Jakob Lorber - Die Familie nach Jesus Ordnung - Der Prophet Jakob Lorber und seine Verkündungen ... Jakob Lorber

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Jakob Lorber - Die Familie nach Jesus Ordnung

Themen I > Ehe und Familie > Familie


Jesus, das Haupt des Mannes
„Ihr sollt aber wissen: Jeglichen Mannes Haupt ist Christus; das Haupt des Weibes ist der Mann; das Haupt Christi ist Gott.“ [HiG.02_47.12.21; 1.Kor.11,3]

Der Mann das Haupt seiner Frau
Jesus: „Das aber ist der kurze Rat: Für alles, was Ich dir anzeigen werde, sollst du dich ernstliebend auf das Zeugnis der Schrift berufen und deinem Weib zeigen, durch Wort und Tat, dass du das Haupt bist und sie nur der Leib, dass sie dir gehorchen müsse nach Meinem Willen, wie die Sarah dem Abraham und die Maria ihrem lieben Joseph – aus welchem Grund Ich auch allzeit Meine Befehle dem Joseph, nie aber der Maria, die Mich doch im Leib getragen hat, gegeben habe, damit Meine Ordnung, aus welcher heraus alle Dinge gemacht worden sind, auch nicht im allergeringsten verkehrt würde.“ [HiG.01_40.07.06,04]

„Gott gab nur darum dem (hebräischen) Wortlaut nach das Grundgesetz wie allein dem Mann, wie er dem Haupt des Menschen die Hauptsinne gab und durch sie den Verstand im Gehirn. Wie aber Gott vorerst nur zum Verstand des Menschen redet, so redet Er auch zum Mann, der fortan das Haupt des Weibes ist wie das Weib gewisserart des Mannes Leib. Wenn nun eines Menschen Haupt erleuchtet und sehr verständig ist, wird da nicht auch im gleichen Maß mit verständig sein der ganze Leib? Wenn des Menschen Verstand wohl erleuchtet ist, so wird auch bald wohl erleuchtet werden des Menschen Herz, das sich der Ordnung des Verstandes gern fügen wird. Das Weib aber entspricht auch dem Herzen des Mannes; und wenn also der Mann als das Haupt wohl erleuchtet ist, so wird auch das Weib als sein Herz ebenso wohl erleuchtet werden und sein. Es steht aber ja schon von alters her geschrieben, dass Mann und Weib seien ein Leib. Was sonach zum Mann gesagt ist, das ist auch gesagt zum Weib.“ [GEJ.07_032,09-11]

„Ich mache euch bei dieser Gelegenheit nur auf einen Ausspruch des Herrn Selbst aufmerksam, in dem Er Sich über die Liebe des Mannes zum Weib so äußert, da Er spricht: „Also wird ein Sohn seinen Vater und seine Mutter verlassen und seinem Weib anhangen“. Was will der Herr dadurch anzeigen? Nichts anderes als: des Menschen mächtigste Liebe auf dieser Welt ist die zu seinem Weib. Denn was liebt der Mensch in seiner Ordnung mehr auf der Welt als sein liebes braves, gutes Weib? Im Weib steckt somit des Mannes ganze Liebe, wie umgekehrt das Weib in seiner Ordnung sicher nichts mächtiger liebt als einen ihrem Herzen entsprechenden Mann. So wird denn auch in diesem Gebot unter dem Bild des Weibes die ganze Liebe des Mannes oder des Menschen überhaupt gesetzt, weil das Weib im Ernst nichts anderes als eine äußere, zarte Umhüllung der Liebe des Mannes ist.“  [GS.02_097,17-19]

Pura: „O Du liebevollster, heiligster Vater, es hat Dir ja schon wieder gefallen, mich auf eine kleine Probe zu stellen! O sieh, das weiß ich wohl recht gut, dass es sich auf keinen Fall schicken würde, so ich, ein schwaches Mädchen nur, da wollte einen Mann, und gar den Jared, einen Mann nach Deinem Herzen, führen; denn das käme ja gerade so heraus, als wollte ich ihn beherrschen! O das sei ja fern von mir! Denn ein Weib muss ja allzeit den als Herrn aus dem Grund ihres Herzens erkennen, den Du ihr doch offenbar und ausdrücklich zu einem Herrn gesetzt hast; und so kann er wohl mich – so er will – führen und leiten, nicht aber ich ihn! Ist es nicht recht so?! Wenn aber Du ihm einen so kleinen Wink geben möchtest, da würde er sicher gehen da her an meine Seite!“ Und der Abedam sagte darauf zur Pura: „Jetzt erst bist du ein ganz vollkommenes Mädchen, da du mit deiner großen Liebe auch die wahre weibliche Ergebenheit und Demut vereinigt hast.“ [HGt.02_141,13-17]

