Jakob Lorber Ehre Gott, den Eltern, Anderen gegenüber - Der Prophet Jakob Lorber und seine Verkündungen ... Jakob Lorber

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Jakob Lorber Ehre Gott, den Eltern, Anderen gegenüber

Bibel und NO

Inhaltsverzeichnis
1. Gott ehren
2. Gegenseitige Ehrung
3. Wie Gott den Menschen ehrt
4. Unterschied zwischen Weltenehre und Ehre aus Liebe
5. Das vierte Gebot
5.1. Aus wahrer Liebe zu den Eltern zur Erkenntnis
5.2. Warum nur die Liebe der Kinder zu ihren Eltern geboten ist
5.3. Für die Eltern sorgen
5.4. Dankbarkeit der Kinder, für die Eltern sorgen zu dürfen
5.5. Krankheit, Leid und Not wegen der Nichtbeachtung des 4.Gebots
5.6. Ehre innerhalb aller Familienmitglieder
5.7. Grundsätzliches zur gegenseitigen Ehrung
5.8. Ehrabschneidung – eine Sünde vor Gott
6. Familienordnung, Beispiel aus der ‚Natürliche Sonne‘


1. Gott ehren
(Jesus:) „Die wahre und vor Gott gültige Verehrung aber besteht darin: erstens, dass man allein nur an Einen wahren Gott, der Himmel und Erde und alles, was da ist, erschaffen hat, ungezweifelt fest glaubt, zweitens diesen einen durch den Glauben erkannten Gott über alles liebt und nach Seinem Willen lebt und handelt, und drittens, dass man auch seinen Nebenmenschen also liebt wie sich selbst. Siehe, in diesen drei Stücken liegt die wahre Gottesverehrung; alles andere aber ist eitel und hat vor Gott nicht den allergeringsten Wert! Nur was die Liebe tut, das ist getan und ist ein wahres Etwas vor Gott“. [GEJ.07_213,06-08]

(Jesus:) „Wie die Lüge eine größte Verunehrung Gottes ist, so ist die reine und lebendige Wahrheit auch eine allzeitige und höchste Verehrung und wahrste Anbetung Gottes. – Verstehest du nun das?“ [GEJ.09_086,06]

(Jesus:) „Die wahre Anbetung im Geist und in der Wahrheit besteht aber darin, dass Mich die Menschen als ihren Gott und Vater erkennen, dann als solchen über alles lieben und die Gebote der Liebe auch gegen ihre Brüder halten.“ [Er.01_065,07]

2. Gegenseitige Ehrung
(Der Herr:) „…wie viel weniger sollt ihr erst gegenseitig euch so ehren, als wäre da ein Bruder dem andern ein Gott! Ich will aber damit gar nicht sagen, als sollt ihr euch darum gegenseitig gar nicht ehren, sondern Ich sage nur, dass ihr nicht den Würmern gleich voreinander kriechen sollt. So ihr euch aber schon ehrt, da ehrt euch allein durch die Liebe, und dass sich keiner erhebe über den andern, sondern ein jeder sei dem andern ein wahrer Bruder in Meiner Liebe! Solche Ehrung ist eine gerechte Ehrung, – diese seid ihr euch gegenseitig schuldig; was aber darüber ist, das ist auch wider Meine Ordnung, und ihr sollet es darum unterlassen!“ [HGt.02_063,06-09]

(Kisehel zu Lamech und Thubalkain:) „Ehre, Hochachtung, Demut, Lob, Preis, Dank, Liebe und Anbetung gebührt von uns aus nur Gott allein; wir gegenseitig aber sind lauter Brüder und sollen uns darum gegenseitig nicht mehr und nicht weniger lieben, als ein jeder sich selbst liebt. Denn darin liegt der alles ordnende und alles ausgleichende Waagebalken, dass wir uns gegenseitig gerade also verhalten und begegnen, wie sich ein jeder zu sich verhält und sich selbst begegnet.“ [HGt.02_201,11]

Henoch zu Thubalkain: „Beuge allein vor Gott dein Herz, liebe Ihn über alles, mich, deinen Bruder, aber also wie dich selbst, so hast du alles getan, was da ist ehrlich und billig vor Gott und aller Welt!“ [HGt.02_ 222,13]

