ein Leichtes sein, die Kraft des Geistes in deinem Weib dir wahrhaft zu vermählen, welches wird sein eine wahre Ehe vor Gott.“ (GS.02_048,18)

„Ich bin nicht ein Herr dessen, was der Welt ist; daher seid ihr von Mir aus in allem Weltlichen frei. Habt ihr aber wahre Liebe in euren Herzen zueinander gefaßt, da sollet ihr dieselbe nicht brechen! Denn es gibt bei Mir kein anderes Gesetz für die Ehe, als welches da mit glühender Schrift geschrieben steht in euren Herzen! Habt ihr euch aber schon beim ersten Anblicke laut dieses lebendigen Gesetzes erkannt und verbunden, da sollet ihr euch auch nicht mehr trennen, so ihr nicht sündigen wollet vor Mir! Ich halte aber kein weltlich Eheband für gültig, sondern allein das des Herzens; wer dieses bricht, der ist ein wahrhaftiger Ehebrecher vor Mir!“ (JJ.01_102,11ff)

„so zeige dann deinem Weib, daß das wahre eheliche Glück nur darin besteht, daß ein Verhältnis zwischen Mann und Weib gleich wird dem zwischen Gott und dem Menschen oder zwischen Geist und Seele oder zwischen der wahren Kirche und einem bestehenden Staat und in dergleichen wahren Verhältnissen mehr.“ (HiG.01_40.07.06,05)

„Eine falsche Weltehe ist […] kein Bund vor Gott und ist somit auflöslich wie die Weltmenschen und alle ihre Bündnisse.“ (GEJ.01_236,19)

„“O Jehova, wie gut bist Du! Wann aber wäre es Dein Wille, daß wir uns öffentlich verbänden vor den Augen der Welt?“ Sage Ich: »Ich habe euch schon verbunden, und dies Bündnis ist allein gültig im Himmel wie auf Erden, und Ich sage es euch: Seit Adam gab es auf dieser Erde kein vollkommeneres Ehebündnis denn da nun ist das eurige; denn Ich Selbst habe euer Bündnis gesegnet. Morgen früh aber werden hierher kommen eine Menge Priester und andere Leute und Bürger dieser Stadt; denen zeiget das an, auf daß sie es wissen, daß ihr nun vollends rechte Eheleute seid vor Gott und aller Welt! So euch aber Kinder werden, da erziehet sie in Meiner Lehre und taufet sie dann also in Meinem Namen“ (GEJ.01_036,15-17)

„“Wird es in der Folge auch nicht nötig sein, daß wir gleich den Tempelpriestern die Ehen einsegnen?“ Sagte Ich: „An und für sich ganz und gar nicht; denn das Band der Ehe schließt genügend das gegenseitige Gelöbnis vor den Eltern oder sonstigen wahrhaftigen Zeugen. Aber so ihr in einer Gemeinde, die ihr irgend in Meinem Namen werdet gegründet haben, die Ehen einsehet [für gut befindet] und sie segnet in Meinem Namen, so wird ihnen das zum Nutzen und zur Bekräftigung ihres Bundes dienen. Es geschehe das nur von eurem guten Willen als ein Liebesdienst ausgehend.“ (GEJ.08_040,21-23)

„Eine bezahlte Einsegnung der Ehe durch einen gebieterischen und überhochmutsvollen Priester in oder außer dem Tempel hat vor Mir nicht den allergeringsten Wert, sondern nur Mein vollstes Mißfallen. Was Mir aber mißfällt, das ist auch sicher wider Meine Ordnung und ist ein Übel und eine Sünde, die wahrlich keinem Menschen einen Segen bringt. So ihr aber das wohl begriffen habt, da handelt auch also, und ihr werdet dabei wohl tun.“ (GEJ.08_040,24-25)

„Nimm sie [Sarah], liebe recht und pflege sie wie eine zarteste Pflanze; denn Ich gebe sie dir aus den Himmeln als einen wohlverdienten Lohn. Gehet hin zu den Eltern, auf daß sie euch segnen, und kommet dann zu Mir, daß auch Ich euch nochmals segne.“ (GEJ.02_044,30)


3.4. Ehebruch und Scheidung

3.4.1. Was ist Ehebruch?
„Du sollst nicht ehebrechen.“ (2. Mo 20,14 u. 5. Mo 5,18)

Unter Ehebruch wird folgendes verstanden:
„Was nun Gott zusammengefügt hat, das soll der Mensch nicht scheiden.“ (Mt 19,6; Mk 10,9)

„Wer aber sich einmal ein ordentliches Weib genommen hat, der ist an dasselbe gebunden bis zum Tod, und der Scheidebrief Mosis hebt den Ehebruch vor Gottes Ordnung nicht auf, so ein solcher Mann dann eine andere ehelichen würde; ehelicht aber das geschiedene Weib, so bricht sie auch die Ehe. Kurz, wer da nach der erfolgten Ehescheidung heiratet, ist ein Ehebrecher; wer aber nicht ehelicht, der ist denn auch kein Ehebrecher.“ (GEJ.03_066,11)

„Ein jeglicher habe sein eigen Weib, und eine jegliche habe ihren eigenen Mann.“ (1. Kor 7,2)

