Jakob Lorber. Feste im Jahreskreis, das Abendmahl - Der Prophet Jakob Lorber und seine Verkündungen ... Jakob Lorber

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Jakob Lorber. Feste im Jahreskreis, das Abendmahl

Feste im Jahr > Ostern

Die Erzählung vom letzten Abendmahl und die Geschehnisse an diesem Abend,
Bibelstellen:

Das Abschiedsmahl:
Matthäus 26,17-20
Markus 14,12-17
Lukas 22,07-14

Die Fußwaschung und Abschiedsreden:
Matthäus 23,8-26,29
Markus 14,17-24
Lukas 22,27-20
Johannes 13,4-17,26

Am Ölberg:
Matthäus 26,36-46
Markus 14,26-41
Lukas 22,46
Johannes 18,1-11

Jesus Verhaftung:
Matthäus 26,47-57
Markus 14,43-53
Lukas 22,47-54
Johannes 18,3-18


Jesus:
„Daher will Ich nun auf dieser Erde das Äußerste tun! Ich will Mich ihr gefangengeben bis in den Tod und will ihr auf dieser Erde alle Macht belassen, und alle Sterne sollen ihr untertan sein! Sie soll Mich nach ihrem Willen sogar töten können. Ich aber werde dann aus Meiner Macht ohne äußeren Stützpunkt wieder lebendigst und mächtigst erstehen und ihr dann so zeigen alle ihre Ohnmacht und große Blindheit und will ihr dann erst die Macht über die Gestirne nehmen und sie nur belassen in der halben Macht der Erde und will ihr dann noch eine ganze, eine halbe und eine viertel Frist geben!
Wehe aber dann ihr, wenn alles das bei ihr noch fruchtlos bleiben sollte: dann erst will Ich sie zu züchtigen anfangen!
Bis zu Meiner Gefangennehmung – so sie darauf bestehen wird –, soll sie die vollste Freiheit haben, um zu tun, was sie will!
Wohl ihr, so sie diese neue Frist gut benützen wird! Wenn sie aber tun wird nach ihrem alten Grimme, so wird sie auch dereinst darin ihren lange schon wohlverdienten Lohn finden.“
                                                                                                       HGt.03_018,14-18