3. Wie Gott den Menschen ehrt
(Jesus:) "Mein lieber Dismas! Da du dich nun so ganz Meiner Ordnung gemäß in deinem Herzen umgewandelt und dich endlich einmal vor Mir vollkommen gedemütigt hast, und zwar vor allen denen, die noch kurz vorher ein Dorn in den Augen deines irdischen, mit herüber gebrachten Hochmuts waren, so sollst du durch eben diese deine eigene Selbstdemütigung auch zu großen und wahren Ehren gelangen! Aber da bei Mir jede Ehre rein nur von einer edlen, guten Tat abhängt, so wirst auch du nun eine gute und ersprießliche Tat aus- und durchzuführen bekommen. Von dem Gelingen wird sehr viel abhängen; aber es wird dir nicht aus Rechnung gelegt werden, ob es dir gelingt oder nicht. Denn bei Mir gilt bloß der gute Wille, eine redliche, auf der Liebe beruhende Absicht und endlich eine zu dem Behuf nach reifem und bestem Ermessen eingeleitete Tat!“ [RB.01_103,07]

(Der Herr:) „Also wird auch der Vater von Ewigkeit geehrt in Seinen rechten Kindern; denn die rechten Kinder behalten das nicht für sich, was allein dem Vater gebührt. Und der Vater aber setzt Seine größte Ehre in Seine Kinder; denn nur in den Kindern und durch die Kinder wird der Vater geehrt.“ [HGt.03_165,09]

4. Unterschied zwischen Weltenehre und Ehre aus Liebe
„Ihr habt nie weder seine Stimme gehört noch seine Gestalt gesehen, und sein Wort habt ihr nicht in euch wohnend; denn ihr glaubt dem nicht, den er gesandt hat. Ihr sucht in der Schrift; denn ihr meint, ihr habt das ewige Leben darin; und sie ist's, die von mir zeugt; ihr wollt nicht zu mir kommen, dass ihr das Leben haben möchtet. Ich nehme nicht Ehre von Menschen; aber ich kenne euch, dass ihr nicht Gottes Liebe in euch habt. Ich bin gekommen in meines Vaters Namen, und ihr nehmt mich nicht an. So ein anderer wird in seinem eigenen Namen kommen, den werdet ihr annehmen. Wie könnt ihr glauben, die ihr Ehre voneinander nehmt? Und die Ehre, die von Gott allein ist, sucht ihr nicht.“ [Johannes 5, 37ff]

