Jakob Lorber - Kinder unterrichten - Der Prophet Jakob Lorber und seine Verkündungen ... Jakob Lorber

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Jakob Lorber - Kinder unterrichten

Themen > Ehe und Familie > Kinder


Johannes: „Darum aber zeige ich euch auch nach dem Willen des Herrn die
lebendigen Kinderschulen in der Sonne, auf dass ihr daraus entnehmen möchtet,
wie man eigentlich auch auf der Erde die Schule des Lebens handhaben sollte!"
GS.02_071,25


Geistige Sonne, Band 2, Kap. 67-105


Die verschiedenen Erziehungsstufen der Kinder (Kap. 67)

I. Erziehung der Kinder, die von Gott und Seinem Wort keinen Begriff und keine Vorstellung haben
1. Stufe:  Sorge um das äußere, leibliche Wohl der Kinder (V 5-6)
2. Stufe:  Stehen und Gehen lernen (V 7).
3. Stufe:  Sprechen lernen (V 7).

II. Begriffsauffassung und Begriffsammlung
4. Stufe:  Anhand von Spielsachen Begriffe sammeln.
In kleinen Gruppen von einem Lehrer Gegenstände benennen lernen (V 9-10).
5. Stufe:  Die Benennung zusammengesetzter Begriffe erlernen, um daraus den Grund und    
die Bestimmung der Gegenstände herauszufinden (V 12)
6. Stufe:  Begriffe verbinden.
Erlenen der Worte, durch welche Handlungen, Tätigkeiten, Zustände,
Beschaffenheiten und Eigenschaften ausgedrückt werden (V 12).

III. Umsetzung der Begriffe in die Tat.
7. Stufe:  Das Gelernte wird durch Austausch über persönliche Wahrnehmungen anhand von
Anschauungstafeln und Theaterstücken angewandt (V 13).
8. Stufe:  Ausweitung mit Bezug auf Gott, Nacherzählung des äußerlich Geschauten (V 14).
9. Stufe:  Ausbildung der Ausdrucksfähigkeit.
Wenn die Auffassungsfähigkeit der Kinder gewachsen ist, werden sie über
die geschichtliche Darstellung in Bezug auf den Herrn in Form von Bildertafeln
und Erzählungen unterrichtet (V 15).

IV. Erziehung zur Selbständigkeit und Selbsttätigkeit.
10. Stufe: Selbstaufführung und Nacherzählung kleinerer Stücke.
Ziel ist, die Kinder zur Selbsttätigkeit und Selbstdenken anzuleiten (V 16-17).
11. Stufe: Erfindung und Darstellung neuer Darstellungen in Tat und Wort (V 18).
12. Stufe: Weiterführung in feinerem, präziserem Ausdrücken (V 19).

Vergleich mit der Erziehung auf der Erde: Im Geist lernt es sich zwar schneller als im materiellen Leib, welcher nicht selten mit großen Schwächen und Unbehilflichkeiten behaftet ist. Würde auf der Erde jedoch auch eine ähnliche Lehrmethode angewandt werden, so würden die hier lebenden und wachsenden Kinder ebenfalls ums Unvergleichliche schneller zum geistig entwickelten Ziel gelangen als so, wo das Kind zuerst mit allerlei Unrat angestopft wird, welcher danach bei der gründlicheren Bildung des Kindes erst mühsam hinausgeschafft werden muss, bevor das Kind zu etwas Reinerem aufnahmefähig wird (V 20).
Aber obschon das geistige Erfassungsvermögen im Jenseits viel schneller und größer als das auf der Erde ist, so machen dennoch unvollkommenere Geister weniger schnelle Fortschritte als geistig vollkommenere (Kap 69, V 15).