Die Eltern das Haupt der Kinder
Der Herr: „Wehe dem, der seinem Vater je in etwas in den Weg zu treten sich unterfangen würde! Den will Ich mit zornigen Augen anblicken; denn das Haupt des Vaters ist gleich der Heiligkeit Gottes. Jeder kann erhört werden, wenn er Reue tut im Herzen; aber wer antastet den geringsten Teil Meiner Heiligkeit, den wird das unauslöschbare Feuer derselben ergreifen und verzehren jeden Tropfen der Reuetränen in ihm, und er wird zerstört werden fürder ewiglich! Und wer aber antastet seine Mutter argen Herzens und ist entgegen ihrer Liebe, den will Ich nicht mehr ansehen in aller seiner Not. Denn die Mutter ist gleich der Liebe in Mir; wer diese verschmäht, der wird hart wandeln auf den heißen Wegen Jehovas.
Daher ehrt den Vater, und liebt die Mutter, und seid einander gegenseitig untertan in aller Liebe, damit ihr fürchten könnt Meinen Namen Jehova, und damit ihr lieben könnt Meine Liebe und euch geleiten lassen könnt von der großen Heiligkeit Meines Geistes am Tag Meiner großen Heiligkeit dreifältig zur Erlangung der Weisheit siebenfältig für die sechs Tage der Liebe, zu handeln gerecht vor Meinen Augen.“ [HGt.01_017,04-05+08]

Verhaltensregeln für die Eltern den Kindern gegenüber
„Wer seine Kinder wahrhaft liebt, dem muss ja doch vor allem daran gelegen sein, ihre Seelen so zu ziehen, dass sie nicht von der Materie verschlungen werden. Werden die Seelen in der rechten Ordnung erzogen, so werden sie ehest fähig, den Geist in sich aufzunehmen, und nie blöd werden“. [GEJ.04_126,06]

„Bei der Erziehung der Kinder aber ist ein Muss so lange nötig, bis das Gute der Gesetze zu einem freiwilligen und freudigen Gehorsam geworden ist. Ist der Fall eingetreten, so hat das Kind des Gesetzes Muss in sich selbst aufgehoben und ist zum freien Menschen geworden.“ [GEJ.08_022,09-10]

„Die Kinder lehrt gehorchen blind, so habt auf rechten Weg ihr sie gebracht; aber nur vergesst der Wurzel des Gehorsams nicht, die da Meine Liebe ist.“ [HiG.03_41.03.05,17,12e].

„Es ist ein kleiner Wunsch von Mir dir [Andreas-Willig] gegenüber – und du weißt nun schon, was Ich unter ‚Wunsch‘ verstehe, nämlich die Vereinigung Meines Willens mit dem euren – dass du deinen Kindern nicht zuchtlos den freien Willen lassen möchtest; sondern, was du sie lernen lässt, das sollen sie willig lernen aus Gehorsam gegen dich, und nicht ob es sie freue oder nicht. Sondern so du dies oder jenes für gut findest, so muss es auch ihnen gut und recht sein, weil es dir gut und recht ist. Und es wird dann auch wirklich daraus Gutes und Rechtes, so es geheiligt wird durch den Gehorsam. Sonst aber wird alles schlecht und unnütze.“ [HiG.01_40.11.30.b,01]