(Jesus:)Dieser Text gibt in kurzen Worten kund, welchen Bund Ich mit den Menschen habe, nämlich keinen Bund der Ehre. Denn die Menschen, wie sie sind, sind Mir wirklich keine Ehre. Dazu habe Ich die Menschen auch nicht erschaffen, dass sie Mich ehren sollen. Einen Bund aber habe Ich mit den Menschen, und dieser heißt Liebe und besagt etwas ganz anderes als die Ehrung.
Wer sind die, die sich ehren lassen? Das sind die Fürsten und Großen der Welt. Warum lassen sie sich ehren? Weil sie mehr sein möchten als Menschen, obschon ihnen ihr Bewusstsein sagt, dass sie nicht mehr als Menschen sind. Was ist die Ehre, die man jemandem erzeigt? Sie ist nichts anderes als urgründlich die Furcht vor dem Stärkeren und Mächtigeren. Denn der Schwächere fürchtet die Schläge des Mächtigeren und dessen Unbarmherzigkeit; darum kriecht er vor ihm und ehrt ihn und betet ihn förmlich an, damit der Mächtigere, durch solche Schmeichelei bestochen, ihm die Schläge erlassen möchte. Je ehrfurchtsvoller aber der Schwächere gegen den Stärkeren wird, desto ehrsüchtiger und grausamer wird auch der Stärkere. Frage hier: Ist solche Ehrung eine Frucht edlen oder bösen Samens? Ich meine: Wie die Frucht, so wird auch der Same sein!
Meint ihr aber demnach, dass Ich das von den Menschen nehmen sollte, was vor Mir ein Greuel und der scheußlichste Ekelgeruch ist? Aus welchem Grund sollte Ich Mich von den Menschen ehren lassen? Etwa weil Ich Gott, und die Menschen Meine Geschöpfe sind? Weil Ich allmächtig und alle Menschen gegen Mich gar nichts sind? Was würde Ich wohl haben von solch einer Ehre? Werde Ich dadurch etwa mehr Gott, und wird dadurch Meine Allmacht größer?
Bei den Menschen ist dieser Akt noch verzeihlicher; denn so viel Schwächere einen Stärkeren hoch ehren, so gewinnt er dadurch an Macht und Ansehen. Wo sieht aber für Mich ein Gewinn heraus, so Mich die Menschen wie andere Große auf der Erde ehren? Ich meine, diesen Gewinn dürfte wohl ein allerscharfsichtigster Cherub mit dem allerbesten Mikroskop, das ein Atom bis zu einer Hauptzentralsonne vergrößern möchte, nicht entdecken; denn Ich bin Gott, allmächtig von Ewigkeit.
Könnte Ich durch die Ehrungen der Menschen wohl noch mehr werden? – Ich meine kaum; daher habe Ich auch nirgends ein Gesetz erlassen: „Du sollst Gott, deinen Herrn, ehren über alles!“, sondern nur lieben über alles. Darum heißt es denn auch im vorliegenden Vers, dass Ich nicht die Ehre bei den Menschen suche; denn da ist schon in Mir Einer, der Mich wahrhaft ehrt von Ewigkeit. [s.a. GEJ.06_039,10] Welche Freude Ich aber danach an den „Ad maiorem Dei gloriam“-Taten habe, oder wie man bei euch auf der Welt zu sagen pflegt: „Alles zur Ehre Gottes!“, könnt ihr aus diesem Verslein leicht ersehen; denn wer Mich nicht ehrt in seinem Herzen wie eine vor Liebe brennende Braut ihren Bräutigam, des Ehre ist vor Mir ein Greuel!
Was habe Ich von dem tausendfachen „Herr, wir ehren Dich!“, wobei aber die Herzen voll Dreck sind? – Auf eine solche Ehre soll von der ganzen Hölle aus geschmissen werden!
Denn alle, die Mich ehren auf solche zeremonielle Weise, sind die „Herr-Herr!“-Rufer, und sie mögen Mir tausend Litaneien vorsumsen und sagen: „Herr, wir ehren Dich und preisen Deine Stärke!“, „Herr, wir bitten Dich, erhöre uns!“ und „Herr, erbarme Dich unser!“ und mögen tausendmal hinzusagen „Ehre sei Gott dem Vater!“ usw.
Ich aber werde ein solches Gewäsch dennoch nie erhören und werde allzeit zu den „Herr-Herr!“-Sagenden sprechen: „Weicht von Mir; denn Ich habe euch noch nie erkannt! Ihr habt der Ehrgebete und Litaneien in großer Menge gehabt; warum aber habt ihr nicht auch eine Litanei erfunden, in der es lebendigermaßen heißen möchte – nicht: „Herr, wir ehren Dich!“, sondern: „Lieber heiliger Vater, wir lieben Dich!“?
