Jakob Lorber - Kinder im Jenseits - Der Prophet Jakob Lorber und seine Verkündungen ... Jakob Lorber

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Jakob Lorber - Kinder im Jenseits

Themen > Ehe und Familie > Kinder

Das jenseitige Kinderreich
- Geistige Sonne Band 2 -

Johannes: „Darum aber zeige ich euch auch nach dem Willen des Herrn die lebendigen Kinderschulen in der Sonne, auf dass ihr daraus entnehmen möchtet, wie man eigentlich auch auf der Erde die Schule des Lebens handhaben sollte!“ (GS.02_071,25)


Erziehungsstufen der Kinderseelen, die kurz nach der Geburt gestorben sind (Kap. 67)
Kinder, die kurz nach der Geburt gestorben sind, werden im Jenseits durch die Liebe Jesu ausgereift und kommen hierfür unter die Aufsicht von Engelsgeistern, die schon auf der Erde große Kinderfreunde waren. Dabei machen sie folgende Entwicklungsstufen durch:

I. Erziehung der Kinder, die von Gott und Seinem Wort keinen Begriff und keine Vorstellung haben
1.Stufe: Sorge der Engel um das äußere, leibliche Wohl der Kinder (V 5-6)
2.Stufe: Stehen und Gehen lernen (V 7).
3.Stufe: Sprechen lernen (V 7).

II. Begriffsauffassung und Begriffsammlung
4.Stufe: Anhand von Spielsachen Begriffe sammeln.
Die Kinder sitzen in kleinen Gruppen auf langen Bankreihen. Eine jede kleine Gruppe hat einen Lehrer.
Sie lernen die Gegenstände zu benennen (V 9-10).
5.Stufe: Die Benennung zusammengesetzter Begriffe erlernen, um daraus den Grund und die
Bestimmung der Gegenstände herauszufinden (V 12).
6.Stufe: Begriffe verbinden.
Erlenen der Worte, durch welche Handlungen, Tätigkeiten, Zustände,
Beschaffenheiten und Eigenschaften ausgedrückt werden (V 12).

III. Umsetzung der Begriffe in die Tat.
7.Stufe: Das Gelernte wird durch Austausch über persönliche Wahrnehmungen
anhand von Anschauungstafeln und Theaterstücken angewandt (V 13).
8.Stufe: Ausweitung mit Bezug auf Gott, Nacherzählung des äußerlich Geschauten (V 14).
9.Stufe: Ausbildung der Ausdrucksfähigkeit.
Wenn die Auffassungsfähigkeit der Kinder gewachsen ist, werden sie über die geschichtliche Darstellung in Bezug auf den Herrn in Form von Bildertafeln und Erzählungen unterrichtet (V 15).

IV. Erziehung zur Selbständigkeit und Selbsttätigkeit.
10.Stufe: Selbstaufführung und Nacherzählung kleinerer Stücke.
Ziel ist, die Kinder zur Selbsttätigkeit und Selbstdenken anzuleiten (V 16-17).
11.Stufe: Erfindung und Darstellung neuer Darstellungen in Tat und Wort (V 18).
12.Stufe: Weiterführung in feinerem, präziserem Ausdrücken (V 19).

Vergleich mit der Erziehung auf der Erde: Im Geist lernt es sich zwar schneller als im materiellen Leib, welcher nicht selten mit großen Schwächen und Unbehilflichkeiten behaftet ist. Würde auf der Erde jedoch auch eine ähnliche Lehrmethode angewandt werden, so würden die hier lebenden und wachsenden Kinder ebenfalls ums Unvergleichliche schneller zum geistig entwickelten Ziel gelangen als so, wo das Kind zuerst mit allerlei Unrat angestopft wird, welcher danach bei der gründlicheren Bildung des Kindes erst mühsam hinausgeschafft werden muss, bevor das Kind zu etwas Reinerem aufnahmefähig wird (V 20).
Aber obschon das geistige Erfassungsvermögen im Jenseits viel schneller und größer als das auf der Erde ist, so machen dennoch unvollkommenere Geister weniger schnelle Fortschritte als geistig vollkommenere (Kap 69, V 15).