„Da es nun Abend war, kam Er mit den Zwölfen.“

„Als es Abend war, kam Er mit den Zwölfen.“ (Mk 14,7)
Wer kam? Der Herr von Ewigkeit kam.
Wann denn? Am Abend.
Und wohin kam Er denn? – In den von Seinen Jüngern bereiteten Speisesaal.
Mit wem? – Mit Seinen erwählten zwölf Aposteln.
Was tat Er dann in dem Speisesaal? – Er hielt ein Abendmahl, an welchem sich einige sättigten und einige ärgerten; und zugleich wurde am selben Abend beim Abendmahl der Verräter bezeichnet.
Was ist der Abend? Er ist ein halblichter Zustand des Tages, bei dem das Licht im fortwährenden Schwinden ist, so lange, bis endlich nicht eine Wirkung der Sonnenstrahlen irgend mehr zu entdecken ist.
Wann aber ist beim Menschen ein solcher Abend? – Sicher, in geistiger Hinsicht nämlich betrachtet, dann, wenn er schon sehr viel gelesen und durchstudiert hat, welches viele Lesen und Durchstudieren dem Einfallen der Sonnenstrahlen den ganzen Tag hindurch gleicht. Wie aber diese Sonnenstrahlen in ihrer Erscheinlichkeit naturmäßiger Art sind, so sind auch die Lese- und Studierstrahlen naturmäßiger Art. Die Sonne aber geht am Ende des Tages unter, und es wird dann alsbald darauf Abend und endlich auch Nacht.
Also geht es auch mit dem Lese- und Studierlicht; der Leser und Studierer wird endlich müde und verdrießlich, weil er durch all sein Lesen und Studieren sein inneres Licht nicht zu vermehren vermochte, so wenig, wie das Licht der Sonne irgend vermehrt werden kann, sondern es bleibt in seinem gleichmäßigen Verhältnis. Im Sommer ist es stärker und im Winter schwächer, und das immer im gleich auf- und abnehmenden Verhältnis. Also auch ist das Morgenlicht schwächer; bis gegen den Mittag ist es im Zunehmen, und gegen den Abend hin wird es ebenfalls schwächer.
Gerade also geht es auch mit der äußeren Lese- und Studierbildung des Menschen. Wenn er anfängt zu lesen und zu studieren in einer wohlgenährten Bibliothek, so ist bei ihm der Lese- und Studiermorgen.
Wenn er sich im Verlauf von mehreren Jahren die Augen wund gelesen hat und schon der Meinung ist, Salomos Weisheit mit dem Löffel gefressen zu haben, dann ist bei ihm der Mittag, oder auch der Sommer.
Er liest dann weiter und studiert, findet aber leider nichts Neues mehr, sondern stößt auf lauter ihm schon bekannte Ideen. Dadurch wird er ermüdet, weil er fürs erste keine neue erquickende Nahrung mehr bekommen kann, und fürs zweite findet er an all den weiteren Lese- und Studierpartien durchaus keine Belege für seine eingesogenen Theorien, sondern nicht selten die gewaltigsten Widerlegungen alles dessen, was er sich mit so großem Eifer und großer Mühe zu eigen gemacht hat. Sein echt vermeintes Gold wird nicht selten zu Blei, und wenn er dieses wenig werte Metall in sich statt des Goldes erkannt hat, da wird er bei sich grämlich und missmutig, verliert jeden Grund und steht am Ende da wie ein Wanderer auf einer Alpe, wenn ihn dichte Nebel umfangen haben.
Sehet, dieser Zustand ist der Abend des Menschen; gewöhnlich sagt man: „Wenn beim Menschen alle Stricke gerissen sind, so kriecht er dann zu Kreuze!“, – was freilich besser wäre, wenn man sagen möchte: „Das Kreuz kriecht über ihn.“
Also in der Not fängt dann der Mensch an zu denken, ob an der Lehre Christi wohl etwas sei, und dieser Gedanke gleicht diesem Text: „Und Er, der Herr nämlich, kam mit den Zwölfen dahin am Abend.“ Denn der Herr wird hier von dem Bedrängten als der Stifter der Lehre und die Zwölf als die Lehre selbst verstanden.
Wohin kommt Er denn mit den Zwölfen? – In den mit Speise und Trank bereiteten Saal!