„Sagte Ich: „Wer von euch Heiden in Meiner Lehre wandeln wird, der wird sich auch solchen Meinen Rat allzeit wohl gefallen lassen. Doch was da betrifft die Vielweiberei, so soll es bei Meinen Nachfolgern sein, wie es war im Anfange der Menschen auf dieser Erde, da Gott nur einen ersten Mann schuf und ihm auch nur ein Weib gab; denn wer schon einmal ein Weib geehelicht hat, dem er seine volle Liebe und unwandelbare Treue gelobt hatte, und er freit dann noch ein zweites und ein drittes Weib hinzu, und mancher noch mehrere, so begeht er dabei ja offenbar gegen das erste Weib einen Ehebruch, und da steht es aber im Gesetz: ,Du sollst nicht ehebrechen!‘ Ich sage es euch, daß die Vielweiberei von großem Übel ist; denn sie zeihet [macht] die Seele ganz sinnlich durch die zu große Wollust des Fleisches und ist und bleibt eine böse Geilerei und Hurerei und offenbare Ehebrecherei. Alle mit diesen Gebrechen Behafteten werden ins Reich Gottes nicht eingehen, wie könnten sie das auch? Ihre Seele ist ja zu sehr in ihres Leibes sinnliche Fleischmasse vergraben und kann nichts Geistiges mehr fassen und fühlen! Darum gelangen solche Wollüstlinge schwer oder auch nahe gar nicht ins Gottesreich. Denn worin das eigentliche Gottesreich besteht, das habe Ich euch allen schon überhinreichend erklärt. Aber so schädlich für die Seele des Menschen die Mehrweiberei auch ist, so gebe Ich euch dawider doch kein Gesetz, sondern überlasse alles dem freien Willen jedes Menschen, zeige euch die Wahrheit und gebe euch den guten Rat. Ebenso aber verhält es sich auch, so ein Mann sich Sklavinnen als Beischläferinnen oder Kebsweiber hält, denn auch mit ihnen bricht er gegen das ordentliche Weib die Ehe. Ein Mann aber, der mit gar keinem ordentlichen Weibe, sondern nur mit Beischläferinnen sein geiles Leben fortführt, ist ebenfalls so schlecht, und oft schlechter noch, als so mancher schwache Ehebrecher, denn er schadet nicht nur seiner Seele, sondern auch den Seelen seiner wollüstigen Beischläferinnen. Solche Menschen bereiten sich schon in dieser Welt ein böses und bitteres Los und ein noch schlechteres und bittereres im Jenseits, denn sie haben durch ihren Wandel beinahe allen Seelenätherlebensstoff vergeudet!“ (GEJ.08_041,01ff)

„Lass dich nicht gelüsten deines Nächsten Weibes. Du sollst nicht begehren […] alles, was sein ist.“ (5. Mo 5,21)

„Aber wer mit einem Weibe die Ehe bricht, der ist ein Narr; der bringt sein Leben in das Verderben.“ (Spr 6,32)

„Kann auch jemand ein Feuer im Busen behalten, daß seine Kleider nicht brennen? Wie sollte jemand auf Kohlen gehen, daß seine Füße nicht verbrannt würden? Also gehet's dem, der zu seines Nächsten Weib geht; es bleibt keiner ungestraft, der sie berührt.“ (Spr 6,27-28; s.a. 3.Mo 18,20)

„Die Ehe soll ehrlich gehalten werden bei allen und das Ehebett unbefleckt; die Hurer aber und die Ehebrecher wird Gott richten.“ (Heb 13,4)

„Wer die Ehe bricht mit jemandes Weibe, der soll des Todes sterben, beide, Ehebrecher und Ehebrecherin, darum dass er mit seines Nächsten Weibe die Ehe gebrochen hat.“ (3. Mo 20,10)

„Wisset ihr nicht, dass die Ungerechten werden das Reich Gottes nicht ererben? Lasset euch nicht verführen! Weder die Hurer […] noch die Ehebrecher […] werden das Reich Gottes ererben.“ (1. Kor 6,9-10 u. Gal 5,19-21)

„Wer immer aber zeugungsfähig ist, ob ledigen Standes oder ob verehelicht, kann ein Ehebrecher werden, so er ein Weib beschläft, das da verehelicht ist, ob sie mit dem Mann lebt oder vom selben durch einen Scheidebrief getrennt ist. Dasselbe ist auch von einer ledigen oder verehelichten Weibsperson der Fall, wenn sie mit einem verehelichten Mann eine Sache hat, der schon ein Weib hat – außer das Weib wäre entschieden unfruchtbar. In diesem Fall kann der Mann auch eine oder mehrere Mägde mit der Einwilligung des rechtmäßigen Weibes beschlafen, um sich aus ihnen Kinder zu zeugen. Aber ohne Einwilligung des rechtmäßigen Weibes begeht er ebenfalls den Ehebruch, so wie jede Dirne, die sich wider den Willen des rechtmäßigen Weibes dem Manne hingibt. Das Weib aber bricht allezeit die Ehe, so sie mit einem andern eine Sache macht – es müßte nur sein, daß der Mann erweislichermaßen die im Evangelium angezeigten Gebrechen hätte und das Weib hätte vor der Ehe nichts davon gewußt, oder der Mann hätte sich, als er schon verehelicht war, ohne Wissen des Weibes selbst verschnitten oder verschneiden lassen. Wenn aber das jemand an dem Mann gewaltsam verübt hätte aus was immer für argem Grund, so wird das Weib zur Ehebrecherin, so sie sich ohne Wissen, Willen und Verlangen des unglücklich gemachten Mannes hätte von jemanden beschlafen lassen. Wenn aber der Mann solches will und verlangt, so begeht das Weib auch keinen Ehebruch, so sie sich von einem Ledigen oder einem reinen Witwer beschlafen läßt; ließe sie sich aber von einem Verehelichten beschlafen, dann würde sie auch die Ehe brechen mit dem, von dem sie sich beschlafen ließe. Ließe sich aber ein Weib bloß der Wollust wegen beschlafen, sei es von wem immer, dann begeht sie neben dem Ehebruch auch die Sünde der Hurerei und der völligen Unzucht, wodurch sie sich dann eine dreifache Strafe an den Hals zieht, und sie wäre nach Moses mit dem Feuer zu bestrafen. So aber ein Lediger mit einer Ledigen Unzucht treibt, und es vermeiden beide die Zeugung, dann begehen beide das Verbrechen des Kindesmordes und sollen danach bestraft werden. Möchten aber beide einen Nachkommen zeugen, da soll dem ledigen Mann die Dreiviertelverpflegung des Kindes zufallen nebst der Verpflichtung, das Mädchen ehestmöglich zu ehelichen oder wenigstens alle Sorge zu tragen, daß das Mädchen an seiner Stelle einen Mann bekommt – und er soll nicht ehelichen, bis das Mädchen verehelicht ist; läßt er aber das Mädchen im Stich und ehelicht eine andere, so wird er einst als ein Ehebrecher gezüchtigt werden in der Hölle! So ein Lediger oder ein Witwer aber einem Mädchen die Liebe zusagt unter eidlichen Beteuerungen und das Mädchen hat es angenommen, er aber heiratet dennoch eine andere, so begeht er auch ein Ehebruch – außer das Mädchen hätte ihn verlassen, in welchem Fall aber dann sie sich des Ehebruchs schuldig macht, so sie ihm ihre Liebe entgegen beteuert hatte. Solche aber, die im sogenannten freien Zöllibat leben und nicht verschnitten sind, aber dennoch Weiber und Mädchen beschlafen, diese sind allezeit die gröbsten Ehebrecher, indem sie allezeit ihr freies Gelübde brechen. Denn jede Brechung eines Gelübdes ist ein Ehebruch, außer das Gelübde wäre ein erzwungenes oder ein im Rausch gemachtes, das niemand zu halten schuldig ist, außer er habe sich nachträglich dazu bekannt oder weltliche Gesetze verlangen es wegen des allgemeinen Wohls. So aber irgend Verschnittene geilen möchten, da sollen sie mit Ruten gezüchtigt werden, indem sie wohl sehen sollen, daß da in ihnen keine Zeugungskraft mehr vorhanden ist.“ (HiG.02_47.06.10)