„Für den unreifen Geist der Kinder ist überall nichts nachteiliger als eine, wenn auch von den Eltern zugelassene Eigenmächtigkeit. Denn dadurch begründen sich die Kinder zuallererst in der Hoffart und im Eigensinn, welche zwei Untugenden die unzerstörbaren Grundsteine aller nur erdenklichen folgenden Laster sind. […] die Menschen der Erde sind schon zuallermeist überaus beschränkt eigensinnigen Geistes, aus welchem Grund sie auch in eben diese schroffe Erde gelegt wurden. Daher ist ihnen auch nichts saurer als ein pünktlicher Gehorsam, welcher die alleinige Schule zur Gewinnung der wahren, geistigen, inneren Willenskraft ist. – Darum aber gelangen auch äußerst wenige Menschen dieser Erde in ihrem Leibesleben zu dieser Kraft, welche im Grund doch nur die Bedingung ihres Hierseins ist.“ [NS.01_015,18-19]

„Seht, ihr Eltern […] beschneidet gleich anfänglich auch schon die nutzlosen Seitentriebe des öfter gut scheinenden, aber doch stets das Leben des Stammes schwächenden Eigenwillens, so werdet ihr bald einen gesunden und kraftvollen Stamm erzügeln. Und so dann die Zeit des Pfropfens kommen wird, das da ist die Bekanntmachung und Einpfropfung des aus Meiner höchsten Liebe ergangenen Gesetzes durch Moses, so werdet ihr unter Meiner kräftigen Mithilfe gewiss sicher erwarten können, dass eure auf diese Art gereinigten und sorgfältig gepflegten Wildlinge gewiss kräftig Meinen Willen ergreifen werden, nachdem ihnen der ihrige zuvor gänzlich benommen wurde, und werden aus demselben in kürzester Zeit in überüppiger Fülle die schönsten und wunderherrlichsten Früchte bringen aller Art, so ihr sie dazu eifrig noch begießen werdet mit dem Wasser des Lebens, damit ihre Häupter bald recht hoch zum Himmel emporwachsen möchten, wodurch sich dann ihr geistiger Gesichtskreis selig erweitern wird und sie dann stets mehr und mehr Gnadenlichtes einsaugen werden, welches in großer Fülle beständig ausströmt aus der Gnadensonne, welche entstanden ist durch das Werk der Erlösung, aus deren Licht und Wärme“. [HiG.03_40.06.17,28]

Verhaltensgebot für die Kinder den Eltern gegenüber
Das vierte Gebot 2.Mo 20,12: „Wenn ihr das Gebiet der Leben äußernden Kräfte durchgeht, so werdet ihr mit leichter Mühe finden, dass dasselbe auch auf zwölf ähnlichen Trägern ruht. Wie lauten aber diese Träger, welche Namen haben sie? […] Der vierte Träger heißt: Zolle allzeit Gehorsam, Liebe und Achtung denen, die dich durch die Kraft Gottes in ihnen gezeugt haben, so wirst du dadurch dir das Wohlgefallen Gottes erringen; und dieses wird sein ein mächtiger Grund aller Wohlfahrt deines Lebens!“ [GS.02_048,08-09+12]

„Darum kommt ja eben auf dieser Erde ein jeder Mensch so schwach und ganz ohne Erkenntnis und Liebe ins Weltleben, dass er sich dann in aller wie immer gearteten Zwanglosigkeit, als wäre er von Gott ganz verlassen, durch äußere Lehre, durch Gesetze und durch seinen freiwilligen Gehorsam zu einem freien und ganz selbständigen Menschen bilde. Und sieh, darum müssen denn auch nur besonders den Kindern zumeist Lehren und Gesetze gegeben werden und nicht so sehr den Eltern, die einst auch Kinder waren und durch die Lehren und Gesetze, für Kinder gegeben, erst zu freien und selbständigen Menschen geworden sind!“  [GEJ.07_030,07-08]

„Ihr Väter habt zwar viel gesprochen vom Gehorsam und habt dadurch die Herzen dieser Kinder gar wohl aufgelockert; ich sage aber, wer da liebt, kann den Gehorsam wohl zu Rat halten. Ist denn der Gehorsam nicht der geistige Weg zur Liebe, welche das Ziel alles Lebens ist?!“ [HGt.01_070,23]

Ist das 4.Gebot zeitlich beschränkt?
Der geisterfüllte Meduhed: „Kinder sind gegen ihre Eltern vermöge ihrer ursprünglichen Schwäche und notwendigen Erziehung den unbedingtesten Gehorsam schuldig; und wenn sie zur Erkenntnis des Willens Gottes in sich werden gelangt sein, dann trete an die Stelle des Gehorsams, den ihr dann Gott allein nur schuldig seid, die kindliche Liebe und Achtung gegen die Eltern in hohem Maß.“ [HGt.01_034,08]