Wer ist dieser Saal? Der Mensch selbst an seinem Abend. Denn er hat eine Menge Speise und Trank in sich. Aber da Derjenige nicht da ist, für den solche Speise bereitet ist oder sein sollte, so stehen die Speisen so lange da, bis Derjenige kommt, der die Speise segnen und dann genießen möchte; denn ohne Konsumenten ist die Speise vergeblich und hat keinen Wert.
So hat auch alle Wissenschaft und Belesenheit keinen Wert, und der Mensch hat vergeblich seinen geistigen Speisesaal und Speisetisch damit bestellt, so Derjenige nicht da ist, der diese Speise segne, dann verzehre und sie in einen den Geist belebenden Saft verkehre.
Der Herr aber kommt am Abend mit den Zwölfen, oder der Gründer mit Seiner Lehre, geht in den Saal ein, setzt Sich zu Tisch, segnet und verzehrt die Speise. Weil aber die Speise naturmäßiger Art ist, so ist ihre Wirkung gleich der Wirkung jenes Abendmahls, bei dem der Herr ein wahres lebendiges Abendmahl in den Werken der Liebe einsetzt – daran sich dann viele Jünger ärgern und sagen: „Was ist das für eine harte Lehre! Wer kann das glauben und befolgen?“ Die Jünger entfernen sich darauf, und bald wird der Verräter bezeichnet.
Wer sind denn die Jünger, die sich ärgern und davongehen? Das sind die falschen Begründungen aus all dem Gelesenen und Studierten. Diese werden den Grundsätzen der Lehre Christi als abhold entgegengehalten; dann erhebt sich bald ein allgemeiner Widerspruch, welcher also lautet: „Eine Lehre, die so voll von einzelnen Widersprüchen ist, kann unmöglich göttlichen Ursprungs sein; also ist sie nur ein temporäres seichtes Produkt wissenschaftlich ungebildeter und daher auch notwendig inkonsequenter Menschen, welche irgend in einer rohen Vorzeit auf dem Wege des Eklektizismus irgendetwas mühsam zusammengestoppelt haben, um sich dadurch die arme Menschheit tribut- und zinspflichtig zu machen.“
Dadurch wird, wie ihr zu sagen pflegt, das Kind samt dem Bad weggeschüttet, oder der Verräter wird bezeichnet, entfernt sich dann bald und tut das, als was er bezeichnet war: Er überliefert das Lebendige dem Tod und geht dabei selbst zugrunde, und das ist dann die auf den Abend gefolgte Nacht, oder nun ist alles tot im Menschen.
Und also komme Ich im Ernst zu jedermann am Abend mit den Zwölfen, finde den Speisesaal und den Speisetisch besetzt, aber es sind lauter naturmäßige Speisen. Verzehre Ich diese auch, oder billige Ich sie unter dem Bedingnis, dass man diese Speisen in werktätige Liebespeisen umwandeln solle, und sage, dass man solches zu Meinem Gedächtnis oder in Meinem Namen und nicht im eigenen der Eigenliebe, Eigenehre und des Eigenlobes wegen tun solle, da fangen die Jünger an sich zu ärgern und werden Mir abhold; der Judas sitzt dann bald nackt da, und es dauert gar nicht lange, dass Mir auf dem Weg solchen Verrats das Todesurteil publiziert wird.
Daher wartet nicht den Abend ab, sondern ruft Mich lieber am Morgen, da ihr noch vollkräftig und aufnahmefähig seid, und Ich werde dann zu euch kommen und werde zu euch sagen: Geht nicht zu sehr in den Strahlen der Sonne umher, diese ermüden euch und machen euch untätig, sondern stärkt euch unter dem kühlenden Schatten des Lebensbaumes, auf dass ihr für den ganzen Tag tatkräftig bleibt! Und werde Ich dann auch am Abend zu euch kommen, so werdet ihr Mich gar wohl erkennen; und wenn Ich euch fragen werde: „Wie ist euer Speisesaal bestellt, habt ihr etwa nichts zu essen, hungert es euch?“, so werdet ihr Mir zwar nur einen geringen und dürftigen Speisevorrat aufzuweisen haben, aber Ich werde ihn segnen und werde Mich mit euch zu dem Tisch setzen, an dem kein Verräter mehr Meiner harrt, oder: die wenigen Kenntnisse, die ihr habt, werde Ich zu Zentralsonnen ausdehnen, auf dass ihr daraus des Lichtes in endloser Überfülle haben sollt.

