Bergpredigt, Kapitel 6 - Der Prophet Jakob Lorber und seine Verkündungen ... Jakob Lorber

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Bergpredigt, Kapitel 6

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Kapitel 6

Mt 6,1-4: Wohltätigkeit – Warnung vor Scheinheiligkeit

Mt 6,1-4: Habt acht auf eure Almosen, dass ihr die nicht gebet vor den Leuten, dass ihr von ihnen gesehen werdet; ihr habt anders keinen Lohn bei eurem Vater im Himmel. Wenn du Almosen gibst, sollst du nicht lassen vor dir posaunen, wie die Heuchler tun in den Schulen und auf den Gassen, auf dass sie von den Leuten gepriesen werden. Wahrlich ich sage euch: Sie haben ihren Lohn dahin. Wenn du aber Almosen gibst, so lass deine linke Hand nicht wissen, was die rechte tut, auf dass dein Almosen verborgen sei; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten öffentlich.
Wenn wir jemandem etwas Gutes tun, so sollen wir nicht darüber reden oder gar damit vor anderen prahlen, denn wer das tut, der hat seinen geistigen Lohn bei Gott schon dahin genommen, dass er für seine edle Tat einen weltlichen Ruhm erhielt, der die Seele niemals stärkt sondern sie nur verdirbt, weil er sie eitel und selbstgefällig macht. Im Verborgenen mit Freundlichkeit getane Wohltaten hingegen werden uns von Jesus vielfach vergolten werden. (Rö 12,8; 1. Kor 13,3; Mt 16,27; Mt 25,37-40; Lk 12-14; Rö 2,6; GEJ.06_123,08; GEJ.03_112,06; GEJ.07_180,34; GEJ.09_101,03; GS.02_104,09) Wer seinen armen Nächsten wahrhaft liebt wie sich selbst, wird ihn nicht abweisen wenn er ihn um etwas bittet, egal welcher Herkunft, welchen Alters er auch sei; was er den Armen tut, das wird Gott so ansehen, als hätte er es Ihm getan und wird es ihm vergelten, (Joh 14,21; GEJ.01_125,22; GEJ.09_009,05; GEJ.10_139,04; GEJ.10_146,11).
Unter Almosengeben ist nicht nur das Spenden von Geld zu verstehen, sondern alles das, woran es dem armen Nächsten mangelt. Mangelt es jemandem z.B. an Zeit und ein anderer hat viel Zeit, ist also wohlhabend an Zeit, so bestünde in diesem Fall das Almosengeben in Zeit. Ein Starker, Wohlhabender an Kraft, kann einem Schwachen – Armen an Kraft – dort helfen, wo seine Kraft benötigt wird usw. (GEJ.02_111,04; GEJ.03_036,05; GEJ.03_112,08ff; GEJ.03_209,03-04).
Rechtes Almosengeben: Wir sollen die Armen nicht leiden lassen, aber wir brauchen ihnen dabei auch nicht so viel geben, dass sie dadurch auch reich werden würden. Wir sollen auch zunächst denen, die man sieht und kennt, ihren Bedürfnissen nach angemessen helfen und nicht in ferne Länder spenden, während wir gleichzeitig unseren armen nächsten Nachbarn in unserer unmittelbaren Umgebung beiseiteschieben und darben lassen. (GEJ.04_079,04ff) Dabei sollte es uns nicht interessieren, ob der Arme, der um ein Almosen bittet, uns hierfür dankt und was er danach damit macht, auch wenn es Arme gibt, die das ihnen gegebene Almosen vergeuden und darüber hinaus auch noch höchst undankbar sind. Wichtig ist die geübte Nächstenliebe, von der wir niemanden ausschließen sollen. (GEJ.05_125,07ff) Gott lohnt stets alle aus wahrhaftigem Herzen Gebenden, auch wenn dabei in Unwissenheit einem Betrüger oder Heuchler ein Almosen gegeben wird. Desgleichen wird derjenige, der zu Unrecht ein Almosen erheischt, dafür ebenfalls seinen gerechten Lohn ernten. (GEJ.06_227,16)