Man wird hier freilich einwenden und sagen: „Die Ehre Gottes muss sein! Denn sie ist eine edle Frucht der wahren Gottesfurcht; denn wer Gott nicht fürchtet, der ist aller bösen Taten fähig.“
Ich aber sage: Wennschon Gottesfurcht besser ist, als böse Taten üben, so wird aber dennoch aus einer solchen Gottesfurcht für niemanden ein ewiges Leben erwachsen, weil ein furchtsames Gemüt schon ein gerichtetes ist. Denn wer das Schlechte nur aus Furcht vor Mir unterlässt, der wird eine harte Probe zu bestehen haben; denn in der Furcht vor Mir ist keines Menschen Geist einer Beseligung fähig, und es wird ihm zuvor die Furcht benommen werden, und es wird sich dann zeigen, was er ohne Furcht vor Mir tun wird.
Also sind wohl auf der Erde auch viele Sträflinge in den Kerkern durch die Furcht vor der Strafe in der gesetzlichen Ordnung erhalten; werden sie aber nach der Strafzeit auf freien Fuß gestellt, so sind sie zehnmal ärger denn früher.
Alle Höllengeister leben und bestehen in der größten Furcht vor Mir; Mich nur von fern zu erschauen oder Meinen Namen zu vernehmen, ist für sie das Schrecklichste! Welcher Tor aber wird da behaupten, dass die Höllengeister darum gut seien, weil sie eine so große Furcht vor Mir haben?
Ich setze aber ein Beispiel: Es gäbe irgend auf der Erde einen so überaus guten Menschen, der zwar überaus wohlhabend wäre, dabei aber die größte Liebe, Sanftmut und Zuvorkommenheit selbst, und jeder Mensch, der zu ihm käme – welchen Standes er auch sein möchte, welcher Nation, ob Freund oder Feind –, würde von ihm allzeit auf das liebreichste aufgenommen werden. Frage: Welcher Mensch müsste da wohl ein so großer Tor sein und möchte so einen Menschen fürchten ärger denn einen Scharfrichter?
Welcher Mensch aber ist wohl besser, liebreicher und sanftmütiger als Ich? Und dennoch will man sich lieber fürchten vor Mir, als Mich lieben mit der größten Zutraulichkeit!
Dennoch aber sage Ich: Die Mich fürchten und ehren, die scheinen das aus gutem Grund zu tun; denn sie wissen, dass ihr Herz aller Liebe ledig ist. Darum wollen sie das durch die Furcht bei Mir ersetzen. Aber es geht ihnen dabei wie einer Braut, die ihrem allergetreuesten Bräutigam untreu geworden ist und ward zu einer Hure. Warum ward sie das? Weil sie die Liebe in ihrem Herzen zu ihrem Bräutigam vergab. So aber der Bräutigam kommen wird, wird er die mit bebender Furcht erfüllte Braut auch also ansehen und annehmen, als so sie ihm flammenden Herzens wäre entgegengekommen? Wird er nicht etwa zu ihr sagen: „Wie siehst du aus? Also habe ich dich nie gesehen! Warum bebst du vor mir, der dich über alles liebte? Wahrlich, in diesem Zustand mag ich dich nicht erkennen! Was habe ich dir je getan, dass du mich fürchtest? Wie hat solche Furcht deine ehemalige Liebe verdrängen können? Wie soll ich dich nun glücklich machen, ich, den du nicht liebst, sondern fürchtest?! – Also muss ich weichen von dir aus Liebe zu dir, auf dass die Furcht vor mir in deinem Herzen dich nicht länger quäle!“
Seht, in diesem Beispiel liegt das „Ich kenne euch nicht, ihr ‚Herr-Herr!‘-Sager!“ klar und deutlich erklärt, und darum will Ich nicht die Ehre der Menschen als die Frucht der Furcht, sondern die getreue kindliche Liebe will Ich!
Danach trachtet ihr in eurem Herzen, so werde Ich Mich euch nahen können, aber nicht in eurer Ehrung und Furcht! Seid liebfreie, aber nicht durch Furcht gerichtete Täter Meines Worts; darin werdet ihr das ewige Leben finden und Mich, euren Vater! Amen. [Schrifttexterklärungen, Kap. 27]