Anschauungsunterricht in stufenweisen Abteilungen um das Lesen und Schreiben zu lernen (Kap 68)
Haben die Kinder diese Elementarstufen durchgemacht, so werden sie in ein neues Gebäude mit einem großen Saal geführt, in dem sich je ein Lehrer mit einer Gruppe von 10 Kindern beschäftigt und ihnen folgendes beibringt:

1.Stufe: Detaillierte Bilder verstehen lernen als ein erster Anfang zum Lesen (V 3).
2.Stufe: Mit Bildern, die lediglich aus Konturlinien bestehen, wird das Denken gefördert,
um aus der Verbindung der Linien das frühere Bild herauszufinden.
Ziel: Anleitung zur Tätigkeit des inneren Gemüts (V 6).
3.Stufe: Mit Bildern, die nur aus Grundlinien bestehen, und um welche die anderen Konturlinien bloß
durch Pünktchen ausgedrückt sind, soll auf die Grundbedeutung des Bildes zurückgefunden werden.
Ziel: Herausfinden der tieferen Bedeutung der Bilder (V 7).
4.Stufe: Nun sind die Grundlinien nur noch Konturpunkte, die viele historische, meistens auf
Jesus bezogene, Situationen darstellen. Auch kommen menschliche Figuren vor, die die
Teile und Gliederung des Menschen sichtlich darstellen.
Ziel: Erkenntnis, wie die Teile des Menschen geordnet sind und wie der Mensch zu allem einen Bezug hat (V 9).
5.Stufe: Die Linien lösen sich immer mehr auf; die Kinder werden in die Grundstruktur der Zeichen
eingeführt, wodurch sie auf das Verständnis der Urschrift hingeführt werden sollen, die mit dem ganzen Menschen korrespondiert.
So erlernen sie das Lesen durch das Verstehen des Gesamtzusammenhangs, der in seine Bestandteile zergliedert wird (V 11-13).

Das Erlernen des Sprechens erfolgt plastisch und dramatisch, während das Erlernen des Lesens flach gestellt und in kleinen Maßstäben erfolgt. Es wird beständig vollkommener lesen gelehrt; und dies besteht darin, dass die Schüler aus der Gestalt dieser oben dargestellten inneren Schrift, die geistig ist, durch Entsprechungen am Ende auch alle weltlichen äußeren Schriften finden und erkennen lernen. Auf diese Weise erlernen die Kinder auch die Fertigkeit des Schreibens (V 16).

Weiteres größeres Haus für Erdkunde und die Geschichte von der Entwicklung der Erde (Kap 69)
Hier erfolgt folgender Unterricht:
- Betrachtung des Globus in äußerer, allgemeiner Weise bis in immer feinere Strukturen.
- Rückführung von heute bis zu den Zeiten Adams und wie die Erde entstanden ist.
- Betrachtung von äußerlichen Erscheinlichkeiten bis zum Geistigen (von der Gegenwart zur Ursache zurück   oder von außen nach innen) (V 11).

Auf der Erde findet sich in keinem Unterrichtsfach etwas, das nicht entsprechendermaßen schon lange vorher im Geist vorhanden gewesen wäre. Somit ist auch ein Erdglobus auf der Erde durchaus keine solche Erfindung, die da nicht zuvor im reinen Gebiet des Geistes schon lange vorhanden gewesen wäre (V2).

Neues Gebäude für das Wesen und die Entstehung der Erde (Geologie) (Kap 70)
1. Raum: Betrachtung des Inneren vom Globus (V 1-6)
2. Raum: Miterleben der Entstehung einer Welt (V 7ff)
       Ziel: Erlernen der Bestimmung aller Elemente, die im tiefen Inneren der Erde liegen, nämlich zunächst
ihre Befreiung zum äußerlichen Leben auf der Erde bis zu ihrer Erlösung im geistigen Leben (V 5).

