Angst und ihre Auflösung - Der Prophet Jakob Lorber und seine Verkündungen ... Jakob Lorber

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Angst und ihre Auflösung

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Angst hat viele Gesichter
Angsterkrankungen gehören weltweit zu den häufigsten Leiden, die sich zu einem generalisierten Angstsyndrom entwickeln können, hinter dem sich eine Vielzahl körperlicher und psychischer Symptome verstecken und häufig im Zusammenhang mit einer Depression auftreten.
Angst wird zur Krankheit, wenn sie unangemessen stark ist, zu oft und zu lange auftritt, und mit Kontrollverlusten (z.B. Panikattacken) oder Zwangshandlungen (z.B. Waschzwang) verbunden ist, starkes Leid verursacht und dazu führt, dass man den Auslösern aus dem Weg geht oder sie durch Medikamenten-/Drogen- bzw. Alkoholkonsum zu unterdrücken sucht.
Angst hat viele Gesichter und viele Namen. Am weitesten verbreitet sind Phobien, Ängste vor Hunden, Spinnen (Arachnophobie), freien Plätzen (Agoraphobie), engen Räumen (Klaustrophobie), Menschen (soziale Phobie), vor dem Fliegen, Sucht- und Zwangshandlungserkrankungen, Panikstörungen (Panikattacke = Angst vor der Angst, die man fühlt oder von der man befürchtet, dass sie gleich ausbrechen könnte).
Um sich von seinen Ängsten befreien zu können, ist es zunächst notwendig, sich mit ihnen zu befassen, sie näher anzusehen. Nur wer seine Ängste kennt, kann sie zur Auflösung bringen. Unbearbeitete Ängste halten die Seele gefangen und hindern daran, ein erfülltes Leben zu führen.

Wie entsteht  Angst?
Um vorhandene Ängste überwinden zu können, ist es zunächst erforderlich ihren Grund zu verstehen.
Betrachten wir den Ursprung unserer Angst, so finden wir, dass unsere Urangst in einer zerbrochenen Beziehung zu Gott liegt, ausgelöst durch den Ungehorsam des ersten Menschenpaares (1.Mo 2,16-17; 1.Mo 3,06+08-10+17ff). Sie ist der ererbte adamitische Anteil in uns (Rö 5,12), bedeutet Gott fern zu sein. Und so findet letztendlich jedes Empfinden von Angst seinen Ursprung in einer zerbrochenen Beziehung zu Gott, und das seit Urbeginn der Menschheit an, als sich Adam durch seinen Ungehorsam von Gott entfernte, da er sich nicht an Gottes Gebot hielt. Und wie in Adam aus dem Bewusstsein seiner eigenen Schwäche und Ohnmacht und seinem Handeln wider Gottes Willen Angst entstand, so entsteht auch in uns Angst, wenn wir entgegen der Stimme unseres Gewissens handeln.

Sehen wir uns im Nachfolgenden einige Probleme an, die aus Angst und einer zerbrochenen Beziehung zu Gott entstehen können:

Schuld
Aus unrechtem oder als unrecht empfundenem Handeln entsteht ein Schuldgefühl, aufgrund dessen man sich schämt und versteckt. Man kann sich selbst und Gott nicht mehr in die Augen schauen, wodurch die Kommunikation und damit die Gemeinschaft mit Ihm unterbrochen wird.
Wer unaufgelöste Schuld mit sich herumträgt, versucht sie zuzudecken und durch besondere oder besonders viel Leistung wieder gut zu machen, will sich damit seine Vergebung, Annahme und Akzeptanz „verdienen“.

Verdammnis
Schuld oder vermeintliche Schuld auf sich geladen zu haben, abgelehnt sein oder sich abgelehnt fühlen, führt zur Selbstanklage, dem Gefühl verurteilt zu sein. Damit verdammt man sich jedoch selbst, wird zu seinem eigenen Richter, wobei das Selbsturteil viel härter ist als das von Gott oder anderen Menschen.

Unsicherheit
Unsicherheit entsteht wenn man meint, den Anforderungen Anderer nicht entsprechen zu können.

Liebe und damit Geborgenheit gibt es in einer Beziehung nur, wenn Geben und Empfangen im Einklang stehen, wo nicht die ausschließliche Befriedigung des Ego, das Herrschen und Besitzen wollen des Anderen im Vordergrund steht, sondern der Andere in Liebe angenommen und auf seine Bedürfnisse Rücksicht genommen wird. Ist dies nicht der Fall, kommt es zu Unstimmigkeiten, einem Zerbrechen der Beziehung, es entwickelt sich Unsicherheit und Angst.

Ablehnung
Wer in seinen Gefühlen verletzt wurde, sich nicht geliebt und angenommen fühlt, abgelehnt wird, zieht sich zurück, woraus Einsamkeit entsteht. Aus Angst vor weiterer Verletzung und Ablehnung errichtet er eine Mauer der Isolation, damit niemand ihm zu nahe kommt.

Verlorensein
Wer einsam ist, fühlt sich verloren. Es entwickelt sich die Angst vor dem Alleinsein.


„Die Angst ist ein Netz, das uns der Böse überwirft,
damit wir uns verstricken und zu Fall kommen.“
Dietrich Bonhoeffer


Angst ist die Furcht nicht geliebt zu sein.
Letztendlich entspringt eine jede Angst der Furcht, nicht geliebt zu sein. Diese Urangst birgt ein jeder schon seit seiner Geburt in sich, empfindet sie seitens seines Umfeldes immer wieder auf die mannigfaltigste Art - ob eingebildetermaßen oder  zu Recht - bestätigt, was vielfach zum Zerbrechen von Beziehungen führt.