Demjenigen, der eindeutig und erwiesenermaßen aus Arbeitsscheu und Faulheit bettelt, oder sich sogar auf diesem Wege einen Reichtum ansammeln möchte, dem braucht nicht gegeben werden. (Mt 10,9; GEJ.02_157,09; GEJ.01_135,19; GEJ.07_132,04)
Negativverhalten: Wer ein großes Vermögen und Einkommen hat, dabei aber nur für seine Kinder spart und mit harten Augen auf seine armen Nächsten schaut, wenn sie ihn um ein Almosen bitten, abweist oder stets nur vertröstet, ist ein Feind Gottes, denn wie will er Gott lieben, den er nicht sieht, wenn er seinen Nächsten nicht liebt, den er vor sich sieht und dessen Not kennt? Wer seinen armen Nächsten in der Not alleine lässt, den wird auch Gott alleine lassen. Und wer seinem Nächsten nicht von Herzen gibt sondern nur aus einer notwendigen Pflicht heraus oder um des Ansehens seiner Mitmenschen willen, der hat in den Augen Gottes nichts gegeben, egal wie reichlich er dabei gibt. Wer dagegen wenig hat, dieses wenige jedoch gerne mit seinem armen Nächsten teilt, dem wir auch das Wenige reichlichst von Gott vergolten werden. Nur ein Herz, in dem die Liebe herrscht und aus der heraus gehandelt wird, ist Gott wohlgefällig. (1. Joh 4,20; GEJ.01_125,20; GEJ.09_009,05; GEJ.01_125,22)
Jesus zum gerechten Almosen geben: "Wenn ihr unter euch Arme habt, so sage Ich es euch allen: Ihr brauchet ihnen nicht zu geben, dass auch sie reich würden; aber Not sollet ihr sie nicht leiden lassen! Die ihr sehet und kennet, denen helfet nach Recht und Billigkeit! Es wird aber noch gar viele geben auf dieser weiten Erde, die gar entsetzlich arm sind und eine übergroße Not leiden. Allein ihr kennet sie nicht und vernehmet auch nicht ihr Jammergeschrei; darum lege Ich sie euch auch nicht ans Herz, sondern die nur, die ihr kennet und die irgend zu euch kommen. Wer von euch ein Freund der Armen sein wird aus vollem Herzen, dem werde auch Ich ein Freund und ein wahrer Bruder sein, zeitlich und ewig, und er wird nicht nötig haben, die innere Weisheit von einem andern Weisen zu erlernen, sondern Ich werde sie ihm geben in aller Fülle in sein Herz. Wer seinen nächsten armen Bruder lieben wird wie sich selbst und wird nicht hinaus stoßen eine arme Schwester, welchen Stammes und welchen Alters sie auch sei, zu dem aber werde Ich Selbst kommen allzeit und Mich ihm treulichst offenbaren. Seinem Geiste, der die Liebe ist, werde Ich's sagen, und dieser wird damit erfüllen die ganze Seele und ihren Mund. Was der dann reden oder schreiben wird, das wird von Mir geredet und geschrieben sein für alle Zeiten der Zeiten. Des Hartherzigen Seele aber wird ergriffen werden von argen Geistern, und diese werden sie verderben und sie einer Tierseele gleichmachen, wie sie dann auch jenseits also offenbar werden wird. Gebet gerne und gebet reichlich; denn wie ihr da austeilet, so wird es euch wieder zurückerteilt werden! Wer ein Hartherz besitzt, das wird von Meinem Gnadenlichte nicht durchbrochen werden, und in ihm wird wohnen die Finsternis und der Tod mit all seinen Schrecken! Aber ein sanftes und weiches Herz wird von Meinem Gnadenlichte, das gar zarter und übersanfter Wesenheit ist, gar bald und leicht durchbrochen werden, und Ich Selbst werde dann einziehen in ein solches Herz mit aller Fülle Meiner Liebe und Weisheit". (GEJ.04_079,04ff)

Mt 6,5-8: Richtig beten.