Von der heiligen Schule des Lebens (Kap 71)
Im Reich der vollkommenen Geister ist das (geistige) Denken von außen nach innen gekehrt, während weltliches Denken von innen nach außen gekehrt ist (V2).
Die Menschen auf der Erde streben nur nach den nichtigsten und eitelsten Dingen, glauben und vertrauen dem Herrn nur so lange, solange ihnen leiblichermaßen nichts abgeht. Kommt aber eine geringe Versuchung, fallen sie in ihre alten Zweifel zurück und werfen sich statt dem Herrn nur einer wenig nützenden und sehr schlecht helfenden Welt in die Arme, was zeigt, dass ihr Sinn nicht nach innen, sondern nur nach außen gekehrt ist. Und so hemmt weltliches Denken den Fortschritt, besonders bei Prüfungen und Versuchungen, wo stets die Hilfe im Äußeren gesucht wird. Daher kommt es auch bei weltlich äußeren Gelehrten, dass sie bei ihrem Versterben unter Verlustangst leiden und das Empfinden des Verlorenseins haben (V 3+7).
Nur derjenige kann in das Reich der Himmel oder des ewigen Lebens eingehen, der die geistige Wiedergeburt erlangt hat. Hierzu ist ein werktätiges Leben nach der Lehre Jesu, die er mit seinem Blut besiegelt hat, in all ihren Teilen notwendig. Wer Ihm auf diese Weise nicht nachfolgen will, der muss es sich selbst zuschreiben, wenn er dadurch das Leben des Geistes verwirkt (V 8-10).
Die richtige Glaubensstärke ist erst dann vorhanden, wenn sie von innen kommt. Nur wer sich vor aller Welt zu Jesus und seinem Glauben bekennt, dadurch Jesus wahrhaft in der Fülle und Wahrheit in seinem Geist wird aufgenommen haben, wird in das Reich Gottes aufgenommen werden. Nur wer alles Weltliche aus sich verbannt hat, überkommt den Geist der Kraft und Stärke, fürchtet keine Welt mehr, bekennt die ewig lebendige Wahrheit in sich offen und reißt durch die Gewalt seines Glaubens und der Liebe zum Herrn das Haus des Vaters an sich (V 16+18-20+23-25).

Lehrsaal der Schöpfungsgeschichte des Menschen (Kap 72)
In diesem Lehrsaal erfolgt die Veranschaulichung des Falles Luzifers und der Schöpfung der Erde und des ersten Menschenpaares, sowie der geistigen Erde und wie sie sich aus dem Menschengeschlecht bildet. Weiter auch der geistigen Sphären, wo sich die Seelen Verstorbener je nach ihrem geistigen Entwicklungsstand aufhalten und sich nach oben oder nach unten entwickeln (V 2-15).
Den Schülern wird erklärt, was die Sünde ist und wie ein freies Wesen auf der Erde lebend sich versündigen kann (V 16).
Während des Unterrichts werden wohlgeordnete Spielstunden als Ruhepausen des Geistes gewährt (V 17-18).
Eine größere Ruheperiode gibt es vor dem Übertritt von einem Lehrgarten in den anderen. Es wird denjenigen Schülern, die ein Verlangen danach haben, gegönnt, ihre Anverwandten auf der Erde zu besuchen. Dies geschieht gewöhnlich nur dann, wenn diese sich im tiefen Schlaf befinden. Im wachen Zustand wissen sie nur höchst selten etwas davon, besonders dann nicht, wenn sie mehr irdisch als geistig gesinnt sind (V 18).
Manche Schüler wollen den Herrn sehen, was jedoch nur sehr selten geschieht, da sie als Geister noch zu schwach sind, Gottes Nähe auszuhalten. Ein reger Besuch findet jedoch zwischen den Kindern und Maria, ihrer allgemeinen geistigen Obervorsteherin und Mutter statt, die auch oft alle Lehranstalten besucht, wenn auch nicht allezeit sichtbar den kleinen Geistern, wohl aber den Lehrern (V 19).
Alle verstorbenen Kinder machen von der Geburt an bis in ihr zwölftes Jahr diese Schulen durch, wobei es für ein jedes Alter einen eigenen Anfangsgarten gibt. Erst im zweiten Garten kommen sie dann alle zusammen (V 20).