Angst führt dazu, sich einsam, verloren zu fühlen.
Das Gefühl der Einsamkeit kennt jeder. Wenn wir es als ein aus der Trennung von Gott herrührendes annehmen, entwickelt sich daraus keine Angst vor dem Alleinsein mehr, sondern kann als Ansporn zur (vermehrten) Hinwendung zu Gott und der eigenen Vervollkommnung dienen.


Umgang mit der Angst
Egal, unter welcher Angst man leidet, sie lässt sich nicht hinweg argumentieren, solange die eigentliche Ursache dafür nicht gelöst ist. Ängste, die nicht angeschaut, unter Kontrolle gebracht und aufgelöst werden, führen oftmals zu seelischen und körperlichen – psychosomatischen – Krankheiten. Sie können sich zu Phobien steigern, z.B. die Angst, nicht rein genug zu sein, kann zur Putzsucht, die Angst zu dick zu werden, zur Magersucht etc. führen. Manch einer versucht auch seiner Angst zu entfliehen, indem er Zuflucht zu beruhigenden Mitteln nimmt, wobei sich dadurch häufig das Rad der Sucht zu drehen anfängt.
Angst ist nicht von Gott gegeben und auch nicht von Ihm gewollt, sondern ein Würgegriff Satans. Er kann damit Macht auf diejenigen ausüben, die eingeschüchtert und schwach sind, sie auf falsche Bahnen lenken.
Bedenkt man, dass letztendlich der Ursprung aller Ängste in einer gestörten Beziehung zu Gott liegt, so kann man sie durch ein Wiederherstellen dieser Beziehung auflösen. Angst bringt uns fern von Ihm, und wir werden so lange in der Gefangenschaft der Angst verbleiben bis wir uns auf den Weg zu unserer göttlichen Bestimmung, der Heimkehr zu unserem himmlischen Vater, und damit ewigen Lebensfreiheit, auf den Weg machen. Und dies wiederum ist nur möglich, indem wir unser Leben nach der göttlichen Ordnung durch Befolgung der uns gegebenen Gebote ausrichten, wodurch wir immer mehr in die Liebe, d.h. in eine Gemeinschaft mit Gott hineinwachsen können, in der es keine Ängste gibt.

Da aber auch dieser Weg einem Entwicklungsprozess unterliegt, ist es notwendig ebenfalls eine Methode zu entwickeln, aufgrund derer man Herr über die augenblicklich vorherrschenden Ängste werden kann.
Im Allgemeinen können wir uns jederzeit an Jesus, unseren Erlöser aus allem Leid, wenden und Ihn nach dem Ursprung unserer Ängste fragen. Je präziser wir unsere Fragen formulieren, desto genauere Antworten erhalten wir. Sie können uns ins Herz gelegt werden oder durch unser Umfeld vermittelt werden. Wenn wir dabei achtsam auf alle uns begegnenden Dinge sind, so wird es mit ein wenig Übung gelingen, die Antwort zu erkennen.

Wenn einen das Gefühl einer undefinierbaren Angst beschleicht, ist es empfehlenswert, sich sofort mit Jesus zu verbinden und Ihn zu bitten, den Grund bzw. ihre Ursache zu erkennen zu geben. Auch wenn die Antwort nicht prompt erscheint oder man in der Angstsituation zu verschlossen und aus diesem Grund unfähig zur Aufnahme der Antwort ist, sollte man im Bitten um eine Antwort nicht nachlassen und auf die einem begegnenden Gegebenheiten zu achten.

Wer in eine akute Angstsituation kommt, sollte sich sofort vertrauensvoll an Jesus wenden und Ihn um Wegnahme bitten. Ist es eine Situation, in der nicht sofort gehandelt werden muss, Ihn fragen „Warum habe ich jetzt Angst?“ und sich von Ihm leiten und die Angst zeigen lassen.
Handelt es sich um eine Angstsituation, in der ein sofortiges Handeln erforderlich ist, ist es das Beste, sich mit einem Stoßgebet an Jesus zu wenden und ganz auf Seine Hilfe zu vertrauen. Dadurch löst sich die Blockade, die Angst verschwindet.

Hilfreich ist auch, sich immer wieder sein eigenes Verhalten und seine Handlungen anzusehen, sich zu prüfen, in oder vor welchen Situationen fürchte ich mich und nach den Gründen zu forschen. Ist die Ursache der Angst erkannt, kann sie Jesus zur Auflösung übergeben werden.

Ist man seine Angst los, so sollte man aber auch weiterhin sehr aufmerksam auf sich achten um nicht wieder in alte angstauslösende Verhaltensmuster hineinzufallen.

Auch sollte man nicht in Selbstmitleid versinken, denn dies verhindert das Loslassen alter Dinge und hemmt am Weiterschreiten.

Sorgfältig sollte darauf geachtet werden, dass man keine Angst davor hat, dass die Angst wiederkommt, denn damit ist sie schon entstanden.

Angst ist das Werkzeug des Teufels. Mit ihr will er nicht nur unser Selbstwertgefühl und damit das Vertrauen in uns selbst, sondern auch unser Vertrauen zu Gott zerstören. Es ist daher wichtig zu überwinden lernen was die Angst auslöst, denn die Angst hindert uns daran, uns zu entfalten, zu leben, zu lieben, frei zu sein in einem Leben mit Gott.



Ausgearbeiteter Aufsatz Stand 08/2014


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