Jakob Lorber Ehre Gott, den Eltern, Anderen gegenüber - Der Prophet Jakob Lorber und seine Verkündungen ... Jakob Lorber

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Jakob Lorber Ehre Gott, den Eltern, Anderen gegenüber

Bibel und NO > Gebote des Herrn an uns

Rechte Ehrbezeugung Gott, den Eltern und den Nächsten gegenüber

Inhalt

Begriffsbestimmung Ehre
1. Gott  ehren
2. Maßstab, wie wir Gott lieben sollen
3. Wie Gott die Menschen ehrt
4. Gegenseitige  Ehrung
5. Welten- und Herzensehre
6. Ehrabschneidung – eine Sünde vor Gott
7. Folgen von Verunglimpfen, Verunehren
8. Befreiung aus der Trübsal bei Reue und Umkehr
9. Wie sich die Jünger Jesu ehren
10. Das vierte Gebot
10.1. Gottes Wohlgefallen erlangen durch Haltung des 4.Gebots
10.2. Warum nur die Liebe der Kinder zu ihren Eltern geboten ist
10.3. Sanktionen bei Nichthaltung des 4.Gebots
10.4. Austausch des 4.Gebots durch höllische Satzung
10.5. Durch Gehorsam zur kindlichen Liebe und Achtung
10.6. Erziehungsrat: Eigenwillen nehmen, Gebote Gottes zum Halten aufgeben
10.7. Das 4.Gebot gilt auch für die erwachsenen Kinder
10.8. Aus Liebe zu den Eltern zur Erkenntnis Gottes, seiner selbst und Nächsten
10.9. Weitere Bedeutungen des 4.Gebots
10.10. Krankheit, Leid und Not wegen der Nichtbeachtung des 4.Gebots
11. Umsetzung – Beispiele
11.1. Für die Eltern sorgen
11.2. Dankbarkeit der Kinder, für die Eltern sorgen zu dürfen
11.3. Sich untereinander ehren durch Liebe
11.4. Familienordnung, Beispiel aus der ‚Natürliche Sonne‘
11.5. Beispiele, wie Jesus Seine weltlichen Eltern ehrte
11.6. Jesus gefällt, wer Vater und Mutter ehrt
12. Jesus offenbart sich denen, die Seine Gebote halten
13. Durch Haltung der Gebote zur Lebensfreiheit


Begriffsbestimmung Ehre
Der Wortbedeutung nach bezeichnet Ehre eine mit dem Amt oder Stand verbundene Würde, Anerkennung, Ansehen.
Jemanden ehren heißt, ihn hoch schätzen, ihm (Hoch-)achtung, Respekt, Wertschätzung entgegenbringen.

1. Gott  ehren
(Jesus:) „Die wahre und vor Gott gültige Verehrung aber besteht darin: erstens, dass man allein nur an Einen wahren Gott, der Himmel und Erde und alles, was da ist, erschaffen hat, ungezweifelt fest glaubt, zweitens diesen einen durch den Glauben erkannten Gott über alles liebt und nach Seinem Willen lebt und handelt, und drittens, dass man auch seinen Nebenmenschen also liebt wie sich selbst. Siehe, in diesen drei Stücken liegt die wahre Gottesverehrung; alles andere aber ist eitel und hat vor Gott nicht den allergeringsten Wert! Nur was die Liebe tut, das ist getan und ist ein wahres Etwas vor Gott“. [GEJ.07_213,06-08]

„Sagte der Hauptmann: „Wo kann man denn erfahren, was Gott will, und wie lauten denn deine Gebote, die die Deinen zu halten haben?“
Sagte Ich: „Mein Wille ist Gottes Wille, und Meine Gebote sind Gottes Gebote. Wer Meinen Willen tut und also Meine Gebote hält, der wandelt auf dem rechten Wege ins Reich Gottes! Tue du desgleichen, so wirst auch du wandeln auf dem rechten Wege ins Reich Gottes!““ [GEJ.10_010,23-24]

„Liebt Mich über alles und euch untereinander wie jeder sich selbst, so werdet ihr Mich im Geist und somit in aller Wahrheit ehren! Solches also ist Mein Wille und gilt bei Mir allein als etwas.“ [HGt.02_228,18-19]

„Die wahre Anbetung im Geist und in der Wahrheit besteht aber darin, dass Mich die Menschen als ihren Gott und Vater erkennen, dann als solchen über alles lieben und die Gebote der Liebe auch gegen ihre Brüder halten.“ [Er.01_065,07]

„Wie die Lüge eine größte Verunehrung Gottes ist, so ist die reine und lebendige Wahrheit auch eine allzeitige und höchste Verehrung und wahrste Anbetung Gottes. – Verstehst du nun das?“ [GEJ.09_086,06]

„Aber Ich sage es euch nun auch, dass Ich jetzt und fürder keine Ehre von den Menschen nehme, sondern es ist Einer, der eins ist mit Mir, der allein Mich ehrt, und der heißt: Liebe, Licht, Wahrheit und Leben. Er ist der Urgrund aller Dinge und das ewige Sein und Dasein Selbst, und alles, was da ist und besteht, ist und besteht aus Ihm. – Wisst ihr nun, wie ihr daran seid?“ [GEJ.06_039,10] (s. hierzu auch unter ‚Unterschied zwischen Weltenehre und Ehre aus Liebe‘, Schrifttexterklärung Kap. 27)

2. Maßstab, wie wir Gott lieben sollen
„Gott wahrhaft lieben heißt: Seine Gebote treuest halten unter oft noch so misslich scheinenden Lebensverhältnissen, die Gott, so es nach Seiner Liebe und Weisheit irgend nötig ist, über einen und den andern Menschen kommen lässt zur Stärkung und Lebensübung der von der Materie zu sehr angezogenen Seele; denn Gott allein kennt jede Seele, ihre Natur und Eigenschaft, und weiß es auch am klarsten und besten, wie ihr auf den wahren Lebensweg zu helfen ist.“ [GEJ.09_037,07]

Henoch (Prophet, durch den Gott spricht HGt, Erzengel Raphael GEJ.08_10,04): „Wenn wir in der Liebe zu Gott stehen und ruhen in unserem Herzen, dann sollen wir nicht der Weiber gedenken und die Liebe zu Gott nicht trüben mit der Liebe der Weiber, – außer mit der Mutterliebe und der kindlichen Liebe, welche Liebe aber die Liebe zu Gott nicht trübt, sondern nur einen Maßstab gibt, wie wir Gott lieben sollen! Versteht ihr solches?“ [HGt.03_002,22]

3. Wie Gott die Menschen ehrt
(Jesus:) "Mein lieber Dismas! Da du dich nun so ganz Meiner Ordnung gemäß in deinem Herzen umgewandelt und dich endlich einmal vor Mir vollkommen gedemütigt hast, und zwar vor allen denen, die noch kurz vorher ein Dorn in den Augen deines irdischen, mit herüber gebrachten Hochmuts waren, so sollst du durch eben diese deine eigene Selbstdemütigung auch zu großen und wahren Ehren gelangen! Aber da bei Mir jede Ehre rein nur von einer edlen, guten Tat abhängt, so wirst auch du nun eine gute und ersprießliche Tat aus- und durchzuführen bekommen. Von dem Gelingen wird sehr viel abhängen; aber es wird dir nicht aus Rechnung gelegt werden, ob es dir gelingt oder nicht. Denn bei Mir gilt bloß der gute Wille, eine redliche, auf der Liebe beruhende Absicht und endlich eine zu dem Behuf nach reifem und bestem Ermessen eingeleitete Tat!“ [RB.01_103,07]

(Der Herr:) „Also wird auch der Vater von Ewigkeit geehrt in Seinen rechten Kindern; denn die rechten Kinder behalten das nicht für sich, was allein dem Vater gebührt. Und der Vater aber setzt Seine größte Ehre in Seine Kinder; denn nur in den Kindern und durch die Kinder wird der Vater geehrt.“ [HGt.03_165,09]

Jesus: „Wahrlich sage Ich euch: Bei wem solch ein Tag [ewiger Lebenstag und die volle Neu- oder Wiedergeburt des Geistes Gottes] in seiner Seele anbrechen wird, der wird keinen Tod mehr sehen, fühlen und schmecken in Ewigkeit, und bei dem Austritt aus seinem Leib wird er einem Gefangenen im Kerker gleichen, der begnadigt worden ist, und dessen Kerkermeister mit freundlicher Miene kommt, die Kerkertür öffnet und zum Gefangenen spricht: ,Erhebe dich; denn dir ist Gnade geworden, und du bist frei! Hier ziehe an das Kleid der Ehre, verlasse diesen Kerker, und wandle hinfort frei vor dem Angesichte dessen, der dir solche Gnade erwies!‘ Wie sich ein Gefangener sicher im höchsten Grad über solche Gnade freuen wird, so und noch mehr wird sich ein im Geist wiedergeborener Mensch freuen, so Mein Engel zu ihm kommen und sagen wird: ,Unsterblicher Bruder, erhebe dich aus deinem Kerker, ziehe an das Lichtgewand der Ehre in Gott, und komme und wandle hinfort frei und selbständig in der Fülle des ewigen Lebens im Angesicht Gottes, dessen große Liebe dir solche große Gnade erweist; denn von nun an wirst du ewig keinen solchen schweren und sterblichen Leib mehr zu tragen haben!‘ [GEJ.07_001,06-07]