Schulhaus der 12 göttlichen Gebote (Kap 73-104)
Da die jenseitigen Kinderseelen keine Freiheitsprobe auf der Erde durchgemacht haben, die die eigentliche Lebensprobe für den Geist des Menschen ist, müssen sie sie jetzt im Kinderreich durchmachen, d.h. sich von gewisserart geistig lebendigen Maschinen zum Lebendigwerden aus sich selbst entwickeln. Daher müssen sie auch alle Gebote kennenlernen, und sie dann werktätig an sich selbst erproben und erfahren, wie sich ihr selbst lebendiges geistiges Wesen unter einem gegebenen Gesetz verhält (K73, V11).

Die Führe zur Gottsuche
Zwar hat ein jedes Kind grundsätzlich erst einmal einen Glauben an Gott (K73, V10). Damit sie jedoch ihren Glauben erhärten können, streut der Lehrer Zweifel in ihn und stellt an sie die Frage, ob überhaupt ein Gott existiert. Sie bekommen die Aufgabe, Gott in sich zu suchen. Gibt es einen, so werden sie ihn sicher finden und er wird ihnen in ihrer Liebe zu ihm antworten (Gesetz der Anziehung: Liebe mit Liebe anziehen) (Kap 73, V13-19).
Da jedoch die Kinder nun mit Zweifeln die Existenz Gottes in Frage gestellt haben und sie äußerlich mit ihrem Verstand und ihrem Gemüt suchen, finden sie ihn nicht. Doch sie sollen lernen, Gott mit der größten Bestimmtheit und auch zweifellosem Glauben an ihn in Liebe zu suchen. Daher schickt sie der Lehrer nochmals zu einer erneuten Suche nach ihm aus (Kap 74, V 9-12). Weil sie ihn jedoch wiederum mit dem Verstand suchen und noch voller Zweifel sind, finden sie ihn wiederum nicht (Kap 75, V 3).
Nur ein Kind, das Gott liebt und niemals an seiner Existenz zweifelte, geht in seine Wohnstube, wo es Gott mit seiner Liebe erfasst. Jesus kommt als schlichter Mann zu ihm und das Kind erkennt ihn als Gott und himmlischen Vater (Kap 74, V 13-15 + 19-21).
Dann kommt dieses Kind mit dem schlichten Mann mit den anderen zusammen, doch deren falsches Gottesbild verhindert ihn zu erkennen, da sie der Meinung sind, dass Gott in aller Pracht und Glanz erscheinen müsse. Doch der Lehrer belehrt sie: Je mehr Glanz von außen, desto weniger Licht von innen. Je mehr Licht aber von innen, desto weniger Glanz dem Außen nach. Er leitet sie dazu an, dem schlichten Mann Fragen zu stellen, um zu erlernen, ihn erst einmal an seiner Weisheit zu erkennen. Die Kinder stellen ihm Fragen und bitten ihn, sie näher zu Gott zu führen, da sie nach Gott eine stets größere Sehnsucht haben je mehr er sich hinter ihren Zweifeln verbirgt. Mit Hilfe des Kindes, das ihn bereits gefunden hat, erkennen sie endlich Jesus (Kap 75, V 1+7-17).
Die Sehnsucht ist es, die die Gewissheit über die Existenz Gottes entstehen lässt, denn in ihr liegt ein großer Beweis, weil man sich dessen vergewissern möchte wonach man sich sehnt, und der Grund der Sehnsucht die Liebe zu dem ist, nach dem man sich sehnt. Deshalb geht man auch auf den Grund seiner Sehnsucht selbst zurück. Kündigt sich da nicht die große Wahrheit an, ist alles falsch; kündigt sie sich aber da an, so ist man zu der lebendigen Überzeugung gekommen, dass sie nur in ihrem Grund selbst zu erkennen und zu erschauen ist (Kap 75, V 15-19). Wer daher Jesus einmal mit der Liebe seines Herzens gefunden hat, verliert ihn ewig nicht mehr (Kap 74, V 21).