„Durch Unzucht, Geilerei und Hurerei des Fleisches, also durch Ehebruch aller Art, kann für Gott keine Frucht gezeugt werden! Darum ist derlei Sünde über Sünde! Denn Ich, Gott der Herr, bin die allerhöchste und vollkommenste Ordnung und kann daher nicht zugeben, dass der Mensch, als der Schluss all Meiner Schöpfung, gleich den Fröschen in stinkenden Pfützen gezeugt werden soll! Das fasse, wer es fassen kann!“ (HiG.02_47.06.10,18).

„So aber ein lediger oder ein schon verheirateter Mann mit einem üppigen Weib seines Nachbarn ohne Wissen desselben geilet, so ist dies eine schändliche Hurerei. Ein solches Weib ist dann eine eigentliche Hure, und die mit ihr geilenden Männer sind dann die eigentlichen Hurer, die als solche ins Gottesreich nie eingehen werden, weil solch eine schändliche Hurerei allen guten Sinn in ihrer Seele verzehrt und alles Geistige tötet. Eine solche Hurerei ist aber darum auch um gar nichts besser als der eigentliche Ehebruch, ja oftmals sogar um vieles schlechter als der Ehebruch. Denn bei einem Ehebruch können solche Umstände im Hintergrund stecken, die das Verbrechen dieser Sünde sehr mildern und verdienen, dass sie ein Richter sehr berücksichtige; aber bei der Hurerei können nie irgendwelche mildernde Umstände in die Berücksichtigung gezogen werden; denn dabei handelt ganz rücksichtslos die stinkende Geilsucht und verdient beim Gericht auch keine wie immer geartete Rücksicht." (GEJ.03_068,01-02)

„Siehst du aber deines Nächsten Weibes Reize und lässest dich davon berücken, so hast du auch einen Ehebruch begangen; denn dadurch hast du deines Nächsten Weib zu einer Hure gemacht und mit selbem die Hurerei getrieben. Und es ist dies eine große und grobe Sünde vor Gott und vor den Menschen, auch dann, wenn du mit dem fremden Weib eine Frucht gezeugt hast. Aber natürlich ist das Übel dann noch größer, wenn du mit deines Nächsten Weib lediglich des blinden und stummen Wollustkitzels halber gehurt hast. Solche Sünder werden schwer des Himmelreiches teilhaftig werden.“ (GEJ.03_066,13)

„Ich aber sage euch: Wer sich von seinem Weibe scheidet (es sei denn um Ehebruch), der macht, dass sie die Ehe bricht; und wer eine Abgeschiedene freit, der bricht die Ehe.“ (Mt 5,32; Mt 19,8-12; Lk 16,18; Mk 10,11-12)

„Wer sich von seinem Weibe, und sei es auch um der argen Hurerei willen, scheidet und freiet eine andere, der bricht die Ehe. Und wer die Abgeschiedene freit, der bricht auch die Ehe“. (GEJ.05_255,10)

„Wer da nach der erfolgten Ehescheidung heiratet, ist ein Ehebrecher.“ (GEJ.03_066,11)

„Moses hat euch eurer Herzenshärtigkeit wegen gestattet, eure Weiber zu entlassen; von Anfang aber ist es nicht so gewesen. Ich sage euch aber: Wer seine Frau entläßt, es sei denn wegen Unzucht, und eine andere heiratet, bricht die Ehe.“ (HiG.02_47.06.10)

Nicht eingehaltene Eheversprechen und Gelübde sind Ehebruch:
„Wenn du dem Herrn ein Gelübde tust, so sollst du es nicht verziehen zu halten; denn der Herr, dein Gott, wird's von dir fordern, und es wird dir Sünde sein.“ (5. Mo 23,22)

„Wenn du Gott ein Gelübde tust, so verzieh nicht, es zu halten; denn er hat kein Gefallen an den Narren. Was du gelobst, das halte.“ (Petr 5,3)

„Siehe, so da jemand eine Magd beschlafen hat, so daß er dadurch auch gezeugt hat aus ihr eine Frucht, nachdem er sich zuvor ihre intimste Neigung durch allerlei eheliche Vorworte [Eheversprechen] verschafft hatte – da sind nur drei Fälle möglich, die ihn seines gemachten Bundes entledigen. Und diese drei Fälle sind: erstens, der ein- oder anderseitige Tod des Leibes; zweitens, eine durch was immer für Umstände herbeigeführte gänzliche Untauglichkeit für den ehelichen Stand; drittens, wenn das Mädchen dem Mann gänzlich und ohne sein Verschulden in ihrem Herzen untreu wird und den Liebesantrag eines anderen in ihrem Herzen angenommen hat.“ (HiG.02_42.06.27,08)

„Wahrlich, wer da aus Liebe zu Mir nicht ehelicht, der tut ja besser. Wer aber einmal einem Mädchen das Wort gegeben hat, der tut eine grobe Sünde, wenn er sein Wort bricht. Hat aber jemand einmal gar schon wider Mein Gebot einem Mädchen beigewohnt, um wie viel mehr muß er darum auch verpflichtet sein, seine Sünde an dem Mädchen wiedergutzumachen – ohne welche Tat sie ihm nie von der Schuldtafel gelöscht wird im Reiche des Lebens!“ (HiG.02_42.06.27,15)

„Solche aber, die im sogenannten freien Zöllibate leben und nicht verschnitten sind, aber dennoch Weiber und Mädchen beschlafen, diese sind allezeit die gröbsten Ehebrecher, indem sie allezeit ihr freies Gelübde brechen. Denn jede Brechung eines Gelübdes ist ein Ehebruch, außer das Gelübde wäre ein erzwungenes oder ein im Rausch gemachtes, das niemand zu halten schuldig ist, außer er habe sich nachträglich dazu bekannt oder weltliche Gesetze verlangen es wegen des allgemeinen Wohles.“ (HiG.02_47.06.10,08)

Geistiger Ehebruch wird schon in begehrlichen Wunschgedanken und Vorstellungen begangen, selbst wenn die Tat ausbleibt:
,,Ihr habt gehört, dass gesagt ist: ,Du sollst nicht ehebrechen.‘ Ich aber sage euch: Wer eine Frau ansieht, ihrer zu begehren, der hat schon die Ehe gebrochen in seinem Herzen.“ (Mt 5,27-28)

„Geistig aber bricht auch der die Ehe, der ein Weib, das schon verehelicht ist, ansieht und in seinem Herzen den Sinn faßt, es durch allerlei Blendungen zum Ehebruch zu verleiten, wenn das vollbrachte Werk auch unterblieb.“ (GEJ.03_066,12)

Ehebruch ist auch ein Verstoß gegen das Gebot der Nächstenliebe:
„Lass dich nicht gelüsten deines Nächsten Weibes. Du sollst nicht begehren […] alles, was sein ist“ (5. Mo 5,21; 2.Mo 20,17).

