Jakob Lorber, die Bergpredigt - Der Prophet Jakob Lorber und seine Verkündungen ... Jakob Lorber

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Jakob Lorber, die Bergpredigt

Bibel und NO
aus der Sicht der Bibel und der Neuoffenbarung Jesu durch Jakob Lorber



Mt 5,3-12:   Versprochene Seligkeiten für die Nachfolger Jesu
Mt 5,13:      Ihr seid das Salz der Erde
Mt 5,14-16: Ihr seid das Licht der Welt
Mt 5,17-20: Jesus erfüllt die Gesetze und Propheten, er hebt sie nicht auf
Mt 5,21-22: Jesus weitet den Tötungsbegriff auf Zorn und Beschimpfung aus
Mt 5,23-24: Versöhnen vor dem Gottesdienst
Mt 5,25-26: Versöhnen statt Gerichtsinanspruchnahme
Mt 5,27-28: Ehebruch in Tat und Gedanken – Wichtigkeit der Gedankendisziplin
Mt 5,29-30: Die Bedeutung von Auge, Hand und Fuß ausreißen
Mt 5,31-32: Ehebruch und Scheidung
Mt 5,33-37: Schwören, Ja- und Nein-sagen
Mt 5,38-39: Backe hinhalten und Recht auf Notwehr
Mt 5,40-42: Stets großzügig sein, Bitten erfüllen
Mt 5,43-45: Feindesliebe: Goldene Regel, Bitten für Verfolger
Mt 5,46-48: Wer ein Kind Gottes werden will, muss sich von seinem Ego befreien


Matthäus, Kapitel 6

Mt 6,1-4: Wohltätigkeit – Richtlinien
Mt 6,5-8: Gebetsrichtlinien: verborgen, still im Herzen, in der Tat
Mt 6,9-13: Das Gebet der Gebete
Mt 6,14-15: Vergeben führt zur Vergebung der eigenen Fehler durch Gott
Mt 6,16-18: Wahres Fasten
Mt 6,19-21: Falsche und echte Schätze
Mt 6,22-23: Das Auge als Lichtspiegel der Seele
Mt 6,24: Der Dienst für zwei polare Herren ist unmöglich
Mt 6,25-34: Sorgen sind unnötig - wer nach Gottes Reich strebt, erlangt alles Nötige von Gott


Matthäus, Kapitel 7

Mt 7,1-2: Jeder wird so gerichtet, wie er den Anderen richtet
Mt 7,3-5: Selbstkritik ist besser als die Fehler anderer zu sehen und zu kritisieren
Mt 7,6: Die Lehre Jesu nicht den Weltmenschen hinterher tragen
Mt 7,7-11 Gebetserhörung durch vertrauensvolles Beten
Mt 7,12: Goldene Verhaltensregel: Gegenseitig Gutes tun
Mt 7,13-14: Zwei Wege und zwei Pforten
Mt 7,15-20: Falsche Propheten – Früchte als Kennzeichen – Strafen
Mt 7,21-23: Warnung vor Selbsttäuschung
Mt 7,24-27: Hausbau auf Fels oder Sand
Mt 7,28-29: Die Bergpredigt und ihre Wirkung



Bergpredigt, Matthäus, Kapitel 5

Mt 5,3-12: Versprochene Seligkeiten für die Nachfolger Jesu.

Mt 5,3: Selig sind, die da geistlich arm sind; denn das Himmelreich ist ihr.
Oftmals ist es so, dass diejenigen, die sich geistig reich wähnen und meinen, sie hätten das Geistige in seiner Tiefe verstanden, dem geistigen Hochmut verfallen, der ein großes Übel und auch eine Sünde ist, denn der ihn besitzt, dünkt sich besser als seine Brüder und Schwestern und erhebt sich zu seiner eigenen Eitelkeitsbefriedigung über sie und möchte für sein geistiges Wissen bewundert und verehrt werden. Davor sollen wir uns hüten und geistlich arm sein, d.h. uns bewusst bleiben, dass egal welche geistige Fortentwicklung wir auch gemacht haben, wir dies der Gnade Gottes verdanken, noch lange nicht ausgelernt haben, dabei nicht besser als unsere Geschwister sind, und sollten ihnen darüber hinaus mit unserem Wissen auch auf ihrer Lebensbahn demütig bleibend weiterhelfen. (Jes 57,15)

Mt 5,4: Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.
Leid gehört zum Leben mit dazu. Durch Leid reifen wir, Leid bringt uns näher zu Gott, da wir gerade in solchen Situationen uns verstärkt an Ihn wenden. Und so wie Jesus Sein Leiden geduldig auf Sich genommen hat, so sollen auch wir uns widerfahrendes Leid tragen, letztendlich dient es uns zu unserer Weiter- und Hinentwicklung zu Gott. (Ps 126,5; Off 7,17; GEJ.01_045,01)

Mt 5,5: Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.
Jesus lehrt uns, in allen unseren Gedanken, Urteilen, Wünschen und Begierden und in allem unserm Tun und Lassen sanftmütig zu sein. Wo wahre Liebe herrscht, da ist auch Sanftmut. Sie lehrt uns, den anderen wohlwollend zu ertragen und ihm zu helfen wo es nötig ist. Wer aus diesem Prinzip heraus handelt, lebt in der Ordnung Gottes, wodurch er ein Besitzer des wahren Erdreichs wird, das die reine Gottesliebe in unseren Herzen ist. (Mt 11,29; GEJ.01_045,01)

Mt 5,6: Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.
Wer Jesus nachfolgt, der erträgt wie Jesus auch die ihm begegnenden Ungerechtigkeiten. Trost finden wir immer bei Jesus, der in unsere Herzen schaut und uns zuruft: „Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten“. (Joh 6,35; Joh 4,14; Joh 7,37; GEJ.01_045,02)

Mt 5,7: Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.
So wie wir uns gegen unsere armen Brüder und Schwestern verhalten, so wird sich auch Gott uns gegenüber verhalten, denn mit welchem Maß wir ausmessen, mit demselben Maß werden wir wieder eingemessen werden. (Jak 2,13; Mt 25,45-46; GEJ.04_097,08)
Jesus lehrt: „Richtet nicht, auf dass ihr nicht gerichtet werdet, und verdammt niemanden, auf dass ihr nicht verdammt werdet. Seid barmherzig, so werdet auch ihr wieder Barmherzigkeit finden.“ Indem wir Barmherzigkeit in unserem Leben umsetzen zeigen wir aller Welt, dass wir wahrhafte Jünger Jesu und in unserem Geist Seine wahren Kinder sind. (Mt 25,35-36; Jes 58,7; GEJ.04_097,08)

Mt 5,8: Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.
Solange wir nicht alle in uns haftenden weltlichen Ansichten und Vorlieben aus unserem Herzen herausgeschafft haben, solange wir noch irgendwelchen weltlichen Vergnügungen nachjagen, uns nicht von der Welt und unserem sündhaften Leben losgesagt haben, sind wir noch nicht reinen Herzens und damit unfähig, Gott zu schauen, denn Er kann nur mit einem wahrhaft reinen Herzen geschaut werden. (Ps 24,3-5; Jes 48,18; 1. Joh 3-6; GEJ.04_053,02)

Mt 5,9: Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen.
Zorn und damit Wut ist der direkte Gegensatz zur Liebe und macht das Herz unrein. Nur mit einem friedsamen und ruhigen Herzen, in dem die Liebe waltet, können wir uns Dem nahen, Der uns die Kindschaft Gottes verheißen hat. Wer in Seinem Frieden ist und bleibt, der ist und bleibt darin geborgen. (Heb 12,14; Joh 14,27; Phil 4,7; Rö 5,1-2; Kol 3,15; GEJ.01_045,05)

Mt 5,10: Selig sind, die um Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn das Himmelreich gehört ihnen.
Wer sich an Jesus Liebegebote hält und ihretwegen auch Unrecht und Leiden erduldet, nicht abweicht von dem Weg, den Jesus uns vorausgegangen ist, wir das Himmelreich ererben. (1. Petr 3,14)

Mt 5,11: Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch, wenn sie dabei lügen.
Wir sind aufgerufen, in der Welt Zeugnis von unserem Glauben abzulegen. Auch wenn wir um Jesu willen von anderen gehasst, ausgegrenzt und verfolgt werden, auch wenn viel Übles dabei über uns verbreitet und gelogen wird, so sollen wir dennoch Ihm treu bleiben und in Seiner Nachfolge verharren (Mt 10,22; 2. Tim 2,12; Apg 5,41; 1. Petr 4,14). Während das Üble und die Lügen sich gegen ihre Ausbreiter selbst kehren und ihnen ihren Lohn zukommen lassen werden, wird Er stets bei denen verbleiben, die Ihn lieben.

Mt 5,12: Seid fröhlich und getrost; es wird euch im Himmel wohl belohnt werden; denn ebenso haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch gewesen sind.
Während in einem stets betrübten, traurigen, klagenden, murrenden, mit allem unzufriedenen und dadurch undankbaren Herzen wohl wenig Liebe wohnt, herrscht in einem heiteren und fröhlichen Herzen Hoffnung, Zuversicht und Liebe (Hab 3,16-19; Rö 12,12). Unter Fröhlichkeit soll dabei jedoch keine ausgelassene, unlautere und unsittliche Spaßmacherei verstanden werden, sondern jene Heiterkeit und Munterkeit, die gottergebene Menschen nach gutem und Gott wohlgefälligem Handeln empfinden, aus dem der wahre Friede geboren wird, den die Welt nicht kennt und nur Gott uns geben kann. (Joh 14,23+27) Friede und Freude entspringen aus dem Vertrauen zu Gott. Wer an Gott Freude hat und Ihn liebt, an dem hat auch Er Freude und liebt ihn. (Jes 61,10) Machen wir uns also nichts daraus, wenn wir wegen unserem Glauben verfolgt werden, denn wir haben ja dafür Jesus, dem alle Himmel gehorchen und stets zu Seinem Dienst bereit sind. Ihm zu dienen ist uns der höchste Lohn und die höchste Ehre. (GEJ.01_045,06)

Mt 5,13: Ihr seid das Salz der Erde. Wo nun das Salz dumm wird, womit soll man's salzen? Es ist hinfort zu nichts nütze, denn das man es hinaus schütte und lasse es die Leute zertreten.
Das Salz ist die erste und beste Würze für die Speise. Wenn das Salz nun verdorben ist, womit sollen dann die Speisen gewürzt werden?
Das Salz ist die Lehre Jesu. Wer Ihm nachfolgt, ist damit aufgerufen, ein rechtes Salz für das Leben der Menschen zu sein, Seine Lehre wahrhaft zu leben und zu verbreiten. Er soll sie weder verfälschen noch so hin und her wenden, dass sie in sein eigenes weltlich-bequemes Leben passt, und auch nicht anderen zum Gefallen reden gleich den Pharisäern und Schriftgelehrten zu Lebzeiten Jesu, die die Lehre Gottes ihren eigenen Zwecken und Vorteilen anpassten. Wer wie auch immer die Lehre verunreinigt gleicht einem verdorbenen Salz, das niemandem mehr nützlich ist. Von diesem wird sich Gott abwenden und ihn denen überlassen, die ihm wichtiger als Er sind und denen er dienend die göttliche Ordnung verlassen hat. (Lk 14,34-35; GEJ.08_062,12; GEJ.09_185,14-15; GEJ.10_188,049; HiG.03_42.08.16,11)

Mt 5,14-16: Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es denn allen, die im Hause sind. Also lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, dass sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.
Wer der Welt ein Licht sein will, darf der Welt nicht anhängen. Er muss danach streben, die höchst mögliche moralische Höhe zu erreichen. Er muss seine Leidenschaften beherrschen und vertrauensvoll hinnehmen, was immer Gott ihm auch zukommen lässt in dem Wissen, dass es seiner Vervollkommnung dient, ihn näher zu Gott bringt. Er muss einen reinen Lebenswandel haben, damit seine Mitmenschen auch in seinen Taten den Beweis des Gesagten erblicken können. So wird er seinen Brüdern und Schwestern als Wegweiser dienen und als eine Leuchte dastehen, die das Licht der Liebe, des Vertrauens und Verzeihens ausströmt. (Phil 2,14-15; Phil 1,9-11; Eph 5,9; GEJ.04_223,005-6; GEJ.08_122,18)


Mt 5,17-20: Jesus erfüllt die Gesetze und Propheten, er hebt sie nicht auf.