5. Das vierte Gebot
„Das vierte Gebot, wie ihr es auf der Erde habt, lautet: „Ehre Vater und Mutter, auf dass du lange lebst und es dir wohlgehe auf Erden“. – Dieses Gebot ist so gut göttlichen Ursprungs wie die ersten drei. Was gebietet es aber und was verheißt es? Nichts anderes als den Gehorsam der Kinder gegen ihre Eltern.“ [GS.02_077,01]

„Der vierte Träger heißt: Zolle allzeit Gehorsam, Liebe und Achtung denen, die dich durch die Kraft Gottes in ihnen gezeugt haben, so wirst du dadurch dir das Wohlgefallen Gottes erringen; und dieses wird sein ein mächtiger Grund aller Wohlfahrt deines Lebens!“ [GS.02_048,12]

5.1. Aus wahrer Liebe zu den Eltern zur Erkenntnis
Aus der ursprünglichen wahren Liebe zu den Eltern wird der Mensch zur Erkenntnis Gottes, seiner selbst und zur rechten Erkenntnis auch seiner Nebenmenschen geleitet

(Der Herr:) „Siehe, im vierten Gebot ist den Kindern die Liebe gegen ihre Eltern geboten! Die Eltern sind auf der Erde wohl die ersten Nächsten ihrer Kinder und lieben sie überaus. Sie sind ihre Ernährer, Beschützer und Erzieher und verdienen darum auch sicher alle Liebe und Ehre von den Kindern.
Wenn denn ein gut erzogenes Kind seine Eltern liebt und ehrt, so wird es auch bemüht sein, alles das zu tun, was den Eltern eine rechte Freude macht. Und so ein Kind wird sich darum auch ein langes und gesundes Leben und ein bestes Wohlergehen auf Erden bereiten; ein Kind, das seine Eltern liebt und ehrt, das wird auch seine Geschwister lieben und ehren und stets bereit sein, ihnen alles Gute zu tun.
Ein Kind oder ein Mensch aber, der seine Eltern und seine Geschwister wahrhaft liebt und ehrt, der wird auch die anderen Menschen darum lieben, weil er weiß und erkennt, dass sie alle Kinder ein und desselben Vaters im Himmel sind. Aus der ursprünglichen wahren Liebe zu den Eltern wird der Mensch zur Erkenntnis Gottes, seiner selbst und zur rechten Erkenntnis auch seiner Nebenmenschen geleitet und sieht dann bald und leicht ein, warum Gott die Menschen erschaffen hat, und was sie alle werden sollen. Dadurch gelangt er dann stets mehr und mehr zur Liebe zu Gott und durch diese zur Vollendung seines inneren, wahren, geistigen Lebens.
Wer aber also seine Eltern, Geschwister und auch die anderen Nebenmenschen liebt und ehrt und darum auch Gott über alles liebt und ehrt, – wird der wohl je gegen jemanden eine Sünde begehen können? Ich sage es dir: Nein, denn er wird niemanden beneiden, niemanden hassen und fluchen, niemanden töten, weder leiblich, noch durch ein Ärgernis seelisch. Er wird sich keusch und wohlgesittet gegen jedermann benehmen, wird jedem gerne das Seinige lassen, wird niemand belügen und betrügen, und ist er auf dem ordentlichen Weg der Mann eines Weibes geworden, oder die züchtige Jungfrau das Weib eines Mannes, so wird er kein Verlangen tragen nach dem Weib seines Nächsten und sein Weib nicht nach dem Mann ihrer Nachbarin, und du kannst nun daraus für deinen Verstand schon ganz gut entnehmen, wie und auf welche Weise das Gesetz und alle die Propheten in den zwei Geboten der Liebe enthalten sind, und wie diese dir von Mir nun kundgegebenen zwei Gebote keine Aufhebung des Gesetzes Mosis und der anderen Propheten zulassen, sondern nur die volle Erfüllung derselben sind. – Verstehst du das nun?“ [GEJ.07_029,01-04]

5.2. Warum nur die Liebe der Kinder zu ihren Eltern geboten ist
(Der Herr:) „Moses [sah] durch Meinen Geist nur zu klar ein, dass es eben nicht nötig ist, den Eltern noch eigens die Liebe zu ihren Kindern zu gebieten, weil solche den Eltern ohnehin im Vollmaß schon von Mir aus gewisserart instinktmäßig eingepflanzt worden ist, was aber eben bei den Kindern, die erst in die Schule dieses irdischen Lebens gekommen sind, nicht so sehr der Fall sein kann, weil diese erst für die rechte und wahre Liebe erzogen werden müssen.
Darum kommt ja eben auf dieser Erde ein jeder Mensch so schwach und ganz ohne Erkenntnis und Liebe ins Weltleben, dass er sich dann in aller wie immer gearteten Zwanglosigkeit, als wäre er von Gott ganz verlassen, durch äußere Lehre, durch Gesetze und durch seinen freiwilligen Gehorsam zu einem freien und ganz selbständigen Menschen bilde.
Und sieh, darum müssen denn auch nur besonders den Kindern zumeist Lehren und Gesetze gegeben werden und nicht so sehr den Eltern, die einst auch Kinder waren und durch die Lehren und Gesetze, für Kinder gegeben, erst zu freien und selbständigen Menschen geworden sind!
Was aber insbesondere die Pflichten der Eltern gegen ihre Kinder betrifft, so haben Moses und die Propheten schon in den staatlichen Gesetzen dafür gesorgt, die du freilich noch nicht gelesen hast. Aber es ist da rechtzeitig schon für alles gesorgt, und es können sich zwei nicht wohl ehelichen, wenn sie dem Priester nicht zuvor dartun, dass sie in den zur Ehe nötigen staatlichen Gesetzen wohlbewandert sind.“  [GEJ.07_030,06-09]