Mt 6,5-8: Und wenn du betest, sollst du nicht sein wie die Heuchler, die da gerne stehen und beten in den Schulen und an den Ecken auf den Gassen, auf dass sie von den Leuten gesehen werden. Wahrlich ich sage euch: Sie haben ihren Lohn dahin. Wenn aber du betest, so gehe in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater im Verborgenen; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten öffentlich. Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viel Worte machen. Darum sollt ihr euch ihnen nicht gleichstellen. Euer Vater weiß, was ihr bedürfet, ehe ihr ihn bittet.
Vor Gott gilt allein das Gebet der Liebe im Herzen: Solange man nicht aus der Liebe des Herzens heraus, sondern nur mit den Lippen betet und den Namen Gottes anruft, wird dies von Ihm nicht erhört werden. Wer Gott von ganzem Herzen liebt und daraus handelt, ist ein rechter Anbeter Gottes, dessen Gebete erhört werden. (Jes 29,13; Joh 9,31; GEJ.04_001,14; GEJ.09_209,06)
Zum Vater im Verborgenen beten: Das rechte Beten besteht darin, sich von der Außenwelt abzuwenden, sich im Herzen zu konzentrieren und so im Stillen und Verborgenen seine Bitte mit einfachen Worten Gott vorzutragen. (GEJ.09_209,06; GEJ.06_123,09; GEJ.10_102,18-19; GEJ.10_032,04-05)
Ernsthaft und ohne Aufhebens bitten: Gott erhört diejenigen ernsthaften Bitten, die ohne großes Aufheben - auch in der Gemeinde von mehreren - vorgetragen werden, jedoch nicht solche, bei denen auf die Äußerlichkeiten ein größerer Wert gelegt wird, das Herz jedoch dabei wenig empfindet. Denn so ehren die Menschen Gott mit leeren Weltzeremonien und mit den Lippen, aber ihr Herz ist fern von Ihm. (Jes 29,13; Mt 15,8-9; Mk 7,6-7; GEJ.01_195,04; GEJ.10_032,04-05; GEJ.06_123,10f; GEJ.09_209,01ff)
Welche Gebete Gott nicht erhört: Gott erhört diejenigen Bitten nicht, die nicht ehrlich, nicht wirklich von Herzen gemeint sind, sich als Schaden auf den Bittenden selbst oder jemanden anderen auswirken könnten. (GEJ.10_102,18-19)
Gott ohne Unterlass im Geist und in der Wahrheit anbeten: Da Gott ein Geist ist, kann Er auch nur im Geist und in der Wahrheit angebetet werden, was bedeutet, allezeit an den einen wahren Gott glauben, Ihn aus allen Kräften über alles lieben und Seine Gebote werktätig halten. (1.Thes 5,17; 2.Tim 1,3; Joh 4,24; 2.Kor 3,17; Mt 22,37-39; Jak 2,17; GEJ.01_027,12ff; GEJ.03_036,05; GEJ.10_102,18-19)
Gott in der Tat anbeten: Das wahre, Gott wohlgefällige Gebet im Geist besteht nicht in eitlen Worten, im Bewegen der Lippen, sondern in der Liebe zu Gott und tätigen Ausübung der Liebe an unseren Mitmenschen. Wessen Gebet in lebendigen Werken und Taten der Liebe besteht, der betet ohne Unterlass Gott im Geist und in aller Wahrheit an, denn ohne Tat ist jedes Lippengebet eine Lüge, mit der Gott als die ewige Wahrheit nicht verehrt, sondern nur verunehrt wird, da die Herzen fern sind von der wahren Liebe zu Gott und den armen Nächsten. (Spr 19,17; 1. Petr 2,21; Mt 16,24; Mt 25,37-40; Jak 2,17; Jes 1,15-17; GEJ.03_112,08ff; GEJ.03_209,03-04)
Unser Vater weiß, was wir bedürfen: Für den, der vertrauensvoll sein Leben in Gottes Hände legt, wird Er sorgen und dazu die Verhältnisse um ihn herum so gestalten, dass er das erhält, was er benötigt. (Mt 6,31-33; Lk 12, 22-31; GEJ.06_228,10)

Mt 6,9-13: Das Gebet der Gebete.