Mt 5,17: Ihr sollt nicht wähnen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen.
Wenn das Gesetz Mosis und alle Propheten in den zwei Geboten der Liebe – der wahren Liebe zu Gott und zum Nächsten – enthalten sind, wie könnten es da wohl je aufgehoben sein? Jesus hat das Gesetz Mose und die Lehre der Propheten nur insoweit aufgehoben, als darin eine äußere, mit irdischen Strafen belegte Nötigung, in einer bestimmten Weise zu handeln, bestand, wodurch das Gesetz einem jedem Menschen ein über ihn herrschender Richter und damit gleichzeitig auch ein bleibendes Gericht darstellte. Ein jeder aber, der unter einem Gesetz lebt, steht dadurch auch im Gericht und ist abgeschnitten von der inneren, göttlichen Lebensfreiheit. Jesus hat durch Sein Erlösungswerk das alte „Muß“-Gesetz aufgehoben, die Menschen dadurch aus dem harten Joch des Gerichts befreit und ihnen ihre volle Freiheit wiedergegeben, so dass sie von da an unter keinem Mußgesetz mehr stehen sollen. (Rö 10,4; 1. Joh 2,7; GEJ.07_028,04; GEJ.05_132,06)
Die wahre Liebe zu Gott und zum Nächsten erfüllt alle davor den Menschen gegebenen Gesetze Moses und alle Vorschriften und Ermahnungen der Propheten. Wer seine Mitmenschen wahrhaft liebt und darum auch Gott über alles liebt, wird gegen niemanden sündigen, denn er wird niemanden beneiden, hassen, fluchen oder sogar töten. Er wird sich anständig gegen jedermann benehmen, wird jedem gerne das Seinige lassen, wird niemanden belügen und betrügen, und keiner wird ein Verlangen nach etwas haben, das einem anderen gehört. Wer den allein wahren Gott erkennt, an Ihn glaubt und Ihn in der Tat über alles und seine Nächsten, das sind alle Menschen ohne Ausnahme ihrer Hautfarbe, Standes und Glaubens, wie sich selbst liebt und ihnen tut, was er vernünftigermaßen auch wünschen kann, dass sie ihm dasselbe tun möchten, der erfüllt dadurch das ganze Gesetz und auch alles, was die Propheten gelehrt haben. (Mt 3,15; Rö 3,31; Joh 13,34; GEJ.09_044,10)
Jesus Selbst erfüllte das Gesetz Mosis und der Propheten in allen seinen Punkten und zeigte dabei den Unverstand in der Beurteilung der Gesetze der Propheten auf, aufgrund dessen auf dem Buchstaben, der da tötet, herumgeritten wird, und nicht der darin verborgene Geist erkannt wird, der allein lebendig macht. (GEJ.06_222,15)

Mt 5,18: Denn ich sage euch wahrlich: Bis dass Himmel und Erde zergehe, wird nicht zergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüttel vom Gesetz, bis dass es alles geschehe.
Jesus: „Sehet, diese Erde und der ganze sichtbare Himmel mit allem, was er fasst, werden vergehen, aber Meine Worte und Meine Verheißungen werden ewig nicht vergehen! Ich werde eure gerechten Bitten auch niemals unerhört lassen; doch in dieser Zeit braucht das Reich Gottes Gewalt, und nur die werden es besitzen in der Fülle, die es mit Gewalt an sich reißen werden. Daher wird dessen volle Erreichung auch sicher noch gar manchen inneren und äußeren Kampf kosten.“ (Lk 16,17; GEJ.10_110,05; GEJ.01_165,10; GEJ.06_153,09)

Mt 5,19-20: Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und lehrt die Leute also, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber tut und lehrt, der wird groß heißen im Himmelreich. Denn ich sage euch: Es sei denn eure Gerechtigkeit besser als der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.
Wenn wir die Begriffe Gerechtigkeit, Liebe, Demut und Verzeihung nicht genau so nehmen wie sie gemeint sind und sie nicht in unserem Leben umsetzen, so können wir nicht in das Reich Gottes eingehen und damit auch keine wahren Kinder Gottes werden, denn das kann nur werden, wer unverändert die Lehre Jesu lehrt und werktätig ausübt. (Jak 2,17).


Mt 5,21-22: Jesus weitet den Tötungsbegriff auf Zorn und Beschimpfung aus.

Mt 5,21-22: Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: "Du sollst nicht töten; wer aber tötet, der soll des Gerichts schuldig sein." Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnet, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Racha! der ist des Rats schuldig; wer aber sagt: Du Narr! der ist des höllischen Feuers schuldig.
Wir sollen zu unseren Geschwistern nicht einmal 'Racha' (hinterhältiger oder tückischer Mensch) sagen, denn dadurch machen wir uns schon eines Gerichtes schuldig, weil wir uns auf diese Weise über sie überheben und urteilen. Und noch weniger sollen wir einen wenn auch noch so geistig unterentwickelten Mitmenschen einen Narren schimpfen, denn wenn wir intelligenter sind als er, so sind wir das allein aus der Gnade Gottes. Es ist daher immer besser einem noch so Minderbemittelten mit Sanftmut zu begegnen und zu versuchen, ihn auf den rechten Weg zu Gott zu bringen als ihn wegen seiner Dummheit zu schimpfen. (1. Joh 3,15; GEJ.03_059,04; GEJ.06_244,06)


Mt 5,23-24: Versöhnen vor dem Gottesdienst.

Mt 5,23-24: Darum, wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst und wirst allda eingedenk, dass dein Bruder etwas wider dich habe, so lass allda vor dem Altar deine Gabe und gehe zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und alsdann komm und opfere deine Gabe.
Keiner sollte mit einem zürnenden Herzen zum Gottesdienst gehen, sondern sich mit denen ausgesöhnt haben, mit denen er im Streit liegt, damit er Gott mit reinem Herzen preisen kann. (Mt 5,23-24)


Mt 5,25-26: Versöhnen statt Gericht in Anspruch nehmen.

Mt 5,25-26: Sei willfährig deinem Widersacher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wege bist, auf dass dich der Widersacher nicht dermal einst überantworte dem Richter, und der Richter überantworte dich dem Diener, und wirst in den Kerker geworfen. Ich sage dir wahrlich: Du wirst nicht von dannen herauskommen, bis du auch den letzten Heller bezahlest.
Wenn wir uns mit irgend einem unserer Mitmenschen in Streit befinden, sollen wir ihm entgegenkommen und nach einer friedlichen Lösung suchen, damit der Streit nicht eskaliert und wir uns dabei selbst noch im Unrechttun verfangen, für das wir dann bestraft werden. (Mt 18,23-35)


Mt 5,27-28: Ehebruch in Tat und Gedanken – Wichtigkeit der Gedankendisziplin.

Mt 5,27-28: Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: "Du sollst nicht ehebrechen." Ich aber sage euch: Wer ein Weib ansieht, ihrer zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen.
Geistig bricht bereits derjenige schon die Ehe, der jemanden „nur“ mit begierlichen Augen ansieht, auch wenn das Begehren nicht umgesetzt wird, sowie auch derjenige, der in Gedanken und Vorstellungen mit jemandem anderen Unzucht treibt. (2. Petr 2,13-14; GEJ.03_066,11ff; s.a. GEJ.08_012,1516)
Allein schon Gedanken können ein Versündigen gegen Gottes Liebesgebote sein, denn oftmals mangelt es nur an der Gelegenheit, sie auszuführen. Daher müssen wir uns vor sündigen Gedanken in Acht nehmen und sie beherrschen lernen, denn sie sind der Same zu schlechten Taten. Wer seine Gedanken beherrscht, beherrscht auch sein Handeln und hütet sich davor, dass seine Seele durch eine unüberlegte Tat verunreinigt wird. (GEJ.07_036,02f-03)


Mt 5,29-30: Die Bedeutung von Auge, Hand und Fuß ausreißen.

Mt 5,29-30: Ärgert dich aber dein rechtes Auge, so reiß es aus und wirf's von dir. Es ist dir besser, dass eins deiner Glieder verderbe, und nicht der ganze Leib in die Hölle geworfen werde. Ärgert dich deine rechte Hand, so haue sie ab und wirf sie von dir. Es ist dir besser, dass eins deiner Glieder verderbe, und nicht der ganze Leib in die Hölle geworfen werde.
Mit dieser Aussage hat Jesus nicht eine leibliche Verstümmelung angeraten, sondern Er will uns damit sagen, dass wir mit fester Entschlossenheit alles von uns hinweg tun sollen, was uns zum Sündigen veranlassen und sich damit zwischen Ihn und uns stellen könnte (Kol 3,5-7; GEJ.01_042,07ff; GEJ.01_044,02). Damit ist uns auch der Rat gegeben, uns nicht von den Reizen der Welt verführen zu lassen, sondern selbstverleugnend und werktätig nach seiner Lehre zu leben. (Kol 3,8-17; GEJ.10_214,08ff)


Mt 5,31-32: Ehebruch und Scheidung.

Mt 5,31-32: Es ist euch gesagt: „Wer sich von seinem Weibe scheidet, der soll ihr geben einen Scheidebrief." Ich aber sage euch: Wer sich von seinem Weibe scheidet (es sei denn um Ehebruch), der macht, dass sie die Ehe bricht; und wer eine Abgeschiedene freit, der bricht die Ehe.
Die Ehe ist eine freie Einung von Mann und Frau, aus welcher eines Tages die große Einung in Jesus und mit Jesus Selbst hervorgehen soll (1. Kor 11,8-12). Wer sich von seinem Weib, und sei es auch um der argen Hurerei willen, scheidet und eine andere freit, der bricht die Ehe. Und wer die Abgeschiedene freit, der bricht auch die Ehe. (Mt19,9; GEJ.05_255,10)
Wer die Ehe bricht, bricht den vor Gott als unauflöslich gesehenen Herzensbund. Wie heilig Gott diesen Bund ansieht (Mk 10,9), zeigt sich in den Folgen eines Ehebruchs, „[…] soll des Todes sterben“ (3. Mo 20,10), „bringt sein Leben in das Verderben“ (Spr 6,32), „[…] noch die Ehebrecher werden das Reich Gottes ererben“ (1. Kor 6,9-10; Gal 5,19-21).
Wer sich von dem, der diesen heiligen Bund der Ehe bricht, scheiden lässt, ist vor Gott gerechtfertigt. Dennoch bleiben im Fall der erlaubten Ehescheidungen die Ehepartner auch weiterhin bis zum Tod eines der beiden Partner aneinander gebunden. Der Eingang einer neuen Ehe ist verboten, um aus Barmherzigkeit der/dem Geschiedenen bei entsprechender Reue und Besserung eine evtl. Umkehr und Rückkehr in die alte Ehe offen zu lassen. (1. Kor 7,10-11; GEJ.05_256,09)
Wenn der gesunde Teil vor der Ehebindung keine Kunde hatte, dass sein anderer Teil von einem der benannten Gebrechen (Zwitter, Verschnittene, schlimmes Leibesgebrechen, neben dem der andere Teil unmöglich bestehen kann, verborgene Besessenheit, periodischer Irrsinn, heimlicher böser Aussatz, Krebsbeulen, Läusesucht, unheilbare Lungenschwindsucht, Epilepsie, Stumpfheit von mindestens zwei Sinnen, Gichtbrüchigkeit, pestilenzartiger Leibes- und Odemgestank (GEJ.03_070,02ff) behaftet sei, so kann er sogleich nach eingegangener Ehe wieder die vollgültige Lösung derselben verlangen, und sie muss ihm gewährt werden. Denn in diesen Fällen ist der gesunde Teil ein Betrogener, und der Betrug löset jeden Vertrag auf und somit auch den der Ehe. Wollen aber solche Gatten sich nicht scheiden lassen nach dem Willen auch des gesunden Teiles, so ist die Ehe als gültig zu betrachten und kann späterhin außer von Tisch und Bett nicht mehr geschieden werden. (GEJ.03_070,05f)
Gott hat nie einen Scheidebrief verordnet. Solches hat Moses der mannigfachen Härte der Menschenherzen wegen aus sich heraus als Mensch getan, aber er hat daran nicht sehr wohl getan, und Gott der Herr sah solche Verordnung nicht mit wohlgefälligen Augen an. (GEJ.04_013,02)


Mt 5,33-37: Schwören, Ja- und Nein-Sagen.