„Denn was da gesagt ist: "Du sollst nicht ehebrechen; du sollst nicht töten; du sollst nicht stehlen; du sollst nicht falsch Zeugnis geben; dich soll nichts gelüsten, und so ein anderes Gebot mehr ist, das wird in diesen Worten zusammengefasst: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ (Rö 13,9-10).

„Dieser [Zeugungs-] Akt darf nicht außerhalb der Sphäre der wahren Nächstenliebe geschehen; ein Hauptgrundsatz der wahren Nächstenliebe aber lautet: 'Tuet euern Nächsten das, was ihr wünschet, dass sie auch euch tun sollen!'“ (GEJ.03_215,03-04)

Im Fall ein Lediger aufgrund des Einverständnisses einer verheirateten Frau zum Geschlechtsverkehr mit ihm selbst keinen Ehebruch beginge, so verstöße er dennoch gegen die Nächstenliebe, und die verheiratete Ehefrau beginge Ehebruch, weil sie ohne Wissen und Wollen ihres Ehemannes dem Beischlaf mit einem fremden Mann zustimmte: „Gesetzt, dich selbst drängte ein ernster Akt [zur Zeugung] in der Fremde [der Mann weiß also nicht, dass die Frau verheiratet ist], du träfst da ein Weib auf einem Feld, und du gewönnest es durch Geld und Worte, deinem Drang entgegenzukommen, und das Weib willfahrte dir das [freiwillig], so hättest du dadurch keine Sünde gegen die Keuschheit, auch keinen Ehebruch begangen, so die Person auch eines Mannes ordentliches Weib wäre. Aber so du bedacht hättest, in welche große und höchst trübe Verlegenheiten und Verfolgungen das Weib kommen werde, so der rechte Mann zu ihr sagen wird: "Weib, gib Rechenschaft, wer in dich den Samen gelegt hat, da ich dich seit dieser und jener Zeit nicht berührt habe!", - siehe, dass du dadurch den häuslichen Frieden zwischen einem Ehepaare gestört hast, das ist eine grobe Sünde wider die Nächstenliebe! Denn du hättest deinen, wenn schon ernsten Drang, wenn er keine Wollustleidenschaft ist, schon noch auf eine schicklichere Gelegenheit versparen können! Du ersiehst hieraus, dass ein Mann, bei sonst ganz ordentlichen und der wahren Keuschheit nicht widerstrebenden Handlungen, auch auf alle anderen menschlichen Nebenumstände sein Augenmerk richten muss, so er sich nicht an irgendeinem Gesetz versündigen will“. (GEJ.03_215,08-09)

3.4.2. Gibt es eine vor Gott gültige Ehescheidung?
„Was denn Gott zusammengefügt hat, soll der Mensch nicht scheiden.“ (Mk 10,9)

„Was Gott verbunden hat, das soll kein Mensch mehr trennen, und es bleibt sonach eine wahre Ehe für ewig unauflöslich! Eine falsche Weltehe ist aber ohnehin kein Bund vor Gott und ist somit auflöslich wie die Weltmenschen und alle ihre Bündnisse, die schon von vornherein nichts als eine barste Hurerei sind, durch die die Kinder des Satans ins elende Dasein gesetzt werden. Ihr also seid nun vollends Mann und Weib und vor Gott ein Fleisch, Amen!“ (GEJ.01_236,19)

„Ich halte aber kein weltliches Eheband für gültig, sondern allein das des Herzens.“ (JJ.01_102,15)

„Den Ehelichen aber gebiete nicht ich, sondern der Herr, dass sich das Weib nicht scheide von dem Manne; so sie sich aber scheidet, dass sie ohne Ehe bleibe oder sich mit dem Manne versöhne; und dass der Mann das Weib nicht von sich lasse.“ (1. Kor 7,10-11)

„Sagte Ich: „Du kannst dich von solch einem Weib, das offenbar eine Ehebrecherin ist, ohne weiteres scheiden lassen, aber du darfst, so sie irgend lebt, um kein anderes Weib freien! Denn du kannst es nicht wissen, ob das Weib sich in der Folge nicht bekehrt und voll Reue in dein Haus zurückkehrt und du dann ein gebessertes, treues Weib hast. Hast du aber unter der Zeit eine andere gefreit, und das frühere Weib käme dann gebessert und voll Reue zu dir zurück, so würdest du es des neues Weibes wegen nicht mehr annehmen können, und siehe, das wäre dann ja doch etwas Schlimmes für dich und noch etwas Schlimmeres für deine nun beiden Weiber; denn dem älteren könntest du keine Barmherzigkeit erweisen und von dem jüngeren dich nicht scheiden, und doch sollst du also barmherzig sein, wie der Vater im Himmel barmherzig ist. Wenn aber du die Barmherzigkeit nicht üben kannst, was bist du dann, und was willst du tun, um in Meiner Ordnung zu erbleiben? Hast du aber einen Drang und viel Natur, da blicke auf die Altväter zurück; aber in deinem Herzen sei Gott getreu und hüte dich vor der Geilheit und Unzucht und der Hurerei! Denn Hurer und Ehebrecher werden in das Gottesreich nicht eingehen. Hast du das nun wohl verstanden?“ (GEJ.05_256,09)