Mt 6,9-13: Darum sollt ihr also beten: Unser Vater in dem Himmel! Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe auf Erden wie im Himmel. Unser täglich Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie wir unseren Schuldigern vergeben. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Übel. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.
Was das Vaterunser betrifft, so steht es mit diesem Gebet geradeso, wie mit der Frage, wie man dasselbe beten soll, dass es Frucht bringe. Denn wer dasselbe nicht im Geist und in der Weisheit betet, dem nützt es gerade so viel, wie dem bekannten Blinden die Erklärung der Farben. (HiG.01_41.03.13,08ff)
Zu einem wahrhaften Gebet wird dieses Gebet nur, wenn es im Herzen lebendig und voll Liebe Gott vorgetragen, nicht über irgendetwas geklagt, sondern dankbar angenommen wird, dass alles, was uns widerfährt, nach dem Willen Gottes zu unserem Besten geschieht (Rö 8,28). Wenn wir so denken und fühlen, werden wir in Gott unseren Frieden finden und Er wird uns durch alle Wirrnisse den Weg des wahren Lebens, des Lichtes und der Wahrheit zu Ihm finden lassen (Joh 14,6). Wer dankbar anerkennt, dass nichts ohne Sinn geschieht und alles dazu dient, uns näher zu Gott zu bringen, nähert sich auch fortwährend der Liebe Gottes, bis er ganz in dieselbe übergeht. (HiG.01_41.03.13,08ff; GEJ.03_123,04ff; GEJ.08_092,05ff; GEJ.10_032,05)

Mt 6,14-15: Vergeben führt zur Vergebung der eigenen Fehler durch Gott.

Mt 6,14-15: Denn so ihr den Menschen ihre Fehler vergebet, so wird euch euer himmlischer Vater auch vergeben. Wo ihr aber den Menschen ihre Fehler nicht vergebet, so wird euch euer Vater eure Fehler auch nicht vergeben.
Wer seinem größten Feind von ganzem Herzen vergeben kann, dem werden auch von Gott aus alle noch so großen Sünden vergeben. (GEJ.07_229,18; GEJ.08_080,22; GEJ.08_193,12)
Vergebung ist der Schlüssel zur Heilung aller Gebrechen, die mit Kränkung, Verbitterung, Verachtung und Hass verbunden sind, denn Liebesschulden sind die Schulden, die uns am hartnäckigsten verfolgen und mit Aussöhnung abgetragen werden können – Aussöhnung mit dem Anderen, aber auch mit sich selbst. (1. Petr 4,8) Verletzungen, die wir erleiden, sind ein nagender Wurm in uns, der uns, wenn wir nicht verzeihen können, krank macht. (Spr 10,12) Dabei ist der größte und bitterste Schmerz nie die Verletzung selbst, die in uns eingraviert ist, sondern dass wir nicht mehr richtig lieben können. Doch ist Versöhnung immer möglich und lebensnotwendig. Die Bereitschaft zu vergeben ist der Einstieg für den Ausstieg aus Kränkung, Verbitterung, Zorn und Hass. Jesus ruft uns auf, mit jedermann in Frieden zu leben. Wo keine Feindschaft, Neid oder Hass besteht, herrscht Harmonie. Und das ist das eigentliche Himmelreich im Größten wie im Kleinsten, dass da unter den Seligen nirgends irgend eine Feindschaft oder ein Neid oder gar Hass besteht , sondern die größte Harmonie, die größte Eintracht und die größte gegenseitige Liebe. (GEJ.05_289,08)
Wer dem, der ihn durch irgendetwas beleidigt hat, nicht von ganzem Herzen vergeben und segnen kann, der wird früher oder später die unausbleiblichen Folgen der Feindschaft zu spüren bekommen, gegen die er solange von Gott keinen Schutz zu erwarten hat, bis er seine Schuld am Feind bis auf den letzten Heller bezahlt hat. Es ist also besser, ein Unrecht zu erdulden als jemandem auch nur ein Scheinunrecht zuzufügen. Dadurch zieht man sich keine Rächer, und die Geister, die sonst zum Feind geworden wären, werden Schutzgeister werden und viel Unheil abwenden. (GEJ.01_080,02)
Ersetzen wir daher unsere Verletzungen durch ein demütiges Hinnehmen des uns Widerfahrenen und eilen wir damit zur Gottesliebe (sehr gut in 1. Kor 13,4-7 beschrieben). Keine wirkliche Heilung der inneren Wunden geschieht ohne Jesus. Nehmen wir Seine Einladung an, zu Ihm zu kommen, damit Er uns helfen kann (Mt 11,28-29).