Mt 5,33-37: Ihr habt weiter gehört, dass zu den Alten gesagt ist: "Du sollst keinen falschen Eid tun und sollst Gott deinen Eid halten." Ich aber sage euch, dass ihr überhaupt nicht schwören sollt, weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Stuhl, noch bei der Erde, denn sie ist seiner Füße Schemel, noch bei Jerusalem, denn sie ist des großen Königs Stadt. Auch sollst du nicht bei deinem Haupt schwören, denn du vermagst nicht ein einziges Haar schwarz oder weiß zu machen. Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel.
Wer ehrlichen Herzens ist, der redet immer die Wahrheit, so dass man ihm auch ohne Eid auf‘s Wort glauben kann. Ein unehrlicher Mensch aber, der eigennützig an sich denkt, wird auch trotz eines Eides die Unwahrheit sagen. Daher reicht die Rede: Ja, ja; nein, nein, denn was darüber ist, ist eine Sünde. (Jak 5,12; HiG.01_40.05.28)


Mt 5,38-39: Backe hinhalten und Recht auf Notwehr.

Mt 5,38-39: Ihr habt gehört, dass da gesagt ist: "Auge um Auge, Zahn um Zahn." Ich aber sage euch, dass ihr nicht widerstreben sollt dem Übel; sondern, so dir jemand einen Streich gibt auf deinen rechten Backen, dem biete den andern auch dar.
Jesus lehrt uns friedfertig zu sein. Wir sollen keinen Streit ausfechten, Böses nicht mit Bösem heimzahlen. Wir sollen vergeben anstatt vergelten, diejenigen segnen, die uns fluchen. Wir sollen uns für den Frieden einsetzen und dafür ggf. auch Unrecht hinnehmen. Nur mit der Liebe können wir den Hass, mit Gutem das Böse überwinden. (Joh 18,22-23; 1. Petr 2,20-23; Rö 12,21; GEJ.06_243,11; GEJ.01_075,09)
Um des Friedens willen sollen wir Unrecht erdulden, nicht klagesüchtig sein und ohne wirkliche Not nicht zu den Weltrichtern laufen, doch bei einem massiven Angriff haben wir auch das Recht, uns zur Gegenwehr zu setzen, denn einem äußerst boshaftem Menschen soll durch ein zu großes Entgegenkommen nicht noch mehr Gelegenheit eingeräumt werden, in seiner Bosheit immer schlimmer zu werden. Wenn es also in einem solchen Fall überhaupt keine anderen Lösungsmöglichkeiten mehr gibt, darf dann auch Hilfe, ggf. das Gericht, in Anspruch genommen werden, um dessen Bosheit Einhalt zu gebieten. (Rö 13,4; GEJ.10_215,09ff)


Mt 5,40-42: Stets großzügig sein, Bitten erfüllen.

Mt 5,40-42: Und so jemand mit dir rechten will und deinen Rock nehmen, dem lass auch den Mantel. Und so dich jemand nötigt eine Meile, so gehe mit ihm zwei. Gib dem, der dich bittet, und wende dich nicht von dem, der dir abborgen will.
In diesem Gleichnis spricht Jesus von Freigiebigkeit und Großzügigkeit. Wenn uns jemand um einen Gefallen ersucht, so sollen wir ihm mit Freude noch mehr erweisen, als um was er uns gebeten hat, womit wir ihm mehr Liebe entgegenbringen als von uns verlangt wird. Wenn jemand etwas von uns leihen will, dann sollen wir ihn nicht wegschicken, sondern wenn es uns möglich ist, ihm geben wonach er verlangt, und bei Streitigkeiten sollen wir lieber mehr als das Verlangte geben, damit auch für die Folge der Friede erhalten werde. (1. Kor 6,7; Heb 10,34; GEJ.06_228,02; GEJ.01_043,09)
Bittet dich jemand um den Rock, da gib ihm auch noch den Mantel hinzu, auf dass er erkenne, dass du ein Jünger aus der Schule Gottes bist. Erkennt er das, so wird er dir den Mantel lassen; nimmt er ihn aber, so ist seine Erkenntnis noch äußerst schwach, und dir sei nicht leid um den Mantel, sondern darum, dass ein Bruder noch nicht erkannt hat die Nähe des Reiches Gottes. Wer dich bittet, eine Stunde mit ihm zu gehen, mit dem gehe zwei Stunden, auf dass ihm solche deine Bereitwilligkeit zu einem Zeugnis werde, aus welcher Schule der sein müsse, dem ein so hoher Grad von Selbstverleugnung eigen ist. Auf diese Weise werden sogar die Tauben und Blinden die rechten Winke bekommen, dass das Gottesreich nahe herbeigekommen ist. (GEJ.04_078,07-08)
Gott belohnt jene, die viel Geld haben und es nicht nur gegen hohe und wucherische Zinsen an jemanden verleihen, der es ihm zurückbezahlen kann, sondern auch an Arme, die ihm weder das Kapital noch die Zinsen zurückerstatten können. Wer aber sein Geld nur allein denen leiht, die ihm zur bedungenen Zeit Kapital und Zinsen zurückbezahlen können oder in gewissen Fällen durch gerichtlichen Zwang zurückzahlen müssen, der hat seinen Lohn schon hier ganz genommen und hat von Ihm keinen mehr zu erwarten; denn er hat dadurch nicht Gott, sondern nur der Welt und sich selbst gedient. (GEJ.04_098,01-07; GEJ.01_222,08)


Mt 5,43-45: Feindesliebe: Goldene Regel, Bitten für Verfolger.

Mt 5,43-45: Ihr habt gehört, dass gesagt ist: "Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen." Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde; segnet, die euch fluchen; tut wohl denen, die euch hassen; bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen, auf dass ihr Kinder seid eures Vater im Himmel; denn er lässt seine Sonne aufgehen über die Bösen und über die Guten und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.
Was man aussendet, das kehrt zu einem zurück, und so erzeugt Liebe allzeit wieder Liebe, Zorn und Strafe aber wieder Zorn und Rache. (GEJ.01_074,11ff; GEJ.02_159,08; GEJ.10_162,14) Wenn immer nur Böses mit Bösem vergolten wird, wird am Ende die Bosheit vorherrschen und der Stärkere und Mächtigere wird den Schwächeren unterdrücken, der dagegen auf Rache sinnt. Wird dagegen dem Bösen mit Gutem begegnet, so hat das Böse keinen Grund mehr noch in seiner Bosheit zu wachsen. So wie Jesus Seine Feinde in Seine Liebe mit einschloss, so sollen auch wir nach Seinem Grundsatz „Herr! Vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun“ (Lk 23,34) handeln, den uns feindlich Gesinnten mit einem verständigen Herzen begegnen, sie durch unsere Gebete segnen und ihnen Gutes tun. (Rö 12,14; Rö 12,20; Apg 7,60; GEJ.01_075,11-12) Erst wenn wir unseren Feinden siebenmal siebenundsiebzig Mal vergeben haben und sie dadurch nicht besser werden, können wir die Sache bei einem Weltrichter anzeigen. Denn wer da unverbesserlich Arges tut, der soll auch gezüchtigt werden, auf dass durch ihn die Nebenmenschen nicht länger geärgert werden. (GEJ.09_159,15)
Alle unsere Handlungen sollen stets aus Nächstenliebe geschehen, wobei die größte und am meisten verdienstliche Kunst im Leben ist, allen seinen Feinden von Herzen zu vergeben, denen, die uns Arges wünschen, wollen und auch tun, dagegen wo möglich Gutes erweisen und für die beten und sie segnen, die uns hassen und fluchen. (Mt 18,20; GEJ.08_119,04)
Jesus: „Seid wahrhaft vernünftig und habt ein verständiges Herz, tut Gutes jedermann, der irgend eurer Hilfe bedarf! Ja, tut sogar euren Feinden Gutes, und segnet jene, die euch fluchen! Dadurch werdet ihr Mir gleichen, denn Ich lasse Meine Sonne leuchten über Gute und Schlechte, und Meine ärgsten Feinde werden täglich aus Meiner allmächtigen Hand mit Wohltaten überhäuft; nur über die zu argen Frevler wird Meine Rute geschwungen. Ja, Ich sage es euch: Ihr alle seid Kinder Meines Herzens und Brüder Meiner Seele. Darum, so ihr betet, so betet nicht den Heiden und Pharisäern gleich mit den Lippen, mittels Worten von der Fleischzunge gebildet, sondern betet, wie Ich es euch gesagt habe, im Geiste und in der Wahrheit, durch lebendige Werke und Taten der Liebe an euren Nächsten, dann wird jedes Wort in Meinem Namen ein wahrhaftes Gebet sein, das Ich stets und unfehlbar erhören werde; aber die Seufzer der Lippen erhöre Ich nie“. (GEJ.03_209,04)


Mt 5,46-48: Wer ein Kind Gottes werden will, muss sich von seinem Ego befreien.

Mt 5,46-48: Denn so ihr liebet, die euch lieben, was werdet ihr für Lohn haben? Tun nicht dasselbe auch die Zöllner? Und so ihr euch nur zu euren Brüdern freundlich tut, was tut ihr Sonderliches? Tun nicht die Zöllner auch also? Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie euer Vater im Himmel vollkommen ist.
Wir sind dazu berufen, ebenso vollkommen zu werden wie der Vater im Himmel Selbst vollkommen ist, ansonsten wir nicht Seine Kinder werden können. Dies können wir jedoch nur durch eine genaue Haltung Seiner Gebote, ein konsequentes Handeln nach Seiner Lehre erlangen, und sollten hierfür keinerlei Mühe und Arbeit scheuen, um es zu erreichen. Und so müssen wir eben auch den ‚alten Menschen wie einen alten Rock ausziehen und dafür einen ganz neuen anziehen‘, d.h. unsere Schwächen und Leidenschaften ablegen (Kol 3, 8-9, Eph 4,22, 2. Tim 3,17; GEJ.01_039,05ff) und genauso werden wie Jesus: von ganzem Herzen sanftmütig, demütig und geduldig. (1. Tim 6,11; GEJ.02_159,14; GEJ.06_049,04)
Jesus: „Lebet und handelt nach dem, was Ich euch lehre, so werdet ihr es in euch selbst überkommen, darob ihr euch nun über die Maßen verwundert über Mich; denn ihr seid alle berufen, ebenso vollkommen zu sein, wie der Vater im Himmel Selbst vollkommen ist! Nun wisset ihr alles; tut danach, und ihr werdet es in euch gewahr werden, ob Ich euch die Wahrheit gesagt habe oder nicht! Prüfet sonach durch die Tat Meine Lehre, aber mit allem Eifer, weit entfernt von jeglicher Lauheit, und ihr werdet erst dadurch erfahren, ob diese Lehre von einem Menschen oder ob sie von Gott ist“. (GEJ.01_071,13)
„So ihr das so recht lebendig glauben und in der Tat Meine Lehre und Meine leichten Gebote beachten werdet, da werdet ihr auch aufnehmen Meinen Geist und durch denselben noch Größeres tun, als Ich nun vor euch getan habe; denn so ihr Kinder eines und desselben Vaters im Himmel seid, so seid ihr auch Erben Seiner Vollkommenheiten, wozu ihr berufen seid“. (GEJ.05_271,05-06)
„Denn wahrlich sage Ich es euch: Niemand wird zu Mir kommen, so ihn nicht der Vater zu Mir hinziehen wird! Ihr müsset alle vom Vater, also von der ewigen Liebe in Gott gelehret sein, so ihr zu Mir kommen wollt! Ihr alle müsst also vollkommen sein, wie der Vater im Himmel vollkommen ist! Aber das viele Wissen, wie auch die reichlichste Erfahrung wird euch nicht dahin bringen, sondern allein die lebendige Liebe zu Gott und im gleichen Maße zum Nächsten; darin liegt das große Geheimnis der Wiedergeburt eures Geistes aus Gott und in Gott“. (GEJ.04_001,04)