Gründe, die eine Ehescheidung erlauben:
„Sage Ich: […] „Ein Mann hätte ein Weib, das sonst mit allen weiblichen Reizen ganz gut ausgestattet wäre; aber bei der Enthüllung zeigte es sich, daß das Weib ein Zwitter sei. In diesem Falle wäre alsogleiche Auflösung der geschlossenen Ehe ins Werk zu setzen, wenn sie verlangt würde; natürlich aber: Gibt es keinen Kläger, so gibt es auch keinen Richter auf der Erde. Es wäre aber für den Fall ein Gesetz zu geben, demzufolge solch eine Ehe gar nicht zu schließen ist, und der Teil, der als bei sich wohl wissend, daß er für ein eheliches Bündnis nicht taugt, wäre als ein Betrüger zur Verantwortung und zum Schadenersatze zu verhalten (anzuhalten). Was aber hier gesagt ist vom weiblichen Teil, das gilt auch, so der männliche Teil kein vollkommener Mann wäre. So ihn das Weib verläßt und ehelicht einen andern, so begeht sie keinen Ehebruch. Es kann aber auch unter den Männern solche geben, die sich entweder selbst verschnitten haben wegen des Reiches Gottes, oder solche, die schon in ihrer Jugend aus irgendeinem Weltgrunde verschnitten worden sind, wie es auch schon Verschnittene im Mutterleibe gibt; alle die Genannten sind für die Ehe völlig untauglich, und ihre völlige Untauglichkeit bedingt die volle Lösung der Ehe von vornherein. Oder es könnte ein oder der andere eheliche Teil ein derartiges Leibesgebrechen haben, neben dem der andere Teil unmöglich bestehen kann, so wäre auch da die Ehe gänzlich aufzulösen – aber nur in dem Fall, wenn der eine Teil vor der Ehelichung nichts von dem Gebrechen in Erfahrung hatte bringen können; wußte er aber von dem Gebrechen und ist dennoch die Ehe eingegangen, so ist die Ehe gültig und kann nicht aufgelöst werden! Dergleichen Gebrechen aber, die eine volle Lösung einer schon geschlossenen Ehe zulassen, wären: Verborgene Besessenheit des einen oder des andern Teiles, ebenso ein periodischer Irrsinn, ein heimlicher Aussatz böser Art, Krebsbeulen, Läusesucht, eine unheilbare Lungenschwindsucht, Epilepsie, volle Stumpfheit von mindestens zwei Sinnen, Gichtbrüchigkeit und ein pestilenzialischer Leibes- oder Odemgestank. Wenn der gesunde Teil vor der Ehebindung keine Kunde hatte, daß sein anderer Teil von einem der nun benannten Gebrechen behaftet sei, so kann er sogleich nach eingegangener Ehe wieder die vollgültige Lösung derselben verlangen, und sie muß ihm gewährt werden! Denn in diesen Fällen ist der gesunde Teil ein Betrogener, und der Betrug löset jeden Vertrag auf und somit auch den der Ehe. Wollen aber solche Gatten sich nicht scheiden lassen nach dem Willen auch des gesunden Teiles, so ist die Ehe als gültig zu betrachten und kann späterhin außer von Tisch und Bett nicht mehr geschieden werden; denn da gilt euer Satz: VOLENTI NON FIT INIURIA! Außer diesen Fällen aber gibt es nahe wohl keinen mehr, der als Grund einer vollgültigen Ehescheidung könnte angenommen werden. In allen andern mißlichen Ehefällen müssen die Eheleute Geduld miteinander haben bis in den Tod; denn hatte den jungen Eheleuten der Ehe Honig gemundet, so müssen sie dann schon auch mit der Galle der Ehe sich zufriedenstellen. Der Ehe Honig aber ist ohnehin der schlechteste Teil derselben; erst mit dem gallichten Teil der Ehe nimmt des Lebens goldner Ernst seinen Anfang. Dieser aber muß überall sich einstellen; denn käme dieser nicht, da ginge es mit der Saat für die Himmel schlecht. Im oft bittersten Lebensernst beginnt erst der geistige Same sich zu beleben und zu entfalten, der im beständigen Honigleben also erstickt wäre wie eine Fliege, die sich mit aller Gier in den Honigtopf stürzt und vor der zu großen Süßigkeit des Honigs ihr Leben einbüßt.“ (GEJ.03_070,02ff)

„Wer sich von seinem Weibe scheidet (es sei denn um Ehebruch).“ (Mt 5,32)

„Sagte Ich: „Du kannst dich von solch einem Weibe, das offenbar eine Ehebrecherin ist, ohne weiteres scheiden lassen, aber du darfst, so sie irgend lebt, um kein anderes Weib freien! Denn du kannst es nicht wissen, ob das Weib sich in der Folge nicht bekehrt und voll Reue in dein Haus zurückkehrt und du dann ein gebessertes, treues Weib hast.“ (GEJ.05_256,09)

„Ich sage aber euch: Wer sich von seinem Weibe scheidet (es sei denn um der Hurerei willen).“ (Mt 19,9)

„Ein Mensch, ob männlich oder weiblich, treibt schon Hurerei durch allerlei Schwelgen und Prassen und überhaupt durch alles, wodurch er seinem Fleisch einen besonderen Lustreiz zubringen will. Dergleichen sind die zahllosen öffentlichen Belustigungen, bei denen sich die Menschen schon überhaupt freier und frecher benehmen als sonst in ihrer gewöhnlichen Verfassung, durch die eben dem Fleisch am meisten auf die lustigste Art gedient wird. Wer dergleichen Belustigungen aufsucht und an denselben teilnimmt, treibt schon Hurerei, weil er dadurch seinem eigenen gefährlichsten Hausgötzen, seinem Fleisch, opfert; zugleich aber begeht er auch einen Ehebruch mit Mir, dem wahren Lebensbräutigam, indem er dadurch das Gelübde seines Glaubens bricht. Zugleich aber ist er auch ein Geiler und Unzüchtler; ein Geiler, weil er dem Fleisch frönt, und ein Unzüchtler, weil durch solche Handlungen nur der Tod, aber nicht das Leben gezeugt wird. Ferner treiben alle jene die barste Hurerei, die ihren Leib in moderne weiche Kleider hüllen. Denn so da jemand sagt: Man lebt in der Welt und muß also auch der Welt wegen nach der Mode sich tragen, ansonst man für einen Tropf gehalten würde, der nicht Sitte und Anstand beachtet. – O du Tor! Wer ist denn mehr, Ich oder die Welt?“ (HiG.03_47.06.12,02ff)