Mt 6,16-18: Richtiges Fasten.

Mt 6,16-18: Wenn ihr fastet, sollt ihr nicht sauer sehen wie die Heuchler; denn sie verstellen ihr Angesicht, auf dass sie vor den Leuten scheinen mit ihrem Fasten. Wahrlich ich sage euch: Sie haben ihren Lohn dahin. Wenn du aber fastest, so salbe dein Haupt und wasche dein Angesicht, auf dass du nicht scheinest vor den Leuten mit deinem Fasten, sondern vor deinem Vater, welcher verborgen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir's vergelten öffentlich.
Von ungewaschenen Fastern/Heuchlern ohne gesalbtes Haupt:
Es gibt viele Leute, die heuchelnd etwas vorgeben, was sie gar nicht sind. So laufen viele nicht wegen echter Frömmigkeit in die Kirche, sondern nur um als fromme Menschen angesehen zu werden; aus Gewohnheit, „weil es sich so gehört“; um für eine Weile nicht einsam zu sein; weil man es von ihnen erwartet. Und so gehören z.B. zu einer schönen Hochzeit natürlich auch das weiße Kleid und ein prachtvoller Gottesdienst dazu, ob dieses weiße Kleid und die Segnung für die Ehe vor Gott gerechtfertigt sind, interessiert dabei weder Priester noch Brautleute. Taufe und Beerdigung gehören in die Kirche und natürlich auch ein Besuch an den großen Glaubensfesten, wo man denkt, man müsse mal wieder etwas für sein Gewissen tun, oder weil es zumindest da zum Feiern des entsprechenden Festes mit dazu gehöre, ihm einen schönen Rahmen gebe.
Dann gibt es auch solche, die mit einem halben, einem lauen Glauben in die Kirche laufen, um sich dann dort noch am liebsten von irgendeinem Heiligen einen zeitlichen Vorteil zu erbitten, anstatt sich direkt an Gott zu wenden, ohne dessen Willen ja ohnehin keine Bitte erhört wird.
Heuchler sind auch diejenigen, die sich kirchlich engagieren, um von der Gemeinde gut angesehen und gelobt zu werden, sich dadurch selbst besser als ihre Nächsten dünkend über selbige erheben.
Es will ein jeder nur scheinen, wozu also die Salbung des Hauptes und wozu die Waschung des Angesichts? Der Welt genügt ja der Schein! Wozu das echte Fasten Gott zuliebe auf sich nehmen, sich selbst verleugnen und Jesus mit einem beharrlichen Willen nachfolgen? (HiG.03_42.08.18,12-13; GEJ.06_051,05-06)
Das wahre Fasten:
Wahres Fasten heißt, aus wahrer Liebe zu Gott sich selbst verleugnen an allem, was die Welt bietet, von ganzem Herzen sanftmütig und geduldig wie Jesus werden, um durch ein solches vor Gott gerechtes Fasten zum Brot des Lebens zu gelangen. (Lk 14,15; HiG.01_41.04.09,16-17)
Jesaja gibt uns in den Versen 58,6-9 das vor Gott gültige Fasten wie folgt kund: „Das ist aber ein Fasten, das ich erwähle: Lass los, welche du mit Unrecht gebunden hast; lass ledig, welche du beschwerst; gib frei, welche du drängst; reiß weg allerlei Last; brich dem Hungrigen dein Brot, und die, so im Elend sind, führe ins Haus; so du einen nackt siehst, so kleide ihn, und entzieh dich nicht von deinem Fleisch. Alsdann wird dein Licht hervorbrechen wie die Morgenröte, und deine Besserung wird schnell wachsen, und deine Gerechtigkeit wird vor dir hergehen, und die Herrlichkeit des Herrn wird dich zu sich nehmen. Dann wirst du rufen, so wird dir der Herr antworten; wenn du wirst schreien, wird er sagen: Siehe, hier bin ich“. (HiG.03_48.12.30,06)

Mt 6,19-21: Falsche und echte Schätze.