Berpredigt, Matthäus Kapitel 6

Mt 6,1-4: Wohltätigkeit – Warnung vor Scheinheiligkeit

Mt 6,1-4: Habt acht auf eure Almosen, dass ihr die nicht gebet vor den Leuten, dass ihr von ihnen gesehen werdet; ihr habt anders keinen Lohn bei eurem Vater im Himmel. Wenn du Almosen gibst, sollst du nicht lassen vor dir posaunen, wie die Heuchler tun in den Schulen und auf den Gassen, auf dass sie von den Leuten gepriesen werden. Wahrlich ich sage euch: Sie haben ihren Lohn dahin. Wenn du aber Almosen gibst, so lass deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut, auf dass dein Almosen verborgen sei; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten öffentlich.
Wenn wir jemandem etwas Gutes tun, so sollen wir nicht darüber reden oder gar damit vor anderen prahlen, denn wer das tut, der hat seinen geistigen Lohn bei Gott schon dahin genommen, dass er für seine edle Tat einen weltlichen Ruhm erhielt, der die Seele niemals stärkt sondern sie nur verdirbt, weil er sie eitel und selbstgefällig macht. Im Verborgenen mit Freundlichkeit getane Wohltaten hingegen werden uns von Jesus vielfach vergolten werden. (Rö 12,8; 1. Kor 13,3; Mt 16,27; Mt 25,37-40; Lk 12-14; Rö 2,6; GEJ.06_123,08; GEJ.03_112,06; GEJ.07_180,34; GEJ.09_101,03; GS.02_104,09) Wer seinen armen Nächsten wahrhaft liebt wie sich selbst, wird ihn nicht abweisen wenn er ihn um etwas bittet, egal welcher Herkunft, welchen Alters er auch sei; was er den Armen tut, das wird Gott so ansehen, als hätte er es Ihm getan und wird es ihm vergelten, (Joh 14,21; GEJ.01_125,22; GEJ.09_009,05; GEJ.10_139,04; GEJ.10_146,11).
Unter Almosengeben ist nicht nur das Spenden von Geld zu verstehen, sondern alles das, woran es dem armen Nächsten mangelt. Mangelt es jemandem z.B. an Zeit und ein anderer hat viel Zeit, ist also wohlhabend an Zeit, so bestünde in diesem Fall das Almosengeben in Zeit. Ein Starker, Wohlhabender an Kraft, kann einem Schwachen – Armen an Kraft – dort helfen, wo seine Kraft benötigt wird usw. (GEJ.02_111,04; GEJ.03_036,05; GEJ.03_112,08ff; GEJ.03_209,03-04).
Rechtes Almosengeben: Wir sollen die Armen nicht leiden lassen, aber wir brauchen ihnen dabei auch nicht so viel geben, dass sie dadurch auch reich werden würden. Wir sollen auch zunächst denen, die man sieht und kennt, ihren Bedürfnissen nach angemessen helfen und nicht in ferne Länder spenden, während wir gleichzeitig unseren armen nächsten Nachbarn in unserer unmittelbaren Umgebung beiseiteschieben und darben lassen. (GEJ.04_079,04ff) Dabei sollte es uns nicht interessieren, ob der Arme, der um ein Almosen bittet, uns hierfür dankt und was er danach damit macht, auch wenn es Arme gibt, die das ihnen gegebene Almosen vergeuden und darüber hinaus auch noch höchst undankbar sind. Wichtig ist die geübte Nächstenliebe, von der wir niemanden ausschließen sollen. (GEJ.05_125,07ff) Gott lohnt stets alle aus wahrhaftigem Herzen Gebenden, auch wenn dabei in Unwissenheit einem Betrüger oder Heuchler ein Almosen gegeben wird. Desgleichen wird derjenige, der zu Unrecht ein Almosen erheischt, dafür ebenfalls seinen gerechten Lohn ernten. (GEJ.06_227,16)
Demjenigen, der eindeutig und erwiesenermaßen aus Arbeitsscheu und Faulheit bettelt, oder sich sogar auf diesem Wege einen Reichtum ansammeln möchte, dem braucht nicht gegeben werden. (Mt 10,9; GEJ.02_157,09; GEJ.01_135,19; GEJ.07_132,04)
Negativverhalten: Wer ein großes Vermögen und Einkommen hat, dabei aber nur für seine Kinder spart und mit harten Augen auf seine armen Nächsten schaut, wenn sie ihn um ein Almosen bitten, abweist oder stets nur vertröstet, ist ein Feind Gottes, denn wie will er Gott lieben, den er nicht sieht, wenn er seinen Nächsten nicht liebt, den er vor sich sieht und dessen Not kennt? Wer seinen armen Nächsten in der Not alleine lässt, den wird auch Gott alleine lassen. Und wer seinem Nächsten nicht von Herzen gibt sondern nur aus einer notwendigen Pflicht heraus oder um des Ansehens seiner Mitmenschen willen, der hat in den Augen Gottes nichts gegeben, egal wie reichlich er dabei gibt. Wer dagegen wenig hat, dieses wenige jedoch gerne mit seinem armen Nächsten teilt, dem wir auch das Wenige reichlichst von Gott vergolten werden. Nur ein Herz, in dem die Liebe herrscht und aus der heraus gehandelt wird, ist Gott wohlgefällig. (1. Joh 4,20; GEJ.01_125,20; GEJ.09_009,05; GEJ.01_125,22)
Jesus zum gerechten Almosen geben: "Wenn ihr unter euch Arme habt, so sage Ich es euch allen: Ihr brauchet ihnen nicht zu geben, dass auch sie reich würden; aber Not sollet ihr sie nicht leiden lassen! Die ihr sehet und kennet, denen helfet nach Recht und Billigkeit! Es wird aber noch gar viele geben auf dieser weiten Erde, die gar entsetzlich arm sind und eine übergroße Not leiden. Allein ihr kennet sie nicht und vernehmet auch nicht ihr Jammergeschrei; darum lege Ich sie euch auch nicht ans Herz, sondern die nur, die ihr kennet und die irgend zu euch kommen. Wer von euch ein Freund der Armen sein wird aus vollem Herzen, dem werde auch Ich ein Freund und ein wahrer Bruder sein, zeitlich und ewig, und er wird nicht nötig haben, die innere Weisheit von einem andern Weisen zu erlernen, sondern Ich werde sie ihm geben in aller Fülle in sein Herz. Wer seinen nächsten armen Bruder lieben wird wie sich selbst und wird nicht hinaus stoßen eine arme Schwester, welchen Stammes und welchen Alters sie auch sei, zu dem aber werde Ich Selbst kommen allzeit und Mich ihm treulichst offenbaren. Seinem Geiste, der die Liebe ist, werde Ich's sagen, und dieser wird damit erfüllen die ganze Seele und ihren Mund. Was der dann reden oder schreiben wird, das wird von Mir geredet und geschrieben sein für alle Zeiten der Zeiten. Des Hartherzigen Seele aber wird ergriffen werden von argen Geistern, und diese werden sie verderben und sie einer Tierseele gleichmachen, wie sie dann auch jenseits also offenbar werden wird. Gebet gerne und gebet reichlich; denn wie ihr da austeilet, so wird es euch wieder zurückerteilt werden! Wer ein Hartherz besitzt, das wird von Meinem Gnadenlichte nicht durchbrochen werden, und in ihm wird wohnen die Finsternis und der Tod mit all seinen Schrecken! Aber ein sanftes und weiches Herz wird von Meinem Gnadenlichte, das gar zarter und übersanfter Wesenheit ist, gar bald und leicht durchbrochen werden, und Ich Selbst werde dann einziehen in ein solches Herz mit aller Fülle Meiner Liebe und Weisheit". (GEJ.04_079,04ff)


Mt 6,5-8: Richtig beten.

Mt 6,5-8: Und wenn du betest, sollst du nicht sein wie die Heuchler, die da gerne stehen und beten in den Schulen und an den Ecken auf den Gassen, auf dass sie von den Leuten gesehen werden. Wahrlich ich sage euch: Sie haben ihren Lohn dahin. Wenn aber du betest, so gehe in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater im Verborgenen; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten öffentlich. Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viel Worte machen. Darum sollt ihr euch ihnen nicht gleichstellen. Euer Vater weiß, was ihr bedürfet, ehe ihr ihn bittet.
Vor Gott gilt allein das Gebet der Liebe im Herzen: Solange man nicht aus der Liebe des Herzens heraus, sondern nur mit den Lippen betet und den Namen Gottes anruft, wird dies von Ihm nicht erhört werden. Wer Gott von ganzem Herzen liebt und daraus handelt, ist ein rechter Anbeter Gottes, dessen Gebete erhört werden. (Jes 29,13; Joh 9,31; GEJ.04_001,14; GEJ.09_209,06)
Zum Vater im Verborgenen beten: Das rechte Beten besteht darin, sich von der Außenwelt abzuwenden, sich im Herzen zu konzentrieren und so im Stillen und Verborgenen seine Bitte mit einfachen Worten Gott vorzutragen. (GEJ.09_209,06; GEJ.06_123,09; GEJ.10_102,18-19; GEJ.10_032,04-05)
Ernsthaft und ohne Aufhebens bitten: Gott erhört diejenigen ernsthaften Bitten, die ohne großes Aufheben - auch in der Gemeinde von mehreren - vorgetragen werden, jedoch nicht solche, bei denen auf die Äußerlichkeiten ein größerer Wert gelegt wird, das Herz jedoch dabei wenig empfindet. Denn so ehren die Menschen Gott mit leeren Weltzeremonien und mit den Lippen, aber ihr Herz ist fern von Ihm. (Jes 29,13; Mt 15,8-9; Mk 7,6-7; GEJ.01_195,04; GEJ.10_032,04-05; GEJ.06_123,10f; GEJ.09_209,01ff)
Welche Gebete Gott nicht erhört: Gott erhört diejenigen Bitten nicht, die nicht ehrlich, nicht wirklich von Herzen gemeint sind, sich als Schaden auf den Bittenden selbst oder jemanden anderen auswirken könnten. (GEJ.10_102,18-19)
Gott ohne Unterlass im Geist und in der Wahrheit anbeten: Da Gott ein Geist ist, kann Er auch nur im Geist und in der Wahrheit angebetet werden, was bedeutet, allezeit an den einen wahren Gott glauben, Ihn aus allen Kräften über alles lieben und Seine Gebote werktätig halten. (1.Thes 5,17; 2.Tim 1,3; Joh 4,24; 2.Kor 3,17; Mt 22,37-39; Jak 2,17; GEJ.01_027,12ff; GEJ.03_036,05; GEJ.10_102,18-19)
Gott in der Tat anbeten: Das wahre, Gott wohlgefällige Gebet im Geist besteht nicht in eitlen Worten, im Bewegen der Lippen, sondern in der Liebe zu Gott und tätigen Ausübung der Liebe an unseren Mitmenschen. Wessen Gebet in lebendigen Werken und Taten der Liebe besteht, der betet ohne Unterlass Gott im Geist und in aller Wahrheit an, denn ohne Tat ist jedes Lippengebet eine Lüge, mit der Gott als die ewige Wahrheit nicht verehrt, sondern nur verunehrt wird, da die Herzen fern sind von der wahren Liebe zu Gott und den armen Nächsten. (Spr 19,17; 1. Petr 2,21; Mt 16,24; Mt 25,37-40; Jak 2,17; Jes 1,15-17; GEJ.03_112,08ff; GEJ.03_209,03-04)
Unser Vater weiß, was wir bedürfen: Für den, der vertrauensvoll sein Leben in Gottes Hände legt, wird Er sorgen und dazu die Verhältnisse um ihn herum so gestalten, dass er das erhält, was er benötigt. (Mt 6,31-33; Lk 12, 22-31; GEJ.06_228,10)


Mt 6,9-13: Das Gebet der Gebete.