Einführung in die tiefe Bedeutung der einzelnen Gebote
Nun werden die Kinder in die tiefe Bedeutung der einzelnen Gebote eingeführt. (Ausführliche Erläuterungen s.u.: „Die zwölf Hauptgrundsätze der Lehre Jesu, enthalten in den zehn Geboten Mosis und den zwei Liebesgeboten“). Damit sollen sie durch den Glauben zum Lieben und später zur werktätigen Umsetzung geleitet werden.

Praktischer Unterricht der nun erwachsenen Schüler in der Nächstenliebe
Alleiniges Wissen ohne Praxis taugt zu nichts. Und da es im Reich der reinsten Geister hauptsächlich auf das Tun ankommt und die Tätigkeit aus der Nächstenliebe der Hauptgrundsatz alles geistigen Wirkens ist, so wird dieses Gebot der Nächstenliebe hier auch mehr tatsächlich als theoretisch gelehrt. Die Kinder werden nun zu Schutzgeistern ausgebildet und zunächst von vollkommeneren Geistern mitgenommen, um besonders bei den Neuankömmlingen von der Erde die wahrhaftigen Nächsten, die weniger Nächsten und dann auch die Fernen unterscheiden zu lernen und zu erkennen, wie sie sich zu ihnen zu verhalten haben (Kap 105, V 3-4).
Alle Kinder besitzen ein großes Mitleidsgefühl und möchten gleich alle Ankommenden in den Himmel bringen. Bei diesen Gelegenheiten müssen sie jedoch erst einmal völlig erkennen lernen, dass die eigentliche Nächstenliebe darin besteht, dass man einem jeden Wesen seine Freiheit lassen und ihm das Seinige geben muss, d.h. das, was dessen Liebe verlangt. Denn eines jeden Menschen Liebeart ist das ihm eigentümliche Lebenselement.
Sie müssen, bevor sie ihre Nächstenliebe in die praktische Anwendung bringen, erst genau die Liebeart der Geister erforschen, die ihnen zugeführt werden. Wie sich diese Liebe vorfindet, gerade so muss nach dieser Liebe gehandelt werden. Dann müssen sie auch die Wege der göttlichen Ordnung erkennen und einsehen lernen, auf welchen diese Geister zu führen und wie sie zu führen sind. Keinem Geist darf irgendeine Gewalt angetan werden. Sein freier Wille, gepaart mit seiner Erkenntnis, bestimmt seinen Weg, und seine Liebe die Art und Weise, wie er auf demselben zu leiten ist (Kap 105, V 6+9+12-14).