„Die Kinder aber dankten Mir still in ihren Herzen für die große Gnade, dass Ich sie gewürdigt habe damit, dass sie nun in großer Freude sorgen durften für ihre Eltern. – Seht, das waren Mir recht liebe Kinder, dergleichen es jetzt wenige gibt auf der gänzlich verdorbenen Welt; oh, das waren aber auch Kinder nach Meinem Herzen! Möchten doch viele solche Kinder sein, oh, dann wäre Ich ihnen kein so verborgener Vater, wie Ich nun leider gar so vielen sein muss, damit sie doch nicht gänzlich zugrunde gehen in ihrer verstockten Blindheit!“  [HGt.01_045,03]

Jesus zu einer Witwe: „Ich kenne wohl dein Leben schon von der Wiege an, aber Ich kenne auch dein Herz, dem viele Arme ihr Leben zu danken haben; und darum bin Ich zu dir gekommen in deiner größten Not. Denn du selbst bist schon ziemlich alt und schwächlich geworden, und dieser dein einziger Sohn sollte deine Hauptstütze werden, wie du dir das auch mit Recht erhofftest; aber er ward krank und starb. Da Ich da wohl ersah deinen Schmerz und deine Not, aber daneben auch die sicher bald eintretende Not der vielen Armen, die infolge deiner eigenen Schwäche und Hilflosigkeit ihre bisherige Versorgung in deinem Haus mehr und mehr verloren hätten, so kam Ich, um nicht nur allein dir, sondern auch den vielen andern Armen und durch allerlei Not Bedrängten wunderbar zu helfen. […] Als Ich solches ausgeredet hatte, da wandte sich der neu belebte Sohn der Witwe an Mich…“ [GEJ.09_036,06+08]

„Worin besteht denn so ganz eigentlich die „unerträgliche Last“ deines Kreuzleins? – Siehe, Ich will sie dir noch einmal ganz darstellen! – Diese unerträglich schwere Last besteht in nichts anderem, als dass du dich ein Stündchen im Tag liebeernstlich als Vater und wahrer Lehrer über Meine dir wohlbekannten Wege mit deinen erwachsenen vier Mägden abgibst.“ [HiG.02_42.01.06,20]

„Es tut wohl jeder Vater recht, so er die kleinen unartigen Kinder mit der Rute bestraft, aber den erwachsenen Söhnen soll er stets ein weiser und sanfter Lehrer sein! Nur so ein Sohn sich auflehnte gegen den Vater, dem soll gedroht werden! Bekehrt er sich da, so soll er wieder in den alten Frieden gesetzt werden; bekehrt er sich aber nicht, da soll er verstoßen und vom Haus des Vaters und aus seinem Vaterland getrieben werden!“ [JJ.01_168,13-16]

„Diese drückende Armut aber ließ Gott darum über dich kommen, weil du fürs erste das Gebot Gottes brachst, das da den Kindern gebietet, dass sie ihre Eltern ehren und lieben, damit sie lange leben und es ihnen wohl gehe auf Erden, und fürs zweite, weil du den dir von den Eltern bescherten braven Mann nicht liebtest und ihm eine bittere Stunde um die andere bereitetest.“ [GEJ.07_132,16]