Mt 6,9-13: Darum sollt ihr also beten: Unser Vater in dem Himmel! Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe auf Erden wie im Himmel. Unser täglich Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie wir unseren Schuldigern vergeben. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Übel. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Was das Vaterunser betrifft, so steht es mit diesem Gebet geradeso, wie mit der Frage, wie man dasselbe beten soll, dass es Frucht bringe. Denn wer dasselbe nicht im Geist und in der Weisheit betet, dem nützt es gerade so viel, wie dem bekannten Blinden die Erklärung der Farben. (HiG.01_41.03.13,08ff)
Zu einem wahrhaften Gebet wird dieses Gebet nur, wenn es im Herzen lebendig und voll Liebe Gott vorgetragen, nicht über irgendetwas geklagt, sondern dankbar angenommen wird, dass alles, was uns widerfährt, nach dem Willen Gottes zu unserem Besten geschieht (Rö 8,28). Wenn wir so denken und fühlen, werden wir in Gott unseren Frieden finden und Er wird uns durch alle Wirrnisse den Weg des wahren Lebens, des Lichtes und der Wahrheit zu Ihm finden lassen (Joh 14,6). Wer dankbar anerkennt, dass nichts ohne Sinn geschieht und alles dazu dient, uns näher zu Gott zu bringen, nähert sich auch fortwährend der Liebe Gottes, bis er ganz in dieselbe übergeht. (HiG.01_41.03.13,08ff; GEJ.03_123,04ff; GEJ.08_092,05ff; GEJ.10_032,05)
s.a. Erklärung zum Vaterunser hier


Mt 6,14-15: Vergeben führt zur Vergebung der eigenen Fehler durch Gott.

Mt 6,14-15: Denn so ihr den Menschen ihre Fehler vergebet, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben. Wo ihr aber den Menschen ihre Fehler nicht vergebet, so wird euch euer Vater eure Fehler auch nicht vergeben.
Wer seinem größten Feind von ganzem Herzen vergeben kann, dem werden auch von Gott aus alle noch so großen Sünden vergeben. (GEJ.07_229,18; GEJ.08_080,22; GEJ.08_193,12)
Vergebung ist der Schlüssel zur Heilung aller Gebrechen, die mit Kränkung, Verbitterung, Verachtung und Hass verbunden sind, denn Liebesschulden sind die Schulden, die uns am hartnäckigsten verfolgen und mit Aussöhnung abgetragen werden können – Aussöhnung mit dem Anderen, aber auch mit sich selbst. (1. Petr 4,8) Verletzungen, die wir erleiden, sind ein nagender Wurm in uns, der uns, wenn wir nicht verzeihen können, krank macht. (Spr 10,12) Dabei ist der größte und bitterste Schmerz nie die Verletzung selbst, die in uns eingraviert ist, sondern dass wir nicht mehr richtig lieben können. Doch ist Versöhnung immer möglich und lebensnotwendig. Die Bereitschaft zu vergeben ist der Einstieg für den Ausstieg aus Kränkung, Verbitterung, Zorn und Hass. Jesus ruft uns auf, mit jedermann in Frieden zu leben. Wo keine Feindschaft, Neid oder Hass besteht, herrscht Harmonie. Und das ist das eigentliche Himmelreich im Größten wie im Kleinsten, dass da unter den Seligen nirgends irgend eine Feindschaft oder ein Neid oder gar Hass besteht , sondern die größte Harmonie, die größte Eintracht und die größte gegenseitige Liebe. (GEJ.05_289,08)
Wer dem, der ihn durch irgendetwas beleidigt hat, nicht von ganzem Herzen vergeben und segnen kann, der wird früher oder später die unausbleiblichen Folgen der Feindschaft zu spüren bekommen, gegen die er solange von Gott keinen Schutz zu erwarten hat, bis er seine Schuld am Feind bis auf den letzten Heller bezahlt hat. Es ist also besser, ein Unrecht zu erdulden als jemandem auch nur ein Scheinunrecht zuzufügen. Dadurch zieht man sich keine Rächer, und die Geister, die sonst zum Feind geworden wären, werden Schutzgeister werden und viel Unheil abwenden. (GEJ.01_080,02)
Ersetzen wir daher unsere Verletzungen durch ein demütiges Hinnehmen des uns Widerfahrenen und eilen wir damit zur Gottesliebe (sehr gut in 1. Kor 13,4-7 beschrieben). Keine wirkliche Heilung der inneren Wunden geschieht ohne Jesus. Nehmen wir Seine Einladung an, zu Ihm zu kommen, damit Er uns helfen kann (Mt 11,28-29).


Mt 6,16-18: Richtiges Fasten.

Mt 6,16-18: Wenn ihr fastet, sollt ihr nicht sauer sehen wie die Heuchler; denn sie verstellen ihr Angesicht, auf dass sie vor den Leuten scheinen mit ihrem Fasten. Wahrlich ich sage euch: Sie haben ihren Lohn dahin. Wenn du aber fastest, so salbe dein Haupt und wasche dein Angesicht, auf dass du nicht scheinest vor den Leuten mit deinem Fasten, sondern vor deinem Vater, welcher verborgen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten öffentlich.

Von ungewaschenen Fastern/Heuchlern ohne gesalbtes Haupt:
Es gibt viele Leute, die heuchelnd etwas vorgeben, was sie gar nicht sind. So laufen viele nicht wegen echter Frömmigkeit in die Kirche, sondern nur um als fromme Menschen angesehen zu werden; aus Gewohnheit, „weil es sich so gehört“; um für eine Weile nicht einsam zu sein; weil man es von ihnen erwartet. Und so gehören z.B. zu einer schönen Hochzeit natürlich auch das weiße Kleid und ein prachtvoller Gottesdienst dazu, ob dieses weiße Kleid und die Segnung für die Ehe vor Gott gerechtfertigt sind, interessiert dabei weder Priester noch Brautleute. Taufe und Beerdigung gehören in die Kirche und natürlich auch ein Besuch an den großen Glaubensfesten, wo man denkt, man müsse mal wieder etwas für sein Gewissen tun, oder weil es zumindest da zum Feiern des entsprechenden Festes mit dazu gehöre, ihm einen schönen Rahmen gebe.
Dann gibt es auch solche, die mit einem halben, einem lauen Glauben in die Kirche laufen, um sich dann dort noch am liebsten von irgendeinem Heiligen einen zeitlichen Vorteil zu erbitten, anstatt sich direkt an Gott zu wenden, ohne dessen Willen ja ohnehin keine Bitte erhört wird.
Heuchler sind auch diejenigen, die sich kirchlich engagieren, um von der Gemeinde gut angesehen und gelobt zu werden, sich dadurch selbst besser als ihre Nächsten dünkend über selbige erheben.
Es will ein jeder nur scheinen, wozu also die Salbung des Hauptes und wozu die Waschung des Angesichts? Der Welt genügt ja der Schein! Wozu das echte Fasten Gott zuliebe auf sich nehmen, sich selbst verleugnen und Jesus mit einem beharrlichen Willen nachfolgen? (HiG.03_42.08.18,12-13; GEJ.06_051,05-06)

Das wahre Fasten:
Wahres Fasten heißt, aus wahrer Liebe zu Gott sich selbst verleugnen an allem, was die Welt bietet, von ganzem Herzen sanftmütig und geduldig wie Jesus werden, um durch ein solches vor Gott gerechtes Fasten zum Brot des Lebens zu gelangen. (Lk 14,15; HiG.01_41.04.09,16-17)
Jesaja gibt uns in den Versen 58,6-9 das vor Gott gültige Fasten wie folgt kund: „Das ist aber ein Fasten, das ich erwähle: Lass los, welche du mit Unrecht gebunden hast; lass ledig, welche du beschwerst; gib frei, welche du drängst; reiß weg allerlei Last; brich dem Hungrigen dein Brot, und die, so im Elend sind, führe ins Haus; so du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht von deinem Fleisch. Alsdann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, und deine Besserung wird schnell wachsen, und deine Gerechtigkeit wird vor dir hergehen, und die Herrlichkeit des Herrn wird dich zu sich nehmen. Dann wirst du rufen, so wird dir der Herr antworten; wenn du wirst schreien, wird er sagen: Siehe, hier bin ich“. (HiG.03_48.12.30,06)


Mt 6,19-21: Falsche und echte Schätze.

Mt 6,19-21: Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, da sie die Motten und der Rost fressen und da die Diebe nachgraben und stehlen. Sammelt euch aber Schätze im Himmel, da sie weder Motten noch Rost fressen und da die Diebe nicht nachgraben noch stehlen. Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz.
Wir sollen uns nicht von der Welt blenden lassen und nicht auf ihre Verlockungen hören, denn in ihr ruht der arge Geist der Versuchung zu allen Sünden. Wir sollen schon hier nach dem Geistigen durch die werktätige Nachfolge Jesu streben (Mt 19,21; Mk 10,21; Lk 12,33-34; Lk 18,22; Kol 3,1-2; GEJ.04_140,06; GEJ.06_193,06-07), denn was würde es nützen, alle Schätze der Welt zu besitzen, dabei aber an der Seele Schaden zu erleiden? Nur was an Geistigem erworben ist, hat Beständigkeit. (GEJ.08_038,16; GEJ.08_122,04; GEJ.07_001,13)
Jesus: "Wo dein Schatz sein wird, da wirst auch du sein mit deinem Herzen, in dem der Hauptschatz wohnt. Bin Ich dir ein köstlicher Schatz geworden in deinem Herzen, wahrlich, so sollst du Meiner ewig nimmer ledig werden! Denn da Ich wohne in der Liebe, da bin Ich eigentlichst zu Hause und ziehe ewig nimmer aus solcher Wohnstätte. Lass Mich daher fortwährend wohnen in deinem Herzen, und Ich werde für dich in keiner Verborgenheit wohnen! Denn nur die Liebe allein kann meine Gegenwart ertragen, wie ein Feuer das andere. Alles aber, was nicht Feuer ist, das wird vom Feuer zerstört und verzehrt. Darum auch ziehe Ich Mich von der Welt zurück, auf dass sie Mein Feuer nicht ergreife und zerstöre! Frage aber ja nie: ,Herr, wo bist Du?' - Da werde Ich dir nicht sagen: ,Hier bin Ich!'; sondern frage sorgfältig dein Herz, ob es Mich liebt, und Ich werde in deinem Herzen, das Mich liebt, dir zurufen: ,Hier bin ich zu Hause, in aller Fülle Meiner Gnade und Erbarmung!'" (JJ.01_246,15ff)


Mt 6,22-23: Werde Licht!