4. Gegenseitige  Ehrung
Jesus: „Dass euch die Menschen darum [für euer Amt] nicht ehren sollen, dafür habe Ich noch nirgends ein Gebot gegeben; aber so ihr euch darum etwas einbildet, als wärt ihr mehr als die, welche euch ehren, so habt ihr dadurch euren Lohn schon empfangen, und eure Arbeit würde da vor Mir als gar keine und somit auch als ganz unverdienstlich dastehen.“ [GEJ.06_143,07]
„Denn solches [Ehre] verlange nicht einmal Ich; wie viel weniger sollt ihr erst gegenseitig euch also ehren, als wäre da ein Bruder dem andern ein Gott! Ich will aber damit gar nicht sagen, als sollt ihr euch darum gegenseitig gar nicht ehren, sondern Ich sage nur, dass ihr nicht den Würmern gleich voreinander kriechen sollt. So ihr euch aber schon ehrt, da ehrt euch allein durch die Liebe, und dass sich keiner erhebe über den andern, sondern ein jeder sei dem andern ein wahrer Bruder in Meiner Liebe! Solche Ehrung ist eine gerechte Ehrung, – diese seid ihr euch gegenseitig schuldig; was aber darüber ist, das ist auch wider Meine Ordnung, und ihr sollet es darum unterlassen!“ [HGt.02_063,06-09]

Jesus: ”Ja“, sagt da jemand, „soll ein Mensch denn gar kein Ehrgefühl haben?“ O ja, sage Ich, der Mensch kann allerdings ein Ehrgefühl haben, aber das muss von der edelsten Art sein! Hat dich irgendein noch schwachgeistiger Mensch beleidigt, so werde ihm darum nicht gram, sondern gehe hin und sage zu ihm: ”Freund, mich kannst du mit nichts beleidigen; denn ich liebe dich und alle Menschen! Die mir fluchen, die segne ich, und die mir Übles tun, denen tue ich nach allen meinen Kräften nur Gutes! Aber es ist nicht fein, dass ein Mensch den andern beleidigt; darum unterlasse das für die Folge zu deinem höchst eigenen Heil! Denn du könntest bei deiner stets wachsenden Beleidigungssucht einmal an einen kommen, der dir die Sache sehr übelnähme und dir dann große und gewiss sehr unliebsame Ungelegenheiten bereiten könnte, und du müsstest es dann nur dir selbst zuschreiben, dass dir Unangenehmes begegnet ist!“ [GEJ.05_125,05]

Jesus: „Sei ein jeder voll Sanftmut und Demut, und ihr werdet euch dadurch gegenseitig die größte und wahrste Menschenehre erweisen und in Frieden und Ruhe miteinander leben und verkehren!
Ehrsucht und Hochmut aber erzeugen Missmut, Ärger, Verachtung, Groll, Zorn und am Ende Rache, Krieg und sein böses Gefolge. Der Hochmütige und Ehrgierige ist auch stets voll Selbstsucht und Habgier; und weil er alles nur für sich zur Erhöhung seiner Weltehre gewinnen will, so ist dann davon die traurige Folge, dass Hunderte und Tausende um ihn dann nichts haben und in der größten Armut und Not leben müssen, wie das auch zu den Zeiten Noahs der Fall war und in der letzten Zeit des neuen Heidentums noch mehr der Fall sein wird. Aber eben dieser böse und vollends höllische Zustand unter den Menschen wird das Gericht sein, das sie sich selbst schaffen werden. […]
Darum bleibt alle stets in der Sanftmut und Demut und dadurch in der wahren Nächstenliebe, so wird kein Gericht unter euch erzeugt werden; denn wo in jener Zeit die Menschen in Meiner Ordnung leben werden, dort wird auch kein letztes Gericht zum Vorschein kommen. Ich habe euch das nun deshalb zum voraus gesagt, auf dass ihr es auch den anderen Menschen sagen und verkünden sollt, damit sich am Ende niemand entschuldigen kann, dass er nicht vor der Gefahr gewarnt worden sei.“ […] es genügt, dass den Menschen die Wahrheit verkündet wird; das Leben und Handeln danach ist ihre höchst eigene Sache. Wer danach leben und handeln wird, der wird in kein Gericht kommen, sondern das ewige Leben ernten und selig werden.“ [GEJ.08_051,01-08]

Kisehel zu Lamech und Thubalkain: „Ehre, Hochachtung, Demut, Lob, Preis, Dank, Liebe und Anbetung gebührt von uns aus nur Gott allein; wir gegenseitig aber sind lauter Brüder und sollen uns darum gegenseitig nicht mehr und nicht weniger lieben, als ein jeder sich selbst liebt. Denn darin liegt der alles ordnende und alles ausgleichende Waagebalken, dass wir uns gegenseitig gerade also verhalten und begegnen, wie sich ein jeder zu sich verhält und sich selbst begegnet.“ [HGt.02_201,11]

Henoch zu Thubalkain: „Beuge allein vor Gott dein Herz, liebe Ihn über alles, mich, deinen Bruder, aber also wie dich selbst, so hast du alles getan, was da ist ehrlich und billig vor Gott und aller Welt!“ [HGt.02_ 222,13]

5. Welten- und Herzensehre
„Ihr habt nie weder seine Stimme gehört noch seine Gestalt gesehen, und sein Wort habt ihr nicht in euch wohnend; denn ihr glaubt dem nicht, den er gesandt hat. Ihr sucht in der Schrift; denn ihr meint, ihr habt das ewige Leben darin; und sie ist's, die von mir zeugt; ihr wollt nicht zu mir kommen, dass ihr das Leben haben möchtet. Ich nehme nicht Ehre von Menschen; aber ich kenne euch, dass ihr nicht Gottes Liebe in euch habt. Ich bin gekommen in meines Vaters Namen, und ihr nehmt mich nicht an. So ein anderer wird in seinem eigenen Namen kommen, den werdet ihr annehmen. Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre voneinander nehmt? Und die Ehre, die von Gott allein ist, sucht ihr nicht.“ [Johannes 5, 37ff]