Quelle: Schrifttexterklärungen, Kapitel 9

„Liebe ist das einzige Band zwischen Mir und dir.
Sie ist die alleinige, wunderbare Brücke
zwischen Mir, dem ewig allmächtigen, unendlichen Schöpfer
und dir, Meinem endlichen Geschöpf.
Auf dieser Brücke kann Ich zu dir und du zu Mir kommen,
wie da kommt ein lieber Vater zu seinen Kindern
und ein Kind zu seinem lieben Vater.“

Geistige Sonne  Bd 1, 7, 11-14


Wahres Abendmahl

Frage des Ans. H.-W.: „Sind von Dir (Herr) aus nur die Priester der christlichen Konfessionen berechtigt, im Gedächtnismahle Dein Fleisch und Blut in Brot- und Weingestalt auszuspenden, oder dürfte auch ein Dich demütig liebender Laie ein Gleiches tun - und das umso mehr dann, wenn er, von Dir erleuchtet, erkennt, dass in der Kirche, in der er erzogen ward, der Abgötterei gehuldigt wird und dass die Klerisei dieser Kirche Finsternis statt Licht verbreitet und mehr darauf sieht, dass ihre Satzungen als Dein heiliges Wort vom Volke beachtet werden?“
In der Schrift steht nur: »Dies tuet zu Meinem Gedächtnis!« - Wer aber das tun solle im besonderen Sinne, davon steht nichts geschrieben. Dass dies ein jeder, der wiedergeboren ist, d.h. getauft aus dem Wasser und Heiligen Geiste in Meinem Namen, tun kann, zeigt ja die Schrift klar, die es allen und nicht einzelnen anratet.
Wäre es nicht also, so dürfte der Laie ja auch das »Vaterunser« nicht beten und sonst auch nichts tun, was im Evangelium zu tun geboten ist. Denn von Mir aus haben ja nur die Apostel und Jünger die Lehre und die Gebote erhalten. Ich aber habe nie zu den Aposteln gesagt: »Das tuet ihr besonders, und die Gläubigen dürfen es unter der strengsten Todsünde nicht tun!« - sondern allenthalben heißt es: »Das tuet!« - Und das gilt allen gleich, ob Boten oder Schüler! Denn »Einer ist euer aller Meister und Herr, ihr alle aber seid Brüder! An der Liebe aber wird man euch erkennen, ob ihr Meine Jünger seid.« - Also lautet es in der Schrift.
Wer das eine tun soll und tun muss, um das ewige Leben zu erreichen, der tue auch das andere! Denn wer das Wort, das Ich gelehrt habe, nicht völlig erfüllt, der ist wie eine Frucht, die mangels des starken Sonnenlichtes nicht zur gewünschten Vollreife gelangen konnte.
Wie aber jeder gute Christ taufen kann, wenn ein Mensch für die Taufe des Geistes fähig ist, also ist es aber auch eine noch größere Pflicht für jeden rechten, wahrhaft evangelischen Christen, so er es tun kann, den Brüdern und Schwestern zu Meinem Gedächtnisse ein rechtes Liebesmahl, bestehend in gutem Brote und Weine, zu reichen - wobei nur zu bemerken ist, dass daran nicht auch die »Schweine« teilnehmen sollen, die an Mich nicht glauben und Mich nur verhöhnen und verachten.
Ich aber sage euch: Wahrlich, wahrlich, so oft ihr, die ihr Mich liebet, esst und euch dabei Meiner erinnert, und besonders, so oft ihr arme Brüder in Meinem Namen speist und tränket, so oft nehmt ihr das rechte Liebesmahl in euch auf und spendet es auch würdigst aus.
Denn was ihr den Armen tuet, das tuet ihr Mir Selbst! - Wollt ihr etwa noch Größeres und Heiligeres tun? - Mir, dem Herrn, ist keine größere und heiligere Handlung bekannt! Das ist das echte »Hoc est enim corpus meum (Kirchliche Abendmahlsformel: »Dies ist mein Leib«), dass ihr wahre Werke der Liebe verrichtet! Denn ein rechtes Liebewerk in Meinem Namen ist Mein eigentlichster, wahrhaftigster »Leib«, der für viele, ja für alle, nicht nur für die Apostel oder Priester, gegeben ist zur wahren Gewinnung des ewigen Lebens.
Ebenso verhält es sich mit dem Kelche, der da ist Mein »Blut«, d.h. Mein Wort, das an alle Völker, wie das Blut an alle Glieder des Leibes, ausgegossen werden sollte in der ersten Reinheit und Echtheit, also als ein reiner, echter, aber nicht als ein unreiner, allergepanschtester Wein.
Wo sonach bei einem Liebesmahle Mein Name wahrhaft im Herzen bekannt wird, da wird auch der Kelch im Geiste und in der Wahrheit genossen. - Will noch jemand aus euch mehr?
Was wohl ist besser: Liebe oder Hostie oder sogenannter konsekrierter Wein? - Ich sage euch: Wo Ich nicht bin in der Liebe der Menschen und in Meinem Worte, da ist Brot und Wein eine Null! - Wo Ich aber bin in der Liebe und im Worte, da bin Ich auch als fortwährendes ewiges Abendmahl in jedes Menschen Herz, Seele und Geist - ohne alle priesterliche Konsekration! Amen. Amen. Amen.

Quelle: Jakob Lorber, Himmelsgaben Band 2, S.319.

„Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist.
Wer von diesem Brot isst, der wird leben in Ewigkeit.
Und dieses Brot ist mein Fleisch,
das ich geben werde für das Leben der Welt.“

Joh 6,51


Zum Verständnis des Abendmahles

Belehrung Jesu über das Essen des Fleisches und das Trinken des Blutes
Sagte Ich: »[…] Brot und Fleisch sind da eines und dasselbe, so wie auch Wein und Blut, und wer da in Meinem Worte das Brot der Himmel isst und durch das Tun nach dem Worte, also durch die Werke der wahren, alleruneigennützigsten Liebe zu Gott und zum Nächsten den Wein des Lebens trinkt, der isst auch Mein Fleisch und trinkt Mein Blut. Denn wie das von den Menschen genossene natürliche Brot im Menschen zum Fleische und der getrunkene Wein zum Blute umgestaltet wird, so wird in der Seele des Menschen auch Mein Wortbrot zum Fleische und der Liebetatwein zum Blute umgewandelt.
Wenn Ich aber sage: "Wer da isst Mein Fleisch", so ist damit schon bedeutet, dass er Mein Wort nicht nur in sein Gedächtnis und in seinen Gehirnverstand, sondern auch zugleich in sein Herz, das da - wie bereits gezeigt - der Magen der Seele ist, aufgenommen hat, und im gleichen auch den Liebetatwein, der dadurch nicht mehr Wein, sondern schon das Blut des Lebens ist; denn das Gedächtnis und der Verstand des Menschen verhalten sich zum Herzen beinahe geradeso, wie der Mund zum natürlichen Magen. Solange das natürliche Brot sich noch unter den Zähnen im Munde befindet, ist es noch kein Fleisch, sondern Brot; wenn es aber zerkaut in den Magen hinabgelassen und dort von den Magensäften durchmengt wird, so ist es seinen feinen Nährteilen nach schon Fleisch, weil dem Fleische ähnlich. Und also ist es auch mit dem Weine oder auch mit dem Wasser, das sicher auch den Weinstoff in sich enthält, da ohne das Wasser, das das Erdreich zur Ernährung aller Pflanzen und Tiere in sich birgt, die Rebe erstürbe. Solange du den Wein im Munde behältst, geht er nicht ins Blut über; aber im Magen wird er gar bald in dasselbe übergehen.
Wer demnach Mein Wort hört und es in seinem Gedächtnisse behält, der hält das Brot im Munde der Seele. Wenn er im Gehirnverstande darüber ernstlich nachzudenken anfängt, da zerkaut er das Brot mit den Zähnen der Seele; denn der Gehirnverstand ist für die Seele das, was die Zähne im Munde für den Leibmenschen sind.
Ist vom Gehirnverstande Mein Brot, also Meine Lehre, zerkaut oder als volle Wahrheit verstanden und angenommen, so muss sie dann auch von der Liebe zur Wahrheit im Herzen aufgenommen werden und durch den festen Willen in die Tat übergehen. Geschieht das, so wird das Wort in das Fleisch und durch den ernstfesten Tatwillen in das Blut der Seele, das da ist Mein Geist in ihr, umgestaltet, ohne dass die Seele so tot wäre wie ein Leib ohne das Blut.
Der ernstfeste Tatwille aber gleicht einer guten Verdauungskraft des Leibmagens, durch die der ganze Leib gesund und stark erhalten wird; ist aber die Verdauungskraft des Magens schwach, so ist der ganze Leib schon krank und schwach und siecht selbst bei den besten und reinsten Speisen.
Dergleichen geht es der Seele, in deren Herzen der Wille zur Tat nach der Lehre ein mehr schwacher ist. Sie gelangt nicht zur vollen, gesunden, geistigen Kraft, bleibt so halb hin und halb her, gerät leicht in allerlei Zweifel und Bedenken und fängt bald die eine und bald eine andere Kost zu prüfen an, ob sie ihr nicht besser und stärkender anschlüge. Aber es ist damit der einmal schon schwächlichen Seele dennoch nicht völlig geholfen. "Ja", aber fraget ihr nun in euch, "ist denn einer schwächlichen Seele dann auch nicht mehr völlig zu helfen?" O ja, sage Ich. Wie aber?