Mt 6,22-23: Das Auge ist des Leibes Licht. Wenn dein Auge einfältig ist, so wird dein ganzer Leib licht sein; ist aber dein Auge ein Schalk, so wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn nun das Licht, das in dir ist, Finsternis ist, wie groß wird dann die Finsternis sein!
Ein nach der Welt mit ihren Sinnenfreuden und Vergnügungen ausgerichtetes Leben ist ein Leben in Dunkelheit und Gottesferne: Wer recht handelt, seine Sinne nach dem Geistigen richtet, vergeistigt sich, wird dadurch Licht, wer seine Sinne aber nach der Welt richtet, verfinstert sich, da er sich dadurch in die finstere Materie vergräbt. Wenn nun aber das Licht des Geistes der Seele verschlossen bleibt, wie groß wird dann die Finsternis in der Seele sein? (Joh 8,12; Joh 3,21;  Lk 11,34-36; Joh 11,9-10; 2. Kor 6,14; GEJ.01_044,02)
Jesus: "Wenn aber das Licht, das in dir ist, eine barste Finsternis ist, wie groß muss dann erst deine Finsternis für sich sein! Das heißt, so der Mensch schon das Falsche liebt, um dadurch einen desto freieren Spielraum für seine Bosheit zu bekommen, wie groß muss dann erst die Liebe zum Bösen selbst sein! – Sehet, das ist die gepriesene Weisheit der Welt, die aufgeklärte Vernunft: Regeln zu erfinden, damit unter ihnen der Mensch desto freier sündigen könnte! – Aber Meine Regel, welche da ist die Liebe, hält sie für läppisch und unwürdig eines Mannes, der da sein will ein vollkommener Schüler der Vernunft, welche die Liebe tadelt und Rühmliches redet über den Selbstmord! – O Welt! – O Greuel!" (HiG.03_42.08.16,09)
Es gibt Menschen, die sehen und hören, aber sie vernehmen davon doch nichts und verstehen und fassen auch nichts, denn sie sind und bleiben verstockt und blind im Herzen. Wer aber verstockt und blind im Herzen ist, der ist auch verstockt und blind im Gehirn und ganzen Leib, denn wenn schon das, was im Menschen Licht sein soll, Finsternis ist, wie finster ist dann erst der ganze Mensch? (Joh 11,10; Joh 3,19-20; 2. Kor 4,4; GEJ.08_062,11).
Für die geistige Entwicklung ist Selbsterkenntnis notwendig, denn wer sich selbst versteht, wird auch andere verstehen und ergründen können. Wer sich jedoch nicht selbst zur vollen Klarheit geworden ist, in dem kann auch alles andere zu keiner Klarheit werden. Denn wenn das Auge blind ist, woher soll der Mensch dann ein Licht bekommen und wissen, woraus er besteht und was ihn umgibt? Ist aber das Auge hell, dann ist auch alles hell im Menschen und um den Menschen herum. (RB.02_151,10)


Mt 6,24: Die Unmöglichkeit, gleichzeitig zwei gegensätzlichen Herren zu dienen.

Mt 6,24: Niemand kann zwei Herren dienen: Entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird dem einen anhangen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.
Niemand kann Gott und der Welt gleichzeitig dienen, und sie auch nicht gleichzeitig lieben. Wer Gott nicht liebt, hat auch nicht das wahre Leben aus Gott in sich, sondern nur ein Scheinleben aus dem Fürsten dieser Welt, der niemals etwas anderes als nur den Tod geben kann. (Rö 6,23; 1. Kor 15,56; Jak 1,15; GEJ.06_211,11) Ein jeder, der in das Reich Gottes eingehen will, muss daher das Reich der Welt durch eine werktätige Nachfolge Jesu aus seinem Herzen schaffen. (Eph 5,14; Heb 13,20; GEJ.08_077,14-15) Johannes sagt uns: „Habt nicht lieb die Welt noch was in der Welt ist. So jemand die Welt liebhat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters“. (1. Joh 2,15)
Wer sich von der Welt gefangen nehmen lässt, braucht sich nicht zu wundern, wenn er in einer ihn treffenden Not keine Hilfe von Gott erhält. (Lk 16,13; Jak 4,4;GEJ.01_167,16ff) Gleiches gilt auch für die Wankelmütigen, die sich zwischen Gott und der Welt nicht entscheiden können. (1. Kön 18,21; 2. Kor 6,15, Off 3,16; GEJ.04_199,12-13; GEJ.10_038,02)
Jesus Rat an Seine Jünger/innen: "Wer als Mein Jünger der Welt nicht völlig entsagen kann, der wird nicht stark im Gottesreich werden; denn Gott und der Welt dienen, geht schwer oder auch wohl gar nicht. So aber jemand im Reich Gottes stark geworden ist, dann erst kann er wahrhaft auch aller Welt nützlich dienen. Als in den älteren Zeiten auf den gewissen Bergen noch die wahren Schulen der Propheten bestanden, da musste der, welcher ein rechter Prophet werden wollte, sich von aller Welt völlig zurückziehen und in sich suchen das lebendige Wort Gottes; hatte er das gefunden, so wurde er auch freigelassen und war so erst fähig, der Welt wahrhaft nützend zu dienen. Wie aber die wahren Propheten und in der Vorzeit auch die Patriarchen der Welt gedient und genützt haben, das kennet ihr aus der Schrift, und Ich brauche es euch nicht zu erzählen. Und somit kennet ihr nun Meinen Willen und Meinen Rat und könnt nun tun, wie es euch beliebt. Wer nicht zuvor völlig Gottes wird, ehe er wirkend kehrt zur Welt, den verführt die Welt und verschlingt bald und leicht sein Herz und seine Seele; wer aber zuvor ganz Gottes geworden ist, dem kann die Welt nichts mehr anhaben; denn er hat um sich einen festen Damm und für sich eine Burg erbaut, die von den Pforten der Hölle nicht überwunden werden kann." (GEJ.08_125,09ff)


Mt 6,25-34: Unnötige Sorgen.

Mt 6,25-34: Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet, auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr denn Speise? und der Leib mehr denn die Kleidung? Sehet die Vögel unter dem Himmel an: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater nährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie? Wer ist aber unter euch, der seiner Länge eine Elle zusetzen möge, ob er gleich darum sorget? Und warum sorget ihr für die Kleidung? Schaut die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen: Sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist wie derselben eins. So denn Gott das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird: Sollte er das nicht viel mehr euch tun, o ihr Kleingläubigen? Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen, was werden wir trinken, womit werden wir uns kleiden? Nach solchem allem trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr des alles bedürfet. Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen. Darum sorgt nicht für den andern Morgen; denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe. Suche nach Meinem Worte nur allein das Reich Gottes und seine lichtvollste Gerechtigkeit, die da vor allem besteht in der Liebe zu Gott und zum Nächsten, so wird dir alles andere ganz frei hinzugegeben werden!
„Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne, und nähme an seiner Seele Schaden?“ (Mk 8,36; Mt 16,26). Jesus ruft uns hier auf, unser Leben vertrauensvoll in Seine Hände zu legen und anstatt nach weltlichen Reichtümern nur nach den geistigen Schätzen des Reiches Gottes zu streben, sodann uns alles zum Leben Notwendige von Ihm gegeben wird. (Ps 37,5; Phil 4,6, Mt 16,8; GEJ.06_069,03; GEJ.07_126,09-10; GEJ.10_016,07; GEJ.10_108,13; GEJ.10_194,15; Er.01_070,01ff) Jesus hat mit Seiner Lehre für alle Zeit gezeigt, wie wir leben sollen, wozu es notwendig ist, das allein auf das Diesseits ausgerichtete Denken aufzugeben (Mt 6,24; Lk 16,13). Für den, der aus der Liebe zu Gott den Schritt wagt, die weltlichen Bequemlichkeiten hinter sich zu lassen, danach trachtet, sein Leben nach Seinem Willen auszurichten und Seine Lehre in der Tat umsetzt, für den wird Gott sorgen und ihn in solche Verhältnisse versetzen, in denen er Ihm dienend auskommen und sein Leben dennoch fristen kann. (1. Petr 5,7; 1. Tim 6,6; Hebr 13,5-6; GEJ.07_055,12; GEJ.08_089,06; GEJ.08_163,10; GEJ.09_039,09; GEJ.09_155,11+15; GEJ.09_ 209,09-10; GEJ.10_144,14; )



Bergpredigt, Matthäus, Kapitel 7

Mt 7,1-2: Wer richtet, wird genauso gerichtet.

Mt 7,1-2: Richtet nicht, auf dass ihr nicht gerichtet werdet. Denn mit welcherlei Gericht ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden; und mit welcherlei Maß ihr messet, wird euch gemessen werden. Niemand ist so vollkommen auf dieser Welt, dass er keine Fehler mehr beginge, und so sollen wir einander die Fehler und Schwächen nachsehen und geduldig miteinander umgehen.
Wer hier richtet, der wird auch jenseits gerichtet werden, wer aber hier niemanden richtet, der wird auch jenseits nicht gerichtet werden. Mit welchem Maß wir ausmessen, mit demselben Maße wird es uns einst wiedervergolten werden. Wer mit wahrer Liebe misst, dem wird es auch so zurückgemessen werden, wer aber in Zorn und Rache misst, dem wird entsprechendes widerfahren. (Rö 2,1; 1. Kor 4,5; Mk 4,24; Lk 6,38; GEJ.01_174,08; GEJ.01_074,14ff; GEJ.04_038,05; GEJ.06_051,07; GEJ.06_244,05) Daher sollen wir mit den Fehlern unserer Nächsten nachsichtig und geduldig sein. Und so sie in ihrer Schwäche etwas von uns verlangen, so sollen wir es ihnen, wenn es rechtens ist, nicht vorenthalten, auf dass sich die Liebe in uns selbst und gleicherweise in unseren schwachen Brüdern mehrt. Wird diese einmal reichlich in uns wie in unseren Brüdern vorhanden sein, so wird in uns der göttliche Same gut gedeihen, und der Schwache wird dann in seiner Stärke uns wohl ansehen und uns vielfach vergelten, was wir ihm in seiner Schwäche erwiesen haben. So wir aber karg und hart gegen unsere schwachen Brüder sind, so werden wir selbst nie zu einer Gottesfrucht in uns gelangen, und das Gericht der Schwachen wird am Ende auch uns ins Verderben ziehen. (GEJ.01_043,07-08; GEJ.04_036,01ff; GEJ.04_058,05)
Jesus: „Ein jeder aber, der aus Meinem Mund die Wege des Lichtes und des Lebens kennt, der sorge für sich hauptsächlich nur dahin, dass er rein stehe vor Gott, und richte nicht seinen Nächsten! Wer das tut, der tut alles und gibt durch sein Beispiel seinem Bruder die beste und wirksamste Lehre.“ (GEJ.06_161,01)


Mt 7,3-5: Kritik und Selbstkritik.

Mt 7,3-5: Was siehst du aber den Splitter in deines Bruders Auge, und wirst nicht gewahr des Balkens in deinem Auge? Oder wie darfst du sagen zu deinem Bruder: Halt, ich will dir den Splitter aus deinem Auge ziehen, und siehe, ein Balken ist in deinem Auge? Du Heuchler, zieh am ersten den Balken aus deinem Auge; darnach siehe zu, wie du den Splitter aus deines Bruders Auge ziehst!
Oft verhält es sich so, dass durch gegenseitige ungebetene Belehrung der eine dem anderen zeigen möchte, dass er der intelligentere und bessere sei, und während er die kleinen Fehler bei seinem Gegenüber aufbauscht über die größeren bei sich selbst hinwegsieht, das bei sich entschuldigt, was er bei dem anderen bemängelt. Daher sollte ein jeder erst einmal sich selbstkritisch ansehen und an sich arbeiten, und vor allem auch seinen Nächsten nicht nach dessen äußeren Schein, sondern seinem inneren Wert nach beurteilen.  (GEJ.08_124,14; GEJ.08_194,01; GEJ.06_051,06; GEJ.06_222,19)


Mt 7,6: Die Lehre Jesu nicht den Weltmenschen hinterher tragen.