Jesus: Dieser Text gibt in kurzen Worten kund, welchen Bund Ich mit den Menschen habe, nämlich keinen Bund der Ehre. Denn die Menschen, wie sie sind, sind Mir wirklich keine Ehre. Dazu habe Ich die Menschen auch nicht erschaffen, dass sie Mich ehren sollen. Einen Bund aber habe Ich mit den Menschen, und dieser heißt Liebe und besagt etwas ganz anderes als die Ehrung.
Wer sind die, die sich ehren lassen? Das sind die Fürsten und Großen der Welt. Warum lassen sie sich ehren? Weil sie mehr sein möchten als Menschen, obschon ihnen ihr Bewusstsein sagt, dass sie nicht mehr als Menschen sind. Was ist die Ehre, die man jemandem erzeigt? Sie ist nichts anderes als urgründlich die Furcht vor dem Stärkeren und Mächtigeren. Denn der Schwächere fürchtet die Schläge des Mächtigeren und dessen Unbarmherzigkeit; darum kriecht er vor ihm und ehrt ihn und betet ihn förmlich an, damit der Mächtigere, durch solche Schmeichelei bestochen, ihm die Schläge erlassen möchte. Je ehrfurchtsvoller aber der Schwächere gegen den Stärkeren wird, desto ehrsüchtiger und grausamer wird auch der Stärkere. Frage hier: Ist solche Ehrung eine Frucht edlen oder bösen Samens? Ich meine: Wie die Frucht, so wird auch der Same sein!
Meint ihr aber demnach, dass Ich das von den Menschen nehmen sollte, was vor Mir ein Greuel und der scheußlichste Ekelgeruch ist? Aus welchem Grund sollte Ich Mich von den Menschen ehren lassen? Etwa weil Ich Gott, und die Menschen Meine Geschöpfe sind? Weil Ich allmächtig und alle Menschen gegen Mich gar nichts sind? Was würde Ich wohl haben von solch einer Ehre? Werde Ich dadurch etwa mehr Gott, und wird dadurch Meine Allmacht größer?
Bei den Menschen ist dieser Akt noch verzeihlicher; denn so viel Schwächere einen Stärkeren hoch ehren, so gewinnt er dadurch an Macht und Ansehen. Wo sieht aber für Mich ein Gewinn heraus, so Mich die Menschen wie andere Große auf der Erde ehren? Ich meine, diesen Gewinn dürfte wohl ein allerscharfsichtigster Cherub mit dem allerbesten Mikroskop, das ein Atom bis zu einer Hauptzentralsonne vergrößern möchte, nicht entdecken; denn Ich bin Gott, allmächtig von Ewigkeit.
Könnte Ich durch die Ehrungen der Menschen wohl noch mehr werden? – Ich meine kaum; daher habe Ich auch nirgends ein Gesetz erlassen: „Du sollst Gott, deinen Herrn, ehren über alles!“, sondern nur lieben über alles. Darum heißt es denn auch im vorliegenden Vers, dass Ich nicht die Ehre bei den Menschen suche; denn da ist schon in Mir Einer, der Mich wahrhaft ehrt von Ewigkeit. [s.a. GEJ.06_039,10] Welche Freude Ich aber danach an den „Ad maiorem Dei gloriam“-Taten habe, oder wie man bei euch auf der Welt zu sagen pflegt: „Alles zur Ehre Gottes!“, könnt ihr aus diesem Verslein leicht ersehen; denn wer Mich nicht ehrt in seinem Herzen wie eine vor Liebe brennende Braut ihren Bräutigam, des Ehre ist vor Mir ein Greuel!
Was habe Ich von dem tausendfachen „Herr, wir ehren Dich!“, wobei aber die Herzen voll Dreck sind? – Auf eine solche Ehre soll von der ganzen Hölle aus geschmissen werden!
Denn alle, die Mich ehren auf solche zeremonielle Weise, sind die „Herr-Herr!“-Rufer, und sie mögen Mir tausend Litaneien vorsumsen und sagen: „Herr, wir ehren Dich und preisen Deine Stärke!“, „Herr, wir bitten Dich, erhöre uns!“ und „Herr, erbarme Dich unser!“ und mögen tausendmal hinzusagen „Ehre sei Gott dem Vater!“ usw.
Ich aber werde ein solches Gewäsch dennoch nie erhören und werde allzeit zu den „Herr-Herr!“-Sagenden sprechen: „Weicht von Mir; denn Ich habe euch noch nie erkannt! Ihr habt der Ehrgebete und Litaneien in großer Menge gehabt; warum aber habt ihr nicht auch eine Litanei erfunden, in der es lebendigermaßen heißen möchte – nicht: „Herr, wir ehren Dich!“, sondern: „Lieber heiliger Vater, wir lieben Dich!“?
Man wird hier freilich einwenden und sagen: „Die Ehre Gottes muss sein! Denn sie ist eine edle Frucht der wahren Gottesfurcht; denn wer Gott nicht fürchtet, der ist aller bösen Taten fähig.“
Ich aber sage: Wennschon Gottesfurcht besser ist, als böse Taten üben, so wird aber dennoch aus einer solchen Gottesfurcht für niemanden ein ewiges Leben erwachsen, weil ein furchtsames Gemüt schon ein gerichtetes ist. Denn wer das Schlechte nur aus Furcht vor Mir unterlässt, der wird eine harte Probe zu bestehen haben; denn in der Furcht vor Mir ist keines Menschen Geist einer Beseligung fähig, und es wird ihm zuvor die Furcht benommen werden, und es wird sich dann zeigen, was er ohne Furcht vor Mir tun wird.
Also sind wohl auf der Erde auch viele Sträflinge in den Kerkern durch die Furcht vor der Strafe in der gesetzlichen Ordnung erhalten; werden sie aber nach der Strafzeit auf freien Fuß gestellt, so sind sie zehnmal ärger denn früher.
Alle Höllengeister leben und bestehen in der größten Furcht vor Mir; Mich nur von fern zu erschauen oder Meinen Namen zu vernehmen, ist für sie das Schrecklichste! Welcher Tor aber wird da behaupten, dass die Höllengeister darum gut seien, weil sie eine so große Furcht vor Mir haben?
Ich setze aber ein Beispiel: Es gäbe irgend auf der Erde einen so überaus guten Menschen, der zwar überaus wohlhabend wäre, dabei aber die größte Liebe, Sanftmut und Zuvorkommenheit selbst, und jeder Mensch, der zu ihm käme – welchen Standes er auch sein möchte, welcher Nation, ob Freund oder Feind –, würde von ihm allzeit auf das liebreichste aufgenommen werden. Frage: Welcher Mensch müsste da wohl ein so großer Tor sein und möchte so einen Menschen fürchten ärger denn einen Scharfrichter?
Welcher Mensch aber ist wohl besser, liebreicher und sanftmütiger als Ich? Und dennoch will man sich lieber fürchten vor Mir, als Mich lieben mit der größten Zutraulichkeit!
Dennoch aber sage Ich: Die Mich fürchten und ehren, die scheinen das aus gutem Grund zu tun; denn sie wissen, dass ihr Herz aller Liebe ledig ist. Darum wollen sie das durch die Furcht bei Mir ersetzen. Aber es geht ihnen dabei wie einer Braut, die ihrem allergetreuesten Bräutigam untreu geworden ist und ward zu einer Hure. Warum ward sie das? Weil sie die Liebe in ihrem Herzen zu ihrem Bräutigam vergab. So aber der Bräutigam kommen wird, wird er die mit bebender Furcht erfüllte Braut auch also ansehen und annehmen, als so sie ihm flammenden Herzens wäre entgegengekommen? Wird er nicht etwa zu ihr sagen: „Wie siehst du aus? Also habe ich dich nie gesehen! Warum bebst du vor mir, der dich über alles liebte? Wahrlich, in diesem Zustand mag ich dich nicht erkennen! Was habe ich dir je getan, dass du mich fürchtest? Wie hat solche Furcht deine ehemalige Liebe verdrängen können? Wie soll ich dich nun glücklich machen, ich, den du nicht liebst, sondern fürchtest?! – Also muss ich weichen von dir aus Liebe zu dir, auf dass die Furcht vor mir in deinem Herzen dich nicht länger quäle!“
Seht, in diesem Beispiel liegt das „Ich kenne euch nicht, ihr ‚Herr-Herr!‘-Sager!“ klar und deutlich erklärt, und darum will Ich nicht die Ehre der Menschen als die Frucht der Furcht, sondern die getreue kindliche Liebe will Ich!
Danach trachtet ihr in eurem Herzen, so werde Ich Mich euch nahen können, aber nicht in eurer Ehrung und Furcht! Seid liebfreie, aber nicht durch Furcht gerichtete Täter Meines Worts; darin werdet ihr das ewige Leben finden und Mich, euren Vater! Amen.“ [Schrifttexterklärungen, Kap. 27]

6. Ehrabschneidung – eine Sünde vor Gott
(Adam:) „Siehe, lieber Henoch, mir steht es zu, wie jedem von euch, die eigenen Fehler vor aller Augen zu bekennen und sich so zu demütigen vor Gott und der Erde; aber wehe dem, der möchte verkleinern den Namen seines Bruders und ihm nehmen die Ehre, die ihm Gott Selbst gegeben hat! Es ist aber demnach solche Ehre eines jeglichen Eigentum von Gott aus, und es hat niemand das Recht, ein so geheiligtes Eigentum des andern anzugreifen mit seiner Zunge oder mit seiner Hand; aber jeder hat das Recht, sich zu demütigen vor Gott und vor der Erde, das ist, vor seinen erwachsenen Brüdern, – nur nicht vor der Unmündigkeit, damit diese nicht hochmütig und anderartig geärgert werde.“ (HGt.01_045,10)

(Jesus:) „Ihr Menschen aber sollt euch in aller Liebe achten, und es soll einer dem andern gute Dienste erweisen; denn ihr alle habt an Mir einen Vater und seid somit gleich vor Mir! Ihr sollt euch untereinander nicht ärgern und lästern und einer soll dem andern durch bösen Leumund nicht die Ehre abschneiden; denn wer das tut, der tötet die Seele seines Nebenmenschen!“ [GEJ.07_031,14]

Jesus: „O es wird Mir oft an derlei „Feiertagen“ so gedient, dass ihr euch keinen Begriff davon machen könnet! Fürwahr, alle diese Feiertage sind oft volle Arbeitstage des Satans. Ihm wird da ein gutes Opfer gebracht, also, dass er sich's ja gar nicht besser wünschen kann. Denn es wird gefressen, gesoffen, gefaulenzt, Ehre abgeschnitten, sich hoffärtig gekleidet, gelustwandelt in sehr vielfachem Sinn, gespielt, geunzüchtigt mit den Augen, mehr als an einem Werktag, wirklich gehurt, auch geflucht und getanzt. Sagt Mir, ob an einem Feiertag mehr für die Hölle gearbeitet werden könnte, als es ohnehin gearbeitet und dem Satan bestmöglich gedient wird.“ [HiG.02_43.03.14,06]

7. Folgen von Verunglimpfen, Verunehren
Jesus: „Ihr sollt zwar nicht suchen Dank und Ehre bei den Menschen, denen ihr in Meinem Namen werdet Gutes getan haben, so wie auch Ich Selbst bei den Menschen desgleichen nicht suche, da Der, der in Mir wohnt, Meine allerhöchste Ehre ist; aber so euch die Menschen für die in Meinem Namen erwiesenen höchsten Lebenswohltaten verunehren und mit Undank begegnen werden, so werde Ich ihnen das ebenso anrechnen, als hätten sie Mir Selbst das angetan! Denn wer den rechten Jünger, den Ich erweckt habe, nicht ehrt und ihm in Meinem Namen nicht dankbar ist, der ehrt auch Mich, den Herrn und Meister, nicht und ist Mir für die ihm erwiesene Gnade auch nicht dankbar. Daher sei ein jeder voll Sanftmut und Demut, und ihr werdet euch dadurch gegenseitig die größte und wahrste Menschenehre erweisen und in Frieden und Ruhe miteinander leben und verkehren!“ [GEJ.08_050,14+051,01]