Tätigkeit als Schutzgeist
Am Schluss ihrer Ausbildung bekommen die Schüler die Weihe der Vollendung und sind in der Folge als Schutzgeister den Menschen beigegeben, um sich vor allem in der wahren Geduld und Nächstenliebe zu üben. (Ein jeder Mensch hat wenigstens drei Schutzgeister, dazu noch zwei Engel und einen großen Engel, über die noch ein Siebenter wacht. Diese Schutzgeister und Engel sind vom Augenblick der Zeugung ab um die neugezeugte Seele und sorgen unablässig für die ordnungsmäßige Ausbildung derselben (Er.01_050,05-06)).
Bei ihrer Tätigkeit müssen sie allem Verhalten zusehen und dürfen nur besondere Unglücksfälle verhindern, nie aber den Willen des zu Beschützenden beeinträchtigen. Ihr ganzes Einwirken besteht lediglich in der allerleisesten Gewissenseinflüsterung (Kap 105 V 16-20).
Beim Ableben des Menschen bleiben die Schutzgeister so lange beim Verstorbenen wie der naturmäßig-geistige Zustand seiner Seele andauert. Zur Zeit seiner Abödung gehen sie zur geistigen Sonne zurück und durchwandern mit mächtigen und erfahrenen Geistern die Höllen um die Folgen des Lasters zu erschauen. Dadurch sollen sie in der Erkenntnis wachsen und eine völlige Abneigung zu den Lastern bekommen (Kap 106, V 1-3).
Die Schutzgeister beobachten das Geschehen in den Höllen im Geheimen und müssen bis in die dritte – unterste – Hölle gehen, um den eigentlichen Grund des Lasters auf dem Weg der Erfahrung (über den Verstorbenen) erkennen zu lernen. Dies geschieht durch das Erschauen der äußeren Gegenden aber auch ihre Auswirkungen auf den Geist des Verstorbenen (Kap 107, V 14+ Kap 119, V 12). Dabei gehen die Schüler nicht selbst in die Hölle, sondern erschauen die dort herrschenden Zustände in ihrer eigenen Sphäre. Sie lernen dabei auch, dass sich der wahre Himmel nicht allein durch Erkenntnisse, Einsichten und untätige Gebets- und Verehrungsliebe, sondern nur durch die Werke der Liebe erreichen lässt (Kap 120, V 1).
Ihre Aufgabe ist es nun, im großen Mittelreich (= Hades = naturmäßig-geistige Sphäre der Erde) tätig zu sein, d.h. die frisch Verstorbenen in Empfang zu nehmen, sie nach ihren Neigungen zu prüfen und sie an den ihrer Neigung entsprechenden Ort zu bringen (Kap 120, V 5+10; s.a. Hölle und Himmel).

Als Lehrer und Erzieher tätig sein
Haben sie hierdurch ihre Ausbildung abgeschlossen, bekommen sie eine Beschäftigung als Lehrer und Erzieher durch die geistigen Sphären der Planeten unseres Sonnensystems und die der Sonne. Zunächst kommen sie auf den Mond, wo sie als sehr strenge Lehrer auftreten müssen. Danach führen sie ihre Schüler zu höheren Lehrern auf dem Merkur. Von dort gehen sie mit ihren Schülern dann zur Venus, und von dieser in den Mars, damit diese sich dort in einer größeren Demütigung zu üben lernen. Je nach dem erlangten Demutsgrad kommen ihre Schüler danach entweder zu vier kleinen Planeten, um sich noch mehr in der Demut zu üben oder werden in den Jupiter erhoben. Von ihm aus geht es zu dem überaus herrlichen Saturn, von da in den Uranus und endlich zum Neptun (Miron). Bei den von ihnen geführten Schülern handelt es sich dabei um diejenigen Menschen, die hier auf der Erde sehr naturmäßig und eitel sinnlich waren, um auf diesem langwierigen, wissenschaftlichen Weg in die Liebe und Weisheit des Herrn geleitet zu werden. Haben sie diese Aufgabe erfüllt, so kommen sie in die Sonne, wo sie in deren Sphären das Selbe noch einmal durchzumachen haben. Dort treten die Kindergeisterengel dann als Führer und Hauptlehrer auf bis sie ihre Schulung zur Vollendung durchgemacht haben (Kap 122, V 2-6+11).

Diener sein im heiligen Jerusalem
Anschließend werden die Kindergeisterengel als Bürger in der heiligen Stadt Jerusalem aufgenommen, wo sie jedoch zuerst die bei weitem Allergeringsten sein und sich da von den Hauptbürgern für allerlei großartige himmlische Geschäfte leiten lassen müssen (Kap 122, V 11).




Zusammenstellung 08/2015

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