Von der Liebe zu den Eltern bis zur Lebensvollendung
Der Herr: „Siehe, im vierten Gebot ist den Kindern die Liebe gegen ihre Eltern geboten! Die Eltern sind auf der Erde wohl die ersten Nächsten ihrer Kinder und lieben sie überaus. Sie sind ihre Ernährer, Beschützer und Erzieher und verdienen darum auch sicher alle Liebe und Ehre von den Kindern.
Wenn denn ein gut erzogenes Kind seine Eltern liebt und ehrt, so wird es auch bemüht sein, alles das zu tun, was den Eltern eine rechte Freude macht. Und so ein Kind wird sich darum auch ein langes und gesundes Leben und ein bestes Wohlergehen auf Erden bereiten; ein Kind, das seine Eltern liebt und ehrt, das wird auch seine Geschwister lieben und ehren und stets bereit sein, ihnen alles Gute zu tun.
Ein Kind oder ein Mensch aber, der seine Eltern und seine Geschwister wahrhaft liebt und ehrt, der wird auch die anderen Menschen darum lieben, weil er weiß und erkennt, dass sie alle Kinder ein und desselben Vaters im Himmel sind. Aus der ursprünglichen wahren Liebe zu den Eltern wird der Mensch zur Erkenntnis Gottes, seiner selbst und zur rechten Erkenntnis auch seiner Nebenmenschen geleitet und sieht dann bald und leicht ein, warum Gott die Menschen erschaffen hat, und was sie alle werden sollen. Dadurch gelangt er dann stets mehr und mehr zur Liebe zu Gott und durch diese zur Vollendung seines inneren, wahren, geistigen Lebens.
Wer aber also seine Eltern, Geschwister und auch die anderen Nebenmenschen liebt und ehrt und darum auch Gott über alles liebt und ehrt, – wird der wohl je gegen jemanden eine Sünde begehen können? Ich sage es dir: Nein, denn er wird niemanden beneiden, niemanden hassen und fluchen, niemanden töten, weder leiblich, noch durch ein Ärgernis seelisch. Er wird sich keusch und wohlgesittet gegen jedermann benehmen, wird jedem gerne das Seinige lassen, wird niemand belügen und betrügen, und ist er auf dem ordentlichen Weg der Mann eines Weibes geworden, oder die züchtige Jungfrau das Weib eines Mannes, so wird er kein Verlangen tragen nach dem Weib seines Nächsten und sein Weib nicht nach dem Mann ihrer Nachbarin, und du kannst nun daraus für deinen Verstand schon ganz gut entnehmen, wie und auf welche Weise das Gesetz und alle die Propheten in den zwei Geboten der Liebe enthalten sind, und wie diese dir von Mir nun kundgegebenen zwei Gebote keine Aufhebung des Gesetzes Mosis und der anderen Propheten zulassen, sondern nur die volle Erfüllung derselben sind. – Verstehst du das nun?“ [GEJ.07_029,01-05]