8. Befreiung aus der Trübsal bei Reue und Umkehr
„Dann werden dem Menschen durch die Barmliebe Gottes die Gesetze Mosis stark ins Gedächtnis ernst mahnend gerufen vom ersten bis zum letzten und wird ihm aufgetragen die strengste Befolgung derselben, damit er sich demütige und verleugne bis in den innersten Grund, und zwar aus derselben Ursache, als wie eine Wäscherin ihr Tuch so lange balgend in die engsten Gewinde presst, damit ja selbst die kleinsten Schmutzteile durch das innehaftende Wasser beim Entweichen sollten mitgenommen werden, was so oft wiederholt wird, als nur noch irgendeine Trübe am Wasser bemerkt wird.[…] Und seht, so sind die Gesetze Mosis aus Gott der Zahl nach 10, die eine Zahl Gottes ist, und zeigen, dass der Mensch zuerst glauben muss, dass Ich bin, so er in die Trübsal geraten ist, dass er dann vor Mir die höchste Achtung habe, ja dass er sogar glaube, dass er schuldig ist, aus den sieben Tagen den angeratenen Sabbat zu wählen und denselben zu heiligen in der Ruhe als einen wahren Ruhetag des Herrn, damit er sich lerne verleugnen und immer tiefere und tiefere Blicke in sich zu tun, um dadurch zu erkennen seine Einwohner und sich dann an Mich zu wenden, damit Ich sie auf die obenbesagte Art vernichte und austreibe aus seiner Seele Organe. Und hat er sich bis dahin gedemütigt tief unter Meiner Größe Macht und Stärke, so kommt es nun auf das Wäschebalgen an – das ist und wird verstanden durch genaue Haltung der sieben noch übrigen Gebote, wodurch er sich sogar tief unter seinesgleichen erniedrigen soll, und soll gefangen nehmen alle seine bösen Begierden, und soll brechen ganz und gar seinen Willen und untertan machen alle seine Begehrungen und selbst die leisesten Wünsche seines Herzens Meinem Willen; dann werde Ich kommen mit der Liebe und erwärmen die Wohnstätte seines Geistes, wie eine Henne ihre noch nicht ausgeborenen Küchlein.“  [HiG.03_40.06.17,18-20]

9. Wie sich die Jünger Jesu ehren
Jesus: „Darum bleibt alle völlig gleiche Brüder, und keiner wolle vor dem andern einen noch so geringen Vorzug haben; und alle Menschen werden daraus, dass ihr euch untereinander als wahre, vollkommen gleichberechtigte Brüder liebt und achtet, ersehen und erkennen, dass ihr wahrhaft Meine Jünger seid.“ [GEJ.10_134,09]

10. Das vierte Gebot
„Das vierte Gebot, wie ihr es auf der Erde habt, lautet: „Ehre Vater und Mutter, auf dass du lange lebst und es dir wohlgehe auf Erden“. – Dieses Gebot ist so gut göttlichen Ursprungs wie die ersten drei. Was gebietet es aber und was verheißt es? Nichts anderes als den Gehorsam der Kinder gegen ihre Eltern.“ [GS.02_077,01]

10.1. Gottes Wohlgefallen erlangen durch Haltung des 4.Gebots
„Wenn ihr das Gebiet der Leben äußernden Kräfte durchgeht, so werdet ihr mit leichter Mühe finden, dass dasselbe auch auf zwölf ähnlichen Trägern ruht. Wie lauten aber diese Träger, welche Namen haben sie? […] Der vierte Träger heißt: Zolle allzeit Gehorsam, Liebe und Achtung denen, die dich durch die Kraft Gottes in ihnen gezeugt haben, so wirst du dadurch dir das Wohlgefallen Gottes erringen; und dieses wird sein ein mächtiger Grund aller Wohlfahrt deines Lebens!“ [GS.02_048,08-09+12]

10.2. Warum nur die Liebe der Kinder zu ihren Eltern geboten ist
(Der Herr:) „Moses [sah] durch Meinen Geist nur zu klar ein, dass es eben nicht nötig ist, den Eltern noch eigens die Liebe zu ihren Kindern zu gebieten, weil solche den Eltern ohnehin im Vollmaß schon von Mir aus gewisserart instinktmäßig eingepflanzt worden ist, was aber eben bei den Kindern, die erst in die Schule dieses irdischen Lebens gekommen sind, nicht so sehr der Fall sein kann, weil diese erst für die rechte und wahre Liebe erzogen werden müssen.
Darum kommt ja eben auf dieser Erde ein jeder Mensch so schwach und ganz ohne Erkenntnis und Liebe ins Weltleben, dass er sich dann in aller wie immer gearteten Zwanglosigkeit, als wäre er von Gott ganz verlassen, durch äußere Lehre, durch Gesetze und durch seinen freiwilligen Gehorsam zu einem freien und ganz selbständigen Menschen bilde.
Und sieh, darum müssen denn auch nur besonders den Kindern zumeist Lehren und Gesetze gegeben werden und nicht so sehr den Eltern, die einst auch Kinder waren und durch die Lehren und Gesetze, für Kinder gegeben, erst zu freien und selbständigen Menschen geworden sind!
Was aber insbesondere die Pflichten der Eltern gegen ihre Kinder betrifft, so haben Moses und die Propheten schon in den staatlichen Gesetzen dafür gesorgt, die du freilich noch nicht gelesen hast. Aber es ist da rechtzeitig schon für alles gesorgt, und es können sich zwei nicht wohl ehelichen, wenn sie dem Priester nicht zuvor dartun, dass sie in den zur Ehe nötigen staatlichen Gesetzen wohlbewandert sind.“  [GEJ.07_030,06-09]

10.3. Sanktionen bei Nichthaltung des 4.Gebots
Der Herr: „Wehe dem, der seinem Vater je in etwas in den Weg zu treten sich unterfangen würde! Den will Ich mit zornigen Augen anblicken; denn das Haupt des Vaters ist gleich der Heiligkeit Gottes. Jeder kann erhört werden, wenn er Reue tut im Herzen; aber wer antastet den geringsten Teil Meiner Heiligkeit, den wird das unauslöschbare Feuer derselben ergreifen und verzehren jeden Tropfen der Reuetränen in ihm, und er wird zerstört werden fürder ewiglich! Und wer aber antastet seine Mutter argen Herzens und ist entgegen ihrer Liebe, den will Ich nicht mehr ansehen in aller seiner Not. Denn die Mutter ist gleich der Liebe in Mir; wer diese verschmäht, der wird hart wandeln auf den heißen Wegen Jehovas.“ [HGt.01_017,04-05]

10.4. Austausch des 4.Gebots durch höllische Satzung
„Wie aber viele, so ist auch das Gesetz der Opferung im Tempel an Stelle des Mosaischen bezüglich der Kinderpflichten gegen ihre Eltern ergangen. Im Anfang hat es ein ganz gutes und gerechtes Aussehen gehabt und bezog sich nur auf jene Kinder allein, deren Eltern – wie es häufig der Fall ist – wahre Auswürfe der Menschheit waren. Diese hatten aber merkwürdigerweise oft gar recht gute und brave Kinder, die gottergeben das Kardinalschlechte (Grundschlechte) ihrer Leibeseltern gar wohl erkannten und einsahen. Die Forderungen, die ihre bösen Eltern an sie stellten, machten ihnen die Haare sich zu Berge sträuben; aber im unverstandenen Gesetz Mosis stand, die Eltern vor allem durch Gehorsam zu ehren! Aus solchen Gründen fragten dann in einer noch ganz guten Tempelzeit solche unglücklichen Kinder im Tempel an, was sie tun sollten, und sagten: ,Es sei allerdings wahr, dass Moses aus Gott geboten habe, den Eltern zu gehorchen und sie also hoch zu achten und zu ehren sein Leben lang, auf dass man lange lebe und es einem wohlergehe auf Erden; aber Moses habe auch geboten, nicht zu töten, nicht zu stehlen, kein Falsch zu reden, nicht Unkeuschheit zu treiben mit den Jungfrauen und noch weniger zu begehren des Nächsten Weib. Solches alles aber geböten ihnen nun ihre argen Eltern! Was sollten sie nun tun, um sich an keinem Gebote Mosis zu versündigen?‘
Da sprach der vom Geist Gottes wohl durchströmte Hohepriester: ,Steht ab von solchen euren Leibeseltern, opfert eine Gabe statt dem schlechten Gehorsam und betet zu Gott, und es wird das besser sein für euch und durch die Gnade von oben auch für eure ungeratenen Eltern!‘
Und da geschah es denn, das solche Kinder ihre argen Alten verließen, brachten dem Tempel für sich und für ihre argen Alten ein Opfer und suchten dann bei guten Menschen Dienste zu bekommen, um da ein Gott wohlgefälliges Leben zu führen.
Bisher und insoweit war dies Gesetz ganz völlig göttlichen Ursprungs. Aber mit der Zeit haben die argen Wölfe, die in Schafspelzen auf den Stühlen Mosis und Aarons saßen, dies Gesetz verallgemeinert, und da konnten denn auch ungeratene Kinder ganz guter und braver Eltern sich durch Opfer von dem Gehorsam gegen ihre Eltern loskaufen, um dann ganz frei und gewissenlos sündigen zu können!
Es ward dadurch das doppelte Gebot Gottes auch zweifach verdrängt und an dessen Stelle eine rein höllisch-menschliche Satzung gestellt, die natürlich vor Gott, weil gänzlich wider Seine Ordnung, ein Greuel der Greuel sein muss; denn da muss ja doch ein nur ein wenig reiner denkender Mensch auf den ersten Blick einsehen, dass solch eine Satzung nie und nimmer göttlichen, sondern nur rein höllischen und satanischen Ursprunges sein kann! Übrigens wird dies alles nun gar bald sein Ende nehmen, und es wird dann dawider nicht viel mehr zu eifern geben.
Es ist ja sonst doch ganz sicher in aller Ordnung, dass ein Schwacher sich von einem Starken führen lässt! Die Eltern aber sind doch allzeit stärker denn ihre Kinder, und es ist darum ganz in aller Ordnung, dass sich die Kinder von ihren Eltern führen lassen; wenn aber der Schwache merkt, dass ihn der Starke in einen verderblichsten Abgrund stürzen will, so tut der Schwache sehr wohl daran, sich dem Starken zu entwinden und einen sicheren Ort sich auszusuchen.“ [GEJ.03_213,05-11]