Höret! So ein Mensch einen schwachen Magen hat, so nimmt er einmal einen euch wohlbekannten Kräutertrank, durch den die schlecht verdauten Speisen auf dem bekannten natürlichen Wege aus dem Magen und den Gedärmen hinweg geschafft werden; die schlecht verdauten Speisen aber gleichen den in der Seele erwachten Bedenken, ob sie dies und jenes wohl völlig glauben und danach tätig sein solle. Wenn aber der natürlich schwache Magen einmal gereinigt ist, was ist dann zu tun, damit er wieder stark werde und stark bleibe? Der Mensch werde recht tätig und mache dabei in der frischen und reinen Luft eine rechte Bewegung, und der Magen wird dadurch zuerst seine volle und gesunde Kraft wieder erhalten. Und seht, das tue denn auch die Seele! Sie reinige ihr Herz von all den irrtümlichen Lehren, Begriffen und Ideen, nehme die Wahrheit, wie Ich sie euch lehre, liebewillig und vollgläubig auf und werde danach recht tätig und regsam, und sie wird dadurch bald sehr erstarken und auch völlig und unverändert bleibend gesund werden!
Darum sei denn keiner von euch nur Hörer, sondern sogleich auch ein ernstwilliger und emsiger Täter Meines Wortes, so werden dadurch auch ehest alle Bedenken und Zweifel aus seiner Seele entwichen sein.
Wie aber der natürliche Leibesmagen in seinem kräftig gesunden Zustande allerlei reine und im Notfalle auch unreine Speisen in sich aufnehmen kann, ohne einen Schaden zu leiden, weil er durch seine Tätigkeit alles Unreine entweder von sich wegschafft oder ins Reine verkehrt, ebenso tut das auch der kräftige und völlig gesunde Magen der Seele; und es ist demnach dem Reinen alles rein, und selbst der unreinste geistige Pestdunst der Hölle kann in ihm keinen Schaden bewirken.
So ihr denn im Vollbesitze Meines Reiches in euch sein werdet, da werdet ihr über Schlangen und Skorpionen einher wandeln und Gifte aus der Hölle trinken können, und es wird euch das nimmerdar schaden.
So ihr nun das alles wohl begriffen und aufgefasst habt, so werdet ihr denn nun auch das der vollen und lebendigen Wahrheit nach einsehen, was Ich in Kapernaum unter dem "Mein-Fleisch-essen" und unter dem "Mein-Blut-trinken" von euch verstanden haben wollte, und ihr werdet das hinfort auch sicher keine harte Lehre mehr nennen. Es sind aber für den puren Menschenverstand die Dinge und gar viele Erscheinungen schon in der sichtbaren Naturwelt grundursächlich schwer dahin zu erklären, auf dass er darauf von allen möglichen, den bösen Aberglauben nährenden Irrtümern frei werde und so den Weg der Wahrheit wandle; um wie vieles schwerer begreiflich erst sind dann die dem Fleischesauge des Menschen unsichtbaren, himmlisch geistigen Dinge, Kräfte, Wirkungen und Erscheinungen für den puren Gehirnverstand und für die Seele ersichtlich zu machen!
Darum sage Ich euch denn auch allzeit: In alle Weisheit in geistigen, himmlischen Lebensverhältnissen und in deren Kraft und Macht werdet ihr erst dann eingeweiht werden, so ihr auf die Art und Weise, wie Ich sie euch ausführlich klar gezeigt habe, in Meinem Geiste völlig neu geboren sein werdet. Und nun fraget euch selbst, ob ihr das alles auch in der rechten und vollen Wahrheitstiefe verstanden und begriffen habt!«