Mt 6,19-21: Ihr sollt euch nicht Schätze sammeln auf Erden, da sie die Motten und der Rost fressen und da die Diebe nachgraben und stehlen. Sammelt euch aber Schätze im Himmel, da sie weder Motten noch Rost fressen und da die Diebe nicht nachgraben noch stehlen. Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz.
Wir sollen uns nicht von der Welt blenden lassen und nicht auf ihre Verlockungen hören, denn in ihr ruht der arge Geist der Versuchung zu allen Sünden. Wir sollen schon hier nach dem Geistigen durch die werktätige Nachfolge Jesu streben (Mt 19,21; Mk 10,21; Lk 12,33-34; Lk 18,22; Kol 3,1-2; GEJ.04_140,06; GEJ.06_193,06-07), denn was würde es nützen, alle Schätze der Welt zu besitzen, dabei aber an der Seele Schaden zu erleiden? Nur was an Geistigem erworben ist, hat Beständigkeit. (GEJ.08_038,16; GEJ.08_122,04; GEJ.07_001,13)
Jesus: "Wo dein Schatz sein wird, da wirst auch du sein mit deinem Herzen, in dem der Hauptschatz wohnt. Bin Ich dir ein köstlicher Schatz geworden in deinem Herzen, wahrlich, so sollst du Meiner ewig nimmer ledig werden! Denn da Ich wohne in der Liebe, da bin Ich eigentlichst zu Hause und ziehe ewig nimmer aus solcher Wohnstätte. Lass Mich daher fortwährend wohnen in deinem Herzen, und Ich werde für dich in keiner Verborgenheit wohnen! Denn nur die Liebe allein kann meine Gegenwart ertragen, wie ein Feuer das andere. Alles aber, was nicht Feuer ist, das wird vom Feuer zerstört und verzehrt. Darum auch ziehe Ich Mich von der Welt zurück, auf dass sie Mein Feuer nicht ergreife und zerstöre! Frage aber ja nie: ,Herr, wo bist Du?' - Da werde Ich dir nicht sagen: ,Hier bin Ich!'; sondern frage sorgfältig dein Herz, ob es Mich liebt, und Ich werde in deinem Herzen, das Mich liebt, dir zurufen: ,Hier bin ich zu Hause, in aller Fülle Meiner Gnade und Erbarmung!'" (JJ.01_246,15ff)

Mt 6,22-23: Werde Licht!

Mt 6,22-23: Das Auge ist des Leibes Licht. Wenn dein Auge einfältig ist, so wird dein ganzer Leib licht sein; ist aber dein Auge ein Schalk, so wird dein ganzer Leib finster sein. Wenn nun das Licht, das in dir ist, Finsternis ist, wie groß wird dann die Finsternis sein!
Ein nach der Welt mit ihren Sinnenfreuden und Vergnügungen ausgerichtetes Leben ist ein Leben in Dunkelheit und Gottesferne: Wer recht handelt, seine Sinne nach dem Geistigen richtet, vergeistigt sich, wird dadurch Licht, wer seine Sinne aber nach der Welt richtet, verfinstert sich, da er sich dadurch in die finstere Materie vergräbt. Wenn nun aber das Licht des Geistes der Seele verschlossen bleibt, wie groß wird dann die Finsternis in der Seele sein? (Joh 8,12; Joh 3,21;  Lk 11,34-36; Joh 11,9-10; 2. Kor 6,14; GEJ.01_044,02)
Jesus: "Wenn aber das Licht, das in dir ist, eine barste Finsternis ist, wie groß muss dann erst deine Finsternis für sich sein! Das heißt, so der Mensch schon das Falsche liebt, um dadurch einen desto freieren Spielraum für seine Bosheit zu bekommen, wie groß muss dann erst die Liebe zum Bösen selbst sein! – Sehet, das ist die gepriesene Weisheit der Welt, die aufgeklärte Vernunft: Regeln zu erfinden, damit unter ihnen der Mensch desto freier sündigen könnte! – Aber Meine Regel, welche da ist die Liebe, hält sie für läppisch und unwürdig eines Mannes, der da sein will ein vollkommener Schüler der Vernunft, welche die Liebe tadelt und Rühmliches redet über den Selbstmord! – O Welt! – O Greuel!" (HiG.03_42.08.16,09)
Es gibt Menschen, die sehen und hören, aber sie vernehmen davon doch nichts und verstehen und fassen auch nichts, denn sie sind und bleiben verstockt und blind im Herzen. Wer aber verstockt und blind im Herzen ist, der ist auch verstockt und blind im Gehirn und ganzen Leib, denn wenn schon das, was im Menschen Licht sein soll, Finsternis ist, wie finster ist dann erst der ganze Mensch? (Joh 11,10; Joh 3,19-20; 2. Kor 4,4; GEJ.08_062,11).
Für die geistige Entwicklung ist Selbsterkenntnis notwendig, denn wer sich selbst versteht, wird auch andere verstehen und ergründen können. Wer sich jedoch nicht selbst zur vollen Klarheit geworden ist, in dem kann auch alles andere zu keiner Klarheit werden. Denn wenn das Auge blind ist, woher soll der Mensch dann ein Licht bekommen und wissen, woraus er besteht und was ihn umgibt? Ist aber das Auge hell, dann ist auch alles hell im Menschen und um den Menschen herum. (RB.02_151,10)