Jesus: „Hier erst stand Ich auf, stellte Mich dem Obersten schroff gegenüber und fragte ihn mit einer ernsten Stimme: „Warum übertretet denn ihr Gottes Gebote eurer Aufsätze willen? (Matth.15,3) Gott hat geboten: ,Du sollst Vater und Mutter ehren! Wer aber Vater und Mutter flucht, der soll des Todes sterben!‘ (Matth.15,4) Ihr aber lehrt den Sohn und die Tochter, dass sie zu ihren Alten sagen sollen: ,So ich für dich, du Vater oder du Mutter, im Tempel opfere, so ist es dir nützlicher, als so ich dich ehre in einem fort nach altem Gebrauch.‘ Und ihr sagt zu solch einem Sohn und zu solch einer Tochter: ,Also hast du wohlgetan!‘ (Matth.15,3-6) – Was aber ist die Folge davon? Seht! Dadurch geschieht es, dass nun fast niemand mehr seinen Vater und seine Mutter ehrt! Ihr habt also Gottes Gebot aufgehoben um eurer Aufsätze willen! (Matth.15,6) Wer gab euch dazu das Recht? Weil ihr an Gott noch nie geglaubt habt, so mögt ihr solches wohl tun; denn der geistig tot ist, hat kein Gewissen mehr!“ [GEJ.02_123,04]

10.5. Durch Gehorsam zur kindlichen Liebe und Achtung
Der geisterfüllte Meduhed: „Kinder sind gegen ihre Eltern vermöge ihrer ursprünglichen Schwäche und notwendigen Erziehung den unbedingtesten Gehorsam schuldig; und wenn sie zur Erkenntnis des Willens Gottes in sich werden gelangt sein, dann trete an die Stelle des Gehorsams, den ihr dann Gott allein nur schuldig seid, die kindliche Liebe und Achtung gegen die Eltern in hohem Maß.“ [HGt.01_034,08]

Paulus: „Und ihr Kinder seid vollkommen Gehorsam euren Eltern in allen Dingen, die nicht wider Christum sind; denn das ist Sein Wille und ist ihm angenehm“ (Brief des Apostel Paulus an die Gemeinde in Laodizea, Originaltext nach True-blue Jakob Lorber)

10.6. Erziehungsrat: Eigenwillen nehmen, Gebote Gottes zum Halten aufgeben
„Seht, ihr Eltern […] beschneidet gleich anfänglich auch schon die nutzlosen Seitentriebe des öfter gut scheinenden, aber doch stets das Leben des Stammes schwächenden Eigenwillens, so werdet ihr bald einen gesunden und kraftvollen Stamm erzügeln. Und so dann die Zeit des Pfropfens kommen wird, das da ist die Bekanntmachung und Einpfropfung des aus Meiner höchsten Liebe ergangenen Gesetzes durch Moses, so werdet ihr unter Meiner kräftigen Mithilfe gewiss sicher erwarten können, dass eure auf diese Art gereinigten und sorgfältig gepflegten Wildlinge gewiss kräftig Meinen Willen ergreifen werden, nachdem ihnen der ihrige zuvor gänzlich benommen wurde, und werden aus demselben in kürzester Zeit in überüppiger Fülle die schönsten und wunderherrlichsten Früchte bringen aller Art, so ihr sie dazu eifrig noch begießen werdet mit dem Wasser des Lebens, damit ihre Häupter bald recht hoch zum Himmel emporwachsen möchten, wodurch sich dann ihr geistiger Gesichtskreis selig erweitern wird und sie dann stets mehr und mehr Gnadenlichtes einsaugen werden, welches in großer Fülle beständig ausströmt aus der Gnadensonne, welche entstanden ist durch das Werk der Erlösung, aus deren Lichte und Wärme alle“. [HiG.03_40.06.17,28]

10.7. Das 4.Gebot gilt auch für die erwachsenen Kinder
Jesus: „Es tut wohl jeder Vater recht, so er die kleinen unartigen Kinder mit der Rute bestraft, aber den erwachsenen Söhnen soll er stets ein weiser und sanfter Lehrer sein! Nur so ein Sohn sich auflehnte gegen den Vater, dem solle gedroht werden! Bekehrt er sich da, so soll er wieder in den alten Frieden gesetzt werden; bekehrt er sich aber nicht, da soll er verstoßen und vom Haus des Vaters und aus seinem Vaterland getrieben werden!“ [JJ.01_168,13-16]

„Ihr Väter habt zwar viel gesprochen vom Gehorsam und habt dadurch die Herzen dieser Kinder gar wohl aufgelockert; ich sage aber, wer da liebt, kann den Gehorsam wohl zu Rate halten. Ist denn der Gehorsam nicht der geistige Weg zur Liebe, welche das Ziel alles Lebens ist?! Hat aber jemand auf diesem Wege das Ziel erreicht, saget, wohin sollte er hernach auf diesem Wege noch wandeln?!“ [HGt.01_070,23]

10.8. Aus Liebe zu den Eltern zur Erkenntnis Gottes, seiner selbst und Nächsten
(Der Herr:) „Siehe, im vierten Gebot ist den Kindern die Liebe gegen ihre Eltern geboten! Die Eltern sind auf der Erde wohl die ersten Nächsten ihrer Kinder und lieben sie überaus. Sie sind ihre Ernährer, Beschützer und Erzieher und verdienen darum auch sicher alle Liebe und Ehre von den Kindern.
Wenn denn ein gut erzogenes Kind seine Eltern liebt und ehrt, so wird es auch bemüht sein, alles das zu tun, was den Eltern eine rechte Freude macht. Und so ein Kind wird sich darum auch ein langes und gesundes Leben und ein bestes Wohlergehen auf Erden bereiten; ein Kind, das seine Eltern liebt und ehrt, das wird auch seine Geschwister lieben und ehren und stets bereit sein, ihnen alles Gute zu tun.
Ein Kind oder ein Mensch aber, der seine Eltern und seine Geschwister wahrhaft liebt und ehrt, der wird auch die anderen Menschen darum lieben, weil er weiß und erkennt, dass sie alle Kinder ein und desselben Vaters im Himmel sind. Aus der ursprünglichen wahren Liebe zu den Eltern wird der Mensch zur Erkenntnis Gottes, seiner selbst und zur rechten Erkenntnis auch seiner Nebenmenschen geleitet und sieht dann bald und leicht ein, warum Gott die Menschen erschaffen hat, und was sie alle werden sollen. Dadurch gelangt er dann stets mehr und mehr zur Liebe zu Gott und durch diese zur Vollendung seines inneren, wahren, geistigen Lebens.
Wer aber also seine Eltern, Geschwister und auch die anderen Nebenmenschen liebt und ehrt und darum auch Gott über alles liebt und ehrt, – wird der wohl je gegen jemanden eine Sünde begehen können? Ich sage es dir: Nein, denn er wird niemanden beneiden, niemanden hassen und fluchen, niemanden töten, weder leiblich, noch durch ein Ärgernis seelisch. Er wird sich keusch und wohlgesittet gegen jedermann benehmen, wird jedem gerne das Seinige lassen, wird niemand belügen und betrügen, und ist er auf dem ordentlichen Weg der Mann eines Weibes geworden, oder die züchtige Jungfrau das Weib eines Mannes, so wird er kein Verlangen tragen nach dem Weib seines Nächsten und sein Weib nicht nach dem Mann ihrer Nachbarin, und du kannst nun daraus für deinen Verstand schon ganz gut entnehmen, wie und auf welche Weise das Gesetz und alle die Propheten in den zwei Geboten der Liebe enthalten sind, und wie diese dir von Mir nun kundgegebenen zwei Gebote keine Aufhebung des Gesetzes Mosis und der anderen Propheten zulassen, sondern nur die volle Erfüllung derselben sind. – Verstehst du das nun?“ [GEJ.07_029,01-05]

Der geisterfüllte Meduhed: „Kinder sind gegen ihre Eltern vermöge ihrer ursprünglichen Schwäche und notwendigen Erziehung den unbedingtesten Gehorsam schuldig; und wenn sie zur Erkenntnis des Willens Gottes in sich werden gelangt sein, dann trete an die Stelle des Gehorsams, den ihr dann Gott allein nur schuldig seid, die kindliche Liebe und Achtung gegen die Eltern in hohem Maß.“ [HGt.01_034,08]