5.3. Für die Eltern sorgen
(Adam:) „Tut, was ihr [für mich und Eva] tut, nicht zu meiner, sondern allzeit zur Ehre Gottes, und vergesst eures Vaters nicht in seiner großen Not, und gedenkt allzeit wohl der Schwäche eurer Mutter!“ (HGt.01_045,06)

(Adam:) „Und was ihr uns, euren Eltern, tut, Kinder, das tut aus Liebe, damit der von euch dargereichte Bissen nicht hart und bitter, sondern wohl schmecke euren alt und schwach gewordenen Eltern“ (HGt.01_044,11)

5.4. Dankbarkeit der Kinder, für die Eltern sorgen zu dürfen
(Adam:) „Du, Ahbel-Seth […] bringe mir mein Gericht und meinen Trank […] Und sobald verneigten sich alle vor Adam und gingen in ihre nicht fernen Hütten. Seth aber tat mit der Hilfe seines Weibes seine Pflicht […] Und als somit alles wohl bereitet war, da war auch schon Seth mit seinem Weib, wohlversehen mit Speise und Trank, zugegen und dankte Mir mit dem gerührtesten Herzen für die hohe Gnade, die ihm vor allen seinen älteren Brüdern zuteil geworden war, Speise und Trank reichen zu dürfen seinen Eltern.“ (HGt.01_048,04-05)

(Der Herr:) „Die Kinder aber dankten Mir still in ihren Herzen für die große Gnade, dass Ich sie gewürdigt habe damit, dass sie nun in großer Freude sorgen durften für ihre Eltern. – Seht, das waren Mir recht liebe Kinder, dergleichen es jetzt wenige gibt auf der gänzlich verdorbenen Welt; oh, das waren aber auch Kinder nach Meinem Herzen!
Möchten doch viele solche Kinder sein, oh, dann wäre Ich ihnen kein so verborgener Vater, wie Ich nun leider gar so vielen sein muss, damit sie doch nicht gänzlich zugrunde gehen in ihrer verstockten Blindheit! –“  (HGt.01_045,03)

(Adam:) „Die Eva, eure Mutter, aber wird noch leben einige Zeit; haltet sie in Ehren, und sorgt für sie, bis auch sie der Herr abrufen wird! Dir, Henoch, übergebe ich meine Wohnung und alles, was in ihr ist; und die erste Sorge für die Mutter sei dir anbefohlen! […] – Das alles ist mein und des Herrn Wille! Danach handelt! Amen.“ […] Und der Henoch bezog das Haus Adams und lebte im selben mit seinem Weib und seinen Kindern und sorgte für die Eva, welche noch dreißig Jahre nach dem Tod Adams lebte.“ (HGt.03_115,19-26)

„Und dahin die Kunde [vom Versterben Adams] kam, entstand alsbald tiefe Trauer, und alles wehklagte und weinte ob des Verlustes des Erzvaters. Aber um eben desto mehr gewann nun das Ansehen Evas.“ (HGt.03_116,03)