„Das sinnliche Weib aber will von solch einer guten Lehre nichts hören und wissen und verlangt vom Manne mit Ungestüm, ihrem Verlangen nachzukommen. Erfüllt der Mann des Weibes Willen, so treibt er mit demselben doch offenbar Unzucht und begeht sogestaltig nach deinem Worte eine Sünde wider die göttliche Ordnung; hält er sie aber zurück, so sündigt er wider seines Weibes Willen und nötigt dasselbe zu allerlei unnatürlichen Befriedigungen oder zum Ehebruche und zur Hurerei mit andern Männern. Desgleichen aber gibt es anderseits auch derart geile Böcke von Männern, die ihrem armen sittsamen Weibe oft noch wenige Stunden vor der Entbindung keine Ruhe gönnen wollen. Darüber kommen oft laute Klagen vor; was aber soll da ein weiser Richter für einen rechtskräftigen und vor Gott und vor aller besseren Welt gültigen Ausspruch tun? Wenn der ordentliche Mann oder das sittliche Weib der Ordnung und des Reiches Gottes wegen eine Ehescheidung verlangt, soll sie gegeben werden oder nicht?“ Sage Ich: „Ja, da kann nach Verlangen des einen oder des andern Teiles eine Ehescheidung gegeben werden, jedoch keine gänzlich, aber immerhin mehr als allein von Tisch und Bett, sondern auch von der gegenseitigen Versorgungsverpflichtung und vom Erbrecht, welche zwei Dinge in einem minderen Scheidungsgrund erst dann erlöschen, wenn der eine Teil sich über drei Jahre hinaus völlig von dem nur von Tisch und Bett geschiedenen andern Teil ohne einen haltbaren Grund entfernt und sich nicht mehr gekümmert hat um den hinterlassenen Teil, sondern da seinem Vergnügen nachgegangen ist. Bei der Scheidung aber, die da bei deinem vorgebrachten Fall auf Verlangen des guten Teiles zu erfolgen hätte, erlischt auch in einem [zugleich] jeder weitere wie immer geartete Anspruch auf Recht. Aber es ist sehr darauf zu sehen, daß die Scheidung erst dann zu geben ist, wenn sie vom guten Teil verlangt wird und der schlechtere Teil darein einwilligt; willigt dieser nicht ein und verspricht dafür Besserung, so ist da auch dem guten Teil die Scheidung nicht zu geben, sondern ihm bloß eine Vormerkung zu machen, und er werde darauf zur Geduld ermahnt. Wollen aber in diesem Falle geschiedene Gatten in guter Eintracht wieder zusammengehen, so bedürfen sie keines neuen Ehebündnisses, sondern es tritt da nach dem Willen beider Teile das alte Bündnis in seine volle Kraft, und eine allfällig zum zweitenmal verlangte Scheidung kann sie nicht mehr trennen, außer im Notfall von Bett und Tisch. So aber ein Mann ein sehr begehrendes Weib hat und gewähret mit Nüchternheit seines Herzens dem Weib ihr Verlangen, so ihm solches seine Kraft gestattet, so begeht er dadurch gerade keine zu grobe Sünde wider die Ordnung Gottes; denn eines solchen Weibes Natur gleicht einem trockenen Boden, den der Gärtner in der heißen Sommerzeit zu öfteren Malen begießen muß, so er seine Pflanzen erhalten will. Wenn aber dann kommt der feuchte Herbst, so wird ein jeder Boden der Feuchtigkeit in Genüge haben. Aber dabei soll der nüchterne Mann sein Weib auch fleißig geistig bearbeiten und bilden, und es wird ihm das gute Früchte tragen. Geduld ist aber stets besser als das allerbeste Recht. Mehr Recht jedoch, die Scheidung zu begehren, hat ein sittsames Weib wegen der zu großen Geilheit ihres Mannes, als ein Mann wegen der großen Geilheit seines Weibes; denn das einmal gesegnete Weib bedarf der Ruhe für die Zeit, die Gott in der Natur des Weibes verordnet hat. Dem Manne aber ist keine Zeit verordnet worden, und er bedarf darum weniger der Ruhe seiner Natur denn das gesegnete Weib; darum ist bei einem Gericht ein gesegnetes Weib auch eher anzuhören denn ein nüchterner Mann. Bei einem Manne ist noch sehr darauf zu sehen, welch ein Leben er vor der Verehelichung geführt hat, ob ihn nicht etwa eine ausschweifende Jugendzeit durch vieles Sündigen nüchtern und untüchtig gemacht habe. Bei einem sehr begehrenden Weib aber fällt diese Frage nahe von selbst weg. Denn hatte es schon als Maid sich einem unzüchtigen Leben des Gewinnes wegen in die Arme geworfen, so ist dadurch ihre Natur schon sehr abgestumpft worden, und soll sie später noch irgendeines Mannes ordentliches Weib werden, so wird es in seinem Begehren ganz eisig aussehen; ist aber ein Weib als noch seiende Jungfrau sehr züchtig bei einem heißen Blut gehalten worden, so ist da auch nicht der allenfalls strafbare Grund in dem ledigen Jungfrauenstand, sondern lediglich in des Weibes Natur zu suchen, auf welchen Grund in diesem Fall das Gericht kaum zu merken hat. Gegen die Gewalt der Natur aber ist jeder noch so weise richterliche Spruch eine hohle Nuß, und so wären bei einem heißblütigen Weib auch entsprechende Mittel aus dem Bereich der Natur anzuwenden und mit denselben eine entsprechende Belehrung an das Herz des Weibes, und es möchte dann wohl besser mit demselben werden.“ (GEJ.03_071,03ff)

„Den andern aber sage ich, nicht der Herr: So ein Bruder ein ungläubiges Weib hat, und sie lässt es sich gefallen, bei ihm zu wohnen, der scheide sich nicht von ihr. Und so ein Weib einen ungläubigen Mann hat, und er lässt es sich gefallen, bei ihr zu wohnen, die scheide sich nicht von ihm. Denn der ungläubige Mann ist geheiligt durchs Weib, und das ungläubige Weib ist geheiligt durch den Mann. Sonst wären eure Kinder unrein; nun aber sind sie heilig. So aber der Ungläubige sich scheidet, so lass ihn scheiden. Es ist der Bruder oder die Schwester nicht gefangen in solchen Fällen. Im Frieden aber hat uns Gott berufen. Denn was weißt du, Weib, ob du den Mann wirst selig machen? Oder du, Mann, was weißt du, ob du das Weib wirst selig machen?“ (1. Kor 7,12-16)