10.9. Weitere Bedeutungen des 4.Gebots
Jesus: „Moses sagte: ,Ehre Vater und Mutter, so wirst du lange leben, und es wird dir wohlergehen auf Erden!‘ Damit bezeichnete Moses nicht nur den Zeugevater und die gebärende Mutter, sondern ebensogut auch die Erde und ihre stets neues Leben gebärende Kraft. Dieser soll der Mensch auch nicht den Rücken zukehren, sondern sie tatsächlich in hohen Ehren halten, und er wird jenen Segen dafür erhalten, den Moses verheißen hat leiblich. Die In-Ehren-Haltung des leiblichen Vaters und der Leibesmutter ist gut und nötig, wo die Verhältnisse danach sind und es auch tunlich ist; aber wenn das, was Moses verhieß, ein Gotteswort ist, so muss es auch gleich dem Sonnenlicht eine allgemeinste und durch nichts unterbrechbare Wirkung haben!
Ist aber die Verheißung Mosis nur eine bloß darauf beschränkte, dass nur jene ein langes Leben und Wohlergehen auf Erden zu gewärtigen haben, die ihre Leibeseltern ehren, dann sieht es mit jenen offenbar schlimm aus, die nicht selten dieselben schon in der Wiege verloren haben und dann von ganz fremden Menschen auferzogen worden sind! Wie sollen diese ihre wahren Eltern ehren, die sie nie gekannt haben?!
Viele Kinder werden oft gefunden auf Wegen und Straßen; Rabenmütter haben sie in ihrer Geilheit empfangen und bald nach der Geburt irgendwo ausgesetzt. Solche Findlinge werden von irgendeinem gefühlswarmen und barmherzigen Menschen aufgeklaubt und versorgt; diesen Wohltätern sind sie dann auch alle Liebe und Ehre schuldig. Moses spricht nichts von solchen Aftereltern, sondern nur von wirklich wahren Eltern!
Nun aber kann der wohlerzogene Findling seine wahren Eltern doch unmöglich ehren, weil er sie fürs erste gar nicht kennt, und kennte er sie auch, so hatte er fürs zweite doch wohl vor Gott und allen Menschen wahrlich keine ehrsame Verpflichtung gegen sie, die ihn in der sündigen Geilheit gezeugt und, als er geboren ward, sogleich dem Tod ausgesetzt haben. Weil aber ein solcher Mensch dann nach Moses seine wirklichen Eltern unmöglich lieben und ehren kann, so hätte er dann keinen Anspruch auf die Verheißung Mosis? Oh, diese Sache wäre dann ja ganz hübsch und nähme sich als weisestes Gotteswort gar entsetzlich gut aus!
Weiter gibt es aber auch Eltern, die ihre Kinder zu allem, was nur schlecht genannt werden kann, erziehen. Sie pflanzen ihnen schon in der Wiege einen echt satanischen Hochmut ein und lehren sie gegen jedermann hart und gefühllos sein; solche Tigereltern lehren ihre Kinder schon frühzeitig, keck, lügenhaft und betrügerisch zu sein! Soll Moses wohl auch für solche Kinder, die ihre argen Eltern mit aller Schlechtigkeit und Bosheit ehren, weil solches die Eltern von ihren Kindern wollen, seine gute Verheißung bestimmt haben?
Was sind denn Kinder von Dieben, Räubern und Mördern ihren wirklichen Eltern schuldig? Sie können ihre Eltern nur ganz natürlich dadurch ehren, wenn sie im sehr ausgezeichneten Grad das sind und tun, was ihre Eltern auch sind und allzeit tun, also sieh: durch Diebstahl, Raub und Mord an den fremden Reisenden! – Kann sich die Verheißung Mosis wohl auch auf solche Kinder als wirksam erstrecken?
Der nur einigermaßen klare Weltverstand muss dir da sagen, dass eine so zu verstehende Verheißung samt dem Gebote Mosis eine Schmach ersten Ranges für alle göttliche Weisheit wäre! Wie kann Gott, der höchst Weise, ein Gebot geben, demzufolge auch ein ins Fleisch eingezeugter Engelsgeist dem Elternpaar, das aus der untersten Hölle ins Fleisch trat, Liebe und alle Ehre schuldig wäre?! Du siehst, dass das Gebot Mosis, von diesem wahren Gesichtspunkt betrachtet, der größte und tollste Unsinn wäre!
Es ist also einerseits klar und nun mehr als erwiesen, dass alles, was Moses geredet und bestimmt hat, reines Gotteswort ist und daher ewig keinen Unsinn in sich bergen kann; anderseits aber, wenn man nach der altgewohnten dummen Art das Gesetz Mosis also auslegt und beobachtet, wie es bisher ausgelegt und auch beobachtet wurde, dasselbe vor dem Richterstuhl aller besseren menschlichen Vernunft ein offenbarster Unsinn sein muss!
Woran liegt es dann, dass das Gesetz Mosis, wie es bisher beobachtet ward, ein Unsinn trotz des rein göttlichen Ursprunges sein muss? Es liegt solches in dem gewaltigsten Missverstand dessen, was Moses mit diesem Gebot hauptsächlich angezeigt hatte, das allgemeine Elternpaar der großen Natur Gottes, nämlich die Erde, als der für die Menschengeschlechter geschaffene Weltkörper als Vater, und ihr Schoß, aus dem zahllose Kinder aller Art und Gattung in einem fort ausgeboren werden, als die rechte Mutter! Dieses uralte Elternpaar soll also der Leibesmensch stets ehren und achten, und ihm nie zu verweichlicht den Rücken zeigen, so wird er gesunden Leibes ein langes Leben überkommen und auch ein rechtes Wohlergehen. Von diesem alten Elternpaare kann ein emsiger Mensch auch am meisten alles Gute, Große und Wahre erlernen und sich daraus zuerst jene große Stufenleiter erbauen, auf der der Erzvater Jakob die Engel der Himmel auf- und niederklettern sah. Wer da fleißig  und mit großem Ernst in der Natur forscht, der wird vielen Segen für sich und für seine Brüder zum Wohlergehen ans Tageslicht fördern.“ [GEJ.03_211,09-19]

„Ich sage euch aber, dass eben dieses Gebot, wie beinahe kein anderes, rein geistig ist. Ihr macht nun zwar große Augen; aber darum ist die Sache doch nicht anders. Damit ihr aber solches auf einen Hieb erschaut, so will ich nichts anderes tun, als dieses Gesetz mit etwas umgeänderten Worten sagen, wie es auch hier in diesem Lehrsaal vorgetragen wird, und ihr werdet die Fülle der Wahrheit sogleich erschauen. Wie aber lautet es hier? – Hört!
Kinder! Gehorcht der Ordnung Gottes, welche ausgeht aus Seiner Liebe und Weisheit (d.i. Vater und Mutter), auf dass ihr lange lebt auf Erden unter Wohlergehen. Was ist langes Leben, und was ist dagegen ewiges Leben? Das „lange Leben“ bezeichnet das Leben in der Weisheit; und es wird „lang“ nicht als Dauer, sondern als Ausbreitung und stets größere Mächtigwerdung des Lebens verstanden; denn das Wort oder der Begriff „Leben“ schließt ja schon für sich die ewige Dauer ein. Aber das Wort „lang“ bedeutet durchaus keine Dauer, sondern nur eine Ausbreitung der Lebenskraft, mit welcher das lebende Wesen stets mehr in die Tiefen des göttlichen Lebens gelangt, und eben dadurch sein eigenes Leben stets vollkommener, fester und wirksamer macht.
Dieses hätten wir; aber das „Wohlergehen auf Erden“ – was besagt denn das? Nichts anderes als das Sich-zu-eigen-machen des göttlichen Lebens, denn unter der „Erde“ wird hier das Eigenwesen verstanden, und das Wohlergehen in diesem Wesen ist nichts anderes als das freie Sein in sich selbst nach der völlig sich zu eigen gemachten göttlichen Ordnung.“ [GS.02_077,07-09]

10.10. Krankheit, Leid und Not wegen der Nichtbeachtung des 4.Gebots
Jesus: „Als du noch ledigen Standes warst und deine Eltern noch lebten, da warst du ein recht braves und auch recht gläubig gottesfürchtiges Kind, und Gott und deine Alten hatten eine rechte Freude an dir. Du wurdest reif, und ein recht braver Mann freite um dich und nahm dich zum Weib. Doch als Weib warst du nur zu bald nicht mehr das, was du ehedem als Mädchen warst. Deinen Mann liebtest du nicht, wurdest auch gegen deine Eltern hart und machtest ihnen Vorwürfe, weil sie dich einem Mann zum Weib gaben, den du nicht lieben konntest. Dadurch härmten sich deine schon ohnehin alten und kranken Eltern so sehr ab, dass sie starben. Du warst dann noch schroffer gegen deinen Mann, so dass er dadurch auch zu siechen begann, sich dem Trunk ergab, dadurch auch in Verarmung kam, in eine Krankheit fiel und starb, und du wurdest dadurch eine arme Witwe.
Diese drückende Armut aber ließ Gott darum über dich kommen, weil du fürs erste das Gebot Gottes brachst, das da den Kindern gebietet, dass sie ihre Eltern ehren und lieben, damit sie lange leben und es ihnen wohl gehe auf Erden, und fürs zweite, weil du den dir von den Eltern bescherten braven Mann nicht liebtest und ihm eine bittere Stunde um die andere bereitetest.
Seitdem ist nun schon ein Jahr verflossen, und du hast noch nicht daran gedacht, deine Fehler einzusehen und zu bereuen und Gott um Vergebung derselben zu bitten. Und dennoch sagst du, dass Gott härter und tauber sei denn ein Stein und Sich des Menschen nicht erbarme, wenn dieser auch noch so anhaltend zu Ihm bete. – Nun, was meinst du jetzt über die Unbarmherzigkeit Gottes?“ [GEJ.07_132,14-17]