Mt 6,24: Die Unmöglichkeit, gleichzeitig zwei gegensätzlichen Herren zu dienen.

Mt 6,24: Niemand kann zwei Herren dienen: Entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird dem einen anhangen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.
Niemand kann Gott und der Welt gleichzeitig dienen, und sie auch nicht gleichzeitig lieben. Wer Gott nicht liebt, hat auch nicht das wahre Leben aus Gott in sich, sondern nur ein Scheinleben aus dem Fürsten dieser Welt, der niemals etwas anderes als nur den Tod geben kann. (Rö 6,23; 1. Kor 15,56; Jak 1,15; GEJ.06_211,11) Ein jeder, der in das Reich Gottes eingehen will, muss daher das Reich der Welt durch eine werktätige Nachfolge Jesu aus seinem Herzen schaffen. (Eph 5,14; Heb 13,20; GEJ.08_077,14-15) Johannes sagt uns: „Habt nicht lieb die Welt noch was in der Welt ist. So jemand die Welt liebhat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters“. (1. Joh 2,15)
Wer sich von der Welt gefangen nehmen lässt, braucht sich nicht zu wundern, wenn er in einer ihn treffenden Not keine Hilfe von Gott erhält. (Lk 16,13; Jak 4,4;GEJ.01_167,16ff) Gleiches gilt auch für die Wankelmütigen, die sich zwischen Gott und der Welt nicht entscheiden können. (1. Kön 18,21; 2. Kor 6,15, Off 3,16; GEJ.04_199,12-13; GEJ.10_038,02)
Jesus Rat an Seine Jünger/innen: "Wer als Mein Jünger der Welt nicht völlig entsagen kann, der wird nicht stark im Gottesreich werden; denn Gott und der Welt dienen, geht schwer oder auch wohl gar nicht. So aber jemand im Reich Gottes stark geworden ist, dann erst kann er wahrhaft auch aller Welt nützlich dienen. Als in den älteren Zeiten auf den gewissen Bergen noch die wahren Schulen der Propheten bestanden, da musste der, welcher ein rechter Prophet werden wollte, sich von aller Welt völlig zurückziehen und in sich suchen das lebendige Wort Gottes; hatte er das gefunden, so wurde er auch freigelassen und war so erst fähig, der Welt wahrhaft nützend zu dienen. Wie aber die wahren Propheten und in der Vorzeit auch die Patriarchen der Welt gedient und genützt haben, das kennet ihr aus der Schrift, und Ich brauche es euch nicht zu erzählen. Und somit kennet ihr nun Meinen Willen und Meinen Rat und könnt nun tun, wie es euch beliebt. Wer nicht zuvor völlig Gottes wird, ehe er wirkend kehrt zur Welt, den verführt die Welt und verschlingt bald und leicht sein Herz und seine Seele; wer aber zuvor ganz Gottes geworden ist, dem kann die Welt nichts mehr anhaben; denn er hat um sich einen festen Damm und für sich eine Burg erbaut, die von den Pforten der Hölle nicht überwunden werden kann." (GEJ.08_125,09ff)

Mt 6,25-34: Unnötige Sorgen.