Anschauungsunterricht in stufenweisen Abteilungen um das Lesen und Schreiben zu lernen (Kap 68)
Haben die Kinder diese Elementarstufen durchgemacht, so werden sie von einem Lehrer in 10er Gruppen unterrichtet:
1.Stufe: Detaillierte Bilder verstehen lernen als ein erster Anfang zum Lesen (V 3).
2.Stufe: Mit Bildern, die lediglich aus Konturlinien bestehen, wird das Denken gefördert,
um aus der Verbindung der Linien das frühere Bild herauszufinden.
Ziel: Anleitung zur Tätigkeit des inneren Gemüts (V 6).
3.Stufe: Mit Bildern, die nur aus Grundlinien bestehen, und um welche die anderen Konturlinien
bloß durch Pünktchen ausgedrückt sind soll auf die Grundbedeutung des Bildes zurückgefunden werden.
Ziel: Herausfinden der tieferen Bedeutung der Bilder (V 7).
4.Stufe: Nun sind die Grundlinien nur noch Konturpunkte, die viele historische, meistens auf
Jesus bezogene, Situationen darstellen.
Auch kommen menschliche Figuren vor, die die Teile und Gliederung des Menschen sichtlich darstellen.
Ziel: Erkenntnis, wie die Teile des Menschen geordnet sind und wie der Mensch zu allem einen Bezug hat (V 9).
5.Stufe: Die Linien lösen sich immer mehr auf; die Kinder werden in die Grundstruktur
der Zeichen eingeführt, wodurch sie auf das Verständnis der Urschrift hingeführt werden sollen, die mit dem ganzen Menschen korrespondiert.
So erlernen sie das Lesen durch das Verstehen des Gesamtzusammenhangs, der in seine Bestandteile zergliedert wird (V 11-13).

Das Erlernen des Sprechens erfolgt plastisch und dramatisch, während das Erlernen des Lesens flach gestellt und in kleinen Maßstäben erfolgt. Es wird beständig vollkommener lesen gelehrt; und dies besteht darin, dass die Schüler aus der Gestalt dieser oben dargestellten inneren Schrift, die geistig ist, durch Entsprechungen am Ende auch alle weltlichen äußeren Schriften finden und erkennen lernen. Auf diese Weise erlernen die Kinder auch die Fertigkeit des Schreibens (V 16).

Unterweisung in Erdkunde und Geschichte von der Entwicklung der Erde (Kap 69)
Hier erfolgt folgender Unterricht:
1.Stufe: Betrachtung des Globus in äußerer, allgemeiner Weise bis in immer feinere Strukturen.
2.Stufe: Rückführung von heute bis zu den Zeiten Adams und wie die Erde entstanden ist.
3.Stufe: Betrachtung von äußerlichen Erscheinlichkeiten bis zum Geistigen, also von der Gegenwart
zur Ursache zurück bzw. von außen nach innen (V 11).

Auf der Erde findet sich in keinem Unterrichtsfach etwas, das nicht entsprechendermaßen schon lange vorher im Geist vorhanden gewesen wäre. Somit ist auch ein Erdglobus auf der Erde durchaus keine solche Erfindung, die da nicht zuvor im reinen Gebiet des Geistes schon lange vorhanden gewesen wäre (V2).

Das Wesen und die Entstehung der Erde (Geologie / Kap 70)
1. Stufe:  Betrachtung des Inneren vom Globus (V 1-6)
2. Stufe:  Miterleben der Entstehung einer Welt (V 7ff)
  Ziel: Erlernen der Bestimmung aller Elemente, die im tiefen Inneren der Erde liegen,
 nämlich zunächst ihre Befreiung zum äußerlichen Leben auf der Erde bis zu ihrer Erlösung  
 im geistigen Leben (V 5).