11. Umsetzung – Beispiele

11.1. Für die Eltern sorgen
(Adam:) „Tut, was ihr [für mich und Eva] tut, nicht zu meiner, sondern allzeit zur Ehre Gottes, und vergesst eures Vaters nicht in seiner großen Not, und gedenkt allzeit wohl der Schwäche eurer Mutter!“ [HGt.01_045,06]

(Adam:) „Und was ihr uns, euren Eltern, tut, Kinder, das tut aus Liebe, damit der von euch dargereichte Bissen nicht hart und bitter, sondern wohl schmecke euren alt und schwach gewordenen Eltern“ [HGt.01_044,11]

Jesus: „Ich kenne wohl dein Leben schon von der Wiege an, aber Ich kenne auch dein Herz, dem viele Arme ihr Leben zu danken haben; und darum bin Ich zu dir gekommen in deiner größten Not. Denn du selbst bist schon ziemlich alt und schwächlich geworden, und dieser dein einziger Sohn sollte deine Hauptstütze werden, wie du dir das auch mit Recht erhofftest; aber er ward krank und starb. Da Ich da wohl ersah deinen Schmerz und deine Not, aber daneben auch die sicher bald eintretende Not der vielen Armen, die infolge deiner eigenen Schwäche und Hilflosigkeit ihre bisherige Versorgung in deinem Hause mehr und mehr verloren hätten, so kam Ich, um nicht nur allein dir, sondern auch den vielen andern Armen und durch allerlei Not Bedrängten wunderbar zu helfen. […] Als Ich solches ausgeredet hatte, da wandte sich der neu belebte Sohn der Witwe an Mich…“ [GEJ.09_036,06+08]

11.2. Dankbarkeit der Kinder, für die Eltern sorgen zu dürfen
(Adam:) „Du, Ahbel-Seth […] bringe mir mein Gericht und meinen Trank […] Und sobald verneigten sich alle vor Adam und gingen in ihre nicht fernen Hütten. Seth aber tat mit der Hilfe seines Weibes seine Pflicht […] Und als somit alles wohl bereitet war, da war auch schon Seth mit seinem Weib, wohlversehen mit Speise und Trank, zugegen und dankte Mir mit dem gerührtesten Herzen für die hohe Gnade, die ihm vor allen seinen älteren Brüdern zuteil geworden war, Speise und Trank reichen zu dürfen seinen Eltern.“ [HGt.01_048,04-05]

(Der Herr:) „Die Kinder aber dankten Mir still in ihren Herzen für die große Gnade, dass Ich sie gewürdigt habe damit, dass sie nun in großer Freude sorgen durften für ihre Eltern. – Seht, das waren Mir recht liebe Kinder, dergleichen es jetzt wenige gibt auf der gänzlich verdorbenen Welt; oh, das waren aber auch Kinder nach Meinem Herzen!
Möchten doch viele solche Kinder sein, oh, dann wäre Ich ihnen kein so verborgener Vater, wie Ich nun leider gar so vielen sein muss, damit sie doch nicht gänzlich zugrunde gehen in ihrer verstockten Blindheit! –“  [HGt.01_045,03]

(Adam:) „Die Eva, eure Mutter, aber wird noch leben einige Zeit; haltet sie in Ehren, und sorgt für sie, bis auch sie der Herr abrufen wird! Dir, Henoch, übergebe ich meine Wohnung und alles, was in ihr ist; und die erste Sorge für die Mutter sei dir anbefohlen! […] – Das alles ist mein und des Herrn Wille! Danach handelt! Amen.“ […] Und der Henoch bezog das Haus Adams und lebte im selben mit seinem Weib und seinen Kindern und sorgte für die Eva, welche noch dreißig Jahre nach dem Tod Adams lebte.“ [HGt.03_115,19-26}

„Und dahin die Kunde [vom Versterben Adams] kam, entstand alsbald tiefe Trauer, und alles wehklagte und weinte ob des Verlustes des Erzvaters. Aber um eben desto mehr gewann nun das Ansehen Evas.“ [HGt.03_116,03]

11.3. Sich untereinander ehren durch Liebe
(Der Herr:) „Wehe dem, der seinem Vater je in etwas in den Weg zu treten sich unterfangen würde! Den will Ich mit zornigen Augen anblicken; denn das Haupt des Vaters ist gleich der Heiligkeit Gottes. Jeder kann erhört werden, wenn er Reue tut im Herzen; aber wer antastet den geringsten Teil Meiner Heiligkeit, den wird das unauslöschbare Feuer derselben ergreifen und verzehren jeden Tropfen der Reuetränen in ihm, und er wird zerstört werden fürder ewiglich!
Und wer aber antastet seine Mutter argen Herzens und ist entgegen ihrer Liebe, den will Ich nicht mehr ansehen in aller seiner Not. Denn die Mutter ist gleich der Liebe in Mir; wer diese verschmäht, der wird hart wandeln auf den heißen Wegen Jehovas.
Desgleichen auch, so ein Bruder wider den andern ist, der wird verlieren Meine Gnade, und Meine Erbarmung wird ihm fern sein; und so jemand missachtet seine Schwester, vor dem soll Mein Herz verschlossen werden. Denn eure Brüder sind auch Brüder Meiner Liebe, und eure Schwestern sind die Augenweide Meiner Liebe.
Daher ehrt den Vater, und liebt die Mutter, und seid einander gegenseitig untertan in aller Liebe, damit ihr fürchten könnt Meinen Namen Jehova, und damit ihr lieben könnt Meine Liebe und euch geleiten lassen könnt von der großen Heiligkeit Meines Geistes am Tag Meiner großen Heiligkeit dreifältig zur Erlangung der Weisheit siebenfältig für die sechs Tage der Liebe, zu handeln gerecht vor Meinen Augen. [HGt.01_017,03-08]

(Der Herr): „Die Ehrung aber durch die Liebe genügt für jegliches Verhältnis unter euch, sei es ein Bruder zum Bruder, oder ein Sohn zum Vater, oder ein Vater zum Sohn, oder das Weib zum Mann, oder der Mann zum Weib, oder die Schwester zur Schwester, oder der Bruder zur Schwester, oder die Schwester zum Bruder, oder die Tochter zur Mutter, oder die Mutter zur Tochter, oder der Sohn zur Mutter, und die Tochter zum Vater, oder die Mutter zum Sohn, und der Vater zur Tochter, – kurz, es genügt in allem die alleinige wahre Liebe, und zwar aus dem Hauptgrund, darum Ich Selbst von euch allen ja nichts mehr verlange denn allein eure Liebe im Geist und aller Wahrheit aus ihr. […]  Also noch einmal für alle Male gesagt: Die Liebe genügt und genüge euch allen!
Du, Mein geliebter Sehel, aber wirst das alleinige Gebot der Liebe auf Steinflächen einzeichnen, damit dann jedweder sehen wird, um was sich alles dreht, und was da der gemeinschaftliche Mittelpunkt aller Dinge ist!“ [HGt.02_063,08-14]


11.4. Familienordnung, Beispiel aus der ‚Natürliche Sonne‘
„Bei einer Familie aber ist der älteste gleichsam ein herrschendes Oberhaupt, leitet alle anderen Glieder seiner Familie und bestimmt eines zu dem und ein anderes wieder zu etwas anderem“. [NS.01_35,22]