Mt 6,25-34: Darum sage ich euch: Sorget nicht für euer Leben, was ihr essen und trinken werdet, auch nicht für euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr denn Speise? und der Leib mehr denn die Kleidung? Sehet die Vögel unter dem Himmel an: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater nährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie? Wer ist aber unter euch, der seiner Länge eine Elle zusetzen möge, ob er gleich darum sorget? Und warum sorget ihr für die Kleidung? Schaut die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen: Sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. Ich sage euch, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht bekleidet gewesen ist wie derselben eins. So denn Gott das Gras auf dem Felde also kleidet, das doch heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird: Sollte er das nicht viel mehr euch tun, o ihr Kleingläubigen? Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen, was werden wir trinken, womit werden wir uns kleiden? Nach solchem allem trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr des alles bedürfet. Trachtet am ersten nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch solches alles zufallen. Darum sorgt nicht für den andern Morgen; denn der morgende Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass ein jeglicher Tag seine eigene Plage habe. Suche nach Meinem Worte nur allein das Reich Gottes und seine lichtvollste Gerechtigkeit, die da vor allem besteht in der Liebe zu Gott und zum Nächsten, so wird dir alles andere ganz frei hinzugegeben werden!
„Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne, und nähme an seiner Seele Schaden?“ (Mk 8,36; Mt 16,26). Jesus ruft uns hier auf, unser Leben vertrauensvoll in Seine Hände zu legen und anstatt nach weltlichen Reichtümern nur nach den geistigen Schätzen des Reiches Gottes zu streben, sodann uns alles zum Leben Notwendige von Ihm gegeben wird. (Ps 37,5; Phil 4,6, Mt 16,8; GEJ.06_069,03; GEJ.07_126,09-10; GEJ.10_016,07; GEJ.10_108,13; GEJ.10_194,15; Er.01_070,01ff) Jesus hat mit Seiner Lehre für alle Zeit gezeigt, wie wir leben sollen, wozu es notwendig ist, das allein auf das Diesseits ausgerichtete Denken aufzugeben (Mt 6,24; Lk 16,13). Für den, der aus der Liebe zu Gott den Schritt wagt, die weltlichen Bequemlichkeiten hinter sich zu lassen, danach trachtet, sein Leben nach Seinem Willen auszurichten und Seine Lehre in der Tat umsetzt, für den wird Gott sorgen und ihn in solche Verhältnisse versetzen, in denen er Ihm dienend auskommen und sein Leben dennoch fristen kann. (1. Petr 5,7; 1. Tim 6,6; Hebr 13,5-6; GEJ.07_055,12; GEJ.08_089,06; GEJ.08_163,10; GEJ.09_039,09; GEJ.09_155,11+15; GEJ.09_ 209,09-10; GEJ.10_144,14; )
Jesus: "Denn wenn es heißt, dass da vor allem Mein Reich gesucht werden soll und alles andere dann als freie Gabe hinzugegeben werde, so bedenkt, dieses Mein Reich ist eben nur die Liebe! - Wer Mich also sucht durch die Liebe und in der Liebe, der sucht Mich im Geist und in der Wahrheit. Und dieses ist »Mein Reich«. (HiG.01_40.12.01;31; HiG.03_47.02.14,07) Bittet um das Große, so wird euch das Kleine als Zugabe geschenkt werden! - Oder: Bittet um das Himmlische, so wird euch auch das Irdische hinzugegeben werden! (HiG.02_46.12.16,09) Aber so ihr nur die Weisheit suchet und ihre Kraft, da wird es euch ergehen wie dem, der sein Talent vergrub, und ihm dann noch das genommen ward, das er hatte, und sein Anteil die Finsternis ward! - Das beachtet darum überaus sehr tief, so ihr der Verklärung teilhaftig werden wollt amen." (HiG.03_47.07.22,11)






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