Von der heiligen Schule des Lebens (Kap 71)
Im Reich der vollkommenen Geister ist das (geistige) Denken von außen nach innen gekehrt, während weltliches Denken von innen nach außen gekehrt ist (V2).
Die Menschen auf der Erde streben nur nach den nichtigsten und eitelsten Dingen, glauben und vertrauen dem Herrn nur so lange, solange ihnen leiblichermaßen nichts abgeht. Kommt aber eine geringe Versuchung, fallen sie in ihre alten Zweifel zurück und werfen sich statt dem Herrn nur einer wenig nützenden und sehr schlecht helfenden Welt in die Arme, was zeigt, dass ihr Sinn nicht nach innen, sondern nur nach außen gekehrt ist. Und so hemmt weltliches Denken den Fortschritt, besonders bei Prüfungen und Versuchungen, wo stets die Hilfe im Äußeren gesucht wird. Daher kommt es auch bei weltlich äußeren Gelehrten, dass sie bei ihrem Versterben unter Verlustangst leiden und das Empfinden des Verlorenseins haben (V 3+7).
Nur derjenige kann in das Reich der Himmel oder des ewigen Lebens eingehen, der die geistige Wiedergeburt erlangt hat. Hierzu ist ein werktätiges Leben nach der Lehre Jesu, die er mit seinem Blut besiegelt hat, in all ihren Teilen notwendig. Wer Ihm auf diese Weise nicht nachfolgen will, der muss es sich selbst zuschreiben, wenn er dadurch das Leben des Geistes verwirkt (V 8-10).
Die richtige Glaubensstärke ist erst dann vorhanden, wenn sie von innen kommt. Nur wer sich vor aller Welt zu Jesus und seinem Glauben bekennt, dadurch Jesus wahrhaft in der Fülle und Wahrheit in seinem Geist wird aufgenommen haben, wird in das Reich Gottes aufgenommen werden. Nur wer alles Weltliche aus sich verbannt hat, überkommt den Geist der Kraft und Stärke, fürchtet keine Welt mehr, bekennt die ewig lebendige Wahrheit in sich offen und reißt durch die Gewalt seines Glaubens und der Liebe zum Herrn das Haus des Vaters an sich (V 16+18-20+23-25).

Lehrsaal der Schöpfungsgeschichte des Menschen (Kap 72)
In diesem Unterrichtsstadium erfolgt die Veranschaulichung des Falles Luzifers und der Schöpfung der Erde und des ersten Menschenpaares, sowie der geistigen Erde und wie sie sich aus dem Menschengeschlecht bildet. Weiter auch der geistigen Sphären, wo sich die Seelen Verstorbener je nach ihrem geistigen Entwicklungsstand aufhalten und sich nach oben oder nach unten entwickeln (V 2-15).
Den Schülern wird erklärt, was die Sünde ist und wie ein freies Wesen auf der Erde lebend sich versündigen kann (V 16).
Während des Unterrichts werden wohlgeordnete Spielstunden als Ruhepausen des Geistes gewährt, und vor dem Übertritt von einem Lehrabschnitt in den anderen gibt es größere Ruheperioden (V 17-18).

Schulhaus der 12 göttlichen Gebote (Kap 73-105)
Hier gilt es, die Gebote kennen zu lernen, und sie dann werktätig an sich selbst zu erproben und erfahren, wie man sich unter einem gegebenen Gesetz verhält (K73, V11).