„Das Elternpaar ist das Oberhaupt der Familie, der Vater für den männlichen und die Mutter für den weiblichen Teil. Da aber Vater und Mutter hier wahrhaft einen Leib ausmachen, so vereinigen sich diese beiden obersten Pole zu einem Wirkungspunkt. Was demnach der Vater will, das will auch die Mutter. Und so ist im ganzen Haus, sowohl männlicher- als weiblicherseits, eine und dieselbe Verfassung.
Darum ist die Regel: „Achtung auf Achtung“ im ganzen Hause allgemein. Es achtet der Hausvater sein Weib und dieses den Hausvater, und beide werden dadurch eins, weil nur aus solcher Achtung die wahre, reine Liebe hervorgehen kann. – Also achten demnach auch die Brüder ihre Schwestern und die Schwestern ihre Brüder, und also in aufsteigender Linie alle Kinder ihre Eltern, wie auch wieder umgekehrt die Eltern ihre Kinder. Und der jüngere Bruder achtet den älteren und der ältere den jüngeren. Und also ist es auch der Fall bei den Schwestern, und also auch gegenseitig von einer älteren Schwester zu einem jüngeren Bruder und von einem älteren Bruder zur jüngeren Schwester.
Dadurch ist dann alles auf der Grundfeste der gegenseitigen Achtung durch das Band gegenseitiger Liebe verbunden, welche sich in der gegenseitigen, überaus süßen Freundlichkeit ausspricht. – Dadurch aber sind ja auch alle anderen Regeln schon erfüllt. Denn Aug' auf Aug' heißt doch unter solchen liebefreundlichen Verhältnissen sicher: zusammensehen, einstimmigen Herzens sein und mit Händen einander unterstützen, und ferner auch gerne einander die Füße leihen, gerne einander anhören und gerne dahin gehen, wohin einer oder der andere geht.
Manchmal wohnen in einem Haus nicht nur eine, sondern oft drei, vier bis fünf Familien, so dass es gewisserart fünf Paare Eltern gibt, die alle mit mehr oder weniger Kindern bereichert sind. Aber alle diese Familien in einem Haus stehen also zusammen, dass da von irgendeinem Zank wohl nie die Rede ist; im Gegenteil, je mehr Familien oft in einem Haus beisammen wohnen, desto inniger und somit auch gesegneter, geht es da zu.“ [NS.01_63,03-06]

„Kehren wir nun wieder zu unserer Sonne zurück und beschauen da noch ein wenig ein oder das andere Haus, in welchem entweder der Vater oder die Mutter die Löse empfangen hatte.
Denn Kinder sterben in der Sonne durchaus nicht, sondern alldort muss alles in der größten Ordnung die vollkommene Reife erlangen, besonders in diesem [Mittel-]Gürtel. Was geschieht denn mit dem übergebliebenen Teile? – Der übergebliebene Teil übergibt alsbald das ganze Hauswesen dem ältesten Sohn und lebt sodann die noch zur Vollreife des Geistes nötige Zeit in dem Haus als ein Lehrer und Ratgeber in den göttlichen Dingen.“ [NS.01_24,25-26]

11.5. Beispiele, wie Jesus Seine weltlichen Eltern ehrte
Roklus zu Raphael: „Im Städtchen Nazareth, am oberen Jordan gelegen, nicht im Flecken gleichen Namens im Gebirge, lebte ein Zimmermann und hatte mit seinem zweiten Weib einen Sohn gezeugt, den er ,Jesus‘ benamste. Dieser war bis zu seinem dreißigsten Jahre auch ein Zimmermann und stets ein stiller, viel denkender, aber wenig redender Mensch. Er war sonst ein äußerst gesitteter Mann; man hörte ihn nie zanken und sah ihn auch nie huldigen weder irgendeiner reizenden Venus und ebensowenig dem Bacchus.
Eine stete und bescheidenste Nüchternheit war seines Lebens vorherrschender Charakterzug. Daneben war er stets sehr demütig und barmherzig gegen die Armen und verlangte für seine stets ausgezeichnete Zimmermannsarbeit einen nur ganz kleinen Lohn, den er stets höchst gewissenhaft an seine Eltern abführte. Mit dem Tage aber, als er genau dreißig Jahre alt wurde, legte er alles Werkzeug zur Seite und rührte weder Axt noch Säge mehr an. [GEJ.05_054,02-03]  

Sagte der Wirt: „… nach dem Zeugnis Josephs, des frommen Zimmermanns, frömmste, wohlerzogenste und gehorsamste Sohn“ [GEJ.06_078,15]

Chiwar: „Er war überaus wortkarg; man bekam auf zehn Fragen kaum eine, höchst einsilbige Antwort; dagegen war Er aber dennoch stets wohltätig gegen Kinder und Arme. Man habe Ihn öfter beten und auch weinen – aber stets im stillen –, doch nie lachen sehen; lustige, lärmende Gesellschaften floh Er und liebte vor allem die Einsamkeit“. [GEJ.02_090,08]

Der Herr: „nach dem vollendeten zwölften Jahre hat sich all das früher so göttlich Scheinende an ihm [Jesus] derart verloren, dass wir nun davon an ihm keine Spur mehr entdecken können. Er ist sonst sehr fromm, willig und fleißig und tut ohne Murren alles, was wir ihm nach seiner Kraft zu tun geben; aber, wie gesagt, von all dem Wunderbaren ist an ihm nichts mehr zu entdecken.“ [GEJ.07_206,01]

„Hört aber nun eine seltene Begebenheit aus der Zeit nach Meinem zwölften Jahr, in der man von Mir eben nichts Besonderes vernommen hat! Ich habe sonst Meinem Nährvater Joseph als ein Zimmermann stets fleißig und unverdrossen arbeiten helfen, und wo Ich mitarbeitete, da ging die Arbeit auch allzeit gut und ausgezeichnet vonstatten.“ [GEJ.07_205,06-07]

Jesus „nahm zu an Gnade und Weisheit vor Gott und den Menschen und blieb untertänig und gehorsam Seinen Eltern, bis da Er Sein Lehramt antrat.“ [JJ.01_299,01; s.a. GEJ.07_206,01]

Jesus übt sich in Gehorsam: „Die Herrschlust bändigte Er durch die Untertänigkeit und durch den willigsten Gehorsam zu denen, die wie alle Menschen gegen Ihn – o wie – gar nichts waren!“ [JJ.01_300,07]

Jesus: Ich „arbeite gleich einem jeden anderen Jüngling mit allem Fleiß und Eifer, weil das Mein Vater im Himmel also will. Ich kenne Ihn und erkenne auch allzeit Seinen Willen und tue nur das, was Er will. Und siehe, das ist dem Vater im Himmel wohlgefällig!“  [GEJ.07_206,03]

11.6.  Jesus gefällt, wer Vater und Mutter ehrt
„Schreibe nur, Ich weiß ja, wo dich schon wieder der Schuh drückt! – Denn die dir heimlich gefällt, die gefällt auch Mir, da sie ihren Vater hochschätzt und liebt und ihre Mutter achtet im Herzen und ist keuschen Sinnes und betet manchmal recht herzlich zu Mir und liebt Mich auch im geheimen!“ [HiG.02_44.03.11,01]

12. Jesus offenbart sich denen, die Seine Gebote halten
Jesus: „Die Mich lieben und Meine Gebote halten werden zu denen werde Ich Selbst kommen und werde Mich ihnen offenbaren. Und also werden sie alle von neuem von Gott belehrt sein.“ [GEJ.07_054,03]

13. Durch Haltung der Gebote zur Lebensfreiheit
Jesus erklärt, dass das große und neue himmlische Jerusalem nicht erbaut ist „aus den zwölf Stämmen Israels, sondern aus den zwölf Hauptgrundsätzen Meiner Lehre, und diese sind enthalten in den zehn Geboten Mosis und in Meinen neuen zwei Geboten der Liebe; denn diese sind die Tore, durch die künftig die Menschen in die neue, licht- und lebensvolle Stadt Gottes eingehen werden. Nur wer diese Meine Gebote halten wird, der wird auch in diese Stadt eingehen, und es wird ihm Licht und Leben gegeben werden; wer aber die Gebote nicht halten wird, der wird in diese neue Stadt auch nicht gelangen. […] Diese zwölf Gebote sind für den Menschen sonach nicht nur die Eingangstor zum Licht und zum Leben, sondern sie sind auch dessen unzerstörbarer Schutz und Schirm, den die Pforten und Mächte der Hölle oder das materielle Welttum nimmer zerstören und besiegen können. […] in den euch gegebenen zwölf Geboten auch alle Grade der göttlichen Weisheit enthalten sind, und es kann sonach der Mensch nur durch die Haltung der zwölf Gebote zur vollkommenen Weisheit gelangen. Denn in den Geboten ist alle Weisheit aus Gott enthalten, und weil darin alle Weisheit Gottes enthalten ist, so ist darin auch alle göttliche Macht und Kraft enthalten, und das darum, weil in diesen Geboten der allweiseste und allmächtige Wille und durch diesen die höchste Freiheit enthalten ist. Wer sich sonach den Willen Gottes durch die Haltung der Gebote zu eigen gemacht hat, der hat sich auch zu eigen gemacht die göttliche Macht und die göttliche Freiheit und hat den Zustand der wahren Wiedergeburt des Geistes erreicht und ist als ein wahres Kind Gottes so vollkommen wie der Vater im Himmel Selbst. Und Ich sage euch denn nun allen, dass ihr euch eben durch genaue Haltung der Gebote vor allem bestreben sollt, schon hier auf Erden so vollkommen zu werden, wie der Vater im Himmel vollkommen ist, so werdet ihr auch das und noch Größeres zu tun imstande sein als Ich Selbst nun. Und werdet ihr euch in diesem Zustand befinden, dann werdet auch ihr schon zum Voraus Bürger des neuen Jerusalem sein.“ [GEJ.07_054,08-13]




„So ihr Ihn (Gott) mehr lieben werdet denn euch selbst, eure Alten und eure  
             Kinder und alles, was die Erde trägt und gibt, da erst werdet ihr in euch er-
             kennen, was das heißt: Frei sein in der Liebe zu Gott!“

                                                                             HGt.01_090,06










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