5.5. Krankheit, Leid und Not wegen der Nichtbeachtung des 4.Gebots
„Diese drückende Armut aber ließ Gott darum über dich kommen, weil du fürs erste das Gebot Gottes brachst, das da den Kindern gebietet, dass sie ihre Eltern ehren und lieben, damit sie lange leben und es ihnen wohl gehe auf Erden, und fürs zweite, weil du den dir von den Eltern bescherten braven Mann nicht liebtest und ihm eine bittere Stunde um die andere bereitetest. Seitdem ist nun schon ein Jahr verflossen, und du hast noch nicht daran gedacht, deine Fehler einzusehen und zu bereuen und Gott um Vergebung derselben zu bitten. Und dennoch sagst du, dass Gott härter und tauber sei denn ein Stein und Sich des Menschen nicht erbarme, wenn dieser auch noch so anhaltend zu Ihm bete. – Nun, was meinst du jetzt über die Unbarmherzigkeit Gottes?“ [GEJ.07_132,16-17]

5.6. Ehre innerhalb aller Familienmitglieder
(Der Herr:) „Der Adam aber soll sein Haupt nimmer bedecken die ganze Zeit seines Seins zum Zeichen, dass er der Vater ist eures Fleisches, und dass ihr ihn allzeit erkennen sollt an seinem Haupt und ihm Ehrerbietigkeit und Liebe bezeigen sollt allenthalben.
Wehe dem, der seinem Vater je in etwas in den Weg zu treten sich unterfangen würde! Den will Ich mit zornigen Augen anblicken; denn das Haupt des Vaters ist gleich der Heiligkeit Gottes. Jeder kann erhört werden, wenn er Reue tut im Herzen; aber wer antastet den geringsten Teil Meiner Heiligkeit, den wird das unauslöschbare Feuer derselben ergreifen und verzehren jeden Tropfen der Reuetränen in ihm, und er wird zerstört werden fürder ewiglich!
Und wer aber antastet seine Mutter argen Herzens und ist entgegen ihrer Liebe, den will Ich nicht mehr ansehen in aller seiner Not. Denn die Mutter ist gleich der Liebe in Mir; wer diese verschmäht, der wird hart wandeln auf den heißen Wegen Jehovas.
Desgleichen auch, so ein Bruder wider den andern ist, der wird verlieren Meine Gnade, und Meine Erbarmung wird ihm fern sein; und so jemand missachtet seine Schwester, vor dem soll Mein Herz verschlossen werden. Denn eure Brüder sind auch Brüder Meiner Liebe, und eure Schwestern sind die Augenweide Meiner Liebe.
Daher ehrt den Vater, und liebt die Mutter, und seid einander gegenseitig untertan in aller Liebe, damit ihr fürchten könnt Meinen Namen Jehova, und damit ihr lieben könnt Meine Liebe und euch geleiten lassen könnt von der großen Heiligkeit Meines Geistes am Tag Meiner großen Heiligkeit dreifältig zur Erlangung der Weisheit siebenfältig für die sechs Tage der Liebe, zu handeln gerecht vor Meinen Augen. [HGt.01_017,03-08]

5.7. Grundsätzliches zur gegenseitigen Ehrung
(Der Herr): „Die Ehrung aber durch die Liebe genügt für jegliches Verhältnis unter euch, sei es ein Bruder zum Bruder, oder ein Sohn zum Vater, oder ein Vater zum Sohne, oder das Weib zum Mann, oder der Mann zum Weib, oder die Schwester zur Schwester, oder der Bruder zur Schwester, oder die Schwester zum Bruder, oder die Tochter zur Mutter, oder die Mutter zur Tochter, oder der Sohn zur Mutter, und die Tochter zum Vater, oder die Mutter zum Sohn, und der Vater zur Tochter, – kurz, es genügt in allem die alleinige wahre Liebe, und zwar aus dem Hauptgrund, darum Ich Selbst von euch allen ja nichts mehr verlange denn allein eure Liebe im Geist und aller Wahrheit aus ihr. […]  Also noch einmal für alle Male gesagt: Die Liebe genügt und genüge euch allen!
Du, Mein geliebter Sehel, aber wirst das alleinige Gebot der Liebe auf Steinflächen einzeichnen, damit dann jedweder sehen wird, um was sich alles dreht, und was da der gemeinschaftliche Mittelpunkt aller Dinge ist!“ (HGt.02_063,08-14)