1.Stufe: Die Führe zur Gottsuche
Zwar hat ein jedes Kind grundsätzlich erst einmal einen Glauben an Gott (K73, V10). Damit sie jedoch ihren Glauben erhärten können, streut der Lehrer Zweifel in ihn und stellt an sie die Frage, ob überhaupt ein Gott existiert. Sie bekommen die Aufgabe, Gott in sich zu suchen. Gibt es einen, so werden sie ihn sicher finden und er wird ihnen in ihrer Liebe zu ihm antworten (Gesetz der Anziehung: Liebe mit Liebe anziehen) (Kap 73, V13-19).
Da jedoch die Kinder nun mit Zweifeln die Existenz Gottes in Frage gestellt haben und sie äußerlich mit ihrem Verstand und ihrem Gemüt suchen, finden sie ihn nicht. Doch sie sollen lernen, Gott mit der größten Bestimmtheit und auch zweifellosem Glauben an Ihn in Liebe zu suchen. Daher werden sie vom Lehrer nochmals zu einer erneuten Suche nach Ihm ausgeschickt (Kap 74, V 9-12). Wer Ihn jedoch wiederum mit dem Verstand sucht und noch voller Zweifel ist, findet Ihn wiederum nicht (Kap 75, V 3).
Doch ein Kind, das Gott liebt und niemals an seiner Existenz zweifelt, geht in sein Inneres, wo es Gott mit seiner Liebe erfasst. Dort kommt Jesus als schlichter Mann zu ihm und es erkennt ihn als Gott und himmlischen Vater (Kap 74, V 13-15 + 19-21).
Wenn dann dieses Kind mit Jesus in dem schlichten Mann mit den anderen zusammen kommt, so verhindert dennoch deren falsches Gottesbild Ihn zu erkennen, da sie der Meinung sind, dass Gott in aller Pracht und Glanz erscheinen müsse.
Belehrung des Lehrers: Je mehr Glanz von außen, desto weniger Licht von innen. Je mehr Licht aber von innen, desto weniger Glanz dem Außen nach.
Er leitet sie dazu an, dem schlichten Mann Fragen zu stellen, um zu erlernen, ihn erst einmal an seiner Weisheit zu erkennen. Die Kinder stellen ihm Fragen und bitten ihn, sie näher zu Gott zu führen, da sie nach Gott eine stets größere Sehnsucht haben je mehr er sich hinter ihren Zweifeln verbirgt. Mit Hilfe des Kindes, das ihn bereits gefunden hat, erkennen sie endlich Jesus (Kap 75, V 1+7-17).
Es ist die Sehnsucht, die die Gewissheit über die Existenz Gottes entstehen lässt, denn in ihr liegt ein großer Beweis, weil man sich dessen vergewissern möchte wonach man sich sehnt, und der Grund der Sehnsucht die Liebe zu dem ist, nach dem man sich sehnt. Deshalb geht man auch auf den Grund seiner Sehnsucht selbst zurück. Kündigt sich da die große Wahrheit nicht an, ist alles falsch; kündigt sie sich aber da an, so ist man zu der lebendigen Überzeugung gekommen, dass sie nur in ihrem Grund selbst zu erkennen und zu erschauen ist (Kap 75, V 15-19). Wer daher Jesus einmal mit der Liebe seines Herzens gefunden hat, verliert ihn ewig nicht mehr (Kap 74, V 21).

2.Stufe: Einführung in die tiefe Bedeutung der einzelnen Gebote
Nun werden die Kinder in die tiefe Bedeutung der einzelnen Gebote eingeführt. (Ausführliche Erläuterungen s.u.: „Die zwölf Hauptgrundsätze der Lehre Jesu, enthalten in den zehn Geboten Mosis und den zwei Liebesgeboten“). Damit sollen sie durch den Glauben zum Lieben und später zur werktätigen Umsetzung geleitet werden.

3.Stufe: Praktischer Unterricht der nun erwachsenen Schüler in der Nächstenliebe
Alleiniges Wissen ohne Praxis taugt zu nichts. Und da es hauptsächlich auf das Tun ankommt und die Tätigkeit aus der Nächstenliebe der Hauptgrundsatz alles geistigen Wirkens ist, so wird dieses Gebot der Nächstenliebe hier auch mehr tatsächlich als theoretisch gelehrt. Die Schüler sollen die wahrhaftigen Nächsten, die weniger Nächsten und dann auch die Fernen unterscheiden lernen und erkennen, wie sie sich zu ihnen zu verhalten haben.
Zunächst müssen sie völlig erkennen lernen, dass man aus Mitgefühl nicht über den Anderen bestimmend auftreten darf, sondern die eigentliche Nächstenliebe darin besteht, dass man einem jeden Wesen seine Freiheit lassen und ihm das Seinige geben muss, d.h. das, was dessen Liebe innerhalb Gottes Ordnung – basierend auf den 12 Geboten – verlangt. Denn eines jeden Menschen Liebeart ist das ihm eigentümliche Lebenselement.
Bevor die Nächstenliebe in die praktische Anwendung gebracht wird, muss also erst einmal genau die Liebeart derjenigen erforscht werden, denen man helfen will. Und wie sich diese Liebe vorfindet, so muss auch nach dieser Liebe gehandelt werden.
Dann müssen auch die Wege der göttlichen Ordnung erkannt und einsehen gelernt werden, auf welchem und wie der Nächste dort zu führen ist. Niemandem darf irgendeine Gewalt angetan werden. Sein freier Wille, gepaart mit seiner Erkenntnis, bestimmt seinen Weg, und seine Liebe die Art und Weise, wie er auf demselben zu leiten ist (Kap 105, V 3-4+6+9+12-14).





Ausarbeitung 08/2015

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