Mt 7,6: Ihr sollt das Heiligtum nicht den Hunden geben, und eure Perlen nicht vor die Säue werfen, auf dass sie dieselben nicht zertreten mit ihren Füßen und sich wenden und euch zerreißen.
Wir sollen Jesus vor allen Menschen bekennen (Mt 10,3; Lk 12,8), aber Ihn und Seine Lehre denen nicht nachtragen, die entweder gar nichts von Ihm wissen wollen, sie nur aus eigennützigen Beweggründen gebrauchen und verunreinigen würden, oder aber nur zu gewissen Stunden oder aus besonderen Anlässen und Gelegenheiten dem Wort Jesu zuhören, es aber nicht glaubensvoll annehmen und in ihrem Leben werktätig umsetzen. (Rö 16,17; Mt 10,14; Apg 18,6; GEJ.02_218,14; GEJ.06_136,5ff; GEJ.05_066,06-07; GEJ.04_086,11-12; GEJ.02_153,07; GEJ.04_231,15; GEJ.08_014,22; GEJ.09_148,12ff; GEJ.07_166,20)


Mt 7,7-11: Vertrauensvolles Bitten.

Mt, 7,7-11: Bittet, so wird euch gegeben; suchet, so werdet ihr finden; klopfet an, so wird euch aufgetan. Denn wer da bittet, der empfängt; und wer da sucht, der findet; und wer da anklopft, dem wird aufgetan. Welcher ist unter euch Menschen, so ihn sein Sohn bittet ums Brot, der ihm einen Stein biete? oder, so er ihn bittet um einen Fisch, der ihm eine Schlange biete? So denn ihr, die ihr doch arg seid, könnt dennoch euren Kindern gute Gaben geben, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel Gutes geben denen, die ihn bitten!
Wer Gott aus dem freien Willen seines Herzens vollkommen ernsthaft sucht und Ihn auch vollkommen ernsthaft bittet, dem wird Er auch helfen. (Spr 8,17; Jer 29,13; Jak 1,5-6; GEJ.01­_092,15) Bittet er aber nur um Ihn zu prüfen, so wird er von Gott nicht erhört werden, denn: „Du sollst Gott, deinen Herrn, nicht versuchen“ . (5. Mo 6,16; Luk 4,12) Gott ist die reinste Liebe und wendet Sich nur denen zu, die ebenfalls in der reinen Liebe ihres Herzens zu Ihm kommen und Ihn um Seiner Selbst willen suchen, um von Ihm beschützt und geführt zu werden. (Spr 2,1-6; Mk 11,24; GEJ.01­_092,15; GEJ.01_145,04-05)
Die aber von Ihm nichts wissen wollen, können frei ihre eigenen Wege gehen. Doch werden sie es sich selbst zuzuschreiben haben, wenn sie einmal im Jenseits vor Ihn hingestellt rufen: „Herr, Herr!“ und Gott ihnen antworten wird: „Ich kenne euch nicht, wo ihr her seid, weichet von mir“ . (Mt 25,11-12; Lk 13,25+13,27; 2. Tim 2,19; GEJ.01­_092,15) Er wird sie fragen, warum sie nicht das taten, was Er ihnen anempfohl (Lk 6,46) und sie dorthin senden, wohin sie ihre Liebe zieht. (Mt 6,21)
Jesus wird Seinen wahrhaftigen Nachfolgern immer geben, worum sie den Vater in Ihm in Seinem Namen ernstlich bitten, wenn es ihrem Wohl dient und sie nicht um nichtige Dinge dieser Welt bitten, wodurch sie zum Ausdruck brächten, dass diese ihnen wichtiger wären, als Er. (Mt 18,19; Joh 14,13-14; Joh 15,7; 1. Joh 5,14-15; GEJ.09_043,05; GEJ.05_088,06; GEJ.08_069,02; GEJ.08_104,08; GEJ.09_154,12; GEJ.02_137,16; GEJ.09_074,11ff) Wer Ihn wahrhaft sucht und bei Ihm bleiben wird wenn er Ihn gefunden hat, bei dem wird auch Er sein, und solange er Ihn nicht verlassen wird, wird er auch von Ihm nicht verlassen werden. (GEJ.05_088,06; GEJ.08_108,11ff)
Jesus: "Wer Mich aber ernstlich suchen wird im Herzen und in der Tat nach Meinem Worte, der wird Mich auch finden und eine größte Freude haben, dass er Mich gefunden hat. Wer Mich aber einmal wird gefunden haben, der wird Mich auch nicht mehr verlieren! Auf gewisse Augenblicke, zur größeren Probung seiner Liebe und Geduld, werde Ich wohl noch dann und wann Mein Antlitz vor ihm verhüllen, aber ihn deshalb nicht verlassen! Wohl aber denen, die Ich recht viel prüfen werde; denn aus dem werden sie erkennen, dass Ich sie überaus liebe! Denn wer viel geprüft wird und die Prüfungen wohl bestehen wird, der wird jenseits in Meinem Reiche auch über Vieles und Großes gesetzt werden; wer aber weniger geprüft wird, seiner Schwäche wegen, der wird auch über Wenigeres und Geringeres gesetzt werden. Ihr alle aber werdet um Meines Namens und der Wahrheit willen auch noch gar manche Proben zu bestehen bekommen, und eure Geduld, die in euch noch der schwächste Geist ist, wird der Feuerprobe nicht entgehen. Wenn aber solches über euch kommen wird, so denket an diesen Hügel, und dass Ich euch solches zum voraus verkündet habe; aber denket auch im Herzen, dass Ich da im Geiste zu euch kommen, euch stärken und kräftiglichst helfen werde! Dieses alles merket euch alle auch besonders wohl! Denn in diesen Tagen und auch in den künftigen Zeiten leidet das Reich Gottes Gewalt, und die es mit Gewalt an sich reißen, die werden es auch besitzen." (GEJ.08_103,11ff)


Mt 7,12: Grundsatz der Lehre Jesu: Gegenseitig Gutes tun.

Mt 7,12: Alles nun, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen auch. Das ist das Gesetz und die Propheten.
Die Ausübung der wahren und reinen Nächstenliebe besteht darin, dass wir unseren Nächsten alles das wünschen und tun sollen, was wir vernünftigermaßen auch für uns wünschen und wollen können, dass die anderen es uns tun und erweisen mögen, auf dass Friede und Einigkeit unter uns zum Wohlgefallen Gottes herrsche. (Lk 6,31; Rö 13,8+10; Gal 5,14; GEJ.10_073,06; GEJ.08_171,10; GEJ.06_040,08; GEJ.08_166,20)
Wer ausnahmslos seinen armen und hilfebedürftigen Mitmenschen in aller Freundlichkeit stets Barmherzigkeit und Liebe erweist, der wird auch bei Gott Erbarmung, Liebe und Freundlichkeit finden. Damit erfüllt er das ganze Gesetz, und wer in solcher Liebe verharrt, der ist und bleibt in Gott und Gott in ihm, womit er das ewige Leben hat und den Tod nicht sehen und schmecken wird, denn damit ist er schon in dieser Welt ein rechter Bürger des Reiches Gottes, in dem es keinen Tod mehr gibt. (Mt 22,36-40; 1. Tim 1,5; Joh 6,29; Lk 12,31-34; 1. Joh 3,23-24; Rö 8,9-10; Gal 2,20; Joh 8,52; Eph 3,17; 2. Kor 13,5; GEJ.09_036,07; GEJ.10_107,06ff)


Mt 7,13-14: Zwei Wege und zwei Pforten.

Mt 7,13-14: Gehet ein durch die enge Pforte. Denn die Pforte ist weit, und der Weg ist breit, der zur Verdammnis abführt; und ihrer sind viele, die darauf wandeln. Und die Pforte ist eng, und der Weg ist schmal, der zum Leben führt; und wenige sind ihrer, die ihn finden.
Gott Selbst kam in Jesus zu uns auf die Erde herab, um mit Seinem Erlösungswerk das bis dahin über den Menschen herrschende Gericht zu durchbrechen. Er öffnete dadurch die Tür zum ewigen Leben für all diejenigen, die an Ihn glauben und Ihm nachfolgen. (Joh 10,9; Joh 14,6; GEJ.08_035,10; GEJ.02_199,07) Wer dieses Ziel erreichen will, muss dabei durch die enge Pforte der Selbstverleugnung und Demut ziehen, sein Leben Gott übergeben und aufhören, für sich etwas zu sein, um in Ihm alles werden zu können (Joh 5,30; Joh 9,31; Mt 7,21; Mt 12,50; Mt 5,48; Eph 6,6; 1. Petr 4,2; Lk 12,47; GEJ.04­­_001,05). Barmherzigkeit, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut und Geduld müssen der Leitstern unseres Lebens sein (Kol 3,12; Phil 2,3; Mt 11,29; Mt 5,44; GEJ.05­_269,07), denn nur auf diesem Weg können wir in das Reich Gottes eingehen und geistig wiedergeboren werden. (Mt 11,29; Lk 17,21; Joh 3,3-8; 1. Joh 3,9; Mt 19,28; 1. Petr 1,23; GEJ.08_058,04)
Wer diesen Weg jedoch nicht wandeln, sondern sich lieber der Welt mit ihren Annehmlichkeiten und Genüssen zuwendet, den lässt Gott seinen selbstgewählten Weg ziehen, wird ihn jedoch fernerhin nicht weiter beachten. (Lk 18,28-30; Mt 16,26; Mk 8,36; Lk 9,25; Rö 1,16-23; GEJ.02_024,04-05)
Mit der Lehre Jesu ist uns der göttliche Wille klar geoffenbart, und uns der rechte Weg zum ewigen Leben gezeigt (Joh 8,12; Phil 2,15; Kol 2,8; 1. Joh 2,15-17; Joh 5,24; GEJ.09_204,06; GEJ.02_199,07; GEJ.03_036,02; GEJ.04­_002,08). Gleichzeitig wird uns damit auch gezeigt, dass wir ganz frei sind und dem geoffenbarten Willen Gottes auch zuwider handelnd unser Leben nach den weltlichen Genüssen ausrichten können, das jedoch mit der Konsequenz, dass wir uns dadurch selbst ein Gericht und mit demselben auch den Tod bereiten (1. Joh 3,14; Jak 1,15; Rö 6,23; 1. Kor 15,56; Rö 8,6; Gal 6,8; GEJ.02_024,04-05; GEJ.09_057,07). Mit unserer Willensfreiheit und Eigenverantwortlichkeit können wir also entscheiden, welchen Weg wir wandeln wollen. Und so hat ein jeder entweder ein leidendes und unfreies, oder aber ein selbsttätiges und darum freiestes Gottleben vor sich. Was er will und wofür er sich entscheidet, das hängt von seinem freien Willen ab. (Joh 12,25; Joh 17,14; Mt 13,38-40+49; Lk 20,34-35; Mt 13,22; GEJ.03_031,05)
Jesus: "Wer ist denn die Pforte ins wahre Himmelreich? Ich bin die Pforte, der Weg und der Himmel Selbst! Wer Mich hört, an Mich glaubt und den Vater in Mir über alles liebt, der wandelt durch die rechte Pforte alles Lebens und Seins den lichten Weg in das Reich der Himmel, das geistig geschaffen ist aus Meiner puren Liebe in der lichtesten und lebendigsten Form aus Meiner Weisheit." (GEJ.08_018,02) "Wandelt gleichfort auf den Wegen, die Ich euch nun treulich gezeigt habe, so werdet ihr wenig zu leiden haben, und euer Abgang von dieser Welt wird ein leichter sein!" (GEJ.08_016,11). Die zwölf Gebote sind für den Menschen sonach nicht nur die Eingangstore zum Licht und zum Leben, sondern sie sind auch dessen unzerstörbarer Schutz und Schirm, den die Pforten und Mächte der Hölle oder das materielle Welttum nimmer zerstören und besiegen können." (GEJ.07_054,10)


Mt 7,15-20: Falsche Propheten und ihre Kennzeichen.