Quelle: Jokob Lorber, Das große Evangelium Johannes Band 9, Kap. 73-74


„Habt ihr eure Seelen gereinigt im Gehorsam der Wahrheit zu ungefärbter Bruderliebe,
so habt euch untereinander beständig lieb aus reinem Herzen.“

1 Petrus 1,22


Über die Bedeutung von Brot und Wein

Brot und Fleisch sind da eines und dasselbe, so wie auch Wein und Blut, und wer da in Meinem Wort das Brot der Himmel isst und durch das Tun nach dem Wort, also durch die Werke der wahren, alleruneigennützigsten Liebe zu Gott und zum Nächsten den Wein des Lebens trinkt, der isst auch Mein Fleisch und trinkt Mein Blut. Denn wie das von den Menschen genossene natürliche Brot im Menschen zum Fleisch und der getrunkene Wein zum Blut umgestaltet wird, so wird in der Seele des Menschen auch Mein Wortbrot zum Fleische und der Liebetatwein zum Blute umgewandelt.
Wenn Ich aber sage: ,Wer da isst Mein Fleisch‘, so ist damit schon bedeutet, dass er Mein Wort nicht nur in sein Gedächtnis und in seinen Gehirnverstand, sondern auch zugleich in sein Herz, das da – wie bereits gezeigt – der Magen der Seele ist, aufgenommen hat, und im gleichen auch den Liebetatwein, der dadurch nicht mehr Wein, sondern schon das Blut des Lebens ist; denn das Gedächtnis und der Verstand des Menschen verhalten sich zum Herzen beinahe geradeso, wie der Mund zum natürlichen Magen. Solange das natürliche Brot sich noch unter den Zähnen im Munde befindet, ist es noch kein Fleisch, sondern Brot; wenn es aber zerkaut in den Magen hinabgelassen und dort von den Magensäften durchmengt wird, so ist es seinen feinen Nährteilen nach schon Fleisch, weil dem Fleisch ähnlich. Und also ist es auch mit dem Wein oder auch mit dem Wasser, das sicher auch den Weinstoff in sich enthält, da ohne das Wasser, das das Erdreich zur Ernährung aller Pflanzen und Tiere in sich birgt, die Rebe erstürbe. Solange du den Wein im Munde behältst, geht er nicht ins Blut über; aber im Magen wird er gar bald in dasselbe übergehen.
Wer demnach Mein Wort hört und es in seinem Gedächtnis behält, der hält das Brot im Mund der Seele. Wenn er im Gehirnverstande darüber ernstlich nachzudenken anfängt, da zerkaut er das Brot mit den Zähnen der Seele; denn der Gehirnverstand ist für die Seele das, was die Zähne im Munde für den Leibmenschen sind.
Ist vom Gehirnverstand Mein Brot, also Meine Lehre, zerkaut oder als volle Wahrheit verstanden und angenommen, so muss sie dann auch von der Liebe zur Wahrheit im Herzen aufgenommen werden und durch den festen Willen in die Tat übergehen. Geschieht das, so wird das Wort in das Fleisch und durch den ernstfesten Tatwillen in das Blut der Seele, das da ist Mein Geist in ihr, umgestaltet, ohne das die Seele so tot wäre wie ein Leib ohne das Blut.
Der ernstfeste Tatwille aber gleicht einer guten Verdauungskraft des Leibmagens, durch die der ganze Leib gesund und stark erhalten wird; ist aber die Verdauungskraft des Magens schwach, so ist der ganze Leib schon krank und schwach und siecht selbst bei den besten und reinsten Speisen.
Im Gleichen geht es der Seele, in deren Herzen der Wille zur Tat nach der Lehre ein mehr schwacher ist. Sie gelangt nicht zur vollen, gesunden, geistigen Kraft, bleibt so halb hin und halb her, gerät leicht in allerlei Zweifel und Bedenken und fängt bald die eine und bald eine andere Kost zu prüfen an, ob sie ihr nicht besser und stärkender anschlüge. Aber es ist damit der einmal schon schwächlichen Seele dennoch nicht völlig geholfen.