5.8. Ehrabschneidung – eine Sünde vor Gott
(Adam:) „Siehe, lieber Henoch, mir steht es zu, wie jedem von euch, die eigenen Fehler vor aller Augen zu bekennen und sich so zu demütigen vor Gott und der Erde; aber wehe dem, der möchte verkleinern den Namen seines Bruders und ihm nehmen die Ehre, die ihm Gott Selbst gegeben hat! Es ist aber demnach solche Ehre eines jeglichen Eigentum von Gott aus, und es hat niemand das Recht, ein so geheiligtes Eigentum des andern anzugreifen mit seiner Zunge oder mit seiner Hand; aber jeder hat das Recht, sich zu demütigen vor Gott und vor der Erde, das ist, vor seinen erwachsenen Brüdern, – nur nicht vor der Unmündigkeit, damit diese nicht hochmütig und anderartig geärgert werde.“ (HGt.01_045,10)

(Jesus:) „Ihr Menschen aber sollt euch in aller Liebe achten, und es soll einer dem andern gute Dienste erweisen; denn ihr alle habt an Mir einen Vater und seid somit gleich vor Mir! Ihr sollt euch untereinander nicht ärgern und lästern und einer soll dem andern durch bösen Leumund nicht die Ehre abschneiden; denn wer das tut, der tötet die Seele seines Nebenmenschen!“ [GEJ.07_031,14]

6. Familienordnung, Beispiel aus der ‚Natürliche Sonne‘
„Bei einer Familie aber ist der älteste gleichsam ein herrschendes Oberhaupt, leitet alle anderen Glieder seiner Familie und bestimmt eines zu dem und ein anderes wieder zu etwas anderem“. (NS.01_035,22)

„Das Elternpaar ist das Oberhaupt der Familie, der Vater für den männlichen und die Mutter für den weiblichen Teil. Da aber Vater und Mutter hier wahrhaft einen Leib ausmachen, so vereinigen sich diese beiden obersten Pole zu einem Wirkungspunkt. Was demnach der Vater will, das will auch die Mutter. Und so ist im ganzen Haus, sowohl männlicher- als weiblicherseits, eine und dieselbe Verfassung.
Darum ist die Regel: „Achtung auf Achtung“ im ganzen Hause allgemein. Es achtet der Hausvater sein Weib und dieses den Hausvater, und beide werden dadurch eins, weil nur aus solcher Achtung die wahre, reine Liebe hervorgehen kann. – Also achten demnach auch die Brüder ihre Schwestern und die Schwestern ihre Brüder, und also in aufsteigender Linie alle Kinder ihre Eltern, wie auch wieder umgekehrt die Eltern ihre Kinder. Und der jüngere Bruder achtet den älteren und der ältere den jüngeren. Und also ist es auch der Fall bei den Schwestern, und also auch gegenseitig von einer älteren Schwester zu einem jüngeren Bruder und von einem älteren Bruder zur jüngeren Schwester.
Dadurch ist dann alles auf der Grundfeste der gegenseitigen Achtung durch das Band gegenseitiger Liebe verbunden, welche sich in der gegenseitigen, überaus süßen Freundlichkeit ausspricht. – Dadurch aber sind ja auch alle anderen Regeln schon erfüllt. Denn Aug' auf Aug' heißt doch unter solchen liebefreundlichen Verhältnissen sicher: zusammensehen, einstimmigen Herzens sein und mit Händen einander unterstützen, und ferner auch gerne einander die Füße leihen, gerne einander anhören und gerne dahin gehen, wohin einer oder der andere geht.
Manchmal wohnen in einem Haus nicht nur eine, sondern oft drei, vier bis fünf Familien, so dass es gewisserart fünf Paare Eltern gibt, die alle mit mehr oder weniger Kindern bereichert sind. Aber alle diese Familien in einem Haus stehen also zusammen, dass da von irgendeinem Zank wohl nie die Rede ist; im Gegenteil, je mehr Familien oft in einem Haus beisammen wohnen, desto inniger und somit auch gesegneter, geht es da zu.“ (NS.01_063,03-06)


„So ihr Ihn (Gott) mehr lieben werdet denn euch selbst, eure Alten und eure Kinder und alles, was die Erde trägt und gibt, da erst werdet ihr in euch erkennen, was das heißt: Frei sein in der Liebe zu Gott!“ (HGt.01_090,06)





Juni 2017




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