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Erklärung und Kontext zu Jesus bringt das Schwert statt Frieden zu erregen die Familienmitglieder wider einander (Matth. 10,34-36)
Jesus: „Aber nun kommt das 10. Kapitel (Matth.) mit dem 34, 35, 36. Vers: „Ihr sollt nicht wähnen, dass Ich gekommen sei, Frieden auf Erden zu streuen. Ich bin nicht gekommen euch den Frieden dieser Welt zu geben, sondern das Schwert zum Kampf. Denn Ich bin nur gekommen, den Menschen zu erregen wider seinen Vater, die Tochter wider ihre Mutter und die Schnur wider ihre Schwieger. Und des Menschen Feinde werden seine Hausgenossen sein.“
Wer diese drei Verse buchstäblich nimmt, die noch dazu sehr mangelhaft übersetzt sind, der kommt notwendig in ein Labyrinth von Irrtümern, aus denen er auch mit dem Licht einer Urzentralsonne nicht herauskommen kann. Denn wie aus dem Vorhergehenden ersichtlich, lehre und begehre Ich alle erdenkliche Nachgiebigkeit, Friedlichkeit und Freundlichkeit unter den Menschen; und Moses selbst lehrt in seinem vierten Gebot aus Meinem Mund: „Ehre und achte und liebe Vater und Mutter, auf dass du lange lebst und es dir wohlergehe auf Erden.“
Wie könnte Ich dann alledem schnurstracks entgegen eine Lehre aufgestellt haben, nach der der Sohn mit seinem Vater, die Tochter mit ihrer Mutter, die Schnur mit ihrer Schwieger usw. mit dem Schwert in der Hand in fortwährendem Unfrieden, in einem Haus noch dazu, miteinander leben sollten!
Um diese Texte, die ursprünglich richtig von Mir sind, zu verstehen, und sie als Meine Lehre zu würdigen, muss man zuerst wissen, bei welcher Gelegenheit Ich sie ausgesprochen habe, und auch wie, infolge einer richtigen Übersetzung.
Die Gelegenheit war, als Ich in einem Ort Galiläas das Volk die Pflichten lehrte, die sie Gott und sich selbst untereinander schuldig seien. Und Ich sagte zu ihnen: „Ich lehre euch nichts anderes, als was Mich Mein Vater von Ewigkeit her gelehrt hat, von dem ihr zwar auch sagt, dass Er euer Vater sei, den ihr aber dennoch nie erkennt und erkannt habt. Denn würdet ihr Ihn kennen, so würdet ihr auch Mich kennen, da Mich dieser Vater zu euch gesandt hat.“
Sie sagten darauf: „Was machst du aus dir selbst; sind wir nicht Kinder Abrahams, und sagte Gott nicht zu Abraham, dass wir alle, die von ihm abstammen Seine Kinder sind?“ Da aber wurde Ich erregt und sagte: „Ihr sollt nach der Abstammung von Abraham Gottes Kinder sein, aber ihr seid es schon lange nicht mehr, sondern euer Vater ist der Satan, eure Mutter ist die Legion von allen Teufeln, und eurer Schnur Schwieger ist eure kaum ermessbare Blindheit, Trägheit und Bosheit; und diese größten Menschenfeinde sind eure eigenen Hausgenossen! - Und wer aus euch wieder zur wahren Kindschaft Gottes gelangen will, der ergreife das Schwert der Wahrheit, die Ich zu euch rede, und kämpfe so lange wider solche seine Hausgenossen, bis er sie besiegt hat.“
Da fragte freilich das Häuflein Pharisäer und Schriftgelehrte, wie Ich es wagen könne - sie für Kinder des Satans, aller Teufel und ihrer eigenen Blindheit, Trägheit und Bosheit zu erklären, indem sie erwiesenermaßen alle aus dem Stamme Levi abstammten?
Ich aber sagte: „Dem Fleisch nach wohl, aber dem Geist nach seid ihr nicht dem Levi gleich - von Oben her, von wo auch Ich her bin, sondern von unten her; darum ihr Mich denn auch nicht erkennt, sondern hasst und verfolgt.“
Aus dem wird jedem einleuchtend sein, und besonders einem tüchtigen und wohlbewanderten hebräischer Schrift Kundigen, dass Ich diese von dem Pseudo-Evangelisten Matthäus oder besser von dem euch schon bekannt gegebenen l'Rabbas in Sidon aufgeschriebenen drei euch auffallenden Verse im 10. Kapitel eben nur bei der Gelegenheit ausgesprochen habe, die Ich euch soeben bekanntgab, und wörtlich in der Weise, wie Ich sie euch nun wieder gegeben habe. Denn jene in der Übersetzung, die ihr als ganz widersprechend mit Meinem Geist aus dem Evangelisten herausgehoben habt, würden ja selbstverständlich Meine Hauptlehre von der Nächstenliebe, wie auch das Gesetz Mosis schnurstracks zunichte machen.
Wer aus euch allen, so er nur einen Funken Glaubens an Mich und Meine Lehre besitzt, kann es Mir zumuten, dass Ich heute als das Heiligste allen Menschen ans Herz legte, Gott über alles zu lieben und zu erkennen und seinen Nächsten wie sich selbst, und morgen mit einem andern Gebot käme, und sagte: „Hasst und verfolgt euch gegenseitig nach Möglichkeit mit dem Schwert in der Hand.“ Ich meine, dass man solch einen Lehrer aus dem Reich der Barbaren offenbar in eine starke Sicherheitsanstalt zu bringen sich genötigt finden müsste, da so ein Lehrer doch offenbar ins Tollhaus gehörte. Und da Ich euch nun diese Texte im rechten und wahren Geist erklärt habe, so werdet ihr doch einsehen, dass Ich dadurch nicht im geringsten Meiner göttlichen Weisheit widerstrebt habe und somit auch kein Tollhäusler bin, als was Mich schon so manche Schriftsteller der neuen Zeit erklärt haben, was Mich aber dennoch mit keinem Grimm wider sie erfüllt, sondern Ich vergebe es ihnen, weil sie wirklich nicht wissen, was sie tun." [GEJ, Supplemente Seite 257, Vers 03 bis Seite 259, Vers 1]






August 2019
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