Quelle: Großes Evangelium Johannis Band 9, Kap. 73,2


Alles Gute und Wahre findet in Brot und Wein seine volle Entsprechung

Bei einem Beisammensein bei Lazarus lies Lazarus sogleich einen frischen Wein bringen und sagte: „Das Große und Allererhabenste, was wir nun aus Deinem Gottesmund vernommen haben, muss auch mit einem frischen Wein bekräftigt und in unseren Herzen besiegelt werden!“
Sagte Ich: „Da hast du, Freund und Bruder Lazarus, recht! Alles Gute und Wahre findet im Brot und Wein seine volle Entsprechung. Darum werdet ihr nach Mir zu Meinem Gedächtnis auch beim mäßigen Genuss des Brotes und des Weines stets versichert sein können, dass Ich im Geist, so wie nun im Leib, bis ans Ende aller Zeiten dieser Erde Mich unter euch, Meinen Kindern, Brüdern und Freunden, persönlich befinden werde. Werdet ihr Mich mit euren Fleischesaugen auch gerade nicht allzeit erschauen, so wird es euch aber dennoch euer Herz sagen: ,Freuet euch; denn euer Herr, Gott und Vater ist unter euch und segnet für euch das Brot und den Wein! Seid denn fröhlich und heiter in Seinem Namen, und gedenket dabei der armen Brüder und Schwestern und besonders der Armen im Geist!‘
Wenn euch euer Herz eine solche Mahnung geben wird, da denket und glaubet allzeit, dass Ich Mich persönlich unter euch befinde, und um was Gutes und Wahres fürs Leben der Seele ihr Mich da bitten werdet, das werde Ich euch denn auch allzeit bereitwilligst und wohlverständlichst geben.
Die Mich aber da mit großer Liebe ihrer Herzen begrüßen werden, die werden sich auch bald mit ihren Augen überzeugen, dass Ich Mich wahrhaft persönlich unter euch befinde. Was Ich aber hier euch sage und beteuere, das gilt auch ganz gleich allen euren wahren und getreuen Nachfolgern. – Aber nun gib den frischen Wein her; denn Ich bin durstig geworden!“

Quelle: Jokob Lorber, Das große Evangelium Johannes Band 8, Kap. 40,01-04.


Zum Ostermahl: Haltet euch an die Liebe

„Und Er sprach zu ihnen: ‚Von Herzen hat Mich verlanget, dies Osterlamm mit euch zu essen, bevor Ich leide. Denn Ich sage euch: Ich werde von nun an nicht davon essen, bis dass es vollendet werde im Reiche Gottes". (Lk 22,15-16)
Dass ihr derlei Dinge, die doch leicht sind, noch immer nicht fasset, liegt lediglich daran, dass ihr euch noch stets mehr an die Weisheit eures Verstandes haltet als nur allein an die Liebe, in der alles vereinigt und daher überleicht alles zu finden ist – während in der törichten Verstandes-Weisheit alles also zerstreut und zertragen ist, wie die Sterne in der Unendlichkeit, von denen da niemand erschauen kann mit seinem Verstande, wie und was sie sind und was darinnen ist.
Daher nehmet zur Liebe, zur alleinigen Liebe eure Zuflucht, an diese haltet euch! Sie allein ist der vollkommene Brennpunkt der ganzen Unendlichkeit, ebenso der Ewigkeit und der ganzen Tiefe und unendlichen Vollkommenheit Gottes! So ihr die Liebe recht ergriffen habt, und diese euch, dann könnet ihr alles erfahren und Dinge begreifen, davon noch keine Weisheit sich etwas träumen ließ!
Und das ist es auch, da Ich zu ihnen sprach: „Von Herzen hat Mich verlanget“, oder: „Die Liebe, Meine Liebe zu euch, nötigte Mich, die Liebe zuvor noch mit euch zu teilen, bevor diese Meine Liebe Rechnung halten wird mit der Welt und dieser das Ihrige zurückgeben wird, um das Eurige zu erhalten, welches ist das wahre ewige Leben aus derselben und durch dieselbe.“
Und so ist auch das Folgende eines und dasselbe: „Ich werde von nun an nicht davon essen, bis dass es vollendet wird im Reiche Gottes!“ – oder zu euch Harthörigen auf Deutsch gesagt: „Ich werde von nun an nicht mehr essen, als nach dem Gericht der Welt oder des Fürsten der Welt im Gottesreiche, welches ist das Reich der Liebe oder die Wiedergeburt des Geistes.“
Das wahre Osterlamm aber ist die reine Liebe des Herzens zu Mir, wodurch das Herz wird zu einer Wohnung des Heiligen Geistes.
Sehet, solches Leichte und Leichtfassliche besagen diese zwei Verse! – Suchet daher fürder das Verständnis solcher Texte nicht mehr mit dem Verstande und im Verstande mit einem metallenen Welt-Geiste, sondern mit der Liebe in der Liebe mit dem demütigen Geiste der Wahrheit, da euch alle Dinge leicht werden. Sonst werde Ich noch gar lange nicht im Reiche des Lebens mit euch das neue Osterlamm speisen können! – Verstehet es wohl! – Amen.

Quelle: Jakob Lorber, Himmelsgaben Band 2, Seite 4


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