„Aber es ist sehr darauf zu sehen, daß die Scheidung [in einem berechtigten Fall] erst dann zu geben ist, wenn sie vom guten Teile verlangt wird und der schlechtere Teil darein einwilligt; willigt dieser nicht ein und verspricht dafür Besserung, so ist da auch dem guten Tei die Scheidung nicht zu geben, sondern ihm bloß eine Vormerkung zu machen, und er werde darauf zur Geduld ermahnt. Wollen aber in diesem Falle geschiedene Gatten in guter Eintracht wieder zusammengehen, so bedürfen sie keines neuen Ehebündnisses, sondern es tritt da nach dem Willen beider Teile das alte Bündnis in seine volle Kraft, und eine allfällig zum zweitenmal verlangte Scheidung kann sie nicht mehr trennen, außer im Notfall von Bett und Tisch.“ (GEJ.03_071,08-09)

3.5. Ehepflichten

3.5.1. Unterhaltszahlung und Fürsorgeplicht
„Wenn jemand eine Jungfrau beredet, die noch nicht verlobt ist, und bei ihr schläft, der soll ihr geben ihre Morgengabe (Mitgift) und sie zum Weibe haben. Weigert sich aber ihr Vater, sie ihm zu geben, soll er Geld darwägen, wie viel einer Jungfrau zur Morgengabe gebührt.“ (2. Mo 22,15-16)

„Wenn jemand an eine Jungfrau kommt, die nicht verlobt ist, und ergreift sie und schläft bei ihr, und es findet sich also, so soll, der bei ihr geschlafen hat, ihrem Vater fünfzig Silberlinge geben und soll sie zum Weibe haben, darum dass er sie geschwächt hat; er kann sie nicht lassen sein Leben lang.“ (4.Mo 22,28-29)

„So aber ein Lediger mit einer Ledigen Unzucht treibt, und es vermeiden beide die Zeugung, dann begehen beide das Verbrechen des Kindesmordes und sollen danach bestraft werden. Möchten aber beide einen Nachkommen zeugen, da soll dem ledigen Manne die Dreiviertelverpflegung des Kindes zufallen nebst der Verpflichtung, das Mädchen ehestmöglich zu ehelichen oder wenigstens alle Sorge zu tragen, daß das Mädchen an seiner Stelle einen Mann bekommt – und er soll nicht ehelichen, bis das Mädchen verehelicht ist; läßt er aber das Mädchen im Stich und ehelicht eine andere, so wird er einst als ein Ehebrecher gezüchtigt werden in der Hölle!“ (HiG.02_47.06.10,06)

3.5.2. Schwagerehen
„Wenn Brüder beieinander wohnen und einer stirbt ohne Kinder, so soll des Verstorbenen Weib nicht einen fremden Mann draußen nehmen; sondern ihr Schwager soll sich zu ihr tun und sie zum Weibe nehmen und sie ehelichen.“ (5. Mo 25,5)

3.5.3. Wiederverheiratung nach Tod des Ehepartners
„Ein Weib ist gebunden durch das Gesetz, solange ihr Mann lebt; so aber ihr Mann entschläft, ist sie frei, zu heiraten, wen sie will, nur, dass es im Herrn geschehe. Seliger ist sie aber, wo sie also bleibt, nach meiner Meinung. Ich halte aber dafür, ich habe auch den Geist Gottes.“ (1. Kor 7,39-40; Rö 7,2)

„Lass keine Witwe erwählt werden unter sechzig Jahren, und die da gewesen sei eines Mannes Weib, und die ein Zeugnis habe guter Werke: so sie Kinder aufgezogen hat, so sie gastfrei gewesen ist, so sie der Heiligen Füße gewaschen hat, so sie den Trübseligen Handreichung getan hat, so sie in allem guten Werk nachgekommen ist. Der jungen Witwen aber entschlage dich; denn wenn sie geil geworden sind wider Christum, so wollen sie freien und haben ihr Urteil, dass sie den ersten Glauben gebrochen haben. Daneben sind sie faul und lernen umlaufen durch die Häuser; nicht allein aber sind sie faul sondern auch geschwätzig und vorwitzig und reden, was nicht sein soll. So will ich nun, dass die jungen Witwen freien, Kinder zeugen, haushalten, dem Widersacher keine Ursache geben zu schelten. Denn es sind schon etliche umgewandt dem Satan nach. So aber ein Gläubiger oder Gläubige Witwen hat, der versorge sie und lasse die Gemeinde nicht beschwert werden, auf dass die, so rechte Witwen sind, mögen genug haben.“ (1. Tim 5,9-16)

„Bist du an ein Weib gebunden, so suche nicht, los zu werden; bist du los vom Weibe, so suche kein Weib.“ (1. Kor 7,27)

„Wenn euch aber des Leibes Tod getrennt wird haben, dann solle der überlebende Teil frei sein dem Außen nach, aber die Liebe solle währen ewiglich.“ (JJ.01_103,16)