Mt 7,15-20: Seht euch vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern zu euch kommen, inwendig aber sind sie reißende Wölfe. An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. Kann man auch Trauben lesen von den Dornen oder Feigen von den Disteln? Also ein jeglicher guter Baum bringt gute Früchte; aber ein fauler Baum bringt arge Früchte. Ein guter Baum kann nicht arge Früchte bringen, und ein fauler Baum kann nicht gute Früchte bringen. Ein jeglicher Baum, der nicht gute Früchte bringt, wird abgehauen und ins Feuer geworfen. Darum an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.
Die echten und falschen Propheten wird man stets an ihren Werken erkennen. (Ti 1,16; GEJ.06_235,07-08; GEJ.06_151,08-09) Das untrügliche Zeichen eines echten Propheten ist, dass es ihm einzig und allein um Gott und keinerlei weltliche Interessen, das Ansehen seiner Kirche und seines Oberhauptes geht. (1. Kön 19,7-18; GEJ.06_235,07-08; GEJ.06_151,08-09) Die echten sind kompromisslose Diener Gottes und Nachfolger Jesus im Wort und in der Tat, die falschen aber handeln selbstsüchtig und eigenliebig wie die Pharisäer, sich für das was sie in Gottes Namen tun bezahlen lassen und den Menschen angepasste eigennützige Reden halten. (Mt 24,4-5+11; Mk 13,22; 1. Joh 4,1; GEJ.10_139,07; GEJ.06_235,07-08; GEJ.06_151,08-09; GEJ.06_022,06) Sie verändern die Heilige Schrift, verstellen ihren Sinn und legen den ursprünglichen Text ihren Interessen angepasst falsch aus: „Und der Herr sprach zu mir: Die Propheten weissagen falsch in meinem Namen; ich habe sie nicht gesandt und ihnen nichts befohlen und nichts mit ihnen geredet. Sie predigen euch falsche Deutungen und ihres Herzens Trügerei.“ (Jer 14,14; GEJ.06_022,06) „Solche falschen Apostel und trügliche Arbeiter verstellen sich zu Christi Aposteln. Und das ist auch kein Wunder; denn er selbst, der Satan, verstellt sich zum Engel des Lichtes. Darum ist es auch nicht ein Großes, wenn sich seine Diener verstellen als Prediger der Gerechtigkeit; welcher Ende sein wird nach ihren Werken.“ (2. Kor 11,13-15; GEJ.02_150,05; GEJ.06_022,06; GEJ.06_179,03-04; GEJ.08_014,07-08; GEJ.01_147,14; GEJ.06_239,01)
Wer im Lebensgarten einen guten Samen sät, wird edle Früchte ernten, aber niemand kann erwarten, dass auf einem Feigenbaum Ölbeeren und auf einem Weinstock Feigen wachsen, sondern er wird immer nur das ernten, was er gesät hat (Jak 3,11-12; 1. Tim 5,24-25). Und so wie ein arger Baum, der faule Früchte hervorbringt, verbrannt wird, wird ein Mensch für seine schlechten Taten ebenfalls den entsprechenden Lohn erhalten (Mt 3,10; Mt 12,33; Joh 15,6). Vor Gott gilt die pure, reine Wahrheit, in der keine Entschuldigungen unsererseits für irgendwelche Fehlverhalten Platz haben wie „ich bin ja auch nur ein (schwacher) Mensch, muss mich anpassen, lebe nun mal in der Welt…“. Gott Selbst hat in Jesus das schwache Kleid der Menschheit angezogen und uns damit vorgelebt, was ausnahmslos für einen jeden von uns möglich ist, wobei wir uns Seiner Hilfe sicher sein dürfen, wenn wir ehrlich und kompromisslos Seine Nachfolge antreten. (GEJ.08_079,19; GEJ.08_035,10)


Mt 7,21-23: Warnung vor Selbsttäuschung.

Mt 7,21-23: Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr! Herr! ins Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel. Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr! Herr! haben wir nicht in deinem Namen geweissagt, haben wir nicht in deinem Namen Teufel ausgetrieben, und haben wir nicht in deinem Namen viele Taten getan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie erkannt; weichet alle von mir, ihr Übeltäter!
Nur derjenige, der den erkannten Willen Jesu, der in Seiner Lehre klar ausgesprochen ist, tatsächlich erfüllt, wird in das Reich Gottes, den Himmel, eingehen und zur Vollendung gelangen. Es ist nicht genug, dass man glaubt, dass uns Gott in Jesus Christus von der Sünde erlöst hat, sondern man muss auch nach Seiner Lehre handeln und leben. Der alleinige Glaube nutzt nichts, denn ohne die Werke ist der stärkste Glaube tot und gibt keiner Seele das ewige Leben. (Jak 2,17+26; Jak 1,22+25; 1. Joh 2,17; GEJ.06_163,07; GEJ.07_140,10; GEJ.07_157,01; GEJ.03_­165,07; )
Denen, die zwischen dem nach Genuss ausgerichteten Weltenleben und einem Glaubensleben immer wieder hin und her pendeln oder nur in der Not nach Gott rufen, wird sich Gott nicht offenbaren, nicht in ihnen wohnen, und ihre Seele auch nicht mit Seiner Kraft und Weisheit erfüllen. (Off 3,16; GEJ.08_199,14; GEJ.03_110,08 ) Nur wer aus seinem freien Willen heraus Gottes geoffenbarten Willen werktätig umsetzt und dadurch ganz frei zu Ihm kommt (Rö 2,13), zu dem wird auch Er kommen, Sich ihm offenbaren und ihn durch den Heiligen Geist Seiner ewigen und allwaltenden Liebe mit aller Seiner Weisheit und Macht erfüllen. (Joh 14,21+23; 1. Joh 3,24; Eph 3,17; 1. Petr 1,23; GEJ.09_158,06; GEJ.10­_090,11ff; GEJ.01­_092,17-18)
Jesus: „In Mein Reich des Lebens werden die nicht völlig eingehen, die in ihrem Glauben zu Mir sagen werden: »Herr, Herr und Meister!«, sondern jene nur, die nach Meiner Lehre handeln und leben werden. Denn Meine Worte, so sie von einem Menschen tatsächlich erfüllt werden, sind Leben und Gotteskraft; aber bei Menschen, die die Worte wohl hören und sie auch im Gedächtnisse behalten, aber nicht danach handeln und leben, sind sie ohne Wirkung zum ewigen Leben der Seele, wohl aber werden sie ihr gereichen zum Gerichte, das da ist der andere Tod im andern Leben. Ich habe es euch nun gesagt, auf dass sich niemand damit entschuldigen kann, als habe er das nicht gewusst!“ (GEJ.09_082,13)


Mt 7,24-27: Der kluge Bauherr.

Mt 7,24-27: Darum, wer diese meine Rede hört und tut sie, den vergleiche ich einem klugen Mann, der sein Haus auf einen Felsen baute. Da nun ein Platzregen fiel und ein Gewässer kam und wehten die Winde und stießen an das Haus, fiel es doch nicht; denn es war auf einen Felsen gegründet. Und wer diese meine Rede hört und tut sie nicht, der ist einem törichten Manne gleich, der sein Haus auf den Sand baute. Da nun ein Platzregen fiel und kam ein Gewässer und wehten die Winde und stießen an das Haus, da fiel es und tat einen großen Fall.
Klug ist, wer sich den Wahlspruch ‚Alles mit Jesus und nichts ohne Ihn‘ als Wegweiser bestimmt und werktätig nach Seiner Lehre lebt und handelt, denn damit baut er sein Haus auf einen Felsen (Mt 16,18; GEJ.09_­185,03), kann allen Lebensstürmen trotzen und wird das ewige Leben ernten. Töricht ist, wer in seiner Trägheit behaglich in der Welt verharrt und sich so viel als möglich allen Vergnügungen und Zerstreuungen in die Arme wirft; er wird den Verführungen erliegen, Anfechtungen nicht gewachsen sein und einstens in die Finsternis hinausgestoßen werden. (Mt 8,12; Mt 25,30; GEJ.10_221,02ff)


Mt 7,28-29: Wer will schon die Wahrheit hören?

Mt 7,28-29: Und es begab sich, da Jesus diese Rede vollendet hatte, entsetzte sich das Volk über seine Lehre. Denn er predigte gewaltig und nicht wie die Schriftgelehrten.
Wer möchte schon die Wahrheit hören und tatkräftig in seinem Leben verwirklichen, wenn er dafür seine Weltbequemlichkeiten aufgeben muss? Also spottet man sie lieber (Apg 2,12; Joh 7,44-49) oder passt sie seinen Eigeninteressen an, meint wenn man so ein ganz klein wenig glaubt und Jesus neben den Weltfreuden mit sich herzieht, reiche dies schon aus, um in den Himmel zu kommen. Schließlich habe man ja den Glauben, und von den Sünden hat er uns sowieso erlöst. Doch solange wir unser sündiges Verhalten und unsere sündhaften Veranlagungen nicht aus uns herausgeschafft haben, können wir auch nicht in den Himmel eingehen, denn dafür müssen wir so vollkommen (rein) sein wie der Vater im Himmel ist. (Mt 5,48; Lk 11,40; 2. Tim 3,17; Mt 19,21; Lk 6,40; Rö 12,2; Eph 5,10; Eph 4,23; 1. Thes 1,4-9) Unser Leben auf dieser Erde ist uns ja gerade zu der Entscheidung gegeben, ob wir den breiten Weltweg der Eigenliebe und Sünde oder den schmalen himmelwärts führenden Weg der Selbstverleugnung und Reinigung gehen wollen. Als Wegführer haben wir die gesamte Heilige Schrift, in der uns tausendfältig aufgezeigt wird, welche Handlungen welche Konsequenzen nach sich ziehen.
Jesus sagt klar und unmissverständlich: „Wer meine Gebote hat und hält sie, der ist es, der mich liebt. Wer mich aber liebt, der wird von meinem Vater geliebt werden, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.“ (Joh 14,21; 1. Joh 5,3)
„Wer mich liebt, der wird mein Wort halten (das Wort halten bedeutet aber auch kompromisslos danach leben); und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden (erst dann!) zu ihm kommen und Wohnung bei ihm machen. Wer mich aber nicht liebt, der hält meine Worte nicht (also lieben Ihn auch diejenigen nicht, die Seine Lehre ihrer Lebensbequemlichkeit anpassen, die weiter sündigen mit dem Selbstbetrug, sie seien ja sowieso von der Sünde erlöst. Welch ein Irrtum!). Und das Wort, das ihr hört, ist nicht mein, sondern des Vaters, der mich gesandt hat.“ (Joh 14,23-24)
„Ich weiß deine Werke; denn du hast den Namen, dass du lebest (du bist dazu berufen, ein Kind Gottes zu sein), und bist tot (lebst nach der Welt). Werde wach (erkenne die Welt mit ihrem Wert und wohin dich Gott führen will) und stärke das andere, das sterben will (stärke also die Seele/den Geist in dir, denn der Welt nach lebend, d.h. fleischlich gesinnt sein, ist der seelische/geistige Tod – Rö 8,6; Gal 6,8), denn ich habe deine Werke nicht völlig erfunden vor Gott (sind also noch sündhaft). So gedenke nun, wie du empfangen und gehört hast, und halte es (die Lehre Jesu), und tue Buße (gehe den Weg der Umkehr, lebe kompromisslos nach der Lehre Jesu). So du nicht wirst wachen (streng auf dich achten, ob du zu jeder Zeit dem Willen Gottes gemäß Seiner Lehre nachkommst), werde ich über dich kommen wie ein Dieb, und wirst nicht wissen, welche Stunde ich über dich kommen werde (niemand weiß, wann er aus diesem Leben abberufen wird). […] Wer überwindet (sein sündhaftes Verhalten und die Schwächen, die ihn an die Welt fesseln) soll mit weißen Kleidern (Reinheit) angetan werden, und ich werde seinen Namen nicht austilgen aus dem Buch des Lebens, und ich will (erst dann!) seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln.“ (Off 3,1-5; GEJ.01_040 u.041)




Ausarbeitung Stand 08/2012






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