Anhang

Ehesegen
„Nehmet hin Meinen Segen zum ewigen Leben! Zeuget aus euch wahre, lebendige Früchte der reinen Liebe! Ferne sei eurem Leibe die stumme Befriedigung dessen, daran das Fleisch und somit auch die Sünde hängt, – so werdet ihr stets wandeln wahrhaft und getreu vor Mir; wer aber da wohltut seinem Fleische, es nährt über das gerechte Maß und es dann durch alle Wollust sucht zu ergötzen, der nährt seine eigene Sünde und räumt durch die Wollust des Fleisches dem ewigen Tode alle Gewalt über sich ein.
Daher bezähmet allzeit eure Begierden, so es nicht Zeit ist, daß ihr Mir zeugetet eine lebendige Frucht; wenn es aber Zeit ist, dann rufet zu Mir, damit Ich euch halte, wenn ihr der Sünde ein Opfer bringet, und ihr darum nicht fallet, sondern bleibet in Meiner Gnade.
Denn wer da fällt, der steht schwer auf, und bei jedem Falle wird der Geist mit einem neuen Totengefängnisse umgeben.
Wenn er dann erstehen möchte aus der Gefangenschaft des Fleisches, welches ist die alte Sünde und der alte Tod des Geistes, – wie wird es ihm dann ergehen, wenn er statt einer Rinde mehrere hunderte wird zu durchbrechen haben, da immer eine um die andere hartnäckiger wird?!
Daher sorget euch nur um das, was des Geistes ist; das Fleisch aber übergebet Mir und tuet im selben Meinen Willen, auf daß es kraftlos werde, so werdet ihr im Geiste allzeit in dem Grade wachsen und zunehmen, in welchem euer Tod abnimmt, welcher da ist die Sünde oder das Fleisch.
Daher sage Ich es euch noch einmal: Nähret, stärket und ergötzet euer Fleisch nicht; denn dadurch nähret, stärket und ergötzet ihr euren eigenen Tod, welcher nun den Geist umgibt als letzter Kerker vor seiner Wiederbefreiung oder Wiedererstehung zum vollsten ewigen Leben aus Mir und in Mir!
Du, Mein geliebter Jorias, hast geschaut die Größe und Erhabenheit dessen, was da ist ein Kind Meiner Liebe! Du hast die Fülle der Glut Meiner Vaterliebe empfunden! Also bleibe getreu Meinem Willen; bleibe getreu Mir, deinem Gott; ja bleibe getreu Mir, deinem heiligen, liebevollsten Vater!
Siehe, sooft das Fleisch eine ungebührliche Forderung an dein Herz legen wird, allzeit die Sterne des Himmels an, und Ich werde aus den Sternen zu dir reden und werde dir sagen, was du zu tun hast!
Wenn du aber abweichen möchtest von diesem Meinem Wege, den Ich dir jetzt vorgezeichnet habe, dann wird sich auch der Himmel vor deinen Augen in dichte Wolken verhüllen, und du wirst so lange die sprechenden Sterne hinfort nicht zu Gesichte bekommen, bis du voll Reue auf diesen Meinen Weg zurückkehren wirst!
So du aber verbleiben wirst freimütig getreu Meinem Willen, da wirst du bald die große Macht desselben in dir zu gewahren anfangen; denn eben dadurch, daß du befolgst Meinen Willen, nimmst du denselben auf in dir und machst ihn zu dem deinigen.
Wenn aber Mein allmächtiger Wille deine Ordnung wird, wie er ewig ist die Meinige, sage Mir, welche Macht des Todes wird dich dann wohl mehr überwältigen können?!
Darum aber gebe Ich dir ein solches Gebot, wie allen, damit durch seine Befolgung jeder sich zu eigen machen möchte die Macht Meines Willens, durch welchen alle Dinge sind gemacht worden, und vor dem alle Dinge erbeben.
Solange aber jemand sich Meinen Willen nicht zu eigen gemacht hat, so lange auch bleibt er ein Gefangener des Todes und ein Knecht der Sünde, welche ist der alte Tod.
Wer aber sich zu eigen gemacht hatte Meinen Willen, der ist vollkommen geworden, wie Ich, sein Vater, es bin, und er wird die Werke des Lebens verrichten, die Ich verrichte.
Wer aber also geworden ist ein Besitzer Meines Willens, der hat auch die wahre Kindschaft überkommen.
Wer ist aber derjenige, dem Mein Wille zu eigen wird vollkommen? – Ich sage dir und euch allen: Derjenige ist es, der Mich liebt!
Wer aber liebt Mich? – Derjenige, der da tut Meinen Willen; wer aber tut nach Meinem Willen, der hat sich Meinen Willen zu eigen gemacht.
Das aber ist ja die wahre Kindschaft, daß jeder ist in Meinem Willen und Mein Wille in ihm; und das ist die wahre, lebendige Frucht der reinen Liebe und das ewige Leben.
Diese Frucht sollst du Mir vor allem zeugen mit deinem Weibe; hast du solche gezeugt, so wirst du auch dann Kinder zeugen, welche aus Meinem Willen hervorgehen werden und werden sein vollkommen gleich dem, der sie gezeugt hat.
Das aber ist dieser Mein Segen, daß sonach Mein Wille der deine werde und du lebest aus und in demselben ewig! Amen.“ (HGt.02_089,03-22)


Das Jesuskind zum römischen Statthalter Cyrenius und zur Römerin Tullia:
„Du, Mein Cyrenius, hast zu dieser Tochter dein Herz gar mächtig gefasst; daher sollst du es nicht mehr abwenden von ihr! Und du, Tochter, aber warst beim ersten Anblicke brennend schon in deinem Herzen zum Cyrenius, darum bist du schon sein Weib vor Mir und brauchst nicht erst eines zu werden! Denn bei Mir gilt nicht äußerer Rat oder Widerrat, sondern allein der Rat eurer Herzen ist bei Mir gültig. Bleibet sonach diesem für ewig getreu, wollt ihr nicht zu wahrhaftigen Ehebrechern werden vor Mir! […] Und du, Mein Cyrenius, nehme hin das Weib, das Ich dir gebe; und du, Tullia, nehme den Mann, den Ich dir zugeführt habe vollernstlich; nur sollet ihr euch nimmer verlassen! Wenn euch aber des Leibes Tod getrennt wird haben, dann solle der überlebende Teil frei sein dem Außen nach, aber die Liebe solle währen ewiglich, Amen.“ [JJ.01_102,17-20+103,15-16]
„Die Liebe aber, da sie stets neue Weisheit und ein neues Wunder um das andere schafft, wird anziehender von Stunde zu Stunde, oder hier besser gesagt, von Weile zu Weile. Haltet euch daher stets an den inneren Geist der Liebe, der wird euch das wahre ewige Himmelsbrot sein und wird euch kräftigen und stärken stets mehr und mehr ohne Unterlass; denn solcher Geist in euren Herzen ist Jesus‘ Geist!“ (RB.02_255,2)


Gelöbnis einer Frau zur Vermählung
Spricht Helena zu Robert, ganz strahlend von himmlischer Schönheit: „Des Herrn Name sei gepriesen ewig, und sein heiliger Wille geschehe! Ebenso aber wird mir auch ewig heilig sein dein Wille, da ich nun klarst erschaue, dass du keinen andern Willen mehr in deinem Herzen birgst, als allein den heiligen des himmlischen, liebevollsten Vaters aller Menschen und Engel! - Sollte dein Herz je nach großen Taten in der Liebe auf Augenblicke matt werden, da soll es an dem meinen eine reiche Sättigung und Stärkung finden! Und sollte ich selbst je im heiligen Wollen irgendeine Schwäche zeigen, da wird dein Herz mich stärken und kräftigen in allem, was dem heiligsten Vater wohlgefällig ist! Und so will ich denn im Namen unseres heiligsten, himmlischen Vaters sein und bleiben für ewig dein himmlisches Weib, das mit dir und in dir leben und handeln wird als ein Wesen mit und in dir ewig! - Des heiligsten Vaters Gnade, Liebe, Weisheit, Ordnung und Wille sei uns ein Segen für ewig!“ (RB.01_124,12)


Ehewilligen zur Beachtung - ein Rat von Jesus


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